Von Ile-a-la-Crosse bis Bärphobien,   zum physischen Wrack, nach Stanly Mission  Sonntag, 2. Juni


Sit­ze nun auf dem Sand der Dü­ne, die­ser Land­spitze, die in den See Ile-‑a-‑la Cros­se zeigt. Mei­ne er­ste Etap­pe. Ich bin et­wa 4 Stun­den von der Ort­schaft Ile-‑a-‑la Cros­se ent­fernt. Ich bin in Nord­sas­kat­chewan in Ka­na­da. Soe­ben springt ein gelb­lich glän­zender Ko­jo­te zurück in den Wald, als er mich ei­ni­ge Se­kun­den ru­hig an­ge­schaut hat­te. Er sprang mit ru­higen Sprün­gen zurück in den Laub­wald. Ich er­war­te Schwarz­bä­ren. Ich hö­re vie­le Möwen. Ei­ni­ge Pe­lika­ne zie­hen ru­hig ih­re Gleit­flü­ge an mir vor­bei. Graublau­er Him­mel über­zieht den et­wa 60 km langen See. Dies wird mei­ne er­ste Über­nach­tung sein auf die­ser lan­gen Kanurei­se. Erst die­sen großen See hoch, Rich­tung Nor­den, und dann hin­ein in die Chur­chill-‑Ri­ver-‑See­ver­bin­dun­gen, im­mer Rich­tung Osten, durch ganz Sas­kat­che­wan und durch Ma­nito­ba - aber dar­über später mehr.

Von 12 Uhr mit­tags bin ich ge­pad­delt, mit diesem 5,20-Me­ter-‑Ka­nu aus Ke­vlar-‑Ma­te­ri­al. Es wiegt nur 42 Pfund. Es ist Rot und von der Fir­ma Mo­hawk in Flo­ri­da. Da ich al­lei­ne bin, brau­che ich ein leichtes Ka­nu. Zu viel Schlep­pe­rei sonst, das will ich ver­mei­den. Nun ist es 16 Uhr. 4 Stun­den ha­be ich ge­braucht, um die­se kur­ze Strec­ke zu schaf­fen. Ich bin an der nörd­li­chen Spit­ze der Be­lan­ger Bucht. Das Was­ser ist klar und kalt. Leich­te Well­chen rol­len an den vom Grau­en Him­mel be­leuch­te­ten gelb­lichen Sand. Da­hin­ter im We­sten braut sich ein Gemisch aus Dun­kel­heit, Grau­heit, Don­ner, Sturm zusam­men. 

Treib­höl­zer lie­gen wie in Rei­hen ge­schwemmt auf dem Sand. Die großen lie­gen weit auf der Dü­ne und die klei­nen Höl­zer noch dicht am Was­ser­rand. Marsch­grä­ser ste­hen et­wa 5 Me­ter ent­fernt in der Sand­dü­ne wie ei­ne Rei­he Grü­ner Wach­po­sten, die Wel­len be­wa­chen sol­len. Ei­ni­ge klei­ne Bir­ken stehen verein­zelt herum. Das Wet­ter hat mich früh­zeitig hier­her ge­bracht. Ich baue so­fort mein hell­blaues North­fa­ce-‑Zelt auf. Ein Geo­dom-‑Zelt, mit 3 Alu­mi­nium-‑Stan­gen zu­sam­men­ge­hal­ten. Ich hat­te sämt­li­che Näh­te in Win­ni­peg noch­mal von in­nen mit Nahtdich­ter ein­gepin­selt. Das soll­te sich später ge­lohnt ha­ben. Das Zelt bau­te ich auf ei­ne oran­ge­ne Pla­stikfo­lie auf, ex­tra star­kes Ma­te­ri­al.

Wäh­rend ich auf­bau­te, schwam­men Pe­likangrup­pen ganz ru­hig am Strand vor­bei. Sie schau­ten mal vor­bei, um pe­li­ka­nisch Guten Tag zu sa­gen. Mei­ne Freun­de.

Ich ha­be mir mein Zelt rich­tig schön ein­ge­rich­tet. Ha­be mir schö­ne Stof­fe, wei­che, mit­ge­nom­men, in sei­di­gen, wei­chen, leuchten­den Rot- und Oran­ge-‑Tö­nen. Mei­ne 5 cm dic­ke Therm-‑a-‑Rest-‑Schlaf­matrat­ze liegt darauf. Sie bläst sich von sel­ber auf. Ah­hh, Er­leich­te­rung. Pri­ma. Auf der Mat­te liegt noch­mal ein schö­ner wei­cher Stoff in Gold­gelb, darauf liegt dann mein Schlaf­sack.

Mein Ge­wehr liegt auch im Zelt. Ei­ne 5-Schuß-‑ Win­che­ster, ge­braucht in Win­ni­peg ge­kauft. 150 Dollar. Ich ha­be 2 Pa­ckun­gen Mu­ni­ti­on mit. Ei­ne mit norma­ler Schrot­fül­lung, und ein­mal mit so­ge­nann­ten Slugs, das sind Voll­man­tel­ge­schos­se, wie sie die Po­lizei in den USA be­nutz ge­gen, na­ja, wil­de Sze­nen ebend. Ich ha­be zu­erst 2 Slugs in dem Ma­ga­zin und dann 3 Schrot­pa­tro­nen - falls mal ein Bär über­raschend zu mir ins Zelt kom­men will, wäh­rend ich träu­me.

Da­mit ich nachts nicht raus brau­che, ha­be ich ei­ne Pla­stik­fla­sche im Zelt, in die ich uri­nie­ren kann, und auch Pla­stik­tüten, in die mein Darm lee­ren kann, denn wo­zu da im Dun­keln sich den Hin­tern von Müc­ken an­zap­fen las­sen.

Da es so aus­sieht, als ob ein star­kes Ge­wit­ter über das Land brau­sen wird, ha­be ich mei­ne an­de­ren Sachen un­ter das Ka­nu ge­legt und da­vor ei­ne Pla­stikpla­ne ge­spannt. Sie ist durch­sich­tig, mit grü­nem Rand. Ich muß erst noch her­aus­fin­den, was das Be­ste sein wird in sol­chen Si­tua­tio­nen.

Ich baue zu­erst im­mer das Zelt auf. Früher wur­de zu­erst im­mer Feu­er ge­macht. Das ist für mich nicht nö­tig, da ich genü­gend Nah­rung mit­ha­be, in Trocken­form, und da­von le­ben kann oh­ne zu ko­chen, wenn‘s nö­tig wä­re. Das Zelt ist wich­ti­ger. Es ist in 5 Mi­nu­ten auf­ge­baut und in ihm sit­ze ich troc­ken und wär­mer. Das ge­fällt mir sehr gut.

Nach­dem das Zelt stand und die ge­samten ca. 450 Pfund aus dem Ka­nu ans Land ge­tra­gen wa­ren und ver­staut wa­ren un­ter dem Ka­nu, hat­te ich den Blech­ofen auf­ge­baut. Ei­ne rechtec­ki­ge Kon­struk­ti­on, die ich mir in Win­ni­peg ent­warf und dort bau­en ließ. Zu­sammen­klapp­bar. Je­de Sei­te ist ab­nehm­bar und der Ofen kann in 3 cm Dic­ke zu­sam­men­ge­legt werden. Das Ofen­rohr ist ex­tra. Die­ser Ofen soll­te sich fa­bel­haft be­wäh­ren. Ein­fach köst­lich, die­se ein­fa­che Kon­struk­ti­on. In der so­ge­nann­ten Tra­di­ti­on der Schäferöfen oder in Eng­lisch »she­pard sto­ves«. Er ist noch heiß, auf ihm steht ein Topf mit Cur­ry­nu­deln; in der Pfan­ne sind Hecht­fi­lets, ich ha­be mir Gra­pefruitsaft - Pam­pel­mu­se in Deutsch - zum Trin­ken gemacht und ei­ni­ge frisch zer­schnit­te­ne Knob­lauchstüc­ke da­zu ge­ges­sen.

Den Hecht hat­te ich so­fort geblin­kert. Ich fing 7 Hech­te, be­hielt aber nur den ei­nen, al­le an­de­ren wur­den schwim­men ge­las­sen. Ich fisch­te mit ei­ner ganz leich­ten Spinn­ru­te. Ich lie­be das Leich­te, Ein­fache, Freie­re. Sie ist 2,5 m lang.

Ei­ne fei­ne Schnur lag auf der Rol­le, die ei­ne ho­he Über­set­zung hat­te für schnel­leres, ru­hi­geres Schnur ein­ho­len. Ich hat­te ei­ne 25er Schnur drauf. Ich wusste, das ich hier mit sehr großen Fi­schen rech­nen musste. Aber Rech­nen und wirk­li­ches Er­fah­ren sind ja be­kannt­lich un­ter­schied­li­che Er­fah­run­gen. Hat­te mir ein leichtes Stahl­vor­fach mit zwei Wir­beln an die Schnur geknüpft. Bei­des mit Schlau­fen­kno­ten verbun­den. Der rote Red-‑De­vil-‑Blin­ker sau­ste durch die sau­be­re Luft und lan­de­te et­was übers Was­ser gleitend im See. Ich ließ ihn sin­ken ... kei­ne 30 Se­kunden später er­folg­te der er­ste Beißer, auf das Me­tall.

Ich hat­te an al­len Dril­lin­gen, die am Blin­ker waren, die Wi­der­ha­ken mit ei­ner Zan­ge ab­ge­bro­chen. Das tue ich schon seit eh, ist aber in Ma­ni­to­ba auch Fisch­ge­setz, da­mit die Fi­sche so scho­nend wie nur mög­lich wie­der ins Was­ser zurück­ge­setzt wer­den kön­nen. Ei­ne Ver­bes­se­rung der natür­li­chen Tra­di­ti­on des Fi­schens ist das.

Der Hecht mach­te ei­ni­ge Fluch­ten, zog et­was Schnur von der Rol­le, aber er gab leicht auf. Stö­re, Karp­fen, See­fo­rel­len, Weiß­fi­sche, Zan­der, Wel­se und an­de­re Sor­ten Fi­sche ha­ben in dem See so­zu­sa­gen ih­re Hei­mat.

Anfang der Kanutour mit   „Erster-Zweiter-Dritter“  Übernachtung

Als   ich al­les so­weit fer­tig hat­te, ge­ges­sen, ver­packt, ka­men wun­der­schö­ne schwarz­blaue Ge­wit­ter­wol­ken, ganz tief­se­gelnd über den See, und es fing an zu regnen und zu stür­men. Ich ging ins Zelt und war­te­te. Die großen Trop­fen roll­ten schön vom Über­­­zelt ab. Das inne­re Zelt war aus fein­ma­schi­gem No-‑Se­um-‑Ma­terial. Es ist so fein, das die klein­sten Beißin­sek­ten - No-‑Se­um ge­nannt, al­so »nicht sicht­bar« - da auch nicht durch kön­nen. Ein ab­so­lu­ter Ge­nuss hier in der ka­na­dischen Ur­na­tur. Über­haupt, auf Erd­tei­len, wo Blut­sauger an dich ran wol­len. Draußen jag­ten nun Win­de Wel­len vor sich her. Peli­ka­ne schau­kel­ten darauf herum. Möwen glit­ten ge­gen den Wind an, durch bloßen Wil­len.

Ge­stern, Sams­tag, den 1. Ju­ni, war ich von Win­nipeg mit ei­nem 6-Zy­lin­der-‑Ford Ma­ve­rik los­ge­fah­ren. Ich hat­te ihn mir für 300 Dollar gek­auft. Auf dem Dach das schö­ne rote Ka­nu »Kevlar 42 Pfund Mohawk Bla­zer«, für 599 Dollar in Du­luth Min­ne­so­ta am La­ke Su­pe­ri­or er­wor­ben. Der La­den hieß Ski-‑Hut, an der 1032 East 4th Street. Mit den Skla­ven­steu­ern kam das Ka­nu auf 640,93 US-‑Dol­lar. Die Ex­per­ten hat­ten mir das empfoh­len, nach­dem ich ih­nen er­zählt hat­te, was ich vor­hat­te. Ich hat­te aber auch in Ka­ta­lo­gen nach­ge­schaut und ori­en­tier­te mich an der tra­di­tio­nellen Pro­spec­tor-‑Form des ka­na­di­schen Ka­nus, und dieses Ka­nu hat­te die­se Form. Bloß hat­te ich ei­ni­ges sehr Wich­ti­ges über­se­hen, aber die Ex­per­ten auch, da, in Du­luth. Ich hat­te dann Sams­tagnacht ca. 80 km vor der Ort­schaft Ile-‑a-‑La Cros­se im Au­to über­nach­tet. Mein Rüc­ken tat mir des­we­gen noch weh. Schmerz­te. Ich war aber sehr de­ter­mi­niert. Angst­los. Ich wür­de wohl heu­te Nacht im Zelt gut schla­fen, auf dem weichen Sand­bo­den mit plät­schern­den Wel­len und den Ru­fen der Eistau­cher.

Nach­dem der Sturm vorüber­ge­zo­gen war, leuchte­te die Son­ne wie­der frei her­aus und al­les um mich herum glänz­te in ei­ner bril­li­an­ten Pracht. Ah­h­h­hh! Schön­heit der sau­be­ren Na­tur, das lie­be ich. Die Wel­len fun­kel­ten. Hell­blau­er Him­mel, leuch­te­te frisch. Die Sand­dü­ne war nun hell­gelb leuchtend. Die Blät­ter der Bir­ken glänz­ten in zar­tem Grün. Um mich herum vi­brier­te das Le­ben in ei­nem Licht­or­gasmus mit sei­nen aro­ma­ti­schen Düf­ten. Das Was­ser hat­te ei­nen kla­ren Duft, oh­ne ät­zen­de Gerüche. Ich nahm ei­ne Hand voll Sand und at­me­te den Duft ein. Da war Was­ser und Holz, aber auch ein Hauch von Feuch­tig­keit, Er­dig­keit, et­was süß­lich. Als ich da stand und mich an der Schön­heit er­freu­te, kam ein Schwarm Gän­se an­ge­flo­gen. Sie flo­gen ganz flach über den See auf mich zu. Sie hat­ten mich nicht bemerkt. Erst kurz vor mir bo­gen sie trom­pe­tend ab und flo­gen in Rich­tung We­sten wei­ter.

Der Wald hin­ter mir be­stand hauptsäch­lich aus Laub­bäu­men. Whi­te Elm, Bir­ken, Aspen, Wei­den, Zit­ter-‑Aspen, mit ih­ren ge­ra­den, sehr hel­len Stämmen, die Bal­sam-‑Pap­peln, Black Ash, aber auch eini­ge Na­del­bäu­me wa­ren zu se­hen. Lär­chen stan­den da­zwi­schen, Pi­ni­en, Whi­te-‑Spru­ce-‑Bäu­me wa­ren am mei­sten vor­han­den. Da­zwi­schen auch Black Spru­ce. Verein­zelt war ei­ne Weiße Ze­der zu se­hen. Aber über­wie­gend wa­ren Laub­bäu­me hier in Nord­sas­katche­wan am See. Ein aro­ma­ti­scher Duft kam aus dem Wald herüber. Vö­gel zwit­scher­ten am Wal­drand.

Im Sonnenlicht stand die Solaranlage von Siemens, in Winnipeg gekauft. Die zwei Kabel waren an der Solarbatterie befestiegt. Marke Stowaway in Minnesota gekauft. 

Die Bat­te­rie hat­te ei­ne Er­kennungs­leuch­te. Je nach Strom­stand konn­te ich er­kennen, ob sie voll, halb leer oder leer war. 130 Ampère wa­ren in ihr ge­spei­chert. Das So­lar-‑Mo­dul M65, für das ich 492 Dollar in Win­ni­peg bei Westrock Battery be­zahlt hat­te, war für 12 Volt aus­ge­legt und hat­te ei­nen ein­ge­bau­ten Span­nungs­reg­ler, so konn­te die Bat­te­rie nicht über­la­den wer­den. 3,2 Ampère brach­te das So­lar­mo­dul in der Stun­de. Nun wur­de Elek­tri­zität in die Bat­te­rie ge­lei­tet, da Licht auf die Solar­zel­len fiel. Die Bat­te­rie war noch enorm schwer, 50 Pfund. Als An­trieb hat­te ich ei­nen ge­brauch­ten Min­ko­ta-‑Elek­tro­mo­tor in Win­ni­peg gek­auft für 50 Dol­lar. Er hat­te 0,75 PS. 25M war sei­ne Be­zeichnung. Nach­mit­tags, als ich mü­der wur­de, hat­te ich dann den Mo­tor hin­ten an der Alu­mi­ni­um-‑Mo­tor­befe­sti­gung be­fe­stigt. Er wog 8 Pfund und so wur­de ich dann ru­hig zwi­schen 6-8 km/h vor­wärts ge­bracht. Da ich ja ca. 450 Pfund im Ka­nu hat­te, war das natür­lich ei­ne Ent­la­stung, und es funk­tio­nier­te wirklich ein­wand­frei, ein­fach pri­ma.

Lang­sam wur­de es dunk­ler, aber nur lang­sam. Die Ge­sän­ge der Vö­gel wur­den ru­hi­ger, dafür schall­ten die Eistau­cher­ru­fe durch die Luft. Ich ging schon früh ins Zelt zum Schla­fen. 21 Uhr, es war noch hell. Doch ich war mü­de. Phy­sisch wie auch men­tal. Nach kur­zer Zeit stell­te ich fest, dass ich nicht ein­schla­fen konn­te. Mein Ge­hirn be­schäf­tig­te sich mit Bä­ren, die Fantasie rat­ter­te. Ich schlief dann halb ein. Später wur­de ich plötz­lich wach. Ich hat­te an­geb­lich ei­nen Bä­ren­schatten am Zelt ge­se­hen. So­fort griff ich mein Ge­wehr und ging raus. Da war aber kein Bär. Hal­lu­zi­na­tio­nen waren das, sonst nichts. Ich war er­staunt, was sich da für Äng­ste im Kopf ab­spiel­ten. Die Wohn­zim­mer-‑Men­tali­tät ist nun be­en­det, jetzt muss sich das Ego auf die Wirk­lich­keit ein­las­sen und wach wer­den, was im­mer heißt, über die Äng­ste hinaus­zu­wach­sen. Da ja sonst die Angst be­ne­belt und un­wach macht. Außer es ist natür­lich Angst. Dann schau­te ich zum Him­mel. Wunder­bar, ein weißes, sehr großes Nord­licht leuch­te­te da in sei­ner Be­we­gung herum. Doch von We­sten sah ich schwar­ze Wol­ken herüber­kom­men. Et­was später krach­ten Blit­ze und stür­mi­ge Win­de um mich herum. Das Zelt wur­de er­fasst und kräf­tig hin- und her­ge­schüttelt. Aber es stand wun­der­bar so­li­de im star­ken Sturm. Es bog sich zwar, aber es stand. Schwe­re Re­gengüs­se pras­sel­ten auf das Zelt. Ich fühl­te mich wohl in dem Stoff­haus. Stun­den­lang don­ner­ten schwe­re Kra­cher über den See und roll­ten dann über ihn hin­weg. Verhall­ten dann ir­gend­wo. Troc­kene Blit­ze zuck­ten genau über dem Zelt, grell, so­fort krach­te wie­der der Don­ner. Et­was später mein­te ich wie­der, den Schat­ten ei­nes Bä­ren an der Zelt­wand ge­se­hen zu ha­ben, und rief ganz laut »Eeeh­h­h­hh«, griff noch ­mal zum Ge­wehr, und schau­te dann raus. Aber da wa­ren bloß to­ben­de Wel­len, Re­gengüs­se, Blit­ze und Baum­kro­nen, die hin und her ge­ris­sen wur­den. Das Ka­nu lag aber noch da. Ich hat­te es be­fe­stigt und un­ter ihm la­gen die Rei­se­sachen.

Ich schlief un­ru­hig. Die gan­ze Nacht reg­ne­te und stürm­te es. Als ich mü­de am Mor­gen auf­wach­te und aus dem Zelt schau­te, flog ei­ne Möwe ganz ru­hig gegen den star­ken Wind ganz dicht am Zelt vor­bei. Sie schau­te zu mir her­un­ter und lächel­te.

2 Esslöf­fel voll Was­ser wa­ren im Zelt. Das musste ab­ge­dich­tet wer­den, die Naht­stel­le. Das fängt ja gut an, dach­te ich. Wil­de Stür­me und Bä­ren­pho­bien im Kopf. Dann warf ich Holz in den Ofen und bal­ler­te den Ofen so rich­tig auf Glut. Die Hit­ze strahl­te ei­ni­ge Me­ter herüber. Ich back­te mir Müs­li-‑Pfann­ku­kuchen, die wur­den dick mit Ho­nig be­stri­chen, da­zu Tee. Ich mach­te gleich genü­gend Tee für den Tag. 

Ich hat­te ver­schie­dene Tee­sor­ten da­bei, von Früch­te­tee bis zu Schwarz­tee­sor­ten. Auch Ka­mil­le und Lin­­den­blüten­tee oder Me­lis­se­tee.

Nach­dem ich zu­frie­den ge­früh­stückt hat­te, pack­te ich al­les zu­sam­men. Als ich so­weit war, wei­ter­zu­paddeln, kam ganz plötz­lich ein star­ker Wind auf, der schon sehr schnell Böen­cha­rak­ter be­kam. Er schi­en ein we­nig psy­cho­pa­tisch zu sein. Im Nu wa­ren dic­ke Wel­len auf dem See. Al­so konn­te ich nicht wei­ter­fahren. Ich war­te­te und sah wie­der vom We­sten dic­ke Wol­ken an­rol­len. Al­so leg­te ich das Ka­nu mit der Wasser­fläche in Westrich­tung, pack­te al­le Sa­chen dar­un­ter und bau­te schnell mit dic­ken Ästen ei­ne Hal­te­rung für die kla­re große Pla­stik­pla­ne, die ich an den Stöc­ken und am Ka­nu be­fe­stig­te.

Kaum fer­tig, sau­ste ein Sturm der Son­der­klas­se Sausend-‑Brau­send-‑Pfei­fend durch die Ge­gend. Ich hock­te mich vor das Ka­nu und war­te­te ab. Graue Fetzen wur­den über den See ge­fegt, heu­len­de Tö­ne rasten über den Sand, Blät­ter wur­den herum­ge­wir­belt, ich sta­un­te. Ach ja ... wenn das so wei­ter­geht, kann ich gleich wie­der al­les aus­pac­ken und mich auf die Nacht ein­stel­len. Nach 2 Stun­den war der Sturm vorbei ... Son­nen­strah­len ... Aber nicht lan­ge. Im Westen ka­men schon wie­der star­ke Ge­wit­ter­wol­ken hoch. Wie­der hock­te ich mich hin­ter die Pla­ne und schau­te dem Trei­ben zu. Doch plötz­lich wech­sel­te der Wind von We­sten nach Sü­den. Schnell dreh­te ich das Ka­nu um und schaff­te ge­ra­de noch die Pla­ne zu be­fe­sti­gen, be­vor der Platz­re­gen der Mar­ke Höl­lengruß auf war­ten­de Rei­sen­de herun­ter­kam. Nach weite­ren 2 Stun­den war der Höl­len­guss vor­bei. Es war al­so kein Höl­len­gruß. Plötz­lich war al­les ganz still um mich herum ... Ru­hig.

Die Ge­wit­ter don­ner­ten wei­ter nörd­lich. Blit­ze zuck­ten grell mit bi­zar­rer Schnel­lig­keit her­vor. Schnell bau­te ich das Zelt wie­der auf. Kei­ne Mi­nu­te zu früh. Ich war durch­ge­schwitzt und fror. Der Re­gen dau­er­te aber nicht lan­ge. Dafür ka­men nun die Black­flies. Die­se klei­nen Bie­ster. Ich sprüh­te mei­ne Klei­dung mit OFF, ei­nem In­sek­ten­spray, ein, ins­be­son­de­re um die Ho­sen­bei­ne, am Nac­ken und den Är­mel­ge­gen­den. Sie lie­ben es, da­zwi­schen rein­zu­krab­beln, um dich dann bunt ­zu ­beißen. Ih­re Bis­se, sie beißen tat­säch­lich ein Stück aus der Haut her­aus, ver­hei­len sehr lang­sam und hin­ter­las­sen jah­re­lang Nar­ben.

Nach ei­ni­gem Hin und Her ent­schied ich mich, zum An­geln zu ge­hen. Ich mach­te mal zur Ab­wechslung ei­nen gel­ben Blin­ker an die Schnur. Zwei Hech­te schnapp­ten sich das Blech, aber ich ließ sie wie­der schwim­men.

Wie­der zurück beim Zelt mach­te ich mir dann ei­ne Schüs­sel Po­wer­nah­rung. Al­les, was ich an ge­trock­netem Ge­trei­de ge­fun­den hat­te, mit al­len Nuss­sor­ten und Ro­si­nen, al­les mit Ho­nig ver­mischt, ei­ni­ge Löf­fel voll Troc­ken­milch dar­über und ein Löf­fel voll Ka­kao ... Das aß ich dann genüss­lich, da am See auf dem Sand sit­zend. Ich woll­te nicht ko­chen, der Ofen müsste wieder auf­ge­baut wer­den.

Als ich die Schüs­sel ge­leert hat­te - bis jetzt war noch kei­ne Müc­ke zu se­hen ge­we­sen - ver­pack­te ich die gan­zen Sa­chen noch­ mal et­was wind­so­li­der, aber dies­mal sehr na­he zum Zelt. Kaum war ich da­mit fer­tig ... ZOOOM ... star­ker Wind aus Süd-‑Ost ... ganz war­mer Wind. Die Wel­len rausch­ten wie­der ge­gen das san­di­ge Ufer.

Mal se­hen, wie lan­ge ich hier fest­sit­zen wer­de. Ich will end­lich zum Aus­gang des Sees. Die­se 60 km auf der See­fläche, da ist zu viel Wind­fläche, da kom­me ich nicht rich­tig vor­wärts, da sind zu ho­he Wel­len plötz­lich da, da wird aus dem ru­hi­gen See plötz­lich ein to­ben­der See mit Wel­len über ei­nen Me­ter hoch. Das sieht zwar schön aus, wenn ich so mit bei­den Beinen am Strand stehe und mir der star­ke Wind ge­gen das Ge­sicht faucht und es mit Re­gen strei­chelt, aber mein Ka­nu hat bloß 12 cm über der See­fläche - das ist zu we­nig.

Stun­den ver­gin­gen, es war ein an­dau­ern­des Hin und Her, je­doch konn­te ich nicht in See ste­chen, die Win­de zu stark, dann Ge­wit­ter, al­so schlief ich wie­der ei­ne Nacht im Zelt. Der Son­nen­un­ter­gang war flammendrot, ein Wolf heul­te, kann auch ein Ko­jo­te ge­wesen sein, der Wind zer­stör­te die Wahr­neh­mung. Am Ho­ri­zont war ein schma­ler Schlitz in den star­ken dunklen Wol­ken. Über mir wa­ren die Wol­ken fast schwarz, doch der Wal­drand und der darüber­ liegen­de Ho­ri­zont glüh­ten vom feu­ri­gen Rot bis zu Goldgelb, ei­ne Au­gen­pracht, im völ­lig stil­len See spie­gel­te sich das Ge­sche­hen noch­ mal ... Selt­sam, aber er­freulich, kei­ne ein­zi­ge Müc­ke ... Seit dem 1. April, mei­ner Lan­dung in Montre­al, hat­te ich mich nicht ra­siert, der Haar­wuchs juck­te et­was, die Müc­ken konn­ten da nicht mehr so leicht ih­ren Blut­sau­ger­rüs­sel durch­bringen. Außer­dem stank mei­ne Klei­dung, die hel­le, gut nach In­sek­ten­spray Mar­ke OFF, ein übles che­mi­sches Gift, aber wirk­sam wie al­le Gif­te, die von den Menschen, war­um wohl, be­son­ders gut her­ge­stellt wer­den ... Ich neh­me an, das Töten in der Evo­lu­ti­on des mensch­li­chen Ent­wic­kelns spielt da noch ei­ne star­ke Rol­le ... Als ich dann später wie­der im schö­nen Zelt lag, be­quem auf der Therm-‑a-‑Rest-‑Mat­te im Schlafsack, und vor mich her träum­te, roch es plötz­lich verdäch­tig, sehr ver­däch­tig so­gar, nach Bär. Bä­ren hin­terlas­sen ei­nen ei­gen­ar­ti­gen Ge­ruch, wenn sie durch die Land­schaft wat­scheln, ih­re Für­ze müs­sen auch Welt­niveau ha­ben, zu­min­dest Bär­ni­veau..Ich sag­te mir aber, das ist Stink­tier, ob­wohl ich genau weiß, dass es Bär war. Mit­ten in der Nacht wach­te ich wie­der auf, Bär­kol­ler, er hielt mich ganz schön auf Trab. Ich musste mal in die Frei­luft­toi­let­te, al­so nahm ich mein Ge­wehr mit und ging raus. Al­les war gut sicht­bar. Ich hock­te mich dann auf den Sand, das Ge­wehr über mei­nen Kni­en. Ein Grau­rei­her kam an­ge­flo­gen und lan­de­te ganz in mei­ner Nähe, um sei­ne Fi­sche zu fan­gen. Er­leich­tert ging ich wie­der ins Zelt zurück.

Draußen war ei­ne son­der­ba­re ru­hi­ge Stim­mung. Ei­ni­ge Eu­len hu­hu­ten herum. Die Eistau­cher rie­fen ih­re fast ge­spen­sti­gen Ru­fe schallend über den See. An­de­re Eistau­cher ant­wor­te­ten in der Fer­ne. Ih­re Kom­mu­ni­kati­on war schön an­zuhö­ren, da war et­was Ein­sa­mes, aber zu­tiefst Zu­frie­denes in ih­ren Ru­fen, das passte wun­der­bar in die­se un­zi­vi­li­sier­te Na­tur, die Hei­mat für al­le an­de­ren Le­be­we­sen ist, aber nur so­lan­ge, bis sie ver­gif­tet wird. Dann wird es die Höl­le für al­le.

Ich stand schon früh auf. Gut, dach­te ich mir, dann kann es ja heu­te hof­fent­lich wei­ter­ge­hen. 20 Grad zeig­te das Ther­mo­me­ter an. Die Was­ser­tem­pe­ra­tur war 6 Grad. Der Wind wur­de et­was stär­ker und kam aus Süd-‑Ost. Mir fiel auf, daß der Wind im­mer aus der Son­nen­rich­tung kam.

Völ­li­ge Grau­heit be­deck­te den See, die Bäu­me, die Wel­len, mich. Die Wol­ken wa­ren sehr hoch, es war nicht leicht ab­zu­schät­zen, ob es wie­der reg­nen würde. Ich will wei­ter. In plötz­li­cher Kür­ze frisch­te der Wind wie­der auf mit den dem­ent­spre­chen­den Wellen. Al­so wie­der war­ten.

Ich aß ein kal­tes Früh­stück. Ho­nig-‑Müs­li, mit Wasser, spül­te al­les mit kal­tem Was­ser run­ter. Ich war phy­sisch et­was steif, ob­wohl es im Schlaf­sack warm war. Wie­der war ich ent­schlos­sen, die­se kur­zen Wind­stür­me aus­zu­war­ten, aber wie lan­ge wür­den sie heu­te dau­ern. Soll­te ich ein­pac­ken, woll­te ich ein­packen, ja, ich will weg, wei­ter, wei­ter, wei­ter. Weg von die­ser großen See­fläche, der größten ne­ben dem Southern In­di­an La­ke in Ma­ni­to­ba. Der An­fang mei­ner Rei­se war al­so gleich mit dem größten See der gesamten Strec­ke be­glückt.

Ich über­leg­te, ob es nicht bes­ser wä­re, an der Ostsei­te des Sees ent­lang­zu­pad­deln, da könn­te ich im Wind­schat­ten der Bäu­me fah­ren. Als ich da so stand, mir die Si­tua­ti­on an­schau­te, wur­de der Wind stil­ler und ich sag­te mir, komm, let`s go, ver­such`s mal...Ich pack­te al­les sehr schnell zu­sam­men und warf die Sa­chen ins Ka­nu - zu schnell, wie ich später heraus­fand - denn die Ba­lan­ce im Ka­nu war nicht har­monisch. Die­ses Mal be­deck­te ich al­les mit dem durchsich­ti­gen Pla­stik­sprüh­co­ver, das ich mir in Win­ni­peg selbst ge­macht hat­te. An sei­ne En­den hat­te ich brei­te Klett­bän­der ge­klebt und die Ge­gen­tei­le an die Außensei­te des Ka­nus mit star­kem Kle­ber ge­klebt. Das war ein­fa­che Ar­beit. Wie schon er­wähnt, lie­be ich das Einfa­che. Das Kla­re.

Ob­wohl der Him­mel sehr schwer be­wölkt war, fuhr ich dann doch - end­lich - los, end­lich 

wei­ter zum näch­sten Platz. Ich pad­del­te, ließ den Mo­tor auf dem Ka­nu lie­gen. Ich war froh, da draußen zu sein, auf die­ser großen See­fläche, das dun­k­le Was­ser plätscher­te noch ru­hig, das rote Ka­nu glitt auch ru­hig durch die Was­se­rober­fläche, mein Blick war nach vor­ne ge­rich­tet, hier brauch­te ich noch nicht mit Kompaß zu ar­bei­ten, es gab nicht vie­le In­seln und an den we­ni­gen konn­te ich gut mei­ne Po­si­ti­on ab­le­sen, denn ich hat­te mir, in Pla­stik­hül­len, was­ser­dich­ten, to­po­graphi­sche Map­pen im Maß­stab 1:50.000 mit­ge­nommen, die ich auch in Win­ni­peg im Na­tu­ral-‑Re­sour­ces-‑Büro gek­auft hat­te. Win­ni­peg war al­so mein Ba­sis­la­ger.

Sie ko­ste­ten nun 7 Dollar das Stück. Da la­gen Map­pen vor mir in der was­ser­dich­ten Hül­le, die über 430 Dollar ge­ko­stet hat­ten. Al­les war be­stens sicht­bar bis zur Hud­son Bay. Wenn ich so ­was sehe, dann fällt mir ab und an wie­der mal ein, den Men­schen im all­gemei­nen mein Lob aus­zu­spre­chen für die­se fa­bel­haf­te Ar­beit, die ge­macht wird, das Le­ben hier auf der Er­de leich­ter zu ge­stal­ten. Aus dem gött­li­chen Ur­wald ein gött­li­ches Ur­wald­pa­ra­dies zu ma­chen.

Auf der Map­pe vor mir sah ich den See be­stens in sei­ner Ge­samt­heit auch vor mir. So konn­te ich sehr gut er­ken­nen, wo ich genau war, und da der Maß­stab sehr über­sicht­lich ist, wur­de wirk­lich je­de Kur­ve und Ec­ke er­kenn­bar. Ich war auf dem Weg Rich­tung Black Bay, als plötz­lich wie­der Wind auf­kam und ich meinen er­sten großen Rol­ler auf See er­leb­te. Die Wel­len ka­men von der Sei­te, im­mer höher wur­den sie, und zwei­mal musste ich ans Ka­nu grei­fen, um nicht zu kentern. Aber Re­gen fiel nicht. Mei­ne Auf­merk­sam­keit ging da­hin, das ich nun an­fing, vor dem großen Re­gen weg­zu­fah­ren. Manchmal sah ich, wie der Re­gen in der Ent­fer­nung über den See ra­ste. Ich sah sei­ne Rich­tung und be­ob­ach­te­te, ob ich da vor­bei­kä­me. Als ich in der Black Bay, al­so Schwarz­bucht, an­kam, wur­de ich von noch kräf­ti­ge­rem Wind ge­packt und ich musste rich­tig zu­le­gen, um über­haupt vor­wärts zu kom­men. Die Wol­ken sa­hen ge­fähr­lich aus. Wenn das Ge­wit­ter ist, muss ich so­fort run­ter vom See. Aber ich kam vor­wärts. Al­so pad­del­te ich die In­seln in der Black Bay an. Doch was ist das?! Sämt­li­che In­seln wa­ren mit großen Steinen to­tal so­zu­sa­gen über­sät. Da war kein Sand. Die­ser Teil Ka­na­das wur­de von der Eis­zeit­glet­scher­ti­me noch nicht ab­ge­schabt, durch­ge­quetscht, ab­genagt, weg­gescho­ben, po­liert. Des­we­gen wa­ren wohl die In­seln hier noch mit großen run­den, dun­klen Stei­nen be­legt. Ich dach­te schon, da muss ich ja im Ka­nu über­nachten, wenn das so wei­ter­geht.

Als ich aus der win­di­gen Black Bay her­aus­ge­kommen war, konn­te ich gut im Wind­schat­ten des Ufers ent­lang ­pad­deln. Ich aß 2 Ba­na­nen wäh­rend der Fahrt und trank Was­ser. Das war jetzt mei­ne er­ste lan­ge Kanufahrt, mei­ne So­lar-‑Ka­nu-‑Ex­pe­di­ti­on zur Hud­son Bay. Nun gut, beina­he wä­re ich zu­vor über Bord gegan­gen, als die Wel­len von der Sei­te ka­men. In­ter­essan­te Er­fah­rung. Sie war ge­spei­chert auf der Fest­plat­te mei­nes Ver­stan­des.

Lang­sam wur­de der Tag äl­ter und die Son­ne lag nun so, dass der Wind mehr von hin­ten kam, aus Süden, We­sten, er trieb nun die gan­zen Wol­ken­mas­sen wie­der zurück, die am An­fang des Ta­ges aus dem Osten ge­kom­men wa­ren.

Ru­hig leg­te ich ei­nen Pad­del­schlag nach dem ande­ren ins 6 Grad kal­te Was­ser. Ein Weiß­kopf­see­adler flog mit Ge­schrei von sei­nem großen Nest. Vie­le Pe­li­ka­ne glit­ten ru­hig oh­ne Flü­gel­schlag über mich hin­weg. Man­che Grup­pen se­gel­ten auch ganz na­he an der Was­se­rober­fläche vor mir her. Ih­re weißen Fe­dern leuch­te­ten und spie­gel­ten sich an der Wasse­rober­fläche. Dann, nach mehr als 7 Stun­den im Ka­nu, end­lich Half­way Point, ei­ne In­sel­grup­pe, dort soll­te es wohl gute Zelt­mög­lich­kei­ten ge­ben. Als ich dort an­kam, war es to­tal wind­still und die Stim­mung war sehr an­ge­nehm, schön. Ich pad­del­te nun sehr ruhig auf dem See, die Ufer­be­rei­che wa­ren sehr grün, da­hin­ter dich­ter Wal­drand, sehr dicht sah das al­les aus. Da sah ich ein rotes Holz­häu­schen auf ei­ner der klei­nen In­seln.

Ein zimtro­ter Schwarz­bär kam aus dem Weidenufer her­vor. Er war rie­sig für ei­nen Schwarz­bä­ren. Ein Weib­chen, ei­ne Mut­ter, ne­ben ihr ein win­zi­ges jun­ges, ganz schwarzes Bär­chen. Die Mut­ter schau­te zu mir herüber. Ich ge­noss die Si­tua­ti­on. Was wür­de sie tun.

Sie schnup­per­te zu mir herüber. Kurz­sich­tig, wie sie sein soll laut Men­schen, die sich Wis­sen­schaft­ler nen­nen, war ih­re Na­se ih­re Weit­sicht. Sie war da­bei, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Dann ging sie zurück in den Wald. Der klei­ne schwar­ze Pur­zel folg­te ihr.

Die Schwarz­bä­ren wer­den manchmal sehr groß, wenn sie gute Nah­rungs­be­din­gun­gen ha­ben, aber wich­ti­ger noch ist, wenn sie nicht, be­vor sie ihr wah­res Po­ten­zi­al er­rei­chen, er­mor­det wer­den, durch al­ler­lei noch dem Raub­tier ver­haf­te­ter We­sen.

Ich hat­te ge­le­sen, dass in Ma­ni­to­ba die größten Schwarz­bä­ren auf der Er­de le­ben, weil hier das Nahrungs­an­ge­bot für sie ide­al ist und das Land sehr dünn be­schos­sen wird von Men­schen, die sich da­mit, mit dem Töten, Geld ver­die­nen wol­len. Auf dem Weg der Wei­terent­wick­lung ist aber das Ur­sa­che-Wirkung-Ge­setz nicht zu wi­der­le­gen, es wirkt oh­ne Konse­qu­enzauf­schub. So, je­der wird da sein` Teil zurückbe­kom­men.

Der Bär, den ich nun ge­se­hen hat­te, war mir einfach noch zu frisch im Ge­dächt­nis, das Ge­se­he­ne animier­te mich nicht da­zu, auf die­ser In­sel mein Zelt aufzu­bau­en, das ist zwar al­les sehr schön hier und wä­re auch ein pri­ma Zelt­platz, aber das ist nun wirk­lich nicht mei­ne Sa­che, hier mit solch ei­ner großen Mut­ti und solch ei­nem schö­nen Kind­chen in mei­ner Nähe. Die In­seln wa­ren aber trotz al­ler Grün­heit am Ufer al­le mit großen Stei­nen be­legt, al­so ging`s wei­ter mit der Su­che nach ei­nem schö­nen Zelt­platz. Als ich die näch­ste In­sel an­steu­er­te, war auch sie to­tal mit Stei­nen be­legt, auch al­le an­de­ren In­seln sind to­ta­le Stein­in­seln. Kein Sand­fleck. Als ich zur näch­sten In­sel pad­del und aus­stei­ge, sind mei­ne Bei­ne sooo steif, dass ich auf­passen muss nicht ein­zu­knic­ken, die 10-12 Stun­den im Ka­nu sind wir­kungs­voll.

Die Felsin­seln sind voll mit Guano, dem Pe­li­kan- und Kor­mo­ran­schiss, und Schwar­ze Kor­mo­ra­ne sind in Mas­sen auf den In­seln. Ab­seits von Men­schen oder aber oh­ne Be­ja­gung ge­dei­hen al­le Le­be­we­sen bestens. Pri­ma. Der Neid der Men­schen in ih­rer Kleinher­zig­keit macht ja vie­les ka­putt.

Als ich wie­der auf die Mit­te des Sees fah­re, las­se ich ei­nen schwe­ren Blin­ker ins Was­ser glei­ten, an meiner schwe­ren Spinnan­gel mit 15 Pfund Trag­kraftschnur. In der Son­nen­licht­flut blin­zelnd, we­delt er in die dun­k­le Tie­fe des Sees hin­ein. Dann schlep­pe ich ihn hin­ter mir her. Das Was­ser ist hier noch eis­kalt. Ich fül­le zwei Trink­was­ser­fla­schen mit sei­nem wohlschmec­ken­den Nass. Auch ei­ne selt­sa­me Form des Beschrei­bens, »Nass«, na­ja. Dann ma­che ich große Anstren­gun­gen, um doch noch ei­nen Zelt­platz zu fin­den. Das Was­ser hier ist so, wie es vom Gött­li­chen ge­schaffen wur­de. Das Ober­flächen­was­ser war schon im­mer das Trink­was­ser der Men­schen und an­de­rer Le­be­wesen. Auch das Quell­was­ser ist letz­tend­lich Oberflächen­was­ser, wenn es an die Ober­fläche kommt. Die­se Form des Was­sers hat die natür­li­che gelö­ste Sau­er­stoff­kom­bi­na­ti­on in sich. Nicht zu viel, nicht zu we­nig. Natür­li­ches Was­ser enthält Sau­er­stoff und Stick­stoff in ei­nem na­tur­ge­ge­be­nen Misch­ver­hält­nis und ist nicht ein­sei­tig überdosiert. Un­be­la­ste­tes und natür­li­ches Was­ser ist ei­ne Sel­ten­heit ge­wor­den. Die tech­ni­schen Was­ser­ver­sor­gungs­me­tho­den hin­ter­lassen kein natür­li­ches Was­ser, son­dern ein un­natür­liches, de­ge­ne­rier­tes Was­ser vol­ler che­mi­scher Gif­te, die erst gar nicht ge­prüft werden. Ins­be­son­de­re die che­mi­schen Gif­te der pe­tro­che­misch-‑phar­ma­zeu­tischen Igno­ranz. Es gibt zu vie­le po­litisch-‑‑wirt­schaft­liche In­ter­es­sens­grup­pen, die so­zu­sa­gen die ge­samte Mensch­heit nur nach den Zie­len ih­rer Pro­fi­te ma­ni­pulie­ren, wo­bei al­les hin­ter der Mas­ke des »IST JA NUR ZUM BE­STEN FÜR EUCH« gemacht wird. Ar­zn­ei­mittel­rück­stän­de wer­den zum Bei­spiel gar nicht ge­messen. Grenz­wer­te, die fest­ge­legt wer­den, sind will­kür­liche Pro­fit­wer­te und kei­ne Na­tur­wer­te.

Das natür­li­che Was­ser ist Trä­ger völ­lig ge­sun­der Struk­tu­ren. Was­ser ist flüs­siges Mi­ne­ral. Oder ver­dichte­te Son­nen­ener­gie in flüs­si­ger Form. Die Che­mie, die es in Wahrheit gar nicht gibt, son­dern nur ei­ne falsche Be­trach­tung der Wahr­heit ist, ist ein iso­lier­tes Pro­dukt der Igno­ranz des mensch­li­chen Ver­stan­des. Des­we­gen ist die­se Iso­la­ti­on auch mit sei­ner Wir­kung im­mer gif­tig. Weil sie nicht in die Gött­li­che Har­mo­nie passt. Im Trink­was­ser der Zi­vi­li­sa­ti­on ist prak­tisch kein natür­li­ches Misch­ver­hält­nis der na­tur­ge­ge­be­nen Stof­fe mehr vor­han­den. Die Na­tur löst nie rei­nen Sau­er­stoff al­lein im Was­ser, son­dern im­mer auch al­le an­de­ren Stof­fe der Luft­be­stand­tei­le, ganz be­son­ders den Stickstoff N2.

So, heu­te sind da Was­seran­bie­ter auf dem Markt, die Sau­er­stoff - me­di­zi­ni­schen, wie er 

be­zeich­net wird, was aber kein natür­li­cher ist - ins Was­ser bringen. Das ist me­di­zi­nisch-‑tech­ni­scher, aus der phy­si­kali­schen Che­mie her­ge­stell­ter Sau­er­stoff. Das Zeug kommt in der Na­tur nicht so und vor allen Din­gen nicht in sol­chen Do­sie­run­gen vor. Natür­li­ches Was­ser enthält da­ge­gen al­le Be­stand­tei­le - Luft­be­stand­tei­le - die im Was­ser gelöst sind. Die­se Stof­fe er­gän­zen sich ge­gen­sei­tig, um ei­ne har­mo­ni­sche Re­so­nanz für den Or­ga­nis­mus zu ge­wäh­ren. Es gibt kei­ne Al­ter­na­ti­ve zur Gött­li­chen Schöp­fung. Ba­sta. Bin­go. So, das war ei­ne klei­ne Rei­se in das Was­ser des Sees, auf dem ich nun noch padd­le.

Wind­stil­le ist nun am späten Nach­mit­tag. Ei­ne schö­ne Far­ben­pracht leuch­tet um mich herum. Die Son­ne wird so lang­sam sicht­bar. An ei­ner In­sel sagt mir mei­ne in­ne­re Stim­me, dass ich da mal west­lich vorbei­fah­ren soll. Ich fuhr sonst im­mer öst­lich vor­bei. Und end­lich fand ich die­sen win­zi­gen Sand­fleck. Ich war schon be­reit, im Ka­nu zu schla­fen. Es ist ei­ne der win­zi­gen In­seln in der Al­fred Bay. Mein Zelt passt genau auf das Sand­fleck­chen, di­rekt am Was­ser, keinen Me­ter vom Ufer. Die Son­ne war schon in ih­rer letz­ten Pha­se.

Der Son­nen­un­ter­gang war ei­ne Pracht. Weiß­goldenes Licht jag­te mir ent­ge­gen. Aber wie­der bloß aus der schma­len Öff­nung am Ho­ri­zont. Über mir wa­ren sehr schwar­ze Wol­ken. Ich war 9 Stun­den auf dem Was­ser ge­we­sen. Ei­ne Bla­se hat­te sich an der rech­ten Hand ent­wic­kelt. Ich bau­te al­les ru­hig und schön auf, noch et­wa 15 Mi­nu­ten bis zum Son­nen­un­ter­gang. Kei­ne ein­zi­ge Müc­ke war vor­han­den oder Black­flies. Dafür My­ria­den von müc­kenähn­li­chen In­sek­ten, die in großen In­sek­ten­tür­men ih­re Hoch­zeit­stän­ze im goldenen Licht summ­ten. Lieb­ten.

Als al­les fer­tig war, ver­packt, das Ka­nu fest­ge­bunden, hol­te ich zwei ge­koch­te Ei­er raus und Senf, mach­te ei­nen Grapefruitsaft aus Pul­ver, aß ei­nen Apfel. Da­nach ver­pack­te ich noch den Rest.

Die Son­ne war längst weg. Sie sau­ste ir­gend­wo herum. Nun war der gol­dene Ho­ri­zont tie­fes, Orangen-‑Gol­denes Rot, das ein star­kes Glühen hat­te. Diesmal mach­te ich ein win­zi­ges Feu­er und ver­brann­te das Pla­stik, das üb­rig war durch Lee­ren von Ge­trän­ke­pulver­tüten. Dann war ich sehr froh, in den Schlaf­sack zu krie­chen. Der Bär­kol­ler schwäch­te schon ab. Ich hör­te noch die Kon­zer­te der Loons-‑Eistau­cher. Ei­ni­ge Eu­len heul­ten wie­der, ei­ni­ge an­de­re Vö­gel san­gen in der Nacht. Mäu­se ra­schel­ten am Zelt herum. Ein schö­ner er­freu­li­cher Duft wur­de von mir ein­geat­met. Das war der Duft der Freu­de.

Ei­ni­ge En­ten schnat­ter­ten im Dun­keln herum. Es hör­te sich so an, als ob sie da­bei wa­ren, ei­ne Schnatter­dis­kus­si­on zu ha­ben, mög­li­cher­wei­se ging`s dar­um, von wo ich wohl kä­me, von En­ten­hau­sen oder Da­gobert­hau­sen.

Ge­gen 3 Uhr mor­gens wach­te ich auf, nahm mein Ge­wehr und ging in die Frei­landtoi­let­te. Um 4.15 Uhr stand ich dann auf, ich saß noch ei­ne Wei­le im Zelt. Leicht plät­scher­te das Was­ser ans Ufer. Um 7.30 Uhr war ich wie­der auf dem Was­ser.

Es soll­te ein 12-Stun­den-Tag wer­den. 12 Stun­den im Ka­nu. Ich woll­te schon früh auf­hö­ren, fand aber wie­der kei­nen Zelt­platz. Ge­gen Mit­tag fand ich ei­ne schö­ne san­di­ge Land­zun­ge, so wie am er­sten Tag. Als ich dort an Land ging, freu­te ich mich schon. Aaahh, schö­ner Zelt­platz.

Es war der Räu­cher­platz für die In­dia­ner. Ih­re Holz­räu­cher­stän­de stan­den herum. Aber was sehe ich da, vie­le voll­ge­don­ner­te Win­deln. Weg­werf­kul­tur gab`s schon im­mer. Im re­la­ti­ven Sin­ne. Blech­do­sen lagen herum, große 2-Li­ter-7-UP-Fla­schen - Soft­drinkkul­tur - und an­de­rer Ab­fall lag da herum.

Aber ei­ni­ges war neu - es wimmel­te hier von Libel­len, Hun­der­te und mehr flo­gen herum oder saßen an Zwei­gen. Ei­ne Li­bel­le war fast am Er­trin­ken. Aber sie schaff­te es noch ­mal, aus dem Was­ser her­aus­zukom­men. Sie flog auf das Ka­nu und pfleg­te dort ih­ren Bo­dy, bis sie wie­der fit war.

Al­so ver­ließ ich die­se Stel­le. Ich blieb in Ufernähe am West­strand des Sees. Wie­der wur­den große Buch­ten über­qu­ert. Dann war ich mit­ten auf dem See. Überall Was­ser, hat­te aber Glück; kein Ge­witter kam, kein psy­cho­pa­thi­scher Sturm sau­ste. Der Wind war für mich an die­sem Tag un­ter­stüt­zend gewe­sen. Die Wol­ken wur­den wie­der nach Osten gebla­sen und die Son­ne kam durch. Die Bat­te­rie wur­de gela­den. Es wur­de im­mer schö­ner, ein wunder­schö­ner son­ni­ger Tag war dann da. Aber in manchen Si­tua­tio­nen musste ich sehr hart ge­gen den Nord­wind pad­deln. Ins­be­son­de­re, wenn er aus den lan­gen glat­ten Buch­ten kam. Ich merk­te, wie mein Kör­per nach Aus­ru­hen schrie. Nach mehr Pfle­ge. Nach ei­nem lan­gen Bad.

Auf­fallend we­ni­ge Was­ser­vö­gel wa­ren im letz­ten Teil des Sees zu fin­den. Der See wur­de auch zu­sehends fla­cher, als ich in die letz­te See­spit­ze rein­kam, der nörd­lich­ste Teil, um dann später rechts ab­zu­biegen durch das er­ste Ge­fäl­le, um in den Shag­wen­aw See zu kom­men, von dann an wür­de es sehr, sehr lan­ge Rich­tung Osten ge­hen, durch ein Wirr­warr von Seen und ge­fähr­li­chen Strom­schnel­len und Turbu­len­zen.

Die Stei­ne wa­ren hier dick mit Al­gen be­legt. Ich staun­te. Kurz vor dem En­de des Sees, be­vor ich nach Osten über­que­ren wür­de, an der eng­sten Stel­le, roll­te plötz­lich et­was Rot­gol­denes mit größter Ei­le Hals über Kopf ins Was­ser. Ich dach­te: ein großes Wie­sel. Ein Mar­der, der ei­nen Kampf mit et­was hat­te. Aber es war mein er­ster le­ben­der Bi­ber. Der Bi­ber leb­te da in der schrä­gen Ufer­er­de, da war sein Bau drin, nicht wie sonst üb­lich ei­ne Holz­burg. Der Bi­ber tauch­te dann mit enorm lau­ten Schwanz­klat­schen un­ter. Das war sehr na­he zur In­dia­ner­sied­lung Pa­tua­nak, an der ich nun bald vor­bei­kom­men wür­de. Ich über­qu­er­te dann die et­wa 1 km brei­te Stel­le, um zum Ostu­fer des Sees zu kom­men. Der Him­mel war wol­ken­los und der See duf­te­te schön. Pe­li­ka­ne flo­gen herum, als ich den See dort über­qu­er­te. Doch wie es so ist, mit­ten auf dem See fing der Wind wie­der an und er trieb mich nach Sü­den ab. Ich wur­de in die stil­le Bucht vol­ler Was­serpflan­zen ge­trie­ben, das war schon In­dia­ner-Re­ser­vat. Dort in der stil­len Bucht nutz­te ich die Ru­he, um noch mal al­les fest­zu­ma­chen im Ka­nu, denn nun wür­de ich mei­ne er­ste Strom­schnel­le durch­fah­ren. Noch nie in mei­nem Le­ben hat­te ich mit dem Ka­nu ei­ne Stromschnel­le durch­fah­ren. Denn ich hat­te in mei­nem Leben 4-5 Mal im Ka­nu ge­ses­sen. War et­was herum­gepad­delt, das war al­les.

Mir wur­de im­mer be­wusster, dass hier draußen al­les rich­tig, al­les sehr genau ge­macht wer­den musste und ge­nutzt wer­den musste. Ich hat­te nur ei­nen Tel­ler mit, nur ein Ka­nu und so wei­ter. Mein Ge­hirn war et­was in Auf­re­gung, als ich dann die Schnel­len an­fuhr, die aus dem See führ­ten. Ich hör­te das Rau­schen und wunder­te mich, was da wohl auf mich zu­kom­men wür­de. Es soll­te aber ein leichtes Ge­fäl­le sein, wie es in dem Ka­nufüh­rer be­schrie­ben war.

Der See wur­de zu­se­hends en­ger und die Geschwin­dig­keit wur­de schnel­ler, als das Rau­schen zunahm. Das Ufer war jetzt na­he. Die Pap­peln leuch­teten ge­gen den blau­en Him­mel. Ei­ne lang­ge­zo­ge­ne Wol­ke, ganz weiß, lag über mir. Vie­le Pe­li­ka­ne wa­ren im Be­reich der Strom­schnel­len. Sehr vie­le.

Ich hat­te die Ni­kon um den Nac­ken mit ei­nem 20-mm-Weit­win­kel und lö­ste per Fuß die Fo­tos aus, wäh­rend ich durch die schnel­le En­ge fuhr. Es war einfach und freund­lich.

Als ich durch das leich­te Ge­fäl­le ge­fah­ren war, tauch­ten auf der rech­ten Sei­te Häu­ser auf. Schö­ne bun­te Holz­häu­ser, leuchten­des Grün, mit ei­nem weißen Kra­gen. Die Ort­schaft ist un­mit­tel­bar am En­de der Schnel­le, von da brei­tet sich der Shag­wen­aw-See aus. In­dia­ner ka­men mit ih­ren Boo­ten, Mo­tor­boo­ten, vom Fisch­fang, mit Voll­gas sau­sen sie über den See zu ih­rem Dorf. Am Ufer la­gen vie­le Mo­tor­boo­te, kein einzi­ges Ka­nu. Ich bog gleich Rich­tung Nor­den ab, denn auf der Kar­te sah es schön aus, In­seln, ich steu­er­te gleich die er­ste läng­li­che an. Da kein Wind war, nahm ich mei­ne An­gel raus und mach­te ei­ni­ge Wür­fe. Zwei Hech­te wa­ren in kur­zer Zeit ge­fan­gen, hat­ten aber nicht das Maß, ich setz­te sie zurück.

Es stell­te sich her­aus, dass auch die­se In­seln un­campier­bar wa­ren. Nun gut, die Son­ne schi­en, es war kaum Wind, ei­ni­ge weiße Wölk­chen am Him­mel. Obwohl es im Ju­ni grün aus­sah, war das aber noch längst nicht die Fül­le, das war bloß der An­fang.

Mit Rüc­ken­wind pad­del­te ich so­fort zum Aus­gang des Sees, nach Nor­den in den Chur­chill Ri­ver. Ich fluch­te et­was, dass es so lan­ge dau­er­te, bis ich ei­ne geeig­ne­te Stel­le fand zum Zel­ten. Ich hat­te mich schon wie­der darauf ein­ge­stellt, im Ka­nu zu schla­fen.

Der Aus­fluss des Sees, dort wo er über in den Fluss geht, sah sehr schön aus. Ich hat­te so ­was noch nicht ge­se­hen. Tat­säch­lich lag der Fluss un­ter mir. Der große See, den ich nun hin­ter mir ge­las­sen hat­te, lag auf et­wa 400 Me­ter Mee­res­höhe und ich wür­de die­se Strec­ke, al­so 400 Me­ter Ge­fäl­le, weg­pad­deln bis hin zur Hud­son Bay. Hier an die­ser Stel­le war ein sanf­ter Über­gang, das Was­ser war sehr klar und vie­le Pe­lika­ne stan­den am Ufer und quatsch­ten von der letz­ten Mo­de. Ei­ni­ge al­te be­ka­men schö­ne Glat­zen, sie wa­ren auch die ru­hig­sten. Sie wa­ren nicht so un­ru­hig wie die Nichtglat­zi­gen, ob­wohl die Pe­li­ka­ne doch sehr bewusst wa­ren in ih­ren Be­ob­ach­tun­gen und den daraus fol­gen­den lo­gi­schen 

Kon­se­qu­en­zen.

Die Ufer wa­ren stark mit Schilf be­wach­sen. Jetzt im Ju­ni steht noch das al­te Brau­ne Schilf. 3 km wei­ter soll laut Kar­te ei­ne win­zi­ge In­sel sein. Die peil­te ich nun an, dort wo der Chur­chill nach rechts ab­biegt, di­rekt  in der Kur­ve, da lag sie dann ... und ... sie war brauchbar ... sehr so­gar. Ich 

freu­te mich ... end­lich ... ei­ne schö­ne In­sel. Gra­sig. Duf­tend, flach, ei­ni­ge Bäu­me stan­den in der Mit­te. Ich nann­te sie die WIN­ZI­GE GRÜ­NE. Hier wür­de ich mich ei­nen Tag oder län­ger aus­ru­hen. Das war schwer nö­tig. Ich war kei­ne phy­sische Ar­beit ge­wöhnt, mein Kör­per war sehr, sehr grog­gy. Ich woll­te auch fit sein für das näch­ste Ge­fäl­le, die Drum Ra­pids. Da müsste ich womög­lich ei­ne Porta­ge ma­chen und al­les um den Was­ser­fall herum­tragen. Ich hat­te aber auch mei­ne brustho­hen Wat­stie­fel mit­ge­nom­men, falls es mög­lich war, das Ka­nu am Ufer ent­lang­ zu ­zie­hen oder zu schie­ben.

Als ich auf die In­sel kam nach 12 Stun­den im Ka­nu, stell­te ich fest, dass mei­ne Ge­säß­mus­keln an­geschwol­len wa­ren. Dort, wo der Kno­chen auf dem Sitz saß ... Ich musste das Bam­bus­ge­flecht des Sit­zes mit et­was Wei­chem be­le­gen, sonst be­kom­men ich noch faust­dic­ke Bla­sen. An mei­nen Hän­den wa­ren vie­le, vie­le Bla­sen. Mei­ne Haa­re mussten ge­wa­schen wer­den, sonst könn­te ich sie bald als Flie­gen­kle­beband be­nut­zen.

In der Nähe der paar großen Wei­den bau­te ich das Zelt auf, auf grü­nem Gras. An den Wei­den wimmel­te es von Li­bel­len. Braun­gol­dene große Li­bel­len flo­gen um mich herum. Das fri­sche Laub der Sträu­cher dufte­te leicht aro­ma­tisch. Die Grä­ser, frisch, leuch­te­ten noch zart. Ei­ni­ge klei­ne Blüten leuch­te­ten aus dem Grün her­vor. Ich ver­such­te nicht her­aus­zu­fin­den, welche Sor­te es war.

Da die Son­ne um 21.15 Uhr un­ter­ging und es erst um 23 Uhr et­was dunk­ler wur­de, aber nicht rich­tig dun­kel bei wol­ken­lo­sem Him­mel, was nun der Fall war, konn­te ich noch gut ko­chen. Der Ofen wur­de voll Holz ge­wor­fen und da­nach brut­zel­te ich Hecht in Fo­lie mit vie­len Ge­wür­zen und Ölen. Da­nach wur­de ei­ne Por­ti­on Nu­deln mit ge­trock­ne­tem Gemü­se zum Ko­chen da­zu­ge­stellt. Und dann der Tee - Mensch, war ich dur­stig, viel Flüs­sig­keit war ver­lebt, ver­ar­bei­tet, ver­dun­stet wor­den. Ob­wohl das Was­ser in der Pla­stikfla­sche sehr klar aus­sah, koch­te ich es trotz­dem ab. Wo­zu hier draußen ei­ne In­fek­ti­on ein­ge­hen, ins­be­sonde­re so na­he zum Re­ser­vat.

Um die Hech­te für das Ko­chen zu ha­ben, war ich noch ­mal mit dem lee­ren Ka­nu auf dem Fluss, der hier ei­ne große ru­hi­ge Bucht hat, die dick mit Schilf vom letz­ten Jahr um­ge­ben war. Der 

leich­te Wind mach­te auch da wie­der sei­ne Sa­che. Das leich­te Ka­nu brauch­te einen Stein­an­ker zum 

Fi­schen, sonst wür­de es auf den Wel­len des flüs­si­gen Kri­stalls zu sehr Sam­ba tan­zen. Ich ver­lor den zwei­ten Hecht, den ich schon getötet hat­te. Über­haupt, mir wur­de das Töten sehr be­wusst. Nicht nur Hech­te, nein, auch In­sek­ten und so wei­ter ...

Nach­dem ich dann im noch sehr hel­len Licht nach Son­nen­un­ter­gang genüss­lich ge­ges­sen hat­te, ver­pack­te ich die Sa­chen und roll­te mich so­fort in den Schlafsack. Ich glau­be, ich war schon ein­ge­schla­fen, als ich noch den Reißver­schluss zuzog, sooo mü­de war mein Bo­dy.

Ich schlief nun schon fast oh­ne Bä­ren­kol­ler, nur noch leich­te Zuc­kun­gen der Fantasie wa­ren zu bemer­ken. Nur noch ein Tau­meln der Angst­bil­der im Ge­hirn. Mei­ne phy­si­sche Mü­dig­keit war ein­fach viel, viel stär­ker als der Bär­kol­ler im Ge­hirn. Ich hör­te aber trotz­dem nachts die Grau­rei­her kräch­zen, die in unmit­tel­ba­rer Nähe des Zelts wa­ren, auch die Hau­bentau­cher schrie­en sehr oft ei­ni­ge Wor­te über das Was­ser.

Um 3.30 Uhr fin­gen die er­sten Vö­gel an zu zwitschern über mei­nem Zelt. Dort saß ein klei­ner Vo­gel und sang sein Mor­gen­lie­bes­lied, das sich ein­fach sehr schön an­hör­te. Sei­ne Stim­me war ganz klar und sehr me­lo­disch, hör­te sich rich­tig lieb­lich an. An­de­re Vö­gel fin­gen auch an zu sin­gen. Auch die Pe­li­ka­ne schnarchten herum. Das Kon­zert wur­de im­mer kräf­ti­ger. Kei­ne klas­si­sche Mu­sik hat­te die Fein­heit der Ge­sän­ge der Vö­gel in ei­ner Mor­gen­stun­de im Früh­ling. Da vi­brier­te al­les in der Luft.

Ich roll­te mich noch­ mal tie­fer in den Schlaf­sack. Erho­lung war mehr als nö­tig. Es duf­te­te nach Pfef­ferminze. Als ich dann am Don­ners­tag, den 6. Ju­ni, aufstand, be­merk­te ich wie­der glas­klar, dass ich nicht der Kör­per bin, son­dern ei­nen ha­be, und meh­re­re so­gar.

Fol­gen­des pas­sier­te: Ich sel­ber fühl­te mich frisch, leicht und froh, stand al­so auf, und schwupp, was war das, es ging ganz leicht, doch dann merk­te ich, wie sich der dich­te phy­si­sche Kör­per nicht mit mir be­weg­te. Ich war schon auf­ge­stan­den, stand da, aber mein Kör­per, der lag noch in Ago­nie am Boden. Die­se Pad­del­stra­pa­zen, das war ein­fach zu viel für ihn, das lan­ge Sit­zen, das ge­fiel ihm nicht. Die Ar­beits­schmer­zen, sie hiel­ten ihn fest, er war ein­fach fer­tig, die Stra­pa­zen wa­ren zu viel. Al­so schau­te ich ihn mir an, wie er da lag, dann beug­te ich mich wieder zurück und leg­te mich hin­ein in ihn und war wieder eins mit ihm, mei­nem wun­der­ba­ren Ge­fähr­ten, mei­nem Rau­m­an­zug oder Tau­cher­an­zug in die­ser Di­men­si­on der gött­li­chen Schöp­fung. Da­nach hob ich ihn ganz ganz lang­sam hoch mit mir. Das mach­te er dann mit, mit mir. Ich war mir nicht be­wusst, das es soo schwer für ihn ge­we­sen war.

Das war natür­lich ein wich­ti­ges Zei­chen, den Tag ganz lang­sam an­zu­fan­gen und scho­nend mit ihm um­zu­ge­hen. Ich mach­te al­les sehr lang­sam, ru­hig, zeit­los, er­freu­te mich an der Wär­me des Ofens, mach­te fri­schen Tee, leg­te viel Ho­nig da­zu, hör­te den Vö­geln zu, ge­noss die aro­ma­ti­sche, fri­sche Luft, die süß­lich war, voll­ge­packt mit Pfef­fer­minz­düf­ten.

In der rost­frei­en Schüs­sel mach­te ich dann Teig für lec­ke­re Pfan­ne­ku­chen. Nah­rung war genü­gend da. Ich hat­te für je­de Etap­pe die dop­pel­te Men­ge Nah­rung mit­ge­nom­men und war ja schon ei­ni­ge Ta­ge fest­ge­hal­ten wor­den durch das reg­ne­ri­sche, gewitt­ri­ge Wet­ter. Aber heu­te mor­gen war es ein­fach sehr schön. Die Li­bel­len hin­gen zu Hun­der­ten an den Ästen herum, an der wind­ge­schütz­ten Sei­te der Bäu­me oder Sträu­cher. Über dem Zelt hing der Schlaf­sack zum Aro­ma­ti­sie­ren, er hat­te sei­ne ei­ge­ne Aro­ma­the­ra­pie.

Ich back­te 3 große knuspri­ge Pfan­ne­ku­chen, die vol­ler Nüs­se und Ge­trei­de wa­ren, mit Milch­pul­ver und et­was Back­pul­ver. Sie duf­te­ten vor­züg­lich. Gut, dass kein Bär da war.

Der Ofen be­wies sich als Glücks­griff, ich konn­te 3 Töp­fe gleich­zei­tig auf ihn stel­len. Außer­dem wa­ren die Töp­fe nicht ver­rußt und so­mit we­ni­ger Rei­nigungs­ar­beit. Nach­dem ich genüsslich hung­rig ge­gessen hat­te, viel Tee trank, schau­te ich mir die So­lar­anla­ge an, die nun von der pral­len Son­ne be­schie­nen wur­de. Auch sie funk­tio­nier­te gut. Die Bat­te­rie war wie­der voll, das konn­te ich am grü­nen Licht in ihr sehen. In 12-14 Stun­den lud sie et­wa 40 Watt (oder wa­ren es Ampère?) auf. Je­den­falls war die Bat­te­rie wie­der voll da. Mit Be­wöl­kung wird zwar auch Strom auf­gela­den, es ist aber im Ver­gleich zur pral­len Son­ne sehr lang­sam.

Ich stell­te fest und woll­te es gar nicht glau­ben, dass ich ei­ne Rol­le brau­nen Kle­be­bands auf der West­sei­te von Camp 2 lie­gen­ge­las­sen hat­te. Das Kle­be­band hat­te mir sehr gut ge­hol­fen, es ist ja enorm stark, ich woll­te das ein­fach nicht ak­zep­tie­ren, dass ich es verges­sen ha­be. Denn ich er­kann­te, wie wich­tig das Klebe­band für mich war, es hat­te schon gut ge­hol­fen, Din­ge zu flic­ken und den Ge­wehr­schutz aus zwei großen Pla­stik­tüten zu­sam­menzu­hal­ten. Ich nahm mir vor, ein­fach bes­ser auf­zu­pas­sen, wenn ich al­les zusam­men­pac­ke. Nun hat­te ich noch ei­ne Rol­le Duct-‑Ta­pe, das ist enorm star­kes Kle­be­band, das die Ka­nuten für Notre­pa­ra­tu­ren neh­men. Das flickt schon mal ein Loch, oh­ne Fiber­glas zu neh­men, und hält Ris­se zu­sam­men.

Dann koch­te ich mir Was­ser, um mei­ne Haa­re genüss­lich zu wa­schen, das ist ein­fach ei­ne Freu­de, Haa­re zu wa­schen, un­ter sol­chen Be­din­gun­gen und nach sol­chen Ta­gen.

Die Ge­wohn­heit macht aus dem Le­ben ei­ne Lange­wei­le. Lan­ge­wei­le be­deu­tet zwar viel Zeit, aber die ne­ga­ti­ve Men­ta­li­tät glaubt, Lan­ge­wei­le wä­re et­was Un­an­ge­neh­mes und ver­sucht, da­vor zu flüch­ten durch Ak­ti­vitäten. Es ist bloß ein men­ta­ler Zu­stand der Stil­le, der Be­ob­ach­ter ist nun da­bei, in den Vor­dergrund zu kom­men.

Doch hier ist al­les im­mer neu und frisch. Das Zelt wur­de auf­geräumt, die Näh­te wur­den noch ein­mal mit Zeltab­dich­ter ein­gepin­selt, die­sem flüs­si­gen. Dann wur­de das Ka­nu gerei­nigt, es fing schon an, lä­diert aus­zu­se­hen durch das Schlei­fen auf dem Bo­den. Dann stell­te ich fest, dass die Ka­me­ra­bat­te­rie an der Ni­kon Af 601, die ich als Zweit-Ni­kon mit­ge­nom­men hat­te, schon leer war, nach so we­ni­gen Filmen, was ist das für ein Quatsch ... Die Bat­te­ri­en sind sehr teu­er, Ich hat­te noch ei­ne al­te Ni­kon FE mit ma­nu­el­ler Ar­beit da­bei.

Den gan­zen Tag über weh­te ein leich­ter Süd­wind, der duf­te­te, aber für das un­be­ladene Ka­nu zum Angeln war das noch zu viel Wind, es war ein­fach zu leicht. Der Tag er­reich­te 25-27 Grad.

Dann fand ich das Kle­be­band doch wie­der, es war in der An­gel­ki­ste. Wäh­rend des Ta­ges hat­te ich 4 Hech­te ge­fan­gen, ei­ner da­von hat­te das Maß, nicht das bay­ri­sche ... Die gan­ze Bucht stand vol­ler Net­ze der In­dia­ner, sie ist prak­tisch leer­ge­fischt, wer weiß, was sie da fan­gen. Die In­dia­ner ken­nen kei­ne Schonmaße oder Re­stoc­king. Was die wohl tun, wenn die Ge­wäs­ser fast völ­lig leer­ge­netzt sind? Es gab nur weni­ge Müc­ken. Das Was­ser ist wohl noch zu kalt. Kei­ne Black­flies. Aber dafür ei­ni­ge Bom­ber-Brem­sen. Nicht Au­to­brem­sen. Sie wa­ren so groß wie ein brau­ner Dau­men bis zum Mit­tel­kno­chen, von der Na­gelspit­ze ge­se­hen.

Als ich mor­gens auf­ge­wacht war, konn­te ich die Insek­ten an der Außen­sei­te des In­nen­zelts se­hen, wie sie ver­such­ten, mich zu be­su­chen oh­ne Ein­la­dung. Aber sie ka­men natür­lich nicht durch das sehr fei­ne Ge­we­be.

Später am Tag wur­de mir be­wusst, wie wich­tig die Le­der­hand­schu­he wa­ren, die ich in Win­ni­peg gekauft hat­te. Cow­boy-Hand­schu­he. Beim Ko­chen, beim Holz­su­chen, Holz­sä­gen, denn ich säg­te nur, das Beil ließ ich im Fu­te­ral, es geht viel ein­fa­cher mit ei­ner flot­ten, scharfen Sä­ge.

Das Wim­meln der Li­bel­len freu­te mich, es zeig­te doch, dass die Ge­wäs­ser noch in­takt sind, noch nicht so ver­gif­tet wie in der so­ge­nann­ten Zi­vi­li­sa­ti­on, die sich ja mit Höchst- und Niedrig­wer­ten von Schadstof­fen zu­frie­den gibt und glaubt, das sei rich­tig.

5 In­dia­ner­mo­tor­boo­te ra­sten an die­sem Tag wie wil­de Was­ser­mos­ki­tos den Chur­chill ent­lang. Aus einem Boot wur­de im­mer ge­schos­sen. Ins­be­son­de­re als sie an mir vor­bei­fuh­ren. Sie ha­ben wohl Net­ze et­wa 10 km wei­ter un­ten bei den Was­ser­fäl­len. Auch hier la­gen Blech­do­sen auf der In­sel, Northern-Store-Pla­stik­tüten, Pla­sti­köl­fla­schen für ih­re Mo­to­ren, Spri­te-Do­sen, 2-Li­ter-Coke-Fla­schen, aber ne­ben mei­nem Zelt wuch­sen 2 jun­ge Fich­ten 50 und 25 cm hoch und auch die Rohr­dom­mel trommel­te ganz laut.

Ich schau­te mir das Grün an, at­me­te tief ein, mach­te kei­ne schwe­re Ar­beit, da war noch Op­ti­mismus in mir. Aber auch noch vie­le Il­lu­sio­nen, Fan­ta­sien, durch die vie­len Bü­cher, die ich zu­vor ge­le­sen hat­te, über Por­ta­gen­be­schrei­bun­gen, die noch auf mich zu­kom­men wür­den. Das soll­te Kon­se­qu­en­zen ha­ben, bis ich end­lich wach und ge­gen­wär­tig sein wür­de.

Mein Bart wuchs präch­tig. Da ich mir in Win­ni­peg fast eine Glat­ze schnei­den ließ und der Bart nun viel län­ger war als mei­ne Haa­re auf dem Kopf, hat­te das auch Be­deu­tung, denn das Kopf­wa­schen war so viel ein­fa­cher, auch in Be­zug zum Trock­nen. Ich trug mein hellrotes Jeans­hemd, über­haupt trug ich hauptsäch­lich hel­le Klei­dung, leuchten­de Far­ben. Bloß kein Dun­kel­blau oder Braun hier, das ist die Seh­fre­qu­enz der Beißin­sek­ten hier und du wirst so leich­ter ein Op­fer ih­rer Beißa­ri­en.

Am Frei­tag, den 7. Ju­ni, war ich wie­der un­ter­wegs und zwar von 7 Uhr mor­gens bis 21 Uhr abends. Ich hat­te ei­ni­ge Zeit den Vö­geln zu­gehört, wie sie di­rekt über dem Zelt san­gen, den Hau­ben­tau­chern gelauscht mit ih­ren Ru­fen, in­mit­ten des leich­ten, war­men Morgen­win­des. Die Son­ne war noch nicht sicht­bar, aber es glüh­te im Osten hin­ter den grü­nen Blät­tern der Büsche und Bäu­me. Ein wei­ches Schim­mern leuch­te­te durch die weißen Baum­stäm­me der Espen, zar­tro­sa bis hin­über in das leich­te Hell­blau nach oben zu. Die Rohr­dom­mel trommel­te auch wie­der fe­ste mit, die trom­mel­ten schon, be­vor die Ur­ein­woh­ner hier trommel­ten und ih­re Tän­ze auf­führ­ten.

Auch die Loons-‑Eistau­cher rie­fen sich ih­re Lie­besru­fe, die vom Shag­wen­aw-See herüber­schall­ten, zu. Ge­gen das Mor­gen­licht glänz­ten die Li­bel­len die an den Ästen hin­gen in ei­nem goldro­sa Glanz.

Um 4 Uhr stand ich schon auf. Nach­dem ich gefrüh­stückt hat­te, dem Kni­stern des Feu­ers zu­gehört hat­te, ei­ni­ge gold­gel­be Pfan­ne­ku­chen so­zu­sa­gen reinge­scho­ben hat­te, pack­te ich al­les zu­sam­men. Dies­mal leg­te ich die Sa­chen ge­pflegt ins Ka­nu und war be­reit, die Fahrt durch den Ur­wald wei­ter zu ma­chen. Ich wusste nicht, dass heu­te ein in­ter­es­san­ter, aber auch zer­stö­re­ri­scher Tag sein wür­de.

Kein Wind, als ich Rich­tung Nor­den an der lin­ken Sei­te des Chur­chill-Ufers lospad­del­te. Überall war dich­tes Schilf von letz­ten Jahr, das noch aus­gelaug­tes hel­les Braun hat­te. Ei­ni­ge Red Wing Black Birds gurrten und schnarr­ten schon um ih­re Brut­plät­ze im Schilf.

Ich mag die­se Ver­ren­kungs­künst­ler in schwar­zem Ge­fie­der mit ih­ren roten Fe­dern da­zwi­schen. Ihr gurren­der, kräch­zen­der Ge­sang oder ih­re me­lo­diö­se Tuerei­en sa­hen auch sehr sym­pa­thisch aus. Auch das waren mei­ne Freun­de.

Zwi­schen dem al­ten Schilf ka­men die er­sten neu­en Hal­me hoch. Es war schön, nun links das Ufer und auch rechts das na­he Ufer zu ha­ben. Wie ein schützen­der Gür­tel um­gab er mich, als ich lang­sam auf dem Was­ser da­hinglei­te­te ... Es war in­ter­es­sant, die Um­gebung mit dem Kar­ten­ma­te­rial zu ver­glei­chen. Die Formen des Flus­ses im Ab­strak­ten zu se­hen und ihn aber tat­säch­lich zu er­pad­deln.

Nach 5 km wech­sel­te ich zur rech­ten Sei­te rüber. Ge­gen 11 Uhr kam ich zu den er­sten Strom­schnel­len. Flach­was­ser. Das war al­les kein Pro­blem. Ich durchfuhr sie zü­gig und freu­te mich wäh­rend­des­sen. Ich hat­te ei­ni­ge Fo­to­ko­pi­en von Strom­schnel­len­be­schreibun­gen mit­ge­nom­men, von Diek­mann und Thie­me aus de­ren Buch »Kanurat­ge­ber Ka­na­da« und von Fer­di Wen­gers »Ka­nu­at­las Ka­na­da«. Für mich soll­te sich das als ei­ne Fal­le dar­stel­len. Die­se Bü­cher beschäf­ti­gen sich hauptsäch­lich mit den Strom­schnel­len und Por­ta­gen. Al­so dem Schwie­ri­gen. Da sind vie­le Feh­ler in sol­chen Rat­ge­bern, weil sie ein­fach ver­gessen, dass sich die Na­tur un­un­ter­bro­chen verän­dert und das ge­schrie­be­ne Wort dei­nen Geist be­ne­belt und dich nicht in der Ge­gen­wart der Si­tua­ti­on blei­ben lässt.

Da­mit du, lie­be/r Le­ser/in, nicht den glei­chen Fehler machst wie ich, ra­te ich dir, kei­ne In­for­ma­tio­nen mit­zu­neh­men außer to­po­gra­phi­schen Map­pen. Nimm kei­ne Flussbe­schrei­bung mit, die dir er­klärt, wo und wann du wie lan­ge wes­we­gen dort ei­ne Por­ta­ge, al­so ei­ne Um­tra­gung, zu ma­chen hast, weil Was­ser­fall oder Strom­schnel­len das er­for­dern ...

Es ist ab­so­lut wich­tig, in sol­chen Ge­gen­den im­mer ge­gen­wär­tig zu sein und nicht im dem Ge­schrie­be­nen ei­nes Bu­ches von je­man­dem, der zuhau­se sei­ne Er­inne­run­gen schreibt. Und oft so­gar bloß an­de­re vor­geschrie­ben Be­schrei­bun­gen ab­schreibt. Wie ich er­kennen konn­te aus Un­ter­la­gen, die ich sel­ber in Ka­na­da be­kom­men hat­te, und zwar Wort für Wort.

Der Chur­chill ist hier ein ru­hi­ges Ge­wäs­ser, sehr still. Ich bin in­zwi­schen Rich­tung Nord-‑Ost ge­bo­gen, der Fluss macht vie­le schö­ne Win­dun­gen. Ich las in einer Flussbe­schrei­bung von Diek­mann und Thie­me, dass das näch­ste Ge­fäl­le, die Drum Ra­pids, um­tra­gen wer­den müs­se. Das hat­te ich in mei­ner Er­in­ne­rung gespei­chert.

Be­vor ich zu der Stel­le kam, warf ich in et­wa 40. Län­gen­grad 34 die An­gel­ru­te aus, nicht die gesamte, aber den Blin­ker, und ließ den großen sil­bernen Löf­fel ru­hig hin­ter­her ­zie­hen, ich schlepp­te ihn sozu­sa­gen, wäh­rend ich die Fahrt ge­noss. Der Fluss war an der Stel­le be­son­ders breit und schi­en sehr tief zu sein. Nach kur­zer Zeit hat­te ich ei­nen Fisch an der Leine. Er kämpf­te ei­ni­ge ruck­ar­ti­ge Zuc­kun­gen da un­ten in der Tie­fe, dann ließ er sich hoch­zie­hen, ein schö­ner Zan­der, et­wa 4 Pfund. Ich mach­te ihn an der Fischket­te fest und ließ ihn im Was­ser hin­ter­her­ schwimmen.

Ich mach­te die­se Rei­se zwar zum er­sten Mal, war mir aber nicht be­wusst, dass ich sie nicht rich­tig frisch mach­te. Ich ver­spiel­te da­mit das An­fän­ger­glück. Das wusste ich zu dem Zeit­punkt noch nicht. In der Flussbe­schrei­bung hieß es dann, das man die Ge­fäl­le um­tra­gen muss mit ei­nem 250-Me­ter-Gang durch den Busch (nicht der po­li­ti­sche). Als ich in der Nähe der Ge­fäl­le war, hör­te ich schon das Rau­schen. Auf der rech­ten Sei­te des Ufers war dann auch gut sicht­bar, dass hier die Stel­le für die Por­ta­ge sein muss, wo ich an Land zu ge­hen hat­te, um al­les aus­zu­pac­ken und den Ur­wald zu durch­wan­dern.

Ich ließ zu­erst den Zan­der wie­der schwim­men. Ich woll­te ihn nicht töten und lan­ge mit mir tra­gen. Es gab ge­nug Fisch hier. Dann stieg ich aus dem roten Ka­nu und zog es an Land, scha­bend, natür­lich. Schau­te mich ein we­nig um. Ei­ne klei­ne Gras­fläche, da­hin­ter nied­ri­ges Ge­büsch, da­hin­ter die Bäu­me. Auf der Grasfläche war ei­ne Feu­er­stel­le mit Stei­nen zum Kreis geformt. In dem Kreis lag weiß­graue Asche. Ein Bir­kenstock war schräg in den Erd­bo­den ge­steckt und hing mit sei­ner Spit­ze über der Mit­te der Feu­er­stel­le, um einen Topf dort fest­zu­ma­chen und zu ko­chen. Das wür­de al­so mei­ne er­ste Por­ta­ge wer­den. Ar­bei­ten, schlep­pen.

Ich lud erst ­mal al­le Sa­chen aus. Dann zog ich das Ka­nu an Land. Als näch­stes wur­de der Back­pack oder Tra­ge­ge­stell auf mei­nem Rüc­ken fest­ge­macht, doch ich merk­te, dass er zu kur­ze Schul­ter­strap­sen hat­te. Oh­ne La­dung war er rich­tig, aber nun, mit Ge­wicht, war es ein­fach zu eng. Ich konn­te das Ge­wicht da­mit nicht rich­tig fest­zie­hen. Dann schnapp­te ich mir noch die 50-Pfund-Bat­te­rie und ging los.

Die Bäu­me im Wald ste­hen in schö­nem Ab­stand, sehr licht­voll. Da­zwi­schen blüh­ten auf grü­nem Bo­den Mil­lio­nen Erd­bee­ren, ei­ne schö­ne Sicht. Ich be­kam 30 Me­ter lan­ge Oh­ren we­gen der mög­li­chen Bä­ren. Schon nach ei­ni­gen Me­tern merk­te ich die phy­si­sche Be­la­stung. Die Bat­te­rie war ka­ta­stro­phal mit ih­rem Gewicht am zie­hen. 50 Pfund Ge­wicht als Fe­dern zu tragen ist was völ­lig an­deres als 50 Pfund Ge­wicht von der Größe ei­ner Faust. Ich stell­te die Bat­te­rie mehrmals ab und ver­schn­auf­te. Auch der La­sten­trä­ger auf mei­nem Rüc­ken war sehr un­be­quem.

Der Wald war leuchtend und duf­te­te. Die na­hen Drum-Ge­fäl­le rausch­ten und so konn­te ich den mög­lichen Bä­ren ja nicht hö­ren, das war ex­tra dum­me psycho­lo­gi­sche Be­la­stung.

Auf der Strec­ke durch den Wald lag viel Ab­fall. Ich war er­staunt. Zwi­schen den blühen­den Erd­bee­ren und gif­ti­gem Poi­son Ivy, ei­ner Pflan­ze, die auf der Haut star­ke Ät­zun­gen hin­ter­las­sen kann, lag viel Papier von Süßig­kei­ten, Snacks, Mars und an­de­re Sachen. Der klei­ne viel­ge­lob­te Snack zwi­schen­durch, an den ge­glaubt wird. Saft­behäl­ter la­gen da im Wald. Alu­mi­ni­um-Co­ke-Do­sen, Pep­si ... Als ich die er­ste Ladung zum Fluß ge­bracht hat­te un­ter­halb der Drum-Ge­fäl­le, war mir ganz klar, die So­lar­an­la­ge wür­de ich in St­an­ly Mis­si­on, mei­ner er­sten Etap­pe, um Pro­vi­ant auf­zu­fri­schen, wie­der zurück nach Win­ni­peg sen­den, so un­an­ge­nehm war mir die­se phy­si­sche Schlep­pe­rei. Mei­ne Ar­me ta­ten weh, mein Rüc­ken schmerz­te, die Hän­de wa­ren steif, und das war erst der An­fang. Oder soll­te ich mich erst weich und kräf­tig schuf­ten.

Lang­sam wich die Rei­se­vor­be­rei­tung aus mei­nem Sy­stem, viel zu Lang­sam. Ich war im­mer noch in den Bü­chern, den Vor­be­rei­tun­gen zu­hau­se, ob­wohl ich hier war. Die Re­ali­tät fing stark an, an­zu­klop­fen, und das be­deu­te­te Ar­beit, Ar­bei­ten, Ar­bei­ten. Ich wusste da­mals noch nicht, dass die er­ste Etap­pe das Schwerste, was ich in mei­nem Le­ben an Ar­beit ge­macht hatte, wer­den wür­de. Ei­ne Ar­beit, die bis zur Ago­nie, zur Apa­thie und Zu­sam­men­bre­chen füh­ren soll­te ... doch jetzt däm­mer­te das Licht erst.

Un­ter dem Drum-Ge­fäl­le wimmel­te es von Abfäl­len. Ein­fach übel. Ich mach­te ei­ni­ge Fo­tos. Dann ging ich zurück, im­mer noch auf Bä­ren lau­schend, doch der schö­ne Frühlings­wald fas­zi­nier­te mich mit sei­nem zar­ten Grün und den Mil­lio­nen weißen Blüten der Erd­bee­ren. Der Weg durch den Wald war schon gut ein­ge­wach­sen. Im­mer wie­der streif­te ich Zwei­ge oder sie lan­de­ten auf mei­nem Ge­sicht. Ich weiß nicht mehr, wie­ viel Gän­ge ich mach­te, es wa­ren meh­re­re Ki­lo­me­ter bis ich zum letz­ten, dem Ka­nu, kam.

Als ich das 42-Pfund-Ka­nu hoch­hob, hat­te ich fast kei­ne Kraft mehr. Schwan­kend hat­te ich das Ka­nu auf die Schul­tern ge­bracht und tor­kel­te in leich­tem See­gang vor­wärts, di­rekt hin­ein in das Geäst. Flu­chend schrie ich mei­ne Un­ge­duld und phy­si­sche Schwä­che raus. Das be­frei­te. Half aber phy­sisch gar nicht. Ich musste das Ka­nu noch­mals schul­tern, dafür war ex­tra ein Schul­ter­ge­stän­ge im Ka­nu ein­ge­baut. Nun ging ich ganz lang­sam vorwärts und sehr vor­sich­tig, um nicht wie­der in den Bäu­men hän­gen zu blei­ben. Mir war ganz klar, Porta­gen, zur Höl­le mit ih­nen, ich kann sie nicht aus­stehen, da­von will ich so schnell wie nur mög­lich wegkom­men.

Schwit­zend und er­schlafft war ich mit viel Ge­tor­kel und Flu­chen und schrei­end durch den Wald ge­kommen. Am En­de geht es et­was steil nach un­ten, ich dach­te, da fliegst du gleich noch run­ter, was aber nicht der Fall war. Dann leg­te ich das Ka­nu unsanft auf den Bo­den, auf den Ab­fall ... und ging noch­mal zurück, um zu über­prü­fen, ob auch al­les mit­ge­nom­men war. Mit­ten im Wald kam plötz­lich mei­ne In­tui­ti­on durch, blitz­schnell und klar, von oben, un­phy­sisch, un­men­tal und un­geistig, die Stim­me sag­te mir:

»Du wirst heu­te Unglück ha­ben.«

Ich, das Ego, war so er­staunt, als ich das hör­te, dass ich so­fort ver­such­te, das Gehör­te zu ver­drän­gen. Ich woll­te es ein­fach ver­drän­gen, doch das ging nicht. Das hat­te Be­deu­tung, die­se In­fo. Die In­tui­ti­on ist im­mer Wahr­heit, tran­szen­den­ta­le Wahr­heit, das Gött­li­che. Durch den Wald ge­hend dach­te ich dann, was soll ich tun, wo wird mich das Unglück tref­fen, soll ich hier blei­ben, den Tag aus­sit­zen, mich nicht wei­ter­be­wegen. Mir fie­len die chi­ne­si­schen Wei­sen ein, Lao­tse, Chuang Tsu. Wenn Chuang Tsu ei­nen Feh­ler ge­macht hat­te, ging er in den Wald und leb­te zwei Wo­chen lang nur von Was­ser und Ka­sta­ni­en, um sich zu rei­nigen. Was hat­te ich ge­tan? Was wür­de ich tun? Ich wusste da­mals noch nicht, dass es auch die Flussbeschreibung­en waren, die sich nur mit der Schwie­rigkeit statt mit der Lie­be und Schön­heit der Na­tur beschäf­tig­ten, sein würden, typisches Män­ne­ri­dio­ten­ Ge­tue, dieses schweeeeee­re Ge­fäl­le zu be­schrei­ben, sich nur mit den Pro­ble­men zu be­schäf­ti­gen. Egoi­stische Igno­ranz ist das. Aber es wür­den nicht nur die­se Flussbe­schrei­bun­gen sein, es wür­de auch von woanders Unglück kom­men.

Als ich den Wald wie­der zurück­ge­gan­gen war, hat­te sich der er­ste Schock ge­legt. Ich war dank­bar für die In­tui­ti­on. Ich setz­te mich auf die grau­en Stei­ne und aß ein Stück Pfan­ne­ku­chen, ein su­per Ban­nock war das, und trank ei­ni­ge Schluck Saft. Dann ging ich am Ufer ent­lang Rich­tung Ge­fäl­le, denn ich konn­te die Drum-Ge­fäl­le gar nicht se­hen, son­dern nur das Rauschen hö­ren. Sie fie­len sehr stark am En­de nach un­ten ab, das sah ich al­lei­ne durch den Weg der Por­ta­ge. Nun woll­te ich sie al­so se­hen. Wie sa­hen sie aus, und siehe da ... ich hät­te sie be­fah­ren kön­nen. Der Wasser­stand war so nied­rig, die Wel­len so flach, es war alles nur Rau­schen, sonst nix. Al­so die gan­ze Schlep­perei war um­sonst. Ich hät­te das Ka­nu auch trei­deln kön­nen, an lan­gen gel­ben Lei­nen, oder aber am Ufer ent­lang schie­ben kön­nen, al­les das war mög­lich. Lang­sam däm­mer­te mir, dass die Be­schrei­bun­gen nur was fürs Wohn­zim­mer sind und zum Arschab­wischen, sonst nichts. Trotz­dem blieb ich noch ru­hig.

Mir war auf­ge­fal­len, dass der Was­ser­stand um gute 15 cm ge­fal­len war, das war enorm viel we­ni­ger Wasser, denn ich konn­te an den Fel­sen se­hen, dass sie weiße Li­ni­en hat­ten, an denen der Ver­gleich ab­les­bar war. Ich wusste auch, dass in den letz­ten 5 Jah­ren hier oben sehr we­nig Re­gen ge­fal­len war und rie­si­ge Waldbrän­de hier oben ih­ren Feu­er­tanz tob­ten und brausend die Wäl­der in Glut und Asche ver­wan­del­ten. Blit­ze und Ge­wit­ter hat­ten das Land so­zu­sa­gen für eini­ge Zeit er­leuch­tet.

Mir wur­de ganz be­wusst, dass ich hier fri­scher als frisch sein muss und viel zu ler­nen hat­te. Wa­cher werden. Al­les selbst über­prü­fen. Es wa­ren al­les neue Situa­tio­nen. Bü­cher sind die Ver­gan­gen­heit, gut fürs Wohn­zim­mer.

Ich hat­te mei­nen Stroh­hut aus Win­ni­peg auf dem Kopf, trug Sport­schu­he, in Grau ... Ei­ne weiße Fjäll­räven-‑Jac­ke. Ho­se aus dün­nem Ma­te­rial. Mein rotes Jeans­hemd. Als ich dann al­les ins Ka­nu ge­packt hat­te, zog ich auch wie­der die gel­be Schwimm­we­ste an. Die Ho­sen­bei­ne hat­te ich mit mei­nen lan­gen Woll­strümpfen über­zo­gen, we­gen Festhän­gen, aber auch we­gen mög­li­cher In­sek­ten. Ich möch­te nicht in ein Wespennest tre­ten und dann 20 Wespen in mir sau­sen ha­ben. Aber mit In­sek­ten gab es bis­her noch kei­ne großen Schwie­rig­kei­ten. Als wenn sie nicht da wä­ren. Nun gut, ich hat­te mei­ne Klei­dung auch dick mit OFF oder mit ei­nem an­de­ren In­sek­ten­spray ein­ge­sprüht. Dann ging es wei­ter.

Es wur­de be­wölk­ter, ei­ne Schicht Grau be­deck­te den Him­mel nun. Aber Wind­los. Ich fuhr durch die schö­ne Bucht und dann auf die Leaf Ra­pids zu - al­so die Blätter-‑Fäl­le. Kein Pro­blem, es mach­te Spaß, da durch­zu­sau­sen. Doch das zwei­te Ge­fäl­le, ... oh­h­hh, oh­hh, oh­hh, das wur­de im­mer schnel­ler und ra­sen­der, zu schnell ... ich fing an, men­ta­le, op­ti­sche Täu­schungen zu be­kom­men, der Fel­sen da vor­ne, wie kann der sich so schnell be­we­gen, dann war mir klar, er be­wegt sich nicht, ich ra­se, und zwar auf ihn zu, ohh, no, was tun, ich war nicht so si­cher, wo`s lang­ge­hen wür­de, da war ei­ne En­ge, das Was­ser wur­de durch große Felsbroc­ken ge­zwängt, wür­de ich da durch­glei­ten, ge­gleitet wer­den, der Weg des ge­ring­sten Wider­stands, mir blieb gar nichts an­deres übrig, das Was­ser war klar, leuch­te­te, Schaum­kro­nen plät­scher­ten, nein, ich schaf­fe es nicht, in der Mit­te zu blei­ben - und wur­de mit ei­ner Wucht auf den Fel­sen ge­trie­ben ... Rutsch­te auf ihn rauf, war mit mei­nem Ka­nu auf dem Fel­sen, hing da in Schrä­gla­ge - Kip­pe ich gleich um? Gleich kip­pe ich um! Das war`s dann - dann rutsch­te das Ka­nu wie­der run­ter in die Strö­mung rein und wur­de mit­ge­ris­sen, oh­hh-la­la, das war in­ter­es­sant ... Glück, Er­leich­te­rung, das lie­be ich ... tol­le Er­fah­rung, doch wei­ter ging`s, ich war wie­der in der Strom­schnel­le, die noch schnel­ler wur­de, überall dic­ke Fel­sen, Fels­brocken, wo führt das bloß hin, bleib` wach, wer­de wacher, sag­te ich mir, dann, im­mer mit der Ru­he, Wolfgang, im­mer mit der Ru­he, murmel­te ich mehr­mals zu mir, wie­der wur­de das Was­ser durch Fel­sen gezwängt, zweig­te links und überall aber auch ab, zerteil­te sich, wur­de da ru­hi­ger, Fel­sen jag­ten auf mich zu ... huii, hu­u­ui­ii, Glück ge­habt, nur ge­schabt dies­mal. Ich ver­such­te wie­der ein­zu­schät­zen, wo mich die Strö­mung hin­trei­ben wür­de, soll­te ich links oder rechts pad­deln, um aus­zu­wei­chen? Dann merk­te ich, daß der Sog mich nach rechts vor­bei­zie­hen wür­de, das Ge­to­be der Wel­len über­tön­te die Um­ge­bung, ah­hh, To­ben, An­span­nung, Wild­heit, hier kom­me ich, Let`s go, let`s go, und dann sah ich die Lüc­ke, die we­gen des Flach­was­sers die Kur­ve in Flach­was­ser­for­mat durch­zog, natür­lich un­be­fahr­bar, aber dafür geh­bar.

Das Ka­nu wur­de dort auf das Fla­che ge­trie­ben und ich stieg mit mei­nen Turn­schu­hen in den Fluss, um es zu schie­ben und kam so an der Ost­sei­te der Flussbiegung aus. Nun hat­te ich die große Bucht un­ter­halb der Leaf Ra­pids vor mir und ein sehr star­ker Ost­wind blies mir ent­ge­gen. Ich ha­be ja nichts ge­gen Bla­sen, bloß es kommt auf die Un­ter­schie­de der In­ten­si­tät und Ar­ten an. In die­sem Fal­le hieß das wie­der Schuf­ten.

Noch eini­ge Mo­men­te trug ich die Bil­der mei­ner er­sten Wild­was­ser­fahrt in mir mit, mei­ne ech­te Wasser­fall­ge­schich­te, das war Freu­de, auch wenn ich gut durch­ein­an­der­ge­schleu­dert wur­de und das Ka­nu beina­he auf dem Fel­sen um­kipp­te. Was soll`s - gehört ein­fach da­zu.

Der Wind war so stark, dass ich mit Hand­pad­deln nicht vor­wärts kam. Ich wur­de tat­säch­lich zurück­getrie­ben. Ich kam nicht vor­wärts. Das Land ist hier ganz flach, mit Grasin­seln im Fluss und klei­nen Birk­chen, al­so schnapp­te ich mir den 8-Pfund-Mo­tor, be­fe­stig­te ihn und ließ ihn lau­fen, wäh­rend ich auch pad­del­te. Doch der Mo­tor woll­te nicht so­fort auf höch­ster Kraft blei­ben ... Nach­dem ich den Griff auf höch­ste Kraft ge­stellt hat­te und ihn 1 Mi­nu­te so in der Po­si­ti­on hielt, blieb er dann von selbst in der Po­si­ti­on. Die Bat­te­rie war rand­voll, und wie das Ka­nu nun auf ein­mal vorwärts kam, ei­ne Freu­de, ich hör­te ein ganz leichtes Sur­ren, sonst nichts von ihm, so schob der Mo­tor das schwe­re Ka­nu ru­hig vor­wärts, was für ei­ne Er­leich­terung, höchst lo­bens­wert.

Da wür­den auch der gan­ze Öl­ka­ni­ster-‑Do­sen­ab­fall der In­dia­ner weg­fal­len, mit ih­ren großen Ver­brennungs­mo­to­ren, wur­de mir in dem Mo­ment klar. Und den Ab­fall hat­te ich ja schon an ei­ni­gen Stel­len ge­funden. So­la­r­ener­gie ist die Zu­kunft. Al­le, die da nicht inve­stie­ren, schla­fen ei­nen sehr sehr tie­fen Schlaf. Ja, so tie­fen, dum­men Schlaf, da ist es bes­ser, an der Oberfläche zu blei­ben, da kann man nicht er­trin­ken in seiner Ver­gan­gen­heit und sei­ner Ge­wohn­heit der groben, schwe­ren In­du­strie und de­ren Schlac­ken. Die Son­ne ist da und sie lie­fert En­er­gie für je­den und das Wich­tig­ste - ‑ko­sten­los - nicht in En­er­gie-‑Gier und hohen Steu­ern, die dafür be­zahlt wer­den müs­sen - kosten­los - frei. Das ist ja auch die Wahr­heit.

Ich führ­te nun Schlag für Schlag aus, stach das Paddel, ich hat­te nun das Alu­mi­ni­um-Pad­del mit ei­nem star­ken Pla­stik als Pad­del­fläche in der Hand, nur auf dem See nahm ich das Holz­pad­del, denn das Alu­mi­nium­pad­del ist ein­fach stär­ker und er­wies sich als das Brauch­bar­ste, weil ich oft rein­hau­en musste, stoßen, drüc­ken, schie­ben, bie­gen, mit dem Pad­del, aber nun pad­del­te ich ja mit lau­fen­dem Mo­tor auf der rech­ten Sei­te des Ka­nus, im­mer rechts, mein Pad­del­stil war nicht ele­gant, nein, doch ich ver­such­te Har­mo­nie da rein­zu­brin­gen, in mei­ne Pad­de­lei­en ...

Ich woll­te auch vor­wärts kom­men und kei­nen Kunst­pad­del­tanz hier ma­chen. Ich war noch kein Kanu-‑Gu­ru, wür­de es aber wer­den. Ich kam un­wahrschein­lich gut vor­wärts un­ter dem gleich­mäßi­gen grau­en Him­mel über mir, vor­bei am rech­ten Ufer, vorbei an dem Mud­ja­tik-‑Fluss, der da in den Chur­chill mün­det. Ei­ne schö­ne Ge­gend hier ... vie­le Vö­gel zwit­scher­ten, ins­be­son­de­re die Red-‑Wing-‑Black­birds zwit­scher­ten ihr fro­hes Lied: Dann fing mein Hin­tern wie­der an, weh zu tun, ob­wohl ich schon ei­ne Dec­ke auf den Sitz ge­legt hat­te.

Der Wind mach­te ge­gen den Mo­tor gar nichts. Ki­lo­me­ter um Ki­lo­me­ter glitt ich auf dem dun­klen Was­ser des Flus­ses vor­wärts: rechts von mir das vergilb­te Schilf vom Vor­jahr mit neu­en hell­grü­nen Sprossen.

Ich fuhr ganz na­he am Ufer ent­lang, rechts an den zwei läng­li­chen In­seln vor­bei, dann sah ich auf der linken Sei­te der sich aus­wei­ten­den Bucht ein Boot, in ihm stand ein Ang­ler­tou­rist, in weißen Shorts, und er hat­te ei­nen großen Fisch an der An­gel. Ein In­dia­ner war sein Guide. Der Fisch schwamm meh­re­re Ma­le um das Boot herum. Bei­de wa­ren sehr be­an­sprucht, so dass sie mich gar nicht be­merk­ten, als ich an ih­nen vor­bei­fuhr, auf die näch­sten Ge­fäl­le zu - den Deer Ra­pids, al­so den Rot­wild-‑Fäl­len. Der Fluss biegt hier wie­der nach Nor­den für ei­ni­ge Ki­lo­me­ter ... Der Wind war nun nicht mehr so stark. Ich hör­te das Brausen und Rau­schen des er­sten Ge­fäl­les, es war durchfahr­bar, ob­wohl die Be­schrei­bun­gen sag­ten, dort ei­ne 200-Me­ter-Por­ta­ge zu ma­chen. Ich war vor­sich­tig, hat­te den Mo­tor ein­ge­packt und al­les an­de­re so­weit fest­ge­schnürt mit dem gel­ben Pla­stik­seil. Das sah al­les rich­tig schön aus, dar­über hat­te ich den Pla­stik­schutz be­fe­stigt. Dann ging es in die rau­schen­den Wel­len.

An­ge­feu­ert von mei­nem letz­ten Er­folg wur­de ich wie­der in ei­ne Ra­se­rei ge­bracht. Wie­der tauch­ten große Fel­sen auf, wie­der ging al­les sehr schnell, die Fel­sen jag­ten auf mich zu, doch die Strö­mung führ­te mich dies­mal sehr gut durch das fla­che Ge­fäl­le ... An der Spit­ze des zwei­ten Ge­fäl­les, die ich durchsau­ste und beina­he aus dem Ka­nu ge­ris­sen wur­de, weil ich wie­der ge­gen ei­nen Fel­sen ge­stoßen wur­de, schri­i­iekten drei Weiß­kopf-‑See­ad­ler von ih­ren Baum­ne­stern. Es wa­ren mäch­ti­ge Ne­ster. Sie rie­fen wohl »Schaut euch den Ver­rück­ten da an, wie er durch das Ge­fäl­le ge­jagt wird; bald wird sein Ka­nu zer­bre­chen, wenn er wei­ter­hin so un­kon­trol­liert fährt.«

Dann mach­te die Na­tur wie­der ei­ne große Bucht nach dem zwei­ten Ge­fäl­le und ich bie­ge wie­der Richtung Sü­den, und wie­der sind star­ke Win­de ge­gen mich ... und mei­ne Strec­ke ist fast im­mer Rich­tung Osten. Die Land­schaft ist hier flach und ein­fach schön. Der Mo­tor wur­de wie­der be­fe­stigt und jupphei geht`s los.

Wäh­rend der Fahrt aß ich wie­der Pfan­ne­ku­chen à la su­per Ban­nocks, trank Tee, und lang­sam wur­de es hier oben grü­ner. Ich ließ ru­hi­ge Tei­le mit klei­nen In­seln im Fluss hin­ter mir. Es war schön, end­lich mal ei­ni­ge Ki­lo­me­ter zu schaf­fen. Ich woll­te auch ei­nen Ein­druck be­kom­men, was mein Schnitt am Tag sein könn­te, wie lan­ge ich wirk­lich bis zur Hud­son Bay brau­chen wür­de, denn das lag noch als Klotz in mir, die­se Un­ge­wissheit, ob ich da über­haupt an­kom­men wür­de. Ir­gend­wo da­hin­ten, ein paar tau­send Ki­lome­ter ent­fernt. Auf der Kar­te hat­te ich nun den Dipper-‑See bis zum Knee-‑See vor mir, das sah sehr ein­ladend aus. Da gab es ein Fluss­del­ta, das in den Dip­per-‑See hin­ein­führ­te, mit vie­len Zer­tei­lun­gen des Churchill-‑Ri­vers. Da wa­ren In­seln in dem See, ich war guter Din­ge. Doch mein Bo­dy, der wur­de be­an­sprucht. Allei­ne das Sit­zen auf die­ser en­gen Flä­che, das war manchmal schon wie ein Ge­fäng­nis, merk­te ich, und das war erst der An­fang.

Ich sah schon von weitem die Por­ta­ge für die Dipper-‑Ra­pids, und ein sehr star­kes Getö­se war zu hö­ren, es kam mir ein­fach ent­ge­gen als Vi­si­ten­kar­te ... Aber wo war die Lo­re, die hier sein soll­te?

Ich war schon et­was mü­de. Et­wa 200 Me­ter, be­vor ich zur lin­ken Sei­te der Por­ta­ge kam, ka­men mir 3 India­ner ent­ge­gen, sie hat­ten ihr großes Mo­tor­boot auf der Lo­re. Als sie mich sa­hen, hat­ten sie es plötz­lich sehr ei­lig, ihr Boot ins Was­ser zu las­sen und dort zu ver­schwin­den. Selt­sam, wie­so, dach­te ich. Als ich die 3 sah, dach­te ich, schön, pri­ma, frag` sie, ob sie dir hel­fen kön­nen, das Ka­nu auf die Lo­re zu tra­gen, zu zie­hen. In mei­nem Ta­ge­buch steht: »Gut, dass ich das nicht schaff­te, sie das zu fra­gen - ‑selt­sam.»

Die In­dia­ner durch­fah­ren an­son­sten die Stromschnel­len mit ih­ren großen Mo­tor­boo­ten, egal in welcher Rich­tung. Als ich vor ei­ni­gen Jah­ren am Ba­bi­ne-‑Ri­ver in Bri­tish Co­lum­bia ein An­gel­füh­rer war, um den ame­ri­ka­ni­schen Mil­li­onä­ren zu zei­gen, wo sie ih­re Steal­head-‑Fo­rel­len und Lach­se fan­gen kön­nen, da hat­te ich auch ei­nen 70-PS-Mo­tor an dem Holz­boot und jag­te mit Po­wer durch die wil­de­sten Stromschnel­len ... aber nun, mit dem Ka­nu, das war al­les to­tal an­ders.

Ich hat­te mittler­wei­le mei­ne In­tui­ti­on mit ih­rer Wahr­heit ver­ges­sen, so­zu­sa­gen mei­ne höhe­re Wahrheit, und Weis­heit mei­nes un­sterb­li­chen We­sens, das, was ich ja in Wirk­lich­keit bin, nicht die­ser Kör­per, der später wie­der Nah­rung für die Bäu­me wird.

Das Was­ser vor den Fäl­len war hier schnell, als ich auf die lin­ke Sei­te zur Por­ta­ge pad­del­te, sehr schnell so­gar, plötz­lich dreh­te sich das Ka­nu und ich trieb rück­wärts auf die Por­ta­ge zu, hal­te bloß an, sonst wirst du noch in das mäch­ti­ge Ge­fäl­le ge­saugt, schoss es mir durch den Kopf. Angst war da plötz­lich im Ge­hirn, die ich aber se­hen konn­te, da ich der Se­her war und nicht die Angst des Egos.

Ich hat­te den Mo­tor schon wie­der von Ka­nu ab­gebaut und musste sehr viel Kraft an­wen­den, um nicht in die star­ke Strö­mung ge­ris­sen zu wer­den, um dann im Ge­to­be un­ter zu ge­hen. Lang­sam trieb ich auf die­se Stel­le aber zu, immer noch rück­wärts, und dann, schwupp, war ich aber am Ufer, egal eben mal rückwärts und außer Kon­trol­le ... ich schaf­fe es.

So­fort sprang ich an Land und zog das Ka­nu ans Ufer, dann ging ich auf die Lo­re zu. Sie war sehr groß und hoch. Das Ka­nu da al­lei­ne rauf­zie­hen, das war für mich nicht mög­lich mit mei­nen 120 Pfund Ge­wicht. Al­so pack­te ich al­les wie­der aus, leg­te die Tei­le ans Ufer und war sehr über­rascht, dass auch hier trotz 25 Grad kei­ne Müc­ke, kei­ne Black­flies wa­ren, schön. Dann zog ich das fast lee­re Ka­nu auf  die Lo­re zu. Da­nach schob ich das Ka­nu rauf auf die Lo­re. Dann schob ich die Lo­re erst­ mal wei­ter, um sie auf ei­ner ebe­nen Flä­che zu ha­ben. Da­nach ver­keil­te ich ein Rad mit ei­nem Stück Holz und brach­te den Rest der Uten­si­li­en wie­der ins Ka­nu. Das war der Feh­ler! Ich wusste es da bloß noch nicht.

Die Lo­re ließ sich leicht durch den Bir­ken­wald schie­ben. Die Bir­ken stan­den lo­se um­her und wa­ren sehr dünn. Ei­ni­ge bo­gen sich nach un­ten durch die Feuch­tig­keit. Aus Holz hat­ten die Ur­ein­woh­ner sich ei­ne Un­ter­la­ge für die Stahl­schie­ne ge­baut. Auf dem Holz wa­ren Stahl­bän­der, schon sehr ab­ge­nutz­te, manchmal dic­ke, manchmal schma­le, dün­ne, schräge, manchmal so­gar in Drei­ecks­form be­fe­stigt - und darauf roll­ten dann die Rä­der der Lo­re. Rau, aber hilfreich.

In der Kur­ve hielt ich kurz an und mach­te zwei Fotos. Als ich die Lo­re wie­der an­schob, spran­gen die hin­te­r­en Rä­der aus den Schie­nen. Es wa­ren nun Dreieck­schie­nen. Ich sta­un­te, wie ist das pas­siert. India­ner­ar­beit, dach­te ich. Kein Vo­gel war zu hö­ren. Stil­le.

Ich such­te auf dem mit Erd­beer­blüten über­säten Bo­den nach ei­ner kräf­ti­gen Stan­ge, mit ihr woll­te ich die Lo­re wie­der an­he­ben und in die Schie­ne brin­gen. Nach­dem ich ei­nen kräf­ti­gen Ast ge­fun­den hat­te, mach­te ich mich an die Ar­beit und schaff­te es, die Lo­re an­zu­he­ben und auch in die Spur zu brin­gen. Die gel­ben Cow­boy-‑Hand­schu­he wa­ren da­bei sehr hilfreich.

Vor­sich­tig schob ich die Lo­re bis zum En­de ih­rer Schie­ne. Es ging ei­ne Wei­le steil hin­un­ter und ich musste stark brem­sen, um nicht in Schwung zu kommen. Mei­ne Schrit­te wa­ren kurz und ich stemm­te mich ge­gen den Bo­den, sonst wä­re die Lo­re wer weiß wo ge­lan­det, mit Ra­se­rei, und das Ka­nu wä­re mit Kara­cho in den Fluss ge­schos­sen, futsch.

Der Was­ser­fall war mit sehr großen Fels­broc­ken be­stückt und hat­te enorm Po­wer. Viel zu steil auch für ein star­kes Mo­tor­boot. Am En­de der Lo­re wa­ren Holzplan­ken mit Ei­sen­stan­gen ho­ri­zon­tal ver­bun­den. Darauf soll­te das Ka­nu nun ge­scho­ben wer­den, um es ins Was­ser glei­ten zu las­sen. Von der Lo­re schob ich das Ka­nu auf die­se Ei­sen­stan­gen run­ter zum Was­ser. Plötz­lich mach­te es ein scharfes KNACK - sehr scharf so­gar - ein Bruch im Ka­nu, die Ei­sen­stan­gen hat­ten einen zu großen Ab­stand für das Ge­wicht des Ka­nus. Ein Riss vor­ne am Bo­den.

Am Was­ser be­weg­te ich das Ka­nu hin und her, um fest­zu­stel­len, ob große Was­ser­mas­sen ins Ka­nu kommen wür­den, konn­te das aber nicht fest­stel­len. Dann setz­te ich mich ins Ka­nu, oh­ne die wei­te­re Um­ge­bung an­ge­schaut zu ha­ben. Noch et­was be­nom­men von dem Schock ... der Ar­beit ... dem Ka­nu-‑Knack.

Ich sah, wie am ge­genüber­lie­gen­den Ufer zwei India­ner fisch­ten. Ei­ner hol­te das Netz ein. Selt­sa­me Erfah­rung bis jetzt mit In­dia­nern. Die schau­en ein nie an. Ra­sen weg. Selt­sam. Der In­dia­ner warf ei­nen klei­nen Zan­der wie­der in den Fluss zurück. Dann mach­te ich wie­der den Elek­tro­mo­tor am Ka­nu hin­ten links fest. Ich woll­te auf der lin­ken Sei­te blei­ben, wo ich war, da rechts die Strö­mung war und Weiß­was­ser da mäch­tig rausch­te. Und dort fisch­ten die In­dia­ner. Es war in­zwischen ganz grau ge­wor­den. Ich war un­auf­merk­sam, als ich den Mo­tor be­fe­stig­te. Die Feh­ler hat­ten mich schon. Als der Mo­tor fest war, sah ich auf einmal, dass ja noch klei­ne Fäl­le vor mir wa­ren. Schnel­les Was­ser lag vor mir und es war gar nicht so tief. Das Ka­nu und ich trie­ben aber schon auf dem Fluss. Ich musste so­fort wie­der den Mo­tor ab­neh­men. Da sind große Fels­broc­ken im Was­ser, die ich nicht ge­se­hen hat­te. Das Was­ser er­schi­en hier ganz ru­hig. Zeig­te nicht an der Ober­fläche - dass da große Broc­ken in ihm la­gen ... und Bäng ... schon war`s pas­siert ... der Mo­tor traf ei­nen Stein. Wäh­rend­des­sen hat­te ich das Ka­nu nicht manö­vriert, das Was­ser sah so glatt aus, dass ich wohl mein­te, das kannst du leicht überglei­ten. Ja, aber nur oh­ne Mo­tor. Das Ka­nu hat­te sich näm­lich zum Ufer ge­dreht. Ei­ne ge­wis­se Hast hat­te sich in die Si­tua­ti­on ge­mischt.

Die zwei In­dia­ner von der an­de­ren Sei­te brausten mit vol­ler Kraft an mir vor­bei, oh­ne auch nur einen Blickkon­takt zu ma­chen.

Als der Mo­tor wie­der lo­se war, sah ich, dass ein Pro­pel­ler­teil ab­ge­bro­chen war. So­fort lö­ste ich den Mo­tor von der Alu­mi­ni­um­be­fe­sti­gung und er­griff ihn am Griff, da­bei sau­ste der Pro­pel­ler plötz­lich wild los, denn er war noch an der Bat­te­rie an­ge­schlos­sen. Das pas­sier­te noch ­mal: Als ich den Mo­tor schon auf dem Ka­nu hat­te und ihn um­le­gen woll­te, sau­ste er noch­ mal los ... weil ich den Mo­tor am Griff an­ge­ho­ben hat­te.

Nun war auch Was­ser in größe­ren Men­gen im Kanu. Der Riss vor­ne zeig­te sei­ne Wir­kung. Die Strö­mung hat­te mich an der lin­ken Sei­te des Ufers ent­lang­ge­trieben, nun wur­de der Fluss ru­hi­ger. Das Ge­to­be des Was­ser­falls hör­te auf. Ich ließ mich ei­ne Wei­le trei­ben, hol­te den Schwamm her­vor und fing an Was­ser auszu­schwam­men. Als die gröb­ste Ar­beit ge­tan war, paddel­te ich wei­ter.

Ei­ne große Bucht öff­ne­te sich vor mir: Der Fluss wur­de ganz flach, so­gar sehr flach, vie­le klei­ne Grasinseln wa­ren zu se­hen. Ganz fla­che In­seln, bloß mit Gras be­deckt. Dann wur­de es wie­der win­diger und der Fluss bog wie­der nach Nor­den. Die Land­schaft sah ein­fach wie­der schön aus. Kei­ne Rocky-Mountain-Sze­ne­ri­en, fla­ches Land. Marsch­land. Vie­le kleine, kla­re Bäche lie­fen in das Fluss­del­ta, das im­mer flacher wur­de. Ich konn­te schon den gold­gel­ben Sand un­ter mir se­hen. Auf den letz­ten 1,5 km Rich­tung Osten in den Dip­per-‑See war die Strö­mung so lahm, das Was­ser so flach, dass ich dach­te, gleich muss ich schie­ben. Plötz­lich ra­ste ei­ne Rat­te, nein, ein Wie­sel, nein, ein Bi­sam, ein Mar­der­typ durch das fla­che blon­de Was­ser, kei­ne 5 Me­ter vor mir. Hop­ste von Gras­stel­le zu Gras­stel­le oder ein­fach durchs fla­che Was­ser. Zo­bel, nein.

Es wur­de noch win­di­ger. Ob­wohl es schön aus­sah, wie der Chur­chill hier ganz flach und gol­den durch den Sand in den Dip­per-‑See glei­te­te, trieb mir nun plötz­lich auch Re­gen ins Ge­sicht. Ich wußte, kei­nen Ki­lo­me­ter vor mir an der Süd­sei­te des Sees war ei­ne klei­ne In­sel, viel­leicht war es kei­ne Flach­grasin­sel oh­ne Schutz und wäss­rig. Ich war schon mü­de. Es wur­de dunk­ler. Noch ­mal sag­te ich mir, komm, Wolfgang, du schaffst es, lass es gießen, du schaffst es, die Freu­de trieb mich vor­wärts, die Freu­de auf ei­ne schö­ne In­sel und einen Cam­ping­platz zum Aus­ruhen. Als ich in star­ken Re­gengüs­sen zur In­sel kam, sah ich, dass sie un­pas­send war, Flach­gras­sumpf. Et­wa 800 m vor mir in den See rein lag ei­ne läng­liche In­sel, et­wa 1 km lang, die pad­del­te ich nun an. Ich schrie mich an: „Komm, du schaffst es ... du schaffst es ...“

Der Wind wur­de stär­ker, der Re­gen auch. Ich hat­te mei­nen grü­nen Re­gen­man­tel, fe­der­leicht wie er ist, an­ge­zo­gen. Der Stroh­hut war tief in das Ge­sicht ge­zogen. Was­ser tropf­te von sei­nem Rand. Die Le­der­handschu­he wur­den hart. Im Ka­nu war viel Was­ser. Mei­ne Schu­he wa­ren durch­ge­weicht. Schlag um Schlag beweg­te ich mich vor­wärts. Der Re­gen kam zwar von hin­ten, aber das mach­te jetzt kei­nen Un­ter­schied. Die In­sel sah viel­ver­spre­chend aus, als ich näher kam ... jaaaa, jaaa ... sie war hoch ... und ich konn­te se­hen, dass die­ser Teil Ka­na­das der Teil war, wo die Eis­zeit sozu­sa­gen ge­schabt hat­te, ge­kratzt, ge­schürft, ge­schoben ... Ra­siert. Die In­sel war glatt­ge­schab­ter Fel­sen und auf ih­rer Höhe, der fla­chen, wuch­sen Bäu­me. Sie er­hob sich et­wa 6-8 Me­ter über dem See­spie­gel.

Als ich auf die In­sel trat, die Wel­len klatsch­ten auf die Stein­fläche, rutsch­te ich erst ­mal aus, denn die Stein­fläche war schmier­sei­fenglatt. Vor­sich­tig ba­lancier­te ich die schrä­ge Steil­wand hoch, um ei­nen schö­nen Platz für das Zelt und mich zu fin­den. Vor ei­ner Grup­pe dün­ner Wei­den fand ich ihn. Ganz eben, wun­der­bar. Dann ging die Ba­lan­ciere­rei los. Ich trug al­les nach oben, zog am En­de das Ka­nu hoch und war ziem­lich er­schöpft da­nach. Dann, dann hör­te der Re­gen auf. Pri­ma, so konn­te ich das Zelt oh­ne Re­gen auf­bau­en. Die Öff­nung des Zel­tes leg­te ich Rich­tung Osten di­rekt über den Großen See zei­gend, in die Rich­tung, wo ich wei­ter woll­te, et­wa 4 km von hier ent­fernt, wo es aus dem See raus­ging. 2 Me­ter vor dem Zelt war der Fels­bo­den noch ganz eben und da­nach roll­te er in ei­nem schönen wei­chen Ra­di­us lang­sam, da­nach steil her­un­ter bis zum Seeu­fer.

Ich hat­te das Ka­nu wie­der be­fe­stigt, der Win­de we­gen. Die So­lar­an­la­ge stand rechts vom Zelt, da­neben die Bat­te­rie an­ge­schlos­sen. Ich hat­te noch ei­ni­ge Zeit, um et­was Kal­tes zu es­sen und zu trin­ken ... dann fing der Sturm wie­der an zu to­ben, der Wind brau­ste aus Süd-‑Ost, mei­ner rech­ten Sei­te, ge­gen das Zelt. Große Wel­len form­ten sich auf dem See.

Ich war er­schöpft, mein Bo­dy war platt, so­lan­ge in dem Ka­nu, auf dem Was­ser, so viel ge­ar­bei­tet. Das war al­so mein Unglückstag. Ka­nu ge­bro­chen. Ein Propel­ler­rad ab­ge­bro­chen ... na und ... und auch noch Por­ta­ge um­sonst ge­macht ... Na und?!

Der See lag auf 403 Me­ter Höhe. Der Sturm feg­te sehr hef­tig über ihn hin­weg. Die Mu­sik der Rei­bung der Ele­men­te, flüs­sig, fest, gas­för­mig, gei­stig, spi­ri­tu­ell, gött­lich, was ja kein Ele­ment ist, form­ten ei­ne Brause-Sin­fo­nie. Ich aber saß im Zelt und mach­te es mir rich­tig gemüt­lich. Das Graue von draußen ver­misch­te sich mit der Fär­bung der Zelt­wän­de zu ei­nem be­ru­higen­den Licht­ton. Dic­ke Re­gen­trop­fen perl­ten an der hell­blau­en Zel­taußen­wand her­un­ter. Das Zelt war einfach himm­lisch gut. Es wur­de auch nicht feucht im Zelt. Al­les, was ich zu knab­bern fand, hat­te ich weggeknab­bert wie ei­ne Ha­sel­maus.

Der Sturm hielt bis Sams­tagmor­gen ge­gen 5 Uhr an. Dann, plötz­lich - Stil­le. Ich war schon früh wach ge­we­sen, lag im Schlaf­sack und lausch­te und hör­te und sah ... Vö­gel fin­gen an zu Zwit­schern ... Ich hat­te ir­gend­wie ge­schla­fen - schön warm, ku­sche­lig. Gestern war ich 14 Stun­den mit dem Ka­nu un­ter­wegs gewe­sen. Das reicht erst­ mal. Mir wur­de be­wusst, das ich 2-3 Ta­ge von In­sel zu In­sel fah­ren konn­te, dann aber ei­ne 2-Ta­ge-Pau­se ma­chen musste. Das woll­te ich nun tun. In die­se schö­ne Stil­le glitt dann das sanf­te Mor­gen­licht. Das Licht hat­te sich über die Kanuf­läche ge­legt, die nun rot­gol­den leuch­te­te. Die Son­ne ging fast im Nor­den auf. Bril­li­ant-Weiß-Goldenes Licht über­flu­te­te den Ho­ri­zont. Über mir und dem See la­gen noch star­ke graue Wol­ken, die aber schnell Rich­tung Sü­den weg­zo­gen. Als ich mir den Son­nen­auf­gang aus dem Zelt her­aus an­ge­schaut hat­te, rutsch­te ich noch ­mal in den Schlaf­sack und träum­te et­was wei­ter. Vö­gel­chen piep­sten über dem Zelt, das mussten ganz klei­ne sein, ih­rer Stim­me nach je­den­falls. Ei­ni­ge Mäu­se ver­such­ten ins Zelt zu kom­men. Sie gru­ben am Bo­den herum. Dann war auch der leichteste Wind ganz weg, der oben die große Wol­ken­dec­ke weg­ge­scho­ben hat­te und ei­ne bril­li­an­te Hel­lig­keit tauch­te al­les in duf­ten­de Schönheit. Freu­de kam hoch, ob­wohl mein Bo­dy noch ächz­te.

Mei­ne Ge­säß­bac­ken wa­ren stark an­ge­schwol­len, die Hän­de hat­ten Ris­se be­kom­men durch  Feuch­tigkeit und den Wind, mein Ge­sicht war schon an­gebräunt und glänz­te. Dreck war das je­den­falls nicht, der war durch den Re­gen ge­stern ab­ge­wa­schen wor­den.

In die­ser Stim­mung dach­te ich an Paul Ner­ger aus Wetz­lar. Mit ihm woll­te ich die­se Rei­se ei­gent­lich gemacht ha­ben - aber er hat­te ja plötz­lich viel Geld gehabt aus sei­ner Schei­dung und dem Haus­ver­kauf - ich sah noch­ mal wie er mir sag­te: „Du, Wolf­gang, ich mache noch schnell ei­ne Weltrei­se ...“ und zwei Ta­ge später war er dann schon auf ei­ner Wel­trei­se der ande­ren, kos­mi­schen Wel­ten. Der Tro­pen­sturm in Ko Sa­mui hat­te ihn in ei­ne an­de­re sinn­li­che Er­fah­rung gestürzt. Al­le In­sas­sen-‑Kör­per zer­stört. Sei­ner auch. Das war`s dann ... Wie­der ein guter Freund weg aus diesem Be­reich der Re­ali­tät. Er war auch der er­fah­re­ne Ka­nu­te. Ich hat­te ihn erst im Herbst in Göt­tin­gen kennen­ ge­lernt, als er mich we­gen mei­nes Au­stra­li­en-‑Vortrags auf der Straße an­sprach, wäh­rend ich Pla­ka­te kleb­te. Ich hat­te 2 Wo­chen zu­vor dar­an ge­dacht, die­se Rei­se zu ma­chen und sag­te, dafür brau­che ich aber noch je­man­den ... dann kam er schon ...

Um mich herum wur­de es bun­ter. Das Licht glänz­te in den Re­gen­trop­fen auf dem Gras. Die Felsen wa­ren noch feucht. Zwi­schen ih­nen wuchs Gras. Mir fiel der Sturm, nachts, noch ­mal ein, das Rau­schen in den Bäu­men, das Pras­seln der Re­gentrop­fen auf dem Zelt und dass in der gan­zen Nacht ein Vo­gel wäh­rend des Sturms sein Lied sang - das war be­ein­druc­kend. Wie schön er da sang im Regen. Un­be­ein­druckt von der kli­ma­ti­schen Be­dingung. Nicht wis­sen, dass er ein Vo­gel war, son­dern bloß, dass er war, ist. Jetzt. Nun. Ewig­keit. Gleich­zeitig­keit.

Mir fiel auch der Traum ein, den ich ge­träumt hat­te, dass ein Ita­lie­ner ein Wohn­zim­mer hat­te, das die ge­samte Na­tur war. Wo­gegen ich bloß in ei­ner Stadthöh­le leb­te.

In der Nacht war die Tem­pe­ra­tur auf 14 Grad gesun­ken. Nun wur­de es et­was wär­mer. Als ich zum Ka­nu ging, um die Früh­stücks­sa­chen her­vorzuho­len, sah ich, dass ein Mäu­schen sich durch die Alu­mi­nium-Fo­lie ge­fres­sen hat­te und sich ei­ni­ges vom gest­rigen Pfan­ne­ku­chen weg­geknab­bert hat­te. Schön, sowas zu se­hen. Ich freu­te mich, es sah so aus, als ob es ein sehr bril­li­an­ter schö­ner Tag wer­den wür­de. Das brauch­te ich auch, denn viel Re­pa­ra­tur an mir und dem Ka­nu wa­ren zu tun.

Als er­stes wur­de der Ofen auf­ge­baut, um Was­ser zu ko­chen. Ich bal­ler­te ihn wie­der vol­ler Holz und brauch­te so bloß den Topf rauf­zu­stel­len. Dann hol­te ich die Pfan­ne her­vor, um noch ­mal die gest­ri­gen Super-‑Ban­nocks, oder Su­per-‑Pfan­ne­ku­chen, auf­zu­backen. Ei­ni­ge Stück­chen Scho­ko­la­de wur­den weg­geputzt.

Es war Samstag, der 9. Ju­ni. Ich war al­so 8 Ta­ge un­ter­wegs. Da war noch fri­sches Gemü­se vor­han­den und et­was fri­sches Obst, aber nicht mehr viel von beidem. Bald wür­de es an die ge­trock­ne­ten Gemü­se range­hen und an das ge­trock­ne­te Obst.

Ich hat­te gut ge­plant, das Ka­nu war voll. Al­les war in was­ser­dich­ten Pla­stiksäc­ken ver­packt. Auf Pla­stikton­nen wur­de ver­zich­tet. Der duf­ten­de Früch­te-‑Tee mit Schwarz­tee ver­mischt gab schon bald sein Aro­ma über den See. Die Tem­pe­ra­tur klet­ter­te hoch. Die Solar­an­la­ge war voll im Son­nen­licht und füll­te die Bat­terie.

Nach­dem das Früh­stück be­en­det war, räum­te ich das Zelt frei. Der Schlaf­sack wur­de über das Zelt gelegt zum Lüf­ten. Es war schön, da auf der In­sel zu sein. Ei­ne gute Stim­mung.

Dann hol­te ich den an­de­ren Pro­pel­ler her­vor und wech­sel­te ihn aus. Den zer­bro­chenen Pro­pel­ler behielt ich, falls der zwei­te auch zer­bricht, um dann aus zwei­en ei­nen zu ba­steln. Da­nach wur­de das Ka­nu un­ter­sucht, um zu se­hen, wo sei­ne psy­cho­pathi­schen Ris­se wa­ren. Der Riss war et­wa 30 cm lang. Ho­ri­zon­tal zur Län­ge des Ka­nus. Aber kein Loch. Da genü­gend Re­pa­ra­tur­ma­te­ri­al da­bei war, no Pro­blem.

Aber ich wür­de mich noch mehr als wun­dern, später, von­ we­gen genü­gend Ma­te­rial und so. Und Kevlar, das stärk­ste und be­ste Ma­te­ri­al, das war wohl ein Witz, natür­lich, re­la­tiv ge­se­hen. Die Ex­perten in ih­ren Bü­chern und Wer­be­broschü­ren, sie sagen, bestes Ma­te­ri­al, stärk­stes Ma­te­ri­al, und die Herstel­ler natür­lich auch. Sie wol­len Pro­fi­te ma­chen an­statt ech­te Dienst­lei­stun­gen und Wohl­ta­ten. Der Geld­teu­fel hat doch heu­te den Ver­stand fast al­ler Ge­sell­schaf­ten ganz schön be­ne­belt, un­frei ge­halten, ver­blö­det.

Ich leg­te ei­ne Schicht Fi­ber­glas über den Riss und ver­spach­tel­te das dann noch mit Fi­ber­glas­pa­ste. Das soll­te hal­ten.

Dann wur­de Wä­sche ge­wa­schen, im ko­chen­den Was­ser. Soc­ken, und Ho­sen. Die bau­mel­ten bald zwi­schen den Bäu­men im sehr bril­li­an­ten Licht. Auf der In­sel wimmel­te es von Li­bel­len. Tau­sen­de, die brau­ne Sor­te. Könn­te die Vier­fleck-Li­bel­le sein. Sie hat­ten an ih­ren kla­ren durch­sich­ti­gen Flü­geln zur Kopf­sei­te hin ei­nen dun­klen Punkt am Rand.

Der Wind, der nun sach­te, sanft, von der an­de­ren Sei­te der In­sel weh­te, vom West­teil, hat­te sie wohl al­le zur Ost­sei­te ge­bracht, wo sie ge­schütz­ter wa­ren. Die Bäu­me schütz­ten auch mich hier, so dass es bei mir wind­still war, und an die­ser Sei­te hin­gen die­se Li­bel­len nun mas­sen­haft in den Ästen. So­ was hat­te es in Euro­pa ja si­cher­lich auch mal ge­ge­ben. Doch nun, da Ver­gif­tung die Norm ist und die Men­schen sich auf das Ka­put­te ein­ge­stellt ha­ben, sind schon 40 Li­bel­len das so­ge­nann­te Natür­li­che und soll die Na­tur in ih­rer Viel­falt dar­stel­len. So hät­ten es zu­min­dest die stu­pi­den Pro­fit­gei­er der Che­mie und an­de­rer In­du­strie­zwei­ge und de­ren Hand­lan­ger der Igno­ranz gern.

Al­les was noch zu trock­nen war, wur­de ins Licht ge­legt. Es wur­de viel wär­mer. Zeit, um es sich auf der In­sel be­quem zu ma­chen. Dann gab ich der In­sel einen Na­men: Li­bel­len­in­sel.

Ei­ni­ge weiße fla­che Wol­ken tauch­ten am blau­en Him­mel auf. Zeit zum Aus­ru­hen. Al­so nackt aus­zie­hen und sich draußen auf die Therm-‑A-‑Rest-Mat­te le­gen. Die Wär­me hat­te die Li­bel­len nun ak­ti­viert, sie sau­sten und ra­sten und glei­te­ten durch die Um­ge­bung. Da­bei mach­te ich ei­ne er­freu­li­che Be­mer­kung, Be­ob­achtung. Denn plötz­lich sau­ste ei­ne Li­bel­le, manchmal auch meh­re­re, auf mich zu, so­gar sehr na­he an mich, bis zu 30 cm an mein Ge­sicht und plötz­lich ka­men ih­re Fang­ar­me her­vor, und schwupp - da fin­gen die Li­bel­len doch di­rekt vor mir In­sek­ten weg. Ich be­obach­te­te das ei­ne Wei­le und konn­te se­hen, wie im wind­stil­len Teil vor mir durch den Wind im Geäst vie­le klei­ne In­sek­ten herüber­ge­trie­ben wur­den, manchmal auch große fet­te Brem­sen, und darauf war­te­ten die Libel­len dann, und für mich wa­ren sie ein­fach In­sek­tenschutz-‑Li­bel­len. Ich wur­de von kei­nem In­sekt er­reicht. Al­so hol­te ich die Ka­me­ra her­aus mit dem Weit­win­ke­lob­jek­tiv 20 mm und schau­te durch die Ka­me­ra, bis eini­ge Li­bel­len di­rekt vor dem Ob­jek­tiv wa­ren, dann wur­de das Foto ge­macht. Ja, die In­sek­ten­fän­ger, sie wa­ren hier mei­ne Freun­de. Später auf der Rei­se wür­de ich so­gar zu ih­nen re­den und manchmal kamen sie und lan­de­ten auf mei­ner Schul­ter, was aber sehr sel­ten war.

Die farb­li­che Bril­li­anz brach­te Freu­de her­vor in mir, Freu­de die sich am Schö­nen er­freu­te, so ein­fach war das. Die Luft war außer­dem sehr Aro­ma­tisch, reich an süß­li­chen Düf­ten, tief durch­zu­at­men war ein­fach ei­ne Wohl­tat. Tja, dach­te ich mir, so ein­fach kann Freu­de sein. Wenn ich das in der Stadt ei­ni­ge Zeit tun wür­de, Be­wusst durch­zu­at­men, dann wä­re ich wohl nach 6 Mo­na­ten halb Wahn­sin­nig, vom Gif­ti­gen und zu­tiefst un­zu­frie­den­em, mit die­ser Indu­stri­el­len Ver­wahr­lo­sung des Pro­fitbanau­sen­tums, die ei­nem so­gar weiß ma­chen wol­len das Le­ben aus Geld ge­macht ist, die­se In­tel­li­gen­ten Ingno­ran­ten. Aber mit Uni­ver­sitäts­di­plom bit­te und an­de­ren Hohen Aus­zeich­nun­gen.

Nach ei­ni­ger Zeit zog ich wie­der das aus­ge­wasche­ne lose T-‑Shirt und die lose Jeans in Blau an. Auch der Stroh­hut wur­de wie­der auf­ge­setzt. Das zwei­te Paar Le­der­schu­he wur­de an­ge­zo­gen denn die Sport­schu­he wa­ren noch Nass. Es war Zeit sich was zum Es­sen zu fan­gen. Wie­der bau­te ich die leich­te Spinn­ru­te zu­sam­men, wie­der leg­te ich den Gel­ben Blin­ker an die Schnur, dann ging ich die 5-6 Me­ter run­ter zum Seeu­fer.

Die Fel­sen­in­sel war nun Troc­ken und das Ge­hen auf dem glatt­ge­schab­ten Fel­sen war auch in Ex­tre­mer Schrä­gla­ge Rutsch­si­cher. Der Ufer­saum be­stand aus run­den Fels­broc­ken wie ei­ne Stei­num­ran­dung, um die In­sel herum. Das Was­ser der In­sel war am Ufer Gold-‑Grün-‑Klar, da die Stei­ne am An­fang leicht mit Al­gen be­wach­sen wa­ren. Ich fing gleich mit dem er­sten Wurf ei­nen schö­nen Hecht, ließ ihn wie­der schwim­men.

Dann wan­der­te ich am Ufer Rich­tung Sü­den die In­sel ent­lang, im­mer den Blin­ker weit in den See werfend. Schau­te mir da­bei die In­sel und ihr Ufer an. Sie war wun­der­schön. Al­te Bäu­me la­gen an man­chen Stel­len im See, und um so wei­ter Süd­lich ich kam, um­so Fla­cher wur­de die In­sel, so dass der klei­ne Wald bald bis ans Ufer kam. Dort kehr­te ich wie­der um und ging zurück. Das Wachs­tum der Pflan­zen war noch im An­fangs­sta­di­um, ob­wohl al­les schon leuchtend Grün aus­sah. Be­vor ich wie­der zum Zelt zurück­kam hat­te ich dann ei­nen et­wa 65 cm Hecht an der An­gel. Ich ließ ihn sich Mü­de kämp­fen und zog ihn dann schnell ans Ufer und töte­te ihn mit ei­ni­gen Schlä­gen auf den Hin­ter­kopf. Der Hecht hat­te noch ei­nen klei­nen Fisch im Ra­chen. Mensch war der hung­rig ge­we­sen. Er sah sehr Ge­sund aus, hat­te ei­ne schö­ne Fär­bung mit weißen Punk­ten. Der Bauch war fast weiß. Ich Fi­letier­te den Kör­per so­fort und häng­te zwei Fi­let in den Schorn­stein des Ofens zum Räu­chern. Das funk­tionier­te sehr gut. Manchmal wenn die Wär­me zu Stark war fie­len die Stüc­ke in den Ofen und brut­zel­ten in ihm Duf­tend. Der Ofen war ein­fach Pri­ma.

Die Son­nen­wär­me tat sehr gut, ca. 25 Grad. Ein alter Pe­li­kan kam vorbei­ge­schwom­men. Er blieb aber in guter Di­stanz zum Ufer. Er hat­te wohl ir­gend­wie ge­sehen das ich die Fischre­ste in den See ge­wor­fen hat­te. Kurz darauf kam ei­ne Möwe hin­zu. Bei­de Pad­del­ten in et­wa 2 Me­ter Ab­stand, vor mir, und der In­sel herum. Ich ging noch­ mal zum See und hol­te die rest­lichen Tei­le vom Ufer her­vor dann warf ich sie weit in den See. Die Möwe schriee laut auf und der Pe­li­kan, na­ja, grunz­te, ir­gend­wie, Pe­li­ka­nisch.. Dann flog die Möwe hoch um sich die Re­ste vom Hecht zu Fi­schen. Der Pe­li­kan war hör­bar sau­er da die Möwe ein­fach schnel­ler war, und er Schimp­fe laut herum. Blieb aber in guter Po­si­tur in sei­nem Selbs­be­wusst­sein, egal ob er nun Er­folg hat­te oder nicht.

Es war Zeit, die In­sel wei­ter zu er­kund­schaf­ten. Al­so ging ich mal zum Wal­dränd­chen. Zu mei­ner Freu­de sah ich tat­säch­lich natür­li­che Sta­chel­bee­ren und Jo­han­nis­bee­ren, die aber noch in der Blüh­pha­se wa­ren. Als ich da im Wäld­chen stand, sah ich durch den Baum­be­stand und über die West­sei­te zum Ho­rizont. Da ka­men tief­schwar­ze, dic­ke schwe­re Wol­ken herüber. Große Ge­wöl­be aus Licht und Schat­ten verschnör­kel­ter For­men die sich im­mer mehr nach Oben auf­bau­ten. Das sah gut aus. Ich ging so­fort zum Zelt zurück und brach­te nun die auf­ge­frisch­ten Sa­chen in den Zelt­bun­ga­low zurück. Die Stoffwoh­nung wur­de erst­ mal wie­der kom­for­ta­bel, gemüt­lich ge­macht. Dann nahm ich ein Hecht­fi­let aus dem Schorn­stein und aß das leicht geräu­cher­te Stück Hecht­fleisch. Es war leicht, gold­braun, und schmeck­te de­li­kat, ganz zart, und hat­te so­gar ei­ne leich­te Süße im Hin­ter­grund. Die mei­sten Gräten wa­ren Weg­fi­le­tiert, denn Hech­te ha­ben vie­le Yp­si­lon-‑Gräten. Da­nach ver­pack­te ich alles an­de­re un­ter dem Ka­nu, das nun schon ei­ni­ge fet­te Scha­ber und Krat­zer an sei­ner Roten Außen­sei­te hat­te. Die­ses Mo­hawk Bla­zer Ka­nu aus Kevlar soll­te mir noch vie­le Schwie­rig­kei­ten ma­chen.

Ich mach­te es mir dann wie­der Le­ger Gemüt­lich, saß vor dem Ofen, dann vor dem Zelt und war­te­te bis die ho­hen dic­ken Wol­ken über die In­sel ge­zo­gen waren.

Nun wur­de das Licht wie­der verän­dert. Die Far­be des Sees war nun wie­der ei­ne Mi­schung aus Schwarz-‑Grau-‑Sil­ber und Blau­en Flec­ken. Dort wo das Son­nenlicht durch die ho­hen Wol­ken­tür­me schi­en wa­ren die sonst fast schwar­zen Wol­ken ganz Weiß. Ein großer Pe­li­kan flog vor die­sen Wol­ken her mit aus­ge­streck­ten Flü­geln glei­te­te er manchmal für kur­ze Zeit durch die Lüf­te.

Lang­sam verän­der­te sich die Wol­ken­for­ma­ti­on und fing an sich über dem See leicht Auf­zulö­sen. Ein zwei­ter Pe­li­kan flog über den See in mei­ne Rich­tung. Er kam aus dem Osten und flog ganz flach über der Was­se­rober­fläche, sei­ne Form spie­gel­te sich im Wasser. Die­se Wol­ke­for­ma­ti­on blieb ei­ni­ge Stun­den, bis die Son­ne an­fing zu ver­sin­ken.

Nun wa­ren die Wol­ken mit Gold­gel­ben Licht­strahlen durch­zo­gen. - je­ne die Rich­tung Osten ge­trie­ben wa­ren. Über mir wa­ren die Wol­ken schon dünn gewor­den. Es wa­ren schon wie­der Blaue Flec­ken am Him­mel, da­zwi­schen Weiße klei­ne Wol­ken., und am Ho­ri­zont da wa­ren nur noch ver­ein­zel­te Wol­ken­forma­tio­nen. Dün­ne läng­li­che Grau­ge­färb­te, oder Wat­tewölk­chen in ganz weiß je nach Licht­be­schei­nung. Die Son­ne sel­ber tauch­te wie ein klei­ner gold­gel­ber Lichtquell in den dun­klen Strei­fen des Ho­ri­zont­wal­des. Der See war ganz glatt vol­ler Spie­ge­lun­gen des Wol­ken­gesche­hens. Bloß et­was dunk­ler.

Lang­sam be­weg­te sich die Er­de Rich­tung Osten, dann war die Son­ne nicht mehr sicht­bar. Nach kur­zer Zeit war nur noch ein dün­ner Ro­sa Strei­fen am Ho­rizont in glei­cher Höhe wie die Bäu­me. Da­nach war der Him­mel mit läng­li­chen Gräu­li­chen Wol­ken gespren­kelt die sich in ei­ni­gen Gra­den von we­ni­ger Licht­stär­ke im Was­ser spie­gel­ten. Op­tisch war das alles ei­ne schö­ne Er­fah­rung.

Als ich mich vom We­sten ab­wand und wie­der zum Zelt ging war ein großer Pe­li­kan auf dem See, et­wa 20 Me­ter vor der In­sel. In­ter­es­san­ter­wei­se glüh­te der See dort noch Ro­sa-‑Gol­den und die Wolken auch. Der Pe­li­kan war fast Schwarz in die­sem Ro­sa-‑Gol­denen Licht das auf der See­fläche wie ei­ne leicht­ ge­rip­pel­te Flä­che Blatt­gold aus­sah. In die­ser Licht­pracht mach­te ich mir noch et­was zu Es­sen, nahm die rest­li­chen Fisch­fi­les, spül­te mit Tee, verpack­te die Le­bens­mit­tel, dann war es auch nach 22 Uhr, fast 23 Uhr ... Mei­ne Hän­de wa­ren noch aus­ge­trock­net, hat­ten schon leich­te Ris­se in der Haut. Trotz leich­ter Ein­cre­mung ging das nicht weg.

Ich schlief sehr gut. Wie­der sang der klei­ne Vo­gel in der Nacht di­rekt ne­ben dem Zelt. Vor Son­nen­aufgang war ich wie­der wach, ob­wohl mein Kör­per längst nicht aus­ge­ruht war. Das Zelt hat­te in­nen ei­ne schö­ne Atmo­sphä­re, war gut gelüf­tet. Ich fühl­te mich sehr wohl da drin.

Als ich zum Ofen ging um Feu­er zu ma­chen sah ich im Schorn­stein ein Spin­nen­netz. Die große Spin­ne saß im Russschwar­zen Schorn­stein. Ich nahm den Schorn­stein aus der Fas­sung und schüt­tel­te die Spin­ne in den Busch. Wie­der hat­ten die Mäu­se durch die Alu­mi­ni­um­fo­lie geknab­bert und sich ei­ne Por­ti­on Pfan­ne­ku­chen ge­holt. Pri­ma.

Kein Wind. Fa­bel­haf­ter Son­nen­auf­gang. Ei­ni­ge Möwen krei­sten vor dem Ufer ent­lang. Zwei Pe­lika­ne schwam­men auf dem See Es wur­de schnell Warm. Nach dem Früh­stück fau­lenz­te ich wie­der und über­leg­te was noch zu tun sei. Am wich­tig­sten war die Er­ho­lung der Bat­te­rie. Ich schau­te nach, und sah das sie schon wie­der voll­gela­den war. Nach­dem die Zeit ih­ren Lang­lauf ge­macht hat­te um zu ih­rem Ziel zu kom­men nahm ich mir wie­der die An­gel und ging Fi­schen.

Ich fing 14 Hech­te, ließ aber al­le wie­der schwimmen. Es wur­de aber auch Zan­der ge­fan­gen, 4 gute Größen be­hielt ich. Sie wur­den gleich Fi­le­tiert und ge­bra­ten. Ei­ni­ge ge­bra­te­ne Fi­les wür­de ich für Montag mit­neh­men, denn ich woll­te Mor­gen wei­ter­fahren. Der See lag Wind­los vor mir.

An die­sem Tag aß ich 2,5 Zan­der à 3 Pfund, trank 3 Li­ter Tee und ver­spei­ste noch 4 dic­ke Pfanne­ku­chen. Ich war aber noch nicht auf dem Ess­niveau von 3 Mahl­zei­ten pro Tag. Die Zwei­mahl­zeit-‑Ge­wohn­heit war noch Do­mi­nant. Ein­mal mor­gens, ein­mal abends. Das mußte ich noch än­dern denn es war für die­se Tour viel zu we­nig Nah­rung.

An die­sem Tag ver­pack­te ich schon al­les was ich Mor­gen nicht mehr brauch­te, auch den Ofen. Ich woll­te bloß was Es­sen und dann gleich los­fah­ren. Auf der Kar­te hat­te ich die Rou­te noch ­mal an­geschaut. 3,5 km müsste ich in gerader Li­nie über den Dip­per-‑See pad­deln in Rich­tung Osten, dann wür­de ich ei­ne Zeit­lang in großen, buch­tenähn­li­chen Gewäs­sern fah­ren in Rich­tung Süd, dann wie­der Norden, dann wie­der Sü­den, dann wie­der Nor­den in den Pri­meau -See hin­ein und dann wie­der wei­ter auf dem Chur­chill-‑Fluß um in den Knee-‑See-‑al­so Knie-‑See zu kom­men. Mal se­hen wie weit ich kom­men wür­de. Die Land­schaft auf der Kar­te sah In­ter­es­sant aus. Im­mer auf dem Was­ser durch wun­der­schö­ne Buch­ten ich freu­te mich darauf.

Am Abend ka­men ei­ni­ge Müc­ken zu mir, am Tag wa­ren ei­ni­ge Black­flies da ge­we­sen, kaum der Re­de wert. Ich mach­te Abends noch ei­ne schmack­haf­te Reis­sup­pe mit viel Gemü­se und warf zur Gar­ni­tur eini­ge Zan­der­stüc­ken hin­ein - das warrrrrrs dann.

Am folgenden Mor­gen, noch früh, wind­still, der See glatt wie ei­ne jun­ge Frau­en­brust aus Ha­waii, paddel­te ich dann per Kom­pass ganz ge­ra­de Rich­tung Osten. Dies­mal hat­te ich das Holz­pad­del in der Hand. Es lag gut in den Hän­den, fühl­te sich grif­fig an. Ei­ne ein­zi­ge weiße dün­ne Zi­gar­ren­wol­ke war am Ho­ri­zont, der pad­del­te ich ent­ge­gen. Fri­scher Duft um mich herum. Wür­zi­ge Luft. AH­H­H­HH SCHÖN­HEIT.

Sie ist aus Schön­heit ge­schaf­fen. Wer­den die Menschen es schaf­fen sie zu Rui­nie­ren, durch ih­re Dummheit, Hab­gier, und Neid. Nein das wer­den sie nicht, Zi­vi­li­sa­tio­nen sind ver­gan­gen und wer­den wie­der verge­hen. Der Lauf der Din­ge ist so, ein­zel­ne In­di­vi­du­en wer­den er­wa­chen zu ih­rem wah­ren We­sen. Vie­le wer­den von Blö­den noch ver­blö­de­ter, doch die Na­tur wird vom Men­schen nie ge­schafft wer­den. Sie ist schließ­lich nicht von ei­nem Idio­ten er­schaf­fen worden., und schon gar nicht von Skep­ti­schen An­ti­sep­tischen Wis­sen­schaft­lern.. Den Anal-‑Ly­ti­schen Per­fek­tionsir­ren.

Bei sol­chem Wet­ter mit der La­dung im Ka­nu schaff­te ich et­wa 4 km in der Stun­de, Aber auch nur wenn ich un­un­ter­bro­chen Pad­del­te. Aber oh­ne Schin­de­rei, denn es wa­ren kei­ne Ge­gen­win­de. Ich wusste nicht das es wie­der ein 12 Stun­den Pad­del­tag wer­den wür­de. 38 km wür­de ich schaf­fen. Oder sie mich schaf­fen. Am En­de des Ta­ges war ich wie­der schön fer­tig.

Es war doch schon 8 Uhr als ich mich in das Ka­nu ge­setzt hat­te, mit die­sem schö­nen Pad­del in der Hand. Im­mer der Kom­passna­del lang glitt das Ka­nu vor­wärts, bis ich die Öff­nung am Ho­ri­zont se­hen konn­te, da ging es raus aus dem See, 5 km Rich­tung Sü­den. Die Son­ne leuch­te­te und er­wärm­te die Luft­ga­se. Von Fluss kann man hier nicht Re­den, es ist ei­ne brei­te Bucht die Rich­tung Sü­den führt. Kei­ne Ge­schwin­dig­keit als ich aus dem See raus­fuhr, das Ge­fäl­le war sehr ge­ring.

Auf den klei­nen Grasin­seln vor mir brüte­ten wohl See­schwal­ben, denn als sie mich sa­hen er­ho­ben sie sich und der gan­ze Schwarm kam mir ent­ge­gen­ge­flogen, um zu se­hen was da los ist. Sie flo­gen krei­schend über mei­nem Kopf mit mir wei­ter ... ah­hh was für ei­ne Sze­ne. Fri­sche - Le­ben - Schön­heit. Ab und an, dort wo die Bucht en­ger wur­de wa­ren ei­ni­ge Well­chen auf dem Was­ser aber sonst war’s ganz glatt. Ad­ler saßen auf to­ten Bäu­men und schau­ten zu mir herüber. An einer Stel­le hielt ich an, denn ein großer Weiß­kopf-‑Seead­ler-Nest war di­rekt am See. Ein Ad­ler saß vor dem Nest. Als er mich sah flog er schrei­end weg.

Ich ging ans san­di­ge Ufer und fand ei­ni­ge Bir­kenpil­ze. Sehr großes For­mat. Als ich wie­der los­fuhr kam der Ad­ler zurück und lan­de­te auf dem Nest. Ich sah vie­le Ad­ler, nicht nur Weiß­kopf son­dern auch Gol­de­ner Ad­ler, Fisch­ad­ler, mei­stens stan­den sie auf Ästen und schau­ten ins Land, fast er­ha­ben. Es wur­de rich­tig heiß, Mü­dig­keit war ab und zu trä­ge mit mir.

Die Pol­bril­le mit der ich bes­ser ins Was­ser schau­en konn­te half ir­gend­wie an die­sem Tag nicht so rich­tig um die Ufer­zo­ne bes­ser ab­zu­blic­ken. Mei­ne Au­gen wa­ren da doch bes­ser, und ich war noch bes­ser als mei­ne Au­gen. Nach 5 km ging`s dann wie­der Rich­tung Nor­den-‑Osten, 3 km, und dann wie­der 7 km Rich­tung Süd-‑Ost-‑hier ver­fuhr ich mich ein we­nig. Ich war zu weit Rich­tung Sü­den gefah­ren, der See war da so glatt die Hit­ze war so träge­ma­chend, das ich auf die­sen glat­ten Was­ser­spiegel schau­end wie ei­ne Art Tran­ce wahr­nahm, in ei­ne art Tran­ce kam, und ein­fach so wei­ter­pad­del­te ... auf einmal wur­de mir klar - hier stimmt was nicht, ich war et­wa 3 km zu weit Rich­tung Sü­den ge­fah­ren. Ich hat­te auf der lin­ken Sei­te die Johns Halbin­sel über­se­hen, die ich hät­te hoch­fah­ren müs­sen.

Enorm die Hit­ze da auf dem See, die Spie­ge­lung, das sah al­les Über­bril­li­ant aus, mach­te aber Trä­ge dann auch die­se Wind­stil­le.

Die Über­gän­ge von Ge­fäl­le zum See oder Gefäl­le sind Op­tisch sehr schön. Vom Dip­per-‑See zum Pri­mus-‑See wa­ren 3 Me­ter un­ter­schied.

Ich aß wie­der im Ka­nu, Zan­der­fi­les, Pfan­ne­kuchen, trank Saft und Tee. Als ich die­se Ess­pau­se im Ka­nu ge­macht hat­te fuhr ich dann die En­ge an der Johns-‑Halbin­sel hoch Rich­tung Nor­den. 8 km, wegen mei­nes Ver­fah­rens. An der Nörd­lich­sten Stel­le sind die näch­sten Was­ser­fäl­le die Croc­ket-‑Ra­pids. Ich zog mir die Brustho­hen Wat­stie­fel an, kann sein das ich das Ka­nu am Ufer ent­lang­schie­ben kann oder Trei­del, bloß kei­ne Por­ta­ge. Ich hat­te auch nicht al­les im Ka­nu fest­ge­schnürt. War wohl von der Hit­ze und Ar­beit et­was be­ne­belt. Als ich dort an­kam sah ich das Ge­fäl­le konn­te ich schaf­fen, wür­de es auch, und woll­te auch kei­ne phy­si­sche Schuf­te­rei ma­chen, die 50 Pfund Bat­te­rie, nein Dan­ke, das Kanu, nein Dan­ke.

Der Fluss hat­te hier ei­ne be­son­de­re Ele­ganz. Ich über­schau­te das er­ste Ge­fäl­le als ich noch oben auf dem glat­ten Fluss­teil war, es lag vor mir, links und rechts am Ufer überall sehr vie­le Pe­li­ka­ne, viel­leicht 120 Stück.

Das Ge­fäl­le war Flach mit großen Fels­broc­ken drin. Da­hin­ter wie­der ein Teil Flach­was­ser, da­hin­ter das näch­ste Ge­fäl­le, dann wie­der ein Teil Flach­was­ser und dann das näch­ste Ge­fäl­le, das Steil­ste, das in ei­ne große Bucht mün­de­te. Mit der Ka­me­ra um den Hals durch­fuhr ich das er­ste Ge­fäl­le fühl­te sich schön an, haaaa­loooo - hui­i­i­ii, mach­te ei­ni­ge Fotos. Das Zwei­te sah mir zu ge­fähr­lich aus, al­so wa­te­te ich das Ka­nu. Ich schob es durch gün­sti­ge Stel­len am Ufer ent­lang. Die Pe­li­ka­ne schau­ten Phi­lo­so­phisch zu. Flo­gen aber nicht weg. Dann zum Drit­ten Teil, da ging es viel steiler run­ter, dort konn­te ich nicht er­ken­nen ob das Weiß­was­ser tief ge­nug war, oder ob dar­un­ter dic­ke Fel­sen la­gen. Ei­ne Grup­pe Pe­li­ka­ne auf der lin­ken Sei­te flog auf, um am En­de der Fäl­le auf der ru­hi­gen Bucht zu lan­den. Wirk­lich sehr vie­le Pe­li­ka­ne hier. Die Schön­heit war wie­der ­mal be­ein­druc­kend.

Als ich das Ka­nu durch den Stei­len Was­ser­weg führ­te manchmal mit Sei­len, Trei­del­te, manchmal mit Schie­ben, kam ich ganz gut vor­wärts, ich musste sehr auf­pas­sen da das Ge­wicht des Ka­nus sehr leicht Fahrt ma­chen woll­te, und konn­te, und mir so entglei­ten wür­de, wenn ich sel­ber zu Schnell ma­chen wür­de. Dann pas­sier­te es auch. An ei­ner Stel­le rutsch­te ich aus und das Ka­nu ent­glitt mei­nen Händen, und schoss vor­wärts. Ehe ich auf­ste­hen konn­te sau­ste es schon oh­ne mich auf den näch­sten Ab­hang zu, ... oh­h­h­h­hh, das sah sehr Übel aus, sehr sehr Übel - Schlimm. Angst kam in mir hoch, ich wür­de das Ka­nu ver­lie­ren - ja, ... ich konn­te ihm da nicht so leicht fol­gen. Zu glatt zu tief zu star­ke Strö­mung auch am Ufer. Mit Wil­der Ent­schlos­sen­heit warf ich mich hin­ter das Ka­nu, rann­te und er­griff das En­de be­vor es ei­nen sehr Stei­le wenn auch kur­zen Schu­ut run­ter­glei­ten wür­de, und leg­te mich ein­fach Queer.

Der Griff und die Strö­mung be­weg­ten die Spit­ze in ei­ne an­de­re Rich­tung, aber nicht das es schon geschafft wä­re, nein, es dreh­te sich zwar Rich­tung Ufer, wur­de aber trotz­dem mit großer Kraft ge­trieben, ich wur­de ei­ne kur­ze Zeit mit­ge­ris­sen, und stemm­te mich dann ge­gen den Bo­den ... man was für ei­ne Situa­ti­on. Aber es war ge­schafft - das Ka­nu war ge­ret­tet. Ich war erst ­mal fer­tig. Aus­ge­po­wert, Kraft­los, Er­schöpft, setz­te mich ans Ufer und Zit­ter­te ei­ne Wei­le. Dann kam der letz­te Teil. Die Pe­li­ka­ne hat­ten sich das al­les in Ru­he an­ge­schaut. Ich zog die Wa­tho­se aus und such­te mir die Sport­schu­he, zog sie über die nas­sen Sa­chen. Die Wa­tho­se war voll Wasser. Ich leg­te sie aufs Ka­nu zum trock­nen - dann aß ich erst­mal auch zur Be­ru­hi­gung wei­te­re Stüc­ken Zander und Su­per­pfan­ne­ku­chen ... da­nach ging`s wei­ter.

Das Ka­nu hat­te ei­ni­ge schö­ne Schram­men ab­bekom­men. Der rest­li­che Teil des Ge­fäl­les wur­de oh­ne Fir­le­fanz ge­schafft. Dann ging`s wei­ter wie­der 4 km Rich­tung Sü­den, zu den Knie-‑Fäl­le oder Knee-‑Ra­pids. Den Pe­li­ka­nen wink­te ich noch ­mal zu als ich sie hin­ter mir ließ. Vie­le Ad­ler wa­ren auf die­ser Strec­ke. Es war ei­ne sehr schö­ne Ge­gend.

Pe­li­ka­ne be­glei­te­ten mich in ih­ren Gleit­flü­gen. Eini­ge hat­ten auf dem obe­ren Teil ih­res Schna­bels ein Ge­wächs wie ei­ne Fett­flos­se bei Sal­mo­ni­den­fischen.

Das Ufer hat­te hier ei­ne größe­re Höhe, ist fel­sig und ich fuhr in ei­ner Art, na­ja, Mi­ni-‑Canyon. Dann kam ich zu den näch­sten Fäl­len. Ich woll­te den ersten Teil fah­ren, das sah gut aus, war aber Phy­sisch schon zu mü­de, al­so schob ich und Trei­del­te am Ufer ent­lang. Es war schon nach 17 Uhr, überall waren große Men­gen Pe­li­ka­ne, hier wa­ren noch viel mehr als an den letz­ten Ge­fäl­len, hier müs­sen sehr vie­le Fi­sche sein.

Die Pe­li­ka­ne schwam­men mei­stens in Ufernähe der Ge­fäl­le, manchmal mach­ten sie schwim­mend ih­re Kopftau­cher­ar­bei­ten. Ich konn­te aber nicht richtig er­ken­nen ob ihr Schna­bel­sack da­nach vol­ler Fische war. Das letz­te Teil der Strec­ke am Ge­fäl­le fuhr ich dann ab. Es war Freu­de sie zu durch­fah­ren. Die Schnel­lig­keit, das Sau­sen da auf dem Was­ser, ich sau­ste an im­mer mehr wer­den­den Pe­li­ka­nen vor­bei, das Ufer war weiß be­legt mit ih­nen, Hun­der­te und Hun­der­te. Ich freu­te mich die­sen Reich­tum zu sehen. Dann kam ich in die Mi­chik­wum Bucht und leg­te den Mo­tor wie­der an. Ich konn­te kaum noch Pad­deln. Mein Rüc­ken tat weh. Mei­ne Hän­de. Mein Hin­tern war in Schmer­zen. Vor­bei fuhr ich in ru­higem­Tem­po, nur das lei­se Brum­men des Mo­tors zu Hö­ren, an dem schö­nen Holz­haus auf dem Knee -La­ke. I. R. 192 B stand da auf der Lin­ken Sei­te auf ei­nem Gras­stück vor dem Wald. Ein wun­der­ba­res Plätz­chen.

Weiße Strom­li­ni­en­för­mi­ge Wol­ken wa­ren nun am Him­mel und sie spie­gel­ten sich wie­der auf der glat­ten See­fläche die Dun­kel­blau ge­gen den Hellblau­en Him­mel leuch­te­te. Vor mir auf der Kar­te lag ei­ne Grup­pe In­seln die ich nun an­steu­er­te. Ich woll­te end­lich auf­hö­ren - En­de, En­de, 

En­de.

Der See lag auf 394 Me­ter Höhe. Ich war auf dem Knee-‑See, als ich zur er­sten In­sel kam, ei­ner Drei­ergrup­pe. Die In­seln wa­ren nicht so schön, to­tal bewach­sen - und ich fuhr bis zur näch­sten In­sel in der Drei­er­grup­pe der Mit­te. Ei­ne fla­che In­sel, ein In­selchen. Stark be­wach­sen mit nied­ri­gem Wei­den­gestrüpp, aber an der Süd-‑Ost Sei­te war ei­ne Stel­le frei, Fel­sig, ein Strei­fen von et­wa 4-6 Me­ter, aus Schich­ten von Fels­plat­ten zu­sam­men­ge­legt, okay, das war`s ... es wur­de auch grau­er.

Als ich aus­stieg und an Land ging, kam mir noch mal mein Flu­chen und das Fle­hen hoch, als ich die gefähr­li­che Si­tua­ti­on mit dem beina­hi­gen Ver­lust des Kanus er­lebt hat­te. Das Flu­chen dann das Fle­hen genü­gend Phy­si­sche Kräf­te zu ha­ben das Ka­nu fest­halten zu kön­nen. Ich hat­te im Stil­len um Hil­fe ge­be­ten, weil ich mir da ziem­lich fix und hilf­los vor­kam - dann tauch­te auch noch ­mal die Si­tua­ti­on vor mei­nem Au­ge auf - als ich in den er­sten Ge­fäl­len war und plötz­lich zwei Dic­ke Fel­sen ra­send schnell auf mich zu­ka­men - ich es aber doch schaff­te - ja das reich­te für heu­te - das war mehr als ge­nug - schließ­lich ler­ne ich erst ­mal Ka­nu fah­ren - man ohh man - ich war er­schöpft als ich da stand.

Aber jetzt mussten erst ­mal die­se 400 und mehr Pfund aus dem Ka­nu her­aus­ge­holt wer­den, das Zelt auf­ge­baut wer­den, dann ge­kocht wer­den ... Die Solar­an­la­ge wur­de auf­ge­stellt, mit der Bat­te­rie ver­bunden. Sorg­fäl­tig mach­te ich den In­nen­raum mei­nes Zeltes, denn das Zelt war mir am wich­tig­sten. Das war Schutz und Wär­me, und flach­lie­gen kön­nen, all­es sein las­sen kön­nen. Das Zelt stand wie­der auf der Oran­genen Pla­stik­pla­ne. Sah gut aus. Ich weiß nicht mehr was ich mir zum Es­sen ge­macht hat­te, steht auch nicht in mei­nem Ta­ge­buch. Am fol­gen­den Mor­gen, al­les Grau, star­ke Win­de - zu star­ke Win­de, bloß nicht daran Den­ken los­zu­fah­ren, ich müsste ei­ne 5 km Seefläche über­que­ren.

Ei­ni­ge März­glöck­chen blüh­ten hier. Sehr we­ni­ge aber sehr schö­ne. Ich musste den Ofen um­stel­len da der Wind zu Stark war. Auch das Ka­nu musste wie­der Re­pa­riert wer­den. Da wa­ren klei­ne Ris­se und zwar genau dort wo die hoh­len Ver­stre­bun­gen am Ka­nu­boden wa­ren. Das Kevlar­ma­te­riel war viel zu Dünn. Das Ka­nu zu Fle­xi­bel und die­se Fle­xi­bi­lität an der Star­ren Ver­stre­bung die brach leich­te Ris­se und Was­ser kam durch. Welch ei­ne dum­me Kon­struk­ti­on. Al­so Sta­tisch un­ge­eignet, nicht nur das, ent­we­der hat­ten die ver­gessen Fiberglas zwi­schen das Kevlar zu ma­chen, oder was sonst, aber so­bald ein Krat­zer die Farb­schicht weg­kratz­te ließ das Ma­te­ri­al Was­ser­trop­fen durch. Wel­che Idio­ten wa­ren da in Flo­ri­da am Wir­ken ge­wesen. Im Pro­spekt stand das Ka­nu sei gut für 2 Per­so­nen und 600 Pfund Zu­la­dung. Ich war nur al­lei­ne und hat­te et­wa 450 Pfund mit. Die auch noch Täg­lich weni­ger wur­den.

Es war al­so wet­ter­mäßig Grau­zeit an­ge­sagt. Ich plan­te die näch­ste Etap­pe und ver­such­te mir ein Bild zu ma­chen von der Ge­samtstrec­ke, wie lan­ge ich brau­chen wür­de, denn mir kam es schon so vor als ob ich viel zu lang­sam vor­wärts kam.

Am Mon­tag, den 11. Ju­ni, wa­ren es bloß 11 Grad. Der Wind wur­de im­mer stär­ker. Auch mit Mo­tor wür­de ich es nicht schaf­fen über den See zu kom­men - sooo stark war der Mo­tor auch nicht. Um 12 Uhr Mit­tags war ei­ne star­ke Bran­dung am Seeu­fer. Die liebe­vol­le Mut­ter Na­tur fängt an ih­re Zäh­ne zu zei­gen - große Wel­len Don­ner­ten nun ans Ufer. Ich stand da und sta­un­te bloß ... genoss es aber sehr die­sen Sturm zu er­le­ben, da al­lei­ne auf die­ser klei­nen In­sel. Nun konn­te ich nicht mehr am Ufer um die In­sel herum­gehen, wie zu­vor. Die Wel­len jag­ten bis zum Ka­nu hoch, sie hat­ten längst 1 Me­ter Höhe und mehr. Zudem kam noch ein ver­ei­ter­ter Zehna­gel - so­ was hat­te ich mein gan­zes Le­ben­ lang nicht ge­habt.

Die In­nen­zelt­wand wur­de nun zum Schlüp­fen von Maiflie­gen be­nutzt-‑Ein­tags­flie­gen. Lee­re Lar­ven­hül­sen hin­gen an der Außen­wand des In­nen­zelts. Schon einma­lig so ein Zelt so di­rekt mit den Ele­men­ten zu­sammen, fei­ne Sa­che. Sehr ro­man­tisch und im­mer Fri­sche Luft, auch bei Dic­ker Luft. Der glei­che Vo­gel wie auf den In­seln zu­vor sang auch hier. Ich fing nun an mich für ihn zu In­ter­es­sie­ren, was war das für ei­ner, wo war der, wie sah der aus.

Un­un­ter­bro­chen wa­ren Spin­nen ih­re Net­ze am bau­en, zwi­schen den Zelt­wän­den, egal ob Re­gen oder Sturm. Das Zelt wur­de gleich mit in die Na­tur ein­ge­webt. Das geht hier sehr schnell.

14.14 Uhr - der Wind fängt nun an ein auf Obszön zu ma­chen. Ich musste rie­si­ge Fels­broc­ken su­chen, als He­ring­ver­stär­ker, das wür­de hal­ten. Ein Schilf­nest kam mir ent­ge­gen­ge­schwom­men auf ihm ein Ei.

Kei­ne 100 Me­ter zur Ost­sei­te von mir war ei­ne win­zi­ge In­sel, die nun kaum noch sicht­bar war, so hoch war das Was­ser. Es drück­te im­mer näher zum Zelt. Dann wur­de ich hung­rig, al­so nahm ich die Angel und Fisch­te hin­ein in den sehr star­ken wüten­den Sturm. Ich mach­te ei­nen sehr schwe­ren Blin­ker rann und warf ihn weit raus ... zack war ein Fisch dran - das war ein Großer. Er jag­te mit guter Ge­schwin­digkeit, fast so schnell wie der Wind durchs­ Was­ser ... aber er konn­te den Blin­ker los­schüt­teln - wie­der ein Wurf - dann war er fest - am Bo­den - ich ließ die Angel lie­gen, wer­de sie lö­sen wenn der Wind nach­ge­lassen hat um mit dem Ka­nu auf den See zu fah­ren. Hol­te dann mei­ne schwe­re An­gel her­vor, mach­te ei­nen Blinker aus Gel­bem Stahl rann - noch schwe­re­rer Typ - mit dem zwei­ten Wurf riss ich den Blin­ker ab.

Es gibt Ta­ge, da ist das zer­stö­re­ri­sche enorm am wir­ken, das war heu­te so ein Tag. Der Sturm hier wür­de mich oh­ne mit der stür­mi­schen Wim­per zu zuc­ken kalt ma­chen und mich hier lie­gen ­las­sen. Ich knüpf­te ei­nen neu­en Blin­ker an und ging zur Wind­stillen Sei­te zur Nord­sei­te - nach dem vier­ten Wurf war ein sehr schö­ner Hecht an der An­gel, doch ich stell­te die Brem­se zu fest und er riss ab mit­samt Blin­ker. Das sind Si­tua­tio­nen die sehr In­ter­es­sant sind. Ich ha­be mein Le­ben­ lang gean­gelt, vie­le Be­rich­te für Fisch und Fang, Blin­ker, Flie­gen­fi­schen ge­schrie­ben, noch nie ist mir ein Hecht ab­ge­ris­sen oder ein Blin­ker da­zu - das sind Ta­ge wo der Sturm sei­ne zer­stö­re­ri­sche En­er­gie hin­ein­pumpt ins Le­ben hier und an­ders­wo.

Ich fing an die Rei­se auch un­ter dem Blick­win­kel des zer­stö­re­ri­schen zu be­ob­ach­ten, wie es ein natür­licher Be­stand­teil des Le­bens ist hier auf der Er­de, im Uni­ver­sum.

Sieht so aus als ob es heu­te nichts wird mit Fisch in der Pfan­ne. Dann sah ich ei­ne al­te Schlappmüt­ze auf der In­sel, und ein zer­bro­chenes Glas, scha­de. Zu­dem fand ich wie­der meh­re­re Öl­behäl­ter für ih­re Mo­torboo­te. Auf der West­sei­te lag ein zer­bro­chenes Rot-‑Grü­nes-‑Holz­boot, ein sehr großes. Ich nann­te die­se In­sel die Wel­len­in­sel.

Die klei­ne In­sel vor mir war vol­ler Kor­mo­ra­ne. Ich konn­te ih­re Schreie hö­ren. Die­se klei­ne Stein­in­sel war aber bei dem Wel­len­gang nicht mehr sicht­bar ...

Aus dem Zelt blic­kend sah ich noch schwach den grünen Saum der Wäl­der am Ho­ri­zont Der Him­mel ist Grau-‑Blau mit sehr dün­nen Sturm­wol­ken, sie streichen um die Son­ne herum. Ein runder Licht­kreis umgibt die Son­ne. Ich sit­ze hier Wind­fest. Später schau­te ich mir noch ­mal das Ka­nu an wie es da um­ge­dreht im Sturm lag. Die Ver­stär­kun­gen durch die 5 cm brei­ten Kreuz­ge­rip­pe, das war nichts, es ist bloß ein Schönwet­ter­ka­nu, aber nun muss ich da­mit klar­kom­men. Bloß 4 Kreuz­ver­stre­bun­gen ha­ben die auf 5,20 Me­ter Län­ge ein­ge­baut, und dann die­se Kevlar­seu­che, sobald die Außen­schicht ab­ge­kratzt ist leckt das Ding-‑Ka­nu. Was soll das, ha­ben die wirk­lich ei­ne Schicht Fiberglas ver­ges­sen, es sieht tat­säch­lich so aus, denn es soll­te doch ei­ne Kevlar-‑Fiberglas-‑Kom­po­si­ti­on sein. Soll­te, soll­te, soll­te ... auch die In­nen­schicht, in Weiß ge­spren­kelt hat nicht das ge­samte Ka­nu bedeckt, sie war manchmal bloß zur Hälf­te des Ka­nus be­schich­tet. Was für ei­ne Weg­we­rf­-Ar­beit. Ich ha­be manchmal größe­re Fiberglas­teil­chen in der Hand, die un­be­deckt wa­ren oder sich jetzt un­ter Be­an­spruchung lö­sen. Wenn ich an der In­nen­wand mit meiner Hand ent­lang glei­te ist mei­ne Hand vol­ler klei­ner Fiberglas­fa­sern. Die ha­ben ein­fach ver­ges­sen die Innen­wand mit Fiberglas­här­ter zu ver­stär­ken. Was für ei­ne Ar­beit! Auf den er­sten Blick sah das Ka­nu akzep­ta­bel aus.

Ich hät­te nie­mals dar­an ge­dacht es so genau zu Prü­fen. Am schlimm­sten wa­ren ja die­se Ver­stre­bungen, sie wa­ren 5 cm breit und et­wa 0,5 cm hoch. Aber an die­sen Über­gän­gen, Ec­ken, Kan­ten, die mit dem Bo­den ver­bun­den wa­ren hat­ten sie nicht genügend ver­stärk­ten Bo­den ge­macht. Da die­ses Kevlar-‑Ka­nu sich nun als fle­xi­bel dar­stell­te war die Fle­xi­bi­lität zu groß für die stei­fen Ver­stre­bun­gen - und wenn ich von der Sei­te im Ge­gen­licht auf das Ka­nu schau­te konn­te ich durch das Ka­nu, im über­trie­be­nen Sin­ne, schau­en, so Dünn war das, was soll das, und das für zwei Per­so­nen und 600 Pfund Ge­wicht. Die­se Theore­ti­schen Büro­men­ta­litäten! Na­ja - und da reißt das Ma­te­ri­al dann in hauch­dün­nen Ris­sen und Was­sertrop­fen kom­men durch.

Okay, ich ma­che al­so den Här­te­test für die­ses Ka­nu. An­son­sten ge­fällt es mir sehr gut, schö­ne Form, hat die tra­di­tio­nel­le Pro­spec­tor Form, darauf kam es mir an. Bloß ... ir­gend­et­was an­deres fehlt da noch, das wird noch raus­ge­fun­den. Trotz­dem schimpf­te ich in die­ser Si­tua­ti­on auf den un­sag­ba­ren US-‑Schrott, natür­lich wird an­ders­wo auch Schrott ge­baut, aber kein Wunder das die Ja­pa­ner zum Bei­spiel so ei­ne Er­folg in den USA ha­ben, we­gen ih­rer Qua­litätspro­duk­te, die aber von Men­schen mit dem dem­ent­spre­chen­den Bewusst­sein ge­führt wur­den.

Ich ar­bei­te­te noch ­mal am Ka­nu, be­pin­sel­te die Bo­den­ver­stär­kung mit Fiberglas und auch die Wän­de des Ka­nus wur­den mit Här­ter be­pin­selt da­mit die­se Fiberglas­fa­sern end­lich ab­ge­deckt sind. Mal se­hen ob das reicht. Wenn ich mehr Fül­ler mit hät­te, wür­de ich den gan­zen Bo­den neu mit Fiberglas aus­le­gen. Aber das so­ was pas­sie­ren könn­te, hat­te ich nicht erwar­tet, hier ein neues Ka­nu ganz neu mit Fiberglas aus­zu­le­gen.

An die­sem Tag war ich aber auch froh den Ofen ge­baut zu ha­ben, bei die­sem Wet­ter und Wind, hät­te ich gar kein Feu­er ma­chen kön­nen, aber nun war der Ofen heiß und ich konn­te war­mes Es­sen und Geträn­ke ma­chen und zu mir neh­men.

15.45 Uhr - der Wind wird lang­sam Ver­­rückt, mal von Osten, mal von Süd­we­sten - dann wie­der von an­ders­wo. Star­ke Be­wöl­kung ist hin­zu­ge­kom­men. Die Sicht ist sehr re­du­ziert.

Plötz­lich flog das Ka­nu durch die Luft, ob­wohl es an­ge­bun­den war. Der Wind hat­te es ge­schafft un­ter dem Ka­nu ein Wir­bel­sturm zu ent­fa­chen, es sau­ste hoch und lan­de­te im Ge­büsch - ah­hh, zu­min­dest ei­ne wei­che Lan­dung. Ich vertau­te es dies­mal ex­trastark, dann leg­te ich noch große Stei­ne drum­herum, und oben auf das Ka­nu. Als ich da­mit fer­tig war sauste plötz­lich die So­lar­an­la­ge durch die Luft - hier ist was los - im wahr­sten sin­ne des Wor­tes. Das So­larpanel lan­de­te mit der So­lar­sei­te auf dem Fel­sen - kei­ne Schram­me. Ca­li­for­ni­sche-‑Sie­men-‑Wert­ar­beit. Le­dig­lich das Plus­ka­bel war aus der Si­che­rung ge­rissen. Aber die Mon­ta­ge war sehr ein­fach. Nur zu­sammen­knip­sen, kei­ne Schrau­be, Bra­vo.

Dann be­rei­te­te ich mich auf ei­nen Re­gen­sturm vor. Viel­leicht al­so doch kal­tes Aben­des­sen. Im Zelt aß ich erst ­mal ei­nen Müs­lipfan­nekuchen, die Din­ger ha­ben Mords­for­mat. Er war dick mit Scho­ko­la­de gefüllt, da­von hat­te ich ge­nug mit­ge­nom­men. Die Winche­ster Ran­ger lag ne­ben mir auf dem Zelt­bo­den. Der Bär­kol­ler war zu 97 % vor­bei.

Als ich ge­stern die­sen wei­te­ren Schuf­te­rei Tag hat­te kam zum er­sten­mal in mir -Auf­ge­ben-‑hoch, das macht kei­ne Freu­de mehr, ich brau­che mich nicht zu be­wei­sen, ich bin da, ich bin hier. Ich dach­te dar­an bei der näch­sten Etap­pe aufzuhö­ren. Hielt schon Aus­schau auf der Kar­te ob ich in der Nähe von Straßen sei wo ich schnell aus dem Ur­wald kom­men könn­te.

Aber heu­te trotz Ge­to­be Ge­stür­me, da freu ich mich schon wie­der auf die näch­sten 30 km Fahrt, aber oh­ne Por­ta­ge. Ich möch­te im Dreg­ger-‑See -Del­ta Vögel Foto­gra­fie­ren. Das sah auf der Kar­te in­ter­es­sant aus. Woll­te schö­ne Fotos ma­chen. Seit mei­ner Kindheit ma­che ich Fotos. Mal se­hen ob das klappt. Die­se Rei­se for­dert ja voll­ste Kon­zen­tra­ti­on, aber auch Glück, und Be­wusst­heit.

Um 16 Uhr ging ich dann noch­ mal An­geln. Der Hun­ger war stär­ker. Sehr star­ke Be­wöl­kung. Viel­leicht Reg­net es bald. Al­so schnell noch das Es­sen ma­chen. Ich Blin­ker­te noch ­mal auf den Hecht vorm Zelt der sich zu­vor los­ge­ris­sen hat­te. Hech­te sind ja Stand­fische, außer je­ne die Fisch­schwär­me fol­gen. Nach ei­nigen Mi­nu­ten war er wie­der am Ha­ken. Ein schö­ner Hecht. Er hat­te ge­nug Kraft die Ru­te zu be­an­spru­chen. Als ich ihn am Ufer auf die glat­ten Stei­ne ge­legt hat­te, lö­ste sich der Ha­ken und zur glei­chen Zeit kam ei­ne große Wel­le. Ich pack­te den Hecht zwar noch mit der lin­ken Hand, aber sei­ne glat­te Haut und die Wel­le ließen den Hecht ent­schlüp­fen. Die Wel­le half schön ihn wie­der in den See zu tra­gen.. Den Hecht wür­de ich nun im­mer wie­der frei­las­sen falls er noch­ mal anbeißen wür­de. Denn die Wahrheit ist ja das in je­dem Le­be­we­sen, auch das Be­wusst­sein ist, es trägt bloß ei­ne an­de­re Form, aber das Be­wusst­sein ist das glei­che wie mei­nes - bloß über die Form ist das Be­wusst­sein ge­bun­den., und zwar in der Ge­stal­tung sei­nes Le­bens. In sei­ner Ko­mmu­ni­ka­ti­on, ein Hecht kann zum Bei­spiel nicht an die­sem Com­pu­ter schrei­ben, ob­wohl es ihm an In­tel­li­genz nicht fehlt, es ist Form­ge­bun­den, aber das We­sen ist Gren­zen­los in al­lem.

Ich ging wie­der zum Zelt zurück, dann rüber durch die Bü­sche zur West­sei­te der In­sel. Auch hier nach ei­ni­gen Mi­nu­ten ein Hecht in den großen hohen Wel­len. Aber auch er lö­ste sich vom Ha­ken. Es ist an­ders mit den großen Wel­len ei­nen Fisch an der An­gel zu ha­ben. Dann auch noch oh­ne Wie­der­haken das er­for­dert ei­ne in­ten­si­ve­re Auf­merk­sam­keit und Fähig­keit, denn in den Wel­len hat­te der Fisch auch ei­ne an­de­re Kraft, die Schnur wur­de leich­ter span­nungs­los durch die Be­we­gun­gen der Wel­len, ich musste ein­fach mehr Druck ausüben und fe­ster nach­schla­gen da­mit der Ha­ken tie­fer sitz. Da ich hier die Fran­zö­si­schen Kraut­ha­ken, Ein­zel­ha­ken, an den Blin­ker ge­macht hat­te, um auch durch die Pflan­zen zu Blin­kern, oh­ne Festzu­ha­ken, war es natür­lich noch kniffli­ger, doch schon 3 Wür­fe später wie­der ein Fisch an der An­gel. Dies­mal passte ich bes­ser auf - der Fisch wog et­wa 5 Pfund - auch er hat­te ei­nen pral­len Bauch und die Schwanz­flos­se eines soe­ben ge­fres­se­nen Fi­sches hing noch aus seinem Maul. Die kön­nen den Ra­chen auch nicht voll ge­nug be­kom­men. Manchmal den­ke ich das noch sehr vie­le Men­schen Tie­re geblie­ben sind oder waren in ih­ren vor­he­ri­gen Le­ben. Wenn sie da­nach einen Mensch­li­chen Kör­per be­kom­men brin­gen sie die­se Tie­ri­schen Ei­gen­schaf­ten noch mit in die­ses Leben denn die Hab­gier ist doch noch sehr ver­haf­tet mit ih­nen und al­le daraus ent­ste­hen­den Sym­p­to­me, sie er­schei­nen mir des­we­gen wie Tier-‑Men­schen. Aber je­der ist ein Gött­li­ches In­di­vi­du­um und macht sei­nen Weg durch die Wel­ten um dem Eben­bild Gottes Aus­druck zu ge­ben.

Ich fi­le­tier­te den Fisch so­fort da am Ufer und zerhack­te den Rest in Stüc­ke um den Möwen was zu las­sen die sol­che Re­ste be­stimmt bald fin­den würden.

Schon bald knack­te ein Feu­er im Ofen - ah­hh pri­ma - der Ofen - ei­ne To­ma­ten Nu­del­sup­pe koch­te im Topf, ein Pott Hi­bis­ku­stee wur­de ge­macht und die Fi­les brut­zel­ten in der Pfan­ne. Der Wind stürm­te weiter - egal - und schön. Die gan­ze Ar­beit wur­de sehr in­ten­siv ge­macht, im­mer mit dem mög­li­chen Re­gen im Rüc­ken. Ich aß gleich 2 Fi­les aus der Pfan­ne, et­was Zi­tro­nen­saft, Salz, das war al­les. Köst­lich. Dan­ke Hecht. Die an­de­ren bei­den Fi­les woll­te ich räu­chern und für die 30-km-Rei­se, viel­leicht mor­gen, mit­nehmen. Als die Sup­pe fer­tig war fing es an zu Reg­nen. Ich leg­te die rest­li­chen Fi­les in die Pfan­ne, fand ei­nen fla­chen Stein fürs Zelt auf den ich den Sup­pen­topf stellen konn­te, mach­te den Mos­ki­to­vor­hang zu und leg­te mich ge­gen den Blau­en was­ser­dich­ten Pack­sack zum Es­sen. Draußen tob­ten die Wel­len ei­ne Art Was­serwahn­sinn. Sie wa­ren nun über 1 Me­ter hoch, ganz schö­ne Broc­ken für ei­nen stil­len See.Der Tag war sehr laut ge­we­sen, aber ei­ne an­ge­neh­me Ton­art die­se Win­de und das Rau­schen in den Bü­schen, kei­ne unan­ge­neh­me Me­tall­klap­pe­rei, kei­ne Här­te.

Die Wel­len rausch­ten mit un­un­ter­bro­che­ner Klatsche­rei ge­gen das Ufer, bra­chen, zer­teil­ten sich, fielen in sich zu­sam­men. Aber das Zelt steht ein­wandfrei. Es wird ge­scho­ben und ge­bo­gen, aber ich brauch­te auch zwei 50 Pfund Fel­sen um si­cher zu sein, das es nicht ab­hebt.

Die Sup­pe war genau rich­tig für so ein Wet­ter, schmack­haft wür­zig, warm ... ich kratz­te auch die an­ge­bac­kenen Nu­deln vom Topf­bo­den - so gut war sie. Selbst­ver­ständ­lich musste ich nach dem Es­sen alles so­fort rei­ni­gen sa­ge ich mir, sonst trock­nen die Re­ste an und ich brau­che zu viel Zeit zum Rei­ni­gen. Außer ich wei­che ein. Das Pla­nen im voraus er­weist sich wie­der ­mal als wich­tig. Der Re­gen zog vor­bei, der Wind blieb, al­so ging ich wie­der raus um die Hecht­files zu Räu­chern. Im Ofen war je­de Men­ge Holz­koh­le. Ich nahm ei­ne Ast­ga­bel, leg­te ein Fi­let darauf und hielt es durch die run­de Ofen­tür über der Holz­koh­le die schön glim­mer­te. Schnell war das Fi­let gar, und so gar­te auch das zwei­te. Sie soll­ten ja für Mor­gen sein.. Da­nach ver­pack­te ich schon al­les für den näch­sten Tag, leg­te al­les un­ters Ka­nu. Auch zwei Hand­voll Misch­boh­nen hat­te ich im Topf mit Was­ser un­ters Ka­nu ge­stellt. Dann leg­te ich mich ins Zelt um zu schrei­ben. Die Tem­pe­ra­tur fiel auf 14 Grad. Wenn der Wind mit­spielt wür­de ich mor­gen die Öff­nung am See an­pei­len die ich schon am kla­ren Tag ge­se­hen hat­te et­wa 4,5 km ent­fernt. Abends er­zähl­te ich mir noch ei­ni­ge Wit­ze, z.B.: Die Wis­sen­schaft­ler ha­ben beschlos­sen, dass sie das Gött­li­che nicht mehr brau­chen, da sie nun selbst den Men­schen klo­nen kön­nen. Al­so geht der Spre­cher zum Gött­li­chen und sagt:

»Gott, wir brau­chen dich nicht mehr,  da wir nun sel­ber Men­schen ma­chen kön­nen.«

               Da sag­te das Gött­li­che:

»Nun ja, das ak­zep­tie­re ich, aber lass uns doch noch ei­nen Test ma­chen im Men­schen bau­en.«

»Kein Pro­blem«, sagt der Wis­sen­schaft­ler und hebt ei­ne Hand­voll Er­de auf.

»Nein, nein, so nicht«, ruft das Gött­li­che,

»Du, nimm dei­ne ei­ge­ne Er­de.«

             Oder wie nennt man Ter­ro­ri­sten in Salz­säu­re?

 Das gelö­ste Pro­blem.

             Oder:

Gott war da­bei, dem männ­li­chen Säu­ge­tier seinen Pe­nis zu ge­ben.

»Hier hast du ihn, da­mit kannst du ge­zielt ar­beiten.«

Das Säu­ge­tier freu­te sich und lief überall herum,und pin­kel­te an Bäu­me. 

Dann sprach Er zum weib­li­chen Säu­ge­tier :

»Und dir ge­be ich das da­zu pas­sen­de Out­fit, das ist gut für mul­ti­ple Or­gas­men.«

Mitt­woch, 12. Ju­ni

13 Grad draußen, 15 Grad im Zelt...Ich sit­ze hier fest. Re­gen­böen nach Re­gen­böen - Stür­me oh­ne Un­ter­bre­chung, wil­de Stür­me, seit gestern Abend 22 Uhr.. Ich sin­ge schon den Duct-‑Ta­pe Blues. Vor­ne am Ein­gang des Zel­tes kommt et­was Regen durch den Bo­den, nicht viel, ebenso am Dach, rechts oben. Ei­ne Naht ist nicht völ­lig Dicht. Drei klei­ne Trop­fen hin­gen am Mos­ki­toin­nen­zelt. 

  Ha­be das So­lar­panel wie­der an der Bat­te­rie be­fe­stigt. Läd auch bei be­wölk­tem Him­mel. Da ich viel Zeit ha­be fei­le ich mir die Fin­gernä­gel. War­ten. Auch auf die­ser In­sel ist ein schö­ner Pfef­fer­minz­duft. 

  Die Fisch­stüc­ke am Ufer wur­den von ei­nem Mer­ganser genüss­lich auf­ge­nom­men und ver­speist. Na al­so. Auch sind die Loons wie­der da. Und die Vö­gel san­gen trotz des Re­gen trotz des Sturms.

18.30 Uhr. Der Sturm fegt un­un­ter­bro­chen über den See. Bloß jetzt noch stär­ker. Ei­ni­ge Äste wer­den ans Ufer ge­wor­fen. Ich hat­te mor­gens schon an­ge­fangen ein­zu­pac­ken, woll­te wei­ter, ich bin in 10 Ta­gen bloß 140 km ge­fah­ren, das sind 60 km zu we­nig - von dem 20-km-Li­mit pro Tag. 

  Der Him­mel klär­te Mor­gens stark auf. Plötz­lich ließ der Wind nach. Das Ka­nu hat­te ich schon in Ufernähe ge­bracht. Den gel­ben Was­ser­dich­ten Pla­stik­sack hat­te ich schon un­term Sitz ver­staut. Ich freu­te mich wei­ter zu kom­men. Dann ein lau­tes Grol­len und dar­auf­folgen­des Knal­len - okay - Ge­wit­ter - das war’s dann. Aus Süd-‑Ost kam das Ge­wit­ter. In­ner­halb von 5 Mi­nu­ten war der Him­mel wie­der Dun­kel­li­la ge­färbt. Ich lag dann im Zelt und schau­te aus der Öff­nung auf den See. Von Mi­nu­te zu Mi­nu­te wur­de er Dunk­ler. Schon bald konn­te ich bloß noch die grau­en Um­ris­se der nahen Kor­mo­ran­in­sel se­hen. Der See war Schwarz­grau ge­färbt. Der Him­mel ein dich­tes zer­wa­schenes Grau aus tiefflie­gen­dem Ge­we­be. Dic­ke Re­gen­trop­fen wühl­ten den See auf. Sie zer­platz­ten auf der Was­serober­fläche. Die gan­ze Um­ge­bung war die rein­ste düste­re ... stür­men­de - To­ben­de - heu­len­de - sausen­de - rat­tern­de - Ge­wit­ters­ze­ne ge­wor­den. Dic­ke Fet­te Don­ner knall­ten über dem See. Sie roll­ten in die Wäl­der. Im­mer wie­der knall­ten so­fort Blit­ze los, trockene, sie ris­sen ein grel­les Licht in die Um­ge­bung. Ich aß ei­nen Pfan­ne­ku­chen mit Scho­ko­la­de - es war der letz­te ... mampf - mampf - mampf..

Zwei star­ke Blit­ze zuck­ten di­rekt über dem Zelt. Ich schrak zu­sam­men. Wo soll­te ich mich sonst hin­bewe­gen. Das Ge­wehr hat­te den Stahl­lauf. Wür­de das rei­chen. Die In­sel war ganz flach, aber die Bäu­me waren der höch­ste Punkt. Wie­der groll­te ein mäch­ti­ger Don­ner di­rekt über mir. Was soll das, ich hat­te dem nichts ge­tan. Der Don­ner roll­te so lan­ge in der Fer­ne das er wahr­schein­lich bis nach Grön­land ge­lang­te. Noch stär­ke­re Sturm­böen peitsch­ten über den See. Die Wel­len wa­ren schon 2 Me­ter vom Zelt ent­fernt, sonst wa­ren es 4 Me­ter. Dann blitz­te und Don­ner­te es di­rekt bei­des zu­sam­men über mir. Ich leg­te mich sofort flach hin. So ­was hat­te ich noch nie in mei­nem Le­ben er­lebt. Der Druck ra­ste über mich hin­weg und ich fühl­te sei­ne enor­me Kraft, aber mein Ge­hirn stand trotz­dem auf -‑ wei­ter­zie­hen -‑ weg -‑ wech -‑ wo­an­ders hin-‑.. . . . . . .  

Der Wind wur­de noch stär­ker. Das Zelt bog sich fast 45 Grad, aber es stand fest, fa­bel­haft, ein­fach wun­der­bar. Es flat­ter­te enorm, aber es stand. 

  In die­sem mäch­ti­gen Sturm kam ei­ne Grup­pe Mergan­ser vor­bei, am Ufer. Auch die Loons ka­men vorbei. Sie wur­den zwar hin und her ge­wor­fen blie­ben aber schön auf Pad­del­kurs. Der ei­ne Loon steck­te sogar sei­nen Kopf un­ter Was­ser um zu se­hen ob da Fische zum fan­gen sind. Die klei­ne In­sel war fast nicht mehr zu se­hen. Die bei­den Vo­gel­grup­pen schwammen lang­sam vor­bei. Die Mer­gan­ser tauch­ten in ei­ner Art von Ba­lettryth­mus. Die gan­ze Grup­pe auf einmal. - wit­zig - so­was hat­te ich auch noch nicht ge­se­hen. 

  Der Sturm fauch­te, dröhnte, knurr­te schob und riss, rat­ter­te und knat­ter­tob­te, kratz­te und ... blieb so bis spät in den Nach­mit­tag. 

  Ich war phy­sisch er­schöpft - mü­de - hol­te mir dann zwei Stück geräu­cher­ten Hecht un­ter dem Ka­nu her­vor. Auf den Kni­en hoc­kend aß ich sie im Zelt, aber dafür sehr genüss­lich. Mensch war das gut, das war das be­ste das fein­ste ... ich freu­te mich auch über mei­ne gute Fi­let­ar­beit denn kei­ne Gräten wa­ren im Filet. 

  Dann wur­de der Sturm noch­ mal stär­ker und es wur­de noch dunkler. Ich hat­te wäh­rend der kur­zen Pau­se vor dem Filetho­len noch ei­ni­ge Fels­broc­ken am Zelt auf­ge­baut. Hat­te auf die Fel­sen noch ­mal Fel­sen ge­legt. Das sah nun fast schon Bur­gig aus. Ge­gen 17 Uhr ra­ste ich noch­ mal schnell zum Ka­nu - riss die Müs­li­sa­chen her­vor, pack­te schnell al­les zu­sam­men und raste schnell ins Zelt zurück. 

  Ich war durch­nässt. Zog mich aus., leg­te die nassen Sa­chen zur Sei­te und leg­te den Schlaf­sack über mei­nen Kopf, so­fort schlief ich ein und wach­te erst um 19 Uhr wie­der auf., denn es wur­de sehr warm im Zelt, ein Son­ne­loch im Him­mel ... aber nur 10 Mi­nu­ten - da­nach war es wie­der Schwarz - der Sturm tob­te un­ver­min­dert wei­ter. Er feg­te und feg­te und feg­te und feg­te ...


Don­ners­tag, 13. Ju­ni

5.40 Uhr

Der Sturm ist noch da, et­was Mil­der, aber ein ho­rizon­ta­les hell­blaues Band hat sich über ein drit­tel des Ho­ri­zonts ge­legt, im Sü­den. Ob­wohl der hell­blaue Schlitz schon um 4 Uhr früh da war hat er sich noch nicht verän­dert. Nun kom­men die er­sten Son­nenlicht-Durch­brüche. Die Wel­len auf dem See donnern nach wie vor mit Ka­ra­cho ans Ufer. Ih­re weißen Bre­cher ha­ben Schön­heit in ih­rer Be­weglich­keit. Sie se­hen feucht glatt und dun­kel­grau aus. 

  Lang­sam wur­de der Him­mel dann doch mehr und mehr auf­ge­ris­sen. Es er­schie­nen hell­blaue zerris­se­nen Flec­ken im tief­grau­en Wol­ken­ge­to­be. Die An­sät­ze der Wol­ken die von Licht be­schie­nen sind leuch­te­ten in ei­nem grel­len Weiß. Aber die Wol­ken lie­gen sehr tief über dem See. 

  Ein Weiß­kopf­see­ad­ler kam ganz flach in mei­ne Rich­tung ge­flo­gen. Er hielt wohl Aus­schau nach was essbarem. Als er sehr na­he war sah er mich und bog er­schroc­ken ab.   Ich ha­be das So­lar­panel wie­der an­ge­schlos­sen. Ich ha­be mich auch wie­der an­geschlos­sen, und zwar be­reit zur Ab­fahrt. 

  Dann stell­te ich fest das mein ge­samtes bisschen Fett das ich um den Bauch hat­te - weg war. Ab­gebraucht war, die Bauch­haut war straff. Ich ha­be sogar schon an­ge­fan­gen den Ho­sengür­tel en­ger zu ma­chen. So ei­ne Tour ist wirk­lich die Ide­ale Diät. Du kannst es­sen so viel du willst, und dann noch mehr - und nimmst trotz­dem ab.

8.20 Uhr

Der Wind hat wie­der auf Voll­gas ge­dreht und ge­treten. Die hell­blau­en Licht­blic­ke am Ho­ri­zont sind noch da. Tur­bostür­me fet­zen wei­ter­hin die Was­ser­fläche auf, tür­men die Mas­sen hoch, ent­fa­chen wir­beln­de Be­we­gun­gen die bis in die Un­sicht­bar­keit hinaufgetürmt wer­den um dann wie­der in sich zu zer­fal­len um in ih­rer sicht­ba­ren Struk­tur zu blei­ben. Ich hat­te den Schlaf­sack schon zu­sam­men­ge­packt. Was ist hier los!

Das ist wohl der Aus­gleich für die 5 Jah­re Troc­kenheit hier oben, mit vol­ler Ge­walt. Ich schei­ne mei­stens Fron­tal­wind zu ha­ben, ob­wohl ich ja oft Nord-‑Süd pad­deln muss..

10.10 Uhr

Mir hängt`s bald zum Hal­se raus. Der Wind ist noch stär­ker ge­wor­den. Wie­der zie­hen star­ke schwar­ze Wol­ken von Sü­den her­auf und über mich hin­weg. Alles ist wie­der dun­kel, scheiß war­ten, aber ich nehm’s trotz­dem ge­las­sen. Ich wä­re lie­ber auf ei­ner in­ter­essan­te­r­en In­seln. Al­so der Ju­ni hier oben, für Ein­zel Kanu­tou­ren der hat’s in sich, in be­zug zum Re­gen Stürmen und To­ben.

15.40 Uhr

Fast Pech­schwarz - enorm, so ­was noch nie er­lebt, fast Nacht am Tag. Mäch­ti­ge Stür­me don­nern und knal­len und bie­gen und ra­sen, aber das Zelt ist ein Zelt­wun­der die­ses V 23. Es steht immer noch und ist troc­ken. Einfach Su­per. Ich füh­le mich sehr wohl da drin. 

  Ich hat­te noch ­mal das Ka­nu mit Fel­sen be­fe­stigt. Dann gab ich auf, ich re­si­gnier­te und ging in den wilden Sturm zum An­geln. Ich ging ein­mal um die kleinen Stur­min­sel so nann­te ich sie nun; herum. Fing zwei sehr schö­ne Hech­te. Fi­le­tier­te sie so­fort, ei­ner war für mor­gen. Auch der Ofen war klas­se da war sogar noch Glut drin als ich Holz rein­warf und et­was troc­kenes Pa­pier, Toi­let­ten­pa­pier natür­lich.

Kurz darauf wa­ren Flam­men zu hö­ren. Aber der Wind half auch, er jag­te ganz gut durch den Schornstein, was der da wohl fan­gen woll­te. Ich gar­te die Files und back­te ei­ni­ge Zimt Pfan­ne­ku­chen dann koch­te ich noch ei­ne Gemü­se Sup­pe so rich­tig dick und saf­tig für die­ses Wet­ter.

Ei­gent­lich war es ei­ne Freu­de, das Le­ben, da, im Sturm draußen zu Ko­chen. Ich war er­frischt. Mei­ne Sin­ne wur­den wa­cher. Ich ge­noss die­se Wild­heit um mich herum. Manchmal dach­te ich mir die Men­schen mit ih­rem Ver­gif­tungs­waaaaaaahn, aber die Na­tur braucht bloß ein­mal ein­we­nig zu Fur­zen, da sind ih­re Gif­te und Atom­bom­ben die sie im Kopf und Her­zen tra­gen wert­los., da sind sie weg von der Na­turs­ze­ne. Das freu­te mich zu se­hen wie das sein könn­te, und das es auch so kom­men wird wenn wei­ter­hin so un­gerecht so gif­tig so ver­lo­gen und Gierig -‑ Nei­disch ge­managt wird, von der Ma­na­germa­fia. 

  In sol­chen Si­tua­tio­nen al­lei­ne und mit Gedan­ken die gar nichts mit der ge­gen­wär­ti­gen Si­tua­ti­on zu tun hat­ten, sau­ste mei­ne Fan­ta­sie oft in was wä­re wenn oder in die Wit­ze rein die ich durch­spiel­te oder aber mir pas­send zu­recht­leg­te. Hier war ei­ner mei­ner bevor­zug­ten: 

  Die Chefs der WTO und Welt­han­dels­bank und deren Geld­ge­ber hat­ten zu­sam­men mit den Re­li­gi­onsbos­sen der so­ge­nann­ten Wel­tre­li­gio­nen die al­le­samt Ma­nage­ment-‑Clubs sind Ein­sicht be­kom­men und der Ober­gu­ru gab ei­ne Pres­se­kon­fe­renz vor der UN in Alt-‑York. Er sag­te wir ha­ben al­les in 12 Punk­te zu­sammen­ge­stellt die wir nun Ver­wirk­li­chen wol­len..

1. Al­le Ar­ten des Sie­ges der Selbst­lo­sig­keit über die Selbst­sucht. Der Sieg der Ge­mein­schaft­sin­ter­es­sen über die Pri­vatin­ter­es­sen.

2. Die Er­schaf­fung ei­ner in­ter­na­tio­na­len de­mo­kra­tischen Welt­lei­tung.

3. Die Abrü­stung al­ler Län­der zum Vor­teil der Gründung ei­ner in­ter­na­tio­na­len Welt­po­li­zei.

4. Die Ent­wick­lung ei­nes öf­fent­li­chen-‑nicht ge­hei­men-‑höch­sten Ge­set­zes-‑und Ge­richts­we­sen, ver­tre­ten durch die her­vor­ra­gend­sten Re­prä­sen­tan­ten der Wis­sen­schaft auf sowohl gei­sti­gen als auch ma­te­riel­len Ge­bie­ten, die qua­li­fi­ziert da­zu sind, Kenntnis­se über den Un­ter­schied zwi­schen; - ab­norma­len Hand­lun­gen, und Ver­bre­chen - so­wie Kennt­nis­se vom Gang der Ent­wick­lung und den ewi­gen Ge­set­zen des Da­s­eins zu ha­ben, und dadurch für al­les und al­le ab­so­lu­tes Recht und ab­solu­te Ge­rech­tig­keit ge­währ­lei­sten kön­nen.

5. Ab­schaf­fung des Pri­vat­be­sit­zes von Wer­ten zum Vorteil der An­eig­nung der­sel­ben durch den Welt­staat.

6. Ab­schaf­fung des Gel­des zum Vor­teil der Ein­führung per­sön­lich gelei­ste­ter Ar­beit des In­di­vidu­ums als ein­zi­ges Zah­lungs­mit­tel für die be­treffen­de Per­son.

7. Er­rich­tung ei­nes für den gan­zen Welt­staat gemein­sa­men Kin­der-‑Al­ters-‑und Krank­heits­fonds durch ei­nen Ab­trag von den Ar­beits­quit­tun­gen.

8. Aus­nut­zung der Ma­schi­ne zur Ver­kür­zung der mate­ri­el­len Ar­beits­zeit zum Vor­teil von Stu­di­en­ta­gen und Gei­stes­for­schung.

9. Ab­schaf­fung von Ge­walt­po­li­tik und Blut­ver­gießen.

10. Ab­schaf­fung von Tor­tur-‑Prü­gel-‑und To­des­stra­fe zum Vor­teil von kun­di­gen In­ter­nie­rungs-‑und Er­ziehungs­an­stal­ten.

11. Ent­wick­lung von Ve­ge­ta­ri­schen Nah­rungs­mit­teln, von Ge­sund­heits-‑und Kör­per­pfle­ge so­wie gesun­den und hel­len Wohn­ver­hält­nis­sen.

12. Ent­wick­lung von gei­sti­ger Frei­heit, To­leranz, Huma­nis­mus und Lie­be zu al­len Le­be­we­sen, zu Men­schen und Tie­ren, zu Pflan­zen und Mi­ne­ra­li­en.

Als die­se Er­klärung ab­ge­ge­ben wur­de wa­ren so­fort al­le Macht­men­schen al­ler Staa­ten da­mit ein­ver­stan­den - HO­HO­HO­HO.

OKay, al­so wei­ter mit der Ko­che­rei da auf der Stür­menden In­sel­welt.

Als al­les leicht köchel­te mach­te ich noch ­mal ei­nen Sturm­spa­zier­gang um die In­sel und sch­lich mich an einen schla­fen­den Mer­gan­ser heran, mach­te ei­ni­ge Fotos. Als dann ei­ne En­ten­frau mit ih­ren win­zi­gen Entchen da in den großen Wel­len auf die In­sel zu­kam, ich war an der West­sei­te die war ge­schütz­ter, ver­steck­te ich mich in den Wei­den­bü­schen, aber ir­gend­was stimm­te ih­rer An­sicht wohl doch nicht so ganz, stimm­te ja auch, und so schwamm sie mit den Winzlin­gen wei­ter, und zwar Rich­tung See­mit­te., hinauf hin­ein in die fet­ten Wel­len - Pri­ma die wa­ren wirk­lich gut drauf. Dann ging ich noch ­mal zum Mer­gan­ser zurück. Er hob auf einmal sei­nen Kopf und ich sah sei­ne schö­nen roten Au­gen und die Zopf­fe­der am Nac­ken.   Es war nun et­was stil­ler ge­wor­den. Das geht sehr schnell hier von Wild zu still wie­der auf Wild. Der Mer­gan­ser schau­te ru­hig zu mir herüber, dann flog er oh­ne Ei­le auf und Se­gel­te Rich­tung We­sten.

Auf dem Rück­weg fand ich zwei dic­ke Klum­pen jun­ger Ma­ri­en­kä­fer die auf den Fels­bö­den la­gen. Sehr große Klum­pen. Wie­der am Zelt stell­te ich den Ofen noch­ mal um, ich schob ihn zwi­schen Zelt und Weiden­bü­sche. Das ging ein­fach da der Bo­den re­la­tiv glatt war. Ich war er­staunt zu se­hen wie we­nig Holz gebraucht wur­de um die Sup­pe, 2 Pöt­te Tee, und zwei Hech­te zu bra­ten. Oh­ne so viel Wind blieb er ru­hig und heiß, denn der Wind hat­te nun nach­ge­las­sen. 

  Manchmal hör­te ich Tö­ne die mich auf­hor­chen ließen, es hör­te sich so an als ob da je­mand sprach. Auch das Ge­gluck­se und Ge­plät­scher der ru­hig werden­den Bran­dung tat sein Teil da­zu. 

  Wäh­rend des Ko­chens stand ich plötz­lich auf, ging zum Seeu­fer, stell­te mich ge­gen den Wind und sang ein In­dia­ner­lied. In In­dia­ner­spra­che, ... Ich ver­stand kein Wort. Fühl­te sich aber al­les sehr gut an. Es war ein Lied des Al­lein­s­eins ... Ein Lied des Win­des der end­los zu sein scheint. Ein Lied des Hier­s­eins in den Win­den des Him­mels. Ein schö­nes Lied. 

  Dann ging ich wie­der zum Kochen. Ich mach­te mir 1,5 Li­ter Früch­te­tee für Mor­gen. Ein Topf voll Ka­mil­letee für Heu­te. Als die Hecht­fi­lets knusprig braun gebra­ten wa­ren-‑die Boh­nen weich-‑setz­te ich mich auf den gut ge­schlif­fe­nen war­men Fel­sen, die Töp­fe vor mir auf dem Fels­bo­den. Beim zwei­ten Stück Hecht­fi­let wur­de mir auf einmal Übel. Woll­te doch nicht so viel Fleisch Es­sen. Nahm die Boh­nen­sup­pe und Löf­fel­te sie rest­los aus. Mensch war die gu­u­u­u­ut, und ich dach­te sie wür­de für zwei Ta­ge rei­chen.

18.10 Uhr

Ich war im Zelt ein­ge­schla­fen. Es fing an zu Reg­nen. Dann wach­te ich auf. Der Wind war fla­cher ge­wor­den das ließ der Ton erah­nen. Die Wel­len wa­ren viel stiller. Nach­dem ich nach draußen ge­gan­gen war stell­te ich fest das der Wind sich nun Rich­tung We­sten gedreht hat­te. So war das Zelt nun im Wind­schat­ten der kur­zen Wei­denbü­sche. Ei­ne west­li­che Windtour hat­te bis jetzt im­mer bes­seres Wet­ter ge­bracht. Ich spe­kulier­te doch noch den See zu über­que­ren, um dann in den Wind­schat­ten der Bent­ly Bay zu kom­men. Ich hat­te mir auch schon überlegt den See hoch­zu­fah­ren nach Nord-‑Osten und dann ei­ne Por­ta­ge an der engsten Stel­le zur Bent­ly Bay zu ma­chen. Aber so wie es nun aus­sieht wer­de ich es mor­gen be­stimmt schaf­fen. Ich woll­te auch mal Nachts im Dreg­ger See vom Ka­nu aus auf Grund Fi­schen, am Ein­lauf des Chur­chills in den See. Das war der näch­ste große See. Da soll­ten auch Stö­re sein, aber in die­sem See be­stimmt auch. 

Überall wo ich nun hin­schau­te wa­ren Spin­nen zu se­hen. Krab­bel­spin­nen, Spring­spin­nen, Kreuz­spin­nen, auch im Zelt wa­ren sie. Sie bau­ten so­fort ih­re Net­ze. Ich ließ sie sein sie wa­ren will­kom­me­nen Gä­ste, da sie ja auch die Flie­gen und an­de­rer Krab­be­lin­sek­ten wegfan­gen. Ge­stern Abend im Zelt be­vor ich ein­schlief beob­ach­te­te ich noch ei­ne klei­ne Spin­ne wie sie ei­ne Amei­se fing und sie da­nach aus­saug­te. Heu­te sah ich ih­ren Kör­per der war schon fast dop­pelt so Groß wie ge­stern. Fres­sen und ge­fres­sen wer­den und re­pro­duzie­ren, das ist hier die De­vi­se.

Als Abend­spa­zier­gang ging ich noch­ mal um die Insel. La­ge um La­ge von Grau­en Wol­ken wur­den über das Land ge­weht, aber es wur­de Lich­ter, hel­ler. Ich sah nun das hier März­glöck­chen blüh­ten. Ih­re weißen Blüten lächel­ten mich an. Sie lächel­ten je­den an, ob freund­lich oder un­freund­lich. Auch die Wei­den wa­ren am blühen. Star­ke gel­be Blüten­zap­fen leuch­te­ten mir ent­ge­gen. In den klei­nen Buch­ten und Tüm­pel­chen blüh­ten Mas­sen­haft gel­bleuchten­de Hah­nenfußblüten. Am Ufer la­gen aus­ge­bleich­te Krebs­gehäuse. Man­che hat­ten ei­ne zar­tro­sa Fär­bung. An­de­re waren schon aus­geb­li­chen. An man­chen Stel­len fand ich klei­ne run­de Bäl­le die aus Gräten­kno­chen und Wirbel der Fi­sche be­stan­den, das hat­ten die Mer­gan­ser-‑Gän­sesä­ger oder Loons-‑Eistau­cher aus­ge­würgt und als Be­ob­ach­tungs­bäl­le hin­ter­las­sen. Ich sah die In­sel nun aus mehr Ru­he her­aus, konn­te die Schön­heit die­ser klei­nen In­sel ent­dec­ken. Ab und zu blitz­te das Son­nen­licht so stark durch die Wol­ken das am Ufer im Was­ser ein der­maßen Bril­lan­tes Licht war, wo­gegen der Bril­lant er­lah­men wür­de, in sei­ner Leuchtkraft. 

  Das Ge­stein der In­sel leuch­te­te Schwarz­glänzend, Rostbraunglän­zend, Grauglän­zend. Die Wellen roll­ten zwar noch in großen weißen Li­ni­en an das Ufer, aber es war merk­lich schö­ner ge­wor­den, Ruhiger, Freund­li­cher. An der West­sei­te der In­sel sah ich dann in den Wei­den­bü­schen ein Loch im Wei­den­gebüsch. Ich schau­te hin­ein und ging dann hin­durch und hat­te plötz­lich ei­ne Moos­be­wach­se­ne Fel­senstel­le vor mir, die ei­nen leich­ten Hang hoch ­führ­te mit Pap­peln be­wach­sen war. Zwei Krähen spran­gen von Ast zu Ast über mir, und mach­ten ihr Ge­schrei, so als ob sie war­nen woll­ten, da­bei steh­len sie sel­ber Ei­er aus Ne­stern und jun­ge Vö­gel auch, ist ja ih­re Sa­che, ich ma­che sie des­we­gen nicht schlecht. Gehört al­les da­zu mir ge­fal­len Krähen sehr. Plötz­lich flog ei­ne Ente auf. Sie flog ziel­si­cher durch das Geäst zum See. Ich such­te den Bo­den ab und fand un­ter ei­ner umgeknick­ten Pap­pel-‑Stumpf ih­ren Ru­he­platz, ei­ne klei­ne Höh­le. Mög­li­cher­wei­se ihr Brut­platz. Dann ging ich noch et­was höher auf die fla­che An­höhe die mir Gras be­wach­sen war und vol­ler Wei­den­rö­schen war die nun ih­re Blüten ge­schlos­sen hat­ten. Sie lebten da im Schutz die­ses Wei­dengür­tels der die­se leich­te An­höhe schüt­zend um­gab. Das hat­te ich in dem Ge­to­be des Sturm gar nicht be­merkt. Auch hier gab es vie­le Sta­chel­beer­sträu­cher und Him­bee­ren wa­ren dort. Ich sta­un­te. Die Him­bee­ren blüh­ten noch aber auf dem Bo­den war ein sehr großes Wespen­nest. 

Ich er­in­ner­te mich ge­le­sen zu ha­ben das ähn­li­che Wild­ni­stou­ren schon auf sol­che Ne­ster bei Por­ta­gen ge­tre­ten wa­ren, mit wil­den Re­sul­ta­ten für den­je­ni­gen der rein­trat. Dann ging ich wie­der zurück zum Zelt. An man­chen Stel­len des Wol­ken­gehäu­ses kam die Son­ne an klei­nen Stel­len mit ih­rer Licht­po­wer durch. So­fort leuch­te­te enor­me Bril­li­anz dort her­vor. Das Was­ser ex­plo­dier­te so­fort in ei­ne gleißen­de sil­brigweiße Licht­fon­tä­ne.

Frei­tag, 14. Ju­ni

Um 5.35 Uhr hat­te ich das Ka­nu fer­tig ge­habt. Der Wind hat­te recht gut nach­ge­las­sen. Der Him­mel war fa­bel­haft, Grau­weißblaue Wol­ken, tief, bloß am Ho­rizont wo ich hin­woll­te, war ein sehr schma­ler Licht­gürtel aus Ro­sa­licht - über mir Tief­grau, Li­la Wol­ken ... Der Wind kam aus der Rich­tung in die ich fah­ren musste, Sü­den ... Die Wel­len wa­ren nun nur halb so groß, aber es sah gün­stig aus - mit dem Mo­tor könn­te ich das schaf­fen. Als ich das Ka­nu in den Knee-‑La­ke -Knie-‑See schob, riss über mir die Wol­ken­dec­ke auf und ei­ne La­dung war­mes Son­nen­licht schi­en un­ter anderem auf mein Ge­sicht. Die Wel­len glänz­ten mit ihren weißen Schaum­kro­nen. Dann setz­te ich mich ins Ka­nu, schob al­les mit dem Alupad­del von Ufer ab, und als ich 5-6 Me­ter vom Ufer war leg­te ich den Mo­tor an - der so­fort auf vol­le Kraft ein­ge­stellt wur­de. Ah­h­h­h­hh - das ging sehr gut. Ich Pad­del­te da­zu in ruhi­gen Zü­gen. Die So­lar­an­la­ge lag über dem Pla­stik-‑Sprüh­co­ver - ei­ne Spinan­gel lag da­ne­ben. Ich hat­te die Gel­be Schwimm­we­ste über die Bei­ge Fjäll­räven Jac­ke ge­zo­gen und trug mei­ne Stoffmüt­ze mit lan­gem Schirm, die beid­sei­tig trag­bar war, das Ro­sa war nun draußen. Die In­nen­far­be war Weiß.

Der Stroh­hut wä­re bei dem Wind wohl flit­zen gegan­gen. Ich peil­te Rich­tung Sü­den an - das ging gut, et­wa 4 km auf frei­er See­fläche wur­de ich ganz schön hin und her ge­schau­kelt, aber mir war klar das ich es schaf­fen wür­de. Der Him­mel war in­zwi­schen wie­der völ­lig Schwarz ge­wor­den. Bloß der schma­le Licht­streifen im Süd-‑Osten war Licht­klar. Da woll­te ich ja hin, zum Licht. 

  Ei­ni­ge schö­ne Wel­len rollten über das Ka­nu hinweg, aber die Pla­stikschutz­hül­le hielt al­les große das über das Ka­nu schwapp­te und roll­te ab - dann war es so­weit Links ab­zu­bie­gen. Ich fuhr oh­ne Kom­pass da ich die Öff­nung im Land se­hen konn­te die in die Bent­ly Bucht führ­te - nun ging es 17 km Rich­tung Nord-‑Ost, die Bucht war 1,5-3 km breit. In der Bent­ly Bucht hat­te ich den Wind dann fast hin­ter mir. 

  Pe­li­ka­ne in Zwei­er­for­ma­tion schwam­men vor mir herum denn die­se Bucht war viel ru­hi­ger. Ei­ni­ge Häuser stan­den am Ufer. Womög­lich ein al­tes Jagd­camp, oder ein In­dianer­dorf. Kein Mensch war zu se­hen. Das Haus das rechts auf dem Gras stand war ganz Weiß. Die Be­wöl­kung da­zu war ein­fach Fan­ta­stisch. Enor­mes Schwarz­grau. Aber es wur­de fast Wind­still. 

  Mein Kör­per war ein­fach fix und fer­tig merk­te ich, der Sturm war ein­fach kei­ne Er­ho­lung ge­we­sen. Er woll­te noch nicht so rich­tig pad­deln, Kraft über­tra­gen, Freu­de an der gan­zen Sa­che hier draußen ha­ben, es war ihm ein­fach noch zu viel. 

  Der Mo­tor war ei­ne un­sag­ba­re Hil­fe. Oh­ne den Mo­tor hät­te ich es heu­te nicht über den See ge­schafft ge­gen die noch sehr ho­hen Wel­len auf dem See. Und auch die­se Strec­ke in der Bucht  ist mit dem Mo­tor ei­ne Er­leich­te­rung. 

  Das Ufer in der Bent­ly Bucht war an­ders. Die lin­ke Sei­te war mit Fels­be­schich­tung ver­se­hen, die Fel­sen la­gen in fast Block­ar­ti­gen Schich­ten auf­ein­an­der. Auf den Fel­sen wuch­sen Na­del­bäu­me, Bir­ken, Wei­den in ver­ein­zel­ten Grup­pen. Al­les leuch­te­te saf­tig Grün. Die Fel­sen wa­ren Rost­braun, vie­le Ad­ler flo­gen auf und segel­ten weg. 

  Ei­ni­ge Ka­nu­ten hat­ten in großen weißen Buch­staben RAY -Pe­ter-‑und Ramd­ha auf ei­nen großen fla­chen Fel­sen an der Fels­wand ge­schrie­ben. Aug-‑25-90 stand links da­von. 

  Die Bent­ly Bucht ist auch ei­ne sehr schö­ne Bucht. Aber ich woll­te vorwärts, die vie­len Ta­ge auf der In­sel die hat­ten mei­nen Plan ver­stürmt, und den hat­te ich noch im Ana­ly­ti­schen Ver­stand ge­spei­chert, der mich stör­te. 

  Dann am Gip­fel der Bucht dreh­te ich nach Rechts in den Chur­chill Ri­ver, der nun schmal wird. Ich fuhr vor­bei am Haul­tain Ri­ver der Links in schö­nen Windun­gen in den Chur­chill mün­det. Das Land war hier Mar­schi­ger, vie­le Rohr­kol­ben wuch­sen hier, aber der Vor­jah­res­wuchs war immer noch pre­do­mi­nie­rend, das Grün von die­sem Jahr lag noch kurz.. 

  Vie­le Red-‑Wing Black­birds - al­so in Deutsch Rotflü­gel Schwarz­vogel - flo­gen herum, schrie­en, und sangen, auch Yel­low Hea­ded Black­birds wa­ren da - in Deutsch Gelb­köp­fi­ge Schwarz­vö­gel. Bei­de hat­ten sich im Schilf ih­re Nestum­ge­bung aus­ge­sucht und träl­ler­ten nun ih­re na­sa­len flöten­ar­ti­gen Lie­der in die Welt. 

 Sehr schön die­se Land­schaft. Aber al­les un­ter Tiefgrauem Him­mel. Ich sah fri­sche große Wei­den­bäu­me die von Bi­bern an­geknab­bert wa­ren, auch um­geknabbert, das wa­ren mei­ne er­sten Bi­ber­kab­ber­bäu­me über­haupt in Re­al Li­fe zu­vor hat­te ich das ala TV und Film ge­se­hen. In Britsch Co­lum­bia hat­te ich kei­ne Bissspu­ren se­hen kön­nen dort am Ba­bi­ne Ri­ver, ob­wohl die Bi­ber da auch in der Ufer­bö­schung ih­re Höhlenbur­gen hat­ten. Ich freu­te mich die­se er­sten Bi­ber­spuren zu se­hen. Auch das wa­ren wei­te­re Freun­de. Ich ha­be überall Freun­de be­merk­te ich. Die Blu­men, die Wol­ken die Son­­­ne die Möwen die Ad­ler die Kor­mora­ne die Fi­sche.. 

  Jetzt im en­ge­ren Fluss ging es wie­der Rich­tung Süden da kam der Wind her, dann ging es wie­der Richtung Süd-‑We­sten. Da kam er auch her. 

  Aber der Mo­tor, ein­fach klas­se - ganz still wur­de ich Ki­lo­me­ter um Ki­lo­me­ter vor­wärts­ge­scho­ben. Das Ufer war nun sehr na­he mit sehr großen Rohr­kol­benfel­dern be­wach­sen und mit Schilf. Et­wa 6-8 Me­ter dahin­ter fing erst der Baum­be­wuchs an, klei­ne Bir­ken, oder Wei­den in Ein­zel­po­si­ti­on, überall dem la­gen tiefgraue Wol­ken schon fast Schwar­ze Wol­ken. 

  Der Fluss ist nun weit ver­zweigt mit vie­len klei­nen Ne­ben­ar­men und Flüsschen die aber wie­der in den Chur­chill zurück­füh­ren. Überall sind Bäche, Tüm­pel, Marsch­land. Ich fuhr Be­wusst durch sehr en­ge Ne­benar­me die aber zum Chur­chill zurück­ka­men. Hier lebten sehr vie­le Bi­ber. Ei­ni­ge hat­ten ih­re Woh­nung in den Bo­den ge­baut, an­de­re hat­ten Däm­me ge­baut. Aber die mei­sten leb­ten in Erd­woh­nun­gen am Ufer­bereich. Aber ich sah kei­nen Bi­ber. Das Ge­schrei der Tau­sen­den von Red Wing Black­birds und Yel­low  Headed Black­birds war sti­mu­lie­rend. Da lag leb­haf­te Schön­heit in der Luft. Sie mach­ten ih­re Akro­ba­ti­schen Flü­gel und Kopf­ver­ren­kun­gen um zu zei­gen wie Schön sie wa­ren. Bei­de Ge­schlech­ter mach­ten die­se Bo­dy­gym­na­stik. Die Weib­chen sa­hen ein­fach Braun aus. Sie ha­ben aber ele­gan­te schö­ne spit­ze Schnä­bel., und ganz Zar­te spit­ze Kral­len­füße., mit denen sie das Schilf um­grif­fen. Ein Bein links ein Bein rechts an jedem Schilf­halm hiel­ten sie sich fest und san­gen da­bei ihr Lie­bes­lied., Aber nur die Männ­chen. 

  Mit mei­nem mü­den Kör­per glitt ich sehr ru­hig und stau­nend durch die­se en­gen stil­len Ge­wäs­ser ein Pa­radies für Un­berührt­heit und Che­mi­scher Keu­len Behand­lung der Wahn­sin­ni­gen. Hochin­tel­li­gen­ten Ignoranz. 

  Ge­gen Mit­tag wur­de es dann loc­ke­rer in der Bewöl­kung und um 13 Uhr war ein fa­bel­haf­ter Him­mel zu se­hen. Al­les leuch­te­te nun in sei­ner be­sten Färbung. Weiße klei­ne Wol­ken über­zo­gen den Him­mel in dün­nen Strei­fen. Die Zeit die ich ge­gen den Wind hat­te, das war ein Fluch­zeit ge­we­sen. 

  Aber nun war es Zeit zu Es­sen. Ich nahm es im stehen zu mir., im Ka­nu. Hecht­fi­les, Pfan­ne­ku­chen, mit Scho­ko­la­de, Tee ... da­nach bog ich in den er­sten schma­len Bach ein der den Chur­chill mit dem Dregger-‑La­ke ver­band. Das war ein sehr schma­ler Strei­fen Was­ser­straße. Der Bach war ganz Schwarz, Der Sand auf dem Bo­den Gold­gelb. Das Ufer war vol­ler Bi­berbur­gen. Pe­li­ka­ne flo­gen über mir herum. Sehr große Men­gen Red und Yel­lows flo­gen hier herum und sangen. Sie schimp­fen auch und ze­ter­ten und, sie bau­ten ih­re Ne­ster. 

  Die­se Land­schaft ist ein El­do­ra­do der Ver­zweigung, der Sümpfe, Bäche, Schilf und Moore, Rinnsa­le, klei­ne Seen ... Hier wa­ren kei­ne Troc­ken­le­gun­gen kei­ne Ab­gra­bun­gen kei­ne Be­gra­di­gun­gen kurzum kei­ne Büro­na­tur der Dump­fen Dum­men Wohn­zimmer­men­ta­litäten, die weit weit ent­fernt vom Le­ben dahin­träu­men wie sie je­des Atom noch zu Geld und Profit ma­chen kön­nen.. Bloß durch die At­mo­sphä­re wur­den ja die Gif­te der Pe­tro­che­mi­schen Be­sit­zer auch in die­se Ge­gend ge­bracht. 

 Das Was­ser duf­te­te an­ge­nehm. Ich wür­de es aber nicht un­ge­kocht trin­ken, da wa­ren mir zu vie­le Bi­ber in die­ser Ge­gend. Nur im Not­fall.   Vie­le Enten­sor­ten flo­gen auf als sie mich sa­hen. Ei­ne klei­ne Grü­ne Ente sau­ste er­schroc­ken laut flöten hoch. 

  Ich woll­te vor­wärts kom­men. Mit strah­len­dem Him­mel ging es noch ein­fa­cher. Als ich auf das flache Was­ser des Dreg­ger Sees kam strahl­ten mir et­wa 40 Pe­li­ka­ne ent­ge­gen., die da am Ufer stan­den und ei­ne Un­ter­hal­tung hat­ten über das Schö­ne und Ge­sun­de in Le­ben, oder ob, über­haupt, das Le­ben aus Schön­heit und Ge­sund­heit mit­be­steht ... Ich pad­del­te am großen Weißen Fel­sen vor­bei der links am Ufer war. Die Pe­li­ka­ne blie­ben bei ih­rer Po­si­tion. 

  Vor mir lag ein wun­der­schö­ner fla­cher See. Darüber hell­blau­er Him­mel mit ver­ein­zel­ten klei­nen Wol­ken. Lang­sam ging es mei­nem Kör­per et­was bes­ser., er schi­en et­was auf­zu­wa­chen, der Licht­entzug und die An­span­nung macht ihn schlapp. Ich über­qu­er­te den See, ca 1 km, und fuhr ganz na­he Rechts ans Ufer ent­lang. Nun war kaum Wind vorhan­den. Überall san­gen die Vö­gel. Ei­ni­ge Ad­ler flogen vor­bei. Weiß­kopf und Gol­den Ad­ler. Eis­vö­gel sau­sten über den See und auch der Loon sang wieder oder ließ sein Jo­del hö­ren. Sein Ge­sang schall­te über das Land.   Als ich auf der rechten Sei­te des Sees an Land ging um ei­ne Pau­se zu ma­chen zog ich mei­ne Schu­he aus und stand ei­ne Wei­le im kal­ten Was­ser, kurz darauf hat­te ich ei­nen klei­nen Schwarzen Blut­sau­ger am rech­ten Bein, fest­ge­saugt. Ich schab­te ihn mit ei­nem Stock her­un­ter. Ein dün­nes Blutrinn­sal lief aus dem Bein. Dann fuhr ich wei­ter.   Der Dreg­ger See hat die Form ei­nes V, bloß die V-‑Spit­ze zeigt nach Nor­den, er ist sehr schmal und wun­der­schön. Nun bog ich in das V-‑Teil ein in Richtung Süd-‑Osten, Nein, Süd­we­sten. Ich spe­ku­lier­te auf die In­sel die un­ten in der Bucht lag, die dann wie­der Rich­tung Nord-‑Osten führt bis in die San­dy Bay al­so in die San­di­ge Bucht führt. Als ich zu der Insel kam stell­te ich fest das sie zum Zel­ten un­ge­eignet war. Dann pad­del­te ich wie­der am rech­ten Ufer des näch­sten schma­len Arms-‑oder Bucht Rich­tung Nord-‑Osten hoch. Ei­ni­ge win­zi­ge In­seln wa­ren dort aber auch sie wa­ren un­brauch­bar zum Zel­ten, al­so wei­ter, denn es wur­de schon wie­der später.

Ich fuhr dann in den Sand See hin­ein, ein fa­bel­hafter See. Spie­gelglatt war er, kein Wind. Da ich nicht am Ufer Zel­ten woll­te son­dern auf ei­ner In­sel musste ich al­so wei­ter­su­chen, so ist das nun ­mal mit mir. Es muss ei­ne In­sel sein. Ich fühl­te mich da auch viel si­cherer, we­gen der Bä­ren und Mög­li­chen Ka­na­da-‑Kro­kodile.. Egal auch wenn Bä­ren schwim­men kön­nen. Mei­ne Weis­heit und Wahrheit hat­te das als Re­sul­tat er­kannt. und das hat für mich Be­deu­tung.. 

  Die er­ste große In­sel im See ge­fiel mir auch nicht. Seit 4 Uhr mor­gens war ich wach, aus dem Sturm­see end­lich hin­aus­ge­kom­men, aber nun ging es schon wie­der los, die­se lan­ge Fahrt, ich woll­te end­lich ei­ne schö­ne In­sel ei­nen schö­nen Platz, ha­ben, ich woll­te mei­ne Mil­li­on sel­ber ma­chen an­statt sie ge­schenkt zu be­kom­men., un­ge­fähr so - na­ja..

Et­wa 5,5 km ent­fernt war ei­ne win­zi­ge schma­le Insel auf der To­po­gra­phi­schen Kar­te ein­ge­zeich­net. Sie lag et­wa 2,5 km vor den Was­ser­fäl­len die den San­dy See mit der Mc Do­nald Bucht ver­bin­det, ei­ne et­wa 6 km lan­ge schma­le sehr en­ge Chur­chill Ri­ver Flussstel­le. Da woll­te ich nun hin. 

  Mein Bo­dy wur­de wie­der sehr Mü­de. Der Abend kam, es wur­de schon Rot-‑Oran­gen als ich noch immer auf dem See war - aber ich hat­te es bald geschafft - ein sehr schma­ler fla­cher Sand­strei­fen mit klei­nen win­zi­gen Wei­den­bü­schen be­stückt war das, sehr schön, als ich zur In­sel kam ... Ah­h­hh, end­lich ... so­fort bau­te ich das Zelt auf und aß noch ei­ni­ge süße Sa­chen, der Pfan­ne­ku­chen, der wur­de hung­rig ver­speist, da­zu trank ich et­was Was­ser, in­zwi­schen war der Him­mel wie­der be­wölkt, fast Schwarz. 

  Am west­li­chen Ho­ri­zont glüh­te aber das Abend­licht der Son­ne durch. Ei­ne Op­ti­sche Pracht. Sehr vie­le Vögel leb­ten auf die­ser schma­len fla­chen Sandin­sel, aber auch vie­le Müc­ken. Als ich im Zelt lag und ver­such­te zu schla­fen kreisch­ten ei­ni­ge Vö­gel herum. Ich hör­te ei­nen Last­wa­gen denn die 914 Rou­te ging über die Fäl­le die et­wa 2,5 km ent­fernt wa­ren. Das Rau­schen der Fäl­le war nun in der Wind­lo­sig­keit der dun­klen Nacht sehr gut zu hö­ren. Die wa­ren nicht win­zig. 

  Als ich fast ein­geschla­fen war hör­te ich plötz­lich ein sehr lau­tes Klat­schen auf dem See, ein großer Hecht ist am ja­gen, nein, räu­bern tut er auch nicht wie es oft be­schrie­ben wird, er sucht nur Nah­rung, denn wer für Brot stiehlt ist nicht schul­dig gilt auch für den Rest der Mit­be­woh­ner auf die­sem Pla­ne­ten und wohl auch auf an­de­ren Pla­ne­ten im Uni­ver­sum., und so wei­ter - dann klat­sche es noch ­mal und noch­ mal plötz­lich wusste ich das war kein Hecht, das war ein Bi­ber ... ich schlief sehr sehr, tief,..

Sams­tag, 15. Ju­ni

Ich ging die­sen Tag wie­der sehr lang­sam an. Da­mit der Kör­per Har­mo­nie und Lang­sam­keit le­ben kann. Das war bit­ter nö­tig. Stun­den­lan­ges Pad­deln ge­stern von ca. 6 bis 21 Uhr das wa­ren 15 Stun­den im Ka­nu. Ich war tat­säch­lich ge­stern fa­bel­haf­te 56 km ge­fah­ren. Pri­ma. Hat aber auch sei­ne Schä­den, denn der Bo­dy war ein­fach Fix und Fo­xi. 

  Ei­ne Lautstar­ke Vo­gel­stim­men -Aku­stik um­gab mich Frühmor­gens als ich noch im Zelt lag. Ei­ne riesi­ge Se­re­na­de Schall­te in die Welt hinaus. Fast be­rauschend schön. Zwit­schern, Piep­sen, Krei­schen, Keuchen, Sin­gen, Schnat­tern, Gluck­sen, Tril­lern, wun­der­schön. Ei­ni­ge wa­ren di­rekt ne­ben dem Zelt und schab­ten da herum oder San­gen. Sie wa­ren Glück­lich da mit ih­rem Ge­scha­be auf dem Gold­gelben Sand­bo­den. 

Der Tag war grau, feucht, dris­se­lig. Dann ging ich lang­sam aus dem Zelt, es war ein­fach noch zu gemütlich da im war­men Schlaf­sack. Ich zog den dün­nen Pla­stikre­gen­man­tel über, bau­te den Ofen auf, such­te die dün­nen Wei­den­zwei­ge, und feu­er­te den Ofen heiß, mach­te Früch­te­tee ... Ah­h­h­hh. Dann misch­te ich ei­ne große Schüs­sel Teig mit Müs­li zu­sam­men und back­te 4 Su­per Pfan­ne­ku­chen, et­wa 10 cm dick, was aber leicht über­trie­ben ist, mehr 5 cm, aber in der Rich­tung je­den­falls. Sie ver­brei­te­ten ei­nen sat­ten Duft der Güte­klas­se 7 Ster­ne aus Gold. Ohhla­la, sehr Aroma­tisch, da war ja auch das be­ste drin, wo ist der Honig, die Scho­ko­la­de, die Sah­ne. Wo ist der Tel­ler ... ich trank aber Ka­mil­le­tee. Den Früch­te­tee ließ ich für die Wei­ter­fahrt Ich war sehr be­wusst hier so­we­nig Physi­sche Be­la­stung zu er­fah­ren wie es un­ter die­sen Bedin­gun­gen Mi­ni­mal mög­lich war. Mein Kör­per war noch längst nicht fit. Ab 8 Uhr hör­te das Dris­seln auf und der Wol­ken­him­mel riss auf. Der Wind trieb und riss die Wol­ken in al­le Him­mels­rich­tun­gen. Dann lag der er­leuch­te­te See wie­der vor mir, ein wun­der­schöner An­blick. Et­wa 3 Me­ter von mei­nem Zelt hat­te in der Nacht ein Bi­ber ei­ne klei­ne Wei­de und drei klei­ne Pap­peln durch­genagt. Er hat­te ei­nen Zweig am Ufer im Was­ser ge­las­sen. Sah stiel­voll künst­le­risch aus ein schö­nes Stil­le­ben.. Das zar­te Grün. Das stil­le kla­re Was­ser, dar­un­ter der Gold­gel­be See­bo­den aus fei­nem Sand. Die klei­nen weißen Wol­ken spie­gel­ten sich im Was­ser. Sei­ne Schleif­spu­ren wa­ren am Strand gut zu se­hen, wo er die Äste und Stäm­me in den See ge­führt hat­te. Bi­ber sind ja däm­me­rungs­ak­tiv. Ob das bloß des­we­gen ist, weil sie vom Men­schen be­jagt wer­den, so wie die Rehe die­se Ga­zel­len, die ja auch Tags­über ak­tiv sind., wie in Afri­ka . 

Als ich den er­sten Pfan­ne­ku­chen aß, den ich dick mit Ho­nig be­stri­chen hat­te und mit Erd­nussbut­ter kam ein Strand­läu­fer­typ an­ge­flo­gen. Er mach­te sein Ty­pi­sches Strand­läu­fer Tral­la Tril­la. Ich imi­tier­te ihn, und das hat­te ihn wohl neu­gie­rig ge­macht und er setz­te zu meh­re­ren In­for­ma­ti­ons­flü­gen an, um mich herum, um her­aus­zu­fin­den wel­cher Kol­le­ge oder Kol­le­gin wohl noch da sei. Er kam so na­he heran und ver­langsamte seine Flug­fähig­keit so dra­stisch, das er fast auf ei­ner Stel­le ste­hen konn­te, um mich zu be­ob­ach­ten, wie ich da hock­te und ihn anschau­te und mich auf ihn freu­te. Sein Flü­gel­schlag war sehr hoch, wo­mit er sich ähn­lich ei­nem Ko­li­bri auf der Stel­le be­we­gen konn­te, oh­ne vor­wärts zu flie­gen. Er schau­te sehr genau zu mir herüber, um fest­zu­stel­len, wer ich denn nun war. Ein schö­nes Erleb­nis. Wir schau­ten uns tief in die Au­gen. Da war kei­ne Furcht bei ihm und bei mir kei­ne Aggres­si­on. Dann flog er weg.

Der San­dy La­ke liegt auf 391 Me­ter. Nach­dem ich genüsslich ge­ges­sen hat­te, pack­te ich al­le Sa­chen zu­sam­men.. Da­bei stell­te ich fest das aber auch al­les mit rie­si­gen Men­gen an Kä­fern be­deckt war. Es war ei­ne Mi­schung aus Ma­ri­en und Kar­tof­fel­kä­fer. Sie wa­ren größer als Ma­ri­en­kä­fer, Braun­röt­lich oh­ne Punk­te auf ih­rem Rüc­ken.

Mil­lio­nen und Mil­lio­nen wa­ren nun Ak­tiv. Sie fraßen al­les ab, gan­ze Wei­den­bü­sche wa­ren kahl. Sie wa­ren im Zwi­schen­zelt, im Ka­nu, auf al­len Zwei­gen und Blät­tern. Mei­ne Pad­del wa­ren bis oben hin bedeckt. Sie müs­sen wohl im Erd­bo­den ge­we­sen sein, denn ge­stern wa­ren sie nicht sicht­bar. Doch nun sind sie hier überall. Wäh­rend ich al­les zu­sam­men­bau­te leuch­te­ten die­se Kä­fer Gold­braun im Son­ne­licht. Ich musste das Zelt gut ab­schüt­teln, das Ka­nu aus­fe­gen, die Pla­stik­pla­ne gut ab­schüt­teln, sie wa­ren ein­fach explo­si­ons­ar­tig da. 

  Dann schau­te ich mal in den Spie­gel und war geschockt. Mein Ge­sicht war sehr ein­ge­fal­len, ab­ge­magert, die Wan­gen nach in­nen ge­fal­len. Die­ses ist ei­ne Mord­stour mit Mords Ar­beit 12-16 Stun­den am Tag. Al­les bloß we­gen mei­ner Zie­le und gleich­zei­tig da­mit ver­bun­de­nen Gren­zen. Ein kon­stan­tes sehr in­ten­si­ves auf­pas­sen wur­de von mir ver­langt. Sehr so­gar. Ich musste sehr auf­pas­sen wo ich zum Bei­spiel lang­ging auf den In­seln am Ufer. Wo ich hin­trat. Da war fast nie ei­ne glat­te Flä­che im­mer Ris­se und Bie­gun­gen oder Stei­ne und Geröll und glat­te Flä­chen. Oft war es auch glit­schig und Krumm. Im­mer wie­der musste Holz gesucht wer­den, zer­sägt wer­den, Es­sen ma­chen, schleppen, zie­hen, tra­gen he­ben, bre­chen, hac­ken, oder aus­rut­schen, zer­krat­zen, ver­bren­nen, oder Ab­schürfun­gen er­le­ben, Bla­sen an den Fin­gern, oder Füßen, fast schon am Hin­tern, al­so der tat schon oh­ne Un­terlass weh trotz Un­ter­la­gen, die Haut trock­ne­te aus, die Hän­de wa­ren ganz steif, Schwie­len form­ten sich, ausge­trock­net vom Was­ser und Wind, ich hat­te kein gutes Hand­pfle­ge­mit­tel mit, Hirsch­horn­talg hat­te ich, Son­nen­schutz auch, Lip­pen­bal­sam, Rhi­zi­nusöl, was aus­ge­spro­chen gut zur Haut­pfle­ge ist, nach Nüs­sen duf­tend ist es dick­flüs­sig und et­was Zäh, aber auch das Öl half den Hän­den nicht, auch die Fuß­soh­len durch viel Feuch­tig­keit wur­den steif. War wohl der An­fang ei­ner ge­sun­den Horn­haut.

Die Pad­del die ich in den Sand­bo­den ge­steckt hat­te und den Re­gen­man­tel den ich dar­über ge­legt hat­te als es später nicht mehr Dris­sel­te und kla­rer wur­de wa­ren bei­de dick mit den Kä­fern be­deckt. Als ich sie mit der Hand ab­wisch­te kni­ster­ten ih­re Lei­ber durch das ge­gen­sei­ti­ge berüh­ren. Ich hat­te mir heu­te vor­ge­nom­men nir­gend­wo mehr an­zu­kom­men, nirgend­wo mehr an­kom­men zu müs­sen auch nicht in der Hud­son Bay. Das Ziel das nag­te an mir in mir, und war un­gemüt­lich ein un­lieb­sa­mer Ge­gen­satz zu meiner Lie­be in mir die ich leb­te.

Das war ei­ne wich­ti­ge Ent­schei­dung psy­chi­scher Be­frei­ung von Selbstzwän­gen, Zie­le. Ich hat­te mir auch vor­ge­nom­men nir­gend­wo mehr nach Plan zu fah­ren, mein Wohl­be­fin­den war das ein­zig wich­ti­ge. Ich nahm mir vor mal ein Er­ho­lungs­aben­teu­er zu machen denn das war sehr nö­tig.. Ich will heu­te bloß die zwei Fäl­le schaf­fen dann so­fort ei­ne na­he In­sel fin­den und wei­ter aus­ru­hen. Wie­der Wa­schen, Pfle­gen, Repa­rie­ren Fau­len­zen, Fi­schen, und viel Es­sen. Die 15-17 Pfund Fett die ich am An­fang der So­lar-‑Ka­nu-‑Ex­pe­di­ti­on. am Kör­per hat­te - weg. Ich musste jetzt 3 x am Tag es­sen, 1 x mehr als im Stadt­le­ben. Ich brau­che mehr Fi­sche und wer­de mehr auf Vor­rat Braten. Um 12 Uhr war das Ka­nu gepackt, dies­mal hat­te ich al­les schön Ko­or­di­niert ver­packt, wich­tig für die Ba­lan­ce., ins­be­son­de­re wenn`s in die Ge­fäl­le geht. Mit nas­sen Turn­schu­hen fuhr ich Rich­tung Osten zum ersten Was­ser­fall. Der See war Spie­gelglatt oh­ne Wind und mit wun­der­schö­nen Wol­ken­pan­o­ra­ma vor und über mir. Am Ho­ri­zont hin­ter mir trie­ben lan­ge schreien­de Wol­ken von denen ich ja weg­pad­del­te. Die­ser See war ein See vol­ler Was­ser­pflan­zen oder Was­serkräu­ter, der See wür­de si­cher­lich große Men­gen an Fische und an­de­rer Le­be­we­sen ei­ne an­ge­neh­me Wohnung sein., oder an­ders for­mu­liert, ein wun­der­ba­res flüs­siges Uni­ver­sum. 

  Ich pad­del­te sehr gemüt­lich, ge­noss das ge­se­he­ne, es war Warm, ich pad­del­te so ru­hig wie der See, auf dem ich war. Kei­ne Plac­ke­rei wie ge­stern mor­gen um 5 Uhr am Sturm­see. 

  Die Seeüber­que­rung war wun­der­schön. Die­se Schön­­heit ge­nießend mit ih­ren bi­zar­ren Wol­ken­forma­tio­nen die sich auf der Was­se­rober­fläche spie­gelten. Dic­ke Ku­mu­lus­wol­ken türm­ten sich zu­sam­­men. Und al­les spie­gel­te sie im See in schö­nen leuchten­den Far­ben. Zir­rus­wol­ken scho­ben sich durch die At­mosphä­re, ab und an flog ei­ne Lach­möwe vor­bei. In der lin­ken obe­ren Bucht wa­ren zwei Camps. Wohl An­geln oder Ja­gen. Ich sah Häu­ser und Boo­te. Ziel­genau kam ich auf die In­sel zu die in der Mit­te der Flussöff­nung lag. Sie war nun aber durch Nied­rig­was­ser zur Halbinsel ge­wor­den. Das Rau­schen der Fäl­le wur­de stär­ker. Und dann sah ich die Brüc­ke der Rou­te 914. Ein R. C. M. P. Ford fuhr über die Brüc­ke. Die Po­li­zi­sten wa­ren tä­tig. In der ru­hi­gen rech­ten Bucht hielt ich an. Ich woll­te mir erst ­mal die Fäl­le an­schau­en. Schnel­les langes Was­ser aber kei­ne Rol­ler oder große Tur­bu­len­zen wa­ren zu se­hen, auch kei­ne große Fels­broc­ken. Aber wei­ter hin­ten un­ter der Brüc­ke und wei­ter wa­ren die Wel­len aber doch von For­mat. Vor der Brüc­ke hat­ten sie schon das 1-1,5 Me­ter For­mat. Trotz­dem die könn­te ich be­fah­ren weil kei­ne Fel­sen da­zwi­schen lagen. Ich dach­te da kei­ne tie­fe­ren Rol­ler im Was­ser waren, al­so wo das Was­ser mal schnel­ler tie­fer fällt, und nach oben kommt, als glat­te Flä­che, sich dann aber weiß auf­türmt, das kann ge­fähr­lich wer­den, denn wer weiß wie tief das Was­ser dort ist, und ob dar­un­ter nicht ein großer Fel­sen liegt auf den ich dann mal wieder knal­le, weil das al­so nicht vor­han­den war, könn­te ich den Fall schaf­fen. Je­doch ich war von mei­ner Po­siti­on aus nicht soooo si­cher., wie es dar­un­ter wei­terging. Al­so musste ich noch wei­ter zu Fuß run­ter­ge­hen. Ich brauch­te hier mehr Ge­wissheit.   Als ich dann am Ufer ent­lang ging kam ich auf einmal in ei­nen Sumpfbe­reich, al­so ent­schloss ich mich doch fürs Trei­deln. Ich ging zum Ka­nu zurück. Dann zog ich die Wat­­stiefel an. Der rech­te Stie­fel war noch feucht. Schnall­te das zwei­te Gel­be Seil 15 Me­ter lang am Ka­ra­bi­ner­haken fest, hin­ten am Ka­nu, und Wa­te­te Trei­delnd am Ufer ent­lang, das Ka­nu an bei­den Sei­len füh­rend. Es war ei­ne Stol­pe­rei denn der Bo­den be­stand aus lau­ter runder un­ter­schied­lich großer Fels­broc­ken oder Stei­ne bis zu Fußball­größen und größer und klei­ner.

Die Stei­ne wa­ren sehr glit­schig. Ich trat in tie­fe Morast­löcher hin­ein in denen ich bis übers Knie ein­sackte. Vie­le Fel­sen wa­ren mit Weißem Kot von Kor­mo­ranen und Pe­li­ka­nen be­pin­selt oder aber be­schisssss... Un­men­gen von Krebs­gehäu­sen la­gen herum. Die­se Seen hier sind ja voll­gela­den mit Kreb­sen. Das Was­ser ist Fit hier. Im seich­ten Was­ser schwam­men Mil­lio­nen und Mil­lio­nen von klei­nen Fi­schen, die Brut, herum. Wenn sie vor mir flüch­te­ten kräu­sel­te sich die Was­serober­fläche. 

  Das Ka­nu war sich selbst über­las­sen. Ich hielt es im seich­ten Wasser. Die Bucht war über­sät mit Fels­brocken. Ich musste sehr auf­pas­sen wo ich mei­ne Füße hinbe­weg­te. Das Ka­nu ra­ste ge­gen Fel­sen, klemm­te, sich fest. Oft musste es be­freit wer­den. Pha­sen­wei­se ging es aber so schnell das ich auf Stei­nen achtend hin­ter­herlau­fen konn­te, ganz genau auf­pas­send das ich nicht im Fuß­ge­lenk um­knic­ke, aus­rut­sche auf den glat­ten Steinen. Un­ter der Brüc­ke er­reich­te das Ka­nu sei­ne größte Ge­schwin­dig­keit. Aber dort la­gen auch die Fel­sen am schräg­winklig­sten zu­sam­men. Hier musste ich ris­kan­te Sprün­ge von Fels zu Fels ma­chen um mit dem Ka­nu mitzu­hal­ten. 

  Hin­ter der Brüc­ke hat­ten Ang­ler ih­re An­gel­kä­sten liegen­ge­las­sen mit zwei darüber­lie­gen­den An­gel­ruten. Die mach­ten wohl Mit­tagspau­se. Dann war mir klar das ich die­se Fäl­le hät­te durch­fah­ren kön­nen. Es wa­ren aber auch die größten und läng­sten in mei­ner 14 tä­gi­gen Ka­nu­kar­riere. Die Wel­len ge­stern auf dem Sturm­see hat­ten das glei­che Ni­veau. Auch wenn ich nur 12-14 cm Frei­bord ha­be bis zur Wasse­rober­fläche, das Ka­nusprüh­co­ver wür­de das schon weg­pac­ken, schluc­ken. Zu­min­dest bis zum näch­sten Rau­schen das un­ge­fähr 1500 Me­ter entfernt war. Aber das hör­te sich mehr als Don­ner­rauschen an. Da brau­che ich erst gar nicht nach­zuschau­en. Der Ton war ein­deu­tig, Trei­deln sag­te der Ton zu mir oder Tra­gen ... ok.

Als ich zum zwei­ten Ge­fäl­le kam sah ich ei­ne wirklich ro­man­ti­sche schö­ne In­sel, be­wal­det, in der Mit­te des Was­ser­falls. Sie war mit Moos be­wach­sen und hat­te ver­ein­zel­te schö­ne Bäu­me. Ein Op­tisch sehr schö­ner Was­ser­fall. Vor der In­sel teil­te sich der Wasser­fall. Er wur­de ganz Spie­gelglatt um nach Links und Rechts ab­zu­f­ließen. Et­wa 5 Me­ter vor der In­sel war das Was­ser völ­lig glatt. Dann plötz­li­cher Ab­fall auf mei­ner Sei­te 1,5 Me­ter tief, vor­bei an großen Felsbroc­ken mit tie­fen Gum­pen in ei­ner sehr ho­hen Geschwin­dig­keit. Vie­le großen Wel­len wur­den ge­formt, dort war sehr viel Kraft. Zu viel für mei­ne Fähig­keit um da­mit klar zu kom­men. Es war schlicht­weg ein Weißwas­ser­ge­to­be. Aber auch hier ging das Trei­deln sehr gut. Das Ka­nu ra­ste wie­der ge­gen Fel­sen, schürf­te, kratz­te, über die Fel­sen hin­weg, schob sich über Felsen. Das Ge­wicht des Ka­nus war nun schon we­ni­ger durch das weg­ge­fut­ter­te. Es hat­te et­was mehr Freiraum bis zur Was­se­rober­fläche be­kom­men. Ab und zu knack­te das Kevlar Ka­nu, das Ma­te­ri­al das angeb­lich sooo gut sein soll. Je­den­falls war die­se Mowhawk Kon­struk­ti­on es nicht. Nicht be­son­ders vertrau­enser­wec­kend. Aber Por­ta­gen, seit mei­ner er­sten Por­ta­ge sind sie mir ein Greul, sehr un­an­ge­nehm. Zu übel die­se Schlep­pe­rei. 

  Dann stieg ich wie­der ins Kanu, zog die Wat­stie­fel aus und fing an zu Pad­deln. - und siehe da ... das Ka­nu hat­te wie­der ein Leck. Wie­der in der Mit­te der Ver­stre­bung. Als ich mit dem Fin­ger auf die­se Ver­strebungs­ver­stär­kung drück­te kam Was­ser durch, nicht viel, aber Was­ser. Ent­we­der sind die­se Rip­pen­ver­strebun­gen so­gar noch blö­de Hohl ge­macht, oder aber sie sol­len bloß den An­schein von Stär­ke ge­ben. Oder was ist das hier für ein Mist.

Ob­wohl ech­ter Mist ja sehr nahr­haft ist für ge­wis­se Be­rei­che, und kei­ne Ne­ga­ti­ve Be­deu­tung hat, da wach­sen schmack­haf­te Erb­sen und so wei­ter ...

Aber ich hat­te kei­ne wei­te­re Zeit dafür mich jetzt mit dem Leck zu be­schäf­ti­gen denn ich hör­te schon wie­der rau­schen ... da soll­ten doch gar kei­ne drit­ten Ge­fäl­le sein ... soll­ten soll­ten - ist wohl weils Nied­rigwas­ser ist, da for­men sich neue Rau­sche­rei­en. 

  Ich stand im Ka­nu auf um die Si­tua­ti­on zu überblicken, was ich sah be­deu­te­te No Wor­rys - wie die Austra­lier sa­gen wür­den, und das sag­te ich mir in die­ser Si­tua­ti­on auch un­ter dem strah­len­den Him­mel, ... jucheeee - auf gehts durch schnel­les Wild­was­ser. 

  Ob­wohl das Was­ser rausch­te und Wel­len da waren, wa­ren kei­ne Fel­sen zu se­hen, das Was­ser war sehr tief un­ter mir und fröh­lich durchsau­ste ich die­ses schö­ne schnel­le Was­ser. Vor­bei an ei­nem Ufer das meh­re­re Me­ter mit run­den Stei­nen be­pfla­stert war. Als ich jauch­zend durch das schnel­le Was­ser sau­ste sah ich zwei Men­schen in ih­rem Boot, ei­ne Frau und ein Mann, Ich wink­te denen zu, bloß die Frau wink­te zurück, der Mann saß öde im Boot. Sie An­gel­ten. Kein Blick vom öden Mann. Ty­pi­sche Ego­zen­tri­sche Äng­ste, aber so tun als ob sie al­les kön­nen, kön­nen aber nicht ­mal spon­tan sein. Was Grund­voraus­setzung für kön­nen ist. Der Ty­pisch Re­li­gi­ons­ge­form­te Idiot. Ein Pat­ri­ar­chi­sches Wrack. Macht­ty­pen, lieblo­se Au­gen. 

  In der großen Geschwin­dig­keit Pad­del­te ich dann so­fort zur lin­ken Sei­te denn ich woll­te di­rekt Rich­tung Osten wei­ter wenn ich auf die Mc Do­nald Bucht kom­me und dort so­fort auf die er­ste In­sel hinzu., die et­wa 2,5 km im See lag. Mehr woll­te ich heu­te nicht tun. Wenn ich auf die Bucht kom­men wür­de hät­te ich den Wind im Rüc­ken. Jetzt fuhr ich noch Rich­tung Sü­den. 

  Das Was­ser sah wie­der ­mal sehr gut aus. Al­so warf ich die An­gel aus, den Roten Blin­ker, und ließ mich ein­fach von der Strö­mung trei­ben. Schnell noch ei­ne Abend­por­ti­on Fan­gen, aber schon nach Se­kun­den hing der Blin­ker fest. Ich musste ihn erst mal be­frei­en, in­dem ich mich mit­samt Ka­nu zum Blin­ker zog, ge­gen die Strö­mung. Sa­gen­haft was die­se 15 Pfund Schnur aus­hält., und die An­gel auch. Als der Blin­ker be­freit war hör­te ich auf, eben mal auf die schnel­le, ei­nen Fisch zu fan­gen. Ich hät­te einen guten Zan­der ge­brau­chen kön­nen. Kurz vor der Mc Do­nald Bucht dann ein enor­mer Knall, ... oh­hh­ho ... jetzt doch kein Ge­wit­ter.

Der Knall war di­rekt über mir ge­we­sen. Ich schau­te nach oben, über mir la­gen dic­ke Graue Wol­ken die ich gar nicht be­merkt hat­te, es war so viel Auf­merk­sam­keit mit dem Trei­deln ver­bun­den, dann die schnel­le Fahrt, die Freu­de ... die Son­ne hat­te die­se Wol­ken aber nicht ver­deckt und so war es mir nicht schnell ge­nug auf­ge­fal­len. 

  Es war 15.20 Uhr ... nein - ich gehe nicht ans Ufer sag­te ich mir. Das sieht nicht nach ei­nem Blitzge­wit­ter aus - es sieht nach Don­ner­re­gen aus. Al­so wo­hin nun.   Pe­li­ka­ne stan­den am lin­ken Ufer auf Fels­broc­ken und streck­ten ih­re Flü­gel aus. Die In­sel liegt noch 2,5 km vor mir im See, da will ich jetzt noch hin - al­so kei­ne Blit­ze jetzt. Ver­schont mich - wenn ich auf der In­sel bin macht was ihr wollt, jetzt aber noch nicht. Ich pad­del­te al­so was­ das Le­ben in mir noch zum Vor­schein brin­gen konn­te. Musste dabei an die Zwei­kämp­fe von dem Deut­schen Kol­be und dem Fin­ni­schen Welt­mei­ster­padd­lern den­ken. An­dau­ernd feu­er­te ich mich an, ich weiß jetzt gar nicht mehr ob ich den Mo­tor an­ge­macht hat­te oder ob ich das to­tal ver­ges­sen hat­te, so blö­de ist man ja auch manchmal. Oder viel­leicht zu oft so­gar. Ich schrie im­mer wie­der, los, du bist noch nicht da, weiter wei­ter, wei­ter. Los mehr, hau rein, schnel­ler., da ist noch Kraft, los, es wird dunk­ler, ich schaf­fe es. - kein Grund um lang­sa­mer zu wer­den erst wenn du da bist rief ich mir zu - ich freu­te mich schon auf den Er­ho­lungsur­laub auf der In­sel. 

  Die In­sel sah von weitem gut aus. Sie sah bes­ser aus, sie sah wun­der­bar aus, sehr schön. Ei­ne Fel­sen­insel. Glatt­ge­schabt-‑pri­ma. Ah­hh Fel­sen - Bar­fuss ge­hen, we­ni­ge In­sek­ten. Schnell troc­ken nach Re­gen. Pri­ma, ich freu­te mich - Ah­hh sau­beres In­nen­zelt ... ich paddel­te lan­ge tie­fe Zü­ge durch den schö­nen See. Drei links zwei rechts - nach 35-40 Mi­nu­ten war ich da. Ich war ganz auf­ge­regt ei­ne wun­der­schö­ne stil­le In­sel. Hier füh­le ich mich sehr wohl. Ich lan­de­te schräg­lings an der In­sel.., stieg aus und zog das Ka­nu ans Land, Fel­sen, Rost­braun. So­fort mach­te ich ei­ni­ge Er­kundungs­run­den. Auch hier la­gen Co­la­do­sen zwi­schen den Fel­sen. Ei­ni­ge Fischs­ke­let­te, Tri­le­ne An­gel­schnur Ver­pac­kung lag auch da. Und da noch ne Bierdo­se. Das wars dann. 

  An der West­sei­te fand ich mein Plätz­chen. Glat­ter Fel­sen, da­hin­ter die Bäu­me die vor dem West­wind schütz­ten, vorm Ost­wind und so­gar vom Süd­wind. ... was für ein schö­ner Platz. 

  Das Fel­senufer war mit großen Weißen Pe­li­kan­kotflec­ken be­deckt, ca.35-40 Stück - sah gut aus. Der Him­mel war dunk­ler ge­wor­den, da­durch auch der See, und so leuch­te­te der Weiße Kot auf dem Ge­stein be­son­ders her­vor. Am En­de des glat­ten Fel­sens bau­te ich das Zelt auf ganz na­he am Wal­drand - ah­h­hh was für ei­ne Um­ge­bung, oh­ne Schön­heit lebt man noch in der Stein­zeit, egal ob mit Com­pu­ter oder oh­ne Se­geljacht. 

  Der Him­mel wur­de im­mer mehr mit dic­ken Re­genwol­ken verdich­tet. Aber die Son­ne blin­zel­te ab und an im­mer wie­der durch die Wol­ken­mas­sen. Die­se wa­ren schon wie­der Ge­wal­tig-‑da oben-‑es schi­en sich von überall zu be­wöl­ken nicht nur aus der Wind­rich­tung nein, die Wol­ken ka­men aus al­len Rich­tun­gen, auch von Nor­den. 

  Hier wür­de ich blei­ben, gut Es­sen, in der Son­ne liegen, Fau­len­zen, An­geln, Klei­dung Wa­schen, Jac­ke, Ho­se, Pim­mel­haa­re. -al­les Pfle­gen. Auch die Bat­te­rie musste wie­der auf Grün ge­bracht wer­den, denn jetzt war sie auf Rot. Da war kaum noch Strom drin, leer. 

  Die Oran­ge­ne Pla­ne wur­de aus­ge­brei­tet, da kommt das Zelt rauf, in Hell­blau ... Pla­nen sind ganz hoch zu be­wer­ten auf die­ser Rei­se, ins­be­son­de­re die Reiss­fe­sten-‑nicht die Klar­sicht­pla­nen-‑die reißen zu leicht. In die rol­le ich mei­ne bei­den großen Tra­ge­taschen ein, Le­bens­mit­tel und Werk­zeu­ge sind da drin ... ge­gen den Re­gen, Re­gen, ge­gen Mäu­se, und anderes, da kommt noch so viel Duft durch hin­sicht­lich Schnup­per­na­sen der Bä­ren. Nachts kommt noch das Ka­nu dar­über. Le­bens­mit­tel in die Bäu­me hän­gen-‑das ist hier rei­ne Theo­rie-‑dafür ha­be ich das Ge­wehr mit-‑ob­wohl der Bär­kol­ler vor­bei ist. Das Ge­wehr ist die Ga­ran­tie für die Knall­ab­schrec­kung-‑ich will das Wesen ja nicht Töten-‑bloß weg­schrec­ken, falls da nun doch mal ei­ner Hun­ger auf Ho­nig, Apri­ko­sen, Nu­deln, oder Hüh­ner­sup­pe hat.

Hin­ter dem Zelt war der Grü­ne Wald die­ser In­sel. Her­aus­ra­gend stan­den zwei große Weiße Bir­kenstäm­me oh­ne Baum­kro­ne. Als ich an­fing das Zelt aufzu­bau­en, än­der­te sich der Wind von Sü­den nach Norden und ruck zuck hat­te ich Fet­te Böen am rol­len und Dröh­nen ... Plötz­lich hat­te ich Mühe das Zelt auf­zubau­en, das geht hier al­les sehr flott mit dem Wet­terverän­dern ... Nein - Nein - Re­gen war­te noch ei­ne Wei­le rief ich, ich bin noch nicht fer­tig. Das Zelt muss erst ste­hen ... ent­ge­gen mei­ner Ab­sicht stell­te ich das Zelt nun nach Süd­we­sten mit sei­ner Öff­nung. Ich woll­te zu­erst Rich­tung Nor­den auf­bau­en. Schwe­re Fels­broc­ken hiel­ten wie­der al­le He­rin­ge fest, sie wa­ren nun die He­rin­ge. Fels­he­rin­ge - da muss man lan­ge Kochen oder Bra­ten um die gar zu be­kom­men. 

  Ich be­eil­te mich sehr, schaff­te es ge­ra­de als der Re­gen an­fing, sämt­li­che Sa­chen fer­tig zu ha­ben, auch das Ka­nu war über den Ta­schen vertaut wor­den. Ah­hh­h­h­hh welch ein schö­ner Platz was für ei­ne In­sel. Mir ge­fiel es hier sehr gut. 

  Dann hol­te ich den dün­nen Re­gen­man­tel raus, nahm die leich­te An­gel­ru­te und ging An­geln - es war erst 19 Uhr. Ich wer­de mir noch ei­ni­ge Fi­sche bra­ten hat­te ich be­schlos­sen. Zwei Zan­der bit­te. Nach vier wür­fen hing die er­ste Ru­te fest. Das Was­ser ist hier sehr tief. 17-20 Me­ter bei ca. 30 Me­ter vom Ufer. Ich ließ die An­gel ste­hen, die wür­de ich später mit dem Ka­nu be­frei­en. Dann hol­te ich die an­de­re Ru­te und ging am We­stu­fer am Nörd­li­chen Teil der In­sel entlang. Überall war sehr tie­fes Was­ser das musste sehr große Fi­sche brin­gen. Der Gel­be Blin­ker Rot­ge­punk­tet war an der Schnur. Nach zwei Wür­fen ein Biss. Ein klei­ner Hecht. Nein du bist zu klein - good bye. Ich ließ ihn schwim­men. Er sau­ste so­fort ins tief Was­ser zurück. Hech­te schau­en ei­nen sehr di­rekt an. Ihr Blick ist Hyp­no­tisch und Fi­xie­rend. Das was Ang­ler sich zusam­men­wün­schen und auf Ur­tei­le der Wis­sen­schaft hof­fen das Fi­sche kein Schmerz fühlen ist bloße Ignoranz-‑Un­wis­sen­heit-‑und Ver­drän­gung der Egos - Fische sind fühlen­de We­sen wie al­les Le­ben­de, sie nehmen Schmer­zen gen­au­so auf wie wir Men­schen und sie ver­su­chen sich da­von zu be­frei­en und vie­les mehr. 

  Der Hecht sah wohl­genährt aus. Wie­ viel an­de­re Fische er wohl schon ver­schlun­gen hat­te. Im Knee La­ke sa­hen die Hech­te nicht so wohl­genährt aus. Ein ge­sundes Ge­wäs­ser die­se Bucht. Ru­hig roll­te ich den Blin­ker durchs Was­ser, er tau­mel­te da un­ten im Dun­klen langsam vor­wärts. Ich ließ ihn manchmal ab­sin­ken, fing ihn dann wie­der auf, und kur­bel­te mal lang­sam mal schnell, so dass es so aus­sah als ob ein kran­ker Fisch sich da durchs Was­ser bemüh­te. Dann plötz­lich das stop­pen des Blin­kers-‑Ich schlug fest an, da­mit der Haken gut saß. Ah­hh der Fisch hat­te Kraft. Aber er mach­te kei­ne Fluch­ten son­dern ließ sich ein­fach ranzie­hen - der ist er­fah­ren, der will se­hen was da los ist. 

  Ich ken­ne sol­che Hech­te. An der Ei­der hatten wir mal ei­nen 50 Pfün­der an der An­gel, mit Moos­be­wachsen­em Rüc­ken, Ha­ken wuch­sen aus sei­nem Maul raus an denen Pflan­zen hin­gen. Es war ein sehr sehr al­ter Hecht der äl­te­ste Hecht den ich bis­her je­mals ge­se­hen ha­be - auch er ließ sich ein­fach ans Boot zie­hen wehr­te sich nicht - als er am Boot lag, der Ke­scher schon über sei­nem Kopf, war er so groß das bloß der Kopf rein­passte, da mach­te der Rie­sen­hecht bloß ei­ne ein­zi­ge Be­we­gung, und schoss durch den Ke­scher der nicht aus Nylon war son­dern aus nor­ma­ler Kor­del gefloch­ten war, den der Fi­scher Wil­ly von der Hei­de oder der al­te Fi­scher Scha­we, geknüpft hat­te. Er sau­ste durch den Ke­scher und weg war er, die Schnur verkeil­te sich am Boot und riss ab - das war’s dann - nirgend­wo auf der Er­de ha­be ich je­mals wie­der ei­nen sol­chen großen Hecht se­hen kön­nen, auf kei­nem Foto auch kein Mus­kie aus den Staa­ten oder Ka­na­da war nur an­nähernd so groß. - und nun die­ser hier. 

  Der Hecht hat­te Ge­duld war Wei­se ge­wor­den er woll­te sei­ne Chan­ce nut­zen - oder war es ein Zan­der - ich konn­te es noch nicht be­ur­tei­len ... ca. 6-7 Meter vom Ufer wird es fla­cher - der Fisch mach­te ei­ne Ra­ke­ten­be­we­gung-‑ganz plötz­lich-‑und schon war die Schnur ge­ris­sen-‑an der schwäch­sten Stel­le näm­lich dort wo ich mir die 25 Pfund Test­schnur als Vor­fach an­gekno­tet hat­te, das war die schwäch­ste Stel­le. Ich prüf­te die Brem­se, sie war nicht zu fest, aber für die­se plötz­lich Po­werflucht war sie doch zu fest-‑es kam so plötz­lich-‑ich stell­te sie noch wei­cher ein. 

  Der Re­gen der zu­vor ge­fal­len war hör­te nun auf. Die Son­ne hat­te wie­der in­ner­halb von Mi­nu­ten die Fel­sen ge­trock­net. Ich konn­te das Fisch­camp et­wa 3 km am Sü­du­fer des Chur­chil­lein­fluss se­hen. Die­ser See musste große Fi­sche ha­ben. Ich wer­de ihn ei­ni­ge Ta­ge te­sten. Ein schö­ner 20 Pfün­der - ich wür­de ihn wie­der schwim­men las­sen. Auch mal auf Grund Angeln, Wel­se viel­leicht, Stö­re, Quap­pen - mal se­hen oder auf Ren­ken mit der He­ge­ne...Oran­ge­ne Moos­flech­ten wuch­sen an ei­ni­gen Felsen, die schön da­mit die Um­ge­bung ver­zier­ten. Nadel­bäu­me wuch­sen hier. Pap­peln, Bir­ken, große Men­gen Tril­luimähn­li­cher Blu­men. Auf der glat­ten Fels­fläche der In­sel la­gen un­ter­schied­li­che große run­de Fels­broc­ken die teil­wei­se mit Moos be­wach­sen wa­ren. Die In­sel war ein ehr­li­ches Pa­ra­dies. Der Süd­liche und der Nörd­li­che Teil wa­ren durch ei­ne schma­le Fels­fläche ei­ne Art Grad oder Hals ver­bun­den, auf der kei­ne Bäu­me wuch­sen. Der Teil war et­wa 8 Me­ter breit und hat­te win­zi­ge Buch­ten in denen Was­serpflan­zen an­fin­gen zu Blühen. Ein we­nig Moos wuchs auf dem Fel­sen, der nörd­li­che Teil hat­te dann wie­der Na­del­wald­be­wuchs. Ob­wohl ich mir ei­nen neu­en Blin­ker an­knüpf­te be­kam ich kei­nen Biss mehr. 

  Nun hat­te der Wind auf­gehört. In der Fer­ne im We­sten grollte der Don­ner. Ein Mo­tor­boot ra­ste zurück zur Fischlod­ge - da­nach war’s wie­der still. Aus zwei schö­nen großen Stei­nen bau­te ich ei­nen Mi­nitisch. Dann hol­te ich die Pfan­ne raus. Re­pa­rier­te den Roten Pla­stik­tel­ler, bei Ea­tons in Win­ni­peg gek­auft, Ma­de in Chi­na. Er hat­te 5 Ris­se weil er kei­ne Hit­ze aus­hal­ten konn­te noch nicht ­mal heiße Pfan­ne­ku­chen. Was da wohl für Vol­li­dio­ten die­ses als Tel­ler Ver­marktet ha­ben oder ent­wor­fen ha­ben was das für Igno­ran­te sein müs­sen, ich schmun­zel­te bei der Vor­stel­lung. Dann Re­pa­rier­te ich den Tel­ler mit Duct-‑Ta­pe, und, mit Raum­fahrt­kleb­stoff, das müsste bes­ser sein als der ge­samte Tel­ler oder was das auch sein soll­te, womöglich war das ein Tel­ler für Theo­riespei­sen. Die Theos wa­ren schon im­mer et­was ab­geknall­te Wirr­ni­san­beter. Die glau­ben an Wör­ter und de­ren da­mit ver­bunde­nen Fan­ta­si­en an­statt die Wahrheit wirk­lich zu Erfah­ren und zu Le­ben. 

  Duct-‑Ta­pe ist enorm star­kes Kle­be­band Far­be Grau­sil­ber, Der Tel­ler war wie neu wenn er nicht so Alt aus­ge­se­hen hät­te. Er war nun So­li­de, sah aber noch Bun­ter aus. Nun hat­te er Sil­ber­ne Strei­fen. Dann setz­te ich mich auf die Gel­be Pla­stik-‑Foto­box, Was­serschutz für die zwei­te Ni­kon Fe, Ma­nu­ell ... Die Tasche war in Frankreich ge­macht, Mar­ke Pos­so, die ist sa­gen­haft gut, als Sitz auch. Ich war er­freut das sie so Stark war. Dann wur­de ein Pfan­ne­ku­chen voll Erdnuss­but­ter ge­schmiert und Ho­nig da­zu, um al­les genüss­lich und ru­hig zu ver­spei­sen. Die Pfan­ne­ku­chen sind schön Nahr­haft, Reich­hal­tig. Als ich ei­nen verspeist hat­te griff ich nicht zum letz­ten son­dern verstau­te al­les wie­der un­ter dem Ka­nu. Ich woll­te noch mal die An­gel be­frei­en ... Be­frei­ung ist im­mer was wofür ich Un­ter­stüt­zung ge­be und auch Hand­ an­le­ge. Ho­HO­Ho. 

  Das Ka­nu wur­de ans Was­ser ge­bracht. Nun ha­be ich mich bes­ser auf das Ka­nu ein­ge­stellt, ich kann es bes­ser oh­ne La­dung füh­ren. War aber auch sehr sehr Win­dig an man­chen Ta­gen, das muss ich noch hin­zufü­gen. Nach­dem ich den Blin­ker gelöst hat­te, Blin­ker­te ich wei­ter, bis bei­de An­geln fest­saßen. Nach­dem sie bei­de wie­der be­freit wa­ren, sag­te ich mir: das reicht für heu­te. Fuhr zum Ufer und brach­te das Ka­nu wieder in Schutz­po­si­ti­on. Ging da­nach aber doch wie­der An­geln Fing 3 klei­ne Hech­te, die schwim­men ge­lassen wur­den. Dann folg­te ein schö­ner Zan­der, der riss aber im See­ro­sen­feld ab. 

  Auch hier wa­ren Bi­ber. Da wa­ren Bäu­me im Wasser. Dann sah ich ei­nen großen Hecht ja­gen. Sein Was­ser­schwall war be­ein­druc­kend. Trotz­dem ging ich noch­ mal zur Nord­sei­te der In­sel über den schma­len Fel­sen­hals der den Nord­teil ver­band, Baum­los wie er war. Dann durch den Wald zur Spit­ze der In­sel. Wunder­schö­ner Wald. Vol­ler Blüten. Vol­ler Duft. Vol­ler Schön­heit. Vol­ler Far­ben. Ich knüpfte an der Nordsei­te ei­nen neu­en Blin­ker an die Schnur und warf weit raus. Ließ den Blin­ker sin­ken und roll­te ein. Ich stand da und Blin­ker­te bis nach Son­nen­un­ter­gang und fing ei­nen schö­nen Zan­der den ich für Mor­gen ließ. Ich leg­te ihn an die Schnur um ihn dann im See schwimmen zu las­sen..

Der Si­chel­mond leuch­te­te im We­sten mit sei­nem Lächeln. Ster­ne kam zum Vor­schein und glit­zer­ten. Mehr Ster­ne wur­de sicht­bar. Kein Wind. Es war wunder­schön hier. Dann ging ich ins Zelt. Kaum war ich drin hör­te ich ein Geräusch, Ge­raschel un­ter dem Kanu. Al­so wie­der vor­sich­tig raus aus dem Zelt... Ei­ne Maus, sie ra­ste wie Hek­tisch um­her. Zooom Zooom, sie ver­such­te so­gar mei­ne Ho­sen­bei­ne hoch ­zu­ren­nen. Das war wit­zig. Ich stand da und sie ra­ste mei­ne Hosen­bei­ne hoch. Oh­ne mich zu be­we­gen stand ich da um das Schau­spiel zu be­ob­ach­ten. Ei­ne zwei­te Maus be­ar­bei­tet das Pla­stik­co­ver um die Le­bens­mit­tel Tra­geta­sche. Dann schlug ich mal kurz aufs Ka­nu und so­fort war der Sze­nen­wech­sel da. Die Mäu­se wohn­ten et­wa 2 Me­ter ne­ben dem Ka­nu im Fel­sen,wo der klei­ne Busch her­aus­wuchs. Mit See­blick. Be­ste La­ge. Oh­ne Steu­ern oh­ne oh­ne oh­ne ... Plötz­lich war die Stil­le wie­der vor­bei - der Wind kam hoch und Wel­len bauten sich ih­ren Weg zum Ufer. Der See lag auf 385 Meter Höhe...................................

  Eistaucher-Loon beim Tanzen

Sonn­tag, 16. Ju­ni

Bin um kurz vor 4 auf­ge­wacht. Merk­wür­dig wie die Vö­gel den Tag be­grüßen. Ganz vor­sich­tig hör­ten sie sich heu­te an, Ge­heim­nis­voll. Ich sehe sie auch ganz sel­ten hier. Die­se klei­nen Vö­gel die da im Ge­büsch sitzen und Sin­gen. Sie le­ben zurück­ge­zo­gen. Auch in dem nied­ri­gen Ge­büsch sind sie. Ei­nen Vo­gel sah ich ein­mal, er war Braun., hat­te Spat­zen­größe und hel­le Strei­fen am Kopf, ei­nen lan­gen Schwanz der nach oben Wipp­te. Ha­be noch nie ei­ne so Ge­heim­nis­vol­le zurück­hal­ten­de Be­grüßung gehört. Ich wer­de mich Grün an­zie­hen und in den Busch set­zen und mal beob­ach­ten um her­aus­zu­fin­den was das für Vö­gel sind. Auch die­ser Me­lan­cho­li­sche Vo­gel ist ganz in der Nähe. Er Singt die­ses ein­sa­me Lied das sich für die Kana­di­sche Wei­te mit sei­ner großen ein­sa­men Größe gut ver­glei­chen lässt. Die­sem Vo­gel ha­be ich schon öf­ter zu­gehört. Sei­ne Stim­me ist die ein­zi­g­ar­ti­ge Ein­sam­keit im Ver­hält­nis zur Größe des Lan­des. Sein Ge­sang weist auf das In­di­vi­du­um hin das dort in der Größe lebt und zu Hö­ren ist. Der Ton ist lang­ge­zo­gen, Ru­hig, und fast so als ob er er­fra­gen wür­de oder sa­gen wür­de - hier bin ich, ich bin zwar klein aber ich schaf­fe es trotz­dem ich ha­be nicht re­si­gniert und bin auch nicht Unglück­lich, aber ich ru­fe in ei­ne rie­si­ge Größe hin­ein in ei­ne Große Um­ge­bung und mein schö­ner Ruf wird nicht um­sonst sein denn ich wer­de gehört weil al­les Ge­sang ist ein Ton ein Lied bis in das letz­te er­kennba­re hin­ein. Es hör­te sich fast wie ein Kla­ge­lied an. Ob­wohl da viel Schön­heit in sei­nem Ge­sang liegt. Selbst­si­cher­heit. Sein Lied zu Sin­gen in die­ser Größe oh­ne je­mals be­klatscht oder Ge­lobt zu wer­den. 

  Ei­ne ge­wis­se Stil­le um­gibt mich wenn ich die­sem Vo­gel hö­re. Jetzt sang er auch, ganz vor­sich­tig ... Durch die Zelt­wand sah ich das es draußen Grau war. 13 Grad war es. Leich­te Schau­er. Viel­leicht wa­ren die Vö­gel des­we­gen so vor­sich­tig, das Licht hat­te nicht so stark auf sie wir­ken kön­nen. Licht sti­mu­liert und be­freit ja von Dun­kel­heit die ja bei vie­len Er­leich­te­rung schafft.. Wenn ein Ton so hoch­ge­schraubt wird, die Fre­qu­enz, das er nicht mehr hör­bar ist für das Ohr wird der Ton ir­gend­wann zu Licht. Und um­ge­kehrt wenn Licht ver­langsamt wird, wird daraus ein Ton. Aber Licht und Ton sind auch zu­sam­men als Ein­heit, mal genau­er hin­ge­schaut, ist es im­mer ei­ne Ein­heit, denn die Iso­la­ti­on der Iso­la­ti­ons­wis­sen­schaft­ler und Iso­la­ti­ons­den­ker gibt es in Wahrheit gar nicht aber auch Rohnicht, das ist al­les ein Pro­dukt der Igno­ran­ten Seh­wei­se oder bes­ser die kön­nen bloß so se­hen wie es ihr Ent­wick­lungs­zu­stand zulässt - des­we­gen auch die­se gan­zen Di­lem­mas auf der Er­de ... Die­se Kämp­fe und Verrückt­hei­ten. Die Men­schen müs­sen und werden ir­gend­wann zu der Ein­sicht kom­men das sie al­le je­der auf un­ter­schied­li­chem Ent­wick­lungs­ni­veau sind, oh­ne das ir­gend­ei­ner des­we­gen Min­der­wer­ti­ger ist war und sein wird - aber zur Zeit wird ja noch wie Ver­rückt die An­sicht, Ein­sicht oder Welt­sicht ver­bis­sen ver­sucht durch­zu­kämp­fen sei es mit Ge­walt wie die Re­li­gi­ons­feh­ler der sämt­li­che Glau­bens­rich­tun­gen angehö­ren oh­ne Aus­nah­me, denn kei­ner egal wer ist im Be­sitz der Wahrheit, und kei­ne Po­li­ti­sche Rich­tung ist die Wahrheit oder der Se­gen für die ge­samte Menschheit. 

  Die Wahr­neh­mungs­fähig­keit ei­nes je­den Menschen ist durch sei­nen Evolu­ti­onä­ren Wer­de­gang beschränkt, er kann nur so viel Er­ken­nen und mehr nicht. Die­se Wahr­neh­mungs­ka­pa­zität ist wie­derum da­von begrenzt auf wel­cher Ent­wick­lungs­lei­ter sich das We­sen be­fin­det. Das ver­ste­hen die Men­schen aber nicht - so sieht es je­den­falls Welt­weit aus, denn sonst wä­re weit mehr Kriegs­lo­sig­keit und auch Wirt­schafts­kriegs­lo­sigkeit auf der Er­de. Es ist mehr als ge­nug auf der Er­de für al­le vor­han­den, mehr als ge­nug, aber die Spar­pre­di­ger und Angst­pre­di­ger ste­hen bloß auf der Lei­ter ih­rer Wahr­neh­mun­gen und Pre­di­gen ih­re ei­ge­ne Be­schränkung, ... mehr ist das noch nicht.

Kei­ner will ger­ne Glau­ben oder Den­ken das er auf ei­ner Nie­de­ren Ent­wick­lungs­stu­fe sein könn­te als ein Näch­ster. Des­halb kämp­fen die mei­sten so­ge­nann­ten un­fer­tigen Men­schen je­der für sich, dar­um, ih­ren Gesichts­punkt oder ih­re Le­bensauf­fas­sung als die Ab­so­lut rich­ti­ge oder al­lein Se­lig­ma­chen­de zu be­haup­ten. Hier liegt die Ur­sa­che jeg­li­cher In­to­leranz, al­ler Krie­ge, und Lei­den. Sie müs­sen ein­fach ver­ste­hen das je­der auf ei­ner an­de­ren Ent­wick­lungse­ben ist, und des­halb nur die Auf­fas­sung von der Welt und der Ge­sell­schaft und sei­ner We­ge ha­ben kön­nen die ih­nen durch ih­re Wahr­neh­mung der Ent­wick­lungs­stu­fe mög­lich ist.. Das wird noch lan­ge dau­ern bis das die Men­schen kapiert ha­ben und da­nach Le­ben wer­den. So­was dau­ert sei­ne Zeit. Die Re­ali­tät ist mehr als die Re­ali­tät von denen die den­ken und glau­ben sie wüssten was das wirk­lich ist. Wir le­ben hier ja nicht in der Ir­ren­an­stalt oder Kriegs­wohn­zim­mern oder Wirt­schaft­si­gno­ranz oder Po­li­tikrealität oder Kir­chen­realität - das ist al­les nicht die Re­ali­tät - das ist al­les bloß Ge­fäng­nis mehr nicht.

Wer denkt dass das Uni­ver­sum aus dem Nichts entstan­den ist und dann noch denkt oder glaubt aus einem Nichts könn­te et­was ent­stan­den sein - der zeigt bloß das er noch ei­nen Dum­men Ver­stand oder gar kei­nen hat, denn aus nichts kann nur nichts kommen und kei­ne Son­ne oder dein Kör­per. Wer so sei­ne Wirr­nis zeigt mag er 10 No­bel­prei­se ha­ben ist aus mei­ner Sicht ein­fach Blö­de mehr nicht, der hat noch nicht ­mal ei­ne kla­re Lo­gik. Aber das die Per­spekti­ven ein­fach un­ter­schied­lich sein müs­sen und sind, ist selbst­ver­ständ­lich. Wer nun Ab­nei­gung, In­toleranz, Be­kämp­fung oder wies heu­te als Ter­ro­ris­mus ab­ge­hakt wird zeigt, der hat zum Bei­spiel wie die zur Zeit stram­peln­den Is­la­mi­sten­fa­na­ti­ker ei­nes nicht näm­lich Lie­be, denn Re­li­gi­on oh­ne Lie­be ist Fa­na­tismus und das ist ja nun sicht­bar ge­nug. So To­leranz ist al­les zur Zeit auf der Er­de, aber nicht die Ver­lo­ge­ne Ge­schäft­sto­leranz nein, ech­te To­leranz die je­den Zeit gibt sei­ne Si­tua­ti­on zu er­ken­nen und was er damit be­wirkt auf der Er­de. Die Kos­mi­schen Ge­set­ze auf der Er­de was du nicht willst das man dir an­tut das tue auch kei­nem an­de­ren an-‑die wir­ken-‑und sind Wahrheit-‑auch wenn die Wir­kung der Ta­ten nicht so­fort ein­tritt, sie sucht oft den rech­ten Zeit­punkt um zu er­schei­nen.Die­se bei­den, Licht und Ton-‑Ein­hei­ten sind das Rück­rat für die ge­samte Schöp­fung im Uni­ver­sum, und in an­de­ren darüber­lie­gen­den Uni­ver­sen, zbs, das Astra­le Uni­ver­sum, oder das Kau­sa­le Uni­versum, das noch über dem Astra­len liegt. Tö­ne können Lie­be er­zeu­gen oder aber Töten. Mit Licht ist es auch so.

Ich blieb lan­ge im Zelt lie­gen, lausch­te und beob­ach­te­te wie sich das Licht draußen verän­der­te. Die Vö­gel wa­ren immer noch sehr ge­heim­nis­voll. Mein gan­zes Le­ben ­lang ha­ben mich Vö­gel be­glei­tet. Ih­re Schön­heit hat mich In­spi­riert, be­gei­stert. Ih­re Leich­tig­keit ist fas­zi­nie­rend. Sie bau­en kei­ne Gif­te in die Welt und sie  ver­lan­gen auch kei­ne Steu­ern bis zum Er­bre­chen. Sie ha­ben so ­was nicht mit Auf­gebaut. Kei­ner von ih­nen zahlt Mie­te, ei­ne Steu­er, um sich hin­zu­le­gen und zu Schla­fen.. Kei­ner von ih­nen muss dafür tag­ein tag­aus ir­gend­wo­hin Ar­bei­ten gehen. Kei­ner wird aus­ge­beu­tet und kei­ner ist von der Idio­tie des Glau­bens ans Geld ab­hän­gig ge­macht wor­den. Kei­ner von denen muss 1/3 sei­nes Gel­des für Skla­ven­gel­der (Mie­te) aus­ge­ben. Kei­ner von denen wird durch durch durch durch durch und so wei­ter ...

Vö­gel sind sehr wach­sam und wei­se. Sie le­ben in to­ta­ler Ein­heit mit al­lem, sie sind wie Kin­der-‑Of­fen-‑glau­ben al­les, sind aber vor­sich­tig. Ich ging dann schnell zum Ka­nu, hol­te mir ei­ni­ge fer­ti­ge Pfan­ne­kuchen um dann gleich wie­der ins Zelt zu ge­hen und dort zu Es­sen. Ich hat­te fri­sche Klei­dung an­ge­zo­gen, zum Früh­stück. Das ge­schütz­te des Zelts war mir jetzt wich­tig. 

  Die­se Rei­se, mag sie Op­tisch noch so in­ter­es­sant sein, die zehrt an mei­nem Kör­per sehr stark. Der war noch nicht rich­tig er­ho­lungs­fähig. Um 7 Uhr schau­te ich noch­ mal raus und hol­te den letz­ten Pfan­ne­kuchen rein.. Auch den letz­ten Tee von ge­stern hol­te ich ins Zelt hin­ein. Schön wie alles aufgebraucht wird..Al­les wird zur rech­ten Zeit ge­braucht. Nach dem Es­sen zog ich mich noch wär­mer an. Im Zelt wa­ren nur 18 Grad. Dann ging ich raus. Als er­stes be­fe­stig­te ich das Ka­bel für die So­lar­an­la­ge, an die Bat­te­rie. Sie war leer. Dann nahm ich die An­gel und fing an zu Blin­kern.., Zu mei­nem er­stau­nen war der Zan­der von ge­stern Abend weg. Ent­we­der hat er sich sel­ber los­ge­ris­sen, oder et­was an­deres hat ihn sich ge­schnappt. Der Ka­ra­bi­ner­ha­ken an der Ket­te war aber nicht geöff­net. Viel­leicht hat er sich doch los­geris­sen. Ich Blin­ker­te an der Stel­le wo ich ihn ge­fan­gen hat­te. Die ei­ne An­gel war ja noch am See­bo­den verhakt, die musste noch be­freit wer­den. Nach dem zwei­ten Wurf folg­te ein schö­ner Hecht dem Blin­ker. Er kam ganz na­he ans Ufer heran, den Blin­ker mit sei­nem star­ren Blick im Vi­sier ha­bend.. Und ich sah wie es ihn Kit­zel­te da zu­zu­schnap­pen. Er tat es dann aber doch nicht, son­dern bog ga­lant zurück in tieferes Was­ser. Ich warf den Blin­ker noch ­mal in die Rich­tung aber er folg­te nicht mehr. Der Hecht hat­te wohl Er­fah­rung. Al­so wech­sel­te ich den Blin­ker. Nun hat­te ich ei­nen Schwarz­gold ge­streif­ten und beim zwei­ten Wurf war der Hecht dran. 

Ich stand da et­was er­höht am Ufer auf den Braunen Stein­plat­ten, glatt­ge­schabt wie sie wa­ren. Der See fällt da steil ab und die He­be­wir­kung ist so­mit an­ders als wenn ich ein fla­ches Seeu­fer geblin­kert hät­te. Ich ziehe den Blin­ker mehr hoch. So­fort stell­te ich die Brem­se noch lo­ser ein. Der Hecht sau­ste eini­ge ma­le durchs Was­ser aber dann war er am Ufer. Et­wa 3,5-4 Pfund. Ich leg­te ihn an die­se Ket­te und ließ ihn im Was­ser schwim­men um noch ei­nen Hecht zu fan­gen, aber beim näch­sten Wurf saß der Blin­ker auch fest. Da un­ten müs­sen ent­we­der große Bäu­me oder aber Bi­zar­re Fel­sen­land­schaf­ten sein. Nun wa­ren bei­de Ru­ten fest. Der Wind war aber zu stark um mit dem Ka­nu da raus­zu­fah­ren und die Blinker zu lö­sen.. Al­so ließ ich das An­geln erst ­mal sein. 

  Sehr sehr vor­sich­tig ging ich mit dem Hecht zurück zum Zelt. Die 25 Me­ter wa­ren Sei­fenglatt. Die­se Eiszeit­ge­schab­ten Fel­sen sind enorm Glit­schig wenn`s feucht ist. Wie Schmier­sei­fe. Dann am Zelt leg­te ich den Fisch wie­der ins Was­ser., um Holz zu su­chen. Es gab genü­gend gutes Brenn­holz, schö­nes troc­kenes Holz. Bloß außen Feucht. Bald hat­te ich ei­nen großen Berg schö­ner Äste zu­sam­men. Dann bau­te ich den Ofen zu­sam­men, steck­te das Ofen­rohr oben rauf, und stell­te den Ofen et­wa 10 Me­ter vom Zelt ent­fernt. Und da der Wind nun von We­sten kam wür­de kei­ne mög­lichen Fun­ken das Zelt tref­fen. 

 Nachdem der Ofen auf dem glat­ten Fel­sen stand wur­de er noch mit et­was Was­ser in der Pfan­ne geeigt-‑Was­ser­wa­gen­ar­beit. Er wur­de so­lan­ge Ju­stiert bis die Was­ser­fläche eben war.. Da­nach mach­te ich erst­mal ei­ne Steh­pau­se. Ich schau­te über den See oh­ne et­was zu tun. Ich stand ein­fach da. 

  Dann ging ich zum Hecht und Töte­te ihn. Er wur­de danach so­fort Fi­le­tiert, zer­schnit­ten und auf Fo­lie gelegt mit Maisöl be­träu­felt, et­was Zi­tro­nen­saft drauf und mit fein­zer­hack­ten Ge­wür­zen be­streut. Dann wur­de die Fo­lie zu­ge­rollt. Im Topf koch­te ich Reis mit Gemüse, Ka­rot­ten, Por­re, Zwie­beln, Knob­lauch, Pe­ter­si­lie, Se­le­rie - da­zu noch Ma­jo­ran und Sup­pen­brühe, Hühner­brühe. Im klei­nen Topf wur­de Tee­was­ser ge­kocht..

 Wäh­rend nun al­les da auf dem Ofen ga­ren wür­de klatsch­ten die Wel­len un­un­ter­bro­chen ans Ufer und es fing wie­der an zu Reg­nen. Auch der Wind kam nun auf einmal wie­der vom Nor­den, das wür­de zumin­dest den Rauch aufs Zelt rich­ten, len­ken. Während der Re­gen stär­ker wur­de stopf­te ich den Ofen rand­voll mit Holz. Die Töp­fe ließ ich auf dem Ofen, aber die Hecht­fo­lie leg­te ich aufs Ka­nu ... Dann flitz­te ich ins Zelt und schon pras­sel­te der Re­gen in großen Fet­ten Trop­fen her­un­ter. Aber im Zelt wars schön hell-‑Hell­blaues Licht. Mir ge­fiel die Zelt­far­be wie­der.. Es war luftig in dem Zelt. 

  Ech­ter Hun­ger kam in mir hoch. Es ist etwas ganz an­ders mit ech­tem Hun­ger zu Es­sen als bloß zu Essen., weils 12 Uhr oder Abend­brot­zeit ist. Mit echtem Hun­ger sind al­le Sin­ne ganz wach und al­les schmeckt vor­züg­lich Aro­ma­tisch und ist er­freu­lich schmack­haft. Egal was das auch in dem Mo­ment ist. Haupt­sa­che es ist was ge­nießba­res. Ab und zu schau­te ich aus dem Zelt um fest­zu­stel­len ob auch kein Fun­ke zu mir ans Zelt weh­te. Nein, der Rauch war weg nur ei­ne schim­mern­de Hit­ze flim­mer­te durch­sich­tig aus dem Ofen­rohr. Ich schrieb dann im Zelt wei­ter an die­sem Buch. Nach 20 Mi­nu­ten hat­te es auf­ge­hört mit dem Re­gen. Aber schwe­re Grau- schwar­ze Wol­ken ka­men von Nor­den he­run­ter und sie be­deck­ten nun den ge­sam­ten Him­mel. 

Wenn ich aus dem Zelt schau­te Blick­te ich in Richtung Nord-‑Ost-‑Süd,und hin­ter mir ist der klei­ne Grü­ne Wald. Die West­sei­te ist da­hin­ter. Über den See schauend blick­te ich auf das 2,5 km ent­fern­te Seeu­fer, das sich als schma­ler dunk­ler Strei­fen präsen­tier­te. Mal Grau mal Schwarz mal Grün­lich ... an­son­sten ist al­les Him­mel. So ha­be ich im­mer ei­ne rie­si­ge Wet­ter­sicht. 

 Wet­ter er­le­ben, mit­be­ob­achten ist ei­nes der wichtig­sten Ta­ten hier draußen. Macht aber auch Freu­de und wach­sam. Es ist hier nicht wie in der Stadt wo Häu­ser­wän­de dei­ne Sicht ab­bloc­ken. In New York ist es ja ganz Ex­trem, da musst du so­gar steil nach oben schau­en um über­haupt manchmal den Him­mel zu sehen. In den Städ­ten sieht man das Be­ton­wet­ter­pan­o­rama. Hier ist al­les Far­be, Licht, Be­we­gung, Düf­te, Geräu­sche, Be­ein­druckt­heit und Re­ak­tio­nen darauf. 

  Ich hat­te nun be­schlos­sen mehr zu Es­sen. Sonst wür­de ich es gar nicht bis zum En­de der er­sten Etap­pe schaf­fen. Al­so nahm ich die in Fo­lie ein­ge­pack­ten Hecht­fi­les und leg­te sie auf den Ofen zum ga­ren. Ab und zu sang nun wie­der die­ser Vo­gel, der nun langsam ei­ne Be­ob­ach­tungs und Iden­ti­fi­zie­rungs­her­aus­forde­rung wur­de. Was ist das für ei­ner?

Jah­re­lang hat­te ich ihn gehört wenn ich in den Wäl­dern war. Noch nie ha­be ich ihn ge­se­hen. Ich muss mich ein­fach ins Ge­bü­sche set­zen mit dem Grünen Re­gen­man­tel und dem 500 mm Spie­gel­re­flex Objek­tiv auf der Ka­me­ra., und war­ten, un­be­weg­lich warten. Be­we­gung kann ja nur durch Un­be­we­gung er­kannt wer­den. Al­so ist der Hin­ter­grund al­len Le­bens der Ver­än­de­rung die Nicht­verän­de­rung die Ein­heit, das Un­verän­der­li­che. 

  Der Vogel leb­te hin­ter dem Zelt. Aber das Gebüsch ist dort sehr dicht ein Ur­wald eben. Bei je­dem Ver­such ihm et­was näher zu kom­men wur­de er still und schi­en weg zu sein. Muss ja ein ganz klei­ner Wicht sein. Ich kann es kaum er­war­ten den mal zu se­hen.

Der Reis war in­zwi­schen weich­ge­kocht, aber al­les war mir zu Sup­pig al­so warf ich ei­ne Hand­voll Nu­deln hin­zu und Koch­te die Sa­che wei­te­re­ 10 Mi­nu­ten. Dann nahm ich die Fo­lie vom Ofen um sie auf den Stein­tisch vor dem Zelt zu pla­tzieren. Dann hol­te ich den Gel­ben was­ser­dich­ten Kame­ra­con­tai­ner, setz­te mich auf ihn und schon wur­de die Fo­lie geöff­net. 

  Das ge­dün­ste­te Hecht­fi­let sah ap­pe­tit­lich aus. Gewohn­heit lässt es ja so er­schei­nen. Al­les war leicht gespren­kelt in Gel­ber Fär­bung plus Roten Pünkt­chen von dem scharfen Pa­pri­ka. Ich hat­te zu­vor beim Fi­letie­ren äußerst sorg­fäl­tig ge­ar­bei­tet und fand das Re­sultat nun ein­fach Wild­nis­de­li­kat. 

  Die Wild­nis ist aber keine Wild­nis sie ist auf je­der Evo­lu­ti­onä­ren Spiel­wie­se die Wohn­stu­be der Schaustel­ler und Mit­spie­le­rin­nen. Egal wel­cher Form oder Seins­zu­stand, ob Fest, Flüs­sig, oder gas­för­mig, Geist, oder Sonst­wel­cher Seins­art. Das Thea­ter ist eher ein Ge­sun­der Fri­scher Gar­ten, natür­lich mit seinen an un­ter­schied­li­chen Seins­be­rei­che ge­bun­denen Ver­hal­tens­wei­sen. So sind die Mi­ne­ra­li­en kei­ne Raub­tie­re und die Pflan­zen sind noch kei­ne Tie­re, erst auf dem Weg dorthin. Und die Tie­re sind noch kei­ne Men­schen, erst auf dem Weg dorthin. Eben­so sind die Men­schen noch kei­ne Wirk­li­chen Men­schen son­dern erst auf dem Weg dorthin. Sie tra­ge noch je nach Ent­wick­lung zu vie­le Raub­tiereigen­schaf­ten oder Bin­dun­gen an das Reich des Tötens mit sich von denen sie sich erst Be­frei­en müs­sen ... das Dau­ert al­les sei­ne Zeit. Nur we­ni­ge sind so wach­sam das sie wie ein wach­sa­mes Pferd schon beim Schat­ten der Peit­sche wis­sen was zu tun ist. 

  Auch ich trug noch ge­wis­se Raub­mensch Ei­genschaf­ten mit mir - das Töten der Fische zum Bei­spiel. Das Flei­sches­sen, wo­bei ich im­mer sa­ge wer noch Fleisch isst von dem kann man noch nicht sa­gen das er isst er frisst noch. Auch ich gehör­te noch da­zu. Und so ist die Er­de ei­ne Bun­te Mi­schung aus un­ter­schied­lichen Evo­lu­ti­onä­ren Ei­gen­schaf­ten. Da ist To­hu­wabo­hu vor­pro­gra­mmiert. Das macht das Le­ben ja auch so in­ter­es­sant... Na­ja, wenn ich an die Fel­der Den­ke die mit Che­mie ver­blö­det wer­den, denn die Che­mie ist das Pro­dukt von Men­schen die noch Un­fähig sind die Wahrheit zu er­ken­nen, egal mit 5 No­bel­prei­sen oder wer weiß was für Bil­dung, denn da ist kein Le­ben mehr mög­lich, und das ist nicht die Wahrheit und wird sie auch nie sein, die Viel­falt ist Ab­getötet, Ty­pi­scher Selbst­ver­blö­dungs­akt, Die Kunst­sal­ze hau­en al­les flach, es bleibt nur der Schein übrig, und später nicht mal der mehr, der Geld­schein, Du wirst kei­nen Regen­wurm mehr in der Er­de fin­den., keinen Kä­fer, kei­ne Lar­ve.

Ich aß das gan­ze Fi­let­ber­gchen, nicht dass ich et­wa ei­ne leich­te Fül­le spür­te, nein, oder viel­leicht ei­ne gemäßig­te früh­rei­fe Kunst­vol­le Sät­ti­gung, nein, völ­li­ges Va­ku­um. ... Pri­ma. Al­so als näch­stes der halb­vol­le Koch­topf, 3,5 Li­ter trägt der - zu­frie­den - sag­te ich zu mei­nem Kör­per - jetzt wird wie­der je­den Tag 3 x am Tag ge­ges­sen, und wenn`s sein muss 6 x ... Ich glau­be wir ha­ben das Ziel ver­ges­sen sag­te ich zu ihm, man sagt ja die Rei­se sel­ber ist das Ziel - das heißt das nicht erst Freu­de im Le­ben zu sein hat, wenn Zie­le er­reicht wer­den.. Hier ist kei­ne Ab­ge­stumpf­te Lei­stungs­ge­sellschaft mehr die auf Raub­tierei­gen­schaf­ten auf­baut und die ver­sucht den Schein als die Wahr­heit zu se­hen. und zu Le­ben. Nur Ar­beit Ar­beit Ar­beit. auf­ge­baut auf Raub­säu­ge­tier­ka­pi­ta­lis­mus. Mehr ist das noch nicht. Aber es wird im­mer bes­ser. Die Men­schen sind auf dem Weg zu im­mer mehr Frei­heit und Lie­be und Vernunft und Wahrheit.

Ich aß den Pott leer, trank 3 große Tas­sen Ka­millen­tee und ließ noch et­was Tee auf dem Ofen für später. Da­nach wur­den so­fort al­le Koch- und Ess­sachen gerei­nigt und in den Pack­ta­schen ver­staut. Da war ein Stau in der Ta­sche, Axt, die ich nicht brauch­te, ei­ne Hand­sä­ge ist bes­ser, die Sä­ge, Le­der­schu­he, Fliegen­rol­le, Fiberglas­re­pa­ra­tur­kit, der hal­be Pro­pel­ler, ei­ne Spräy­do­se Raid, ge­gen In­sek­ten­pla­gen, drei Dosen Müc­ken­spräy, Müc­ken­stich­sal­be, 2 Rol­len star­kes Kle­be­band, und noch ei­ni­ges mehr - plus der Ofen mit dem Rohr wür­de später auch noch da rein­kommen. In der an­de­ren Ta­sche wa­ren die Le­bens­mittel. Die Ta­sche war merk­lich leich­ter. 

Dann mach­te ich mich dar­an die An­gel zu lösen. Als das ge­tan war, bau­te ich die große An­gel um zum Grundan­geln, denn ich hat­te vor mit den Fischre­sten auf dem See­bo­den zu Fi­schen. Es war mitt­ler­wei­len 18 Uhr ge­wor­den. Jetzt sind die Fi­sche be­son­ders Ak­tiv, ins­be­son­de­re die so­ge­nann­ten Raub­fi­sche, die ja gar nicht Rau­ben son­dern sich bloß Nah­rung ho­len. Rau­ben das tut bloß der Mensch, der viel­leicht noch gar kei­ner ist. Der womög­lich im vor­he­ri­gen Le­ben ein so­ge­nann­tes Raub­tier war., und die­se Ei­gen­schaft nun noch mit sich trägt. Ich hoff­te ei­ne Quap­pe zu fan­gen, ei­nen Stör, ei­nen Wels. Wie­der ­mal war der feuch­te Fels­bo­den äußerst glit­schig. Die Ufer­zo­ne war ja hier ein ca. 4-6 Me­ter brei­ter glatt­ge­schab­ter Fel­sen, der gen­au­so glatt ins Was­ser führ­te. 

  Die Pe­li­kan Kot­flec­ken wa­ren nun vom Re­gen weg­ge­wa­schen. Das Wet­ter war Re­gen, Son­ne, Regen, Son­ne. Ich ging zur glei­chen Stel­le wo ich zuvor den schö­nen Zan­der ge­fan­gen hat­te, der sich aber Nachts be­frei­te. Mit ei­nem Stück Hecht­brustflos­se am Ha­ken warf ich den Kö­der weit raus. Ein Ti­ro­ler Höl­zel­blei be­nutz­te ich um Hän­ger zu re­duzie­ren. Nach­dem die Schnur ge­strafft war, die Ru­te am Bo­den be­fe­stigt war, die Brem­se auf leicht ein­gestellt war be­fe­stig­te ich noch ein Glöck­chen an der Ru­ten­spit­ze. 

  Dann nahm ich die leich­te Angel zum Blin­kern. Als ich nach et­wa 30 Mi­nu­ten aus et­wa 10 Me­ter auf die Grundru­te blick­te sah ich wie die Ru­tenspit­ze sich be­weg­te. Auf Stein zu Stein sprin­gend eil­te ich zur An­gel und sah das die Schnur sich noch be­weg­te, so­fort schlug ich an und fing an zu Kurbeln. mh­h­h­hm, da war ein Ge­wicht da draußen im See an der An­gel. Et­was schweres war an der An­gel. Al­so muss was dran sein.. Der Fisch ließ sich heranzie­hen, kurz vor dem Ufer fing er an Ge­gen­wehr zu zei­gen ... was war das - ein Hecht ... er ra­ste auf einmal nach links ... dann nach rechts ... dann sprang er meh­re­re ma­le aus dem Was­ser und schüttel­te den Kopf um den Blin­ker zu lö­sen. Oh­ne Wieder­ha­ken ist das ein­fach für ihn ich musste auf­pas­sen um im­mer Span­nung an der Schnur zu ha­ben sonst wür­de er sich ganz leicht be­frei­en kön­nen.. Aber nach den Sprün­gen ließ er sich ganz leicht ans Land zie­hen. Ich be­fe­stig­te den Fisch wie­der an der Ket­te und ließ ihn im Was­ser schwim­men. Aber er zeig­te sei­nen Bauch und wür­de wohl durch Er­schöp­fung ster­ben. Dann warf ich den glei­chen Kö­der wie­der zur glei­chen Stel­le mit der glei­chen An­gel. Ich sel­ber Blin­ker­te noch meh­re­re Stun­den. 

  Es war nun viel käl­ter ge­wor­den. Dunk­ler. Der Him­mel war wie­der vol­ler Grim­miger Grauschwar­zer Wol­ken un­ter die­ser aber ein­heit­li­chen Dun­klen Wolken­dec­ke da zo­gen noch ver­ein­zel­te ganz Schwar­ze Wol­ken herum. Rei­ner Nord­wind war am wir­ken, und Wol­ken um Wol­ken scho­ben sich über die See­landschaft. Das ist der 17 Ju­ni, in Grie­chen­land geht man jetzt vor der Son­ne in den Schat­ten. Hier aber wur­de es käl­ter. Die Tem­pe­ra­tur fiel auf 7 Grad. Im Zelt waren es noch 11 Grad. 

  An der Grundru­te waren des öf­te­ren Nib­be­leien, die Kreb­se fraßen den Kö­der ab. Ich stand bis um 22.30 Uhr am Ufer, die Grundan­gel in der rech­ten Hand, die Schnur in der Lin­ken, fühlend ob da un­ten je­mand tä­tig war, die Kreb­se wa­ren sehr Ak­tiv. 

  Als ich auf­hör­te fing ich an die Käl­te zu spü­ren. Der Him­mel kam mir sehr be­kannt vor, im Win­ter war es oft so, die­ses Grau­weiß. Es sah nach Schnee aus. 

  Der Son­nen­un­ter­gang war Dra­matisch:. Kräf­ti­ge Schwar­ze Wol­ken bloß am Ho­ri­zont ein frei­er Lichtstrahl der auf der Dun­klen See­fläche glänz­te. Ein leicht Gol­de­ner gerader Licht­strahl lag auf dem See der zur Son­ne führ­te. An­son­sten wur­de es um mich herum Schwar­zer als die Dun­kel­heit sein kann.

Im Zelt zog ich mei­ne Klei­dung aus. Pack­te al­les sorg­fäl­tig zu­sam­men und zog mich für ei­ne Kal­te Nacht warm an. Ich zog das An­go­ra Nie­ren­bund an, ob­wohl heu­te An­go­ra auch nicht mehr mein Fall ist. So wie die Tie­re ge­quält wer­de. Dann dic­ke Soc­ken. Den Roten Trai­nings­an­zug und die Fran­zö­si­sche Wolls­kimüt­ze mit Sei­den­fut­ter. Ich woll­te mor­gens nicht mit ei­nem kal­ten Kopf auf­wa­chen. Den Schlafsack zog ich am Hals zu da­mit die Wär­me bes­ser drin bleibt. Das war wie­der ­mal hauptsäch­lich ein dunk­ler Grau­er Tag ge­we­sen, vom Wet­ter her. 2 Hech­te gefan­gen, pri­ma. Gut ge­ges­sen auch pri­ma. Ich fühl­te mich wohl da im Zelt auf der schö­nen In­sel. Dann war ich auch sehr schnell ein­ge­schla­fen- ob es wohl schnei­en wür­de.

Mon­tag, 17. Ju­ni


Ich wur­de erst um 7 Uhr wach, hat­te gut ge­schla­fen, warm ge­schla­fen. 11 Grad im Zelt. Draußen Grau, Reg­ne­risch, Nord­wind. Ich blieb noch ei­ne Wei­le im Zelt lie­gen, über­leg­te was ich wohl tun woll­te. Dann stand ich auf um Früh­stück zu ma­chen. Ich zog wie­der die al­te Ho­se an die ei­gent­lich ge­wa­schen wer­den musste. Dann erst­ mal in die Frei­landtoi­let­te kni­en. Auch kni­end auf dem fla­chen Stein am Seeu­fer wusch ich mein Ge­sicht. Ich war schon ganz auf Feu­er­holz ein­ge­stellt. Nach et­wa 30 Mi­nu­ten hat­te ich ein Mords­berg an Höl­zern ge­sam­melt. Ich brau­che hier viel Holz zum Ko­chen das Wei­den­holz brennt wie Streich­höl­zer, so schnell. Mit Bir­ken­rin­de und ganz Dün­nen Zwei­gen hat­te ich bald ein war­mes Flämmchen im Ofen. Der Tee­pot stand schon drauf, und ab und zu sang wie­der die­ser ge­heim­nis­vol­le Vo­gel. In die Ni­ro­sta­schüs­sel wur­den drei Hand­voll Su­per­müs­li ge­füllt - Mehl - grob ge­schro­te­tes Muf­fin­schrot - 1 Esslöf­fel Back­pul­ver - Milch­pul­ver - ei­ne Hand­voll ge­trock­ne­ter Apri­ko­sen - Was­ser zum Mi­schen. Das wur­de ein schö­ner dic­ker Brot­teig - al­so gute Pfan­neku­chen, duf­ten­de. Bä­ren könn­ten dem nicht wi­derste­hen.  

  Im großen Pott setz­te ich al­le Misch­boh­nen an die ich noch hat­te - in 5-7 Ta­gen müsste ich in St­an­ly Mis­si­on sein - müsste - müsste - dort ist mei­ne er­ste Pro­vi­ant-‑Nach­füll­stel­le, dort hat­te ich ein Pa­ket mit Lebens­mit­teln von Win­ni­peg hin­ge­sen­det. Das war ei­ne al­te Hud­son Bay Sta­ti­on, da wur­den früher Tausch­geschäf­te ge­macht mit den Ur­ein­woh­nern des Lan­des, Fel­le ge­gen Waf­fen und so­was. - so wur­de die Hudson Bay Com­pa­ny mehr als Stein­reich, sie wur­de Gold­reich - nun heißen die­se Sta­tio­nen Northern Stores - die Hud­son Bay Com­pa­ny ist da­bei sich nach 300 Jah­ren aus die­ser Um­ge­bung zu lö­sen und auch kei­ne Fell­ge­schäf­te mehr zu ma­chen - Ima­ge­verän­derung wohl - Tie­re sol­len nicht mehr getötet wer­den, der Mensch hat die Chan­ce mehr und mehr von Töten weg zu kom­men und Hu­ma­ner zu wer­den.

Nasskal­ter Nord­wind wur­de über die In­sel ge­blasen. Ich ging wie­der auf glit­schi­gem Fel­sen, doch in der Luft hing ein Aro­ma von duf­ten­den Scho­ko­la­den-‑Apri­ko­sen-‑Pfan­ne­ku­chen. Mit die­sen Düf­ten ging ich in den Mor­gen hin­ein. Ein we­nig später wur­de al­les wie­der schnell ver­packt, zu­ge­schnürt, um­ge­legt, schnell wie­der die Pla­stik­pla­ne über al­les ge­zo­gen, denn nun 9.30 Uhr, sah ich am In­se­len­de wie da schon Re­gen fiel. 

  Ich bin hier Wet­ter­sta­ti­on, Ko­or­di­na­tor, Or­ni­tho­loge, Bäc­ker, Wach­mann, oder fri­scher Seil­tän­zer auf dem glit­schi­gen Bo­den - Boots­re­pa­ra­teur, oder gestern Schmied, als ich mir ei­ne neue Span­ge im Ofen zu­recht­form­te, er­hitz­te, um den Draht für den Hechtmaul­span­ner, der in das Hecht­maul ge­steckt wird, damit der Blin­ker leich­ter gelöst wer­den kann, denn Hech­te hal­ten ihr Maul sehr oft sehr zu - al­so da im Ofen musste ich den Draht neu for­men, den ich hier in Ka­na­da gek­auft hat­te, der aber ein­fach zu lo­se war, die Öse fiel al­lei­ne vom Span­ner - ich musste hier draußen sehr auf­pas­sen.   Ich wer­de auch mei­ne Fußsoh­len nicht mehr ge­schmei­dig hal­ten, die sol­len ei­ne Schutzhornhaut for­men - dann kam der Re­gen - Regen, Re­gen - und Sturm - was für ein Wet­ter - auch hier sit­ze ich wie­der fest, aber auf ei­ner sehr schönen In­sel vol­ler Na­del­bäu­me, Prei­sel­bee­ren blüh­ten, die Bir­ken auch, vie­le Him­beer­sträu­cher oder die­se großen Fel­sen mit Moos be­wach­sen und da­hin­ter große Flä­chen vol­ler blühen­der Buschwindrö­schen. Auch hier lebt ein Bi­ber - sei­ne Zwei­ge lie­gen noch im Was­ser, an man­chen Zwei­gen hat er nur die Scha­le ab­genagt, aber viel­leicht auch genüss­lich abgeknab­bert.

Nach­dem ich ge­früh­stückt hat­te wur­de al­les in dem Wet­ter gerei­nigt und dann zog ich den Grü­nen Re­gen­man­tel über um nun end­lich in den Busch zu ge­hen, die­sen ge­heim­nis­vol­len Vo­gel zu fin­den, die Ka­me­ra auf dem Sta­tiv. 

  Der Busch war sehr dicht, hin­ter dem Zelt. 

Ich stand zwi­schen Bir­ken an ei­ni­gen Him­beer­bü­schen. Maiflie­gen hin­gen im Spin­ne­netz und zap­pel­ten. Der Bo­den war sehr weich. Wie­der flog ei­ne Ente aus dem Ge­büsch als ich da herum­schau­te. Sie gehen ja zu ih­ren Brut­plät­zen und flie­gen sie nicht an, son­dern spa­zie­ren durch den Wald zu ih­rer Wohnung ih­ren Brut­plät­zen. Ich hat­te aber kein In­ter­es­se her­aus­zu­fin­den ob da nun ein Ge­le­ge war. 

Nach 30 Mi­nu­ten sah ich dann zwei Brau­ne spat­zen­große fin­kenähn­li­che Vö­gel, mit län­ge­rem Schwanz und auf­fallen­den hel­len Strei­fen am Kopf. Ich sah das Männ­chen sin­gen, aber die Lau­te die ich hö­ren woll­te sang er nicht. Das wa­ren nicht die Vögel die ich such­te. 

 Ich war­te­te et­wa 1,5 Stun­den da im Busch. Das Männ­chen sang zwar sein schö­nes Lied aber nicht das was ich such­te. Nur die­se Vo­gel­sor­te war nun zu hö­ren und se­hen. Kei­ne Krähe, kei­ne Möwe, der geheim­nis­vol­le nicht da. Al­so musste ich noch ­mal wieder­kom­men. Was mir ja auch ge­fiel, da im Grü­nen zu ste­hen und zu war­ten. . . sehr vie­le Pflan­zensorten wuch­sen da im Busch. Vie­le Spin­nen­sor­ten hat­te ih­re Net­ze da im Mi­ni­atur­wald ge­spannt. 

  Dann ging ich wie­der zurück zum Zelt, um wei­teres Feu­er­holz zu su­chen, denn so wie der Him­mel aus­sah kann das hier wie­der Wo­chen dau­ern. Wie­der such­te ich ei­nen großen Rei­sighau­fen zu­sam­men. Das Holz­su­chen macht Freude, Die Äste wur­den dann in Ofen­nähe gleich zu brauch­ba­ren Stüc­ken ge­bro­chen, manchmal auch zer­sägt. Mei­stens trat ich auf sie um sie so zu zerbre­chen. Als genü­gend brenn­fer­ti­ges Holz da lag hol­te ich mir wie­der die leich­te Spinnan­gel um die­ses mal zum Ostu­fer rüber zu ge­hen. Da wars näm­lich viel Wind­stil­ler. Ich hat­te noch ei­ni­ge Ersatz­blin­ker in die Ta­sche gesteckt, dort leb­te auch der Bi­ber, der schlief wohl nun und träum­te. Dort ka­men auch schon die er­sten Gel­ben Was­ser­rosen­blät­ter an die Was­se­rober­fläche, der Nord­lotus.

Die klei­nen Hech­te jag­ten wie wild hin­ter dem Blin­ker her, ich kur­bel­te dann ganz schnell da­mit er nicht auf ihn beißen konn­te, das mach­te den klei­nen dann noch An­griffs­lu­sti­ger, man­che ris­sen ihr Maul dann ganz weit auf als sie be­reit wa­ren zuzu­schnap­pen - schwupp, kur­bel­te ich ex­tra Tur­bo, manchmal schlug ich auch erst gar nicht an wenn ein klei­ner Hecht den Blin­ker ge­schnappt hat­te, er war dann kurz ge­stört, weil das dann wohl doch nicht sein Ge­schmack war, und so öff­ne­ten sie ihr Maul und der Blin­ker fiel von al­lei­ne raus. 

  Der Duft von Pfef­fer­min­ze und Windröschen war in der Luft auch ei­ne Zar­tro­sa klei­ne Wildro­se blüh­te hier schön. Die­se Tril­li­um ähn­li­chen Pflanzen wa­ren in sehr großer Men­ge auch hier am blühen. Sie hat­ten 4 große Weiße Blüten­blät­ter, in der Mit­te ein dic­ker Gelb­li­cher Auf­bau von vie­len klei­nen Gelb­li­chen Blüten, al­les hing an ei­nem dün­nen grü­nen Sten­gel an dem ei­ni­ge große Dunkel­grü­ne Blät­ter wuch­sen. ... viel­leicht war es auch ei­ne Bee­ren­sor­te - und da lag ich dann auch gar nicht so schräg mit der Ver­mu­tung - denn in Pat­ter­sons Field Guide den ich mit hat­te für Essba­re Pflan­zen den ich in Win­ni­peg gek­auft hat­te, fand ich nach späte­rem Su­chen das es die Bun­ch­ber­ry war, ei­ne Eßba­re Bee­re die meh­re­re Rote Früch­te formt. Mas­sen­haft wa­ren sie hier auf dem Bo­den, Op­tisch ein­fach rei­zend, vol­ler Freu­de, die Fül­le der Na­tur zu se­hen. Auch ei­ne Ro­sa blühen­de große Him­bee­re blüh­te hier. 

  Der Duft war stark auf­ge­baut durch den süß­lichen Wald­boden­duft. Ein schö­ner Duft vol­ler Mil­de und Wür­ze für mei­ne Na­se und dem ein­atmen der Lu­gen zum rei­nen sau­be­ren Aus­tausch von En­er­gi­en. 

  Das Was­ser hat auch Wür­ze, ich beug­te mich schon ei­ni­ge ma­le zu ihm um es An­zu­schnüf­feln, mal Poe­tisch for­mu­liert., um zu se­hen was da so kam, und es kam die­ser kla­re rei­ne Duft - wür­zi­ges Was­ser so­zu­sa­gen.

Ei­ne Krähe hat­te mich ent­deckt, sie fing an laut zu schimp­fen, be­weg­te ih­ren Kopf hin und her, zog eini­ge Krei­se über mir. Ei­ne Ente gab ih­ren jun­gen den Ton lei­se zu sein, da ich in der Nähe war.. ja es war ei­ne sehr schö­ne In­sel. Vol­ler Über­ra­schun­gen. Das Wet­ter kann dar­an auch nichts än­dern mit sei­nen Stürmen, Re­gen, und Schwar­zen Wol­ken. Mit noch mehr Son­nen­schein und Wär­me wä­re es ei­ne fa­bel­haf­te Duf­tin­sel. Kein Par­füm ist so schön. Das war Par­füm. Ja es wür­de er­hol­sa­mer sein mit mehr Son­nen­schein, klar. Aber nun war es viel Ar­beit, ob­wohl ich nicht ­einmal auf dem Was­ser war. Jetzt ging es um den Fischfang für Mit­tag.

Am Nörd­li­chen Teil der In­sel ist ei­ne 30 Me­ter lan­ge fla­che 5 Me­ter brei­te Fels­na­se die in den See führt. Dort tob­te der Wind herum und riss Wel­len mit sich die über die Fel­sen bra­chen und wühl­ten, so als ob sie vor­hat­ten den Fel­sen weg­zu­po­lie­ren. Re­gen kam wie­der hoch. Dort warf ich dann den Blin­ker in die to­ben­den Wel­len ... ah­hh - der Sturm reizt mich, ich fand das nun an­re­gend da auf dem Fel­sen, ich schrie paar­mal in den Wind und feu­er­te mich an Dyna­mi­scher zu sein. Der er­ste Wurf in die ho­hen Wel­len brach­te so­fort ei­nen fet­ten Zan­der den ich sofort töte­te und auf dem Fel­sen lie­gen ließ. Der näch­ste Wurf brach­te ei­nen ge­sun­den 3 Pfund Hecht den ließ ich wie­der schwim­men, der Hecht sprang sehr schnell meh­re­re ma­le aus dem Was­ser her­vor und sau­ste durch die Wel­len da­bei sei­nen Kopf wild schüt­telnd - wür­de ich auch ma­chen. 

  Ich hoff­te auf ei­nen wei­te­ren Zan­der, aber statt­dessen ver­lor ich dort zwei wei­te­re Blin­ker. Dann knüpf­te ich dort ei­nen Gel­ben Wac­kel­schwanz an die Schnur, mach­te ei­nen Wurf, und schon saß ein Fisch dran, ein wei­te­rer schö­ner Zan­der - aber nein - der war zu klein - ich ließ ihn wie­der schwim­men - dann ging ich am Ufer ent­lang, Blin­ker­te in den Wind hin­ein, der lang­sam et­was nach­ließ - ver­lor auch den Wac­kelschwanz. 

  Nun knüpf­te ich den letz­ten Blin­ker an den ich noch in der Ta­sche hat­te ein Gel­ber mit lan­gen Gelben Gum­mistrei­fen am En­de, Ein­ha­kig, kein Dril­ling - warf kurz raus - und kurz vor dem Ufer schoss ein et­wa 10 Pfün­di­ger Zan­der mit weit auf­ge­ris­sen­em Maul auf den Blin­ker zu, so­ was hat­te ich mit Zan­der noch nie ge­se­hen, bloß auf Gemäl­den, al­le Flos­sen an ihm wa­ren to­tal ge­spreizt - er griff den Blin­ker dann von der Sei­te - ich schlug an, aber das Maul von dem war so hart das mir der Blin­ker et­wa 5 cm dicht an mei­nem Kopf vorbei­sau­ste, ich konn­te gar nicht ge­nug auf­pas­sen - das war in­ter­es­sant so­ was mal zu se­hen - in die­sem Wir­bel­wind­was­ser da wa­ren die Fi­sche auch so auf­ge­dreht kam mir in den Sinn - 3 x wie­derhol­te ich die­ses Spiel 2 x pack­te er zu oh­ne das er verletzt wur­de und er des­we­gen kein Ver­dacht schöpf­te -die Fresslust die Fresslust - dann wur­de mir klar die Gum­mi­fä­den am Blin­ker wa­ren zu lang, sie wac­kel­ten zwar schön im Was­ser, sind aber zur glei­chen Zeit auch Wurf­ge­schoss-‑Ka­ta­pul­te ge­gen ei­nen sel­ber - dann reich­te mir das An­geln - der große Zan­der war wo­an­ders. Ich nahm den getöte­ten Zan­der und ging wie­der zurück zum Zelt, an der Mi­nis­teil­kü­ste vor­bei durch Duf­ten­den Tan­nen­wald, vol­ler blühen­der Blüten.

Es war wie­der ­mal Zeit zum Es­sen ma­chen, denn in­zwi­schen war es nach 15 Uhr. Hier gibt es kei­ne Steck­do­se, kei­ne Schrän­ke, oder Re­stau­rants, Geld kauft hier gar nichts, hier ist nur dei­ne Fähig­keit, Spaß am Le­ben im Le­ben zu ha­ben, Freu­de - das hat Wert, du bist selbst das wert­voll­ste, nicht das Geld oder der Dia­mant. 

  Als ich auf den Zan­der schau­te sah ich das die Porti­on zu klein war, schnell hol­te ich ei­ni­ge neue Blin­ker, und lief zur Nord­sei­te zurück, fing schnell 2 zwei Pfund Hech­te, töte­te sie, lief so­fort zum Zelt zurück, schau­te in den Ofen und da war noch et­was Glut, schnell ei­ne Hand­voll dün­ner Zwei­ge drauf, ge­pu­stet, und schon ent­flamm­ten sie hell. Der Ofen ist ein­fach Pri­ma da kann es auch den gan­zen Tag reg­nen die Glut hält sich Stun­den­lang, ist gut Wind­ge­schützt.

Nasskalt war es 10 Grad al­so stopf­te ich den Ofen bis zum Rand voll mit Holz, so ver­ließ ich ihn um die Fi­sche zu Fi­le­tie­ren. Die Re­ste der Fi­sche ließ ich gleich auf dem Fel­sen lie­gen, En­er­gie ver­geht nicht, da wird sich ei­ne neue Form fin­den. Die Hecht­fi­les dünste­te ich mir für Mor­gen in Fo­lie. Den Zan­der bestreu­te ich mit Ge­würz­salz und briet ihn in der Pfan­ne, die Boh­nen koch­ten auch schon. Das Tee­was­ser siede­te, da­bei aß ich dann den schnell fer­ti­gen Zan­der aus der Pfan­ne, sehr lec­ker - ein be­kann­ter Bay­ri­scher Koch wür­de jetzt sa­gen-‑ei­ne Sen­sa­ti­on. Mensch war der gu­u­u­ut, Ich will mal ei­nen 12 Pfün­der fan­gen. 

  Die Pfan­ne wur­de so­fort nach dem Es­sen gereinigt und mit der Brat­fläche nach un­ten aufs Ka­nu ge­legt. Für die Boh­nen­sup­pe die auch für Mor­gen sein soll­te, das Wet­ter ist kühl ge­nug, schnitt ich noch zwei große Zwie­beln in die Sup­pe, füg­te ei­ne Do­se To­ma­ten­mark hin­zu, oh­ne Do­se, und zwei Esslöf­fel voll süßem Pa­prika­pul­ver - 10 Mi­nu­ten später war die auch fer­tig. Ich nahm den Topf und stell­te ihn auf den Stein­tisch, füll­te den Tee­pot, mit See­was­ser, leg­te 3 Ka­mil­le­beu­tel rein den Glas­dec­kel rauf da­mits schnel­ler Kocht, und setz­te mich dann wie­der auf mei­ne Gel­be Was­serdich­te Fototasche.

Das Wet­ter wur­de schlim­mer wäh­rend ich da saß und die Sup­pe Löf­fel­te die sehr schmack­haft war. Wür­zig und kräf­tig. Am Ho­ri­zont sah ich wie­der den neu­en Re­gen auf die In­sel zu­ja­gen. Aber das dau­er­te noch ei­ne Wei­le bis er hier auf der In­sel ist. Dann stand ich wie­der auf, schau­te was noch zu ver­pac­ken war, und setz­te mich wie­der um wei­ter zu Es­sen. 

           Zwei Möwen ka­men an­ge­flo­gen. Sie Se­gel­ten ru­hig auf mich zu. Das Gött­li­che ist ja in al­lem, al­so weiß auch je­der, je­des, al­les. Dann um­krei­sten sie die Fischre­ste, die et­wa 8 Me­ter von mir ent­fernt am Seeu­fer la­gen. Ich tat so als ob ich die Möwen gar nicht be­merkt hät­te. Denn schon die klein­ste En­ergieüber­tra­gung könn­te sie ver­scheu­chen. 

 Ei­ne Mi­nu­te später lan­de­te die klein­ste et­wa 3 Meter entfernt von den Fischre­sten. Ich aß genüss­lich die Sup­pe. Der Re­gen kam näher. 

  Lang­sam, Mu­tig, kam die Möwe näher, dann pack­te sie zu und fraß ein großes Stück In­ne­reien, schnell ent­fern­te sie sich auch wie­der, und schau­te zu mir herüber. Ich tat so als ob ich gar nichts ge­se­hen hät­te, blick­te aus der Au­genec­ke zu ihr herüber, oh­ne den Kopf in ih­re Rich­tung zu brin­gen - dann ging sie wi­der zu den Fischre­sten, griff ei­nen wei­te­ren Teil und woll­te schon wie­der los­flie­gen, aber da war noch der Hecht­kopf dran. Sie ließ es wie­der los und schau­te zu mir hin, aber nun schon et­was ru­hi­ger - dann kam die große Möwe an­ge­flo­gen. So­fort mach­te die klei­ne Möwe Be­sitzan­sprüche durch Droh­ge­bär­den mit dem Kopf, und die große Möwe ließ sich tat­säch­lich da­von ver­trei­ben. Darauf­hin pack­te die klei­ne Möwe wie­der ein gan­zes Bün­del In­ne­rei­en, die Men­ge war aber so groß das sie kräf­tig Schluc­ken und Wür­gen musste um das al­les her­un­ter zu be­kom­men. Da­nach schi­en sie ge­sät­tigt zu sein, denn sie stell­te sich nun 2 Me­ter entfernt von den Fischre­sten am Seeu­fer hin und schau­te da herum. 

  So­fort kam die große Möwe an­ge­se­gelt, lan­de­te sehr schnell, biss ein­mal zu, die klei­ne schri­i­i­ie auf, aber da war die große auch schon wie­der weg, im Schna­bel ei­ne kom­plet­te Rei­he In­ne­rei­en mit­sich­tragend.

Ich war auch ge­sät­tigt, es war genau in Ti­me, denn in Mi­nu­ten wür­de der näch­ste Re­gen hier sein. Der Ka­mil­le­tee war ge­kocht. Ich stell­te den Pott auf ei­nen Stein im Zelt. Dann stell­te ich noch den Topf mit Bohnen auf den Fels­bo­den und da­bei wur­de es Grau­er und Grau­er., aber auch die­si­ger. Die Wol­ken woll­ten wie­der­ mal den See küs­sen. Ich ging ins Zelt und schrieb an die­sem Buch. Über mir kreisch­te ei­ne Grup­pe Krähen die nun auch die Fischre­ste ge­se­hen hat­ten. Die Far­ben Grau und Schwarz sind ja Mo­de, hier sind sie Natür­lich.


Diens­tag, 18. Ju­ni

Um 5 Uhr mor­gens wur­de ich wie­der wach. Es war schön Warm im Schlaf­sack. Ich hat­te kein großes Inter­es­se hinaus zu ge­hen, aber die Bär­lo­sung will vollbracht sein. Ich zog mir dann nur den Pla­stikre­genman­tel über. 7 Grad da draußen. Ach stimmt ja, es ist noch Früh­ling. Nach draußen schau­end sehe ich doch tat­säch­lich ei­nen Licht­schein. Im Nord-‑Osten gibt es ei­ne Son­ne die über den Ho­ri­zont blin­zel­te. Ich schmun­zel­te - ah­h­hh - Licht ist ja auch noch da. Ein West­wind scheint die Wol­ken  weg­zu­trei­ben ... Mal se­hen was der Ofen macht. Er ist selbst­ver­ständ­lich Kalt. Ein Blick hin­ein, das glei­che, mei­ne Blic­ke sind kei­ne feu­ri­gen. So sto­cher­te ich mit ei­nem Stock in der Asche herum. Da sind doch tat­säch­lich noch ei­ni­ge Glutstück­chen. Schnell wird Durch­zug ge­macht. Dann su­che ich ei­ne Hand­voll dün­ner Zwei­ge, die an der Feu­er­stel­le am Bo­den lie­gen und le­ge sie in den Ofen. Mal se­hen ob da noch ein Feu­er ent­facht wird. Da­nach gehe ich zurück ins Zelt um mich an­zu­zie­hen. Als ich aus dem Zelt blic­ke sehe ich ein großes hel­les Loch am Westhim­mel. Das lässt Schön­wet­ter­mög­lichkeit zu. Ein Blick zum Ofen da kommt doch tat­säch­lich Qualm aus dem Schorn­stein. Ah­h­h­ Ofen du bist Prima. Ich le­ge wie­der Holz hin­zu. Es war schon schön Heiß in ihm. Dann schließe ich die So­lar­an­la­ge wie­der an die Bat­te­rie. Sie ist immer noch im Roten Be­reich, nicht ­mal 50 % voll. Im Ofen brennt aber ein Lo­derndes Feu­er. Ich sag­te mir, of­fe­ne Feu­er sind ge­fähr­li­cher wenn sie nicht rest­los mit Was­ser gelöscht wer­den. Dann ist auf einmal der ge­samte Westhim­mel bis zum Süd­ho­ri­zont Wol­ken­los. Bloß vom Nord-‑We­sten zum Nord-‑Osten da schiebt sich noch ei­ne Wol­ken­front vor die Son­ne. Ob die Son­ne es schafft, sich brei­ter zu ma­chen?

Auf dem Ofen da steht schon der Tee­pot, auch die Brat­pfan­ne mit den gest­ri­gen Pfan­ne­ku­chen. Es ist noch un­gemüt­lich draußen immer noch 7 Grad und kal­ter West­wind. Wie­der wird der Ofen bis zum Rand mit Holz ge­füllt. Ich will jetzt ei­gent­lich weg von die­ser schö­nen In­sel. Die In­sel ist plötz­lich nicht mehr mei­ne Er­ho­lungs-‑Ur­laub-‑In­sel. Das Ka­nu muss troc­ken sein. Wenn’s geht wer­de ich es noch ­mal mit Fiberglas­pa­ste be­strei­chen dort an den Bo­den­ris­sen. Mein letz­ter Fiberglas­fül­ler., an­son­sten kommt das Duct-‑Kle­be­band rann. Da liegt See­trau­er vor mir, 20-25 km bis zu den näch­sten Was­ser­fäl­len, am Aus­fluss des Sand­fly La­kes. Trei­deln oder Durchsausen, was wird es wer­den, so­weit wür­de ich es heu­te so­wie­so nicht mehr schaf­fen, bis das Ka­nu re­pa­riert ist, al­les ver­packt ist, wird es so­wie­so 12-13 Uhr. Im Zelt es­se ich den Pfan­ne­ku­chen. Es ist ein­fach zu Kalt um rich­tig be­weg­lich zu wer­den. Zwei Dra­cu­la-‑Flohbis­se wa­ren an mei­nem Bauch in Gür­tel­nähe. Die Son­nen­ener­gie schafft heu­te nicht sehr viel. Der Polar­wind bläst noch zu kal­te Luft run­ter. Aber der Him­mel ist in­zwi­schen sehr Blau bis auf den Nördlich­sten Teil. Nach den Es­sen sa­ge ich mir, ach, ich gehe noch­ mal um die In­sel um gute Fotos zu machen. Al­so spa­zie­re ich auf Ma­trat­zen­moos herum, schön weich das Moos. 

  An der ge­schütz­ten Sei­te der In­sel sind schon Grü­ne Sta­chel­bee­ren an den Bü­schen, auch Grü­ne Blau­bee­ren und Jo­han­nis­bee­ren. Der We­sten blüht zu­erst auf die­ser In­sel. In­ter­es­sant auf so ei­ner klei­nen In­sel. Ich gehe wie­der bis zur Nord­zun­ge der In­sel. Erfreue mich am Duft und den Blüten. Der Wald sel­ber ist sehr alt. Da ste­hen ver­mo­der­te Na­del­bäu­me. Ei­ni­ge Pil­ze wach­sen auch dort. Am Schil­fu­fer flüch­ten klei­ne Ent­chen auf das See­was­ser. Ich hät­te die so­wie­so nicht ge­se­hen wenn sie still geblie­ben wä­ren. 

  Die Loons sehe ich auf der Ost­sei­te der In­sel. Die­se Ge­le­gen­heit will ich nut­zen, al­so zurück zum Zelt, Stativ und 2 x Tele­kon­ver­ter vor das 500 mm Ob­jek­tiv. Dann gehe ich zurück zur Ost­sei­te wo ich mich hin­ter ei­nem großen Fel­sen auf­baue. Kni­end war­te ich dort. Plötz­lich kommt ein Fischrei­her-‑Grau­rei­her im Gleitflug an­ge­se­gelt um hier am Ufer zu Fi­schen, denn dort bei den Gel­ben See­ro­sen gibt es vie­le klei­ne Fi­sche. Die drei Loons kom­men in Ufernähe und stec­ken ih­re Köp­fe ins Was­ser., um zu schau­en ob da Fi­sche in der Nähe sind, oder wohl auch Kreb­se. Ich ma­che ei­ni­ge Fotos. Die Loons wa­ren dies­mal Ton­los. Kei­ne schallen­den Ru­fe die an den Ruf ei­nes Vol­li­dio­ten im Geistreich der Ima­gi­na­ti­ons­welt er­in­ner­ten, kei­ne Tremo­los, kei­ne ki­chern­den Lach­sal­ben oder Warn­ru­fe für die Jun­gen. Die Loons sind ein­fach in ih­rer Me­lodiö­sen Pracht ein­ma­lig schön und be­ein­druc­kend. Die Ur­ein­woh­ner dach­ten es wä­ren die Ru­fe ver­stor­be­ner See­len die da­zu auf­for­der­ten auch ins Geistreich zu kom­men.. Be­son­ders Nachts wenn es ganz still ist und die Tö­ne über den See rol­len. Ger­ne hör ich ih­nen zu und Fan­ta­sie­re mit ih­ren Lie­dern und Ru­fen. Auch der Loon ist ei­nes die­ser We­sen das die Größe und Einsam­keit die­ser wei­ten Land­schaft ver­tont hat Und er prägt mit sei­nen schallen­den se­geln­den Ari­en der senilen Mög­lich­kei­ten die auch Wahrheit sind das Hö­ren.

Der Loon schwimmt mit of­fe­nen Au­gen un­ter Wasser auf der Was­se­rober­fläche. Kei­ner kann so ele­gant Tau­chen wie der Loon, auch nicht der Mer­gan­ser-‑Gän­sesä­ger. Er Taucht un­ter wie ein Fels­broc­ken, sei­ne Fe­dern lie­gen eng am Kör­per, voran­ge­trie­ben durch sei­ne großen Laat­schen­füße. Wenn er sei­nen Ru­fe auch noch un­ter Was­ser los wür­de wä­re das Was­ser wohl vol­ler Ir­re ge­wor­de­ner Fi­sche die un­unter­bro­chen zur Was­se­rober­fläche sau­sen wür­den um sich von der flüs­si­gen Ir­ren­an­stalt­mu­sik zu be­fei­en. Ob­wohl er sich manchmal wie ein Ir­rer an­hört, sind sei­ne Ru­fe aber auch mit Trau­er durch­webt, die zum Schimp­fen neigt. 

  Die Loons sind die Was­ser­vö­gel die am mei­sten inne­re Sub­stanz ha­ben. Sie sind wach­sam, und nicht so Ängst­lich sie kom­men na­he ans Ufer wenn ich da bin, und über­prü­fen mich. Sie ha­ben die Fähig­keit durch ih­re Wach­sam­keit sich nicht in Ängst­li­che Hand­lungen trei­ben zu las­sen. Der Loon-‑Eistau­cher hat ei­ni­ge un­ter­schied­li­che Ru­fe, wenn er sich be­droht fühlt auf dem See, wenn je­mand ihm zu na­he kommt mit Boot, hat er ei­nen Ruf, aber auch wenn er sei­ne Fa­mi­lie warnen will oder bloß die jun­gen. Manchmal fängt ein Loon ir­gend­wo auf dem See an zu ru­fen, der schallen­de Ton reist über den See - die an­de­ren Loons die auch auf dem See sind fan­gen dann auch an zu ru­fen und so ent­steht ein schallen­der Chor, und um­so stär­ker dann der Chor ist um so wei­ter trägt der Ton über das Land zu an­de­ren Seen und so ent­steht ei­ne Seechor­ver­bin­dung ih­rer Ru­fe. Nachts ist das beson­ders schön. 

  Die Or­nitho­lo­gen ha­ben un­ter­schied­li­che Rufar­ten er­kannt So gibt es den Tre­mo­lo zum Beispiel, die­ser Ruf wird oft zu­sam­men ge­macht mit dem Part­ner wenn das Nest be­droht wird und sie ver­su­chen die Auf­merk­sam­keit da­von weg­zu­len­ken bei dem der das Nest stört. Der Jo­del­ton ist ein schö­ner Ruf der vie­le In­hal­te mit sich trägt un­ter an­derem auch Iden­ti­fi­zierung zum Part­ner auf lan­ger Di­stanz aber auch wenn er auf­ge­regt ist. Wenn er sehr auf­ge­regt ist dann wieder­holt sich der Jo­del­ge­sang sehr oft - auch die Eistaucher be­trach­te ich als mei­ne Freun­de. Freun­de brauchen nicht un­be­dingt oft oder öf­ter mit ei­nem im Bett zu schla­fen.. 

  Hier draußen sind Freund­schaften an­ders. Hier wird mehr Per­sön­li­che Di­stanz ge­hal­ten. Und trotzdem sind es Freun­de, Freund­schaf­ten, Lie­bes­be­ziehun­gen. In Wahrheit gibt es nur Lie­bes­be­zie­hun­gen im Le­ben auch wenn das Chaos übel wütet.

Die Eistau­cher, die nun bei mir wa­ren hat­ten ihr dun­kles Fe­der­kleid glän­zend aus­ge­brei­tet und ih­re Roten Au­gen glänz­ten. Der sehr Strom­li­ni­en­för­mi­ge Kopf mit dem er wie ein Stein ab­tau­chen kann war immer wach­sam. Im Nac­ken hat er sei­ne Ze­bra­strei­fen, dün­ne ge­streif­te Bän­der, auf dem Schwar­zen Ge­fieder. Auf die­sem Ge­fie­der sind klei­ne Weiße Tup­fen. Un­ter sei­nen Flü­geln ist der Loon Weiß­ge­fie­dert. Auch der Bauch ist Weiß - Ja der Eistau­cher ist auch ei­ner die­ser We­sen der die Stim­mung der Ein­sam­keit vertont., wie die­ser klei­ne Vo­gel den ich noch nicht gefun­den ha­be.

Als die Loons weg­ge­schwom­men wa­ren ging ich zurück zum Zelt. Ich hat­te auf dem Hin­weg ei­ne Co­lado­se am Ufer zwi­schen den Stei­nen ge­se­hen, die nahm ich nun mit zum Zelt, dort schnitt ich die Co­lado­se in zwei Hälf­ten um dar­in den Rest des Fiberglasharzes an­zurüh­ren. Jaaa, das war schon der Rest, dabei soll­te das für die ge­samte Strec­ke bis zur Hud­son Bay rei­chen. Kevlar und Spe­zia­li­sten da bist du ver­lassen wenn man sich darauf ver­lässt. Noch­mals be­strich ich die ge­samte in­ne­rer Ver­stre­bung am Bo­den und die Be­rei­che in ih­rer Nähe, denn da wa­ren ja die­se Bruch­stel­len, weil das Ma­te­ri­al ein­fach zu dünn war. Wie wä­re es ge­we­sen wenn ich tat­säch­lich 600 Pfund an Bord ge­habt hät­te und zwei Per­so­nen, zbs. mit Paul Ner­ger. 

  Nach­dem die Be­streichung be­en­det war brauch­te ich nur noch Wär­me um das Harz auszuhär­ten. Al­so könn­te ich in 2 Stun­den los­fah­ren. Ich freu­te mich schon bald wie­der wei­ter zu kom­men. Als näch­stes rei­nig­te ich das Zelt. Da­nach füg­te ich noch ­mal et­was Naht­dich­ter auf die Näh­te die nur Mi­ni­mal et­was Feuch­tig­keit rein­ge­las­sen hat­ten. Das soll­te wohl nun für die ge­samte Rei­se gut sein. Ich freu­te mich wie­der Din­ge in Ord­nung zu brin­gen, zu Re­pa­rie­ren, das war sehr wich­ti­ge Ar­beit. Ich lüf­te­te den Schlaf­sack noch mal. Die Wa­tho­se wur­de raus­ge­legt zum Trock­nen. Die Pla­stik­pla­ne wur­de noch ­mal auf Mäu­selöcher über­prüft, da wo sie mit Er­folg ih­ren Ver­such mit Knab­ber­nah­rung ge­krönt hat­ten.. Die­se Lö­cher kleb­te ich mit star­kem Blau­en Kle­be­band über. Ich war eigent­lich be­reit los­zu­le­gen. Bloß der Nor­den nicht.

Der Nord­wind schaff­te es wie­der den großen Blau­en Him­mel Grau und dann Schwarz zu be­decken. Der Wind wur­de wie­der stär­ker. Dann noch stärker. Es war al­so wie­der mehr als klar, ich wür­de auch heu­te nicht weg­kom­men. Na­ja - we­nig­stens ha­be ich das Ka­nu re­pa­riert, das Zelt ver­bes­sert. Aber nun war schon wie­der Voraus­sicht ver­langt, den Ofen ein­heizen. Al­so säg­te ich die rest­li­chen Stäm­me durch, die Sä­ge war klas­se, aus der BRD mit­ge­bracht.

  Ich hat­te un­ter­schied­li­che Sä­ge­blät­ter mit­ge­nommen, Fei­ne, Grobe, je nach Holz­ar­beit. Das Sä­ge­blatt zu wech­seln war ein­fach. Nun lag da schon ein dic­ker Hau­fen Holz start­klar. Da­nach deck­te ich wie­der al­les mit der Pla­ne ab und leg­te das Ka­nu dar­über zog mir den Re­gen­man­tel an, nahm die Ni­kon mit 28-70 Zoom AF, die An­geln, und ging zum We­stu­fer, nein, Ostu­fer, Abend­brot fi­schen. Es war 12 Uhr al­so High Noon. Ich hat­te mei­ne bei­den Pi­sto­len im Zelt ge­las­sen da ich hier ei­ne Auf­ga­be hat­te die so­was nicht benö­tig­te - Gar­ry Coo­per stand da am Ufer und schau­te zu mir herüber - ich lächel­te ... schob mein Stroh­hut in den Nac­ken und sag­te auf mei­nem Kautabak kau­end ... Es ist Zeit ... Er lächel­te - und verschwand wie­der aus mei­ner Fan­ta­sie.

Der Wind wur­de noch stär­ker. Klei­ne win­zi­ge Zaun­kö­ni­ge hop­sten am Ufer herum. Ih­re Schwanz­federn stolz in die Höhe ge­streckt. Sie blin­zel­ten zu mir herüber. An der Ost­sei­te war der Wind we­ni­ger stark - ah­h­hh - weg vom Wind. Manchmal reicht das mit dem Wind. Im­mer die­ser Ge­to­se Ge­to­be Ge­rat­ter Blasen Rau­schen Don­nern und Pfei­fen. Manchmal war das zer­stö­re­ri­sche im Wind ein­fach zu viel. Der nimmt kei­ne Rück­sicht und Vor­sicht auch nicht. Der bläst bloß drauf los. Er trock­net mei­ne Lip­pen stark aus und die Hän­de auch. Mei­ne Lip­pen wa­ren oft ein­fach sprö­de. 

  Ich trö­del­te dann da am Ostu­fer ein­fach mal herum, warf den Blin­ker ins Was­ser, stand herum, schau­te mir die frisch auf­ge­bro­chenen En­ten­ei­er an, die ein Vo­gel ge­fun­den hat­te, denn es wa­ren noch fri­sche Eigelb-‑Re­ste zu se­hen. Hier hat­ten auch vie­le der Äste kei­ne Blät­ter. Es wa­ren ein­fach un­ter­schiedli­che Wachs­tums­sta­di­en hier auf die­ser klei­nen In­sel. Auf ei­ner Sei­te schon Grü­ne Blau­bee­ren auf der ande­ren Sei­te noch Blüten. Tja wie ja auch jetzt auf einer Sei­te star­ker Wind und hier fast kei­ner. Lang­sam wan­der­te ich bis zur Bi­ber­stel­le zum nörd­lichen Teil der In­sel, ich schau­te herum und sah, daß da ein Ka­nu zu mir ge­fah­ren kam, zwei Men­schen saßen da drin.. und ein Hund. Ah­h­h­hh, die er­sten Reise­com­pa­ni­ons. Der Hund saß in der Mit­te des Ka­nus. Lang­sam steu­erten sie auf mich zu. Zwei Män­ner saßen in ei­nem Hellblau­en Ka­nu mit ei­nem dic­ken Weißen Strei­fen am Obe­ren Rand des Ka­nus. Der hin­te­re Mann war ganz in Blau­er Re­gen­be­klei­dung ein­ge­packt. Er trug ei­nen Weißen Til­ly Hut, das ist ein star­ker Stoff­hut der sehr weich ist und der ei­ne brei­te Krem­pe hat. Auch der vor­de­re Mann trug solch ei­nen Hut, bloß in Ar­mee-‑Tarn-‑Far­ben-‑Mu­ster da­mit sein Kopf nicht vom Feind ge­se­hen wür­de, könn­te ja be­schos­sen wer­den. 

  Sie pad­del­ten mit Holz­pad­del. Als sie in mei­ner Nähe wa­ren frag­te ei­ner ob hier noch ein guter Zeltplatz auf der In­sel sei, der Wind ist ein­fach zu stark und sie woll­ten auf­hö­ren - und die sind zu zweit dach­te ich - ja da un­ten am Süd­li­chen Teil der In­sel ist noch ein schö­ner Platz sag­te ich ih­nen dann - der Hund knurr­te mich an.. Dann frag­te der vor­de­re Mann noch ob sie mich Abends mal be­su­chen könn­ten, Ja tut das sag­te ich - dann fuh­ren sie wei­ter. 

  Ich fisch­te wei­ter. Fing da­nach ei­nen Hecht hat­te zu­vor schon zwei schwim­men las­sen, aber die­ser war et­wa 3 Pfund den be­hielt ich, töte­te ihn so­fort. Mit­tlerwei­len war der Wind so stark wie noch nie auf die­ser In­sel seit mei­ner An­kunft. Das war nun wie­der ­mal Küsten Bran­dungs­an­geln Denn die Wel­len don­ner­ten schon wie­der sehr hoch ans Ufer. Ich fisch­te mal die Bran­dungs­wel­len wie in Afri­ka, da wa­ren oft, Wolfsbar­sche zu fan­gen, oder Loup de Mar ge­nannt, zack war ein guter Hecht an der An­gel, kaum das der Blinker die Wel­len er­reich­te, so schnell ging das, aber der Hecht kam so­fort wie­der los, der war größer - er schleu­der­te mir fast den Blin­ker wie­der zurück, ich fisch­te wei­ter aber oh­ne was nen­nens­wer­tes zu bekom­men. 

  Als ich et­was später den to­ten Hecht ab­ho­len woll­te stand ei­ne große jun­ge He­rings­möwe an ihm und pick­te auf ihm herum, Ih­re Ro­sa Wat­schel­füße stan­den auf dem Fel­sen und sei­ne Schwar­ze Schnabel­spit­ze piek­ste im­mer wie­der in den Hecht­kör­per rein. Sie schau­te sich den Fisch­kör­per in­ter­es­siert an, und be­merk­te mich gar nicht. Denk­ste, die hat­te kei­ne Angst. Die hat­te wohl noch nie ei­nen Men­schen ge­sehen oder er­fah­ren. 

  Ich sah das sie schon ei­ni­ge gute Stüc­ke aus dem Hechtfleisch her­aus­gepickt hat­te. Da sie sich durch mei­ne Ge­gen­wart auch nicht vom Fisch ab­hal­ten ließ, ich war 2 Me­ter von ihr ent­fernt, ließ ich ihr den Hecht. Nein die Si­tua­ti­on war an­ders - ich schaue noch ­mal in mein Ta­ge­buch nach. Die Möwe war fast unängst­lich - sie lief nur ein bisschen zur Sei­te als ich zum Hecht ging den ich dann so­fort öff­ne­te und ihr die In­ne­rei­en zu­warf die sie auch fraß, dann steck­te ich ein Stück Holz durch den Kopf und Schwanz­lo­sen Hecht­kör­per und trug ihn so von Blin­ker­platz zu Blinker­platz mit mir, bis zum Zelt

Der Sturm war Stark, die Wel­len ein­fach Fan­tastisch, das Was­ser Don­ner­te mäch­tig ans Ufer. Ein unun­ter­bro­chenes Rau­schen und To­ben. Viel Sprüh lag in der Luft. Ich schau­te erst ­mal nach ob die So­lar­anla­ge noch stand, aber ich hat­te ver­ges­sen das ich sie zu­vor schon hin­ge­legt hat­te. Dann wur­de der Hecht in ei­ne Fels­spal­te ge­legt und mit Gras be­deckt und kleinen Ästen. 

  Nun war es Zeit den Ofen wie­der auf Tou­ren zu brin­gen - fri­scher Tee und so ­was. Und siehe da - die jun­ge Möwe musste mich be­ob­ach­tet ha­ben, denn sie hat­te den Hecht her­vor­ge­holt und war eifrig am fres­sen - ok - du bist jung sag­te ich zu ihr, hast Hun­ger, ich lass ihn dir nun wirk­lich, ich fan­ge mir ei­nen neu­en Hecht, al­so ging ich noch ­mal zur glei­chen Stel­le wo ich zu­vor schon auf Grund gefischt hat­te und warf weit raus und kaum war der Blin­ker im Was­ser hat­te ich ei­nen star­ken Biss, die Wel­len Don­ner­ten mir ent­ge­gen, ich musste auf­passen, oh­h­hh, der ist größer - das merk­te ich so­fort - der Fisch jag­te durchs Was­ser tauch­te mal tief, zog herum, sprang aber nicht aus dem Was­ser, nach eini­gen Mi­nu­ten war am Was­se­ru­fer - 6-7 Pfund, er hat­te Gold­gel­be Punk­te auf sei­nem Rüc­ken, Sil­brig glänz­ten sei­ne Kie­men, der größte Hecht den ich bis jetzt lan­den konn­te - der Fisch wur­de so­fort getötet - am Zelt­platz Fi­le­tier­te ich ihn di­rekt, die jun­ge Möwe war noch da - ich warf ihr die In­ne­rei­en zu, sie schnapp­te sich ei­ni­ges und ver­schlang es so­fort, aber das war ins­ge­samt zu viel für sie das mei­ste ließ sie lie­gen - sie war satt, sie wat­schel­te zum Ufer und ließ ih­re Bei­ne von den Wel­len betät­scheln - ich sel­ber war nun mit dem Es­sen­be­rei­ten be­schäf­tigt. Boh­nen wur­den auf­ge­wärmt, der Fisch wur­de gebraten und in­zwi­schen war die jun­ge Möwe auch wie­der näher zu mir ge­kom­men, sie setz­te sich sogar hin und schau­te mir zu, schön. Sie be­ob­ach­te­te al­les was ich tat. Sie sah wie ich auf dem Stein sitzend die Sup­pe aß, sie sah wie ich den Teig an­rühr­te für die Ban­nocks, oder Su­per­müs­lie­pfan­ne­ku­chen, dann ging sie zum Seeu­fer um et­was zu trin­ken und um auf dem Was­ser zu sein, die Wel­len knat­ter­ten zwar ans Ufer, sie knall­ten ans Ufer, aber sie glitt sanft auf das Was­ser und Pad­del­te auf den See. 

  Regen­schau­er ka­men über die In­sel, trotz­dem mach­te ich die Pfan­ne­ku­chen fer­tig bis sie Gold­gelb und knusprig fer­tig wa­ren ... Die Pfan­ne­ku­chen waren mei­ne di­rekt Schmaus­nah­rung, die hat­te ich immer in der Ta­sche pa­rat, da brauch­te ich bloß Ho­nig drauf­schmie­ren oder sie mit Scho­ko­la­de be­strei­chen - das war so­zu­sa­gen mein Knusper­brot - di­rekt aus der He­xen­bäc­ke­rei am In­sel­he­xen­wald. Knusper, knusper, Knäu­schen, wer knuspert ... Ich be­rei­tet al­les für dem mor­gi­gen Tag vor die mor­gi­ge Ab­fahrt könn­te ja sein ... wie­der trank ich Ka­mil­le-Tee. Nun kam auch die al­te Möwe zurück­ge­flo­gen und verschlang den Rest der Ein­ge­wei­de und zog sich auch die rest­li­chen Hech­stück­chen hin­zu - dann flog sie gut ge­sät­tigt mit ei­nem Möwen­grin­sen da­von.. 

Al­les was mal Hecht war, war nun ver­speist, sauber war der Bo­den, der Re­gen wür­de den Rest wegwa­schen - der Him­mel war im­mer noch stark Grau. Die Ka­na­dier ka­men an dem Abend nicht zu mir.. Als al­les so­weit fer­tig war stand ich lan­ge am Ufer und wur­de so­zu­sa­gen eins mit der Um­ge­bung und sei­ner schwächer­wer­den­den Licht­qua­lität.

In die­ser schwächer wer­den­den Lichtse­re­na­de die in den Abend rein­glitt stand ich da und sah wie über dem See ei­ne La­dung Re­gen auf mich zu kam. Zur glei­chen Zeit brau­ste der Wind in ein klei­nes Inferno. Mei­ne Fan­ta­sie fing an zu bro­deln und brüten und ich hör­te wie das lei­se Pia­no­spie­len der Doors mit ih­rem Lied Ri­ders on the Storm an­fing über den See zu se­geln und die Um­ge­bung auf­zu­fri­schen. 

Das ist der Ti­tel ih­rer Letz­ten LP ge­we­sen, aus einer an­de­ren Rich­tung kam ein an­de­rer Wind­mei­ster und tob­te sei­ne Wild­heit über den See zu mir - ich sah ihn Rei­ten - wer rei­tet so spät durch Nacht und Wind, es ist der Erl­kö­nig Blitz­ge­scheit und in Hellgrü­nen Blät­ter tobt der Wind - Siehst du ihn dort in der Al­ten fri­schen Wol­ken, und bist du nicht wil­lig so folgt bald die blühen­de Ge­walt ... aus ei­ner an­de­ren Rich­tung kam ein an­de­rer Wind ... Yip­piyeiyeah­hh­hh Yip­pieiyeah­h­hh - der Ghostri­der ri­des through the Sky ... the Ghostri­der ri­des through the Sky ... und hin­ter mir tob­te der Wer­wolf - er don­ner­te sei­ne Fik­ti­ven Gei­ster auf den See und leg­te mit sei­nem Sym­pa­thi­schen Jo­del­ge­heu­le los ... und aus dem Wald der In­sel sah ich ein Licht und da kam die kla­re Stim­me ... ach wie gut das nie­mand weiß das ich Rum­pel­stielz­chen heiß..... und ich stand in all dem und sta­un­te, mei­ne Oh­ren wa­ren wie­der 4 Me­ter lang und 12 Me­ter breit - schnell hol­te ich mei­ne Ric­ken­bac­ker Gi­tar­re her­vor - das Schlag­zeug und die Oboe.. ich trieb die elek­tri­sche Gui­tar­re zu Doors Ri­ders on the Storm weit weit über den See­wind hinaus - weit hin­ein in den wild­ge­wor­denen Sturm und sei­ne Gei­ster und En­gel­stim­men die am Ufer lach­ten und zer­gel­ten. 

Ich ließ ein me­lo­diö­ses glei­ten der Tö­ne al­le die­ser Ghostri­der und Ri­ders on the Storm und Wer­wöl­fe und Rum­pel­stielz­chen in ei­nem Flammend­heißen Wir­bel­wind­gi­tar­ren­so­lo ala Me­di­ta­tiver Se­re­ner Schön­heit ver­ei­nen - ... bis sie al­le wie­der ru­hig wur­den und in den Wol­ken­ge­bil­den sich in ih­re ur­sprüng­li­che En­er­gie der Lie­be auf­lösten dann war die Wild­heit vor­bei - es war stil­ler ge­wor­den - der Re­gen goß bloß noch sei­ne nas­se Pracht auf al­les ... so nahm ich die al­te al­te Oboe die Hän­del schon in Hal­le ge­spielt hat­te und setz­te sie an, setz­te sie an zum tie­fen tie­fen weichen Schlaf­sound.


Mitt­woch, 19. Ju­ni

In mei­nem Ta­ge­buch steht bloß:

»Von 7.20 Uhr bis 22.10 Uhr bis zum Sand­fly La­ke. Bin grog­gy. Gehe schla­fen.«

Be­vor ich an die­sem Mor­gen los­fuhr, ka­men die Ka­na­dier noch bei mir vor­bei, wir re­de­ten 5 Mi­nuten, sie woll­ten wei­ter, ich ha­be ver­ges­sen wo­hin. Bloß an ei­nes er­in­ne­re ich mich gut, der Hund ging an Land und lief herum, be­vor die Ka­na­dier wei­terfuh­ren, ging er zu mei­nem Zelt und hob sein Bein um es an­zu­pis­sen, dann ging er ins Ka­nu, als sie losfuh­ren schau­te er mich ganz tri­um­phie­rend an - dieser Hund.


Donnerstag, 20. Juni

Um 4 Uhr mor­gens 18 Grad im Zelt. Die Vö­gel sin­gen schon seit 3 Uhr, sie sin­gen wie­der mit ih­rer vor­sich­tigen Art, Kunst, ich bin nicht si­cher auf wel­cher In­sel ich bin.. Ge­stern, 20. Ju­ni, als ich dann end­lich Paddel­schlag um Pad­del­schlag los­fuhr, da sah ich wie der Re­gen hin­ter mir im We­sten kam, ich war kaum auf dem Was­ser da fing ich schon wie­der an zu ver­su­chen ihm zu ent­kom­men. Ich leg­te den Mo­tor an um schnel­ler vor­wärts zu kom­men - als ich nach ei­ni­gen Mi­nu­ten zurück­blick­te da lag die­se wun­der­schö­ne Insel schon Grau und Trü­be im Re­gen, doch bei mir war er noch nicht. Das soll­te ein großer Teil mei­ner Tagespad­de­lei wer­den, dem Re­gen zu ent­kom­men. Dadurch fuhr ich dann auch ei­nen Zick­zack­kurs. Ich hat­te den Wind hin­ter mir und kam schnell vor­wärts. Ich war schon wie­der am Kämp­fen da auf dem Wasser. 

  Die rech­te Ufersei­te der Mc Do­nald Bay wur­de hoch­ge­fah­ren Rich­tung Nord-‑Osten, dann 8 km rechts durch die Öff­nung auf den brei­ten Chur­chill River, ob­wohl das al­les See war, aber auf der Kar­te steht das so, un­ter mir aber das glei­che Was­ser, war der Pine­hou­se La­ke. Schließ­lich hör­te es auf zu Reg­nen. Es blieb aber Grau. 

  Das Land ist hier Hü­ge­liger Lieb­li­cher zum an­sehen, vie­le See­ad­ler und Gol­dene Ad­ler flo­gen in dieser Ge­gend herum. Ge­gen 10-11 Uhr riss der Him­mel auf, ein schö­nes Blaues Loch am Fir­ma­ment. In der rela­ti­ven En­ge war die Ori­en­tie­rung Pro­blem­los. Ge­gen Mit­tag, die Son­ne leuch­te­te kurz ging ich an Land auf ei­ner klei­nen In­sel, süd­lich von der großen Cow­pack In­sel, um Toi­let­ten­pflich­ten zu ver­wirk­li­chen. Ich ließ das Ka­nu zwi­schen zwei Fel­sen im Was­ser und kletter­te den stei­len glat­ten Fel­sen hoch, das war auch wie­der ei­ne sehr schö­ne In­sel - um mei­nen Kot ne­ben dem ei­nes Bä­ren­kots zu le­gen. So­zu­sa­gen ein Synergie­schiss Zeit­ver­scho­ben. 

  Als ich da so saß und Rich­tung Nor­den blick­te, kam ein Schwarz­bär aus dem dich­ten Grü­nen der Cow­pack In­sel und schnup­per­te am Ufer herum. Er war viel klei­ner als die Schwarz­bärin mit ih­rem jungen die ich auf dem Ile a La Cross ge­se­hen hat­te, die ja auch Zimt­braun war. Die­ser Bär war aber aus­gewach­sen. Der Wind trug sei­nen Ge­ruch zu mir, gut das es nicht um­ge­kehrt war, denn das Was­ser zwischen den bei­den In­seln war nur et­wa 20 Me­ter Ich saß da mit mei­ner Ho­se um den Kni­en und schau­te ihm zu. Er be­merk­te mich nicht und ging dann wieder zurück in den Busch. Da­nach pad­del­te ich weiter. 

  Ge­gen Nach­mit­tag wur­de es plötz­lich ganz still, ganz Grau auch, kein Wind, und auch die Vö­gel hör­ten auf zu Sin­gen, ei­ne wun­der­schö­ne Stil­le lag da um mich herum. Ich hör­te auf zu Pad­deln und blieb ei­ne lan­ge Zeit ein­fach da still im Ka­nu sit­zen, das nun sel­ber ganz ganz lang­sam still wur­de. 

  Dann fing aber mein Hin­tern wie­der an weh zu tun, auch mei­ne Knie, der Nac­ken auch, die Wir­bel, die Hän­de sind von Tag zu Tag rau­er ge­wor­den, die Haut an den Fin­gern wird ganz brüchig sehr rau. Es gibt hier kei­ne wei­chen Stei­ne zum hin­set­zen. 

  Nach ei­niger Zeit pad­del­te ich ei­nen san­di­gen Strand an, ich sah von weitem ein rie­si­gen Weiß­kopf-‑See­ad­ler-‑Nest-‑Horst. Ein Ad­ler saß auf dem Horst ein an­de­rer in sei­ner Nähe. Dann fuhr ich ein­fach ge­ra­de auf den Sand­strand zu, und tauch­te in den Sand und wur­de so ge­stoppt. So­fort schob ich mich mit dem Pad­del rüber zur Sei­te des Stran­des um aus­zu­stei­gen. Ahh wei­cher Bo­den et­was das nach­gibt. Dort auf dem Sand­bo­den ste­hend aß ich erst ­mal ei­nen Pfan­ne­kuchen, trank viel Flüs­sig­keit, Tee. Es duf­te­te hier stark Süß­lich, das Was­ser war klar. Die Schreie der Ad­ler schall­ten über das Land und See. Zwei Eis­vö­gel sausten flach am Seeu­fer vor­bei.. Ihr Blau­er Fe­der­bo­dy glänz­te auch im ru­hi­gen See­was­ser. Der Weiß­kopfsee­ad­ler riss sei­nen großen Gel­ben Schna­bel weit auf um zu schrei­en. Er saß am En­de ei­nes ab­ge­stor­be­nen Astes. Dann flog er los um auf mich zu­zu­f­lie­gen und mich skep­tisch zu über­prü­fen. Mei­ne Nähe ge­fiel ihm nicht. Egal wo Mann, Frau, ich bin, es wird im­mer jemand ge­ben für des­sen Nähe man nicht will­kom­men ist, ob Mensch Maus oder Ad­ler. 

  Der Horst war schön in ei­ner vie­rer Ast­ga­bel reinge­baut wor­den. Es war gut 1 Me­ter dick kein neues Nest. Es gab hier sehr vie­le Ad­ler­hor­ste zu se­hen. Täglich sah ich min­de­sten 3-10 Stück. Ich ging nach dem Es­sen am wei­den­be­wach­se­nen Strand ent­lang und fand da­bei zwei große wun­der­schö­ne Bir­ken­pil­ze oh­ne Wür­mer. Die nahm ich mit. Dar­über freu­te ich mich. Ah­hh nun fängt die Pilz­sai­son hier schon an, pri­ma - Dann stieg ich wie­der ins Ka­nu und pad­del­te wei­ter. 

  In­zwi­schen be­fe­stig­te ich die Sa­chen im Ka­nu nicht mehr ex­tra mit dem Gel­ben Seil. Ich hat­te bloß noch das durch­sich­ti­ge Sprüh­co­ver über die Ka­nusa­chen be­fe­stigt und auf dem lag dann die So­lar­an­la­ge, da­neben lag der Mo­tor und ei­ne Spinnan­gel, al­les lag lo­se auf dem durch­sich­ti­gen Pla­stik. 

  Die Flussge­gend win­det sich nun wie­der und es gibt hier Buch­ten und Buch­ten, Bach­zu­f­lüs­se, und Tüm­pel, fast mehr See­land­schaft als Land­schaft, so sieht es auf der To­po­gra­phi­schen Map­pe je­den­falls aus. Als der Fluss am Nörd­li­chen Teil en­ger wur­de, wur­de auch das Was­ser fla­cher, und ich konn­te starken sau­be­ren Pflan­zen­wuchs am Flussbo­den se­hen. Das sah ein­la­dend zu An­geln aus, aber der Fluss hat­te hier auch mehr Ge­schwin­dig­keit. 

  Ich warf den Blin­ker mit der leich­ten Spin­ru­te aus, ein Biss, ich schlug an, und - krach, die An­gel­ru­te war zer­bro­chen, nicht nur ein­fach zer­bro­chen, nein, gleich in drei Tei­le, so ­was hat­te ich in mei­nem gan­zen An­gel­le­ben noch nie er­lebt, das über­haupt mal ei­ne An­gel bricht, nein, noch nie war ei­ne An­gel je­mals zer­bro­chen. 

  Aber Te­le­sko­pru­ten sind leicht zu re­pa­rie­ren, ich brau­che bloß das Te­le­skop­stück von un­ten neu in die an­de­ren Te­le­skop­stüc­ke schie­ben, ... Im lau­fe die­ser Zeit hier auf dem Chur­chill konn­te ich se­hen das ei­niger­maßen oft et­was zer­brach, ich sah das als Vor­handen­sein stär­ke­rer Ne­ga­ti­ver En­er­gi­en.

Der Be­reich der nun Rich­tung Süd-‑Ost führt in den Sand­fly La­ke, ist sehr schön. Die Strö­mung wur­de stärker aber blieb oh­ne Wel­len da es nun in den See ging. Aber zwi­schen dem See von dem ich kam und dem See den ich nun an­pad­del­te ist kein Höhen­un­terschied ein­ge­tra­gen, bei­de lie­gen auf 385 Me­ter, trotzdem wur­de die Strö­mung schnel­ler, wohl des­we­gen weil das Ge­wäs­ser hier ein­fach viel En­ger wur­de und dort war die mei­ste Strö­mung, und dann war ich schon auf dem Sand­fly La­ke. Nun wur­de die Ori­en­tierung viel schwie­ri­ger, nicht nur weil ich schon seit 16 Uhr da­bei war ei­nen Zelt­platz zu fin­den und langsam wie­der Mü­de wur­de ... 

  Die Ufer sa­hen zwar Ein­ladend aus, wie zum Beispiel am Ad­ler­horst-‑Sand­strand, ich woll­te aber ei­ne In­sel. Ba­sta. Der Sand­fly See war der See mit den meisten In­seln bis jetzt ... Ich musste sehr auf­pas­sen, mein Blick war un­un­ter­bro­chen in die Fer­ne ge­rich­tet, um das Ufer, die In­seln zu se­hen, zu zählen, und mit der Kar­te zu ver­glei­chen, da­mit ich auch wusste wo ich war. Ich pad­del­te wie­der ei­nen zick­zack Kurs von Insel zu In­sel um ei­nen Platz zu fin­den aber kei­ne In­sel sag­te mir zu. Sie wa­ren al­le zu be­wach­sen, kein schöner Fels­platz kein schö­ner Freiraum zum Cam­pen. Ich konn­te mich auch nicht nach der Son­ne rich­ten, denn sie war weg, wohl auf Ha­waii, es war schon längst wieder der Graublues an­ge­sagt, aber was für ein Tiefgraublues das war. Die Sicht war viel kür­zer, Die Inseln la­gen im Grau­en Schlei­er und ver­schlei­er­ten Dunst­feld, ih­re Kon­tu­ren wa­ren ver­schwom­men, das Son­nen­licht fehl­te. Aber so war es nun­ mal - Buddha wür­de da­zu sa­gen, das ist das SO­SEIN.

Der Be­reich der Gna­de fängt ja da an, wo ak­zeptiert wird ... und das tat ich ja schon mein Le­ben lang ... er­go ...

Ich musste nun an­fan­gen mit Kom­pass zu fah­ren sag­te ich mir je­den­falls, aber jetzt ging`s erst ­mal noch oh­ne. Von In­sel zu In­sel pad­del­te ich, mal Süd­lich mal Nördlch dann Öst­lich vor­bei an der großen In­sel in der Mit­te des Sees, und ich Pad­del­te die Winz­lin­ge an, bloß Fleck­chen auf der Kar­te, aber das war al­les nichts für mich, ich such­te ei­ne In­sel wo ich mit Freu­de sa­gen konn­te ... Jaaaaaaaaa. Dann pad­del­te ich wie­der auf ei­ne In­sel zu es war in­zwi­schen schon 21 Uhr, was für ein Tag - mein Hin­tern war fast Brei, ein Mus­kel in der lin­ken Knieseh­ne stand her­vor, was war das. Mei­ne Hän­de waren sehr Rau, mei­ne Lip­pen Sprö­de, mir tat der Rücken weh, ich hol­te erst ­mal die Weiße durch­sich­ti­ge Fla­sche her­vor mit der großen Öff­nung für große Pim­mel und steck­te den Pe­nis da rein um ab­zu­pinkeln, dann goss ich den Urin in den See und spül­te die Fla­sche aus. Ein wun­der­ba­res ein­fa­ches Sy­stem. Manchmal wenn es ging stand ich auch auf und Pinkel­te in den See. 

  Dann schob ich Pad­del­be­we­gung um Pad­del­bewe­gung das Ka­nu vor­wärts, denn die Bat­te­rie war nicht mehr voll, sie war auf der schö­nen In­sel nicht halb­voll ge­we­sen, zu we­nig Son­nen­schein zum Laden ... Der See war re­la­tiv ru­hig, aber Nord­wind kam nun hoch, ich fuhr Rich­tung Sü­den, schob das Pad­del tief ins Was­ser und zog es lan­ge durchs Wasser an der Sei­te des Ka­nus, am En­de das Pad­del­zugs be­weg­te ich das brei­te La­men­tier­te schö­ne Pad­delblatt zur Sei­te um leicht zu Steu­ern. Ich war kein elegan­ter Padd­ler mit Stiel, nein, mir ging`s erst­ mal dar­um über­haupt gut vor­wärts zu kom­men. Ob­wohl ich an ru­hi­gen Ta­gen da­bei war ei­ne Pad­del­kunst zu ma­chen die ei­ne ge­wis­se Schön­heit hat­te, ei­ne Harmo­ni­sche Be­we­gung war, die zugleich Schub mach­te aber auch Har­mo­nisch Steu­er­te oh­ne das mein Ka­nu in ei­nem wei­chen Zick­zack­kur­ven-Kurs fuhr, ich woll­te in ei­ner ru­hi­gen Li­nie blei­ben. Doch nun war es Po­wer, ich woll­te auf­hö­ren. Wie­der kam ich auf ei­ne In­sel zu, sie war lang, flach mit ei­ni­gen Na­del­bäu­men an der rech­ten Sei­te, links hoch war Wald, aber vor mir - oh­hh, pri­ma - fla­cher Fel­sen einfach sehr ein­la­dend - ok, ich schuf­te eben - um schö­ne In­seln zu fin­den sag­te ich mir. 

  Dann leg­te ich in ei­ner ru­hi­gen Bucht an. Vie­le Stein­flie­gen wa­ren auf dem Fel­sen, große Schwar­ze Stein­flie­gen. Im Was­ser am Ufer wimmel­te es von kleinen Fi­schen. Das war wie­der ­mal ei­ne fan­ta­sti­sche Insel. Es hat­te sich ge­lohnt sooo lan­ge zu Pad­deln. Inzwi­schen war es nach 21 Uhr. Der In­sel­teil an dem ich an­ge­legt hat­te war hier et­wa 25 Me­ter breit, al­les war mit Wei­den­bü­schen, klei­nen be­stückt die durch die Fel­sen­flächen, Ris­se, durch­ge­wach­sen wa­ren. Neben ei­nem klei­nen Wei­den­busch bau­te ich das Zelt auf, und brach­te dann erst al­les an­de­re an Land. 

  Der Le­bens­mit­tel­be­reich wur­de nun we­sentlich we­ni­ger. Die Blaue Tra­ge­ta­sche hat­te nun ei­ne schlap­pe Form beim Tra­gen. Ich war schon weit über das Ziel hin­weg das ich mir ge­setzt hat­te und war froh die dop­pel­te Men­ge Nah­rungs­mit­tel mit­ge­nom­men zu ha­ben, Wei­se, wur­de In­tui­tiv der Wet­ter­spiel­plan mit ein­ge­plant. An­son­sten hät­te ich schon längst das En­de der er­sten Etap­pe er­reicht. und so wei­ter.

Das Zelt stand nun auf ei­ner schö­nen glat­ten Felsfläche um­ge­ben von et­wa Au­to­rei­fen großen Fel­sen, aber vor dem Zelt war ei­ne Fels­broc­ken­freie Flä­che. Dann bau­te ich wie­der den Ofen auf, da­bei fiel mir die Rauch­ab­zugs­klap­pe aus Gussei­sen auf den Bo­den und zer­brach, das war’s dann - die konn­te ich nicht mehr Re­pa­rie­ren, das Re­gu­lie­ren der Hit­ze war da­mit pri­ma, und auch Re­gen konn­te da­mit ab­ge­hal­ten wer­den. ok, egal, sag­te ich mir, trotz­dem. 

  Da sehr viel Holz herum­lag mach­te ich mir noch ein Es­sen unter dem Grau­en Him­mel. Ei­ni­ge Vö­gel schri­een da im Gehölz herum, sie hör­ten sich wie Grack­les an ... die­se Dun­klen Schwar­zen El­stergroßen Vö­gel mit ih­ren leuchten­den Gel­ben Au­gen. Ich öff­ne­te ei­ne Do­se Cor­ned Beef da ich kei­nen Fisch ge­fan­gen hat­te, schnitt zwei dic­ke Zwie­beln da­zu und misch­te die zwei schö­nen Bir­ken­pil­ze da­zwi­schen - ah­h­h­hh, lec­ker. Dann koch­te ich noch Cur­ry-‑Cheddar-‑Kä­senu­deln, ich hat­te ja auch vie­le Kä­se­sor­ten mit­ge­nom­men, De­hy­drier­tes Ma­te­ri­al. Ein Topf Tee duf­te­te auch bald die In­sel ein.. Dann bau­te ich mir wie­der ei­nen Fel­sen­tisch und saß auf der Gel­ben Fototasche um Mü­de aber genüss­lich zu Es­sen. 

  Ich wür­de mor­gen hier auf der In­sel blei­ben. Denn ich hat­te mir vor­ge­nom­men den läng­sten Tag des Jahres zu Fei­ern, ei­ni­ge Tänz­chen zu ma­chen, bisschen Stepp­tanz auf der See­fläche, ei­ni­ge Pirouet­ten auf dem Fel­sen, zwei drei Ga­lan­te Nureye­wsprün­ge durch die Luft, da­zu noch meh­re­re Wal­zer­pirouet­ten über die heiße Ofen­fläche. - ja­ja ich wür­de mor­gen Fei­ern.   Die Öff­nung des Zelts zeig­te in Rich­tung Nord-‑Osten. Der Him­mel wur­de wie­der ­mal Schwar­zgrau. Nachdem ich al­les weg­ge­putzt hat­te pack­te ich die gereinig­ten Sa­chen ein und roll­te al­les schön zu­sam­men. Ich leg­te die­ses mal das ge­samte Ka­nu­ma­te­ri­al nicht un­ters Ka­nu, nein, ich leg­te al­les mit­samt Le­bens­mit­tel di­rekt vor den Zel­tein­gang in et­wa 5 Me­ter Ent­fer­nung of­fen da auf die Fels­fläche, womög­lich war ich im Kopf, oder mein Kopf, sehr mü­de, aber, ich dach­te mir, mal se­hen viel­leicht kommt ein Bär auf die In­sel ge­schwom­men, viel­leicht ist auch schon ei­ner drauf, dort am Nörd­li­chen Teil der schma­len In­sel wo der dich­te Wald war. Er kommt mor­gens an, schnup­pert da herum, ich ma­che ei­ni­ge schö­ne Fotos von ihm und sa­ge dann, ok, Bär­li, wenn du nicht zu sehr stinkst kannst du mit mir Früh­stüc­ken, ich ma­che dir auch eini­ge Ho­nig­pfan­ne­ku­chen. Die ge­be ich dir frei­wil­lig du brauchst mir da al­so nichts zu zer­stö­ren - denn die Le­bens­mit­tel hat­te ich mehr­mals in die Klar­sicht­plastik­pla­ne ein­ge­rollt, und darauf leg­te ich dann das Trage­ge­stell als ex­tra Be­schwe­rer und auch die An­gel­ruten in ih­rem Fut­te­ral und die Flie­gen­ru­ten la­gen da­ne­ben, auch die Gel­be Fototasche stand da­ne­ben. 

  Das Ka­nu hat­te ich um­ge­dreht, sein Bo­den war mit vie­len Weißen Re­pa­ratur­flec­ken be­deckt. Un­ter ihm lag die Werk­zeug­ta­sche mit all dem an­de­ren An­gelzeug.   Über mir war es jetzt Li­laschwarz, sehr Dun­kel - aber am Ho­ri­zont, Nord­west­lich, da schim­mer­te ein Rosa­ro­ter Strei­fen her­durch der sich auf den See leg­te und im­mer kräf­ti­ger wur­de. Mehr und mehr kam das Rosa­ro­te Licht her­vor und deck­te nun den Li­laschwarzen Him­mel da­mit am Ho­ri­zont ab bis er Dun­kel­rot glüh­te - aber über mir - hin­ter mir - war al­les Lilaschwarz - ein schö­ner An­blick.

Ich schlief gut, träum­te von die­ser Frau die drei Bären in die Flucht schlug, und von dem klei­nen Kind das von ei­nem Bä­ren an­ge­fres­sen war aber noch lebte, das war in New Yorks Grün­der­ta­gen. 

  Ich schla­fe nicht sehr viel, mei­stens bin ich um 23 Uhr im Zelt, aber schon um 3 Uhr wie­der wach. Schla­fe im Schnitt 4 Stun­den. 

  Jetzt am Donners­tag, den 20. Ju­ni, wach­te ich auch wie­der um 3 Uhr auf, die­se sanf­ten Tö­ne der Vö­gel wec­ken mich. Wie­der wa­ren sie ganz zart und vor­sich­tig mit ih­ren Tö­nen, sehr zurück­hal­tend. Ein hel­ler Strei­fen war am Ostho­ri­zont durch das Zelt zu se­hen. Ahh Licht. Ich blieb dann aber doch im Zelt und schlief bis 7 Uhr. Draußen wa­ren die Vögel in­zwi­schen sehr Ak­tiv, und es wa­ren sehr vie­le Vö­gel da draußen. Als ich aus dem Zelt schau­te sang ein Grack­les Vo­gel im na­hen ab­ge­stor­be­nen Baum­geäst. Er schrie ei­gent­lich hei­ser. Sei­ne gel­ben Au­gen wa­ren gut sicht­bar. 

           Dann zog ich mich im Zelt an und ging raus zum Seeu­fer, knie­te mich ans Was­ser um mich zu waschen. Das Was­ser war noch kalt. Um mich herum wa­ren klei­ne In­seln in guter Nähe. Der See war Spiegelglatt und ein Him­mel vol­ler dün­ner weißer Wolken Spie­gel­te sich auf sei­ner Ober­fläche. Da­hin­ter glänz­te die Son­ne als Weißer mil­chi­ger glän­zen­der Licht­punkt. 

  Vie­le klei­ne Schilf­buch­ten wa­ren an die­ser In­sel und auch den sehr na­hen an­de­ren In­seln.. Ich wusste ei­gent­lich gar nicht mit Be­stimmt­heit wo ich genau war, denn ge­stern war ich teil­wei­se so Mü­de das ich be­merk­te wie mei­ne Wach­sam­keit weg war und ich Ko­or­di­na­ti­ons­schwie­rig­kei­ten hat­te. 

  Die­se In­sel hat­te ih­ren höch­sten Punkt et­wa 5 Me­ter über dem See ... . . . .Es war ei­ne fla­che lang­ge­streck­te In­sel in Nord-‑Süd Rich­tung das wusste ich nun. 

  Dann mach­te ich erst­ mal wie­der den Ofen an.. Mach­te Zimt­pfan­ne­ku­chen, Tee, und Früh­stück­te. Seit heu­te mor­gen um 3 Uhr war auch wie­der die­ser my­ste­riö­se Vo­gel am Sin­gen, und nun ist es schon 8.30 Uhr und er Singt immer noch. Er Sang und Sang und Sang die­ses ru­hi­ge stil­le Lied. Al­so nun wird es wirk­lich Zeit das ich ihn ent­dec­ke, ich konn­te min­de­stens 4 un­ter­schied­li­che Vö­gel zur glei­chen Zeit sin­gen hö­ren. Ich hör­te den klei­nen Fin­ken­vo­gel wie­der mit den hel­len strei­fen am Kopf, den Grack­le, den My­ste­riö­sen und ei­nen an­de­ren, später stell­te sich her­aus der an­de­re war ein Bal­timo­re Orio­le, ein Ro­to­ran­ge­ner sehr schö­ner Vo­gel. Aber wel­cher Vo­gel ist nicht schön. Der Ofen heiz­te wie­der fan­ta­stisch wenn kein Wind war. Als ich das Früh­stück aß sag­te ich mir, ich will heu­te ein Fest­mahl ma­chen ein Mit­som­mer­nacht­st­rau­mes­sen. Ja ja Ja, ich wer­de mir heu­te mal Fisch­fri­ka­del­len ma­chen und irgend­et­was an­deres Lecke­res - im­mer wie­der schau­te ich in die Rich­tung des sin­gen­den Vo­gels, der nicht weit von mir im Süd­li­chen Wäld­chen aus Dic­kicht und ei­ni­gen Na­del­bäu­men, un­un­ter­bro­chen sang. Sehr schö­ne In­sel lob­te ich den Platz. 

  Aber als er­stes musste ich Si­cher­heit ha­ben auf welcher In­sel ich über­haupt sein wür­de, da­mit mei­ne Wei­ter­fahrt ge­si­cher­ter war. Al­so ging ich dann bloß in Rotem Jeans­hemd oh­ne Kopf­be­dec­kung mit schmutzi­ger Ho­se und Turn­schu­hen die In­sel ab. Es war tatsäch­lich die In­sel die ich auf der Kar­te ein­ge­zeich­net hat­te. Ich war si­cher. Es gab nur die­se In­sel die so schmal und in die­ser Po­si­ti­on und Län­ge sich in den See streck­te un­ter all den an­de­ren klei­nen In­seln. Ok, das war fer­tig. 

  Der Wald war auch mit dün­nen Pap­peln be­wachsen, und an den Stämmen wuch­sen, was, wun­derschö­ne Au­stern­pil­ze, ... ah­h­hh das wür­de mei­ne weite­re Zu­tat sein für Fisch­fri­ka­del­len. Tja so ein­fach kann das Le­ben sein - Geld­los ... die Na­tur hat in Wahr­haftig­keit für al­le in Hül­le und Fül­le bloß die bös­ar­ti­gen ha­ben das üble Prin­zip zum herr­schen ge­bracht, und die mei­sten Men­schen sind immer noch Skla­ven die­se Üblen Stu­pi­den Sy­stems. Das muss auf­hö­ren. 

  Ich fand ei­ne Weiße Email­le Tas­se auf dem Waldbo­den. Ihr Bo­den war durch­ge­ro­stet, die Öff­nung lag auf dem Bo­den, aber durch ih­ren zer­ro­ste­ten Bo­den wuch­sen schon Grü­ne Pflan­zen, tja, das ist der Vor­teil von Me­tal­len, wenn die Lie­gen­ge­las­sen wer­den ver­rosten sie und wer­den wie­der ab­sor­biert im Kreis­lauf des Le­bens. Zu­min­de­stens viel viel leich­ter als Pla­stik. Abfall. 

  Der Nord­teil der In­sel war be­wal­det. Zwi­schen mir und dem be­walde­ten Nord­teil war bloßer Fel­sen mit ei­ni­gen Bü­schen. Der Fel­sen war da wie ein runder Rüc­ken, ganz glatt und ge­wölbt, oben drauf wuchs Oran­ge­ner Flech­ten­be­wuchs, der schön leuch­te­te. An ei­ni­gen Stel­len wa­ren schö­ne 2-3 Me­ter große run­de Fels­broc­ken auf­getürmt. Auch sie wa­ren fast Oran­genro­sa mit Fels­mo­de be­deckt.. 

  Am Wal­drand fand ich ei­ni­ge sehr schö­ne große Or­chi­de­en. Es wa­ren Frau­en­schuhor­chi­de­en bloß in Ro­sa Aus­füh­rung. Ei­ni­ge wa­ren schon am ab­wel­ken. Der Wal­drand sel­ber war von Mil­lio­nen und mehr blühen­der Blu­men, klei­ner win­zi­ger weißer Blüten, um­ge­ben. Ich konn­te sie als die große Stern­mie­re iden­ti­fi­zie­ren. Der Bo­den war ein­fach voll da­von.. Zwei Schmet­ter­lin­ge flat­ter­ten herum, und vie­le große Spin­nen wa­ren auf die­ser In­sel, ins­be­son­de­re an den Fel­sen, die dicht am Was­ser wa­ren, man­che wa­ren große Schwar­ze, an­de­re wa­ren mit Hell­grauem Körper­teil und kur­zen Bei­nen. Der Hell­graue Kör­per­teil war sehr groß im Ver­hält­nis zum Schwar­zen Kopf..

Es wur­den im­mer mehr In­sek­ten ge­se­hen, ins­beson­de­re in Was­sernähe. Zur Zeit wa­ren  es die großen Stein­flie­gen aber auch schon Maiflie­gen wa­ren vorhan­den die auch auf den Fel­sen oder in Was­sernähe zu fin­den wa­ren. Das war die Beu­te für die Spin­nen. Spin­nen sind mei­ne Freun­de. 

  Dann sah ich wie da­hin­ten ein Ka­nu an­ge­pad­delt kam, weit un­ten an der Süd­sei­te der In­sel. Ich lief schnell wie­der zurück zum Zelt. Es wa­ren die drei die auf der letz­ten In­sel mit mir wa­ren und mich Abends be­su­chen woll­ten. Der Hund sprang an Land und war nun freund­li­cher. Er knurr­te nicht mehr. Die­se Goldgel­be Schä­fer­hund­mi­schung mit ganz schwar­zen Ohren sprang nun an mir hoch er­freut mich zu se­hen und woll­te mit mir spie­len, ja er hol­te Zwei­ge zum wer­fen. 

  Sie er­zählten mir das sie die In­sel erst spät mor­gens ver­las­sen hat­ten, als der Re­gen sie in tie­fem Grau gehüllt hat­te. Wäh­rend ich ge­stern 34 km ge­pad­delt war hat­ten sie ge­fau­lenzt und wa­ren später los­ge­fahren, und hat­ten in Be­lan­ger über­nach­tet. 

  Ei­ner der bei­den fül­li­gen Män­ner trank Was­ser aus dem See in­dem er ei­ne Co­la­do­se in den See hielt und sie füll­te. Der Hund sprang an mir herum. Der an­de­re Mann hat­te ei­ne Rou­ten­map­pe mit Kom­pass vor sich - ahh das trifft sich gut dach­te ich - wir spra­chen über das Na­vi­gie­ren per Kom­pass, ich hol­te mei­nen Sil­va Typ 15 Kom­pass her­vor, ein Kom­pass mit ver­stell­ba­rer Pol­na­del, das war hier wich­tig, da der Ma­gne­ti­sche Pol an­ders liegt als der fik­ti­ve Pol auf den Map­pen, denn der ma­gne­ti­sche Pol be­wegt sich und das musste von Brei­ten­grad zu Brei­ten­grad mit ein­be­zo­gen werden wenn die Mes­sung ge­macht wur­de. Ich kam dem Pol so­zu­sa­gen im­mer näher. 

  Die Ab­wei­chun­gen sind auf dem Topo­gra­fi­schen Map­pen ein­ge­zeich­net. Ich ließ mir von dem Mann noch­ mal zei­gen wie das gan­ze aber nun wirk­lich funktio­nier­te und stell­te fest, das ich genau das ent­ge­genge­setz­te ge­macht hat­te. Nach mei­nem Ver­ständ­nis der Be­rech­nun­gen wä­re ich glatt in Rich­tung Sü­den ge­fah­ren an­statt Osten, ob­wohl die Kar­te vor mir liegt. Als die bei­den wie­der los­fuh­ren ging ich zum Zelt und sah das der Hund am Ein­gang des Zel­tes an die Zeltwand gepin­kelt hat­te. Ich schau­te zu ihm herüber als er schon im Ka­nu war, und konn­te sein ver­schmitz­tes Lächeln se­hen. Er hat­te mich gelack­mei­ert, der Hund. Die Män­ner pad­del­ten rück­wärts vom Seeu­fer weg, dann dreh­ten sie das Ka­nu und wa­ren wie­der mit sich be­schäf­tigt. Ich nahm mir die An­gel. Sie war inzwi­schen schon Re­pa­riert in­dem ich den Bo­den der Te­le­sko­pru­te öff­ne­te die Te­le­skop­stüc­ke her­aus­fal­len ließ und das ab­ge­bro­che­ne Stück wie­der ein­führ­te in das an­de­re Te­le­skop­teil - das war al­les. Sie war zwar kür­zer und hat­te nicht mehr den großen wei­chen Harmo­ni­schen Weg, aber sie war trotz­dem noch geschmei­dig und bloß 4-5 cm kür­zer. 

  Nun aber woll­te ich Fisch für die Fri­ka­del­len fangen, für das Mit­som­mer­nachts­fest. Schon nach kur­zer Zeit hat­te ich drei Hech­te ge­fan­gen, ließ zwei schwimmen, und be­hielt ei­nen der das Ge­wicht hat­te. Ich ließ ihn am Ufer lie­gen und fisch­te wei­ter. Vie­le klei­ne Hech­te wa­ren hin­ter dem Gol­denen Blin­ker her und schnapp­ten herum oh­ne ihn zu tref­fen. Die Hech­te wa­ren dann et­was stut­zig durch die Feh­lent­schei­dung, ich sah den Mo­ment des Zwei­fels an ih­ren Fähig­keiten. Manchmal ließ ich den Blin­ker dann auch ganz lang­sam durchs Was­ser glei­ten wenn ei­ner hin­ter­her schwamm, und dann ließ ich ihn auf den Bo­den fal­len, so­fort blieb der Hecht wie an­ge­fro­ren ste­hen, und glotz­te ver­däch­tig, im Po­si­ti­ven Sin­ne, er schau­te nach un­ten, dann brach­te ich wie­der Be­we­gung in den Blin­ker und schon schoss er auf den Blin­ker zu, da der Hecht aber zu klein war zog ich blitz­schnell weg und dann sah der Hecht erst rich­tig ver­wun­dert aus. Solche Fi­sche hat er wohl noch nicht er­lebt, das war Neuer­fah­rung für ihn. Er musste sich wohl et­was ein­fal­len las­sen um die­sen klei­nen Gol­denen Fisch da weg­zuschnap­pen. Doch ein­mal biss ein klei­ner 3 Pfün­der so schnell zu das ich nicht mehr rea­gie­ren konn­te, er biss aber auch so tief zu das er gleich das Vor­fach mit abbiss und ich beim An­schlag nur noch die An­gel­schnur ein­zog.

Das Wet­ter wur­de nun bes­ser, von Mi­nu­te zu Minu­te wur­de es Hel­ler und ein­fach Freund­li­cher. Ahh­hh Son­ne, du bist immer noch un­er­setz­lich, egal auch, welch ei­ne Son­ne ich in mir sel­ber tra­ge, hier in der phy­si­schen 3D-Welt ist die Son­ne mehr als No­belpreis­ver­däch­tig. Über den Ost­wind hat­te sich der Him­mel ge­klärt und dann war ein wol­ken­lo­ser Himmel zu se­hen und die gan­ze Um­ge­bung leuch­te­te. Die klei­nen In­seln um mich herum glänz­ten nun im See­was­ser. Die Vö­gel leg­ten auch gleich wie­der ei­nen wei­te­ren Gang zu. Ei­ne Krähe über mir schimpf­te und warn­te ih­re Um­ge­bung. 

  Ich ging lang­sam wie­der zurück Rich­tung Zelt.. Am Ufer la­gen vie­le Krebs­tei­le, man­che wa­ren so­gar sehr große Krebs­tei­le, die Sche­ren war mal zu mal of­fen. Das Ju­beln fing an in ein Vi­brie­ren­des Sum­men­des Zir­pen und Sin­gen und Zwit­schern und Plät­schern und Gluck­sen zu glei­ten. Der See war ganz still kein Wind mehr. Aber der Hecht war weg. Al­so fisch­te ich wei­ter, dort wo ich stand, schon beim er­sten Wurf ein kräf­ti­ges zu­pac­ken und dran saß ein schnel­ler Hecht. Er schoss gleich aus dem Was­ser und ver­such­te den Gol­denen Blin­ker mit Roter Wol­le los­zu­schüt­teln, doch ich hielt die Span­nung und nach meh­re­ren Fluchtsprün­gen wur­de der Fisch ge­lan­det und so­fort getötet. Et­wa 80 cm lang und wun­der­bar ge­färbt mit schö­nen ova­len Weiß­gel­ben Punk­ten. Der Fisch wur­de so­fort gerei­nigt und sorg­fäl­tig Fi­le­tiert, das soweit mög­lich sämt­li­che Gräten ent­fernt wa­ren. Die Fischre­ste ließ ich am Ufer lie­gen. 

  Dann ging ich zurück zum Zelt, hol­te mir auf dem Weg aber noch ei­ne Por­ti­on fri­scher Au­stern­pil­ze von den Pap­pel­stäm­men. Zwei Mer­gan­serähn­li­che Vö­gel-‑Gän­sesä­ger­vö­gel, ka­men an­ge­flo­gen, ganz flach über dem See und setz­ten sich in die Nähe der Fischre­ste. Sie hat­ten ei­nen Schwar­zen Kopf aber ihr rest­li­ches Fe­der­kleid war Weiß, so­weit ich das be­ob­ach­ten konn­te da ein Teil des Kör­pers hin­ter Fel­sen ab­gedeckt war. Ich den­ke mir heu­te das es zwei Gän­sesäger wa­ren und der Gän­sesä­ger auf der an­de­ren In­sel ein Mit­tel­sä­ger war we­gen der Kopf­fri­sur am Nac­kenkopf. Das Oran­ge­ne Flech­ten­ge­wächs auf den Fel­sen leuch­te­te nun rich­tig kräf­tig, die In­sel sah aus als ob sie sich auf ein Fest vor­be­rei­te­te. Ich tat das je­den­falls.

Am Zelt misch­te ich das Fisch­fleisch mit den Pil­zen und et­was Mehl und Pe­ter­si­lie plus an­de­ren Ge­würzen zu ei­nem schö­nen leicht kleb­ri­gen Brei zu­sammen. Matscho Matschi. 

  In­zwi­schen saßen nun auch meh­re­re der Grack­les auf den al­ten Ästen der ab­gestor­be­nen Wei­den und krächz­ten herum. Ei­ni­ge die Männ­chen hat­ten ein Lilaschim­mer die Weib­chen ei­nen Dun­kel­blau­schimmer ins­be­son­de­re um den Kopf, Nac­ken und an den Flü­geln. Der my­ste­riö­se sang auch wie­der. Ich hat­te das auf­blit­zen des Bal­ti­mo­re Orio­les ge­se­hen in seinem leuchten­den Oran­gen­ro­ten Brut­ge­fie­der.. Nun war es warm ge­wor­den, im­mer­hin 20 Grad - aber die So­lar­an­la­ge wur­de nun wie­der mit Voll­dampf­son­nenlicht ge­füllt, 3,3 Ampère in der Stun­de. 

  Der Ofen wur­de wie­der auf Voll­dampf gebracht. Hit­ze strahl­te aus sei­nen Wän­den, glim­mer­te ... Ich hat­te mir ei­nen fla­chen Stein ge­sucht und ihn als Rauch­ab­zug und Wind­re­gu­la­tor auf das Ofen­rohr gelegt das ging sehr gut, so konn­te ich die Hit­ze bes­ser Kon­trol­lie­ren, ob­wohl ich sel­ber in mei­nem Le­ben an Kon­trol­le nicht in­ter­es­siert bin. 

  Dann mach­te ich noch ei­nen Topf voll Gemü­se-‑To­ma­ten­reis fer­tig. Für Nach­tisch oder In­sel­des­sert wer­de ich klei­ne He­fe­plätz­chen Bac­ken - muss sein - sag­te die Ord­nung des Le­bens - am Mit­som­mer­nachtst­raum muss das so ge­ges­sen wer­den, das ist ein Gesetz, Welt­weit, und we­he je­mand weicht da­von ab - dann ist der Un­ge­setz­lich - dann kön­nen wir den einfach be­stra­fen - das den­ken wir uns so aus - wir sind ja die Mehr­heit ... so läuft das.

Ich ließ das Vor­be­rei­te­te al­les noch ste­hen - koch­te dann Was­ser und ver­misch­te das mit anderem Was­ser - dann zog ich mich nackt aus und du­sch­te erst ­mal - die Haa­re wur­den ge­wa­schen, der Hin­tern mit heißem Was­ser ge­pflegt, man, hat­te der das nö­tig, sehr sehr nö­tig. Die Hän­de wur­den ins war­me Was­ser ge­taucht und dort ein­ge­weicht, auch die brauch­ten Pfle­ge Wär­me Weich­heit, dann erwärm­te ich mehr Was­ser und goss es ganz lang­sam über mich, um mich genüss­lich ein­zu­sei­fen mit Sham­poo, das war ein Ge­nuss der Güte­klas­se Kos­mischer Stern hoch 4 - Mann - Du­schen - in der Gewohn­heits­ener­gie des Wohl­stands­le­bens ist das al­les zur Rou­ti­ne ge­wor­den und fin­det nicht mehr den erken­nen­den Wer­te­blick auch un­ter wel­chen rei­chen Be­din­gun­gen ge­lebt wird, die Hab­gier und der ande­re Mist der Men­schen lässt das was in Wahrheit Schön­heit ist nicht mehr zum Vor­schein kom­men - das ein­fa­che Le­ben kön­nen - und sich über war­mes Was­ser zu freu­en - ist aber so ... ei­nes der größten Man­kos im Mensch­li­chen le­ben über­haupt ist der Fall in die Ge­wohn­heits­ener­gie, sie baut sich dann so stark auf das ei­ne dic­ke Kru­ste mit­ge­schleppt wird und die einst­mals gute Ver­dau­ung zur Qual macht in­dem Rohr­kre­pi­rer­sym­p­hto­me un­un­ter­bro­chen syn­the­ti­sche al­so falsche Me­di­zin zur Nor­ma­lität ma­chen auf de­ren Schie­ne sich das Pe­tro­che­mi­sche Phar­ma­kar­tell ge­sund und blö­de und sau­blö­de verdient, denn in letz­tet Kon­se­qu­enz wird es auch je­ne die es er­schaf­fen ver­blö­den. Das ist ein­fach kla­re Logik, da al­les im Le­ben in Kreis­läu­fen er­lebt und erfah­ren wird. 

  Aber jetzt war es erst­ mal so da auf der In­sel, Nackt und Feucht und Warm al­les schlicht­weg zu Lie­ben und ge­nießen. Nach der Pfle­ge­du­sche fühl­te ich mich er­leich­tert und frei­er und schö­ner, ... zog mir fri­sche U-‑Ho­sen an, die an­de­ren wa­ren schon fast durch­geses­sen - fri­sches Hemd und Fri­sche Ho­se, ... und fing an zu Ko­chen.

Vier Fisch­fri­ka­del­len brut­zel­ten in der Pfan­ne - der Reis koch­te - als die er­sten Fri­ka­del­len fer­tig wa­ren ko­ste­te ich erst­ mal ei­ne - ohhla­la - das war 7-Sterne-Kü­che - aber mit Ster­nen aus dem An­dro­meda-Ne­bel, beim Es­sen glit­zer­te näm­lich al­les in mir und um mich herum - al­so back­te ich ei­ne rich­tig große Pac­kung Fri­ka­del­len da­mit gleich wie­der et­was für Mor­gen da war, für zwi­schen­durch im Ka­nu, der leich­te Pau­sens­nack, mit so ei­nem fet­ten Lächeln und natür­lich im­mer der Blick auf den an­de­ren Pol das anders Ge­schlecht­li­che fi­xiert, denn Snack und Geschlechts­kon­tak­te sind ja Hyp­no­tisch zu­min­dest im TV oder den Köp­fen der Ma­cher die­ser Wer­bespots.. Das aber mal Zwei­po­lig­keit zum Vor­schein kommt, nein - denn wie ist Je­sus Spruch sonst zu deu­ten-‑Lie­be deinen Näch­sten wie dich selbst. Das be­deu­tet doch ganz klar auch dein ei­ge­nes Ge­schlecht. Das muss ja auch so sein, wie soll­te sonst über­haupt un­ter den Raub­men­schen und Men­schen wirk­li­che Glo­bale Lie­be mög­lich sein. Eben gar nicht. Der Je­sus ist schon ein enor­mer Net­worker ge­we­sen - Netz­werker, oder MLM Pio­nier - Men­schen Lie­ben Menschen. Noch heu­te ist sei­ne Struk­tur am wach­sen. und erst viel später wird ja die Klar­heit des Raub­men­schver­stan­des zur Klar­heit des Mensch­li­chen Ver­stan­des, den es dann gilt zu ver­las­sen die­sen Men­schen­verstand und sich selbst zu er­ken­nen - das ist ein Hammer nicht­wahr - So sei­ne Aus­sa­ge Lie­be dei­nen Näch­sten wie dich Selbst be­in­hal­tet ei­ne weit in die Zu­kunft ge­se­he­ne Ent­wick­lung des mensch­li­chen Poten­zi­als das ver­wirk­licht wer­den muss um das Gött­liche zu ver­wirk­li­chen, und zwar hier auf der Er­de und auch hier auf der schö­nen In­sel auf der nun die­se Knuspri­gen Fri­ka­del­len oh­ne Del­len brut­zeln.

Nach­dem nun auch die Plätz­chen fer­tig ge­bac­ken wa­ren mach­te ich mir ei­nen fest­li­chen Tisch mit Blick auf den Son­nen­un­ter­gang im Nord­we­sten mehr Norden, ja schon fast Nor­den. Ich hat­te zu­vor ei­nen großen Berg Holz ge­sam­melt, Stei­ne zu ei­nem Kreis ge­legt und dar­in zün­de­te ich das Feu­er an ... es wür­de ein großes Feu­er wer­den - das woll­te ich - ich ent­fach­te aber zu­erst ein klei­nes Feu­er­chen - dann saß ich da und nahm das Mit­som­mer­nacht­ses­sen zu mir. Ich schmeck­te al­le Zu­ta­ten her­aus und wie sie sich durch die Ver­wand­lung des Ko­chens und so weiter verän­dert hat­ten - ge­noss die Um­ge­bung. 

  Ei­ne Maus ver­such­te wie­der mei­ne Ho­sen­bei­ne hoch­zu­klet­tern als ich da be­we­gungs­los saß und aß ... Es wur­de Dunk­ler, die Son­ne war näm­lich hin­ter ei­nem schma­len Strei­fen von Wol­ken am Ho­ri­zont ein­ge­taucht - al­so leg­te ich wei­teres Holz auf das Feu­er und schon glüh­ten die Flam­men hell em­por, gaben Licht ab, so aß ich da und schau­te und ge­noss alles, da, hier zu sein auf die­sem Fleck­chen Er­de, da auf der In­sel. 

  Ich tauf­te sie die Mit­som­mer­nachtsin­sel. Die letz­te In­sel hat­te ich als die Schö­ne als Bel­la ge­kürt.   Dann leg­te ich noch mehr Holz auf das Feuer und die Flammen lo­der­ten klar und durch­sich­tig in den Him­mel. Sie stie­gen da aus dem Holz­hau­fen her­aus wo sie noch Tiefrot wa­ren mit Gold­gel­bem leuch­ten aber sehr dicht am Holz­la­gen stie­gen sie auf wur­den ga­siger und da­mit durch­sich­ti­ger bis sie in den fei­nen Bereich der Exi­stenz zu Ato­men aus­ein­an­der gin­gen um nicht mehr sicht­bar zu sein, sicht­bar nur noch als Luft, die ja sicht­bar ist. 

  Am Ho­ri­zont ging nun ein glühen­der Son­nen­unter­gang über die Wald­spit­zen her­vor. Die ehe­mals dun­klen Wol­ken wur­den nun in Tiefrot dann in Oran­gen­rot dann in Goldrot dann in Gold­gelb bis hin zu Gol­den ge­taucht, das sich dann im Tief­blau des rest­li­chen Him­mels ver­flüch­tig­te ... Ster­ne waren zu se­hen. 

  Das Feu­er kni­ster­te und wärm­te mich gut - ich woll­te noch Tan­zen tat es aber nicht, da ich ein­fach zu  ge­sät­tigt war und doch Faulen­zen be­vor­zugt be­handel­te. 

  Al­les Holz was ich da hat­te wur­de ver­brannt - die Son­ne war um kurz nach 23 Uhr un­ter­ge­gan­gen, sie wür­de um 3 Uhr wie­der zu se­hen sein. Natür­lich wur­de es nun am Wol­ken­lo­sen Näch­ten nicht mehr Dun­kel, aber Le­se­licht war es nicht. Ich saß da am Feu­er und schau­te mir das al­les an bis das rest­li­che Holz ver­brannt war und bloß noch Graue Asche im Stein­kreis zu se­hen war ... Die Feu­er­stel­le strah­le ei­ne wun­der­schö­ne Wär­me aus, ei­ni­ge letz­te Glutstückchen glim­mer­ten noch - dann ging ich ins Zelt zum Schla­fen - mein Ge­wehr lag da - un­ge­nutzt - aber aus der Re­gen­ver­pac­kung ge­nom­men. Ich woll­te früh auf­ste­hen.


Frei­tag,21. Ju­ni

Längster Tag

Ich war vor Son­nen­auf­gang schon wie­der wach und zog mich gleich an. Ein wun­der­schö­ner Tag, die Son­ne ging auf, Weiß­gol­denes Licht schi­en über den See aus fast Nor­den. Leich­te dün­ne Weiß­gol­dene Wol­ken ka­men aus dem Nor­den, hauch­dünn bloß. Fast 18 Stun­den Son­nen­schein das sind fast 60 Ampère die in die Bat­te­rie gela­den wur­de, und sie hat­te ei­ne 130 Ampère Ka­pa­zität. - war auch nö­tig wie­der Saft in die Bat­te­rie zu be­kom­men - denn ich wür­de wie­der ei­nen 12 Stun­den Pad­del­schlag­tag haben - das wusste ich noch nicht - ich hat­te die Richtung mit dem Kom­pass aus­ge­peilt, denn dies­mal musste ich ei­ne win­zi­ge Lüc­ke im Sü­do­sten, da­hin­ten, et­wa 5,5 km ent­fernt am Ho­ri­zont fin­den. Die Stel­le wo sich der See dann wie­der in die En­ge des Flusses formt. 

  Was nun vor mir lag sah auf der Kar­te ein­fach Wahn­sin­nig aus. Wer die Pas­sa­ge durch den Black Be­ar La­ke zum er­sten­mal ge­fun­den hat­te, wie­ vie­le Anfän­ge musste der wohl ge­macht ha­ben um den Aus­fluss zu fin­den, denn der Black Be­ar La­ke ist das zer­klüf­tete, eng­ste, mit In­seln voll­ge­pack­te See­ge­biet was ich je­mals auf der Er­de ge­se­hen hat­te. Ei­ne rie­si­ge Flä­che vol­ler sich win­den­der In­seln, Buch­ten, in denen auch wie­der win­zi­ge­re In­sel­chen la­gen. Ich hat­te mir die Nörd­lich­ste Durch­fahrt ge­sucht und sie mit Rot­stift auf der Kar­te ein­ge­tra­gen. Kein Wun­der das der See auch Black Be­ar La­ke hieß denn das war ein Pa­ra­dies für Bä­ren, hier kön­nen sie viel Schwim­men und von In­sel zu In­sel stöbern. 

  Dann saß ich im Ka­nu, un­ter schö­nem leuchtendem Him­mel. Die Solar­an­la­ge lag auf dem durch­sichti­gen Sprüh­schutz des Ka­nus, da­ne­ben lag wie­der griff­be­reit der 8 Pfund Min Ko­ta Mo­tor. Die So­lar­anla­ge war an der Bat­te­rie be­fe­stig da­mit sie wei­ter­hin laden konn­te. Zwi­schen den bei­den lag mein Hart­holz Pad­del, ei­gent­lich wird es ein Ka­jak Pad­del ge­nannt mir ge­fiel sein lan­ges dün­nes Blatt, sei­ne Rost­brau­ne Far­be des Holzes. Ich glau­be es ist Kir­sche, bin aber nicht si­cher, es hat ein viel län­geres Blatt als an­de­re Pad­del, das aber auch we­sent­lich schma­ler ist, es lag sehr gut in den Hän­den, al­so nahm ich das Pad­del, und nicht das was Ex­per­ten emp­feh­len. 

  Ei­ne Spinan­gel lag zu­sam­men­ge­scho­ben ne­ben dem Mo­tor mit Gol­den­em Blin­ker an der Schnur. Ich pad­del­te oh­ne den Mo­tor zu nut­zen, im nach­hin­ein frag­te ich mich, war­um, ich hät­te doch den Mo­tor ranma­chen kön­nen. Ich woll­te ihn nur nut­zen wenn ich Mü­de wur­de oder der Wind es nö­tig mach­te. Ich woll­te ja kei­ne Mo­tor­boot­fahrt ma­chen. Es soll­te auf mei­ne ei­ge­ne Phy­si­sche Lei­stungs­kraft auf­ge­baut werden.   Nun war der Blick im­mer sehr genau nach vor­ne ge­rich­tet, als ich das Alu­mi­ni­um­pad­del mit dem Schwar­zen Pla­stik­blatt durch das sau­be­re Was­ser zog. Mit dem brei­ten Pad­del­blatt wur­de mehr Schub gemacht. Das Pad­del ge­fällt mir sehr gut. Es ist poe­tisch ge­se­hen fast un­zer­stör­bar und kann ein­fach viel mehr als bloß ein Pad­del be­nutz wer­den. 

  Stil­le war auf dem See, bloß das ein­tau­chen des Pad­dels ins Was­ser oder der Schrei ei­nes Vo­gels war ab und an zu hö­ren. Mit Blick auf die Kom­passna­del steu­er­te ich das ent­fern­te Ufer an, ziel­genau - dann war die Öff­nung da ... In der Mit­te lag ei­ne Win­zi­ge In­sel. Leich­te Strom­schnel­len gin­gen an bei­den Seiten der In­sel vor­bei. Ich nahm die rech­te, fuhr durch, schnell glitt das Ka­nu, nun leich­ter we­gen we­ni­ger Pro­vi­ant, über die Wel­len ... Die rech­ten Strom­schnel­len hat­ten Weiß­was­ser­cha­rak­ter mit et­wa 3 Me­ter Ge­fäl­le, aber in sehr kur­zer Di­stanz fällt das Was­ser hier um et­wa 7 Me­ter. Das wa­ren erst die er­sten 3 Me­ter ... 

  Nun war ich in der Chur­chill Ri­ver En­ge - nicht weit ent­fernt wür­den die Need­le Falls sein, die Na­delfäl­le ... Die Land­schaft ist hier auch wie­der sehr schön. Die Ufer sind höher, al­les ist stark be­wal­det und der an­fäng­li­che Laub­wald­cha­rak­ter ist nun star­ker Mischwald mit vie­len Na­del­baum­sor­ten. Die Fel­sen wa­ren von Pe­li­ka­nen Weiß ge­düngt. Aber kein Pe­li­kan war sicht­bar. 

  Ei­ne gut sicht­ba­re Kon­struk­ti­on aus Baum­stämmen war als Por­ta­ge für die Fäl­le auf den Bo­den ge­baut wor­den. So­zu­sa­gen ei­ne Bo­den­lei­ter. Da konn­ten die Ur­ein­woh­ner ih­re schwe­ren Mo­tor­boo­te rüber­zie­hen. Und die an­de­ren Ur­ein­woh­ner natür­lich auch, und auch an­de­re Ur­ein­woh­ner und so wei­ter. Das Was­ser war aber fla­cher und ich brauch­te die Schlep­pe­rei nicht zu ma­chen. Nur der rech­te Aus­fluss am In­selchen vor­bei war be­fahr­bar. Dann ging`s wei­ter un­ter strah­len­dem Him­mel. Nun se­gel­ten auch ei­ni­ge Pe­lika­ne ru­hig an mir vor­bei. Ah­h­h­hh, ich hat­te ei­ni­ge Ta­ge kei­ne mehr ge­se­hen sie wa­ren ei­ne Be­rei­cherung die­se schö­nen ru­hi­gen weißen Wei­sen Vö­gel. 

  Dann hör­te ich schon das Rau­schen der Need­le Falls. Ei­gent­lich wer­den sie ja un­ter­schied­lich be­zeichnet - Fäl­le sind Was­ser­si­tua­tio­nen wo stär­ke­rer Wasser­un­ter­schied in Höhe abläuft, des­we­gen wer­den sie auch Fäl­le ge­nannt, Ra­pids sind Strom­schnel­len, die zwar auch fal­len in Was­ser­tie­fe, sich das Fal­len aber auf län­ge­re Di­stanz auf­baut und des­we­gen nicht gleich mit ei­nem plötz­li­chen Ab­fall von meh­re­ren Metern zu rech­nen ist. Die Need­le Ra­pids soll­ten ei­ne et­wa 500 Me­ter lan­ge Por­ta­ge ha­ben, al­so Schlep­perei - ich bin doch nicht blö­de, kam als Wer­bung in mir hoch, das was da auf dem Pa­pier steht muss ich erst mal über­prü­fen. 

  In­zwi­schen wimmelte es wie­der mit Pe­li­ka­nen. Auch die Need­le Strom­schnel­len wa­ren durch ei­ne Insel auf­ge­teilt. Die Bucht wur­de dort en­ger, und in der Mit­te lag die In­sel. Ich weiß nicht mehr genau was mich da­zu brach­te die Strom­schnel­len zu be­fah­ren, womög­lich war ich aus­ge­ruht und dach­te, so wie der Mann der vor dem Rich­ter steht und ge­fragt wird, war­um ha­ben sie ih­re Frau ge­schla­gen, er ant­wor­te­te, tja, das Wet­ter war schön, sie hat­te mir den Rüc­ken zu­ge­kehrt, ich sah die Pfan­ne und dach­te mög­lich ist es - mög­lich ist es dach­te ich mir wohl auch da­mals ... und plötz­lich, ... war ich ... drin ... im schnel­len Ge­to­be, ver­dammt, die Stei­ne die sol­len doch wie­der da­hin­ten sein, die wa­ren schon da, kön­nen die sich schnell be­we­gen und was war das, nein, nein, da fällt es für mei­nen Ge­schmack viel zu tief, nein, das will ich nicht mehr, wo­hin, der Fel­sen, ich wur­de plötzlich an­ge­ho­ben, das Ka­nu schi­en ei­ne Wei­le fast aus dem Was­ser zu sein, und klatsch­te dann mit ei­ner Wucht auf die näch­ste Wel­le das mir doch Zwei­fel ka­men, und schon die näch­ste Si­tua­ti­on das glei­che wie­der, und noch ­mal, Klatsch Krach, Was­ser ­spritzt um mich, über mich, rau­schen, noch­ mal das glei­che, wie­der wer­de ich hoch­ge­ho­ben bin fast vom Was­ser weg, flie­ge Seg­le an­statt Was­ser­glei­ten, oh­h­h­h­h­h­hh, nein - aber dann war ich durch. Ich At­me­te erst­mal tief durch, mei­ne Bac­ken wa­ren vol­ler Luft. Ge­schafft ... dann kam Freu­de hoch, die Pe­li­ka­ne stan­den da und klatsch­ten in die Fe­der­hän­de, ei­ni­ge mach­ten ei­ne Ver­beu­gung, sie hat­ten das Schau­spiel ge­se­hen. Ei­ner war da­bei die Ne­ws dem TV zu Fa­xen, für die Pe­likan­ge­schich­te ei­nes Men­schen der ein­fach mal drauf­los­ fuhr und fah­ren ließ und flie­gen woll­te. 

  Das Auf­klat­schen des Ka­nus auf dem Was­ser hör­te sich gar nicht gut an, das Ding bricht noch durch bei die­ser Kon­struk­ti­on - im­mer­hin die Porta­ge hat­te ich mir er­spart. 

  Ei­ni­ge Pe­li­ka­ne Fisch­ten mit ru­hi­gen Kopf­be­wegun­gen in­dem sie den Kopf ga­lant un­ter Was­ser tauch­ten, hier müs­sen wie­der mas­sen­haft Fi­sche sein. 

  Dann ging`s 2,5 km wei­ter Rich­tung Sü­den, zum Ausfluss in den Ki­no­sask­wak See, dort soll­ten die ande­ren Need­le Fäl­le sein, al­so ein Ge­fäl­le - und die­se Fäl­le wa­ren mir dann doch zu Steil - als ich das sah, al­so muss ich Por­ta­gen - nein - ich schau­te mir das an und ent­schied auf Schie­ben, Wa­ten, am Ufer entlang, Por­ta­gen, nein Dan­ke. 

  Es war zwar sehr müh­se­lig die­se Ar­beit zu machen, trotz­dem es ging doch leich­ter als das Schleppen der Por­ta­gen, die stei­len Stel­len wur­den gut über­stan­den, denn ich hat­te in­zwi­schen wie­der die Wa­tho­se an­ge­zo­gen, und es war auch schon warm, Son­nig, überall wimmel­te es von Pe­li­ka­nen. Dann war ich auf 378 Me­ter Seehöhe. Al­so hat­te ich um die 6 Me­ter Höhe hin­ter mir ge­las­sen. Hier ist nun sehr viel auf­pas­sen nö­tig, im­mer Aus­schau hal­ten, und Pad­deln Pad­deln Pad­deln.   Da ich al­lei­ne bin muss ich al­les zur glei­chen Zeit ma­chen ... da war kei­ne der Na­vi­gier­te der pad­del­te. Höhe­re Wachsam­keit wur­de nun von mir ver­langt. Auf­pas­sen welche In­sel was wo war, wo musste ich links ab­bie­gen, war es das, war es die drit­te In­sel, dort wo ich links hoch musste nun wie­der 12 km Rich­tung Nor­den. 

  Aber die Na­tur ist hier wun­der­schön. Kein Wind war an­we­sen. In der Bucht stie­gen die er­sten Gel­ben See­ro­sen durch die Was­se­rober­fläche ih­re Blüten waren noch in großen Knospen­for­men. Wun­der­schö­ne weiß­stäm­mi­ge ho­he ge­ra­de Zit­teraspen leuch­te­ten mir ent­ge­gen, ei­ne ge­nussvol­le Schön­heit die da ko­sten­los stand um sich dar­an zu er­freu­en. Ih­re Blät­ter wa­ren noch Hell­grün. Da­zwi­schen leuch­te­ten dann die Weißen hel­len Stäm­me. Auch das Ufer va­ri­ier­te manchmal, ei­ni­ge Zeit wa­ren ho­he rechtec­ki­ge Fel­sen am Ufer auf­ein­an­der ge­schich­tet die zwi­schen dem Be­wuchs stan­den, Große Fel­sen­flächen leuch­te­ten da im Son­nen­licht. 

  Geo­me­trie lag da, man brauch­te bloß nachzu­messen und die For­meln aus­stel­len, so war es näm­lich bei den Grie­chen denn dort lag auch die ge­samte Geome­trie auf den In­seln auf dem Bo­den herum, das sah ich bei mei­nen Rei­sen durch die Grie­chi­sche In­sel­welt ins­be­son­dere auf der In­sel Kre­ta in den Ge­bir­gen wur­de mir das klar ge­zeigt, du brauchst bloß die Formen zu über­neh­men. Wie ja so­wie­so al­les über­nommen wur­de, wird, die Wis­sen­schaft­ler neh­men ja vorhan­denes und Ka­ta­lo­gi­sie­ren es Wie­gen es Mes­sen es und so wei­ter. 

  Ich fand ei­ne vol­le Bierdo­se. La­batts Bier an ei­ner Ufer­stel­le als ich mal kurz Rast mach­te. Die nahm ich mit. Mein ein­zi­ges al­ko­ho­li­sche Ge­tränk. 

           Nun konn­te ich an den fel­si­gen Ufern gut er­ken­nen das der Chur­chill sehr viel mehr in den letz­ten Jah­ren ge­fal­len sein muss als ich zu­erst wahr­ge­nom­men hat­te. Die glat­te Was­ser­fläche sie lag et­wa 50-60 cm tie­fer als sonst, denn an den glat­ten schrä­gen Fel­sen wa­ren nun Far­bän­de­run­gen, über dem Was­ser wa­ren leichtgraue ganz ge­ra­de strei­fen et­wa 40 cm hoch, wie mit dem Li­ne­al ge­zo­gen wa­ren sie an sämt­li­chen Fel­sufer wun­der­schön als Was­ser­höhe an­ge­malt wor­den. Darüber war ein noch Weiße­rer Strei­fen un­ge­fähr 10 cm Dick er leuch­te­te so­zu­sa­gen als Ziel­li­nie her­vor, ob das die Was­ser­höhe vor 5 Jah­ren war. Ich hat­te viel gehört das in den letz­ten 5 Jah­ren hier oben sehr wenig Re­gen ge­fal­len sei, aber der Rand am Ufer sah auch schön aus.. 

  Ich ließ mich ei­ni­ge Zeit faul trei­ben, im­mer am Ufer ent­lang, es war so schön warm ... Auf ei­nem großen fla­chen Fel­sen am Ufer lag dann ein großer Rot­brau­ner Erd­hund oder Min­ni­bär, er be­merk­te mich gar nicht als das Ka­nu laut­los an ihm vor­beifau­lenz­te er hör­te auch nichts als ich ei­ni­ge Fotos von ihm mach­te. Dann stand er auf und schau­te herum oh­ne mich zu se­hen, ich war nur 4 Me­ter ent­fernt. 

  Mit­ten auf dem großen fla­chen Fel­sen sah ich dann was sehr schö­nes - da wuchs doch tat­säch­lich aus dem Fel­sen her­aus ei­ne win­zi­ge et­wa 25 cm große Bir­ke, sie hat­te 14 Blät­ter und ei­nen dün­nen Stamm. Als ich das sah kam Freu­de hoch, da konn­te ich er­kennen was Je­sus mein­te wenn er sag­te-‑Se­lig sind die Sanft­mü­ti­gen. Die Här­te wur­de durch die Be­we­gung der Weich­heit al­so der Lie­be be­siegt, und das, was ich da als Fel­sen­här­te ober­fläch­lich wahr­nahm, war ja sowie­so rei­ne Be­we­gung in sei­ner Ato­ma­ren Struk­tur, das wusste ich und hat­te es auch schon in mei­nen Über­be­wussten Seins­zu­stän­den ge­se­hen wie die Ato­me in den Stei­nen sich be­we­gen. Das Licht und der Ton aus dem sie auf­ge­baut sind, ist in sol­chen Forma­tio­nen bloß stark kom­pri­miert.   Die Ufer wa­ren hier sehr schräg und hoch, un­ter­schied­lich duf­ten­de Bäu­me wuch­sen hier am Ufer, oft Bir­ken, oder Zitteraspen, es gab auch Wei­den auch ver­ein­zel­te Zedern, die glat­te Bal­samtan­ne, die dicht­wach­sen­de weiße Tan­ne, Fich­ten, stan­den zu­sam­men­ge­drängt, und auch ein­zel­ne Kie­fer­be­stän­de wa­ren da - ein schö­ner wür­zi­ger Duft kam von den Bäu­men herüber. Man­che Ufer­be­rei­che sa­hen sehr in­ter­es­sant aus, da wa­ren un­zäh­li­ge klei­ne et­wa 40-70 cm große rechtec­ki­ge Fel­sen bis ins Was­ser ge­streut wie ein rechtec­ki­ger Fel­sen­tep­pich. Da­hin­ter la­gen noch die großen un­zer­bro­chenen Fel­sen, ob das der Frost war die kli­ma­ti­schen Be­din­gun­gen, die Zeit, die Uhr­zeit, die Be­we­gung, die Hit­ze, die Käl­te, es war si­cher­lich all das und noch viel mehr. 

For­matio­nen von Pe­li­ka­nen über­flo­gen mich 7-8 Stück in leich­ter V-‑For­ma­ti­on, laut­los glit­ten sie oh­ne Flü­gel­schlag am hell­blau­en Him­mel vor­bei. Adler schri­en ab und zu, aber die mei­sten Ad­ler saßen still auf ih­ren Lieb­lingsä­sten, mei­stens ab­ge­stor­be­ne Bäu­me und schau­ten mit ih­rem ern­sten Blick über das Land. Sie hat­ten mich viel eher ge­se­hen, be­vor ich sie sah. Man­che Weiß­kopf­ad­ler be­vor­zug­ten aber auch Sitz­plät­ze di­rekt auf der Spit­ze ei­ner ho­hen her­aus­ragen­den Fich­te. Es war ihr Weißer Kopf der so­fort bemerkt wur­de da ihr Fe­der­kleid in dem dun­klen des Baums über­ging . 

  Dann be­merk­te ich das die­ses Ka­nu schon wieder ein Leck hat­te. Schon wie­der - was ist das bloß für ein Ka­nu. Aber da ich zur zeit Phy­sisch et­was aus­ge­ruh­ter war, mein Kör­per sich auch we­gen der Son­nen­wär­me wohler fühl­te, war mir das zur Zeit Re­la­tiv al­so egal. So trieb ich da auf dem Was­ser dahin, fau­len­zend die Wär­me ab­sau­gend mich wohlfühlend.   Weiße Wölk­chen wa­ren am Hell­blauem Him­mel, ich trug mei­nen Stroh­hut die Gel­be Schwimm­we­ste, als je­mand da­hin­ten weit ent­fernt, auf mich zu­ge­pad­delt kam. Ich verg­lich mei­nen Paddel­stiel der war roh, un­ge­ra­de, aber der da der kommen­de der Pad­del­te in ganz ru­hi­gen Zü­gen lan­ge Schlä­ge und zog dann das Pad­del ei­ni­ge Zeit im Was­ser ent­lang zum Füh­ren, es war ei­ne Freu­de zu se­hen wie er da pad­del­te, wun­der­schön, ein Künstler, ein Ma­cher, je­mand der tat­säch­lich sei­ne Tä­tigkeit lieb­te, sich dar­an er­freu­te in der Tä­tig­keit. Sein hel­les 

Ka­nu leuch­te­te. 

  Als wir bei­de auf glei­cher Höhe wa­ren leg­te sein Ka­nu an mei­nes an, und er hielt sich an mei­nem fest. Wir be­grüßten uns mit Hel­lo. Ich schau­te in sein Ka­nu - fast leer - Dann re­de­ten wir von der Schön­heit und Ge­fähr­lich­keit des Lan­des. Er er­zähl­te das er den Black Be­ar See durch­qu­ert hat­te und et­wa 20 Mi­nu­ten vor­her ei­nen Schwarz­bär hat­te der den See überschwamm und so konn­te er in Ab­stand hin­ter ihm herpad­deln um sich das an­zu­schau­en. 

  Das hät­te mir auch ge­fal­len sag­te ich. 

  Er pad­del­te im­mer ge­gen den Fluss, woll­te zum Atha­bas­ka See. Der See liegt oben an der gren­ze Nord­sas­kat­che­wan - Al­ber­ta-‑Nord­west-‑Te­rri­to­ries - was für ein Trip der mach­te. Er war in Montre­al am 4 Ju­ni im Jahr da­vor mit dem Ka­nu los­ge­fah­ren - hat­te über­win­tert und mach­te nun wei­ter - sein Na­me war Je­ro­me Oran­ge, schö­ner Na­me, er sah un­ra­siert aus und sei­ne Wan­gen wa­ren ein­ge­fal­len, die Stra­pa­zen wa­ren sicht­bar, sein Schwarz-‑Rot-‑ge­fleck­tes Hemd hat­te er auf­ge­kräm­pelt, graue Shorts trug er und Knieschüt­zer - er pad­del­te al­so auf den Kni­en auch - Das mach­te ich nicht, mein Ka­nu war ja auch voll­ge­packt - sein Ka­nu war fast leer, bloß vor­ne im Ka­nu hat­te er ei­ni­ge Sa­chen zu­sam­men­ge­packt, wohl we­gen der Ba­lan­ce. An­son­sten lag auf dem Bo­den des Ka­nus drei Stück Gepäck. 

  Natür­lich ge­fiel ihm auch die­se Rei­se trotz der Stra­pa­zen oder womög­lich we­gen der Stra­pa­zen ... Ich hör­te her­aus das er zu­we­nig Le­bens­mit­tel mithat­te und sein Ge­fühl der Ängst­lich­keit kam durch, nicht ge­nug Nah­rung zu ha­ben - aber das war sei­ne Pla­nung - so ging er dar­an - wir bei­de tausch­ten ei­ne wei­le Neuig­kei­ten aus, er sta­un­te was ich mir da zu­sam­men­ge­ba­stelt hat­te mit dem Mo­tor, das ge­fiel ihm auch . 

  Je­ro­me Oran­ge war aus Frankreich leb­te an der Nor­man­die und war dort Leh­rer, er hat­te sich Arbeitsur­laub ge­nom­men und musste im Au­gust wie­der zurück­sein sag­te er lächelnd ... das Ka­nu ist nun ein guter Freund ge­wor­den sag­te er - stimmt sein Ka­nu ge­fiel mir sehr gut - lag hoch - und hat­te viel Freiraum zum Was­ser. 

  Nach­dem wir 15 Mi­nu­ten ge­re­det hat­ten paddel­ten wir wie­der un­se­re ei­ge­nen Was­ser­we­ge.. Ich mach­te noch ei­ni­ge Fotos als er schon hin­ter mir war mit den 20-mm-Weit­win­kel. Ich war auch gespannt ob ich auch ei­ne Bär Seeüber­que­rung er­leben wür­de. 

  Vor 300 Jah­ren wa­ren es auch Fran­zo­sen die Kana­da per Ka­nu er­kund­schaf­te­ten. Kurz darauf bin ich an den Si­lent Ra­pids ... da­nach wer­de ich dann im Wirr­warr des Black Be­ar La­ke sein, der Luft­li­nie et­wa 30 km lang ist, aber Was­ser­weg­li­nie - ohh la­la - mal se­hen was das wird - ich schau­te mir die Si­lent Ra­pids an - und dann ging`s los, hin­ein in die Wel­len, Was­ser klatscht auf das Ka­nu, die Schnel­lig­keit nimmt wie­der zu, wie­der sind Tei­le des Ka­nus in der Luft, klat­schen auf das Was­ser, al­les geht sehr schnell, ich le­ge Po­wer auf das Pad­del um noch mehr Ge­schwin­dig­keit zu bekom­men, ja ja das ge­fällt mir sehr gut, ich jauch­ze und schreie so laut ich kann - Pe­li­ka­ne glot­zen - ich pas­se sehr stark auf ob nicht ein Fel­sen da ist ge­gen den ich don­nern könn­te oder ei­ne tie­fe Rol­le in die ich kommen könn­te oder zu steil fal­len wür­de, so dass die­ses Ka­nu um­kip­pen wird - aber nein, schnell wer­de ich durch die to­ben­den Was­ser­mas­sen ge­tra­gen - macht Freu­de wenn es so geht . 

  Dann ma­che ich nach dem ra­sen­den Trip erst ­mal Pau­se, ich bin schon da­bei Aus­schau nach ei­nem Zeltplatz zu hal­ten, denn es ist schon spät Nach­mit­tags - al­le Fisch­fri­ka­del­len wer­den weg­ge­putzt, die wa­ren ex­zel­lent als kal­ter Snack - die wer­de ich wie­der machen. Ob­wohl es mir heu­te Phy­si­sche et­was bes­ser geht tut mir der Hin­tern im­mer noch weh. Das Sitzen Sit­zen Sit­zen Sit­zen.

Nun bin ich im Black Be­ar See der ein Ge­wimmel von For­men und Struk­tu­ren ist und To­tal unüber­sicht­lich aus­sieht, ich kann nur nach der Topo­map­pe fah­ren. Hier ist es egal wo ich Zel­te, In­seln die al­lei­ne im See ste­hen gibt es hier nicht. 

  Dann pad­del ich wei­ter mit In­ten­si­vem Su­chen nach ei­nem schö­nen Zelt­platz, mei­nem neun­ten. Kein Wind weht, die Was­se­rober­fläche ist Spie­gelglatt, ruhig le­ge ich Schlag um Schlag ins Was­ser, aber nicht so Ele­gant wie Je­ro­me Oran­ge, aber auf dem Weg dorthin. 

  Ich hat­te an man­chen Stel­len den Blin­ker ins Wasser glei­ten las­sen und das Ka­nu ein­fach trei­ben las­sen, aber nicht ein ein­zi­ger Biss, nicht ­mal ein Fisch der dem Blin­ker folg­te. Nach 32 km im Ka­nu fand ich ei­nen Land­zip­fel ei­ne Fels­na­se die sich in den See streck­te, und et­wa 3 Me­ter über der Was­se­rober­fläche lag, dahin­ter war dic­ker dich­ter Ur­wald. Ich war in­zwi­schen zwi­schen dem 51. -52 Län­gen­grad und dem 70-71 Brei­ten­grad, dort lag die­se klei­ne Fel­senhalbin­sel. 

  Die Kon­zen­tra­ti­on ver­lang­te heu­te sehr viel von mir an Wach­heit, da­mit ich im­mer wusste wo ich mich be­fand. Na­vi­ga­ti­on, Na­vi­ga­ti­on, Na­vi­ga­ti­on, ist hier das wich­tig­ste. 

  Ich konn­te das Zelt auf gra­si­gem trocken­em Boden auf­bau­en. Als al­les fer­tig war, auch der Ofen vol­ler Holz, nahm ich das Ka­nu und pad­del­te im leeren Ka­nu auf den wind­stil­len See. Al­les war sehr eng hier und auf kür­ze über­sicht­lich aber auf Län­ge unüber­sicht­lich. Ich war überall von Wäl­dern um­geben. Ich Blin­ker­te und Blin­ker­te und Blin­ker­te - kein Fisch ... Das war das er­ste mal das ich kei­nen Fisch fing. Beim um­schau­en sah mir die­se Ge­gend Mensch­li­cher aus, als ob hier schon we­sent­lich mehr vorbei­ge­kom­men wä­ren, weil das ei­ne Mussrou­te ist, denn es gibt nur drei Mög­lich­kei­ten den See zu durch­fah­ren, ich hat­te die Zen­tral­rou­te ge­nom­men, die den ge­fahr­lo­se­sten Was­ser­fall haben soll­te - über die Jahr­hun­der­te müs­sen hier vie­le ge­fischt ha­ben, das war ein­fach er­kenn­bar - ich Blin­ker­te wei­ter und fing dann doch ei­ni­ge Hech­te, aber sie wa­ren al­le viel zu klein, die wur­den selbstver­ständ­lich schwim­men ge­las­sen, natür­lich hät­te ich ger­ne noch­mals ei­ni­ge lec­ke­re Chur­chill Ri­ver Hecht­fri­ka­del­len ge­macht ok, dann eben nicht.

Als ich zum Zelt zurück­kam, schau­te ich noch mal die To­po­gra­fi­sche Map­pe an, ich hat­te auch die Be­schrei­bung von Diek­mann-‑Thie­le und Fer­di Wenger da, dann verg­lich ich de­ren An­ga­ben, mei­ne Intui­ti­on woll­te das so, und stell­te fest, das es gar kei­ne 3 Rou­ten durch den See gibt, es wa­ren nur zwei, denn ich dach­te wenn es drei Rou­ten gibt fah­re ich ei­ne an­de­re die we­ni­ger be­fah­ren ist, fi­schen ist wich­tig, ich schau­te mir de­ren Rou­te an und sah das in de­ren Buch ein Feh­ler war, die hat­ten si­cher­lich bloß von je­man­dem ab­ge­schrie­ben, an­statt sel­ber zu schau­en - das was als Nörd­lich­ste Rou­te betrach­tet war, ist ei­ne Über­land­pas­sa­ge al­so nicht durch­gän­gig Was­ser.   Ich mach­te mir wie­der Cor­ned Beef mit Zwie­beln - das war mei­ne Notra­ti­on und an­de­re Do­sen die ich da­bei hat­te. 

  Durch das Sum­men war klar das hier Müc­ken waren, nicht vie­le, aber im­mer­hin. Al­so sprüh­te ich die Klei­dung ein.. Denn kein Wind das war ih­re be­vorzug­te Pa­ra­dies Le­bens­kunst zum Blut­sau­gen. Da kamen sie gut vor­wärts ... 

  Nach dem Es­sen wur­de es dunk­ler und ei­ne Unmen­ge an Dros­selähn­li­chen Vögel fing nun an zu Singen. Es wur­de im­mer In­ten­si­ver und an­de­re Le­be­wesen fin­gen an mit ein­zu­stim­men, so­gar ei­ni­ge Eu­len huhu­ten und schnurr­ten sehr laut, und im ge­genüber­liegen­den na­hen Wald fing ein merk­wür­di­ges Grun­zen an. Dann Grunz­te wie­der je­mand von ei­ner an­de­ren Stel­le zurück, dann Grunz­ten meh­re­re Grun­zer, da wa­ren et­wa 5-6 un­ter­schied­li­che Grun­zer im Wald, aber gut ver­teilt, in un­ter­schied­li­chen Tei­len auf an­deren Ufer­sei­ten - was war das. So­ was hat­te ich noch nie gehört. 

  Ich fühl­te mich phy­si­ka­lisch bes­ser, die Son­ne mit ih­rem Licht hat­te ge­hol­fen. Ein sa­gen­haft schö­ner Sonnen­un­ter­gang fing an sich über dem See aus­zu­brei­ten. Auf der glat­ten See­fläche spie­gel­ten sich die Wol­ken die im Sü­den ei­ne klei­ne Ec­ke be­deck­ten. Zu­erst war al­les Gold­gelb auch auf dem See. Das ging dann über in ein zar­tes Ro­sa-‑Rot. Gril­len Zirp­ten laut da­zu. Vie­le Vo­gel­sor­ten wa­ren hier und san­gen ein fan­ta­sti­sches Lied vol­ler Me­lo­di­en in ei­ner herz­lich leich­ten Se­re­nade. Vö­gel die ich noch nicht iden­ti­fi­ziert hat­te, was auch nicht not­wen­dig war, Frö­sche Quaaaak­ten, ein fa­bel­haf­tes Kon­zert. Und al­les war sehr Aku­stisch. 

 Ich saß da und hör­te und war be­gei­stert. Selt­sam ich kam mir vor nach Sü­den zu schau­en ob­wohl die Son­ne fast im Nor­den un­ter­ge­gan­gen war. Das kam mir mo­men­tan al­les sehr selt­sam vor. 

  Der Schwar­ze Ho­ri­zontstrei­fen auf dem Was­ser durch den Wald teil­te die Spie­ge­lung auf dem Was­ser, oben in der Mit­te das Rosaröt­li­che, rechts da­von das Hell­blaue fast Weiß­li­che dar­über das dunk­le­re Blau über­ge­hend in den Him­mel oh­ne Wol­ken. 

  Da war überall im Ur­wald ein Geknac­ke und Be­wegung von Tie­ren, zu hö­ren ... Ich hat­te das Ge­wehr an den Fel­sen ge­lehnt. Al­les war gut ver­packt und das Ka­nu dar­über ge­legt, denn hier konn­te jetzt ganz le­ger ein Bär an­kom­men, laut Fan­ta­sie, denn hier war ich nicht auf ei­ner In­sel. Das Grun­zen ging wei­ter, fast ein troc­kenes ir­gend­wie dumpfes Ge­grun­ze, so als ob das We­sen kein Ge­sangs­un­ter­richt ge­habt hat­te. Vom Grun­zen her dach­te ich zu­erst an große Frö­sche, aber dann, nein, das sind kei­ne Frö­sche, so Iso­liert, aber wer Grunzt sonst so - als es schon dun­kel war ging ich ins Zelt - und schlief sehr gut - bis ich mor­gens plötzlich um 3 Uhr auf­wach­te, nein es war 2 Uhr, denn ein Lau­tes Knac­ken hat­te mich ge­weckt. Es war Sams­tag, der 22. Ju­ni. 

  Ich schau­te vor­sich­tig aus dem Zelt, da war ein sehr großer Bi­ber am Was­ser und nag­te an dem großen Ast, sei­ne Na­ge­geräu­sche wa­ren gut zu hö­ren als er die Scha­le ab­fraß. Er knab­ber­te sehr schnell. Kein Wind war, der See lag spie­gelglatt, und ich konn­te den Bi­ber so­gar als Spie­ge­lung se­hen - dann schlief ich wei­ter. 

  Et­was später fin­gen schon die Dros­sel­vögel zu Singen an, auch der My­ste­riö­se war wie­der da­bei, ein sehr lau­tes schö­nes Kon­zert bau­te sich da auf, jetzt wa­ren noch mehr Vö­gel zu hö­ren als ge­stern Abend. Als ich dann sehr früh aus dem Zelt ging flog ein großer Gol­de­ner Ad­ler di­rekt über dem Zelt sit­zend lautschrei­end weg. Er brei­te­te bloß sei­ne Flü­gel aus und glitt über dem See in ei­ne Bucht wo ich ihn nicht mehr se­hen konn­te. Das war sein Stamm­platz hier denn ich konn­te se­hen das da sei­ne Kot­stel­le war - ein schö­ner dic­ker Aus­sichtsast.   Es war grau und drisse­lig - und auch das Grun­zen war wie­der zu hö­ren - wohl ein Grunz­specht oder Grunz­rei­her oder Grunzra­be. Ich ging noch ­mal zur Bi­ber­stel­le um mir sei­ne Ar­beit an­zu­schau­en. Da la­gen noch ei­ni­ge Zwei­ge im Was­ser. Auf dem Weg zur Stel­le fand ich drei schö­ne Rot­kap­pen­pil­ze. - ah­h­hh. Jetzt noch ein Fisch.

Ich fisch­te noch be­vor ich Früh­stück­te, aber bloß klei­ne Hecht­l­eins. Ei­ni­ge sa­hen sehr Ram­po­niert aus, hat­ten Bis­se von an­de­ren großen Hech­ten an ih­rem Kör­per. Aha, das war es al­so, hier gab es sehr vie­le große sehr große Hech­te. 

  Dann heiz­te ich den Ofen ein, und mach­te den Pfan­ne­kuchen­teig fer­tig - mein Mehl geht zu En­de. Ich ha­be noch für drei Ta­ge Mehl. Mensch hat mich das Wet­ter fest­ge­hal­ten. 

  Als das Früh­stück fer­tig war ging der Re­gen los. Oh­ne Wind Reg­ne­te es. Lau­te große Trop­fen klatschten Laut auf die See­fläche. Al­les war in ein­heit­li­ches Grau gehüllt wie im wir­ren Kom­mu­nis­mus der Raub­säuge­tie­re und de­ren Pri­mi­ti­ver Fan­ta­si­en oh­ne das Gött­liche oh­ne Ver­ge­bung oh­ne Gna­de oh­ne Lie­be bloß dump­fe dum­me Raub­tie­re sein wol­len, die Fres­sen, Scheißen, Fic­ken und Skla­ven sein wol­len - egal von wem egal für was. 

  Da­zwi­schen misch­ten sich nun auch die schallen­den Ru­fe der Eistau­cher der Loons wie­der. Fan­ta­stisch roll­ten ih­re Ru­fe über den See - das war ei­ne wun­der­ba­re Stel­le hier die­ser Land­zip­fel. Von ir­gend­wo an­ders Ant­wor­te­te ein an­de­rer Loon, sehen konn­te ich die Loons aber nicht. Ich hat­te auch auf­ge­ge­ben die­se vie­len un­ter­schied­li­chen Vö­gel zu un­ter­schei­den. Es gab ein­fach zu vie­le hier. Da die Ru­fe aber hier sehr eng  bei­sam­men wa­ren, hör­ten sich die Ge­sän­ge be­son­ders schön und In­ten­siv an. Die Ru­fe der Eistau­cher schall­ten von den Wäl­dern zurück, die vol­le Sym­pho­nie war im gan­ge. Kei­ne Ste­reo­an­lan­ge kommt auch nur na­he dar­an an den Sound, zumal ein Ad­ler ja auf dei­ner Schul­ter landen könn­te, oder ein Bi­ber dich an­knab­ber­te, auch En­ten Quaaak­ten wie­der - aber oh­ne das je­mand ant­wor­te­te. Dann schau­te ich mir die So­lar­bat­te­rie an - sie war - Prall voll. Pri­ma. Wenn sie leer ist fließt der Strom leich­ter in die Bat­te­rie, weil nicht so viel Wi­der­stand ist, das glei­che ist mit dem Es­sen, wenn der Bauch voll ist, isst es sich nicht mehr so leicht, außer natür­lich bei je­nen die noch sehr star­ke Tie­ri­sche Ei­gen­schaf­ten zum ab­tra­gen ha­ben. 

  Überall schlüpf­ten nun die Maiflie­gen, ih­re leeren Larven­gehäu­se wa­ren an den Stei­nufern aber auch an Bäu­men oder Sträu­chern in Was­sernähe. Auch Stein­flie­gen schlüpf­ten. Köcher­flie­gen auch. Die Na­tur fing an ihr ganzes, vol­les Le­ben­spen­sum zum Vor­schein zu brin­gen. Ei­ne sehr große Viel­falt von Le­be­we­sen war hier zu be­ob­ach­ten, ins­be­sonde­re wenn ich genau­er hin­schau­te, Kä­fer, an­de­re Insek­ten, und Li­bel­len, Li­bel­len Li­bel­len, Li­bel­len, auch die große Blaue war da­bei.   Die Er­de ist ja ur­sprünglich ein großes Pa­ra­dies von Le­bens­viel­falt, doch Che­mieigno­ranz und wei­te­re Hab­gieräng­ste, das nicht ge­nug für al­le da ist, ver­mischt mit Bös­ar­tig­keit die aus Igno­ranz ent­springt, Igno­ranz nicht zu wissen was hier wirk­lich vor sich geht, macht die In­dustrie­kul­tu­ren zu bloßen Struk­tur­gär­ten des Dum­men, Anal-‑Ly­ti­schen Ver­stan­des, der das Zen­trum der Angst ist, weil er un­un­ter­bro­chen zer­teilt, und un­terschie­de sucht um sei­ne Egofähig­keit noch mehr als gi­gan­ti­sches blö­des Or­gan zu be­wei­sen. Ei­ne Grup­pe Pe­li­ka­ne kam ganz flach ganz na­he am Zeltplatz vorbei­ge­se­gelt. Sie quaak­ten ih­re Na­sa­len scha­ben­den Tö­ne vor sich her. Kei­ner wink­te mal rüber. Sie sa­hen Se­ren wie  ab­ge­klärt­e Pe­li­kan Opas aus. Ich sah und hör­te das al­les wäh­rend ich da vor dem Zelt saß und aß, und der Re­gen fiel wäh­rend die­ser Zeit ganz leicht in die­se Grau­heit hin­ein. Die Viel­falt der Ge­räu­sche-‑beim Re­gen-‑wind­lo­sem-‑Was­ser-‑in Ver­bin­dung mit der Fan­ta­sie ließen Menschen­stim­men er­schei­nen-‑Kir­chen­geräu­sche-‑Stadtver­kehr-‑Un­ter­hal­tun­gen-‑La­chen - aber was war das - da fah­ren zwei Ka­nus vor­bei - ein Ka­jak - dann wa­ren sie auch schon wie­der vor­bei.

Ich pack­te al­les im Re­gen zu­sam­men. Aber ich vergaß ein Stück Alu­mi­ni­um, ein Stück Er­satza­lu­mi­ni­um für das Zelt­ge­stän­ge. Um 12.45 Uhr war ich dann wie­der auf dem Black Be­ar La­ke. Grau ... Grau ... Grau ... Ich Pad­del­te an sehr schö­nen An­gel­camps vor­bei. Lan­ge Strec­ken wur­den über den glat­ten Grau­en See ge­pad­delt. Ge­gen die Feuch­tig­keit hat­te ich die Wa­tho­se an­ge­zo­gen und über all den Sa­chen trug ich dann den Grü­nen Re­gen­man­tel. Die Ka­puze wur­de über den Stroh­hut ge­zo­gen und über dem Regen­man­tel hat­te ich dann noch die Gel­be Schwimmwe­ste an. Ich fuhr im­mer mit Schwimm­we­ste. Sie gefiel mir, war wär­mend und leicht, gute Ar­beit. 

  Wie­der ist mein Blick un­un­ter­bro­chen nach vor­ne ge­rich­tet, fi­xiert ver­glei­che ich das Ufer die mög­li­chen Durch­fahr­ten. Al­les sieht zu­erst mal gleich aus am Hori­zont, denn die Durch­fahr­ten sind nicht zu er­ken­nen. Die­ser See ist auch Fan­ta­stisch ein­fach wun­der­schön, egal ob im Re­gen, oder sonst ­was, ein See ver­liert nie sei­ne Schön­heit wenn er un­ter die­sen Be­din­gun­gen wie hier le­ben kann. Als ich Handl­ley In­sel und die Wam­ni­nu­ta In­sel hin­ter mir ge­las­sen hat­te kam ich lang­sam in die Ge­gend wo es ei­gent­lich nur noch gera­de aus ging per Kom­pass, und ich war gut auf Kompass­kurs, von dann an, oh­ne Kom­pass ist nur noch das ken­nen des Sees bes­ser. Trotz­dem ver­fuhr ich mich. 

  Ich hat­te das Ziel schon drin, dann kam Zwei­fel auf, ob ich auch die An­zahl der In­seln rich­tig hat­te und mein Ge­dächt­nis funk­tio­nier­te als Zweif­ler, und ich fuhr zu früh et­was rechts run­ter, auf 63 Län­gen­grad und 65 Brei­ten­grad, ich hät­te ei­gent­lich bloß ge­ra­deaus ge­musst, so wie ich es schön in mir ge­spei­chert hat­te, ich bog rechts run­ter und kam in ein wun­derschö­ne große fla­che Bucht, vie­le Bi­ber­ber­ge wa­ren dort, al­les war ganz still, da woll­te ich gar nicht stö­ren, tja, und dann war da das Wal­du­fer - al­so falsch - wo war der Durch­gang - ich war auf Stur­dy In­sel ab­ge­bogen, al­so fuhr ich Schlag um Sch­lag am rech­ten Ufer der großen ver­zweig­ten In­sel vor­bei, bis ich wie­der sicher war das ich auf der Durch­fahrt war, da­nach war ich phy­sisch Mü­de.   Die stun­den­lan­ge An­stren­gung des Ver­glei­chens mit der Kar­te zur Um­ge­bung, das Zer­fah­ren, das Su­chen, ich war Phy­sisch wie­der ab­gebraucht. 2 x mach­te ich Rast im Ka­nu und aß. Die gan­ze Zeit hat­te es ge­reg­net. Ich war in­ner­lich skeptisch, oder bes­ser mein Kopf war es nicht ich. 

  Mein Blick war sehr an­ge­spannt, die Schuf­terei war einfach enorm. Das Sit­zen kam mir wie­der vor als ob ich in ei­nem Ge­fäng­nis war. Aber ich musste al­les wei­ter­ma­chen, da war kei­ner der die Ar­beit für mich ma­chen könn­te, und ich war nicht­ mal am En­de der ersten Etap­pe. Und so wur­de es wie­der später und später, ich brauch­te ei­nen Platz Ich steu­er­te die In­sel im Bereich 66. Län­gen­

grad und 66. Brei­ten­grad an, nun hat­te ich den Mo­tor an­ge­legt und ließ mich ru­hig vor­wärts­brin­gen, er surr­te ganz leicht, war ei­ne Freu­de mit ihm zu Rei­sen. 

  Al­so hol­te ich das rest­li­che Es­sen raus den Tee und aß wäh­rend das Ka­nu fuhr. Ich hat­te ein­fach auf gera­de ge­stellt, das ging gut, ich fuhr nicht vol­le Kraft woll­te En­er­gie spa­ren, wer weiß wie lan­ge es Grau bleibt. 

  Als ich mit dem Es­sen fer­tig war kam ich in ei­ne Insel­ge­gend, bog links hoch und fuhr an der rech­ten Sei­te der klei­nen In­sel, ich sang wäh­rend­des­sen den Cam­ping Blues, ganz laut, das tat gut, ja die In­sel sah gut aus und das al­les un­ter lautem Ge­sang. 

  Was sehe ich da - da wa­ren Men­schen, Blaues Tarpo­lin auf­ge­spannt - ei­ne Grau­haa­ri­ge Frau war da­bei - ich wink­te zu ih­nen herüber – dann hör­te ich Stimmen-‑Deutsch-‑ich rief zu ih­nen rüber denn sie schauten er­staunt zu mir -Its al­ways good to use so­me So­la­rener­gy . 

  Ei­ner kam mit sei­ner Ka­me­ra und mach­te 

ei­ni­ge Fotos von mir. Dann bog ich um den Nord­zip­fel der In­sel und fand dann ei­nen wun­der­schö­nen Platz auf der In­sel, an der Nord­west­spit­ze. Viel Schilf wuchs hier und vie­le Was­ser­pflan­zen blüh­ten. Auf der In­sel die im Ufer­be­reich wie­der glat­te Fel­sen hat­te bau­te ich so­fort das Zelt auf, di­rekt ne­ben ei­nem großen Schilffeld, das noch ei­ne Mi­schung aus al­tem und neuem Schilf war. Hin­ter dem Zelt stan­den ei­ni­ge Jack Pi­ni­en. Zwi­schen den Bäu­men war wun­der­schö­nes sehr Dickes Moos. Blau­bee­ren wuch­sen in Ufernähe, dann stell­te ich die So­lar­an­la­ge auf zum nach­fül­len. 

  Die­se In­sel war sehr schön. Das Moos duf­te­te, wie wür­de das sein wenn Hit­ze wä­re. Ich zog das Ka­nu an Land und leg­te es um. Mensch, sah der Bo­den übel aus, lä­diert, zer­kratzt, ge­flickt ... Ich hat­te schon das graue Duct Kle­be­band vor­ne an der Spit­ze ver­klebt. Dann bau­te ich das Sta­tiv auf da es so Grau war und die Ar­beit mit großen Ob­jek­ten er­schwe­ren wür­de. Vie­le um­ge­fal­len Bäu­me la­gen auf der In­sel und sehr vie­le Grack­les san­gen und schnarr­ten herum, Red Wing Black Birds san­gen auch ih­re Lie­der denn Schilf war ihr Le­bens­raum da bau­ten sie ih­re Bun­ga­lows rein. Ein Mo­no­to­ner Ton be­deck­te den Him­mel, ein aus­ge­wa­schenes dün­nes Weiß­grau.Plötz­lich ka­men ei­ni­ge Grack­les auf mich zu­ge­flo­gen, nein zu­ge­stürzt im Sturz­flug, sie At­tac­kier­ten mich. Aha..

Als näch­stes kam der Ofen dran, denn ich hat­te 3 schö­ne Zan­der mit­ge­bracht, die ich an ei­ne der Schnel­len die zwi­schen den In­sel wa­ren ge­fan­gen hat­te, da hät­te ich wenn ich woll­te 50 Stück fan­gen kön­nen, der See war vol­ler Zan­der, prop­penvoll mit Zan­der - sie hat­ten ei­ne schö­ne Fär­bung, er ist ja ei­ne Barsch­sor­te, ihr Bauch ganz weiß an der Sei­te Gol­dene Schup­pen auf dun­klem Hin­ter­grund. Der dun­k­le Hin­ter­grund nahm zum Rüc­ken zu und oben wa­ren sie dann ganz Dun­kel ge­färbt da­mit sie von oben nicht ge­se­hen wer­den konn­ten. An ei­ner dieser Stel­len hat­te ich ei­nen Rie­sen Zan­der an der Angel - fol­gen­des war Pas­siert - ich fisch­te im kla­ren Was­ser der spru­deln­den In­sel­ge­gend, vie­le Äste waren im Was­ser der Bo­den sah dun­kel aus aber das Was­ser war klar - kurz vor dem Ufer jag­te ein Riesen Zan­der-‑12-13 Pfund et­wa 1 Me­ter lang, auf den Blin­ker zu, er hat­te sämt­li­che Flos­sen stark ge­spreizt und sein Maul weit auf­ge­ris­sen, er war in fan­ta­stischer An­griffs­po­se, sehr be­ein­druc­kend das zu sehen, dann schnapp­te er zu und hat­te den Blin­ker im Maul, und sau­ste gleich mit sehr ho­her Ge­schwindig­keit in die Tie­fe zurück ... das wars dann schon - ir­gend­wo ein Ast ... und Schwupp war die Schnur durch­ge­ris­sen - im­mer an der schwäch­sten Stel­le - dort wo der Vor­fach­kno­ten war ob­wohl ich nun schon ganz raf­fi­nier­te Kno­ten hinzau­ber­te - die ich von mei­ner Flie­gen­an­ge­lei ken­ne und die mehr Stabi­lität ge­ben im Über­gang von ei­ner Schnur­stär­ke zur an­de­ren - ich hät­te ihn so­wie­so nicht be­hal­ten - so ein schö­ner Fisch muss le­ben und sei­ne Stär­ke an wei­te­re wei­ter­ge­ben, den Nach­wuchs.   Für den Ofen such­te ich nun wie­der ei­nen fla­chen Stein für den Schornstein. Aber ich fand ei­ni­ge Alu­mi­ni­um­dosen-‑Co­ke, und an­de­re Soft­drink­do­sen, ei­ni­ge Pla­stik Öl­fla­schen für Mo­tor­boo­te, ei­ni­ge Do­sen­dec­kel, anson­sten wars aber sehr schön. Dies­mal wur­de wieder Fri­ka­del­len ge­macht, mit Zan­der­fi­les. 

  Das Es­sen war ei­ne Pracht. Ei­ni­ge Bi­ber schwammen vor­sich­tig von In­sel zu In­sel, denn west­lich von mir lag ziem­lich na­he ei­ne große In­sel. Ein Weiß­kopfsee­ad­ler saß die gan­ze Zeit da auf der an­de­ren In­sel und schau­te zu. Er saß auf ei­nem großen Ast ei­ner abge­stor­be­nen Fich­te oder Kie­fer. Links und Rechts von ihm wuch­sen le­ben­de Kie­fern. Da es Windstill war summ­ten schon vie­le Müc­ken herum. Ich be­nutz­te dies­mal das Mus­kol, wirkt auch sehr gut. Da­nach ging`s ab ins Zelt - die Mü­dig­keit war glück­lich. Zwischen dem Zelt und dem In­nen­zelt hat­ten sich nachdem ich im Zelt war mas­sen­haft Müc­ken an­ge­sam­melt – sie summ­ten und summ­ten und summ­ten, von mir aus summt was ihr wollt, ihr kommt da so­wie­so nicht durch - ich schlief sehr schnell mit dem Sum­men der Müc­ken ein, ein Müc­ken­schlaflied so­zu­sa­gen. Re­gen Re­gen Re­gen Re­gen fiel die gan­ze Nacht durch.


Sonn­tag, 23. Ju­ni

Re­gen Re­gen Re­gen  kein Wind. 15 Grad. Ich hör­te mir von 3,30 bis 5 Uhr das Mor­gen­kon­zert an, wunder­schö­nes An­fan­gen der Ge­sän­ge, ganz sanft bis hin zum lau­ten Ge­sän­ge­rei­ge­jo­del­ge­tu­te­schreischnarchen. Ge­sang. Dann schlief ich wei­ter bis 8 Uhr. 

  Nach dem Früh­stück schau­te ich mir noch­ mal die In­sel an, vie­le Bi­ber­bis­se, um­ge­biber­te Baum­stäm­me, und die­ser Tep­pich aus duf­ten­dem Moos­bal­len die dicht an dicht ei­nen Moostep­pich ge­formt hat­ten. Das ge­hen darauf war weich und leicht und schwe­bend, ei­ne Fan­ta­sti­sche In­sel. Im Was­ser la­gen noch Baumstäm­me von der Nächt­li­chen Bi­be­r­ar­beit. 

  Um12.30 Uhr war ich wie­der auf dem See ... Regen ... Re­gen - Re­gen - Re­gen - Re­gen - Re­gen - Grau - Grau Grau noch Grau­er - dann ver­fah­re ich mich und zwar kräf­tig. Ich ver­glei­che das Kar­ten­ma­teri­al, sa­ge mir, die näch­ste Ec­ke muss so und so aus­sehen, ... tat sie aber nicht - und die näch­ste auch nicht, ... was war pas­siert. Was nun, ich weiß nicht wo ich bin - in die­sem Mo­ment, hier, wur­de mir auf einmal was ganz wich­ti­ges klar - und zwar ganz klar - näm­lich, WENN ICH KEI­NE ZIE­LE HA­BE KANN ICH MICH AUCH NICHT VER­FAH­REN - das galt ins­beson­de­re für die in­ne­re Ar­beit, das Den­ken und Su­chen nach Wahrheit, die in­ne­ren Pro­zes­se der Selb­sterkennt­nis und Selb­ster­fah­rung. Denn dort gibt es ja sehr vie­le Men­schen die dir viel er­zählen und dir sa­gen dass  das und das gut für dich ist, ins­be­son­de­re im Be­reich Ge­sund­heit und Nah­rung, Po­li­tik und Wis­sen­schaft - und auch in dem Re­li­giö­sen Du­del­sack der Mon­strositäten und Men­schen­ver­wal­tung, so­gar dort wird Vor­ge­jo­delt was der Mensch zu Glau­ben hat und al­le Ant­wor­ten lie­gen schön für ihn Pa­rat - das ist al­le­samt falsch. 

  Ich schau­te mir die Ein­sicht ei­ne Wei­le an - Wenn ich kei­ne Zie­le ha­be kann ich mich auch nicht ver­fahren, und wer hat die Zie­le fest­ge­legt und wer soll sie fol­gen und so wei­ter ... Ja wenn ich kei­ne Zie­le ha­be kann ich mich auch nicht ver­fran­sen - so wie jetzt - aber nun hat­te ich mich ver­fah­ren, stimm­te das überhaupt - ich war doch dort wo ich war, wie kann ich mich al­so ver­fah­ren ha­ben - nur in be­zug zu dem vorge­fer­tig­ten Plan - wer nun in Angst und Pa­nik ver­fällt ist noch lan­ge nicht bei sich angekommen, sondern ist bloß im Mentalbereich, mehr nicht, dem Denkbereich - viele nennen das ja auch ihren Geist mit dem sie sich sogar Identifizieren und denken und Glauben das sie das wären - aber dem ist ncht so- das sind bloß Werkzeuge, die sich leider als der Meister präsentieren - leider - okay, nun aber hatte ich mich in Bezug zur Karte verfahren - was stimmte nicht - wie konnte ich herausfinden wo ich war - was für ein Blöd­sinn das war - denn ich war ja da, hier, ich musste den gan­zen Weg wie­der zurück bis zur In­sel oder et­was an­derem be­kann­ten - Als ich dann auf die­sem Rie­sen Grau­en See herum­bog Rich­tung vor­her, sah ich ei­nen Pe­li­kan, er saß oder stand, er stand, mit­ten auf dem See, der See­fläche, war das Je­sus Wie­der­ge­burt, war das, das Ziel der Evo­lu­ti­on, Re­in­kar­na­ti­on, denn auch Je­sus, laut Bi­bel, soll ja auf dem Was­ser ge­wan­delt sein - der Pe­li­kan da vor mir konn­te das auch - et­was ent­fern­ter saßen zwei Pe­li­ka­ne auf ei­ner fla­chen sehr win­zi­gen Fel­sen­in­sel mit 1 Me­ter Durch­mes­ser - aber der Pe­likan, der war wohl der er­leuch­te­te Mei­ster­pe­li­kan. Als ich das sah und mei­ne Ein­sich­ten da­zu wur­de mir auch wie­der Be­wusst wie we­nig ich sel­ber Zeit zum Me­di­tie­ren hat­te, es war al­les Ar­beit Ar­beit Arbeit oder dann et­was Aus­ru­hen - aber auch während die­ser Ar­beit auf die­ser Tour wa­ren doch auch wäh­rend des Ar­bei­tens noch in­ne­re Abläu­fe zu beob­ach­ten die im Den­ken in die Rich­tung Wahrheitssu­che gin­gen - und im­mer wenn ich mit dem Denken der Wahrheit näher ge­kom­men war, durch­flu­te­te ei­ne Wär­me mei­nen Kör­per, ein Wohlge­fühl der Ex­t­ra­klas­se ... denn wäh­rend all die­sem Tun und ma­chen war ich in­ner­lich mit dem durch­arbei­ten von The­men und Lo­gi­schen Schrit­ten in Bezug zu mei­ner Si­tua­ti­on hier auf der Er­de und der Mensch­li­chen Si­tua­ti­on Ins­ge­samt be­schäf­tigt. Es ist ein Kon­se­qu­en­tes Durch­leuch­ten von Tra­di­tio­nellem Den­ken von vor­ge­ge­ben­em und das was Wahrheit sein soll und die da­mit ver­bun­de­nen Wirkungs­wei­sen die mein Den­ken Über­prüf­te ob es auch Sinn­voll oder Lo­gisch ist.

Ich bog al­so zurück, und kaum war ich 50 Me­ter ge­fah­ren kam mir die Idee die Kar­te noch ­mal genau an­ein­an­der zu le­gen, und genau da lag der Feh­ler - ich war auf der Kar­te schon 2,5 km wei­ter, weil ich die Kar­tenüber­gän­ge von ei­ner Kar­te zur an­de­ren nicht rich­tig Be­ur­teilt hat­te ... Ich kam mir et­was kon­fus vor, oder bes­ser Mein Kopf war et­was Kon­fus, vor Mü­digkeit - sie lag in mir - kei­ne Son­ne - Grau - Re­gen - der Or­ga­nis­mus war ein­fach Mü­de - al­so aß ich erst mal ei­ne Zan­der­fri­ka­del­le - schau­te herum, und sah ei­nen sehr schö­nen Wolf zwi­schen den Bäu­men - er schau­te zu mir herüber und ver­schwand so­fort wie­der im Wald - ein we­nig später leg­te ich den Mo­tor an und fuhr los - aber ich musste mit­pad­deln, das Wet­ter war so Mie­se Grau reg­ne­risch kühl nass das ich nämlich an­fing zu frie­ren als mich der Mo­tor vor­wärts brach­te - ich pad­del­te al­so um warm zu blei­ben, ich war ein­fach zu aus­ge­po­wert phy­sisch - hat­te nicht viel Kraft üb­rig. Ein­mal fuhr ich noch aus Mü­dig­keit in ei­ne falschen große Bucht hin­ein, auch vol­ler Bi­ber­däm­me und Bur­gen, vie­le En­ten gabs dort - aber dann ging`s Süd­lich vor­bei an Craig Is­land, vor­bei an win­zi­gen Inseln auf die Birch Point Schnel­len und Fäl­le zu - die Schnel­len sa­hen leich­ter aus, al­so rein - bis auf einmal die­se Mords­wel­len da wa­ren, die ich vor­her gar nicht ge­se­hen hat­te - das Ka­nu schwer wie es noch war klatsch­te in die große Wel­le rein, das Was­ser spritz­te aus­ein­an­der und ich knall­te auf ei­nen großen Fel­sen dar­un­ter ... ich hat­te Glück er hat­te ei­ne fla­che Flä­che - es sah zu­erst so aus als ob das Ka­nu um­kip­pen würde, mir wur­de so­fort fast übel - hat­te mich schon damit ab­ge­fun­den um­zu­kip­pen ... sooo ist das al­so dach­te ich gleich kippst du um und lan­dest im Was­ser - das wars dann wohl - aber dann wur­de das Ka­nu doch weg­ge­ris­sen und be­freit - und so sau­ste es durch die rest­li­chen Wel­len ... da war ei­ne Mi­schung aus Freu­de und Trau­er zur glei­chen Zeit in mir in dem Mo­ment der Un­ge­wissheit - da­bei sah das al­les so einfach aus ... hin­ter den Fäl­len an­gel­te ich ei­ne wei­le - fing Hech­te - aber der Re­gen war wie­der auf Wel­trekord­ni­veau - fast so wie in den Tro­pen am Ama­zo­nas Re­gen­zeit.

Dann ging es wei­ter mit Wol­ken die wohl den See küs­sen woll­ten so tief la­gen sie manchmal. Da in der Re­gen­grau­heit kam in mir noch ­mal hoch das ich nun al­so schon auf­ge­ge­ben hat­te dem Le­ben mei­ne Vorstel­lung an­pas­sen zu wol­len in­dem ich das Ziel mit der Hud­son Bay Ti­ming ent­fernt hat­te - das war schon mal Be­frei­ung, die Hud­son Bay lag so­wie­so da - und dann auch die Ein­sicht wenn kein Ziel ist, dann ist auch kei­ne Ve­rir­rung - al­so völ­li­ges Gott­ver­trau­en. Das wa­ren al­les Ein­schrän­kun­gen die ich mir selbst aufer­legt hat­te.. das war vor­bei.. Der Rest der hier direkt vor mir lag der reich­te schon als Ar­beit im täg­lichen Tun - aber der Spruch Ora Et La­bo­ra ... al­so Be­te und Ar­bei­te - der ist auch sehr Un­poe­tisch und Un­blühend, da ist auch kei­ne Schön­heit drin ... und das Gött­li­che ist kei­ne Zucht und Ar­beits­an­stalt ... Aber aus dem Blick­win­kel der Le­bens­we­ge der Wesen die sich durch die Gött­li­che Schöp­fung be­wegen, al­so von den Pflan­zen und Mi­ne­ra­li­en und dem Tier­reich in dem dann das Töten­de Mor­den­de das Teu­fels­da­sein mit rein­kommt ins Da­sein, da sind solche Prin­zi­pi­en schon zu ver­ste­hen - da­mit überhaupt der Weg aus die­sem Tier­reich dem Mord­reich wo du vom Töten an­de­rer Ab­hän­gig bist frei­ge­lebt wer­den kann - da ist so­ was nö­tig - aus die­ser Sicht ver­stehe ich auch die Zehn Ge­bo­te - das sind Lebens­weis­hei­ten die da­zu füh­ren sol­len aus dem Reich des Tötens, er­go, Raub­mensch Da­sein, wo der Mensch noch gar kein Mensch ist son­dern immer noch ein Raub­tier ist raus­zu­kom­men, sich da­von weg­zu­ent­wic­keln - aber heu­te mit der Mord­maschi­ne Flei­sch­in­du­strie Welt­weit, und de­ren Raubtier­chefs, ist ganz klar er­sicht­lich das es noch kaum Men­schen auf der Er­de gibt, son­dern hauptsäch­lich Raub­tier­men­schen - denn wer vom Töten an­de­rer Le­be­we­sen lebt, al­so de­ren Fleisch frisst, denn beim Fleisch­fres­sen kann noch nicht von Es­sen ge­re­det wer­den, der kann noch kein Mensch sein, mag er noch so vie­le 5 Ster­ne Re­stau­rants be­su­chen - die­se Ein­sicht ist un­wi­der­leg­bar und To­tal Lo­gisch und Sinn­voll. Und des­we­gen sind Mi­ne­ra­li­en und Pflanzen auch so wert­voll für den Mensch­li­chen Or­ga­nismus, weil, Mi­ne­ra­lien  die­sem  Töten­den Prin­zip noch nicht un­ter­wor­fen sind - sie sind völ­lig frei vom Mor­den und Fleisch­fres­sen, eben­so die Pflanzen, sie sind bis auf das En­de ih­rer Evo­lu­ti­on völ­lig frei vom Mor­den und Auffres­sen an­de­rer Tie­re - bei­de, die Mi­ne­ra­li­en und die Pflan­zen sind noch in der rei­nen See­lig­keits­ener­gie und die­se wirkt so heilend auf den Mensch­li­chen Or­ga­nis­mus. 

Teilstück der Black-Bear Topo-Karte mit "GRUNZÜBERNACHTUNG" No.9

Ich sel­ber leb­te auf dieser So­lar­ex­pe­di­ti­on und mit dem An­geln und Töten der Fi­sche auch noch ein Dasein ei­nes Raub­men­schen, und war mir der zu­sammen­hän­ge Re­la­tiv Be­wusst - Ich war mir aber auch der Gei­sti­gen Zie­le durch Über­le­gun­gen und Den­ken Be­wusst und die be­ka­men für mich im­mer mehr an Be­deu­tung. Dort lag die Wahrheit die für mich wich­tig war, nicht im auf­rechter­hal­ten des Nor­ma­len Menschs­eins - zu­dem Je­sus ja sag­te Gott ver­gib ih­nen denn sie wis­sen nicht was sie tun - was ja nun auf der Er­de mehr als wun­der­bar sicht­bar ge­wor­den ist in den Irren und Wir­ren Ta­ten der Völ­ker, Po­li­ti­ker, Wis­senschaft­ler, der Staa­ten, die es gar nicht gibt, son­dern es gibt bloß Men­schen oder Raub­men­schen die gewis­se Ide­en oder Ideo­lo­gi­en ver­tre­ten, oder in den völ­lig Igno­ran­ten Zie­len der Geldma­fia Welt­weit - all die­se le­ben fast To­tal an Wahrheiten vor­bei und setzen bloß ih­re Be­schränkt­hei­ten um - mehr ist das noch nicht - so er­le­be ich das zu­min­dest in mei­nen Be­ob­ach­tun­gen - natür­lich kommt das Schö­ne Gute das Wahr­haf­ti­ge­re das Ech­te die Lo­gik die ech­te Lo­gik im­mer mehr durch in der Mensch­heit ... Die­se Mensch­heit ist ja ein Kon­glo­me­rat von un­ter­schied­lichen Ent­wick­lungs­stu­fen - die sich zei­gen, zbs, die Ta­li­ban - mein Gott sind die Blö­de die sind so blö­de das sie das gar nicht mer­ken - aber so ist es nun ­mal wenn Raub­tie­re mit dem Wis­sen der Gött­li­chen Existenz in Ver­bin­dung kom­men - weil Raub­men­schen ganz ein­fach noch kei­ne Lie­be ken­nen - die ken­nen bloß Raub­men­schmacht mehr ist das noch nicht - al­so müs­sen sie die Wahrheiten auch als Raub­menschen um­set­zen - die Wis­sen doch gar nicht was Lie­be über­haupt ist und wo die her­kommt und wo die wohnt - die wer­den so­lan­ge poe­tisch me­ta­phorisch for­mu­liert eins auf Maul be­kom­men bis die ei­ne ih­rer zwei wa­chen Ge­hirn­zel­len auf­wacht und Furzend durch ihr Be­wusst­sein zieht in dem sie le­sen kön­nen - Mensch stimmt ich be­kom­men schon seit 4 tau­send Jah­ren eins aufs Maul, ich wer­de mein Maul nun zu­ma­chen und er­ken­nen wes­halb das so ist ... al­le an­de­ren Ak­tio­nen und Ta­ten egal wel­cher Völ­ker lau­fen nach den glei­chen Ge­setz­mäßig­keiten, ob Is­raelis, Pa­le­sti­nen­ser, ob Pa­ki­sta­nis, In­der, ob Chi­ne­sen oder Ame­ri­ka­ner, die wer­den so­lan­ge eins aufs Maul be­kom­men bis der Lern­pro­zess vollen­det ist - und wenn der nicht statt­fin­det dann werden an­de­re Lern­pro­zes­se die we­sent­lich di­rek­ter sind fol­gen, bis hin zur to­ta­len Zer­störung der Er­doberfläche durch Pla­ne­ten oder Erd­be­ben oder an­de­re Lern­schocks ... Die Deut­schen ha­ben den Vor­teil das sie die­se Lern­pro­zes­se durch die zwei Weltkrie­ge noch in ih­rem Ge­däch­tnis ge­spei­chert ha­ben und kön­ne des­we­gen di­rekt da­mit auf ih­re Hand­lungen ein­wir­ken und Ver­ant­wort­li­che Hand­lun­gen folgen las­sen - Die Ame­ri­ka­ner sind da­von noch weit weit ent­fernt die Glau­ben noch an ih­re Igno­ran­ten Ma­te­ria­li­sti­schen Po­li­ti­ker die von Im­pe­ri­al und ande­ren Welt­macht­wahns­vor­stel­lun­gen Träu­men da in ih­rem Pen­ta­gon und ih­ren Bom­benun­si­che­ren Vil­len und Mör­de­ri­schen Atom­bom­ben­köp­fen. Hier draußen, hier un­ter die­sem trüben Grau­en Him­mel dem Re­gen und Wind der mich da Vor­wärt­s­treibt oder dar­an hin­dert, da kom­men ab und an sol­che Ein­sich­ten,.

Dann kam ich zu den Birch Ra­pids - es hat­te nun auf­gehört zu Reg­nen - bloß tie­fe Wol­ken la­gen über dem See in ver­schie­denen Graufär­bun­gen. Ich stieg aus dem Ka­nu und schob es an der lin­ken Sei­te entlang, dort wo das Was­ser schnell und flach war. Da zu we­nig Was­ser da war sag­te ich mir wer weiß wo ich da auf Fel­sen knal­le, womög­lich bricht das Ka­nu noch durch. Al­so zog ich das Ka­nu über glat­te Felsen oder schob es durch schma­le en­ge Kanä­le, und konn­te es so­gar un­be­ob­ach­tet las­sen oh­ne es aus dem Was­ser brin­gen zu müs­sen - dann hat­te ich das Ge­fäl­le ge­schafft und war auf dem Trout La­ke, al­so dem Fo­rel­len­see.

Der See liegt 373 Me­ter über dem Mee­res­spie­gel mit 9 Me­ter un­ter­schied zum Black­be­ar La­ke. Der Wind hat­te nun völ­lig auf­gehört, Spie­gelglatt war der See nun. Ich pad­del­te links am Ufer ent­lang wo ei­ni­ge schö­ne Fels­broc­ken aus dem Was­ser rag­ten. Rechts und weit Hin­ten war der schma­le Ho­ri­zontgür­tel. Links ne­ben mir der Ufer­wald, über mir unter­schied­li­ches Wol­ken­grau, die Was­ser­fläche war Silb­rig­grau und Silb­rig­weiß - ich musste dann Pinkeln - Stand wäh­rend der Fahrt auf - der Mo­tor war an - und Pin­kel­te in die Pla­stik­fla­sche die ich im See leer­te - aber mit­pad­deln musste ich wei­ter­hin es war ein­fach zu kalt nur da zu sit­zen und vor­wärts­gebracht zu wer­den.. 

 Nun fuhr ich im­mer am lin­ken Ufer Rich­tung Nordost hoch, im Plan­qua­drat 85-86 längst und 68-69 Brei­te fand ich dann ei­ne win­zi­ge In­sel die ich gleich Spech­tin­sel tauf­te. Denn ein Specht mit schö­nem Rotem Punkt am Hin­ter­kopf hat­te dort sei­ne Woh­nung und füt­ter­te sei­ne Kin­der. Es war der Northern Flic­ker, das Männ­chen hat den Roten Punkt am Hin­ter­kopf. Es war die Gelb­li­che Va­ri­an­te, es gab noch ei­ne Röt­li­che Va­ri­an­te. Der fliegt zum Golf von Me­xi­ko im Win­terur­laub - auch nicht dumm. 

  Lang­sam wur­de das Wetter bes­ser. Ganz zar­te strei­fen Hell­blau wa­ren am Ho­ri­zont zu se­hen - und auch die Wol­ken­dec­ke wur­de dün­ner und weißer und weißer - mehr Hell­blau kam durch. Der Norden feg­te den Him­mel klar. Es war ei­ne schö­ne klei­ne In­sel. Ihr Ufer ging ziem­lich steil hoch und ich musste al­les hoch­ schlep­pen - ließ das Ka­nu dann aber an der West­li­chen schrä­ge aus dem Was­ser gezo­gen und sehr gut vertaut dort un­ten lie­gen. Oben auf der Flä­che, et­wa 6 Me­ter über dem See bau­te ich das Zelt un­ter Bäu­men auf, zog die Pla­stik­pla­ne zwi­schen den Bäu­men auf und hing mei­ne nas­sen Sa­chen dar­un­ter - im Zelt hat­te ich mich erst ­mal völ­lig aus­ge­zo­gen, denn ich war to­tal durch­nässt. - ich hing auch die Ta­schen in die Äste, die Wa­tho­se, al­les was im Ka­nu ein­fach durch­nässt war. Da­nach bau­te ich zwar noch den Ofen auf ... doch Ess­en Ko­chen - nein Dan­ke - Ich war ein­fach zu Mü­de.

Mitt­ler­wei­len war der Him­mel ganz Wol­ken­los Blau - rechts von mir im Nordo­sten war ei­ne klei­ne In­sel zu se­hen - und genau hin­ter ihr ging die Son­ne un­ter - al­so muss das der Nord­we­sten sein. Ein wunder­schö­ner Son­nen­un­ter­gang leuch­te­te im Gold­gelbem Feu­er hin­ter der In­sel. Im Zelt aß ich dann noch ein Müs­li und ab ging`s in den Schlaf­sack zum Schlafen. Ich war Phy­sisch er­schöpft, Mü­de. 10 Grad wars im Zelt. Ich war et­wa 30 km ge­pad­delt.


Mon­tag, 24. Ju­ni

Ich bin seit 4 Uhr wach. 15 Grad im Zelt. Ich ging raus und be­ob­ach­tet ei­nen schö­nen Son­nen­auf­gang - feuer­te den Ofen an ... oh­h­h­hh Wär­me ... mach­te Frühstück, Pfan­ne­ku­chen, Tee, auch für die Fahrt - und aß erst­ mal in al­ler Stil­le und Wach­sam­keit da mit­ten auf dem See weit ent­fernt vom näch­sten Ki­no, Le­bens­mittel­la­den oder Au­to­bahn. Und das war Won­ne. Dann setz­te ich Was­ser in den Töp­fen zu Ko­chen an. Ich woll­te mei­ne Klei­dung Wa­schen, Ko­chen in den Töpfen - Strümp­fe, Ho­sen, Hem­den - al­les was da reinging ... Die Grau­en Sport­schu­he wur­den ne­ben den Ofen ge­stellt zum trock­nen. Der Blaue Him­mel war Wol­ken­los. Et­was später hin­gen al­le Sa­chen in den Bäu­men zum trock­nen, aber ei­ni­ge Stüc­ke leg­te ich ne­ben den Ofen den ich in­zwi­schen zur Weißglut ge­bracht hat­te, und in sehr kur­zer Zeit war al­les ge­wasche­ne ge­trock­net. - und - es duf­te­te frisch - ah­hh frische Wä­sche - Pri­ma.

Der Specht war wit­zig. Ich be­merk­te, das,  be­vor er zu sei­nen jun­gen flog und noch im An­flug war, er ei­nen lau­ten Ton hö­ren ließ, al­so bau­te ich das Sta­tiv auf und leg­te die Ka­me­ra mit 500 mm Spie­gel­re­flex Ob­jek­tiv darauf, Fo­kus­sier­te die Schär­fe und nahm das 10 Me­ter Fernaus­lö­ser­ka­bel mit - wenn ich dann sah wie der Specht wie­der am Bun­ga­low Ein­gang war mach­te ich die Fotos vom Ofen aus. Sei­ne Wohnung war in ei­ner Bir­ke, ne­ben der Öff­nung wuchs ein großer Grau­er Pilz. Sein Nach­wuchs steck­te ab und zu dem Kopf aus den Bun­ga­low Apart­ment. 

  Ich freu­te mich al­les so schnell ge­wa­schen zu haben und das es so schnell troc­ken war. Wäh­rend der Ar­beit er­kann­te ich das die­se In­sel auch ei­ne Traumin­sel war, bloß viel bes­ser als je­der Traum weil sie hier war. Das Ka­nu hat­te sei­ne Ris­se wie­der of­fen. Ich hat­te kaum noch Duct Ta­pe-‑Kle­be­band üb­rig - das Ge­schmet­ter auf den Fel­sen und das Auf­klatschen auf die Wel­len durch die Schnel­len hat­ten die Ris­se wie­der geöff­net. Das wur­de jetzt al­so noch ­mal über­klebt mehr war nicht da, und zwar nun bloß mit Brau­nem Kle­be­band das auch noch Stark ist aber kein Ver­gleich zum Duct Kle­be­band ist. 

  Wie­der wur­de ich von Grack­les ange­grif­fen ... Sie stürz­ten sich ein­fach auf mich und bo­gen dann kurz vor mir ab, ih­re Au­gen leuch­te­ten vor Scha­denfreu­de. Sie fin­gen vor Wut wohl schon an zu Glühen. Ich glaub­te zu se­hen wie sie Rot­gol­den wur­den. - könn­te ja sein.

Hier konn­te ich gut das Tie­ri­sche Ge­danken­kli­ma se­hen - ih­re Vor­stel­lun­gen und dem­ent­spre­chen­den Hand­lun­gen. Das Mensch­li­che Ge­dan­ken­kli­ma ist da nicht son­der­lich un­ter­schied­lich. Bei­des bin­det und macht un­frei wenn die Ge­dan­ken in Hand­lun­gen umge­setzt wer­den. Da nützt die Ein­sicht oder An­sicht - die Ge­dan­ken sind frei - auch nicht viel. Außer sie ma­chen wirk­lich frei­er.

Nach­dem al­les ge­trock­net war und gerei­nigt, auch das Zelt, pack­te ich al­les zu­sam­men, und da ich al­les ziem­lich steil run­ter­tra­gen musste, hielt ich Aus­schau nach ei­ner re­la­tiv uns­tei­len Stel­le, dort leg­te ich dann die Pla­ne auf den Bo­den, pack­te al­les darauf, und ging zum Ka­nu um ne­ben die Stel­le zu fah­ren und die Sa­chen dort ein­zu­la­den. 

  Ei­ni­ge Kana­da­gän­se ka­men vorbei­ge­flo­gen und Honk­ten Trom­pe­tend als ich dann die Sa­chen auf der Pla­ne zum Ka­nu zog ... Aber so­bald sie mich sa­hen, bo­gen sie ab im Schräg­flug.

Um 12.20 Uhr pad­del­te ich wei­ter - Rich­tung Nordo­sten ... Star­ker Ge­gen­wind emp­fing mich als ich aus dem Wind­schat­ten der In­sel war, al­so ging das Ge­schuf­te wei­ter. Aber bald war ich an der Trout Porta­ge, da soll­te, müsste, ich ei­gent­lich Um­tra­gen. Ich sah ei­ne En­ge aber wun­der­schö­ne sehr schnel­le Wasser­straße vor mir, sie hat­te viel Flach­was­ser - ich Treidel­te, war Ner­vös, wusste nicht war­um ... Dann scheuch­te ich ei­ni­ge En­ten auf in den ru­hi­gen Stel­len mit Glas­klarem Was­ser, sie hat­ten große Men­gen Nach­wuchs die ra­send über das Was­ser hin­ter ih­rer Mut­ter her­lie­fen - ich musste mich un­ter Bü­schen durch­zwän­gen am Ufer­be­reich und ei­ni­ge sehr akroba­ti­sche Trei­del­ar­bei­ten ma­chen, um tie­fe­re Ge­fäl­le zu um­trei­deln - das Was­ser leuch­te­te Gold­gelb, die Stei­ne im Was­ser wa­ren ganz sau­ber, und in der Verbin­dung mit nied­ri­ger Was­ser­tie­fe und dem Son­nenlicht sah al­les oft Gold­gelb aus - ei­ne wun­der­schö­ne Bril­li­anz um­gab mich ob­wohl ich da doch ganz schön kniff­li­ge Sa­chen ma­chen musste, aber ich woll­te nicht Schlep­pen. 

  Das Was­ser wur­de im­mer schnel­ler da die En­ge schma­ler wur­de - ich musste Mit­lau­fen - aber das wa­ren kei­ne glat­ten Flä­chen da un­ter mir das wa­ren Stei­ne, run­de, fla­che ec­ki­ge ... Ide­ale stel­len zum Flie­gen­fi­schen, hier fehlt bloß noch der Pa­zi­fi­sche Lachs, die dort ein­ge­setzt wer­den könn­te wie in den großen Seen in USA und Ka­na­da wo heu­te rie­si­ge Men­gen an Steal­head und Pa­zi­fiklach­sen ge­dei­hen, die zu­vor auch nicht da wa­ren. Na­ja da sind die Seen ja auch so groß wie Mee­re. Und die Lach­se nach der Ge­burt in den Flüs­sen schwim­men dann an­statt in den Pa­zi­fik in den Great La­kes. Das wä­re hier auch mög­lich. 

         Ich hielt Aus­schau nach Whi­te­fisch und Fo­rel­len aber kei­ner war zu se­hen ... und dann pas­sier­te was Übles. Sehr sehr Übles.   Ich lief dem Ka­nu hin­terher, die Strö­mung, und trat mit dem rech­ten Fuß zwi­schen zwei Fel­sen, und klemm­te ein, und zwar sehr stark, ver­klemmt, aber ich musste vor­wärts, denn das Ka­nu war in Schwung ... und riss mich vor­wärts - ich dach­te - jetzt bricht es durch, jetzt - dann riss ich den Fuß raus, ich dach­te das Knie war durch­ge­bro­chen - so­fort ein sehr Üb­ler Schmerz im Knie. Mus­keln wa­ren raus­ge­poppt - das fühl­te ich im Knie­be­reich hin­ten - das sah Übel aus.  

      Da­nach konn­te ich den rest­lichen Teil der Schnellen durch­fah­ren - aber das Knie war in üb­ler Ver­fassung. Was war pas­siert. Ge­bro­chen konn­te es nicht sein, da­zu funk­tio­nier­te es zu gut, nor­mal. Aber wei­ter gings, Rich­tung der näch­sten Fäl­le, Rock Trout Por­ta­ge wur­de sie ge­nannt. Nun ging`s wie­der Rich­tung Osten un­ter strah­len­dem Him­mel und pral­ler Son­ne. Als ich zu der er­sten leich­ten Schnel­le kam durch­fuhr ich sie - und sah - am En­de zwei Pad­del an zwei Bäu­men ge­lehnt ste­hen, auf der lin­ken Sei­te des Ufers. Selt­sam. Merk­wür­dig. 

  Ich woll­te sie zu­erst mit­neh­men, ließ sie dann stehen, da ich ja so­wie­so Pad­del hat­te. Sie wa­ren bestimmt für je­mand an­derem ge­dacht sag­te ich mir. Viel­leicht hat­te sie sich je­mand dort hin­ge­stellt um sie ir­gend­wann mal abzuho­len. Außer­dem gehör­ten sie mir nicht. Aber hier oben in­mit­ten von Nir­gend­wo stehen zwei Pad­del gut sicht­bar am Ufer. Was kann das wohl be­deu­ten.   Dann ging`s auf die näch­ste Schnel­le zu. Ich hör­te schon von weitem das Ge­to­be des Wassers und hat­te ge­le­sen das dort ei­ne über 300 Me­ter Por­ta­ge zu ma­chen ist. Al­so das war jetzt völ­lig aus­geschlos­sen mit die­sem Knie. Ich war schon Phy­sisch am En­de. 

  An den Fäl­len an­ge­kom­men schau­te ich sie mir erst ­mal an. Sie hat­ten es so­zu­sa­gen mal wie­der in sich, Po­wer, aber hauptsäch­lich auf der rech­ten Sei­te. Auf der lin­ken Sei­te sah es viel bes­ser aus, al­so ent­schloss ich mich auf die lin­ke Sei­te zu pad­deln und dort entlang Trei­deln. Das ging sehr gut ... bis - bis ich um die Ec­ke kam, die Kur­ve - das hat­te ich natür­lich von der rech­ten Sei­te nicht se­hen kön­nen - aber nun wars zu spät - denn ich war ganz plötz­lich mit dem Ka­nu in enorm schwe­rem Was­ser drin das sehr steil ab­fiel, leider auch am Ufer, mit dic­ken Fel­sen die da stan­den und durch die sich das Was­ser zwäng­te, da­bei fiel das Was­ser et­wa 150 Me­ter ziem­lich schräg run­ter, auch im Ufer­be­reich, ich schau­te, sah, wie das Was­ser im Mit­tel­be­reich glat­ter war und die Fall­ra­te dort nicht soo schräg war und ver­such­te das Ka­nu dort rüber zu Manö­v­rie­ren, ging aber nicht, der Sog, links am Ufer war zu Stark, und ich musste wohl oder Übel, al­so Augen zu, das Ka­nu in das stei­le Ge­fäl­le glei­ten las­sen - da­bei hat­te ich ein sehr schlech­tes Ge­fühl im Ma­gen, das be­sagt ja schon fast al­les - ich hat­te aber auch einfach nicht mehr die Ge­gen­kraft das Ka­nu da raus­zuzie­hen, mein Bein mach­te da nicht mit und die Be­lastung war einfach zu viel, es war schon Spät­- nachmit­tags - also ließ ich das Ka­nu nun an der Lei­ne auf der linken Seite durch den stei­len Fall glei­ten, sah gut aus - wie es da nach unten glitt - doch dann blieb der vor­de­re Teil des Ka­nus stec­ken, war ein­fach zu steil, und das Ka­nu wur­de durch das Was­ser von hin­ten nach rechts ge­gen den dar­un­ter lie­gen­den Fel­sen gedrückt, und nach rechts ge­kipp­t - ich hielt es zwar an dem Sei­len fest, merk­te aber wie da Tei­le raus­fie­len - zu­erst der Mo­tor - dann die Pad­del - die schwammen so­fort auf der Bucht herum, da ja die Ge­schwindig­keit des Was­sers sehr hoch war, ich ver­such­te al­les um das Ka­nu an Land zu zie­hen, aber da­bei riss dann auch die So­lar­an­la­ge von der Bat­te­rie los, ob­wohl das nicht so ein­fach war, die war wirk­lich fest­ge­schraubt - ich zog und zog was ich noch an Kraft und Mög­lich­keit hat­te bis ich das Ka­nu an Land hat­te, es war Mitt­ler­wei­len wei­ter nach un­ten ge­drückt worden und da­durch aus dem weißen to­ben­den Was­ser weg­ge­drückt wor­den, und so ging es leich­ter es nun an Land zu be­kom­men - denn es war nicht ganz umge­kippt, bloß zur Sei­te ge­kippt wor­den, ge­gen den Fel­sen ge­drückt und mit Was­ser über­flu­tet wor­den, aber zu viel war schon ver­lo­ren - die Pad­del weg - der Mo­tor weg - die So­lar­an­la­ge weg - die bei­den Te­le­skop Sha­kespe­ar Ru­ten weg - das Kar­ten­ma­te­ri­al schwamm da draußen in der Bucht - die Ni­kon A 601 AF war durch­nässt .... Ganz schnell lud ich alles aus dem Ka­nu und nahm den großen Koch­topf und pad­del­te mit ihm auf die Bucht hinaus, denn ich konn­te da­hin­ten noch das Kar­ten­ma­te­ri­al se­hen, ... es war ei­ne un­mög­li­che ART des Pad­delns ei­ne un­mög­liche Kunst - mit dem Koch­topf - ich sah das schö­ne Holz­pad­del noch weit draußen auf der Bucht doch dann war es weg - end­lich kam ich zum Kar­ten­ma­teri­al - schnapp­te mir die Was­ser­dich­te Pla­stik­hül­le - so, das wä­re erst­mal ge­schafft - dann Topf­te ich zurück - Tja was nun, schnell zurück zur vor­he­ri­gen Strom­schnel­le - die Pad­del an den Bäu­men  ho­len. ... In dem Mo­ment hat­te ich ei­ne sehr tie­fe Ein­sicht:  „Es ist al­les gut Wolf­gang“ sag­te mir mein höheres wa­ches We­sen, „Al­les ist ganz genau und per­fekt“. 

  Als ich das mit­ge­teilt be­kam, wur­de mir auch klar das es stimm­te - und ich war sehr gut ge­stimmt - nicht nur das - ich er­kann­te das auch in die­ser Si­tuati­on für mich ge­sorgt war ... denn die­se bei­den Paddel wa­ren genau für mich ge­dacht - egal wie lan­ge sie da schon stan­den, ... Al­so ging ich am Ufer ent­lang durch­nässt bis zum Bauch - und siehe da, ich war auf ei­ner In­sel - al­so als ich das sah be­kam ich nun doch fast ei­nen Wu­tan­fall - ich wür­de die­se Por­ta­gen­beschrei­bung ver­bren­nen - denn was sah ich da - da wa­ren zwar die schwe­ren Por­ta­gen be­schrie­ben aber das ich links ent­lang hät­te durch­fah­ren kön­nen war mir nicht auf­ge­fal­len, denn ich kann da vom Ufer aus nicht rüber zu dem Ufer der Pad­del - al­so ging ich zurück zum Ka­nu und such­te mir ei­nen dic­ken Weiden­stamm mit dem ich dann das Ka­nu sto­chernd am Ufer ent­lang manö­vrier­te und zwar links um die In­sel herum, und dann wie­der zurück zur Stel­le wo ich war ... Ich musste die­se Stel­le der In­sel als ich von den davor ­lie­gen­den Fäl­len kam und zum rech­ten Ufer fuhr um zu se­hen wie die Fäl­le aus­se­hen über­se­hen ha­ben, denn was ich nun sah - da schrie ich laut auf - so ein Schwach­sinn - die­se Por­ta­ge war gar nicht nö­tig - ich hät­te zu­vor links ab­bie­gen kön­nen und an den Fäl­len ein­fach vor­bei­fah­ren kön­nen - und, das Was­ser war ganz flach;; näm­lich nur Knie­tief;; das war al­les;; so ein Mist, aber Mist ist ja Nah­rung für vie­les, aber bloß wenn er gut ver­teilt wird, sonst ist er näm­lich Gift, und er ist auch bei genaue­rem hin­schau­en, näm­lich gut ver­teilt Mist, näm­lich gif­tig, das Mi­kro­mil­lieu wird zerstört - dann al­so über­sto­cher­te ich die­se Stel­le mit dem Sto­cherast und kam nun zum Ufer an dem die Pad­del ir­gend­wo sein müs­sen. Ich musste durch den Wald und sah vie­le Bär­spu­ren, sehr vie­le Bär­spu­ren, viel Kot, aber wit­zi­ger­wei­se saßen auch viele Wild­hühner auf ih­ren Ästen im Baum und glotz­ten mich an, oh­ne das sie weg­flo­gen ob­wohl ich sehr na­he an ih­nen vor­bei ging, mehr mar­schier­te als ging, da­bei fand ich ei­ni­ge sehr schö­ne  Pil­ze, pri­ma - gutes Abendes­sen - dann war ich bei den Pad­deln, ohla­la, das wa­ren Mordspad­del, Tot­schlä­ger aus sehr so­li­dem Holz - Ar­nold Schwar­ze­n­eg­ger Aus­ga­ben - für Muskel­pa­ke­te - aber im­mer­hin Pad­del.. 

  Gut gelaunt ging ich nun lang­sam zurück - die Hüh­ner saßen immer noch in ih­ren Ästen - sie blieben ein­fach da sit­zen ihr Ge­dan­ke­kli­ma war-‑wir sind un­sicht­bar weil gut ge­tarnt - und be­we­gungs­los - dann war ich wie­der am Ka­nu - setz­te mich rein und pad­del­te über die­se fla­che Stel­le die ich ei­gent­lich hät­te fah­ren kön­nen oh­ne das hier al­les pas­siert wä­re - um­run­de­te die In­sel an der West­sei­te, und fuhr dann an der Ost­sei­te hoch zu mei­nen Sa­chen ... Tja ich sah ganz schön Übel aus - mei­ne Ho­se war to­tal verschmutzt, drec­kig, an­ge­ris­sen, nass bis zum Bauch, die Jac­ke auch - ganz schön übel - ich zog die Schu­he aus und mach­te al­les per Bar­fuss fer­tig - pack­te al­les ein - und Pad­del­te mun­ter wei­ter . 

  Als ich auf dem Teil der War­der Mount­ney La­ke ge­nannt wur­de war, sang ich erst ­mal ganz ganz laut - ich war auf 358 Me­ter, al­so 15 Me­ter Ge­fäl­le seit der Spech­tin­sel im Trout La­ke. Die Ufer wa­ren mit ei­nem 5 Me­ter brei­ten blühen­den Sumpf­blu­mengür­tel umsäumt. Gold­gel­be krie­chen­de Hah­nen­fuß­blu­men in Mil­lio­nen­auf­la­ge um­la­ger­ten das Ufer, ein wun­derschö­ner An­blick. Da fuhr ich aber vor­bei, ich woll­te wei­ter - die Ni­kon die ganz Nass war und nicht mehr Funk­tio­nier­te hat­te ich auf­ge­klappt und auf das Ka­nu ge­legt, sie soll­te austrock­nen. Ihr Bat­te­rie­ver­brauch war viel zu hoch bloß 13 Filme dann war En­de, und das auch noch oh­ne Blitz­ar­beit. Da­bei wa­ren die Batte­ri­en sehr teu­er - das soll aber re­la­tiv sein, für je­ne die 500 Eu­ro in der Stun­de ver­die­nen, ha­be ich gehört ... und so wei­ter.

An der näch­sten Stel­le wo es ei­ne Por­ta­ge zu machen gab hielt ich an - das war zu ge­fähr­lich - al­so um­trug ich das Ge­fäl­le, kein Na­me war dafür auf der Kar­te ein­ge­zeich­net. Es war bloß ei­ne kur­ze Strec­ke, et­wa 30 Me­ter, aber das Ge­fäl­le war sehr stark. Da wa­ren wie­der Holz­lei­tern auf den Bo­den ge­legt-‑Skid Rows, von den Ur­ein­woh­nern den In­dia­nern, ho­ho­ho - auf denen sie wie­der ih­re schwe­ren Mo­tor­boo­te übers Land zie­hen konn­ten - und das Pas­sier­te auch - denn als ich fer­tig mit der Por­ta­ge war und das letz­ten Teil zurück zum Ka­nu trug, da ka­men 4 In­dia­ner mit ih­rem großen Mo­tor­boot über die Holz­lei­ter, ei­ne seltsa­me At­mo­sphä­re war da­bei, sie wa­ren mir ir­gend­wie Ag­gres­siv ge­neigt - es wa­ren Ju­gend­li­che, aber ich bemerk­te das sie mich nicht moch­ten - da wur­de mir klar das auch sie ganz schö­ne psy­chi­sche Blocka­den mit sich tru­gen, da war ei­ne fast at­tac­kie­ren­de At­mosphä­re mir ge­gen­über, ihr Ge­dan­ken­kli­ma konn­ten sie nicht ver­stec­ken - der Weg vom Tier zum Raubmensch zum Mensch ist der Weg den je­der zu ge­hen hat, oh­ne Aus­nah­me - man­che sind schon zum wahren Ich ge­kom­men, dem er­wach­ten ich, dem Gött­lichen, sind Mei­ster ih­rer selbst, ha­ben das Chri­stus­bewusst­sein und le­ben es auf der Er­de zum Se­gen al­ler, an­de­re sind noch in tie­fe Dumpf­heit gehüllt be­ne­belt von Ag­gres­sio­nen und Wut und an­de­ren Schwie­rigkei­ten die sie mei­stern müs­sen - aber ich war doch erstaunt das hier so di­rekt zu er­le­ben und er­fühlen und zu se­hen ... In ei­ner selt­sa­men Ver­fas­sung pad­del­te ich dann wei­ter. Ich hat­te denen doch gar nichts getan, aber die wa­ren nicht mehr oder wa­ren noch nie in der Ge­gen­wart ge­we­sen, die wa­ren in der Ver­gan­genheit, das war ganz klar. 

  Dann fand ich ei­ne klei­ne In­sel. Es war schon spät. Bau­te mei­ne Sa­chen auf, mach­te den Ofen an - ah­hh Wär­me - und back­te den ei­nen nas­sen Pfan­ne­ku­chen noch ­mal auf, den ich dann mit Dick­ho­nig ver­spei­ste. Das Ka­nu sah Übel aus, ich auch. Das musste Mor­gen al­les re­pa­riert wer­den, ich auch. Mit den Brau­nen starken Kle­be­band das ich noch hat­te, wür­de das hof­fentlich die­se 2-3 Ta­ge bis nach St­an­ly Mis­si­on hal­ten. Ich brauch­te un­be­dingt wie­der Fiberglas, mei­ne Nah­rung geht auch ra­pi­de zu­en­de, ... Ich hat­te mir vor­ge­nommen mei­nen Wa­gen nach St­an­ly Mis­si­on zu ho­len und mit ihm nach Pu­katawa­gan zu fah­ren, da ich zu viel an Di­stanz, we­gen des Wet­ters ver­lo­ren hat­te, obwohl es da gar­nix zu ver­lie­ren gibt, trotz­dem, mal sehen was drauss wird. Wie­der ka­men große Men­gen Müc­ken et­wa 10 Mi­nu­ten nach Son­nen­un­ter­gang zum Zelt. Sie Summ­ten wild zwi­schen den Zelt­wänden um­her, aber ich schlief un­be­hel­ligt vor ih­nen, schön.. Kein Vo­gel sang, kein ko­mi­sches Grun­zen ... Ich war 10 km ge­fah­ren.


Diens­tag, 25. Ju­ni

Um 3.30 Uhr auf­ge­wacht. Zar­te Vo­gel­stim­men fangen an den Tag ein­zu­sin­gen. Sie sind wie­der ganz vorsich­tig, so, als ob sie kei­ne Kraft hät­ten um zu Piep­sen. Es ist aber bloß ein Vo­gel der sanft an­fängt zu Sin­gen. Im Zelt sind 11 Grad, al­so draußen et­was 2-3 Grad we­ni­ger. Mein Knie ... ohhla­la - da tut sich was - und zwar in Rich­tung Ele­fan­ten­knie, Ele­fan­ti­tis­knie - vom Um­fang her - Steif fühlt es sich an, ... Ich Hum­pel aus dem Zelt - da war Licht und Wol­ken­lo­sig­keit - Ein Baum knack­te - dann klatsch­te et­was ins Was­ser - aha - das ist al­so auch ei­ne Bi­berin­sel. Ich hör­te das Schmat­zen des Bi­bers - da­nach Schlei­f­ar­beit am Ufer - er zog die Äste ir­gend­wo hin. Ich knall­te Holz in den Ofen, und war in ei­ner leicht fa­ta­li­sti­schen Stim­mung. Ich bäum­te mich in­ner­lich auf, ge­gen die­se Schuf­te­rei, das Wet­ter, ich fing an mit mir zu Re­den - er­zähl­te mir ei­ni­ge Wit­ze - dann merk­te ich wie ich in den Zustand kam, wo ich mich ent­schei­den musste ent­we­der Ne­ga­tiv zu sein - oder Po­si­tiv und Glück­lich. Ich sah genau den Punkt in mir, ich ent­schloss mich für mei­ne Glück­li­che Sei­te. Lach­te ei­ne Wei­le über mein Miss­geschick, mei­nen Ei­gen­wil­len, mei­ne Phy­si­sche Schwäche im Ver­gleich zu Phy­si­schen Gi­gan­ten - ich merk­te das ich ganz schön ge­schafft war und die­se Rei­se das schwie­rig­ste war, was ich je in mei­nem Le­ben gemacht hat­te. Ar­beit, das Wort deckt das hier er­leb­te nicht mehr Adä­quat ab - die Ver­nunft ist ja so­wie­so bloß Ra­tio­na­les ge­ha­be mit Fe­dern die äußer­lich als blen­dend er­schei­nen - Ver­nunft täuscht mei­stens Wirk­lich­keit vor. Das was ich hier leb­te war kei­ne Vernunft sie wur­de hier bloß als Ge­rip­pe ste­hen ge­las­sen, hier geht es um Wirk­lich­keit, Wahrheit ... Die Vernunft fin­det so­gar Grün­de um Lug und Trug um Macht­gier, Ge­set­ze die daraus ent­ste­hen, oder um Poli­ti­sche Ma­fio­sis, Poe­tisch for­mu­liert, als eh­ren­wer­te Abzock­ban­di­ten nicht er­schei­nen zu las­sen - und so wei­ter und so wei­ter, so wei­ter - Ich zer­schnitt die Pil­ze und leg­te sie in die Brat­pfan­ne, koch­te das mit Reis, und mach­te mir noch ein Su­per­müs­li - da­zu wie­der Tee ... Ich sah den Skep­ti­zis­mus in mei­nem Ge­sicht, der Blick an­dau­ernd in die Fer­nen, die Konzen­tra­ti­on die ver­langt wur­de durch das In­sel­ge­wirr - ich war In­ner­lich am auf­ge­ben, das war kein Ur­laub kei­ner Freu­de - und der My­ste­riö­se Vo­gel sang und sang und sang und sang.

Nun hat­te ich noch Le­bens­mit­tel für 2 Ta­ge. Die zwei Spinnan­geln wa­ren weg. Ich hat­te noch die Fliegen­ru­te mit zwei un­ter­schied­li­chen Schnü­ren. Ei­ne Schwimm­schnur, No. 7, und ei­ne Schwimm­schnur No. 5, ... Ei­ne Fen­wick Ru­te für die schwe­re Schnur - und ei­ne Har­dy Ru­te für die leich­te Schnur, mei­ner Lieb­lings­ru­te. Zwei Er­satz­spu­len vol­ler Schnur für die Spinnan­geln hat­te ich auch noch, plus ei­ne Rol­le mit et­wa 1000 Me­ter 12 Pfund Trag­kraft Schnur, und Unmen­gen an­de­rer An­gel­sa­chen - aber wenn die In­ne­re Wei­te fehlt sind auch mit ei­ner Mil­li­on Din­ge nichts an­zu­fan­gen. Wenn die in­ne­re En­ge da ist, ist kurz­sichti­ges Han­deln im Vor­

der­grund. Ich musste auf­pas­sen. Das Ka­nu war wie­der ris­sig. Die Stel­len bra­chen immer wie­der durch. Da nun auch das Duct-‑Kle­be­band zu­en­de war wur­de das Ka­nu von in­nen und außen mit die­sem Brau­nen Su­per­star­ken dün­nen Kle­be­band beklebt. Das hielt auch bis zum näch­sten Krat­zer und Ab­schür­fen und Bie­gen.

Um 10.10 Uhr leg­te ich vom Ufer ab und Pad­del­te los. Wol­ken­los war es. Nun ging es Rich­tung Sü­do­sten durch ei­nen en­gen Ka­nal von Win­dun­gen und In­selchen mit ei­ni­gen schnel­len Was­sern und Fäl­len. Als ich zum er­sten schnel­len Was­ser kam, sah ich, und fuhr drauf­los, denn ich war in Fa­talstim­mung, mir Egalstim­mung. Mein lieb­stes Man­tra-‑Mir Egal-‑passt soo gut in die Welt - ohla­la - da kam Stim­mung auf - ich schri­i­i­i­ie und schri­i­i­ie, als die Wel­len auf mich zudonner­ten, und das wa­ren große Wel­len, die höch­sten die ich bis jetzt durch­fah­ren hat­te. Sie knall­ten über das Ka­nu hin­weg und schleu­der­ten es herum, aber al­les ging sehr schnell - das wars dann schon. Ah­h­h­h­h­hh, ein Mor­gen­bad war das, mein Ge­sicht war Naß, ich Grinn­ste, wie der Grinch, denn die er­ste La­ge Was­ser war im Ka­nu. Wäh­rend der wei­ter­fahrt Schwemm­te ich das Was­ser aus dem Ka­nu, je­den­falls so­weit möglich. Dann kam das letz­te Ge­fäl­le be­vor es in den Nipew La­ke ging, das ich ra­send durch­fuhr. Es sah al­les so ein­fach aus. Tief­schwarzes Was­ser. 

 Der See sah wirklich wun­der­schön aus. Ich lieb­te die­se sau­be­re Na­tur. Der Duft. Die Ad­ler glotz­ten mich Ma­je­stä­tisch an - und al­les sah so leicht aus. Al­so fuhr ich in die Schnel­le rein. Das Ka­nu liegt ja nun höher auf dem Was­ser weil fast al­le Le­bens­mit­tel weg sind. Mit­ten auf dem Was­ser fing das Ka­nu plötz­lich an ge­dreht zu wer­den. Ich hat­te kei­ne Kon­trol­le, es wur­de ein­fach ge­nom­men und im Kreis ge­dreht, wie im Ka­russell. Da müs­sen große Dreh­be­we­gun­gen im Was­ser sein, Stru­del­be­we­gun­gen, was sonst - da wur­de mir plötz­lich klar - eh­hh - das kann ge­fähr­lich wer­den - doch das Ka­nu wur­de ent­las­sen und ich trieb wei­ter aus dem Was­ser raus - dann war ich schon auf dem Ni­pew See. Das Was­ser war um 3 Meter ge­fal­len seit mei­ner letz­ten In­sel. 

  Ich kam in ei­ne wun­der­schö­ne klei­ne Bucht. Vie­le al­te Baum­stäm­me la­gen am Ufer in dem See. Strömun­gen durch­zo­gen die Bucht ... Ir­gend­wo muss da ein klei­ner Durch­gang sein. Das Ufer leuch­te­te Gelb, überall wa­ren Mil­lio­nen und Mil­lio­nen von Gold­gelben But­ter­blu­men, Schar­bocks­kraut und Sumpf­dot­terblu­men, und Gel­be Teichro­sen blüh­ten auch, plus Gel­ber Hah­nen­fuß blüh­te aber al­les in sehr großen Men­gen - nir­gend­wo war ein Pe­li­kan zu se­hen.

In der Bucht ging ich ans Ufer und nahm ei­ne Ersatz­rol­le, bau­te die klei­ne Flie­gen­ru­te zu­sam­men, mach­te ei­nen klei­nen Blin­ker an die Schnur, und so hielt ich in der lin­ken Hand die Spu­le mit der Schnur und der rech­ten Hand die Flie­gen­ru­te und schleu­der­te den Blin­ker raus ... Gleich am er­sten Wurf hat­te ich ei­nen Fisch dran - ei­nen Sau­ger, ei­ne klei­ne Zan­dersor­te, ich be­hielt ihn. Ich An­gel­te wei­ter auch vom Ka­nu aus, und ob­wohl es dort sehr schön aus­sah fing ich kei­ne wei­te­ren Fi­sche. Mir fiel auf das ich in­ner­lich un­ru­hig war. Ge­hetzt, da war das al­les doch noch nicht rich­tig ver­ar­bei­tet, das Knie, der Ver­lust der Solar­an­la­ge und der bei­den An­geln. Dann kam ein Bär ans Ufer. Ein sehr schö­ner Schwarz­bär - er sah mich - schnup­per­te in mei­ne Rich­tung - Grunz­te - aber das war nicht das Grun­zen von den Näch­ten zu­vor - er ging ei­ni­ge Me­ter am Ufer ent­lang und ver­schwand dann wie­der im Wald. 

   ; Mei­ne Ka­me­ra lag im Was­ser­dich­ten Pla­stik­behäl­ter, die Ni­kon Fe, die Ma­nu­el­le, auf die im­mer ver­lass war, fast im­mer - Die Ni­kon 601 lag mit­ten auf dem Sprühschutz und wur­de von der Son­ne be­schie­nen, soll­te ja austrock­nen - als ich den Blin­ker ein­hol­te fiel mir die Er­satz­rol­le aus der Hand in den See, ich hat­te nun bloß die Schnur in der Hand. Da ich mit­ten auf der Bucht war mit Leicht­strö­mung mach­te ich erst gar nicht den Ver­such sie zurückzuho­len. Ich schnitt die Schnur mit mei­nen Zäh­nen durch und ließ die Spu­le da auf dem See­bo­den. Vie­le Din­ge pas­sie­ren hier die mir sonst nie in meinem Le­ben pas­siert sind. Mir fiel ein das zbs. auch bei der letz­ten Seeüber­que­rung das rech­te Glas aus der Po­la­ri­sa­ti­ons­bril­le ge­fal­len war, ein­fach so - als ich sie nahm und über den See schau­te und in der rech­ten Hand hielt - selt­sam - Ich ha­be nicht vor in der Zeit zurück­zu­ge­hen, ich Himm­le die Ver­gan­gen­heit nicht an, ich bin nicht hier her­ge­kom­men um vor ir­gend etwas weg­zu­kom­men, oder aus­zu­stei­gen, das hat al­les nichts mit mir zu tun. 

  Ich ha­be es ge­macht aus Freu­de, hier draußen zu sein. Die Er­de zu er­le­ben, wie sie in ih­rem sau­be­ren Zu­stand ist. Aus Freu­de, frei zu sein, ei­ne große Rei­se zu ma­chen.

Dann pad­del­te ich mit dem Tot­schlag­pad­del weiter. Die­ses Kraft­pad­del war schon fast ei­ne Bo­dy­building-Kur. Es sah lang­sam nach Ge­wit­ter aus, aber ich musste nun über den Ni­pew See im­mer in Rich­tung Osten.

            Nun hat­te ich ja kei­nen Mo­tor mehr der ei­ne wirk­li­che her­vor­ra­gen­de Er­leich­te­rung ge­we­sen war. Das gan­ze Sy­stem konn­te ich nur Lo­ben. Hof­fent­lich wird da Welt­weit viel mehr mit ge­ar­bei­tet. Son­nenener­gie ist ja Uni­ver­sums­weit ko­sten­los für je­den da - aber Gie­ri­ge Fi­nan­ziel­le Wild­schwei­ne, nein Raubmen­schen, wer­den wei­ter­hin ver­su­chen er­folg­reich die Un­Wahrheit dem Mas­sen­be­wusst­sein vor­zu­jo­deln. Und es wird ge­glaubt ge­glaubt und ge­glaubt bis die Ver­blö­dung größer ist als die Er­de sel­ber. 

  Nach ei­ni­gen Ki­lo­metern Pad­deln und Pad­deln ver­ließen mich mei­ne Kräf­te. Ich konn­te nicht mehr - doch dann pa­ssier­te et­was schö­nes - plötz­lich fing ich an zu Sin­gen, zu­erst sang ich den Pad­del­blues - Sponta­ne Ly­rik der Schwer­ar­beit - da­nach kam auf einmal ein In­dia­ner­lied hoch das ich ganz laut sang - und danach ein Lied im Rhyth­mus der Men­schen auf dem Kon­gofluss mit ih­ren großen La­sten­ka­nus wo 12 Menschen Pad­deln, das Lied sang ich sehr laut, die­sen wie­gen­den  Rhyth­mus und siehe da - das setz­te Kräf­te frei, Kräf­te die von mei­ner Blö­den Ver­nunft be­deckt sind, in­dem Mo­ment konn­te ich das, was sich Weltweit als Ver­nunft ver­mark­tet hat nicht mehr aus­ste­hen, zum Kot­zen nicht mehr aus­ste­hen - Das sind al­le, aber auch al­les bloß Igno­ran­te Dum­me Idio­ten, schau dir die Er­de an, wie sie ver­gif­tet wird, und all das ande­re an Gift was da Vernünf­tig ver­mark­tet wird ... mir wur­de Kotzü­bel als ich in­ner­lich da rein­stieg - ja­ja, und so schaff­te ich es den See zu über­que­ren - ich sang und sang und sang.................................................................................... 

Otterlake Provincial Park mit  Übernachtung No. 14

Ich pad­del­te Süd­lich an Boy­le 1 herum, ei­ne In­sel, dann auf die Sel­by Halbin­sel zu, um­run­de­te sie, kam zu ei­nem Ge­fäl­le das mit ei­ner In­sel auf­ge­teilt war, doch hat­te kein In­ter­es­se das Ge­fäl­le zu durch­fah­ren weil die Land­schaft hier so schön war, denn vie­le Bäu­me la­gen hier im Was­ser das fast Schwarz leuchte­te - statt­des­sen fuhr ich Nörd­lich an den näch­sten zwei In­seln vor­bei die al­le sehr eng zu­sam­men­la­gen, und fuhr zwi­schen der In­sel W run­ter, der drit­ten und zwei­ten In­sel, ein en­ger Ka­nal, wun­der­schö­ne Fahrt, ein­zi­g­ar­tig schön, Ru­hi­ge Strö­mung trieb mich vorwärts, ein Pa­ra­dies zum An­geln, doch da­von hat­te ich zur Zeit ge­nug, ich hat­te kei­ne Lust auf hal­bes Ge­tue, und Flie­gen­fi­schen woll­te ich auch nicht, ... Ich hät­te auch mit ei­nem schnell­sin­ken­den Vor­fach an der Fliegen­schnur und ei­ner Nass­flie­ge oder ei­nem Mi­ni­blinker fi­schen kön­nen, woll­te es aber nicht. 

Leicht wur­de ich durch die In­se­len­ge ge­führt, scheiß da was auf die Strom­schnel­len ... Mir fiel noch mal ein das in bei­den Ka­nufüh­rern von Fer­di Wen­ger und Diek­mann -Thie­le in vie­len Fäl­len bloß von den Ka­na­di­schen Wild­nis­füh­rern ab­ge­schrie­ben war und zwar Wort für Wort, mit all den Feh­lern die die Ka­nadier ge­macht hat­ten, denn ich hat­te auch die Por­tagen­be­schrei­bun­gen von Sas­kat­che­wan und Ma­ni­to­ba Parks und Re­creati­on Kul­tur­füh­rer die­sen dün­nen Gelben Büch­l­eins da­bei. Al­le brach­ten da­mit die glei­che Lei­er rüber be­schäf­tigt mit den Schwie­rig­kei­ten an­statt mit den Ver­ein­fa­chun­gen und nach neu­en Mög­lichkei­ten su­chen.

Ich ließ mich da trei­ben, schau­te mir die Um­gebung an ... der Wald war hier natür­lich, noch kein Kul­tur­wald, ob­wohl es in Zu­kunft bloß noch Kul­turwald ge­ben wird - ab­ge­se­hen von den Plät­zen die als Na­tur­parks er­hal­ten wer­den sol­len ... Aber hier war noch nicht die Li­near­seu­che aus­ge­bro­chen, Öko­nomi­scher Dünn­schiss, Bürowäl­der. Gen­au­so Ste­ril. 

Die En­ge durch die In­sel­welt hat­te schö­ne Düf­te. Ich sah an ei­ni­gen Stel­len fri­sche Kratz­spu­ren von Bä­ren an den Baum­stäm­men. 5 Mi­nu­ten später sah ich wie­der ei­nen Schwarz­bä­ren, gar nicht weit entfernt von mir, ein klei­ner, auch er schnup­per­te in der Luft herum, sah mich, und lief so­fort in den Wald zurück. Im­mer­hin ein schö­nes Ge­fühl hier mit Bä­ren zu sein, das mach­te Wach­sa­mer, er­weckt die Sin­ne, lässt die Oh­ren manchmal Nachts 50 Me­ter lang wer­den, doch Mitt­ler­wei­len hat­ten sich mei­ne Oh­ren schon wie­der ver­kleinert, aber an der Anfangs­rei­se da wa­ren sie Nachts min­de­stens 50-70 Me­ter groß ge­we­sen. Ich hör­te die Mäu­se quiet­schen, weit ent­fernt, das hat­te mich al­les hellhö­rig ge­macht - für die Eso­te­ri­ker ist das dann ja ei­ne Höhe­rent­wick­lung, und so wei­ter, da­bei ist das al­les ganz nor­mal, auch Höhe­rent­wick­lung, das ist der Weg der Evo­lu­ti­on, Bin­go, es gehört zu je­dem Le­be­we­sen . 

  Ich zuc­kel­te ru­hig am Ufer ent­lang. Mach­te so wenig wie nur mög­lich. Das Knie wur­de Stei­fer, es ist ja sonst ganz schön wenn man­che Kör­per­tei­le schön Steif wer­den, aber wenn sie Knie­for­mat ha­ben, ist es dann doch nicht mehr so fein. Dann war ich auf dem Hayman­see. Auf der Kar­te sah ich, dass mir da ei­ni­ge vie­le Schnel­len und Fäl­le be­vor­stan­den. Ich war nun auf dem Hayman­see wie­der 2 Me­ter tie­fer ge­kommen. Die­ser See hat­te 363 Me­ter über dem Meer sein Was­ser­sein. 

Dann hör­te ich schon das Rau­schen der Fäl­le, aber di­rekt auf der Spit­ze der Do­nald­son In­sel fand ich dann ei­ne win­zi­ge In­sel, die ich an­steu­er­te. Die In­sel war mit Fäl­len durch­zo­gen. 

Et­was wei­ter ent­fernt wa­ren die großen De­vils Falls, al­so die Teu­fels Fäl­le, da woll­te ich durch. Als ich auf der In­sel lan­de­te, das Ka­nu ge­leert hat­te, das Zelt auf­ge­baut hat­te, den Ofen, das Ka­nu an Land gezo­gen hat­te, schau­te ich mir die In­sel an. Ich nann­te sie die 2 Mi­nu­ten In­sel, denn so­lan­ge brauch­te ich um sie zu um­run­den. Pri­ma, Mir ge­fällt so ei­ne klei­ne In­sel sehr gut. 

  Es rauscht hier überall, die Fäl­le schla­fen nicht. Ich hat­te mir beim Auf­bau­en sehr viel Zeit ge­las­sen, Uhr­zeit, Ich ge­noss das lang­sa­me Ar­bei­ten, mach­te al­les ganz mi­nu­tiös, sorg­fäl­tig, denn ich war in sehr guter Stim­mung, trotz schwer lä­dier­tem Knie, trotz Ver­lust der Sa­chen. Ich bin nicht der Kör­per und schon gar nicht die Ob­jek­te die ich ver­lo­ren hat­te. Ich ha­be ei­nen Kör­per das ist al­les, der wird, wenn er aus­ge­lei­ert ist, ab­ge­legt. Dann baue ich mir ei­nen Bes­se­ren, neu­en ... Ru­hig und freu­dig koch­te ich einen Nu­del-‑Gemü­se-‑Cur­ry, den Sau­ger-‑Zan­der leg­te ich in Es­sig und Ein­leg­ge­wür­zen und Dün­ste­te ihn ganz vor­sich­tig. Später aß ich ganz ru­hig in die­ser sehr schö­nen Um­ge­bung. 

  Die Eistau­cher schrie­en wie­der. Frö­sche quaaaaakten, aber mein Knie war Übel und wur­de Üb­ler. 

  Ich er­freu­te mich an der Um­ge­bung, lang­sam stieg der Voll­mond hin­ter den Na­del­baum­spit­zen hoch, er glänz­te schon Gold­gelb, satt in sei­ner Farbe, schon bald lag ein hel­ler Strahl über dem Was­ser das hier schon Ge­schwin­dig­keit hat­te - und Bäng - da wa­ren sie dann da - und zwar in Mil­lio­nen­stär­ke. Schnell ra­ste ich ins Zelt - die Müc­ken wa­ren da. Ich zog mich aus, da wa­ren kei­ne Müc­ken im Zelt, aber zwi­schen dem In­nen und Außen­zelt wa­ren Tau­sen­de - sie Summ­ten und Summ­ten und Summten, ver­such­ten ihr Bestes mich Blut­leer zu sau­gen - mit dem Ge­sum­me schlief ich ein.

Mitt­woch, 26. Ju­ni

Ich hat­te 15 Ta­ge ge­plant für die Strec­ke bis St­an­ly Mis­si­on, nun wa­ren schon 10 Ta­ge mehr er­lebt, 25 Ta­ge. Um 5 Uhr stand ich auf. Ein glat­ter wind­loser, bril­li­an­ter Mor­gen. 15 Grad wa­ren im Zelt. Das rech­te Knie ist in Bad Sha­pe, so wie die Ka­na­dier es sa­gen wür­den, in schlech­ter Ver­fas­sung. Die Muskeln in der Knie­keh­le und Knie sind raus­ge­poppt, an­dau­ernd auf run­den Stei­nen, der Druck, dann im Ka­nu die­se be­we­gungs­lo­se En­ge, fast wie im Gefäng­nis, so kam es mir vor, und das war ja nicht das er­ste Mal, dass es mir so er­schi­en, und zwar im­mer wenn`s sehr schwie­rig wur­de, und ich war kei­nesfalls aus­ge­ruht, aber das Licht weck­te mich auf, außer­dem stehe ich ger­ne früh auf - aber nur noch 2-3-5 Ta­ge bis St­an­ly Mis­si­on sag­te ich mir als ich am  Ufer mein Ge­sicht wusch. Ich schaf­fe es, da wer­de ich erst ­mal ei­ni­ge Ta­ge Ur­laub ma­chen. Das ist mehr als nö­tig. Was ich hier ma­che das ist fein­ste Ar­beit, Work at its fi­nest, das ist nun Lei­stung, Schuf­ten, Aufpas­sen. 

  Abends wol­len mei­ne Au­gen nicht mehr mit­machen, sie wei­gern sich ein­fach in die Fer­ne zu schauen. Als ich ge­stern Abend zum nörd­li­chen Ufer­ho­rizont se­hen woll­te konn­te ich kei­ne scharfe kla­re Sicht mehr ha­ben. Da sah ich al­les nur noch ver­schwommen. Ich konn­te nur in ei­ner kur­zen Di­stanz al­les klar und deut­lich se­hen. Al­les an­de­re war ver­schwom­men. Ich fühl­te die Wei­ge­rung des Se­hens in die Fer­ne, Tiefe, es war ein­fach zu An­stren­gend - der Weg ging weg von mir sel­ber nach außen, ob­wohl es kein In­nen und Außen gibt, das We­sen wei­ger­te sich in die Fer­ne zu se­hen, die­se un­un­ter­bro­che­ne Kon­zen­tra­ti­on auf das Ziel da draußen in der Fer­ne, ir­gend­wo da­hin­ten, per Kom­pass oder Kar­te an­ge­peilt. Al­so sah ich nur das klar was in un­mit­tel­ba­rer Nähe war.

Der See war vol­ler Kreb­se. Hun­der­te wa­ren in Ufernähe. Auch in an­de­ren Seen wa­ren vie­le Krebse, aber in die­sem wa­ren sehr sehr vie­le. Ich leg­te etwas Es­sen in den See und schon ka­men sie zum Essen, auch Fischre­ste vom Fi­le­tier­ten, so­fort ka­men sie, sind Freun­de. Ih­re Krebs­ge­schwin­dig­keit war amü­sant, dann wa­ren sie am Un­ter­was­ser­tisch, und schna­bulier­ten mit vor­neh­men Ga­bel­sche­ren herum. Wenn ich so­was sehe kommt Freu­de auf denn ich weiß dann das Was­ser hier das ist pri­ma, ja. Ich schau­te mir mei­ne Nah­rungs­re­ser­ven an, da war noch Müs­li für 5-7 Ta­ge, Nu­deln und Reis für ei­nen Tag, Ge­wür­ze, 1 To­ma­ten­mark­do­se, ok, die Pla­nung war nicht schlecht von mir die dop­pel­te Men­ge mit­zu­neh­men, ich dach­te ich wür­de 1 Monat da­mit aus­kom­men.

          Mit mei­nem Knie, das ist wirk­lich schlecht. Ich schlep­pe mich ei­gent­lich nur noch herum. Dann mach­te ich Früh­stück, schau­te mir die To­po­gra­fi­sche Map­pe an, und ahh, pri­ma, ich sah als ich die bei­den Kar­ten­tei­le zusam­men­leg­te das ich mög­li­cher­wei­se heu­te Abend in Stan­ly Mis­si­on sein könn­te - man das wä­re Klas­se. Ich brauch­te un­be­dingt Er­ho­lung. Al­les wur­de wie­der zusam­men­ge­packt, schlep­pend, lang­sam. Dann et­was später pad­del­te ich auf die lan­gen De­vils Ra­pids zu al­so die Teu­fels­schnel­len - das wa­ren so­gar die großen Devils Ra­pids. Ich fuhr sie links an, doch dann sah ich, dass sie rechts ein­fa­cher wa­ren, al­so schnell auf die an­de­re Sei­te rüber­ge­pad­delt - dann wur­de ge­trei­delt, denn ich war mir ein­fach nicht si­cher was da auf mich zu­kom­men wür­de da sie sehr lang wa­ren und unüber­sichtlich. 

Ich hat­te von nun an die Por­ta­gen­be­schrei­bun­gen als Toi­letten­pa­pier be­nutzt, die­ser Mist von Egoi­dioten auf­ge­baut, die al­les nach­plap­pern. Das Kol­lek­tiv. Es geht viel bes­ser wenn ich mir die Sa­che sel­ber an­schaue. 

  Ich brauch­te nur ei­ne et­wa 10 Me­ter Por­ta­ge zu ma­chen, das war ein­fach un­ter die­sen Be­din­gun­gen mit dem Knie. Da­nach wur­de wei­ter ge­trei­delt. Denn mein Knie wur­de schlech­ter. Ich konn­te kaum noch auf­treten. Es wur­de dic­ker. 

  Die Teu­felsra­pids wa­ren halb so schlimm. Es ist ja die­se dum­me Ten­denz von vie­len Men­schen sich Pro­ble­me zu su­chen, weil sie sich sonst wert­los vorkom­men, und aus fast gar nichts Pro­ble­me ma­chen. Da wer­den dann im Gur­ken­kopf aus Schön­hei­ten Schwie­rig­kei­ten ge­macht. Po­li­tik halt. Das über­trägt sich dann auf die Af­fen­ge­mein­schaft die sich Hu­man nennt. Und die mei­sten Gaf­fen dann al­les nach ... dann war ich durch die­se De­vils Ra­pids - aber das Knie - was wird da­mit.

Ei­nen Ki­lo­me­ter wei­ter die klei­nen Teu­fels­ra­pids. Ich durch­fuhr die er­sten - ho­ho­ho - hui, ich schrei laut als ich sie durchsau­ste - ge­fiel mir gut - der Dun­kel­blaue Him­mel über mir, ei­ni­ge En­ten flo­gen er­schroc­ken auf, aber die zwei­ten Ra­pids Trei­del­te ich - sie wa­ren mir 

zu unüber­sicht­lich, und das Knie wur­de üb­ler, schmerz­te fast Höl­lisch, was ja dann noch ok ist wenn die Höl­le bloß so schmerzt, aber ich frag­te mich was da  im Knie war.

Am En­de der Ra­pids über­qu­er­te ein Mink, dach­te ich, das fla­che Was­ser, er hat­te ei­nen Fisch im Maul, es war kei­ne Ot­ter - oder ei­ne Mi­niot­ter, Zwer­got­ter womög­lich.. Oder schon ge­ne­ti­sche Mu­ta­ti­on, entsprun­gen aus dem La­bor von Dok­tor Fu­sel­du­sel der Al­les­wis­ser im Nichts­wis­sen. 

  Das Wet­ter half heu­te, es war an­ge­nehm Warm mit ei­nem star­ken Ge­gen­wind, aber um die 25-27 Grad. End­lich mal, nach lan­ger Zeit wie­der Hit­zo­lo­gie, kei­ne Wol­ke am Him­mel, aber die Fahrt nimmt trotz­dem ei­ne Art von Lei­dens­schuf­terei­-Syn­drom an.

Ich war nun auf dem klei­nen De­vil­see-‑Teu­fel­see. Seit mei­nem ver­las­sen der 2 Mi­nu­ten In­sel war der See­spie­gel um 12 Me­ter ge­fal­len auf die­ser kur­zen Strec­ke, das war was, schnel­le Ge­wäs­ser überall - dann ging`s in die schma­le Bucht Rich­tung Sü­den hinein in die Ot­ter Ra­pids, weit da­hin­ten über­spann­te ei­ne große Brüc­ke den Chur­chill Ri­ver, es ist die No 102 ei­ne Schot­ter­straße, Holz­fäl­ler­straße. 

  Als ich zu den Ot­ter Ra­pids kam, auf der lin­ken Sei­te, ging ich erst­ mal ans Ufer, und schau­te. 

  Eini­ge In­dia­ner mit Mo­tor­boo­ten ra­sten die großen Wel­len hoch. Schi­en ih­nen Freu­de zu machen, denn sie bo­gen wie­der zurück um das mehrmals zu wie­der­ho­len. Dann ka­men mir 4 In­dia­nerju­gend­li­che ent­ge­gen, sie hat­ten ei­nen großen Last­wa­gen­rei­fen­schlauch mit sich. Ei­ner trug ei­nen Blau­en Ka­jak­helm. Al­le vier hat­ten Ora­ge­ne Schwimm­we­sten an, wa­ren in Shorts, oder Jeans, und sie sa­hen noch un­be­la­stet aus. Sie wa­ren in der Ge­gen­wart will ich da­mit sa­gen. Die Ver­gangen­heit ih­rer El­tern hat­te sich noch nicht bei ih­nen ab­ge­tra­gen. Sie mach­ten ne­ben dem Ka­nu für kur­ze zeit Rast. Völ­lig durch­nässt wie sie wa­ren rede­ten wir ei­ne Wei­le ... Sie hat­ten Spaß die­se großen Wel­len auf dem großen Schlauch zu durch­rasen. Ich wür­de das auch ger­ne tun mit dem Ka­nu, war mir aber nicht si­cher ob das Ka­nu da mit­spiel­te denn das war ei­ne lan­ge Fahrt und das Ka­nu war in­zwischen schon wie­der sooo weich das ich je­de 10 Minu­ten 8- 10 Schwäm­me voll Was­ser raus­hol­te. 

  Die Cree In­di­an­er ju­gend­lichen gin­gen dann wieder ins Was­ser, lang­sam ließen sie sich zur Mit­te treiben um dann in die star­ke Strö­mung zu kom­men. Jucheeee, dann hat­ten die Wel­len sie und sie wur­den hoch und her ge­schleu­dert. 

  Ich hat­te vor die­se Ra­pids zu fah­ren, obwohl die Wel­len sehr hoch wa­ren, das höch­ste was ich bis jetzt ge­se­hen hat­te aber es wa­ren kei­ne Fel­sen zu se­hen und die ho­hen großen Wel­len zo­gen sich in die Länge, sie fie­len nicht kurz ab und wur­den zu rie­si­gen Rol­lern. 

  Als ich so am Ufer stand, das Ka­nu vor mir und hinter ihm die Son­ne da blick­te ich auf die Sei­ten­fläche und sag­te mir, nein, denn ich konn­te fast durch das Ka­nu durch­schau­en - das Ding war ein­fach zu dünn. Al­so Trei­del­te ich.   Dann sah ich, dass ich da doch noch ei­ne Mög­lich­keit ha­ben wür­de ei­nen großen Teil zu­min­dest zu be­fah­ren denn das sah ein­fach zu gut aus, die­se großen brei­ten Wel­len. 

Aber dann fiel der Fluss erst ­mal und ich musste ei­ne 6 Me­ter Por­ta­ge ma­chen, und da­nach setz­te ich mich ins Ka­nu. Ich hat­te bei der Por­ta­ge ge­se­hen das sich nun so­gar im Ka­nu ei­ni­ge der Fiberglas­ver­kle­bun­gen wie­der gelöst hat­ten, das Ka­nu war ver­dammt weich, trotz­dem - ich stieß mich vom Ufer ab und war nach Se­kun­den im großen Was­ser­ju­cheeeeee Pri­ma

Die Wel­len klatsch­ten mir ent­ge­gen, ich schrie wie­der vor Freu­de, end­lich mal größeres Was­ser, zwar klatsch­te das Ka­nu auf Wel­len nach­dem es ange­ho­ben wur­de, aber ka­putt war das Ding ja sowie­so schon, es war ein­fach Freu­de da durch­zu­sausen, ei­ne ein­fach schö­ne schnel­le Fahrt, je­doch ge­gen En­de sah ich ei­ni­ge nicht sehr klei­ne fet­te Stru­del, dort auf der lin­ken Sei­te da musste das Wasser sehr tief sein, aber ich hielt mich mehr rechts und die Schnel­lig­keit tat ih­ren Rest da­zu. Schon bald war ich über die Ra­pids hin­weg und ließ mich trei­ben bis auf den Ot­ter­see der zum Ot­ter Pro­vin­ci­al Park gehört. 

  Der See war vol­ler In­seln. Ich such­te ei­nen Schlaf­platz, mir war klar das ich es nicht mehr schaffen wür­de nach St­an­ly Mis­si­on zu kom­men. Ich war et­wa 4 km un­ter­wegs ge­we­sen. Ich fuhr ge­ra­de über die Grand­mo­ther Nar­rows rüber als ein Mo­tor­boot auf mich zu­ra­ste, kurz vor mir stopp­te und ein besoffe­ner In­dia­ner mich frag­te ob ich ei­ne Fla­sche Whis­ky für ihn hät­te, mein Gott was für ein Emp­fang, Zi­vi­li­sa­ti­on nennt sich das, Na­tio­nal­parks ... nein - sag­te ich - und Pad­del­te wei­ter, ihm mei­ne Ab­neigung zei­gend - er ra­ste so­fort weg. Kein Tier mehr aber auch noch kein Mensch hat­te mal Mar­ti­nus geschrie­ben. Dann pad­del­te ich durch die Wind­stil­le wun­der­schö­ne Um­ge­bung wei­ter. Auf ei­ner Landna­se et­wa 1 km hin­ter Grand­mo­ther Nar­rows leg­te ich ans Ufer an, es war schon spät. Ich fand ei­nen schö­nen Cam­ping­platz un­ter ho­hen Na­del­bäu­men mit ei­ner wun­der­schö­nen Sicht über den See zum west­li­chen Ho­ri­zont. Spie­gelglatt lag der See da. Dün­ne Was­ser­pflan­zen rag­ten aus dem glat­ten Wasser und spie­gel­ten sich in der Ober­fläche. Ich hat­te kei­nen Fisch ge­fan­gen, al­so aß ich die Re­ste die ich noch hat­te. Ich mach­te kein Feu­er mehr son­dern aß nur noch Troc­ken­müs­li mit Milch­pul­ver und Säf­ten und Troc­ken­obst. 

  Ein Eich­hörn­chen war hin­ter mir über mir im Fichten­geäst und hat­te mich die gan­ze Zeit  be­ob­ach­tet ... Nun da die Son­ne un­ter­ging leuch­te­te der Wald in einem Rot­gol­denen Licht und das Eich­hörn­chen glüh­te förm­lich.. Ganz fi­xiert auf mich ließ es mich nicht aus sei­nen Au­gen. Fi­sche spran­gen aus dem Was­ser als ich da saß und aß. Hier wa­ren kei­ne Grunz­tö­ne zu hören, auch kei­ne Grack­les, oder der My­ste­riö­se, auch kei­ne Pe­li­ka­ne wa­ren hier, we­der ­noch Weiß­kopf­seead­ler. Ich brauch­te un­be­dingt ei­nen neu­en Tel­ler sag­te ich mir als ich ge­ges­sen hat­te. Die­se Chi­na Wa­re die ich bei Ea­tons gek­auft hat­te hielt ein­fach kei­ne Wär­me aus. In Chi­na wird ja so­wie­so al­les roh ge­ges­sen egal ob Schlan­gen oder Men­schen. Hun­de oder Kat­zen oder auch Stei­ne. Ich freu­te mich, Mor­gen, ja Mor­gen wür­de ich es schaf­fen nach St­an­ly Mis­si­on zu kommen.

Das Ka­nu musste sehr sehr re­pa­riert wer­den, mei­ne Stie­fel auch, aber am drin­gend­sten ich - nein, mein Kör­per. Ich sel­ber bin nicht zu re­pa­rie­ren da ich der Re­pa­rie­rer bin.. Ich wer­de mir das Au­to wie­der ho­len und über­le­gen ob ich die­se Tour über­haupt wei­ter­machen kann und will. Die­se Abend­stim­mung war auch vol­ler Minz­duft, überall wuchs sie hier auf die­ser schma­len Halbin­sel. Ir­gend­wo wur­den ei­ni­ge Schüs­se ab­ge­feu­ert. Ja Ja Men­schen oder die Men­schwer­dung eher, das  ist oft ein ganz schön Übles Ge­bräu. Aber so ist es nun­ mal, sie nen­nen das Na­tio­nal­parks die das Er­be der Na­tur auf­be­wah­ren sol­len und die­se Na­tur wird aber gar nicht ge­se­hen, denn vie­le kom­men bloß in die Parks um sich aus­zu­kot­zen, rum­zu­to­ben und mit ih­ren rie­sen Mo­tor­boo­ten zu ver­blö­den - wo bleibt da die Na­tur, das ist al­les zu völ­li­gem Blöd­sinn ge­wor­den - da wa­ren die Nicht­na­tur­schutz­parks Natur­schutz­parks vol­ler Vö­gel - und was war hier - besof­fe­ne, lau­te Mo­tor­boo­te, Schüs­se.

Als ich da saß das Licht der Son­ne be­ob­ach­te­te wie es nun noch Gol­de­ner wur­de und über ihm das kla­re küh­le Blau lag, da schau­te ich mir mei­ne Hän­de an, sie wa­ren ganz aus­ge­trock­net, tief ein­ge­ris­sen, ja mein gan­zer Kör­per war sehr in Mit­lei­den­schaft, ge­schunden, ums ein­fa­cher zu sa­gen, die Fin­ger wa­ren teilwei­se zer­ris­sen, Schürf­wun­den, mei­ne Fuß­soh­len taten weh, mein Hin­tern schmerz­te, daran woll­te ich gar nicht mehr den­ken, auch mit Un­ter­la­gen tat mir der weh ... aber - die Ni­kon F 601 sie funk­tio­nier­te wieder, ich hat­te sie aus­ge­trock­net in der Hit­ze des Ta­ges und sie macht wie­der gute Ar­beit, als ich den er­sten Film ein­leg­te dach­te ich - ok, jetzt kann wirk­lich mal wie­der ein klei­nes Wun­der ge­sche­hen - und es geschah, sie ar­bei­te­te.

Don­ners­tag, 27. Ju­ni

13 Grad im Zelt. Bin um 7.30 Uhr auf­ge­stan­den. Blö­de Mo­tor­boot fah­re­rei. Die Leu­te fuh­ren Nachts wild auf dem See herum, sie wa­ren be­trun­ken, der Voll­mond be­leuch­te­te den See, das war um 1.30 Uhr. Aß kal­tes Müs­li zum Früh­stück, dann ver­arz­te ich mich so gut es ging. Ich hat­te star­ke Schmerz­tablet­ten da­bei, Co­dein. Nahm aber kei­ne. Ver­kleb­te mei­ne Fin­ger, die Ris­se, mit Han­sa­plast. Das Knie wur­de schlim­mer. Dann traf ich ei­ne Ent­schei­dung und sag­te mir, ok, nun das Wis­sen nut­zen und an­wen­den - da ich wusste das ich nicht der Kör­per bin, son­dern ei­nen Kör­per ha­be, zog ich mei­ne Le­bens­ener­gie aus dem Kör­per nach Oben, bis über dem Knie, und so­fort waren kei­ne Schmer­zen mehr vor­han­den. Ich wür­de wie­der in den Teil des Kör­pers ge­hen wenn ich be­reit war das Knie aus­zu­ku­rie­ren. Das wars dann. Jetzt ging`s wie­der viel leich­ter. 

  Nun musste ich durch ein Wirr­warr von In­sel­landschaf­ten im­mer Rich­tung Sü­do­sten. Das Wet­ter war pri­ma. Wie­der 25-27 Grad, Wol­ken­los. Ich wusste nicht das ich heu­te vie­le lan­ge Por­ta­gen ma­chen würde. Das ich ei­ne Schlamm­schlacht le­ben müsste und das ich wie­der to­tal am En­de mei­ner Kräf­te an­kommen wür­de. Das ich die Schnau­ze voll­ ha­ben wür­de, um es mal Poe­tisch zu For­mu­lie­ren. Mensch­lich, nicht Hei­lig. Die Pad­de­lei ging vor­bei an Paul und Sankt Ben­net In­sel, durch den Mc Do­nald Ka­nal, zu den Robert­son Fäl­len - und dann war`s in­zwi­schen auch wieder Dun­kel­grau ge­wor­den und mäch­ti­ge Ge­wit­ter legten da los. Ich stand an den Fäl­len und musste sie um­tra­gen. Al­les war sehr glit­schig, et­wa 400 Me­ter hoch, dann steil run­ter, aber die Fäl­le sa­hen wun­derschön aus, be­stimmt gut zum Fi­schen. Ich mach­te kei­ne Fotos mehr. Es goss aus al­len Roh­ren. Das war mal wie­der mei­ne Lieb­lings­be­schäf­ti­gung im Re­gen schuf­ten. Ich ging so­gar ei­ne Zeit­lang Bar­fuss denn die Schu­he wa­ren durch­nässt vom Re­gen und dem Wasser im Ka­nu, das schwer am Lec­ken war. 

  Wäh­rend ich diesen Berg­hang hoch­ schlepp­te durch den Wald und über mir die Blit­ze grell­ten und Don­ner tob­te, war ein Ground­hog, ein Erd­hund, am Wald­pfad der Por­ta­ge und schau­te mir zu wie ich da flu­chend schimp­fend schuf­tent durch das nas­se Grün schlepp­te. Er Lächel­te zu­frie­den. 

  Dann das Ka­nu, Mensch, sah das Lä­diert aus. Ich be­kleb­te es erst ­mal wie­der als ich auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te an­kam. Et­was später, ich pad­del­te Barfuss, kam auch die Son­ne wie­der her­vor. Dann die näch­sten Fäl­le Twinn­falls, auch da musste ge­schleppt wer­den, als ich dort an­kam, leg­ten auch ei­ni­ge an­de­re Ka­nus an, kräf­ti­ge Män­ner, sie sa­hen in was für ei­ner Ver­fas­sung ich war, das war nicht die Ver­fas­sung die sich De­mo­kra­ten ger­ne ge­ben auch wenn sie noch Raub­men­schen geblie­ben sind - und aus der daraus fol­gen­den Lo­gik müsste ein je­dem klar sein was die Mensch­li­che Ge­sell­schaft vorerst noch zu er­war­ten hat in Be­zug zu wirk­li­chem Recht und wirk­li­cher Demo­kra­tie und wirk­li­cher Ver­fas­sung. Ei­ner der großen Fleischmän­ner trug mein Ka­nu. Ich war die­sem kräf­tigen Ka­na­dier sehr Dank­bar.

Das sag­te ich ihm auch. Es war ei­ner die­ser gutaus­se­hen­den ka­na­di­schen Män­ner, halt ein En­gel­kana­dier. Wir mussten durch Ur­wald mit dic­ken um­gefal­le­nen Baum­stäm­men die über­stie­gen wer­den mussten, ei­ne Mords Schuf­te­rei. Ei­ner hat­te ei­nen wun­der­schö­nen Fuch­sähn­li­chen Hund der brav am an­de­ren En­de der Por­ta­ge blieb und ei­nen be­grüßte wenn man wie­der an­kam. 

  Ich war Phy­sisch mehr als aus­ge­brannt. Ich schaff­te al­les nur noch mit Wil­lens­kraft. Mein Kör­per war nur noch ein Ar­beits­or­ga­nis­mus. Oft rut­sche man auf den Bäu­men aus, und der Bo­den war auch glatt. Die Ka­nadier wa­ren schon weg als ich mei­ne rest­li­chen Sa­chen auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te hat­te. 

  Der See war sehr flach und vol­ler Ufer­pflan­zen ein schö­ner An­blick in das kla­re Was­ser hin­ein. Die­ser Park ist wirk­lich ei­ne Au­gen­wei­de, was be­son­deres. Ein wun­der­schö­nes Stück Er­de. 

  Dann ging`s zer­schun­den, Lä­diert weiter. Ich sang wie­der den Blah Blah Blues. Es sind vie­le Men­schen hier in dem Na­tio­nal­park ... Bloß ei­nes war ganz klar ein NEIN, in die­ser Schön­heit dür­fen kei­ne Mo­tor­boo­te rein, hier dürf­te al­les nur mit Ka­nu ge­macht wer­den. Die Vögel, weg, die Pe­li­ka­ne, weg, die wür­de ich erst wieder am En­de des Sees tref­fen am En­de des Parks wo kei­ne Men­schen wa­ren. Mo­tor­boo­te pas­sen ein­fach nicht in das Lo­nely Land. Kei­ne Loons rie­fen hier, kei­ne En­ten kei­nen Ad­ler, al­les war Weg­mo­to­riert. Ein­mal war ich in ei­ner wun­der­schö­nen Bucht, da kam ein Mann mit sei­ner Frau in ei­nem rie­sen Motor­boot an­ge­saust, 150-PS-Mo­tor, sie hiel­ten an, Angel­ten 5 Mi­nu­ten und sag­ten ahh Shit, hier ist nix, und sau­sten dann wei­ter. Ty­pi­sche Re­tor­ten Menschen durch die Wer­bung hoch­ge­zo­gen so wie Marl­bo­ro Coun­try die Men­schen mehr und mehr ver­blö­det, und die freu­en sich dar­über wei­te­re verblö­det zu ha­ben.   Es gab auch Stel­len, wo ich sehr gut Kom­bi­nie­ren musste, da stimm­te die Kar­te nicht mehr, Le­ben ist ja ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ver­än­derung, aus In­seln wer­den Halbin­seln und um­ge­kehrt, Land ver­san­det, Bäu­me fal­len um durch Stür­me und al­tern, Kon­tu­ren wer­den verän­dert, und es gab jetzt ei­ni­ge Si­tua­tio­nen wo die In­seln die ich da vor mir hat­te kei­ne mehr wa­ren, das war über­wach­sen, mit Schilf und es wa­ren Halbin­seln ge­wor­den.

Wäh­rend der Fahrt kam ich an ei­ner win­zigen Insel vor­bei. Am Ufer lie­fen zwei wun­der­schö­ne jun­ge Hun­de, ganz wu­sche­li­ge Schä­fer­hun­de ganz al­lei­ne herum. Neu­gie­rig folg­ten sie mir am Ufer und schauten mir lan­ge Zeit nach. Et­was wei­ter war ein An­gelcamp. Doch die Hun­de wa­ren al­lei­ne auf der In­sel. 

  Ich Pad­del­te mit Kom­pass auf Sicht, vor­bei an vie­len klei­nen In­seln. Es ging nun Rich­tung Sü­den, St­an­ly Mis­si­on dem Cree In­dia­ner Re­ser­vat. Die Son­ne knall­te wie­der her­un­ter, so konn­te ich zum er­sten­mal mein Hemd aus­zie­hen, ich war völ­lig abge­ma­gert, völ­lig. 

  Auf ei­ni­gen der In­seln standen Zel­te. Ur­lau­ber im Na­tio­nal­park. Dann kam ich an den Ka­na­diern vor­bei die mein Ka­nu ge­tra­gen hat­ten. Sie hat­ten ei­ne große Lei­ne auf­ge­spannt und ih­re Klei­dung hing im Wind. Sie tran­ken Bier aus Do­sen. Zu­erst woll­te ich zu ih­nen ge­hen mit ih­nen Cam­pen, doch was hielt mich da­von ab, nein, ich fah­re wei­ter, Zel­te al­lein. Et­wa 1000 Meter wei­ter fand ich ei­nen wun­der­schö­nen Platz. Ich zeich­ne­te die Stel­len gar nicht mehr auf der Kar­te ein wie am An­fang. Ich wusste aber wo ich war, aber so mü­de war ich. Ei­ne wun­der­schö­ne Stel­le war das. Ich weiß nicht mehr ob es ei­ne In­sel oder Halbin­sel war. Je­den­falls musste ich mei­ne Sa­chen hoch­ tra­gen auf ei­ne glat­te Stel­le die to­tal mit dic­kem Moos be­wachsen war. Zwi­schen Fich­ten stell­te ich das Zelt auf, sagen­haft schö­ner Platz. Es wür­de ein fe­dern­des Schlafen wer­den vol­ler Aro­ma­ti­scher Düf­te. Ich koch­te nun schon seit 2 Ta­gen nicht mehr, aß al­so wie­der trockenes Müs­li, ge­trock­ne­te Früch­te. Die­se ­Tour hats in sich. Bo­dy Buil­ding, Diät­mäßig, Kör­per­schlacht, Ma­teri­al­schlacht, na­ja. Der Abend wur­de ein­fach Fan­tastisch. Ich saß er­höht, oben auf der In­sel, über­schau­te an­de­re na­he In­seln. Kein Wind, das Was­ser wur­de in Rosa­ro­tes Licht ge­flu­tet. Ei­ne ganz dic­ke Weiße Wol­ke kam an ei­ner Sei­te hoch. Türm­te sich sehr hoch auf, strahl­te Schnee­weiß. Dar­über der Him­mel, Blass bis Tief­blau. Am Ho­ri­zont der Son­nen­un­ter­gang Zar­trosanes Leuch­ten. Die Kon­tu­ren der Bäu­me ge­gen das Licht. Un­ten am Ufer jag­te ein großer Hecht, die kleinen Fi­sche spran­gen aus dem Was­ser als er hin­ter ihnen her war, um sich zu Ret­ten. Der Ho­ri­zont wur­de rich­tig Ro­sa­gol­den. Das spie­gel­te sich im Was­ser. Über mir fin­gen die Ster­ne an zu leuch­ten. Ein Vo­gel fing an zu Sin­gen. Er wür­de die gan­ze Nacht durch­singen. Da­mals wusste ich nicht das es der Veery war.. Das wusste ich erst als ich wie­der in der BRD war und die Vo­gel­stim­men­ka­sset­te hör­te die ich in Win­ni­peg im Zoo gek­auft hat­te, und nun die Stim­men ver­glei­chen konn­te. Die­ser Veery singt und singt und singt und singt. Er hat ei­ne sehr schö­ne Ge­sangs­stim­me. Ich freu­te mich schon bald wie­der ei­ne neue An­gel zu kau­fen, zu Fi­schen, das fehl­te. Fri­sche Zan­der­fi­les, Hech­te, auf so ei­ner Tour, das war wich­tig. Der Ofen hat­te mir sehr ge­fal­len. Die Wär­me die schmack­haf­ten heißen Pfan­ne­ku­chen. Oh­ne dem war ich noch leichter Aus­ge­po­wert, fer­tig. Mein Hin­tern hör­te gar nicht mehr auf zu schmer­zen. Da nun kein Wind war, und es dunk­ler wur­de wa­ren nun die win­zig­sten No-‑Seums da, das sind sol­che klei­nen Beißin­sek­ten das sie fast nicht zu se­hen sind. Sie er­schei­nen bloß als winzig­stes Fleck­chen auf der Haut. Aber die kön­nen zubeißen, vom fein­sten. Aber dafür war das North Fa­ce V 23 sehr gut aus­gerü­stet, denn sein In­nen­zelt war aus An­ti-‑No-‑Se­um Ma­te­ri­al, so fein, das auch die­se fei­nen Blut­sau­ger nicht durch­ka­men. und ein schö­nes schlafen Ga­ran­tie­ren.. Ich hat­te schon an­de­re Zelt­zei­ten erlebt wo ich mor­gens auf­wach­te und mei­ne Au­gen nicht mehr öff­nen konn­te weil sie zer­bis­sen wa­ren.

Ich sprüh­te mei­ne Haut ein und blieb draußen sitzen, es war ein­fach zu schön. Wenn die­se Tei­le der Er­de, und es gibt ja ei­ni­ge sehr schö­ne Plät­ze auf der Er­de schon so schön sind, wo wer­den dann wohl die höhe­ren Wel­ten sein, je­ne Wel­ten und Uni­versen die to­tal aus Licht ge­macht sind, wo es kei­ne Kom­pri­mier­te Ma­te­rie gab, ver­dich­te­tes Licht und Ton, wie hier auf die­ser Er­de und die­sem Uni­ver­sum. Ich freu­te mich schon darauf.. Ich über­leg­te mir auch, nachdem ich das Ka­nu wie­der re­pa­riert ha­be, mit ei­ner doppel­ten Schicht Fiberglas ver­stärkt ha­be, näm­lich das, was die Fir­ma Mo­hawk ver­ges­sen hat­te - ob ich nicht dann von Pu­katawa­gan  erst ­mal 1-2 Wo­chen auf ei­ne In­sel fah­re und dort mein Knie aus­ku­riere und viel Me­di­tie­re - ein Me­di­ta­ti­ves Le­ben ma­che - in­zwi­schen war es 22.45 Uhr - der „Veery“ sang und sang. Ein Pe­li­kan glitt in­ dem Licht oh­ne Flü­gel­schlag an mir vor­bei, ganz na­he über mei­nem Kopf. Der Hecht jag­te immer noch da unten, ab und an war wie­der der Schwall Was­ser zu se­hen und das Sprin­gen der klei­nen Fi­sche aus dem Was­ser. Dann war ganz plötz­lich ein star­ker Wind da. Ob das was mit der großen weißen Wol­ke zu tun hat­te. Ich stand auf und ging zum Zelt. Der Wind war in sehr kur­zer Zeit enorm auf­ge­braust - aber da oben zwi­schen den Bäumen war kaum Wind, das Zelt lag gut ge­schützt. Hof­fentlich fällt kein Baum um, denn es la­gen sehr vie­le um­ge­falle­ne Bäu­me herum. Dann ging ich in das Zelt, es war schon Dun­kel. Als ich mich auf die Ma­trat­ze leg­te - ah­hhh, ei­ne wei­che Be­we­gung ein Duft - fa­bel­haft ... ich schlief wie ein Stein, wie zwei Stei­ne - drei - ... Ge­gen 3 weck­te mich ein Eich­hörn­chen - es war am Zelt - woll­te rein­kom­men - der Veery sang immer noch - ich schlief wei­ter - draußen war es noch win­dig. Wach­te um 5 Uhr wie­der auf - am Frei­tag, den 29. Ju­ni. 

  Mei­ne Fin­ger wa­ren ganz Steif, das Knie auch. Un­ten gluck­ste das Was­ser am Ufer. Zwei Vö­gel san­gen die ich nicht kann­te. 27 Ta­ge bin ich unter­wegs. 15 wa­ren ge­plant, und das soll­te schon viel sein. 12 Ta­ge al­lei­ne bloß vom Wind auf­gehal­ten. Es war 13 Grad im Zelt. Ich ging zum Ufer um mich zu wa­schen. Dann pack­te ich die Sa­chen wie­der zu­sam­men. Die Ar­beit wur­de zu ei­ner Last. Da­nach als al­les fer­tig war es­se ich noch ein Müs­li und fah­re los.   Der Wind kommt stark aus dem Nor­den, fällt mir in den Rüc­ken, schiebt mich, wird ja auch mal Zeit, denn ich fah­re Rich­tung Sü­den. St­an­ly Mis­si­on ist noch et­wa 20 km ent­fernt. Ich bin fix und fer­tig mit dem Ka­nufah­ren. 

  Nach kur­zer Zeit wird das Paddeln ei­ne schwer­fäl­li­ge Pla­ge. Ich kann nicht mehr Sit­zen und stehe und Padd­le im Ste­hen. Sehn­suchts­voll er­war­te ich das En­de der er­sten Etap­pe. Es dau­ert, und dauert und dau­ert - mei­ne Phy­si­sche Kraft ist nicht mehr exi­stent. Ich le­be aus der Quel­le leich­ter Qualen. - aber kei­ner kanns für mich tun - al­so weiter wei­ter wei­ter.. Ich weiß von der Kar­te her zu beur­tei­len das es nicht mehr weit sein kann. Ich muss St­an­ly Mis­si­on schon von weitem se­hen kön­nen, da es ei­ne ge­ra­de Li­nie ist die ich hin­un­ter­fah­re. Im stehen pad­delnd lang­sam schwer­fäl­li­ges Pad­deln, mit Blick auf die Häu­ser die da sein müs­sen.. Ich war mir nicht si­cher wie ich da weg­kom­men wür­de ob da ei­ne Straße war. Dann sehe ich die er­sten hel­len Häu­ser, ich bin noch weit ent­fernt. Im ste­hen padd­le ich wei­ter - wei­ter - wei­ter - ich ha­be schon längst kei­ne Kraft mehr um zu­zu­le­gen.. Ich sehe die­se schö­ne Holz­kir­che auf der lin­ken Sei­te der Landspit­ze - dann le­ge ich end­lich am Ufer an der Ortschaft an. Ei­ni­ge an­de­re Ka­nus sind da ei­ne Grup­pe et­wa 6-7 Stück wer­den ge­ra­de ver­la­den. Ich fra­ge In­tui­tiv wo sie hin­fah­ren was sie ge­macht ha­ben - sie fah­ren zurück nach Prin­ce Al­bert... Könnt ihr mich mit­neh­men fra­ge ich - ja - ant­wor­tet die Frau, wenn du es schaffst - wir wol­len bald los. 

  Da sind vie­le Schü­ler die ganz auf­ge­regt sind. Die ha­ben ei­ne Ka­nu­tour mit ih­rer Klas­se ge­macht. Zwei große Vans ha­ben sie und da ist auch ein Bus in­dem die Klas­se fährt. 

  Ich kann bei ih­nen im Van mit­fah­ren. So­fort la­de ich mei­ne Sa­chen in ih­ren Van und das Ka­nu wird auf ei­nem Ka­nu Rack be­fe­stigt - dann gehe ich zum Northern Sto­re und hol­te mein Pro­vi­ant Pac­ket ab. Da war es. Es wür­de auch noch in ei­nem Jahr da sein. Pri­ma so ­was. Die Frau war freund­lich, ei­ne Cree­frau, rund und mol­lig, ge­sund sah sie aus. 20 Mi­nu­ten später war ich auf dem Weg nach Süden zur Haupt­stadt von Sas­kat­che­wan Prin­ce Albert. Ich glau­be das ist sie, oder ist es Re­gi­na. Und dann ein rie­siges ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh­h­hh, Er­leb­nis. Ich saß auf ei­nem kom­fort­ab­len Auto­sitz in ei­nem neu­en Blau­en Pon­tiac Bus, oder Van. Re­creati­on Car. 

  Die Men­schen mit denen ich fuhr wa­ren er­holt und be­gei­stert von ih­rer 5 Ta­ge Tour. Sie wa­ren Rich­tung San­dy Bay geur­laubt und dann wie­der zurück. Al­le wa­ren Glück­lich mit die­ser Ka­nu­tour, das ist die Rich­tung die von St­an­ly Mis­si­on wei­tergeht, Rich­tung Osten. Die hät­te ich auch pad­deln müs­sen, wenn nicht das Wet­ter und so wei­ter mich um­dis­po­nie­ren ließ.. 

  Wir fuh­ren auf der 915 Schot­ter­straße durch den La Ron­ge Pro­vin­ci­al Park. Wirk­lich ein Ju­wel. Da haben sie sich was schö­nes still­ge­legt, aber hof­fent­lich wer­den sie so wach sein das sie kei­ne Mo­tor­boo­te mehr er­lau­ben, das ist ein­fach Dumm, in die­ser Natur, ins­be­son­dere als Na­tio­nal­park, da passt kein Motor rein. Es gibt genü­gend Land für die Mo­tor­bootfah­re­rei in Ka­na­da. Ich hof­fe das die Wei­sen mal wacher wer­den.. 

  Dann bo­gen wir auf die 102 Richtung La Ron­ge. Die Frau woll­te wis­sen was ich so ge­macht hät­te auf der Kanu­tour, al­so er­zähl­te ich ei­ni­ges - sie sta­un­te. 

  In La Ron­ge an­ge­kom­men fuhren sie zu ei­ner Camp und An­gel Lod­ge von denen sie die Ka­nus ge­mie­tet hatten. Als wir auf das Land der Lod­ge fuh­ren und ich den schö­nen ge­pfleg­ten Ra­sen sah der bis zum See führ­te, die schö­nen Fich­ten und an­de­ren Bäu­me die verein­zelt da­stan­den, die wun­der­schö­nen Holz­häu­ser die ge­mie­tet wer­den konn­ten, und die­se schö­ne stil­le ge­pfleg­te At­mosphä­re auf­nahm, da fühl­te ich mich sehr wohl da. Die Men­schen wa­ren sehr Har­mo­nisch dort und hat­ten einen aus­ge­g­li­che­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ven Kon­takt. Da war Zu­frie­den­heit die ich da er­leb­te. Al­les sah sehr ge­pflegt aus. Ich freu­te mich mal wie­der mit Men­schen zu­sammen zu sein, egal ob mit Freun­den oder auch mit den mög­li­chen und re­alen Fein­den, es ist al­le­mal in­ter­es­sant. Dann fuh­ren wir wei­ter. 

  Un­ter­wegs er­zähl­te ich ih­nen das ich über die­se Rei­se ein Buch schrei­ben wer­de. Sie frag­te ob ich schon Bü­cher veröf­fent­licht hät­te und ich fan­ta­sier­te ihr vor ... Ja Ja mei­ne Bü­cher er­rei­chen in der BRD ei­ne Ver­kaufs­auf­la­ge von 50 000 Stück - als ich ihnen das sag­te be­merk­te ich die Zu­frie­den­heit in ih­ren Ge­sich­tern. Das ge­fiel ih­nen je­man­den mit­ge­nommen zu ha­ben der er­folg­reich war, der gutes Geld ver­dien­te, sein Le­ben mach­te und kei­ne Last war für an­de­re. Ich hat­te schon öf­ter in mei­nem Le­ben, Situa­tio­nen zum schö­ne­ren ge­bracht, in­dem ich mei­ne Fan­ta­sie an­wen­de­te, egal ob das nun stimm­te oder nicht, ich wür­de sie so­wie­so mit größter Wahr­scheinlich­keit nicht wie­der­se­hen, und wenn schon, aber es ging um Jetzt, nicht um ir­gend­wel­che Wahrheiten, trotz­dem, so­gar die Fan­ta­sie ist ja ei­ne Wahrheit. 

  Dann fuh­ren wir am un­ge­fäh­ren Geo­gra­phi­schen Zen­trum Sas­kat­che­wans vor­bei. Un­se­re Un­ter­haltung war Flott, die bei­den, er und sie wa­ren Leh­rer, leb­ten in Sas­ka­toon. Sie hat­ten ei­nen Über­nachtungs­stop in Prin­ce Al­bert ein­ge­plant und schon Zimmer re­ser­viert. Ich er­zähl­te ih­nen das ich von Prin­ce Al­bert Tram­pen woll­te oder mit dem Bus hoch nach der Ort­schaft Ile A La Cros­se um dort mei­nen Wa­gen abzuho­len.. Aber erst­ mal woll­te ich mich pfle­gen. 

  Dann fuh­ren wir am Prin­ce Al­bert Na­tio­nal­park vor­bei und kur­ze Zeit später wa­ren wir in Prin­ce Albert. Sie fuh­ren mich zu zwei Mo­tels, das er­ste war voll in­dem sie wa­ren, aber im zwei­ten, dem Co­ro­net Mo­tor Inn an der 3551 Se­cond Ave­nue West, Tel. 764-6441, da war ein Zim­mer frei, mit Bad und Dusche, das Bad war jetzt am wich­tig­sten. Ich lud al­les aus, die Leh­rer hal­fen mir, dann sag­ten wir Good Bye. Nach­dem ich ein­ge­scheckt war, für 49 Dollar am Tag, trug ich das Ka­nu in den Flur, di­rekt ne­ben mei­ner Zim­mer­tür - klas­se was hier al­les mög­lich ist dach­te ich, man kann so­gar sein Ka­nu mit­neh­men, to­leran­te Men­schen hier, sehr viel Ver­stand, er ist noch weit, hat Raum, wie die Größe des Lan­des. Und dann wur­de erst­ mal die Ba­de­wan­ne voll heißem Was­ser ge­füllt. Ich sah Übel aus, sehr Übel, als ich mich im Spie­gel sah, tie­fe dic­ke dun­k­le Augen­rän­der, die Wan­gen ein­ge­fal­len, die hel­le Ho­se war mehr als drec­kig von der letz­ten Sumf­por­ta­ge da im Ge­wit­ter mit dem Aus­rut­schen. Wäh­rend das Was­ser in die Wan­ne lief mach­te ich dann noch ein Foto im Flur mit dem Ka­nu. und Mir. Ich stell­te das Sta­tiv auf und stütz­te mich mit der rech­ten Hand gegen die Wand ab. - und dann aber ab, weg, run­ter, die Klei­dung auf den Bo­den ge­schmis­sen und ab in die Wan­ne - ... ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh ... uh­h­h­h­h­h­hh­hh, ... schöööööööööööööööön. Ich saß zwei Stun­den in der Wan­ne, ließ fri­sches Was­ser nach­laufen, und ruh­te mich ein­fach aus, aus, aus - das tat gu­u­u­u­ut. Heiß­was­ser­quel­len sind ja alt­be­kann­te Gene­sungs­quel­len ins­be­son­de­re wenn sie natür­lich Mine­ra­lisch sind. Schon die Ne­an­der­ta­ler nutz­ten sie und auch die Cro Magnum Frau­en wa­ren da­mit sehr zu­frie­den, so­gar die Ele­fan­ten die Nil­p­fer­de und auch die Af­fen auf den Ja­pa­ni­schen In­seln su­chen heiße Quel­len auf um sich wohl zu füh­len - die­se Bil­der lie­fen in mir ab - aber auch die Mor­de der Seni­len Rö­mi­schen Po­li­ti­ker die nicht rich­tig Ticken, oder die Schwu­lensze­ne der Dampf­bä­der in den Grie­chisch By­zan­ti­ni­schen Dumpf­puff­sto­che­rei­en in die Arsch- löcher hin­ein - mein Gott muss das Stin­ken - und welch ei­ne falsche Ziel­rich­tung, daraus ist gut er­sichtlich das sie ih­re Sinn­li­che Wirr­nis le­ben, denn die kön­nen ein­fach nicht rich­tig se­hen. 

Aber die­se Wirr­nis in Be­zug zum falschen Se­hen ist auch ein Evo­lu­ti­onä­rer Schritt, der Schritt näm­­lich zur Pol­ver­schie­bung. Ja, nicht nur Pol­ver­schie­bung in Be­zug zu den Erd­po­len, nein, wie im Großen so im Klei­nen wie Un­ten so Oben - auch in der Mensch­lichen Po­la­rität ver­schiebt sich der Pol - denn wenn der Pol völ­lig ge­gen­sätz­lich ist dann ist er wie im Tierreich genau Männ­lich genau Weib­lich, und der Bezug ist dann ein­deu­tig - aber im lau­fe der Evo­lu­ti­on vom Tier zum Men­schen zum Wahr­haf­ti­gen Menschen als Ab­bild Got­tes pas­siert ei­ne Pol­ver­schiebung im Men­schen die ihn dann zu­erst nicht mehr ein­deu­tig die­se ge­schlecht­li­che Fi­xie­rung er­le­ben lässt, und die da­mit ver­bun­de­ne Or­gas­mi­sche Freude, denn auf dem Weg, ech­te Lie­be zu le­ben, und nicht bloß die­se Fick­fi­xie­rung die mit viel Lü­ge und Be­trug ver­bun­den ist und ei­ne bloße Or­ga­ni­sche Zweck­haf­tig­keit ist, da­mit sich Raub­tie­re über­haupt näher kom­men kön­nen, ist die Pol­ver­schie­bung da­zu da von der Se­xu­el­len Bin­dung zur wah­ren Lie­be zu kom­men, denn heu­te kann ja wun­der­bar ge­se­hen wer­den wie die Fick Fack Lie­be be­deu­tungs­los ist und zu kei­ner ech­ten Lie­be un­ter den Men­schen ge­führt hat, im Ge­gen­teil, sie führt näm­lich zur Ver­blö­dung und Ver­lo­gen­heit, und geht nicht weit ge­nug in die Erkennt­nis der Wahrheit hin­ein, und mit die­ser In­ne­ren Pol­ver­schie­bung die auf den Men­schen zu­kommt, schon da­bei ist zu wir­ken, wer­den dann natür­lich die­se al­ten Bin­dun­gen der Fick­phi­lo­so­phie zer­stört wer­den, und das führt zu al­ler­lei Wirr­nis­sen und Zerstörun­gen und da­zu gehört auch die Zer­störung der Ehen die ja am Fließband ab­ge­wrackt wer­den, die­se Pol­ver­schie­bung wird so weit ge­hen, das du we­der Mann noch Frau sein wirst und kei­ne auf das Geschlecht be­zo­ge­ne An­zie­hung mehr er­le­ben wirst sondern ei­ne auf die Lie­be be­zo­ge­ne - nicht wie jetzt das Gela­ber von Lie­be wenn in Wahrheit Fic­ken ge­meint ist, und so wei­ter, denn zbs, Raub­tie­re kön­nen kei­ne wah­re Lie­be le­ben, sie le­ben ei­nen ge­wis­sen Schutz ih­rer Fa­mi­li­en­mit­glie­der den auch noch vie­le Menschen le­ben, und was als Lie­be aus­sieht es aber nicht ist, es ist bloß ein Fünk­chen da­von - da Raub­tie­re und die noch da­mit ver­bun­de­nen Men­schen we­der Selbster­kennt­nis oder Got­te­ser­kennt­nis ha­ben kön­nen, außer der Mensch be­sinnt sich darauf und geht den Weg be­wusst. Das Pas­siert al­les von al­lei­ne und ist Gött­li­che Vor­se­hung, da wer­den die al­ten Re­li­gio­nen nicht mehr hel­fen und auch nicht die al­ten an­de­ren We­ge, all die­se Al­ten Re­li­gio­nen wa­ren ja bloß dem Ver­ständ­nis der je­wei­li­gen Zeit an­ge­paßt und dem damit ver­bun­de­nen Ver­stan­des­mäßi­gen Fähig­kei­ten der da­ma­li­gen Men­schen, aber heu­te sind die Raub­menschen und Men­schen we­sent­lich In­tel­li­gen­ter ge­worden, die die In­tel­li­genz der Kir­chen­für­sten und an­deren Re­li­gi­ons­für­sten oder Re­li­gi­onsteu­fel weit hin­ter sich ge­las­sen ha­ben, selbst die In­tel­li­genz der Wis­senschaft­ler ist schon von vie­len weit weit über­schrit­ten wor­den - ja und des­we­gen ist auf der Er­de un­ter anderem die­se gi­gan­ti­sche Wirr­nis - die­se Un­zu­frie­denheit mit dem nicht mehr Funk­tio­nie­ren des Alther­gebrach­ten, auch nicht mehr mit dem Alther­ge­brach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen, mit ih­ren Wir­ren Ir­ren Aus­wüch­sen, das sind al­les Re­sul­ta­te die­ser Polver­schie­bung die den Men­schen nun durch das Reich der Ir­re und Dun­kel­heit trei­ben und ihm die Mög­lichkeit bie­ten ganz klar Feh­ler ma­chen zu las­sen um endgül­ti­ger Gut von Schlecht un­ter­schei­den zu kön­nen, das Üble vom Schö­nen, die Wahrheit von der UnWahrheit - die Re­sul­ta­te ih­res Han­delns zu er­ken­nen und die da­mit ver­bun­de­nen Wir­kungs­wei­sen, die oft nicht so­fort wir­ken son­dern manchmal erst in späte­ren Le­ben zum Vor­schein kom­men, was al­les noch schwie­ri­ger macht - denn das was zur Zeit auf der Er­de abläuft, egal ob in der Irr­nis­po­li­tik der Raub­säuge­tier­po­li­ti­ker die ja al­le­samt noch im Prin­zip des Tötens ver­bun­den sind, das muss ganz klar er­kannt wer­den, denn sie las­sen für sich Töten und fres­sen das getötet die Lei­che dann im 5 Ster­ne Re­stau­rant von einem Raub­tier­koch - das muss ganz klar er­kannt werden die­se zu­sam­men­hän­ge, denn so­lan­ge das nicht er­kannt wird, wird die Mensch­heit noch an dem Prinzip des Tötens ge­bun­den sein, und wird wei­ter­hin in Krie­ge und Mor­de ver­wic­kelt blei­ben - all das ist in Wahrheit nix neues, das wur­de schon seit Tau­sen­den von Jah­ren er­wähnt, du sollst nicht Töten du sollst deinen näch­sten Lie­ben wie dich selbst, und Gott über alles - bloß dem Men­schen kann aber auch nicht der ge­ring­ste Vor­wurf ge­macht wer­den, das ist am al­lerwich­tig­sten zu wis­sen - kei­nem Mör­der kei­nem Dieb nie­man­dem - es kann bloß er­kannt wer­den wie weit sich je­mand schon ent-‑wic­kelt hat und nicht mehr ver-‑wic­kelt ist. 

  Wenn die Pol­ver­schie­bung dort an­ge­kom­men ist wo sie sein soll ist sehr viel Uhr­zeit ver­gan­gen - das dau­ert noch - aber es kom­men im­mer mehr En­er­gieschü­be der Be­frei­ung von der Ein­po­lig­keit im Menschen - ok, das war ein kur­zer Schwall an Ein­sich­ten - wer mehr da­von wis­sen will der kann ja www. Marti­nus. de an­k­lic­ken - Mar­ti­nus ist der­je­ni­ge der das alles in Jahr­zehn­ten aus­ge­ar­bei­tet hat in Schrift­form - ich war sel­ber in mei­nem Le­ben schon da­mit be­schäftigt aber bin froh das er das ma­chen konn­te, und sowas kann man nicht mit ei­nem Nor­mal­men­schli­chen Be­wusst­sein ma­chen, nein, ihm wur­de natür­lich Hil­fe zu­teil - wun­der­ba­re Hil­fe, die be­ste natür­lich.

Mei­ne Hän­de wa­ren end­lich wie­der et­was beweg­li­cher ge­wor­den, ab und zu tauch­te ich ganz un­ter das Was­ser, der Kopf wur­de ge­wa­schen und mit den Fin­gern be­schruppt, ich hat­te auf der Strec­ke nicht ei­ne ein­zi­ge Zec­ke be­merkt, er­fah­ren, Flöhe ein­mal, ei­nen Blut­sau­ger hat­te ich am Bein gehabt als ich kurz im See stand, ei­nen klei­nen dünnen. Als ich dann in mein Ge­sicht schau­te nach dem Bad da war schon wie­der ein Hauch Ro­si­ger Far­be auf mei­nem Ge­sicht, aber die Stra­pa­zen sie wa­ren weit weit Do­mi­nie­rend sicht­bar.

Dann erst ­mal fri­sche Klei­dung an­ge­zo­gen, was da so als frisch be­zeich­net wer­den konn­te. Die schmut­zigen Sa­chen leg­te ich ins Bad und ließ sie im heißen Was­ser ein­wei­chen. Als ich dann auf die Kar­te von dem Co­ro­net Mo­tel schau­te, sah ich, das heu­te erst der 28. Ju­ni war, mir fiel ein das ich heu­te mor­gen auf dem letz­ten Zelt­platz schon bei Frei­tag, den 29. war - al­so hat­te ich mich da um ei­nen Tag ver­tan - da auf dem schö­nen Zelt­platz mit dem Veery der un­un­terbro­chen sang - na und sag­te ich mir, ei­ne Wahrheitsverän­de­rung macht das nicht. Die­se Zah­len und Ta­ge und Num­mer, das war für mich kei­ne Wahrheit das wa­ren bloß Buch­sta­ben Zah­len, ein Fünck­chen das war al­les

Aber dann ging was los, was ich von mir noch nicht er­lebt hat­te. Ich woll­te ja nun erst ­mal Es­sen gehen, ... ok, ge­macht - di­rekt ge­gen­über vom Mo­tel war ein Ge­bäu­de, das mit der Auf­schrift-‑Coun­try Kitchen warb - al­so Länd­li­che Kü­che - da ging ich hin. Ich setz­te mich nach oben ans Fen­ster. 

  Stan­dard Ein­rich­tung, Ru­sti­ka­le Täu­schung und so­was in Braun - egal.   Ei­ne schö­ne Schwarz­haaari­ge Be­die­nung kam zu mir - der La­den war voll. Sie gab mir die Kar­te und frag­te ob ich ei­nen Drink wol­le ... nein Dan­ke - dann stell­te sie ein Glas Wasser hin - sie sah Flott aus, aber ich war mehr als weit­ent­fernt über­haupt in die Nähe von Bu­sen und Schmu­sen und Küs­sen und Lie­be zu kom­men. Ich be­stell­te ein La­dung Pfan­ne­ku­chen mit Ahorn­si­rup, da­zu ei­ne große Tas­se Ka­kao mit viel Schlagsah­ne, als Vor­spei­se ... da­nach ein T-‑Bo­ne Steak, Me­di­um, Brat­kar­tof­feln und Sa­lat. Als ich das ge­ges­sen hat­te be­stell­te ich noch ­mal das glei­che ... ein leichtes Lächeln husch­te über das Ge­sicht der Kell­ne­rin, ... Als das ge­ges­sen war rief ich sie noch­ mal herüber - und be­stell­te noch ­mal das glei­che, nun war sie doch er­staunt - so ein klei­ner mü­der Typ, wo steckt der das bloß al­les hin, mein­te ich in ih­rem Kopf zu se­hen wie sie das dach­te - sie grin­ste nun doch - ich aber auch. Als ich die drit­te Por­ti­on weg­ge­putzt hat­te rief ich die Kell­ne­rin noch ­mal zu mir herüber - aber nun kam sie mit ei­nem brei­ten Lächeln, ... möch­ten sie zah­len frag­te sie halb war­tend halb ge­wiss - ja das auch sag­te ich - aber erst später. Ich möch­te noch zwei Stück Tor­te mit ex­tra viel Sah­ne und ei­nen großen Be­cher Ka­kao da­zu. Als das al­les ver­speist war, war ich nicht ge­füllt, nein, ich war ein­fach leicht ge­sät­tigt, oh­ne Fülle­ge­fühl. Es war so als ob in mir ein rie­sen Loch war das oh­ne wei­teres noch ein­mal das glei­che es­sen könn­te - aber dann sag­te ich nun ist es wirk­lich gut. 

Nach­dem ich die Be­die­nung zu mir ge­ru­fen hat­te, schau­ten auf einmal 5 von denen in mei­ne Rich­tung - aha, da war Kom­mu­ni­ka­ti­on ab­gelau­fen. Ich gab der jun­gen Frau 5 Dollar Trink­geld - dann trank ich den Sahne­ka­kao zu en­de und ging raus.

In der Nähe war ein Ca­na­di­an Ti­re Ge­schäft, da woll­te ich hin um ei­ni­ges zu kau­fen. Um 19.28 Uhr hat­te ich die Sa­chen be­zahlt, so steht es auf der Rechnung. Ich kauf­te Fiberglas­ma­te­ria­li­en, Spach­tel, Pin­sel, Far­be, Fiberglas­mat­ten, große Men­gen da­von, vie­le Do­sen Här­ter dafür, ins­ge­samt et­wa ein Ge­wicht von 15 Pfund an Fiberglas­pa­ste und Här­ter, da­zu kamen noch ei­ni­ge glit­zern­de Blin­ker, ob­wohl ich von denen nun wirk­lich den Ka­sten voll hat­te. Ich kauf­te ein neues Duct-‑Kle­be­band und das Brau­ne Kle­beband - in al­lem war es ein Wert von 120,88 Dol­lar. Dann ka­men noch­ mal zwei­mal Steu­ern hin­zu, ein­mal Gst und Pst, das sind Staats­steu­ern und Län­der­steu­ern, es ist überall das glei­che Abzoc­ken, dach­te ich. Wie lan­ge wer­den die Men­schen bloß so blö­de blei­ben und sol­che Steu­er­ban­di­ten wählen die dann durch ih­re ei­ge­nen Steu­ern das Le­ben schwer Steu­ern lassen.. Wie blö­de sind Men­schen ge­macht wor­den durch sol­che Ban­di­ten - so­was ru­mor­te in mei­nem Kopf herum. Ins­ge­samt wa­ren es dann 137,80 Dollar. Natür­lich ist die Sicht­wei­se in be­zug zu Steu­ern ein­sei­tig, aber auch die zwei­sei­ti­ge ist nicht bes­ser. Aber so­lan­ge die Men­schen noch dem Tier­reich frönen und sich da­mit ver­bun­den fühlen und auch sind wird Wahrheit ein Be­wusst­seins­zu­stand sein der dem Be­reich der Il­lu­si­on zu­gehört - Ich sel­ber gehör­te noch dem Reich der Tie­re an, auch wenn es im­mer we­ni­ger wur­de, da ich sel­ber noch durch das Töten von Le­be­we­sen da­zu gehör­te, denn das ist die Bindung an das Reich der Tie­re - und erst wenn das vorbei ist wird aus dem Raub­men­schen ein Menschenähn­li­cheres We­sen. 

  Aus die­ser Lo­gik her­aus kann zur Zeit von al­len Mensch­li­chen Sy­ste­men die auf der Er­de da­her­taumeln auch nichts wirk­li­ches wahr­haf­ti­ges und Be­freien­des zum Vor­schein kom­men, es ist das Ge­gen­teil da­von, die Lü­ge die Täu­schung das Mor­den der Betrug, der Schein der Wahrheit auch als Geld­schein dar­ge­stellt, von Raub­säu­ge­tier Di­rek­to­ren oder Pro­fesso­ren und so wei­ter, es geht ein­fach noch nicht anders. Das Be­har­rungs­ver­mö­gen der Raub­men­schen ist ein­fach ih­re Schwe­re­e­ner­gie und die da­mit ver­bunde­ne Wirr­nis die Ihr Ver­stand su­gge­riert, und das soll dann Lo­gisch und Ver­nunft sein. Die­se Raub­säu­ge­tierlo­gik ist das Re­sul­tat der Wirt­schaft­li­chen Ent­schei­dungen Welt­weit, der Wis­sen­schaft­li­chen Ent­schei­dun­gen Welt­weit, und der Po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen Weltweit, und auch der Re­li­giö­sen Ent­schei­dun­gen Weltweit. Trotz­dem geht der Pro­zess der Be­frei­ung wei­ter, und das macht ja das Le­ben so in­ter­es­sant. Als ich anfing mich in die­se Ein­sich­ten hin­ein­zu­stei­gern, ka­men auch sol­che Sprün­ge wie-‑was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Theo­lo­ge nennt - was in­ter­essiert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Kanz­ler nennt, was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Arzt oder Pro­fes­sor nennt ... und so wei­ter.

Wie­der im Mo­tel wur­de al­les ver­packt, und danach ging ich noch ­mal in die Wan­ne und saß da noch­mals 2,5 Stun­den, trank Oran­gen­saft und Ap­felsaft da in der Wan­ne sit­zend und köst­lich Schwit­zend. Gut durch­ge­hitzt ging ich schla­fen. Kein Loon sang, kein Bi­ber klatsch­te, kein Veery flöte­te, kei­ne Müc­ke.

Am 29 Ju­ni war ich schon wie­der um 9 Uhr draußen. Ich hat­te im Coun­try Kit­chen ge­früh­stückt und mich dann mit ei­nem Ta­xi an die Aus­fahrt­straße Rich­tung Shell­brook-‑Green La­ke brin­gen las­sen.. Es reg­ne­te und war to­tal Grau. Ich hat­te bloß mei­nen Roten Ruck­sack mit in­dem ei­ne star­ke Pla­stik­tüte war in der mei­ne Ka­me­ra lag. Die Brau­nen Le­derschu­he wa­ren genau rich­tig für die­ses Wet­ter, auch mei­ne Ro­sa Stoff­müt­ze passte sehr gut zum reg­ne­rischen Grau­en Tag - Der Grü­ne lan­ge Re­gen­man­tel flat­ter­te im Wind. 

  Ich stand 15 Mi­nu­ten bis ein Grüner Ford Pick Up an­hielt, und je­mand frag­te wo ich hin will ... ok - steig auf sag­te die Frau am Steu­er. Ich setz­te mich auf die La­de­fläche, hin­ten, of­fen, und schon ging`s los. Ich freu­te mich das es so schnell ging. Drei Men­schen waren im Au­to. Ei­ne kräf­ti­ge In­dia­ne­rin, ein In­dia­ner Mann, und ein Kind, de­ren Kind. Es Reg­net un­un­terbro­chen wei­ter, aber ich bin wind­ge­schützt da ich gegen die Fen­ster­wand leh­ne und der Fahrt­wind an mir vorbei­saust. Die Frau gibt sehr gut Stoff. Wir ja­gen an den Wäl­dern vor­bei. Ich neh­me mei­ne Ka­me­ra raus und ma­che ei­ni­ge Fotos. Zwei­mal wird das Glas­fenster zur Sei­te ge­scho­ben und ei­ne Fla­sche Sekt zu mir ge­reicht, aber ich vernei­ne freund­lich, ich woll­te nüch­tern sein und brauch­te auch kei­ne Sekt­sprit­ze. Aber die bei­den vor­ne, sie zo­gen sich meh­re­re Flaschen rein. Ich schau­te amü­siert zu.   Nach et­wa 2 Stun­den Fahrt hiel­ten wir an, ich weiß nicht mehr in wel­chem Ort, es war je­den­falls Ty­pisch Coun­try Saskat­che­wan, denn mit­ten im Ort wa­ren große Ge­treide­spei­cher un­mit­tel­bar an der Ei­sen­bahn­schi­ene. Die bei­den gin­gen raus um neu­en Nach­schub zu ho­len. Der Schnaps­la­den den kann­ten sie. Die Frau die et­was kräf­ti­ger und ge­sun­der aus­sah als der Mann, der aber auch kein Sup­pen­kas­per oder Luft­kott­lett war, sah schön  aus. Sie trug ei­ne weiße Blu­se mit großen schwar­zen In­dia­ner­sym­bo­len. Sie hat­te ein vol­les Gesicht, flei­schig mit ei­ner ge­sun­den leich­ten Bräun­lichen Haut­far­be. Hin­ter der ho­hen Stirn war ihr Schwarzes Haar nach hin­ten ge­kämmt. Sie trug ei­ne große Bril­le mit ei­nem durch­sich­ti­gen Ge­stell. Ih­re Na­se war kräf­tig und von den Sei­ten der Na­se gin­gen zwei glat­te Li­ni­en her­un­ter, die ih­re Wan­gen an­zeigten. Die Freund­lich­keit die ich ih­nen ge­gen­über ausstrahl­te mach­te die Frau für kur­ze Zeit stut­zig, sie hat­te wohl zu viel Mist er­lebt, aber dann sieg­te doch das wah­re We­sen, und nicht die Ver­gan­gen­heit und Er­fahrung, und so strahl­te sie auch und ihr Mann ei­ne gutmü­ti­ge Freund­lich­keit wei­ter aus.

                Der Mann trug ei­ne Schwar­ze Stoff­müt­ze. Ein Hirsch war auf die Müt­ze genäht. Vic­to­ria Sak. stand drauf. Nach­dem sie ei­ni­ge Fla­schen Sekt gek­auft hat­ten ging`s dann wei­ter. Nun war die Straße Schot­ter und viel En­ger. Die Wald­zo­ne an bei­den Sei­ten ra­ste an mir vor­bei oder ist es um­gekehrt. Dann hiel­ten sie an, es war Zeit für mich Ade zu sa­gen, denn sie fuh­ren nun ir­gend­wo da in den Busch hin­ein und ich musste auf der 55 blei­ben. 

  Ei­ne Mi­nu­te später stand ich da an der Straße mitten von wer weiß wo. Hin­ter mir Wald, vor mir Wald, da­zwi­schen die Straße. Aber überall blüh­ten Blu­men auf Hochtou­ren. Große Oran­ge­ne 6 Blätt­ri­ge Li­li­en, und sehr vie­le Na­tio­nal­blu­men Sas­kat­che­wans. Ich wur­de noch 3 mal mit­ge­nom­men bis ich über die 155 und dann 908 nach Ile A La Cros­se kam. Die­se et­wa 400 km hat­te ich trotz des Wet­ters in sehr kur­zer Zeit er­reicht. Je­der mit dem ich fuhr ra­ste aber auch was das Zeug her­gab.   Als ich zum Haus des Man­nes kam bei dem ich mein Au­to ge­las­sen hat­te, auf an­raten der RCMP-‑Po­li­zei. sta­un­te ich, es war rund aus Holz ge­baut. Aber kei­ner war da. Mein Wa­gen stand schräg in ei­nem Gra­ben und sah ver­staubt aus. Ich ging zur Po­li­zei und dort sag­te man mir das er außerhalb sei, bei ei­nem großen In­dia­ner­tref­fen ei­nem riesen Fest.   Ich fand je­mand der mich dorthin fuhr. Der jun­ge Mann hat­te nichts an­deres zu tun sag­te er mir als er mich fuhr. 

Als wir in den Wald ka­men, schau­te ich - was war das, es wimmel­te von Zel­ten und In­dia­nern. Sie wa­ren al­le schwer am Fei­ern, lach­ten viel und der jun­ge Mann er­zähl­te mir das es ein Christ­li­ches Fest sei. Zwischen den Bäu­men stan­den die Au­tos, sehr vie­le Autos, da­zwi­schen stan­den die Zel­te, überall wa­ren Feuer, es wur­de ge­bra­ten, ge­trun­ken, und ge­fei­ert. Ich frag­te nach dem Mann der Mein Au­to hat­te und auch der jun­ge Mann such­te mit. Die In­dia­ner sag­ten wir müs­sen tie­fer in den Wald ge­hen. Dann ka­men wir zu ei­ner Lich­tung, ei­ner großen, da war ei­ne Büh­ne aufge­baut und ei­ne Band spiel­te Coun­try We­stern Mu­sik - es war ge­ra­de Pau­se. 

  Wir fan­den den, den ich such­te, ich ha­be sei­nen Na­men ver­ges­sen. Er trug viel Schmuck, Ket­ten, Federn, und ei­nen Hut. Er sah ir­gend­wie Raus­ge­putzt aus. Er gab mir den Schlüs­sel für das Haus und sag­te auch wo der Au­to­schlüs­sel hängt und wem ich den Schlüs­sel dann ge­ben sol­le. Dann fuh­ren wir wie­der zurück.

Der Mann der mich zurück­fuhr er­klär­te mir das die­ser Mann die In­dia­ner tauf­te und das des­we­gen ein so großes Fest ge­macht wur­de, so­zu­sa­gen ei­ne Mas­sentau­fe. Ich frag­te nicht wel­che Kon­fes­si­on Kirche und so wei­ter.

           Im Haus an­ge­kom­men schau­te ich mich mal um, es war vol­ler In­dia­ner Sa­chen und sah sehr gemüt­lich aus. Ein run­des großes Holz­haus. Der Wa­gen Star­te­te nach drei­ma­li­gen Durch­dre­hen und Gas­ge­ben - dann war ich un­ter­wegs. - zurück nach Prin­ce Al­bert. Spät Abends tank­te ich bei Len` s Gas Bar in Big Ri­ver für 23 Dollar Nor­mal­ben­zin. Dann ging`s wei­ter. Ich fühl­te mich gut, vom Knie merk­te ich nichts mehr, denn das war ja für ei­ne Wei­le kalt­gestellt, so­lan­ge bis ich ihm die Er­laub­nis gab, zu Hei­len. Um 23.07 Uhr hat­te ich die Rech­nung im Ken­tucky Fried Chic­ken be­zahlt in Prin­ce Al­bert - kurz da­nach schlief ich schon wie­der im Mo­tel.

Am fol­gen­den Mor­gen früh­stück­te ich um 9 Uhr im Coun­try Kit­chen, ging dann zur Post und sen­de­te mei­ne vie­len Filme zurück nach Deutsch­land zum entwic­keln. Da­nach pack­te ich al­les ins Au­to, zahl­te mei­ne Re­chung im Co­ro­net und fuhr los Rich­tung The Pas Ma­ni­to­ba. Um 12.10 Uhr Tank­te ich noch­mal bei Jif­fys Es­so Sta­ti­on in Prin­ce Al­bert für 10,50 Dollar plus 1,15 Dollar Steu­ern. Nun ging`s wie­der Richtung Osten auf der 55 dann über ge­teer­te Straße, alles war Flach­land hier oben. Am En­de der ge­ra­den Strec­ke fängt die Straße wie­der an kur­vig zu wer­den, dort ist viel Wald und Hü­gel und ei­ne Nicht-‑Farmland­schaft. Ich fuhr über vie­le Bäche, stei­le Schot­terstraßen hoch und run­ter, bis mir ein Ford ent­ge­gen kam. In ihm war ein RCMP Po­li­zist. Er woll­te wis­sen was ich ma­che. Na und dach­te ich, mich in­ter­es­siert es nicht was er macht, und was ich ma­che ist al­lei­ne mei­ne Sa­che. Aber so er­zähl­te ich ihm was ich so ma­che, er woll­te mein Pass se­hen, ich zeig­te ihm den Pass, er glotz­te rein, dann gab er ihn mir zurück und brau­ste wei­ter. Ich auch, ich gab mäch­tig Gas, schleu­der­te manchmal auf der Straße herum da es feucht und Sand­straße war und we­gen an­de­rer Begrün­dun­gen. An­son­sten war nie­mand auf die­ser langen Strec­ke un­ter­wegs ge­sehen. Erst als ich auf die 9 kam wa­ren zwei Au­tos auf der Straße.

Ich über­qu­er­te ir­gend­wo die größte Gren­ze die es Welt­weit gibt, näm­lich die Gren­ze in den Köp­fen der Blin­den Men­schen mit ih­rer Hab und Macht­gier und Angst, die Gren­ze zu Ma­ni­to­ba da­ge­gen war von all dem frei, und sau­ste rein nach The Pas.

13 Grad im Zelt. Bin um 7.30 Uhr auf­ge­stan­den. Blö­de Mo­tor­boot fah­re­rei. Die Leu­te fuh­ren Nachts wild auf dem See herum, sie wa­ren be­trun­ken, der Voll­mond be­leuch­te­te den See, das war um 1.30 Uhr. Aß kal­tes Müs­li zum Früh­stück, dann ver­arz­te ich mich so gut es ging. Ich hat­te star­ke Schmerz­tablet­ten da­bei, Co­dein. Nahm aber kei­ne. Ver­kleb­te mei­ne Fin­ger, die Ris­se, mit Han­sa­plast. Das Knie wur­de schlim­mer. Dann traf ich ei­ne Ent­schei­dung und sag­te mir, ok, nun das Wis­sen nut­zen und an­wen­den - da ich wusste das ich nicht der Kör­per bin, son­dern ei­nen Kör­per ha­be, zog ich mei­ne Le­bens­ener­gie aus dem Kör­per nach Oben, bis über dem Knie, und so­fort waren kei­ne Schmer­zen mehr vor­han­den. Ich wür­de wie­der in den Teil des Kör­pers ge­hen wenn ich be­reit war das Knie aus­zu­ku­rie­ren. Das wars dann. Jetzt ging`s wie­der viel leich­ter. 

  Nun musste ich durch ein Wirr­warr von In­sel­landschaf­ten im­mer Rich­tung Sü­do­sten. Das Wet­ter war pri­ma. Wie­der 25-27 Grad, Wol­ken­los. Ich wusste nicht das ich heu­te vie­le lan­ge Por­ta­gen ma­chen würde. Das ich ei­ne Schlamm­schlacht le­ben müsste und das ich wie­der to­tal am En­de mei­ner Kräf­te an­kommen wür­de. Das ich die Schnau­ze voll­ ha­ben wür­de, um es mal Poe­tisch zu For­mu­lie­ren. Mensch­lich, nicht Hei­lig. Die Pad­de­lei ging vor­bei an Paul und Sankt Ben­net In­sel, durch den Mc Do­nald Ka­nal, zu den Robert­son Fäl­len - und dann war`s in­zwi­schen auch wieder Dun­kel­grau ge­wor­den und mäch­ti­ge Ge­wit­ter legten da los. Ich stand an den Fäl­len und musste sie um­tra­gen. Al­les war sehr glit­schig, et­wa 400 Me­ter hoch, dann steil run­ter, aber die Fäl­le sa­hen wun­derschön aus, be­stimmt gut zum Fi­schen. Ich mach­te kei­ne Fotos mehr. Es goss aus al­len Roh­ren. Das war mal wie­der mei­ne Lieb­lings­be­schäf­ti­gung im Re­gen schuf­ten. Ich ging so­gar ei­ne Zeit­lang Bar­fuss denn die Schu­he wa­ren durch­nässt vom Re­gen und dem Wasser im Ka­nu, das schwer am Lec­ken war. 

  Wäh­rend ich diesen Berg­hang hoch­ schlepp­te durch den Wald und über mir die Blit­ze grell­ten und Don­ner tob­te, war ein Ground­hog, ein Erd­hund, am Wald­pfad der Por­ta­ge und schau­te mir zu wie ich da flu­chend schimp­fend schuf­tent durch das nas­se Grün schlepp­te. Er Lächel­te zu­frie­den. 

  Dann das Ka­nu, Mensch, sah das Lä­diert aus. Ich be­kleb­te es erst ­mal wie­der als ich auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te an­kam. Et­was später, ich pad­del­te Barfuss, kam auch die Son­ne wie­der her­vor. Dann die näch­sten Fäl­le Twinn­falls, auch da musste ge­schleppt wer­den, als ich dort an­kam, leg­ten auch ei­ni­ge an­de­re Ka­nus an, kräf­ti­ge Män­ner, sie sa­hen in was für ei­ner Ver­fas­sung ich war, das war nicht die Ver­fas­sung die sich De­mo­kra­ten ger­ne ge­ben auch wenn sie noch Raub­men­schen geblie­ben sind - und aus der daraus fol­gen­den Lo­gik müsste ein je­dem klar sein was die Mensch­li­che Ge­sell­schaft vorerst noch zu er­war­ten hat in Be­zug zu wirk­li­chem Recht und wirk­li­cher Demo­kra­tie und wirk­li­cher Ver­fas­sung. Ei­ner der großen Fleischmän­ner trug mein Ka­nu. Ich war die­sem kräf­tigen Ka­na­dier sehr Dank­bar.

Das sag­te ich ihm auch. Es war ei­ner die­ser gutaus­se­hen­den ka­na­di­schen Män­ner, halt ein En­gel­kana­dier. Wir mussten durch Ur­wald mit dic­ken um­gefal­le­nen Baum­stäm­men die über­stie­gen wer­den mussten, ei­ne Mords Schuf­te­rei. Ei­ner hat­te ei­nen wun­der­schö­nen Fuch­sähn­li­chen Hund der brav am an­de­ren En­de der Por­ta­ge blieb und ei­nen be­grüßte wenn man wie­der an­kam. 

  Ich war Phy­sisch mehr als aus­ge­brannt. Ich schaff­te al­les nur noch mit Wil­lens­kraft. Mein Kör­per war nur noch ein Ar­beits­or­ga­nis­mus. Oft rut­sche man auf den Bäu­men aus, und der Bo­den war auch glatt. Die Ka­nadier wa­ren schon weg als ich mei­ne rest­li­chen Sa­chen auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te hat­te. 

  Der See war sehr flach und vol­ler Ufer­pflan­zen ein schö­ner An­blick in das kla­re Was­ser hin­ein. Die­ser Park ist wirk­lich ei­ne Au­gen­wei­de, was be­son­deres. Ein wun­der­schö­nes Stück Er­de. 

  Dann ging`s zer­schun­den, Lä­diert weiter. Ich sang wie­der den Blah Blah Blues. Es sind vie­le Men­schen hier in dem Na­tio­nal­park ... Bloß ei­nes war ganz klar ein NEIN, in die­ser Schön­heit dür­fen kei­ne Mo­tor­boo­te rein, hier dürf­te al­les nur mit Ka­nu ge­macht wer­den. Die Vögel, weg, die Pe­li­ka­ne, weg, die wür­de ich erst wieder am En­de des Sees tref­fen am En­de des Parks wo kei­ne Men­schen wa­ren. Mo­tor­boo­te pas­sen ein­fach nicht in das Lo­nely Land. Kei­ne Loons rie­fen hier, kei­ne En­ten kei­nen Ad­ler, al­les war Weg­mo­to­riert. Ein­mal war ich in ei­ner wun­der­schö­nen Bucht, da kam ein Mann mit sei­ner Frau in ei­nem rie­sen Motor­boot an­ge­saust, 150-PS-Mo­tor, sie hiel­ten an, Angel­ten 5 Mi­nu­ten und sag­ten ahh Shit, hier ist nix, und sau­sten dann wei­ter. Ty­pi­sche Re­tor­ten Menschen durch die Wer­bung hoch­ge­zo­gen so wie Marl­bo­ro Coun­try die Men­schen mehr und mehr ver­blö­det, und die freu­en sich dar­über wei­te­re verblö­det zu ha­ben.   Es gab auch Stel­len, wo ich sehr gut Kom­bi­nie­ren musste, da stimm­te die Kar­te nicht mehr, Le­ben ist ja ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ver­än­derung, aus In­seln wer­den Halbin­seln und um­ge­kehrt, Land ver­san­det, Bäu­me fal­len um durch Stür­me und al­tern, Kon­tu­ren wer­den verän­dert, und es gab jetzt ei­ni­ge Si­tua­tio­nen wo die In­seln die ich da vor mir hat­te kei­ne mehr wa­ren, das war über­wach­sen, mit Schilf und es wa­ren Halbin­seln ge­wor­den.

Wäh­rend der Fahrt kam ich an ei­ner win­zigen Insel vor­bei. Am Ufer lie­fen zwei wun­der­schö­ne jun­ge Hun­de, ganz wu­sche­li­ge Schä­fer­hun­de ganz al­lei­ne herum. Neu­gie­rig folg­ten sie mir am Ufer und schauten mir lan­ge Zeit nach. Et­was wei­ter war ein An­gelcamp. Doch die Hun­de wa­ren al­lei­ne auf der In­sel. 

  Ich Pad­del­te mit Kom­pass auf Sicht, vor­bei an vie­len klei­nen In­seln. Es ging nun Rich­tung Sü­den, St­an­ly Mis­si­on dem Cree In­dia­ner Re­ser­vat. Die Son­ne knall­te wie­der her­un­ter, so konn­te ich zum er­sten­mal mein Hemd aus­zie­hen, ich war völ­lig abge­ma­gert, völ­lig. 

  Auf ei­ni­gen der In­seln standen Zel­te. Ur­lau­ber im Na­tio­nal­park. Dann kam ich an den Ka­na­diern vor­bei die mein Ka­nu ge­tra­gen hat­ten. Sie hat­ten ei­ne große Lei­ne auf­ge­spannt und ih­re Klei­dung hing im Wind. Sie tran­ken Bier aus Do­sen. Zu­erst woll­te ich zu ih­nen ge­hen mit ih­nen Cam­pen, doch was hielt mich da­von ab, nein, ich fah­re wei­ter, Zel­te al­lein. Et­wa 1000 Meter wei­ter fand ich ei­nen wun­der­schö­nen Platz. Ich zeich­ne­te die Stel­len gar nicht mehr auf der Kar­te ein wie am An­fang. Ich wusste aber wo ich war, aber so mü­de war ich. Ei­ne wun­der­schö­ne Stel­le war das. Ich weiß nicht mehr ob es ei­ne In­sel oder Halbin­sel war. Je­den­falls musste ich mei­ne Sa­chen hoch­ tra­gen auf ei­ne glat­te Stel­le die to­tal mit dic­kem Moos be­wachsen war. Zwi­schen Fich­ten stell­te ich das Zelt auf, sagen­haft schö­ner Platz. Es wür­de ein fe­dern­des Schlafen wer­den vol­ler Aro­ma­ti­scher Düf­te. Ich koch­te nun schon seit 2 Ta­gen nicht mehr, aß al­so wie­der trockenes Müs­li, ge­trock­ne­te Früch­te. Die­se ­Tour hats in sich. Bo­dy Buil­ding, Diät­mäßig, Kör­per­schlacht, Ma­teri­al­schlacht, na­ja. Der Abend wur­de ein­fach Fan­tastisch. Ich saß er­höht, oben auf der In­sel, über­schau­te an­de­re na­he In­seln. Kein Wind, das Was­ser wur­de in Rosa­ro­tes Licht ge­flu­tet. Ei­ne ganz dic­ke Weiße Wol­ke kam an ei­ner Sei­te hoch. Türm­te sich sehr hoch auf, strahl­te Schnee­weiß. Dar­über der Him­mel, Blass bis Tief­blau. Am Ho­ri­zont der Son­nen­un­ter­gang Zar­trosanes Leuch­ten. Die Kon­tu­ren der Bäu­me ge­gen das Licht. Un­ten am Ufer jag­te ein großer Hecht, die kleinen Fi­sche spran­gen aus dem Was­ser als er hin­ter ihnen her war, um sich zu Ret­ten. Der Ho­ri­zont wur­de rich­tig Ro­sa­gol­den. Das spie­gel­te sich im Was­ser. Über mir fin­gen die Ster­ne an zu leuch­ten. Ein Vo­gel fing an zu Sin­gen. Er wür­de die gan­ze Nacht durch­singen. Da­mals wusste ich nicht das es der Veery war.. Das wusste ich erst als ich wie­der in der BRD war und die Vo­gel­stim­men­ka­sset­te hör­te die ich in Win­ni­peg im Zoo gek­auft hat­te, und nun die Stim­men ver­glei­chen konn­te. Die­ser Veery singt und singt und singt und singt. Er hat ei­ne sehr schö­ne Ge­sangs­stim­me. Ich freu­te mich schon bald wie­der ei­ne neue An­gel zu kau­fen, zu Fi­schen, das fehl­te. Fri­sche Zan­der­fi­les, Hech­te, auf so ei­ner Tour, das war wich­tig. Der Ofen hat­te mir sehr ge­fal­len. Die Wär­me die schmack­haf­ten heißen Pfan­ne­ku­chen. Oh­ne dem war ich noch leichter Aus­ge­po­wert, fer­tig. Mein Hin­tern hör­te gar nicht mehr auf zu schmer­zen. Da nun kein Wind war, und es dunk­ler wur­de wa­ren nun die win­zig­sten No-‑Seums da, das sind sol­che klei­nen Beißin­sek­ten das sie fast nicht zu se­hen sind. Sie er­schei­nen bloß als winzig­stes Fleck­chen auf der Haut. Aber die kön­nen zubeißen, vom fein­sten. Aber dafür war das North Fa­ce V 23 sehr gut aus­gerü­stet, denn sein In­nen­zelt war aus An­ti-‑No-‑Se­um Ma­te­ri­al, so fein, das auch die­se fei­nen Blut­sau­ger nicht durch­ka­men. und ein schö­nes schlafen Ga­ran­tie­ren.. Ich hat­te schon an­de­re Zelt­zei­ten erlebt wo ich mor­gens auf­wach­te und mei­ne Au­gen nicht mehr öff­nen konn­te weil sie zer­bis­sen wa­ren.

Ich sprüh­te mei­ne Haut ein und blieb draußen sitzen, es war ein­fach zu schön. Wenn die­se Tei­le der Er­de, und es gibt ja ei­ni­ge sehr schö­ne Plät­ze auf der Er­de schon so schön sind, wo wer­den dann wohl die höhe­ren Wel­ten sein, je­ne Wel­ten und Uni­versen die to­tal aus Licht ge­macht sind, wo es kei­ne Kom­pri­mier­te Ma­te­rie gab, ver­dich­te­tes Licht und Ton, wie hier auf die­ser Er­de und die­sem Uni­ver­sum. Ich freu­te mich schon darauf.. Ich über­leg­te mir auch, nachdem ich das Ka­nu wie­der re­pa­riert ha­be, mit ei­ner doppel­ten Schicht Fiberglas ver­stärkt ha­be, näm­lich das, was die Fir­ma Mo­hawk ver­ges­sen hat­te - ob ich nicht dann von Pu­katawa­gan  erst ­mal 1-2 Wo­chen auf ei­ne In­sel fah­re und dort mein Knie aus­ku­riere und viel Me­di­tie­re - ein Me­di­ta­ti­ves Le­ben ma­che - in­zwi­schen war es 22.45 Uhr - der „Veery“ sang und sang. Ein Pe­li­kan glitt in­ dem Licht oh­ne Flü­gel­schlag an mir vor­bei, ganz na­he über mei­nem Kopf. Der Hecht jag­te immer noch da unten, ab und an war wie­der der Schwall Was­ser zu se­hen und das Sprin­gen der klei­nen Fi­sche aus dem Was­ser. Dann war ganz plötz­lich ein star­ker Wind da. Ob das was mit der großen weißen Wol­ke zu tun hat­te. Ich stand auf und ging zum Zelt. Der Wind war in sehr kur­zer Zeit enorm auf­ge­braust - aber da oben zwi­schen den Bäumen war kaum Wind, das Zelt lag gut ge­schützt. Hof­fentlich fällt kein Baum um, denn es la­gen sehr vie­le um­ge­falle­ne Bäu­me herum. Dann ging ich in das Zelt, es war schon Dun­kel. Als ich mich auf die Ma­trat­ze leg­te - ah­hhh, ei­ne wei­che Be­we­gung ein Duft - fa­bel­haft ... ich schlief wie ein Stein, wie zwei Stei­ne - drei - ... Ge­gen 3 weck­te mich ein Eich­hörn­chen - es war am Zelt - woll­te rein­kom­men - der Veery sang immer noch - ich schlief wei­ter - draußen war es noch win­dig. Wach­te um 5 Uhr wie­der auf - am Frei­tag, den 29. Ju­ni. 

  Mei­ne Fin­ger wa­ren ganz Steif, das Knie auch. Un­ten gluck­ste das Was­ser am Ufer. Zwei Vö­gel san­gen die ich nicht kann­te. 27 Ta­ge bin ich unter­wegs. 15 wa­ren ge­plant, und das soll­te schon viel sein. 12 Ta­ge al­lei­ne bloß vom Wind auf­gehal­ten. Es war 13 Grad im Zelt. Ich ging zum Ufer um mich zu wa­schen. Dann pack­te ich die Sa­chen wie­der zu­sam­men. Die Ar­beit wur­de zu ei­ner Last. Da­nach als al­les fer­tig war es­se ich noch ein Müs­li und fah­re los.   Der Wind kommt stark aus dem Nor­den, fällt mir in den Rüc­ken, schiebt mich, wird ja auch mal Zeit, denn ich fah­re Rich­tung Sü­den. St­an­ly Mis­si­on ist noch et­wa 20 km ent­fernt. Ich bin fix und fer­tig mit dem Ka­nufah­ren. 

  Nach kur­zer Zeit wird das Paddeln ei­ne schwer­fäl­li­ge Pla­ge. Ich kann nicht mehr Sit­zen und stehe und Padd­le im Ste­hen. Sehn­suchts­voll er­war­te ich das En­de der er­sten Etap­pe. Es dau­ert, und dauert und dau­ert - mei­ne Phy­si­sche Kraft ist nicht mehr exi­stent. Ich le­be aus der Quel­le leich­ter Qualen. - aber kei­ner kanns für mich tun - al­so weiter wei­ter wei­ter.. Ich weiß von der Kar­te her zu beur­tei­len das es nicht mehr weit sein kann. Ich muss St­an­ly Mis­si­on schon von weitem se­hen kön­nen, da es ei­ne ge­ra­de Li­nie ist die ich hin­un­ter­fah­re. Im stehen pad­delnd lang­sam schwer­fäl­li­ges Pad­deln, mit Blick auf die Häu­ser die da sein müs­sen.. Ich war mir nicht si­cher wie ich da weg­kom­men wür­de ob da ei­ne Straße war. Dann sehe ich die er­sten hel­len Häu­ser, ich bin noch weit ent­fernt. Im ste­hen padd­le ich wei­ter - wei­ter - wei­ter - ich ha­be schon längst kei­ne Kraft mehr um zu­zu­le­gen.. Ich sehe die­se schö­ne Holz­kir­che auf der lin­ken Sei­te der Landspit­ze - dann le­ge ich end­lich am Ufer an der Ortschaft an. Ei­ni­ge an­de­re Ka­nus sind da ei­ne Grup­pe et­wa 6-7 Stück wer­den ge­ra­de ver­la­den. Ich fra­ge In­tui­tiv wo sie hin­fah­ren was sie ge­macht ha­ben - sie fah­ren zurück nach Prin­ce Al­bert... Könnt ihr mich mit­neh­men fra­ge ich - ja - ant­wor­tet die Frau, wenn du es schaffst - wir wol­len bald los. 

  Da sind vie­le Schü­ler die ganz auf­ge­regt sind. Die ha­ben ei­ne Ka­nu­tour mit ih­rer Klas­se ge­macht. Zwei große Vans ha­ben sie und da ist auch ein Bus in­dem die Klas­se fährt. 

  Ich kann bei ih­nen im Van mit­fah­ren. So­fort la­de ich mei­ne Sa­chen in ih­ren Van und das Ka­nu wird auf ei­nem Ka­nu Rack be­fe­stigt - dann gehe ich zum Northern Sto­re und hol­te mein Pro­vi­ant Pac­ket ab. Da war es. Es wür­de auch noch in ei­nem Jahr da sein. Pri­ma so ­was. Die Frau war freund­lich, ei­ne Cree­frau, rund und mol­lig, ge­sund sah sie aus. 20 Mi­nu­ten später war ich auf dem Weg nach Süden zur Haupt­stadt von Sas­kat­che­wan Prin­ce Albert. Ich glau­be das ist sie, oder ist es Re­gi­na. Und dann ein rie­siges ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh­h­hh, Er­leb­nis. Ich saß auf ei­nem kom­fort­ab­len Auto­sitz in ei­nem neu­en Blau­en Pon­tiac Bus, oder Van. Re­creati­on Car. 

  Die Men­schen mit denen ich fuhr wa­ren er­holt und be­gei­stert von ih­rer 5 Ta­ge Tour. Sie wa­ren Rich­tung San­dy Bay geur­laubt und dann wie­der zurück. Al­le wa­ren Glück­lich mit die­ser Ka­nu­tour, das ist die Rich­tung die von St­an­ly Mis­si­on wei­tergeht, Rich­tung Osten. Die hät­te ich auch pad­deln müs­sen, wenn nicht das Wet­ter und so wei­ter mich um­dis­po­nie­ren ließ.. 

  Wir fuh­ren auf der 915 Schot­ter­straße durch den La Ron­ge Pro­vin­ci­al Park. Wirk­lich ein Ju­wel. Da haben sie sich was schö­nes still­ge­legt, aber hof­fent­lich wer­den sie so wach sein das sie kei­ne Mo­tor­boo­te mehr er­lau­ben, das ist ein­fach Dumm, in die­ser Natur, ins­be­son­dere als Na­tio­nal­park, da passt kein Motor rein. Es gibt genü­gend Land für die Mo­tor­bootfah­re­rei in Ka­na­da. Ich hof­fe das die Wei­sen mal wacher wer­den.. 

  Dann bo­gen wir auf die 102 Richtung La Ron­ge. Die Frau woll­te wis­sen was ich so ge­macht hät­te auf der Kanu­tour, al­so er­zähl­te ich ei­ni­ges - sie sta­un­te. 

  In La Ron­ge an­ge­kom­men fuhren sie zu ei­ner Camp und An­gel Lod­ge von denen sie die Ka­nus ge­mie­tet hatten. Als wir auf das Land der Lod­ge fuh­ren und ich den schö­nen ge­pfleg­ten Ra­sen sah der bis zum See führ­te, die schö­nen Fich­ten und an­de­ren Bäu­me die verein­zelt da­stan­den, die wun­der­schö­nen Holz­häu­ser die ge­mie­tet wer­den konn­ten, und die­se schö­ne stil­le ge­pfleg­te At­mosphä­re auf­nahm, da fühl­te ich mich sehr wohl da. Die Men­schen wa­ren sehr Har­mo­nisch dort und hat­ten einen aus­ge­g­li­che­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ven Kon­takt. Da war Zu­frie­den­heit die ich da er­leb­te. Al­les sah sehr ge­pflegt aus. Ich freu­te mich mal wie­der mit Men­schen zu­sammen zu sein, egal ob mit Freun­den oder auch mit den mög­li­chen und re­alen Fein­den, es ist al­le­mal in­ter­es­sant. Dann fuh­ren wir wei­ter. 

  Un­ter­wegs er­zähl­te ich ih­nen das ich über die­se Rei­se ein Buch schrei­ben wer­de. Sie frag­te ob ich schon Bü­cher veröf­fent­licht hät­te und ich fan­ta­sier­te ihr vor ... Ja Ja mei­ne Bü­cher er­rei­chen in der BRD ei­ne Ver­kaufs­auf­la­ge von 50 000 Stück - als ich ihnen das sag­te be­merk­te ich die Zu­frie­den­heit in ih­ren Ge­sich­tern. Das ge­fiel ih­nen je­man­den mit­ge­nommen zu ha­ben der er­folg­reich war, der gutes Geld ver­dien­te, sein Le­ben mach­te und kei­ne Last war für an­de­re. Ich hat­te schon öf­ter in mei­nem Le­ben, Situa­tio­nen zum schö­ne­ren ge­bracht, in­dem ich mei­ne Fan­ta­sie an­wen­de­te, egal ob das nun stimm­te oder nicht, ich wür­de sie so­wie­so mit größter Wahr­scheinlich­keit nicht wie­der­se­hen, und wenn schon, aber es ging um Jetzt, nicht um ir­gend­wel­che Wahrheiten, trotz­dem, so­gar die Fan­ta­sie ist ja ei­ne Wahrheit. 

  Dann fuh­ren wir am un­ge­fäh­ren Geo­gra­phi­schen Zen­trum Sas­kat­che­wans vor­bei. Un­se­re Un­ter­haltung war Flott, die bei­den, er und sie wa­ren Leh­rer, leb­ten in Sas­ka­toon. Sie hat­ten ei­nen Über­nachtungs­stop in Prin­ce Al­bert ein­ge­plant und schon Zimmer re­ser­viert. Ich er­zähl­te ih­nen das ich von Prin­ce Al­bert Tram­pen woll­te oder mit dem Bus hoch nach der Ort­schaft Ile A La Cros­se um dort mei­nen Wa­gen abzuho­len.. Aber erst­ mal woll­te ich mich pfle­gen. 

  Dann fuh­ren wir am Prin­ce Al­bert Na­tio­nal­park vor­bei und kur­ze Zeit später wa­ren wir in Prin­ce Albert. Sie fuh­ren mich zu zwei Mo­tels, das er­ste war voll in­dem sie wa­ren, aber im zwei­ten, dem Co­ro­net Mo­tor Inn an der 3551 Se­cond Ave­nue West, Tel. 764-6441, da war ein Zim­mer frei, mit Bad und Dusche, das Bad war jetzt am wich­tig­sten. Ich lud al­les aus, die Leh­rer hal­fen mir, dann sag­ten wir Good Bye. Nach­dem ich ein­ge­scheckt war, für 49 Dollar am Tag, trug ich das Ka­nu in den Flur, di­rekt ne­ben mei­ner Zim­mer­tür - klas­se was hier al­les mög­lich ist dach­te ich, man kann so­gar sein Ka­nu mit­neh­men, to­leran­te Men­schen hier, sehr viel Ver­stand, er ist noch weit, hat Raum, wie die Größe des Lan­des. Und dann wur­de erst­ mal die Ba­de­wan­ne voll heißem Was­ser ge­füllt. Ich sah Übel aus, sehr Übel, als ich mich im Spie­gel sah, tie­fe dic­ke dun­k­le Augen­rän­der, die Wan­gen ein­ge­fal­len, die hel­le Ho­se war mehr als drec­kig von der letz­ten Sumf­por­ta­ge da im Ge­wit­ter mit dem Aus­rut­schen. Wäh­rend das Was­ser in die Wan­ne lief mach­te ich dann noch ein Foto im Flur mit dem Ka­nu. und Mir. Ich stell­te das Sta­tiv auf und stütz­te mich mit der rech­ten Hand gegen die Wand ab. - und dann aber ab, weg, run­ter, die Klei­dung auf den Bo­den ge­schmis­sen und ab in die Wan­ne - ... ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh ... uh­h­h­h­h­h­hh­hh, ... schöööööööööööööööön. Ich saß zwei Stun­den in der Wan­ne, ließ fri­sches Was­ser nach­laufen, und ruh­te mich ein­fach aus, aus, aus - das tat gu­u­u­u­ut. Heiß­was­ser­quel­len sind ja alt­be­kann­te Gene­sungs­quel­len ins­be­son­de­re wenn sie natür­lich Mine­ra­lisch sind. Schon die Ne­an­der­ta­ler nutz­ten sie und auch die Cro Magnum Frau­en wa­ren da­mit sehr zu­frie­den, so­gar die Ele­fan­ten die Nil­p­fer­de und auch die Af­fen auf den Ja­pa­ni­schen In­seln su­chen heiße Quel­len auf um sich wohl zu füh­len - die­se Bil­der lie­fen in mir ab - aber auch die Mor­de der Seni­len Rö­mi­schen Po­li­ti­ker die nicht rich­tig Ticken, oder die Schwu­lensze­ne der Dampf­bä­der in den Grie­chisch By­zan­ti­ni­schen Dumpf­puff­sto­che­rei­en in die Arsch- löcher hin­ein - mein Gott muss das Stin­ken - und welch ei­ne falsche Ziel­rich­tung, daraus ist gut er­sichtlich das sie ih­re Sinn­li­che Wirr­nis le­ben, denn die kön­nen ein­fach nicht rich­tig se­hen. 

Aber die­se Wirr­nis in Be­zug zum falschen Se­hen ist auch ein Evo­lu­ti­onä­rer Schritt, der Schritt näm­­lich zur Pol­ver­schie­bung. Ja, nicht nur Pol­ver­schie­bung in Be­zug zu den Erd­po­len, nein, wie im Großen so im Klei­nen wie Un­ten so Oben - auch in der Mensch­lichen Po­la­rität ver­schiebt sich der Pol - denn wenn der Pol völ­lig ge­gen­sätz­lich ist dann ist er wie im Tierreich genau Männ­lich genau Weib­lich, und der Bezug ist dann ein­deu­tig - aber im lau­fe der Evo­lu­ti­on vom Tier zum Men­schen zum Wahr­haf­ti­gen Menschen als Ab­bild Got­tes pas­siert ei­ne Pol­ver­schiebung im Men­schen die ihn dann zu­erst nicht mehr ein­deu­tig die­se ge­schlecht­li­che Fi­xie­rung er­le­ben lässt, und die da­mit ver­bun­de­ne Or­gas­mi­sche Freude, denn auf dem Weg, ech­te Lie­be zu le­ben, und nicht bloß die­se Fick­fi­xie­rung die mit viel Lü­ge und Be­trug ver­bun­den ist und ei­ne bloße Or­ga­ni­sche Zweck­haf­tig­keit ist, da­mit sich Raub­tie­re über­haupt näher kom­men kön­nen, ist die Pol­ver­schie­bung da­zu da von der Se­xu­el­len Bin­dung zur wah­ren Lie­be zu kom­men, denn heu­te kann ja wun­der­bar ge­se­hen wer­den wie die Fick Fack Lie­be be­deu­tungs­los ist und zu kei­ner ech­ten Lie­be un­ter den Men­schen ge­führt hat, im Ge­gen­teil, sie führt näm­lich zur Ver­blö­dung und Ver­lo­gen­heit, und geht nicht weit ge­nug in die Erkennt­nis der Wahrheit hin­ein, und mit die­ser In­ne­ren Pol­ver­schie­bung die auf den Men­schen zu­kommt, schon da­bei ist zu wir­ken, wer­den dann natür­lich die­se al­ten Bin­dun­gen der Fick­phi­lo­so­phie zer­stört wer­den, und das führt zu al­ler­lei Wirr­nis­sen und Zerstörun­gen und da­zu gehört auch die Zer­störung der Ehen die ja am Fließband ab­ge­wrackt wer­den, die­se Pol­ver­schie­bung wird so weit ge­hen, das du we­der Mann noch Frau sein wirst und kei­ne auf das Geschlecht be­zo­ge­ne An­zie­hung mehr er­le­ben wirst sondern ei­ne auf die Lie­be be­zo­ge­ne - nicht wie jetzt das Gela­ber von Lie­be wenn in Wahrheit Fic­ken ge­meint ist, und so wei­ter, denn zbs, Raub­tie­re kön­nen kei­ne wah­re Lie­be le­ben, sie le­ben ei­nen ge­wis­sen Schutz ih­rer Fa­mi­li­en­mit­glie­der den auch noch vie­le Menschen le­ben, und was als Lie­be aus­sieht es aber nicht ist, es ist bloß ein Fünk­chen da­von - da Raub­tie­re und die noch da­mit ver­bun­de­nen Men­schen we­der Selbster­kennt­nis oder Got­te­ser­kennt­nis ha­ben kön­nen, außer der Mensch be­sinnt sich darauf und geht den Weg be­wusst. Das Pas­siert al­les von al­lei­ne und ist Gött­li­che Vor­se­hung, da wer­den die al­ten Re­li­gio­nen nicht mehr hel­fen und auch nicht die al­ten an­de­ren We­ge, all die­se Al­ten Re­li­gio­nen wa­ren ja bloß dem Ver­ständ­nis der je­wei­li­gen Zeit an­ge­paßt und dem damit ver­bun­de­nen Ver­stan­des­mäßi­gen Fähig­kei­ten der da­ma­li­gen Men­schen, aber heu­te sind die Raub­menschen und Men­schen we­sent­lich In­tel­li­gen­ter ge­worden, die die In­tel­li­genz der Kir­chen­für­sten und an­deren Re­li­gi­ons­für­sten oder Re­li­gi­onsteu­fel weit hin­ter sich ge­las­sen ha­ben, selbst die In­tel­li­genz der Wis­senschaft­ler ist schon von vie­len weit weit über­schrit­ten wor­den - ja und des­we­gen ist auf der Er­de un­ter anderem die­se gi­gan­ti­sche Wirr­nis - die­se Un­zu­frie­denheit mit dem nicht mehr Funk­tio­nie­ren des Alther­gebrach­ten, auch nicht mehr mit dem Alther­ge­brach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen, mit ih­ren Wir­ren Ir­ren Aus­wüch­sen, das sind al­les Re­sul­ta­te die­ser Polver­schie­bung die den Men­schen nun durch das Reich der Ir­re und Dun­kel­heit trei­ben und ihm die Mög­lichkeit bie­ten ganz klar Feh­ler ma­chen zu las­sen um endgül­ti­ger Gut von Schlecht un­ter­schei­den zu kön­nen, das Üble vom Schö­nen, die Wahrheit von der UnWahrheit - die Re­sul­ta­te ih­res Han­delns zu er­ken­nen und die da­mit ver­bun­de­nen Wir­kungs­wei­sen, die oft nicht so­fort wir­ken son­dern manchmal erst in späte­ren Le­ben zum Vor­schein kom­men, was al­les noch schwie­ri­ger macht - denn das was zur Zeit auf der Er­de abläuft, egal ob in der Irr­nis­po­li­tik der Raub­säuge­tier­po­li­ti­ker die ja al­le­samt noch im Prin­zip des Tötens ver­bun­den sind, das muss ganz klar er­kannt wer­den, denn sie las­sen für sich Töten und fres­sen das getötet die Lei­che dann im 5 Ster­ne Re­stau­rant von einem Raub­tier­koch - das muss ganz klar er­kannt werden die­se zu­sam­men­hän­ge, denn so­lan­ge das nicht er­kannt wird, wird die Mensch­heit noch an dem Prinzip des Tötens ge­bun­den sein, und wird wei­ter­hin in Krie­ge und Mor­de ver­wic­kelt blei­ben - all das ist in Wahrheit nix neues, das wur­de schon seit Tau­sen­den von Jah­ren er­wähnt, du sollst nicht Töten du sollst deinen näch­sten Lie­ben wie dich selbst, und Gott über alles - bloß dem Men­schen kann aber auch nicht der ge­ring­ste Vor­wurf ge­macht wer­den, das ist am al­lerwich­tig­sten zu wis­sen - kei­nem Mör­der kei­nem Dieb nie­man­dem - es kann bloß er­kannt wer­den wie weit sich je­mand schon ent-‑wic­kelt hat und nicht mehr ver-‑wic­kelt ist. 

  Wenn die Pol­ver­schie­bung dort an­ge­kom­men ist wo sie sein soll ist sehr viel Uhr­zeit ver­gan­gen - das dau­ert noch - aber es kom­men im­mer mehr En­er­gieschü­be der Be­frei­ung von der Ein­po­lig­keit im Menschen - ok, das war ein kur­zer Schwall an Ein­sich­ten - wer mehr da­von wis­sen will der kann ja www. Marti­nus. de an­k­lic­ken - Mar­ti­nus ist der­je­ni­ge der das alles in Jahr­zehn­ten aus­ge­ar­bei­tet hat in Schrift­form - ich war sel­ber in mei­nem Le­ben schon da­mit be­schäftigt aber bin froh das er das ma­chen konn­te, und sowas kann man nicht mit ei­nem Nor­mal­men­schli­chen Be­wusst­sein ma­chen, nein, ihm wur­de natür­lich Hil­fe zu­teil - wun­der­ba­re Hil­fe, die be­ste natür­lich.

Mei­ne Hän­de wa­ren end­lich wie­der et­was beweg­li­cher ge­wor­den, ab und zu tauch­te ich ganz un­ter das Was­ser, der Kopf wur­de ge­wa­schen und mit den Fin­gern be­schruppt, ich hat­te auf der Strec­ke nicht ei­ne ein­zi­ge Zec­ke be­merkt, er­fah­ren, Flöhe ein­mal, ei­nen Blut­sau­ger hat­te ich am Bein gehabt als ich kurz im See stand, ei­nen klei­nen dünnen. Als ich dann in mein Ge­sicht schau­te nach dem Bad da war schon wie­der ein Hauch Ro­si­ger Far­be auf mei­nem Ge­sicht, aber die Stra­pa­zen sie wa­ren weit weit Do­mi­nie­rend sicht­bar.

Dann erst ­mal fri­sche Klei­dung an­ge­zo­gen, was da so als frisch be­zeich­net wer­den konn­te. Die schmut­zigen Sa­chen leg­te ich ins Bad und ließ sie im heißen Was­ser ein­wei­chen. Als ich dann auf die Kar­te von dem Co­ro­net Mo­tel schau­te, sah ich, das heu­te erst der 28. Ju­ni war, mir fiel ein das ich heu­te mor­gen auf dem letz­ten Zelt­platz schon bei Frei­tag, den 29. war - al­so hat­te ich mich da um ei­nen Tag ver­tan - da auf dem schö­nen Zelt­platz mit dem Veery der un­un­terbro­chen sang - na und sag­te ich mir, ei­ne Wahrheitsverän­de­rung macht das nicht. Die­se Zah­len und Ta­ge und Num­mer, das war für mich kei­ne Wahrheit das wa­ren bloß Buch­sta­ben Zah­len, ein Fünck­chen das war al­les

Aber dann ging was los, was ich von mir noch nicht er­lebt hat­te. Ich woll­te ja nun erst ­mal Es­sen gehen, ... ok, ge­macht - di­rekt ge­gen­über vom Mo­tel war ein Ge­bäu­de, das mit der Auf­schrift-‑Coun­try Kitchen warb - al­so Länd­li­che Kü­che - da ging ich hin. Ich setz­te mich nach oben ans Fen­ster. 

  Stan­dard Ein­rich­tung, Ru­sti­ka­le Täu­schung und so­was in Braun - egal.   Ei­ne schö­ne Schwarz­haaari­ge Be­die­nung kam zu mir - der La­den war voll. Sie gab mir die Kar­te und frag­te ob ich ei­nen Drink wol­le ... nein Dan­ke - dann stell­te sie ein Glas Wasser hin - sie sah Flott aus, aber ich war mehr als weit­ent­fernt über­haupt in die Nähe von Bu­sen und Schmu­sen und Küs­sen und Lie­be zu kom­men. Ich be­stell­te ein La­dung Pfan­ne­ku­chen mit Ahorn­si­rup, da­zu ei­ne große Tas­se Ka­kao mit viel Schlagsah­ne, als Vor­spei­se ... da­nach ein T-‑Bo­ne Steak, Me­di­um, Brat­kar­tof­feln und Sa­lat. Als ich das ge­ges­sen hat­te be­stell­te ich noch ­mal das glei­che ... ein leichtes Lächeln husch­te über das Ge­sicht der Kell­ne­rin, ... Als das ge­ges­sen war rief ich sie noch­ mal herüber - und be­stell­te noch ­mal das glei­che, nun war sie doch er­staunt - so ein klei­ner mü­der Typ, wo steckt der das bloß al­les hin, mein­te ich in ih­rem Kopf zu se­hen wie sie das dach­te - sie grin­ste nun doch - ich aber auch. Als ich die drit­te Por­ti­on weg­ge­putzt hat­te rief ich die Kell­ne­rin noch ­mal zu mir herüber - aber nun kam sie mit ei­nem brei­ten Lächeln, ... möch­ten sie zah­len frag­te sie halb war­tend halb ge­wiss - ja das auch sag­te ich - aber erst später. Ich möch­te noch zwei Stück Tor­te mit ex­tra viel Sah­ne und ei­nen großen Be­cher Ka­kao da­zu. Als das al­les ver­speist war, war ich nicht ge­füllt, nein, ich war ein­fach leicht ge­sät­tigt, oh­ne Fülle­ge­fühl. Es war so als ob in mir ein rie­sen Loch war das oh­ne wei­teres noch ein­mal das glei­che es­sen könn­te - aber dann sag­te ich nun ist es wirk­lich gut. 

Nach­dem ich die Be­die­nung zu mir ge­ru­fen hat­te, schau­ten auf einmal 5 von denen in mei­ne Rich­tung - aha, da war Kom­mu­ni­ka­ti­on ab­gelau­fen. Ich gab der jun­gen Frau 5 Dollar Trink­geld - dann trank ich den Sahne­ka­kao zu en­de und ging raus.

In der Nähe war ein Ca­na­di­an Ti­re Ge­schäft, da woll­te ich hin um ei­ni­ges zu kau­fen. Um 19.28 Uhr hat­te ich die Sa­chen be­zahlt, so steht es auf der Rechnung. Ich kauf­te Fiberglas­ma­te­ria­li­en, Spach­tel, Pin­sel, Far­be, Fiberglas­mat­ten, große Men­gen da­von, vie­le Do­sen Här­ter dafür, ins­ge­samt et­wa ein Ge­wicht von 15 Pfund an Fiberglas­pa­ste und Här­ter, da­zu kamen noch ei­ni­ge glit­zern­de Blin­ker, ob­wohl ich von denen nun wirk­lich den Ka­sten voll hat­te. Ich kauf­te ein neues Duct-‑Kle­be­band und das Brau­ne Kle­beband - in al­lem war es ein Wert von 120,88 Dol­lar. Dann ka­men noch­ mal zwei­mal Steu­ern hin­zu, ein­mal Gst und Pst, das sind Staats­steu­ern und Län­der­steu­ern, es ist überall das glei­che Abzoc­ken, dach­te ich. Wie lan­ge wer­den die Men­schen bloß so blö­de blei­ben und sol­che Steu­er­ban­di­ten wählen die dann durch ih­re ei­ge­nen Steu­ern das Le­ben schwer Steu­ern lassen.. Wie blö­de sind Men­schen ge­macht wor­den durch sol­che Ban­di­ten - so­was ru­mor­te in mei­nem Kopf herum. Ins­ge­samt wa­ren es dann 137,80 Dollar. Natür­lich ist die Sicht­wei­se in be­zug zu Steu­ern ein­sei­tig, aber auch die zwei­sei­ti­ge ist nicht bes­ser. Aber so­lan­ge die Men­schen noch dem Tier­reich frönen und sich da­mit ver­bun­den fühlen und auch sind wird Wahrheit ein Be­wusst­seins­zu­stand sein der dem Be­reich der Il­lu­si­on zu­gehört - Ich sel­ber gehör­te noch dem Reich der Tie­re an, auch wenn es im­mer we­ni­ger wur­de, da ich sel­ber noch durch das Töten von Le­be­we­sen da­zu gehör­te, denn das ist die Bindung an das Reich der Tie­re - und erst wenn das vorbei ist wird aus dem Raub­men­schen ein Menschenähn­li­cheres We­sen. 

  Aus die­ser Lo­gik her­aus kann zur Zeit von al­len Mensch­li­chen Sy­ste­men die auf der Er­de da­her­taumeln auch nichts wirk­li­ches wahr­haf­ti­ges und Be­freien­des zum Vor­schein kom­men, es ist das Ge­gen­teil da­von, die Lü­ge die Täu­schung das Mor­den der Betrug, der Schein der Wahrheit auch als Geld­schein dar­ge­stellt, von Raub­säu­ge­tier Di­rek­to­ren oder Pro­fesso­ren und so wei­ter, es geht ein­fach noch nicht anders. Das Be­har­rungs­ver­mö­gen der Raub­men­schen ist ein­fach ih­re Schwe­re­e­ner­gie und die da­mit ver­bunde­ne Wirr­nis die Ihr Ver­stand su­gge­riert, und das soll dann Lo­gisch und Ver­nunft sein. Die­se Raub­säu­ge­tierlo­gik ist das Re­sul­tat der Wirt­schaft­li­chen Ent­schei­dungen Welt­weit, der Wis­sen­schaft­li­chen Ent­schei­dun­gen Welt­weit, und der Po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen Weltweit, und auch der Re­li­giö­sen Ent­schei­dun­gen Weltweit. Trotz­dem geht der Pro­zess der Be­frei­ung wei­ter, und das macht ja das Le­ben so in­ter­es­sant. Als ich anfing mich in die­se Ein­sich­ten hin­ein­zu­stei­gern, ka­men auch sol­che Sprün­ge wie-‑was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Theo­lo­ge nennt - was in­ter­essiert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Kanz­ler nennt, was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Arzt oder Pro­fes­sor nennt ... und so wei­ter.

Wie­der im Mo­tel wur­de al­les ver­packt, und danach ging ich noch ­mal in die Wan­ne und saß da noch­mals 2,5 Stun­den, trank Oran­gen­saft und Ap­felsaft da in der Wan­ne sit­zend und köst­lich Schwit­zend. Gut durch­ge­hitzt ging ich schla­fen. Kein Loon sang, kein Bi­ber klatsch­te, kein Veery flöte­te, kei­ne Müc­ke.

Am 29 Ju­ni war ich schon wie­der um 9 Uhr draußen. Ich hat­te im Coun­try Kit­chen ge­früh­stückt und mich dann mit ei­nem Ta­xi an die Aus­fahrt­straße Rich­tung Shell­brook-‑Green La­ke brin­gen las­sen.. Es reg­ne­te und war to­tal Grau. Ich hat­te bloß mei­nen Roten Ruck­sack mit in­dem ei­ne star­ke Pla­stik­tüte war in der mei­ne Ka­me­ra lag. Die Brau­nen Le­derschu­he wa­ren genau rich­tig für die­ses Wet­ter, auch mei­ne Ro­sa Stoff­müt­ze passte sehr gut zum reg­ne­rischen Grau­en Tag - Der Grü­ne lan­ge Re­gen­man­tel flat­ter­te im Wind. 

  Ich stand 15 Mi­nu­ten bis ein Grüner Ford Pick Up an­hielt, und je­mand frag­te wo ich hin will ... ok - steig auf sag­te die Frau am Steu­er. Ich setz­te mich auf die La­de­fläche, hin­ten, of­fen, und schon ging`s los. Ich freu­te mich das es so schnell ging. Drei Men­schen waren im Au­to. Ei­ne kräf­ti­ge In­dia­ne­rin, ein In­dia­ner Mann, und ein Kind, de­ren Kind. Es Reg­net un­un­terbro­chen wei­ter, aber ich bin wind­ge­schützt da ich gegen die Fen­ster­wand leh­ne und der Fahrt­wind an mir vorbei­saust. Die Frau gibt sehr gut Stoff. Wir ja­gen an den Wäl­dern vor­bei. Ich neh­me mei­ne Ka­me­ra raus und ma­che ei­ni­ge Fotos. Zwei­mal wird das Glas­fenster zur Sei­te ge­scho­ben und ei­ne Fla­sche Sekt zu mir ge­reicht, aber ich vernei­ne freund­lich, ich woll­te nüch­tern sein und brauch­te auch kei­ne Sekt­sprit­ze. Aber die bei­den vor­ne, sie zo­gen sich meh­re­re Flaschen rein. Ich schau­te amü­siert zu.   Nach et­wa 2 Stun­den Fahrt hiel­ten wir an, ich weiß nicht mehr in wel­chem Ort, es war je­den­falls Ty­pisch Coun­try Saskat­che­wan, denn mit­ten im Ort wa­ren große Ge­treide­spei­cher un­mit­tel­bar an der Ei­sen­bahn­schi­ene. Die bei­den gin­gen raus um neu­en Nach­schub zu ho­len. Der Schnaps­la­den den kann­ten sie. Die Frau die et­was kräf­ti­ger und ge­sun­der aus­sah als der Mann, der aber auch kein Sup­pen­kas­per oder Luft­kott­lett war, sah schön  aus. Sie trug ei­ne weiße Blu­se mit großen schwar­zen In­dia­ner­sym­bo­len. Sie hat­te ein vol­les Gesicht, flei­schig mit ei­ner ge­sun­den leich­ten Bräun­lichen Haut­far­be. Hin­ter der ho­hen Stirn war ihr Schwarzes Haar nach hin­ten ge­kämmt. Sie trug ei­ne große Bril­le mit ei­nem durch­sich­ti­gen Ge­stell. Ih­re Na­se war kräf­tig und von den Sei­ten der Na­se gin­gen zwei glat­te Li­ni­en her­un­ter, die ih­re Wan­gen an­zeigten. Die Freund­lich­keit die ich ih­nen ge­gen­über ausstrahl­te mach­te die Frau für kur­ze Zeit stut­zig, sie hat­te wohl zu viel Mist er­lebt, aber dann sieg­te doch das wah­re We­sen, und nicht die Ver­gan­gen­heit und Er­fahrung, und so strahl­te sie auch und ihr Mann ei­ne gutmü­ti­ge Freund­lich­keit wei­ter aus.

                Der Mann trug ei­ne Schwar­ze Stoff­müt­ze. Ein Hirsch war auf die Müt­ze genäht. Vic­to­ria Sak. stand drauf. Nach­dem sie ei­ni­ge Fla­schen Sekt gek­auft hat­ten ging`s dann wei­ter. Nun war die Straße Schot­ter und viel En­ger. Die Wald­zo­ne an bei­den Sei­ten ra­ste an mir vor­bei oder ist es um­gekehrt. Dann hiel­ten sie an, es war Zeit für mich Ade zu sa­gen, denn sie fuh­ren nun ir­gend­wo da in den Busch hin­ein und ich musste auf der 55 blei­ben. 

  Ei­ne Mi­nu­te später stand ich da an der Straße mitten von wer weiß wo. Hin­ter mir Wald, vor mir Wald, da­zwi­schen die Straße. Aber überall blüh­ten Blu­men auf Hochtou­ren. Große Oran­ge­ne 6 Blätt­ri­ge Li­li­en, und sehr vie­le Na­tio­nal­blu­men Sas­kat­che­wans. Ich wur­de noch 3 mal mit­ge­nom­men bis ich über die 155 und dann 908 nach Ile A La Cros­se kam. Die­se et­wa 400 km hat­te ich trotz des Wet­ters in sehr kur­zer Zeit er­reicht. Je­der mit dem ich fuhr ra­ste aber auch was das Zeug her­gab.   Als ich zum Haus des Man­nes kam bei dem ich mein Au­to ge­las­sen hat­te, auf an­raten der RCMP-‑Po­li­zei. sta­un­te ich, es war rund aus Holz ge­baut. Aber kei­ner war da. Mein Wa­gen stand schräg in ei­nem Gra­ben und sah ver­staubt aus. Ich ging zur Po­li­zei und dort sag­te man mir das er außerhalb sei, bei ei­nem großen In­dia­ner­tref­fen ei­nem riesen Fest.   Ich fand je­mand der mich dorthin fuhr. Der jun­ge Mann hat­te nichts an­deres zu tun sag­te er mir als er mich fuhr. 

Als wir in den Wald ka­men, schau­te ich - was war das, es wimmel­te von Zel­ten und In­dia­nern. Sie wa­ren al­le schwer am Fei­ern, lach­ten viel und der jun­ge Mann er­zähl­te mir das es ein Christ­li­ches Fest sei. Zwischen den Bäu­men stan­den die Au­tos, sehr vie­le Autos, da­zwi­schen stan­den die Zel­te, überall wa­ren Feuer, es wur­de ge­bra­ten, ge­trun­ken, und ge­fei­ert. Ich frag­te nach dem Mann der Mein Au­to hat­te und auch der jun­ge Mann such­te mit. Die In­dia­ner sag­ten wir müs­sen tie­fer in den Wald ge­hen. Dann ka­men wir zu ei­ner Lich­tung, ei­ner großen, da war ei­ne Büh­ne aufge­baut und ei­ne Band spiel­te Coun­try We­stern Mu­sik - es war ge­ra­de Pau­se. 

  Wir fan­den den, den ich such­te, ich ha­be sei­nen Na­men ver­ges­sen. Er trug viel Schmuck, Ket­ten, Federn, und ei­nen Hut. Er sah ir­gend­wie Raus­ge­putzt aus. Er gab mir den Schlüs­sel für das Haus und sag­te auch wo der Au­to­schlüs­sel hängt und wem ich den Schlüs­sel dann ge­ben sol­le. Dann fuh­ren wir wie­der zurück.

Der Mann der mich zurück­fuhr er­klär­te mir das die­ser Mann die In­dia­ner tauf­te und das des­we­gen ein so großes Fest ge­macht wur­de, so­zu­sa­gen ei­ne Mas­sentau­fe. Ich frag­te nicht wel­che Kon­fes­si­on Kirche und so wei­ter.

           Im Haus an­ge­kom­men schau­te ich mich mal um, es war vol­ler In­dia­ner Sa­chen und sah sehr gemüt­lich aus. Ein run­des großes Holz­haus. Der Wa­gen Star­te­te nach drei­ma­li­gen Durch­dre­hen und Gas­ge­ben - dann war ich un­ter­wegs. - zurück nach Prin­ce Al­bert. Spät Abends tank­te ich bei Len` s Gas Bar in Big Ri­ver für 23 Dollar Nor­mal­ben­zin. Dann ging`s wei­ter. Ich fühl­te mich gut, vom Knie merk­te ich nichts mehr, denn das war ja für ei­ne Wei­le kalt­gestellt, so­lan­ge bis ich ihm die Er­laub­nis gab, zu Hei­len. Um 23.07 Uhr hat­te ich die Rech­nung im Ken­tucky Fried Chic­ken be­zahlt in Prin­ce Al­bert - kurz da­nach schlief ich schon wie­der im Mo­tel.

Am fol­gen­den Mor­gen früh­stück­te ich um 9 Uhr im Coun­try Kit­chen, ging dann zur Post und sen­de­te mei­ne vie­len Filme zurück nach Deutsch­land zum entwic­keln. Da­nach pack­te ich al­les ins Au­to, zahl­te mei­ne Re­chung im Co­ro­net und fuhr los Rich­tung The Pas Ma­ni­to­ba. Um 12.10 Uhr Tank­te ich noch­mal bei Jif­fys Es­so Sta­ti­on in Prin­ce Al­bert für 10,50 Dollar plus 1,15 Dollar Steu­ern. Nun ging`s wie­der Richtung Osten auf der 55 dann über ge­teer­te Straße, alles war Flach­land hier oben. Am En­de der ge­ra­den Strec­ke fängt die Straße wie­der an kur­vig zu wer­den, dort ist viel Wald und Hü­gel und ei­ne Nicht-‑Farmland­schaft. Ich fuhr über vie­le Bäche, stei­le Schot­terstraßen hoch und run­ter, bis mir ein Ford ent­ge­gen kam. In ihm war ein RCMP Po­li­zist. Er woll­te wis­sen was ich ma­che. Na und dach­te ich, mich in­ter­es­siert es nicht was er macht, und was ich ma­che ist al­lei­ne mei­ne Sa­che. Aber so er­zähl­te ich ihm was ich so ma­che, er woll­te mein Pass se­hen, ich zeig­te ihm den Pass, er glotz­te rein, dann gab er ihn mir zurück und brau­ste wei­ter. Ich auch, ich gab mäch­tig Gas, schleu­der­te manchmal auf der Straße herum da es feucht und Sand­straße war und we­gen an­de­rer Begrün­dun­gen. An­son­sten war nie­mand auf die­ser langen Strec­ke un­ter­wegs ge­sehen. Erst als ich auf die 9 kam wa­ren zwei Au­tos auf der Straße.

Ich über­qu­er­te ir­gend­wo die größte Gren­ze die es Welt­weit gibt, näm­lich die Gren­ze in den Köp­fen der Blin­den Men­schen mit ih­rer Hab und Macht­gier und Angst, die Gren­ze zu Ma­ni­to­ba da­ge­gen war von all dem frei, und sau­ste rein nach The Pas.

13 Grad im Zelt. Bin um 7.30 Uhr auf­ge­stan­den. Blö­de Mo­tor­boot fah­re­rei. Die Leu­te fuh­ren Nachts wild auf dem See herum, sie wa­ren be­trun­ken, der Voll­mond be­leuch­te­te den See, das war um 1.30 Uhr. Aß kal­tes Müs­li zum Früh­stück, dann ver­arz­te ich mich so gut es ging. Ich hat­te star­ke Schmerz­tablet­ten da­bei, Co­dein. Nahm aber kei­ne. Ver­kleb­te mei­ne Fin­ger, die Ris­se, mit Han­sa­plast. Das Knie wur­de schlim­mer. Dann traf ich ei­ne Ent­schei­dung und sag­te mir, ok, nun das Wis­sen nut­zen und an­wen­den - da ich wusste das ich nicht der Kör­per bin, son­dern ei­nen Kör­per ha­be, zog ich mei­ne Le­bens­ener­gie aus dem Kör­per nach Oben, bis über dem Knie, und so­fort waren kei­ne Schmer­zen mehr vor­han­den. Ich wür­de wie­der in den Teil des Kör­pers ge­hen wenn ich be­reit war das Knie aus­zu­ku­rie­ren. Das wars dann. Jetzt ging`s wie­der viel leich­ter. 

  Nun musste ich durch ein Wirr­warr von In­sel­landschaf­ten im­mer Rich­tung Sü­do­sten. Das Wet­ter war pri­ma. Wie­der 25-27 Grad, Wol­ken­los. Ich wusste nicht das ich heu­te vie­le lan­ge Por­ta­gen ma­chen würde. Das ich ei­ne Schlamm­schlacht le­ben müsste und das ich wie­der to­tal am En­de mei­ner Kräf­te an­kommen wür­de. Das ich die Schnau­ze voll­ ha­ben wür­de, um es mal Poe­tisch zu For­mu­lie­ren. Mensch­lich, nicht Hei­lig. Die Pad­de­lei ging vor­bei an Paul und Sankt Ben­net In­sel, durch den Mc Do­nald Ka­nal, zu den Robert­son Fäl­len - und dann war`s in­zwi­schen auch wieder Dun­kel­grau ge­wor­den und mäch­ti­ge Ge­wit­ter legten da los. Ich stand an den Fäl­len und musste sie um­tra­gen. Al­les war sehr glit­schig, et­wa 400 Me­ter hoch, dann steil run­ter, aber die Fäl­le sa­hen wun­derschön aus, be­stimmt gut zum Fi­schen. Ich mach­te kei­ne Fotos mehr. Es goss aus al­len Roh­ren. Das war mal wie­der mei­ne Lieb­lings­be­schäf­ti­gung im Re­gen schuf­ten. Ich ging so­gar ei­ne Zeit­lang Bar­fuss denn die Schu­he wa­ren durch­nässt vom Re­gen und dem Wasser im Ka­nu, das schwer am Lec­ken war. 

  Wäh­rend ich diesen Berg­hang hoch­ schlepp­te durch den Wald und über mir die Blit­ze grell­ten und Don­ner tob­te, war ein Ground­hog, ein Erd­hund, am Wald­pfad der Por­ta­ge und schau­te mir zu wie ich da flu­chend schimp­fend schuf­tent durch das nas­se Grün schlepp­te. Er Lächel­te zu­frie­den. 

  Dann das Ka­nu, Mensch, sah das Lä­diert aus. Ich be­kleb­te es erst ­mal wie­der als ich auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te an­kam. Et­was später, ich pad­del­te Barfuss, kam auch die Son­ne wie­der her­vor. Dann die näch­sten Fäl­le Twinn­falls, auch da musste ge­schleppt wer­den, als ich dort an­kam, leg­ten auch ei­ni­ge an­de­re Ka­nus an, kräf­ti­ge Män­ner, sie sa­hen in was für ei­ner Ver­fas­sung ich war, das war nicht die Ver­fas­sung die sich De­mo­kra­ten ger­ne ge­ben auch wenn sie noch Raub­men­schen geblie­ben sind - und aus der daraus fol­gen­den Lo­gik müsste ein je­dem klar sein was die Mensch­li­che Ge­sell­schaft vorerst noch zu er­war­ten hat in Be­zug zu wirk­li­chem Recht und wirk­li­cher Demo­kra­tie und wirk­li­cher Ver­fas­sung. Ei­ner der großen Fleischmän­ner trug mein Ka­nu. Ich war die­sem kräf­tigen Ka­na­dier sehr Dank­bar.

Das sag­te ich ihm auch. Es war ei­ner die­ser gutaus­se­hen­den ka­na­di­schen Män­ner, halt ein En­gel­kana­dier. Wir mussten durch Ur­wald mit dic­ken um­gefal­le­nen Baum­stäm­men die über­stie­gen wer­den mussten, ei­ne Mords Schuf­te­rei. Ei­ner hat­te ei­nen wun­der­schö­nen Fuch­sähn­li­chen Hund der brav am an­de­ren En­de der Por­ta­ge blieb und ei­nen be­grüßte wenn man wie­der an­kam. 

  Ich war Phy­sisch mehr als aus­ge­brannt. Ich schaff­te al­les nur noch mit Wil­lens­kraft. Mein Kör­per war nur noch ein Ar­beits­or­ga­nis­mus. Oft rut­sche man auf den Bäu­men aus, und der Bo­den war auch glatt. Die Ka­nadier wa­ren schon weg als ich mei­ne rest­li­chen Sa­chen auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te hat­te. 

  Der See war sehr flach und vol­ler Ufer­pflan­zen ein schö­ner An­blick in das kla­re Was­ser hin­ein. Die­ser Park ist wirk­lich ei­ne Au­gen­wei­de, was be­son­deres. Ein wun­der­schö­nes Stück Er­de. 

  Dann ging`s zer­schun­den, Lä­diert weiter. Ich sang wie­der den Blah Blah Blues. Es sind vie­le Men­schen hier in dem Na­tio­nal­park ... Bloß ei­nes war ganz klar ein NEIN, in die­ser Schön­heit dür­fen kei­ne Mo­tor­boo­te rein, hier dürf­te al­les nur mit Ka­nu ge­macht wer­den. Die Vögel, weg, die Pe­li­ka­ne, weg, die wür­de ich erst wieder am En­de des Sees tref­fen am En­de des Parks wo kei­ne Men­schen wa­ren. Mo­tor­boo­te pas­sen ein­fach nicht in das Lo­nely Land. Kei­ne Loons rie­fen hier, kei­ne En­ten kei­nen Ad­ler, al­les war Weg­mo­to­riert. Ein­mal war ich in ei­ner wun­der­schö­nen Bucht, da kam ein Mann mit sei­ner Frau in ei­nem rie­sen Motor­boot an­ge­saust, 150-PS-Mo­tor, sie hiel­ten an, Angel­ten 5 Mi­nu­ten und sag­ten ahh Shit, hier ist nix, und sau­sten dann wei­ter. Ty­pi­sche Re­tor­ten Menschen durch die Wer­bung hoch­ge­zo­gen so wie Marl­bo­ro Coun­try die Men­schen mehr und mehr ver­blö­det, und die freu­en sich dar­über wei­te­re verblö­det zu ha­ben.   Es gab auch Stel­len, wo ich sehr gut Kom­bi­nie­ren musste, da stimm­te die Kar­te nicht mehr, Le­ben ist ja ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ver­än­derung, aus In­seln wer­den Halbin­seln und um­ge­kehrt, Land ver­san­det, Bäu­me fal­len um durch Stür­me und al­tern, Kon­tu­ren wer­den verän­dert, und es gab jetzt ei­ni­ge Si­tua­tio­nen wo die In­seln die ich da vor mir hat­te kei­ne mehr wa­ren, das war über­wach­sen, mit Schilf und es wa­ren Halbin­seln ge­wor­den.

Wäh­rend der Fahrt kam ich an ei­ner win­zigen Insel vor­bei. Am Ufer lie­fen zwei wun­der­schö­ne jun­ge Hun­de, ganz wu­sche­li­ge Schä­fer­hun­de ganz al­lei­ne herum. Neu­gie­rig folg­ten sie mir am Ufer und schauten mir lan­ge Zeit nach. Et­was wei­ter war ein An­gelcamp. Doch die Hun­de wa­ren al­lei­ne auf der In­sel. 

  Ich Pad­del­te mit Kom­pass auf Sicht, vor­bei an vie­len klei­nen In­seln. Es ging nun Rich­tung Sü­den, St­an­ly Mis­si­on dem Cree In­dia­ner Re­ser­vat. Die Son­ne knall­te wie­der her­un­ter, so konn­te ich zum er­sten­mal mein Hemd aus­zie­hen, ich war völ­lig abge­ma­gert, völ­lig. 

  Auf ei­ni­gen der In­seln standen Zel­te. Ur­lau­ber im Na­tio­nal­park. Dann kam ich an den Ka­na­diern vor­bei die mein Ka­nu ge­tra­gen hat­ten. Sie hat­ten ei­ne große Lei­ne auf­ge­spannt und ih­re Klei­dung hing im Wind. Sie tran­ken Bier aus Do­sen. Zu­erst woll­te ich zu ih­nen ge­hen mit ih­nen Cam­pen, doch was hielt mich da­von ab, nein, ich fah­re wei­ter, Zel­te al­lein. Et­wa 1000 Meter wei­ter fand ich ei­nen wun­der­schö­nen Platz. Ich zeich­ne­te die Stel­len gar nicht mehr auf der Kar­te ein wie am An­fang. Ich wusste aber wo ich war, aber so mü­de war ich. Ei­ne wun­der­schö­ne Stel­le war das. Ich weiß nicht mehr ob es ei­ne In­sel oder Halbin­sel war. Je­den­falls musste ich mei­ne Sa­chen hoch­ tra­gen auf ei­ne glat­te Stel­le die to­tal mit dic­kem Moos be­wachsen war. Zwi­schen Fich­ten stell­te ich das Zelt auf, sagen­haft schö­ner Platz. Es wür­de ein fe­dern­des Schlafen wer­den vol­ler Aro­ma­ti­scher Düf­te. Ich koch­te nun schon seit 2 Ta­gen nicht mehr, aß al­so wie­der trockenes Müs­li, ge­trock­ne­te Früch­te. Die­se ­Tour hats in sich. Bo­dy Buil­ding, Diät­mäßig, Kör­per­schlacht, Ma­teri­al­schlacht, na­ja. Der Abend wur­de ein­fach Fan­tastisch. Ich saß er­höht, oben auf der In­sel, über­schau­te an­de­re na­he In­seln. Kein Wind, das Was­ser wur­de in Rosa­ro­tes Licht ge­flu­tet. Ei­ne ganz dic­ke Weiße Wol­ke kam an ei­ner Sei­te hoch. Türm­te sich sehr hoch auf, strahl­te Schnee­weiß. Dar­über der Him­mel, Blass bis Tief­blau. Am Ho­ri­zont der Son­nen­un­ter­gang Zar­trosanes Leuch­ten. Die Kon­tu­ren der Bäu­me ge­gen das Licht. Un­ten am Ufer jag­te ein großer Hecht, die kleinen Fi­sche spran­gen aus dem Was­ser als er hin­ter ihnen her war, um sich zu Ret­ten. Der Ho­ri­zont wur­de rich­tig Ro­sa­gol­den. Das spie­gel­te sich im Was­ser. Über mir fin­gen die Ster­ne an zu leuch­ten. Ein Vo­gel fing an zu Sin­gen. Er wür­de die gan­ze Nacht durch­singen. Da­mals wusste ich nicht das es der Veery war.. Das wusste ich erst als ich wie­der in der BRD war und die Vo­gel­stim­men­ka­sset­te hör­te die ich in Win­ni­peg im Zoo gek­auft hat­te, und nun die Stim­men ver­glei­chen konn­te. Die­ser Veery singt und singt und singt und singt. Er hat ei­ne sehr schö­ne Ge­sangs­stim­me. Ich freu­te mich schon bald wie­der ei­ne neue An­gel zu kau­fen, zu Fi­schen, das fehl­te. Fri­sche Zan­der­fi­les, Hech­te, auf so ei­ner Tour, das war wich­tig. Der Ofen hat­te mir sehr ge­fal­len. Die Wär­me die schmack­haf­ten heißen Pfan­ne­ku­chen. Oh­ne dem war ich noch leichter Aus­ge­po­wert, fer­tig. Mein Hin­tern hör­te gar nicht mehr auf zu schmer­zen. Da nun kein Wind war, und es dunk­ler wur­de wa­ren nun die win­zig­sten No-‑Seums da, das sind sol­che klei­nen Beißin­sek­ten das sie fast nicht zu se­hen sind. Sie er­schei­nen bloß als winzig­stes Fleck­chen auf der Haut. Aber die kön­nen zubeißen, vom fein­sten. Aber dafür war das North Fa­ce V 23 sehr gut aus­gerü­stet, denn sein In­nen­zelt war aus An­ti-‑No-‑Se­um Ma­te­ri­al, so fein, das auch die­se fei­nen Blut­sau­ger nicht durch­ka­men. und ein schö­nes schlafen Ga­ran­tie­ren.. Ich hat­te schon an­de­re Zelt­zei­ten erlebt wo ich mor­gens auf­wach­te und mei­ne Au­gen nicht mehr öff­nen konn­te weil sie zer­bis­sen wa­ren.

Ich sprüh­te mei­ne Haut ein und blieb draußen sitzen, es war ein­fach zu schön. Wenn die­se Tei­le der Er­de, und es gibt ja ei­ni­ge sehr schö­ne Plät­ze auf der Er­de schon so schön sind, wo wer­den dann wohl die höhe­ren Wel­ten sein, je­ne Wel­ten und Uni­versen die to­tal aus Licht ge­macht sind, wo es kei­ne Kom­pri­mier­te Ma­te­rie gab, ver­dich­te­tes Licht und Ton, wie hier auf die­ser Er­de und die­sem Uni­ver­sum. Ich freu­te mich schon darauf.. Ich über­leg­te mir auch, nachdem ich das Ka­nu wie­der re­pa­riert ha­be, mit ei­ner doppel­ten Schicht Fiberglas ver­stärkt ha­be, näm­lich das, was die Fir­ma Mo­hawk ver­ges­sen hat­te - ob ich nicht dann von Pu­katawa­gan  erst ­mal 1-2 Wo­chen auf ei­ne In­sel fah­re und dort mein Knie aus­ku­riere und viel Me­di­tie­re - ein Me­di­ta­ti­ves Le­ben ma­che - in­zwi­schen war es 22.45 Uhr - der „Veery“ sang und sang. Ein Pe­li­kan glitt in­ dem Licht oh­ne Flü­gel­schlag an mir vor­bei, ganz na­he über mei­nem Kopf. Der Hecht jag­te immer noch da unten, ab und an war wie­der der Schwall Was­ser zu se­hen und das Sprin­gen der klei­nen Fi­sche aus dem Was­ser. Dann war ganz plötz­lich ein star­ker Wind da. Ob das was mit der großen weißen Wol­ke zu tun hat­te. Ich stand auf und ging zum Zelt. Der Wind war in sehr kur­zer Zeit enorm auf­ge­braust - aber da oben zwi­schen den Bäumen war kaum Wind, das Zelt lag gut ge­schützt. Hof­fentlich fällt kein Baum um, denn es la­gen sehr vie­le um­ge­falle­ne Bäu­me herum. Dann ging ich in das Zelt, es war schon Dun­kel. Als ich mich auf die Ma­trat­ze leg­te - ah­hhh, ei­ne wei­che Be­we­gung ein Duft - fa­bel­haft ... ich schlief wie ein Stein, wie zwei Stei­ne - drei - ... Ge­gen 3 weck­te mich ein Eich­hörn­chen - es war am Zelt - woll­te rein­kom­men - der Veery sang immer noch - ich schlief wei­ter - draußen war es noch win­dig. Wach­te um 5 Uhr wie­der auf - am Frei­tag, den 29. Ju­ni. 

  Mei­ne Fin­ger wa­ren ganz Steif, das Knie auch. Un­ten gluck­ste das Was­ser am Ufer. Zwei Vö­gel san­gen die ich nicht kann­te. 27 Ta­ge bin ich unter­wegs. 15 wa­ren ge­plant, und das soll­te schon viel sein. 12 Ta­ge al­lei­ne bloß vom Wind auf­gehal­ten. Es war 13 Grad im Zelt. Ich ging zum Ufer um mich zu wa­schen. Dann pack­te ich die Sa­chen wie­der zu­sam­men. Die Ar­beit wur­de zu ei­ner Last. Da­nach als al­les fer­tig war es­se ich noch ein Müs­li und fah­re los.   Der Wind kommt stark aus dem Nor­den, fällt mir in den Rüc­ken, schiebt mich, wird ja auch mal Zeit, denn ich fah­re Rich­tung Sü­den. St­an­ly Mis­si­on ist noch et­wa 20 km ent­fernt. Ich bin fix und fer­tig mit dem Ka­nufah­ren. 

  Nach kur­zer Zeit wird das Paddeln ei­ne schwer­fäl­li­ge Pla­ge. Ich kann nicht mehr Sit­zen und stehe und Padd­le im Ste­hen. Sehn­suchts­voll er­war­te ich das En­de der er­sten Etap­pe. Es dau­ert, und dauert und dau­ert - mei­ne Phy­si­sche Kraft ist nicht mehr exi­stent. Ich le­be aus der Quel­le leich­ter Qualen. - aber kei­ner kanns für mich tun - al­so weiter wei­ter wei­ter.. Ich weiß von der Kar­te her zu beur­tei­len das es nicht mehr weit sein kann. Ich muss St­an­ly Mis­si­on schon von weitem se­hen kön­nen, da es ei­ne ge­ra­de Li­nie ist die ich hin­un­ter­fah­re. Im stehen pad­delnd lang­sam schwer­fäl­li­ges Pad­deln, mit Blick auf die Häu­ser die da sein müs­sen.. Ich war mir nicht si­cher wie ich da weg­kom­men wür­de ob da ei­ne Straße war. Dann sehe ich die er­sten hel­len Häu­ser, ich bin noch weit ent­fernt. Im ste­hen padd­le ich wei­ter - wei­ter - wei­ter - ich ha­be schon längst kei­ne Kraft mehr um zu­zu­le­gen.. Ich sehe die­se schö­ne Holz­kir­che auf der lin­ken Sei­te der Landspit­ze - dann le­ge ich end­lich am Ufer an der Ortschaft an. Ei­ni­ge an­de­re Ka­nus sind da ei­ne Grup­pe et­wa 6-7 Stück wer­den ge­ra­de ver­la­den. Ich fra­ge In­tui­tiv wo sie hin­fah­ren was sie ge­macht ha­ben - sie fah­ren zurück nach Prin­ce Al­bert... Könnt ihr mich mit­neh­men fra­ge ich - ja - ant­wor­tet die Frau, wenn du es schaffst - wir wol­len bald los. 

  Da sind vie­le Schü­ler die ganz auf­ge­regt sind. Die ha­ben ei­ne Ka­nu­tour mit ih­rer Klas­se ge­macht. Zwei große Vans ha­ben sie und da ist auch ein Bus in­dem die Klas­se fährt. 

  Ich kann bei ih­nen im Van mit­fah­ren. So­fort la­de ich mei­ne Sa­chen in ih­ren Van und das Ka­nu wird auf ei­nem Ka­nu Rack be­fe­stigt - dann gehe ich zum Northern Sto­re und hol­te mein Pro­vi­ant Pac­ket ab. Da war es. Es wür­de auch noch in ei­nem Jahr da sein. Pri­ma so ­was. Die Frau war freund­lich, ei­ne Cree­frau, rund und mol­lig, ge­sund sah sie aus. 20 Mi­nu­ten später war ich auf dem Weg nach Süden zur Haupt­stadt von Sas­kat­che­wan Prin­ce Albert. Ich glau­be das ist sie, oder ist es Re­gi­na. Und dann ein rie­siges ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh­h­hh, Er­leb­nis. Ich saß auf ei­nem kom­fort­ab­len Auto­sitz in ei­nem neu­en Blau­en Pon­tiac Bus, oder Van. Re­creati­on Car. 

  Die Men­schen mit denen ich fuhr wa­ren er­holt und be­gei­stert von ih­rer 5 Ta­ge Tour. Sie wa­ren Rich­tung San­dy Bay geur­laubt und dann wie­der zurück. Al­le wa­ren Glück­lich mit die­ser Ka­nu­tour, das ist die Rich­tung die von St­an­ly Mis­si­on wei­tergeht, Rich­tung Osten. Die hät­te ich auch pad­deln müs­sen, wenn nicht das Wet­ter und so wei­ter mich um­dis­po­nie­ren ließ.. 

  Wir fuh­ren auf der 915 Schot­ter­straße durch den La Ron­ge Pro­vin­ci­al Park. Wirk­lich ein Ju­wel. Da haben sie sich was schö­nes still­ge­legt, aber hof­fent­lich wer­den sie so wach sein das sie kei­ne Mo­tor­boo­te mehr er­lau­ben, das ist ein­fach Dumm, in die­ser Natur, ins­be­son­dere als Na­tio­nal­park, da passt kein Motor rein. Es gibt genü­gend Land für die Mo­tor­bootfah­re­rei in Ka­na­da. Ich hof­fe das die Wei­sen mal wacher wer­den.. 

  Dann bo­gen wir auf die 102 Richtung La Ron­ge. Die Frau woll­te wis­sen was ich so ge­macht hät­te auf der Kanu­tour, al­so er­zähl­te ich ei­ni­ges - sie sta­un­te. 

  In La Ron­ge an­ge­kom­men fuhren sie zu ei­ner Camp und An­gel Lod­ge von denen sie die Ka­nus ge­mie­tet hatten. Als wir auf das Land der Lod­ge fuh­ren und ich den schö­nen ge­pfleg­ten Ra­sen sah der bis zum See führ­te, die schö­nen Fich­ten und an­de­ren Bäu­me die verein­zelt da­stan­den, die wun­der­schö­nen Holz­häu­ser die ge­mie­tet wer­den konn­ten, und die­se schö­ne stil­le ge­pfleg­te At­mosphä­re auf­nahm, da fühl­te ich mich sehr wohl da. Die Men­schen wa­ren sehr Har­mo­nisch dort und hat­ten einen aus­ge­g­li­che­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ven Kon­takt. Da war Zu­frie­den­heit die ich da er­leb­te. Al­les sah sehr ge­pflegt aus. Ich freu­te mich mal wie­der mit Men­schen zu­sammen zu sein, egal ob mit Freun­den oder auch mit den mög­li­chen und re­alen Fein­den, es ist al­le­mal in­ter­es­sant. Dann fuh­ren wir wei­ter. 

  Un­ter­wegs er­zähl­te ich ih­nen das ich über die­se Rei­se ein Buch schrei­ben wer­de. Sie frag­te ob ich schon Bü­cher veröf­fent­licht hät­te und ich fan­ta­sier­te ihr vor ... Ja Ja mei­ne Bü­cher er­rei­chen in der BRD ei­ne Ver­kaufs­auf­la­ge von 50 000 Stück - als ich ihnen das sag­te be­merk­te ich die Zu­frie­den­heit in ih­ren Ge­sich­tern. Das ge­fiel ih­nen je­man­den mit­ge­nommen zu ha­ben der er­folg­reich war, der gutes Geld ver­dien­te, sein Le­ben mach­te und kei­ne Last war für an­de­re. Ich hat­te schon öf­ter in mei­nem Le­ben, Situa­tio­nen zum schö­ne­ren ge­bracht, in­dem ich mei­ne Fan­ta­sie an­wen­de­te, egal ob das nun stimm­te oder nicht, ich wür­de sie so­wie­so mit größter Wahr­scheinlich­keit nicht wie­der­se­hen, und wenn schon, aber es ging um Jetzt, nicht um ir­gend­wel­che Wahrheiten, trotz­dem, so­gar die Fan­ta­sie ist ja ei­ne Wahrheit. 

  Dann fuh­ren wir am un­ge­fäh­ren Geo­gra­phi­schen Zen­trum Sas­kat­che­wans vor­bei. Un­se­re Un­ter­haltung war Flott, die bei­den, er und sie wa­ren Leh­rer, leb­ten in Sas­ka­toon. Sie hat­ten ei­nen Über­nachtungs­stop in Prin­ce Al­bert ein­ge­plant und schon Zimmer re­ser­viert. Ich er­zähl­te ih­nen das ich von Prin­ce Al­bert Tram­pen woll­te oder mit dem Bus hoch nach der Ort­schaft Ile A La Cros­se um dort mei­nen Wa­gen abzuho­len.. Aber erst­ mal woll­te ich mich pfle­gen. 

  Dann fuh­ren wir am Prin­ce Al­bert Na­tio­nal­park vor­bei und kur­ze Zeit später wa­ren wir in Prin­ce Albert. Sie fuh­ren mich zu zwei Mo­tels, das er­ste war voll in­dem sie wa­ren, aber im zwei­ten, dem Co­ro­net Mo­tor Inn an der 3551 Se­cond Ave­nue West, Tel. 764-6441, da war ein Zim­mer frei, mit Bad und Dusche, das Bad war jetzt am wich­tig­sten. Ich lud al­les aus, die Leh­rer hal­fen mir, dann sag­ten wir Good Bye. Nach­dem ich ein­ge­scheckt war, für 49 Dollar am Tag, trug ich das Ka­nu in den Flur, di­rekt ne­ben mei­ner Zim­mer­tür - klas­se was hier al­les mög­lich ist dach­te ich, man kann so­gar sein Ka­nu mit­neh­men, to­leran­te Men­schen hier, sehr viel Ver­stand, er ist noch weit, hat Raum, wie die Größe des Lan­des. Und dann wur­de erst­ mal die Ba­de­wan­ne voll heißem Was­ser ge­füllt. Ich sah Übel aus, sehr Übel, als ich mich im Spie­gel sah, tie­fe dic­ke dun­k­le Augen­rän­der, die Wan­gen ein­ge­fal­len, die hel­le Ho­se war mehr als drec­kig von der letz­ten Sumf­por­ta­ge da im Ge­wit­ter mit dem Aus­rut­schen. Wäh­rend das Was­ser in die Wan­ne lief mach­te ich dann noch ein Foto im Flur mit dem Ka­nu. und Mir. Ich stell­te das Sta­tiv auf und stütz­te mich mit der rech­ten Hand gegen die Wand ab. - und dann aber ab, weg, run­ter, die Klei­dung auf den Bo­den ge­schmis­sen und ab in die Wan­ne - ... ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh ... uh­h­h­h­h­h­hh­hh, ... schöööööööööööööööön. Ich saß zwei Stun­den in der Wan­ne, ließ fri­sches Was­ser nach­laufen, und ruh­te mich ein­fach aus, aus, aus - das tat gu­u­u­u­ut. Heiß­was­ser­quel­len sind ja alt­be­kann­te Gene­sungs­quel­len ins­be­son­de­re wenn sie natür­lich Mine­ra­lisch sind. Schon die Ne­an­der­ta­ler nutz­ten sie und auch die Cro Magnum Frau­en wa­ren da­mit sehr zu­frie­den, so­gar die Ele­fan­ten die Nil­p­fer­de und auch die Af­fen auf den Ja­pa­ni­schen In­seln su­chen heiße Quel­len auf um sich wohl zu füh­len - die­se Bil­der lie­fen in mir ab - aber auch die Mor­de der Seni­len Rö­mi­schen Po­li­ti­ker die nicht rich­tig Ticken, oder die Schwu­lensze­ne der Dampf­bä­der in den Grie­chisch By­zan­ti­ni­schen Dumpf­puff­sto­che­rei­en in die Arsch- löcher hin­ein - mein Gott muss das Stin­ken - und welch ei­ne falsche Ziel­rich­tung, daraus ist gut er­sichtlich das sie ih­re Sinn­li­che Wirr­nis le­ben, denn die kön­nen ein­fach nicht rich­tig se­hen. 

Aber die­se Wirr­nis in Be­zug zum falschen Se­hen ist auch ein Evo­lu­ti­onä­rer Schritt, der Schritt näm­­lich zur Pol­ver­schie­bung. Ja, nicht nur Pol­ver­schie­bung in Be­zug zu den Erd­po­len, nein, wie im Großen so im Klei­nen wie Un­ten so Oben - auch in der Mensch­lichen Po­la­rität ver­schiebt sich der Pol - denn wenn der Pol völ­lig ge­gen­sätz­lich ist dann ist er wie im Tierreich genau Männ­lich genau Weib­lich, und der Bezug ist dann ein­deu­tig - aber im lau­fe der Evo­lu­ti­on vom Tier zum Men­schen zum Wahr­haf­ti­gen Menschen als Ab­bild Got­tes pas­siert ei­ne Pol­ver­schiebung im Men­schen die ihn dann zu­erst nicht mehr ein­deu­tig die­se ge­schlecht­li­che Fi­xie­rung er­le­ben lässt, und die da­mit ver­bun­de­ne Or­gas­mi­sche Freude, denn auf dem Weg, ech­te Lie­be zu le­ben, und nicht bloß die­se Fick­fi­xie­rung die mit viel Lü­ge und Be­trug ver­bun­den ist und ei­ne bloße Or­ga­ni­sche Zweck­haf­tig­keit ist, da­mit sich Raub­tie­re über­haupt näher kom­men kön­nen, ist die Pol­ver­schie­bung da­zu da von der Se­xu­el­len Bin­dung zur wah­ren Lie­be zu kom­men, denn heu­te kann ja wun­der­bar ge­se­hen wer­den wie die Fick Fack Lie­be be­deu­tungs­los ist und zu kei­ner ech­ten Lie­be un­ter den Men­schen ge­führt hat, im Ge­gen­teil, sie führt näm­lich zur Ver­blö­dung und Ver­lo­gen­heit, und geht nicht weit ge­nug in die Erkennt­nis der Wahrheit hin­ein, und mit die­ser In­ne­ren Pol­ver­schie­bung die auf den Men­schen zu­kommt, schon da­bei ist zu wir­ken, wer­den dann natür­lich die­se al­ten Bin­dun­gen der Fick­phi­lo­so­phie zer­stört wer­den, und das führt zu al­ler­lei Wirr­nis­sen und Zerstörun­gen und da­zu gehört auch die Zer­störung der Ehen die ja am Fließband ab­ge­wrackt wer­den, die­se Pol­ver­schie­bung wird so weit ge­hen, das du we­der Mann noch Frau sein wirst und kei­ne auf das Geschlecht be­zo­ge­ne An­zie­hung mehr er­le­ben wirst sondern ei­ne auf die Lie­be be­zo­ge­ne - nicht wie jetzt das Gela­ber von Lie­be wenn in Wahrheit Fic­ken ge­meint ist, und so wei­ter, denn zbs, Raub­tie­re kön­nen kei­ne wah­re Lie­be le­ben, sie le­ben ei­nen ge­wis­sen Schutz ih­rer Fa­mi­li­en­mit­glie­der den auch noch vie­le Menschen le­ben, und was als Lie­be aus­sieht es aber nicht ist, es ist bloß ein Fünk­chen da­von - da Raub­tie­re und die noch da­mit ver­bun­de­nen Men­schen we­der Selbster­kennt­nis oder Got­te­ser­kennt­nis ha­ben kön­nen, außer der Mensch be­sinnt sich darauf und geht den Weg be­wusst. Das Pas­siert al­les von al­lei­ne und ist Gött­li­che Vor­se­hung, da wer­den die al­ten Re­li­gio­nen nicht mehr hel­fen und auch nicht die al­ten an­de­ren We­ge, all die­se Al­ten Re­li­gio­nen wa­ren ja bloß dem Ver­ständ­nis der je­wei­li­gen Zeit an­ge­paßt und dem damit ver­bun­de­nen Ver­stan­des­mäßi­gen Fähig­kei­ten der da­ma­li­gen Men­schen, aber heu­te sind die Raub­menschen und Men­schen we­sent­lich In­tel­li­gen­ter ge­worden, die die In­tel­li­genz der Kir­chen­für­sten und an­deren Re­li­gi­ons­für­sten oder Re­li­gi­onsteu­fel weit hin­ter sich ge­las­sen ha­ben, selbst die In­tel­li­genz der Wis­senschaft­ler ist schon von vie­len weit weit über­schrit­ten wor­den - ja und des­we­gen ist auf der Er­de un­ter anderem die­se gi­gan­ti­sche Wirr­nis - die­se Un­zu­frie­denheit mit dem nicht mehr Funk­tio­nie­ren des Alther­gebrach­ten, auch nicht mehr mit dem Alther­ge­brach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen, mit ih­ren Wir­ren Ir­ren Aus­wüch­sen, das sind al­les Re­sul­ta­te die­ser Polver­schie­bung die den Men­schen nun durch das Reich der Ir­re und Dun­kel­heit trei­ben und ihm die Mög­lichkeit bie­ten ganz klar Feh­ler ma­chen zu las­sen um endgül­ti­ger Gut von Schlecht un­ter­schei­den zu kön­nen, das Üble vom Schö­nen, die Wahrheit von der UnWahrheit - die Re­sul­ta­te ih­res Han­delns zu er­ken­nen und die da­mit ver­bun­de­nen Wir­kungs­wei­sen, die oft nicht so­fort wir­ken son­dern manchmal erst in späte­ren Le­ben zum Vor­schein kom­men, was al­les noch schwie­ri­ger macht - denn das was zur Zeit auf der Er­de abläuft, egal ob in der Irr­nis­po­li­tik der Raub­säuge­tier­po­li­ti­ker die ja al­le­samt noch im Prin­zip des Tötens ver­bun­den sind, das muss ganz klar er­kannt wer­den, denn sie las­sen für sich Töten und fres­sen das getötet die Lei­che dann im 5 Ster­ne Re­stau­rant von einem Raub­tier­koch - das muss ganz klar er­kannt werden die­se zu­sam­men­hän­ge, denn so­lan­ge das nicht er­kannt wird, wird die Mensch­heit noch an dem Prinzip des Tötens ge­bun­den sein, und wird wei­ter­hin in Krie­ge und Mor­de ver­wic­kelt blei­ben - all das ist in Wahrheit nix neues, das wur­de schon seit Tau­sen­den von Jah­ren er­wähnt, du sollst nicht Töten du sollst deinen näch­sten Lie­ben wie dich selbst, und Gott über alles - bloß dem Men­schen kann aber auch nicht der ge­ring­ste Vor­wurf ge­macht wer­den, das ist am al­lerwich­tig­sten zu wis­sen - kei­nem Mör­der kei­nem Dieb nie­man­dem - es kann bloß er­kannt wer­den wie weit sich je­mand schon ent-‑wic­kelt hat und nicht mehr ver-‑wic­kelt ist. 

  Wenn die Pol­ver­schie­bung dort an­ge­kom­men ist wo sie sein soll ist sehr viel Uhr­zeit ver­gan­gen - das dau­ert noch - aber es kom­men im­mer mehr En­er­gieschü­be der Be­frei­ung von der Ein­po­lig­keit im Menschen - ok, das war ein kur­zer Schwall an Ein­sich­ten - wer mehr da­von wis­sen will der kann ja www. Marti­nus. de an­k­lic­ken - Mar­ti­nus ist der­je­ni­ge der das alles in Jahr­zehn­ten aus­ge­ar­bei­tet hat in Schrift­form - ich war sel­ber in mei­nem Le­ben schon da­mit be­schäftigt aber bin froh das er das ma­chen konn­te, und sowas kann man nicht mit ei­nem Nor­mal­men­schli­chen Be­wusst­sein ma­chen, nein, ihm wur­de natür­lich Hil­fe zu­teil - wun­der­ba­re Hil­fe, die be­ste natür­lich.

Mei­ne Hän­de wa­ren end­lich wie­der et­was beweg­li­cher ge­wor­den, ab und zu tauch­te ich ganz un­ter das Was­ser, der Kopf wur­de ge­wa­schen und mit den Fin­gern be­schruppt, ich hat­te auf der Strec­ke nicht ei­ne ein­zi­ge Zec­ke be­merkt, er­fah­ren, Flöhe ein­mal, ei­nen Blut­sau­ger hat­te ich am Bein gehabt als ich kurz im See stand, ei­nen klei­nen dünnen. Als ich dann in mein Ge­sicht schau­te nach dem Bad da war schon wie­der ein Hauch Ro­si­ger Far­be auf mei­nem Ge­sicht, aber die Stra­pa­zen sie wa­ren weit weit Do­mi­nie­rend sicht­bar.

Dann erst ­mal fri­sche Klei­dung an­ge­zo­gen, was da so als frisch be­zeich­net wer­den konn­te. Die schmut­zigen Sa­chen leg­te ich ins Bad und ließ sie im heißen Was­ser ein­wei­chen. Als ich dann auf die Kar­te von dem Co­ro­net Mo­tel schau­te, sah ich, das heu­te erst der 28. Ju­ni war, mir fiel ein das ich heu­te mor­gen auf dem letz­ten Zelt­platz schon bei Frei­tag, den 29. war - al­so hat­te ich mich da um ei­nen Tag ver­tan - da auf dem schö­nen Zelt­platz mit dem Veery der un­un­terbro­chen sang - na und sag­te ich mir, ei­ne Wahrheitsverän­de­rung macht das nicht. Die­se Zah­len und Ta­ge und Num­mer, das war für mich kei­ne Wahrheit das wa­ren bloß Buch­sta­ben Zah­len, ein Fünck­chen das war al­les

Aber dann ging was los, was ich von mir noch nicht er­lebt hat­te. Ich woll­te ja nun erst ­mal Es­sen gehen, ... ok, ge­macht - di­rekt ge­gen­über vom Mo­tel war ein Ge­bäu­de, das mit der Auf­schrift-‑Coun­try Kitchen warb - al­so Länd­li­che Kü­che - da ging ich hin. Ich setz­te mich nach oben ans Fen­ster. 

  Stan­dard Ein­rich­tung, Ru­sti­ka­le Täu­schung und so­was in Braun - egal.   Ei­ne schö­ne Schwarz­haaari­ge Be­die­nung kam zu mir - der La­den war voll. Sie gab mir die Kar­te und frag­te ob ich ei­nen Drink wol­le ... nein Dan­ke - dann stell­te sie ein Glas Wasser hin - sie sah Flott aus, aber ich war mehr als weit­ent­fernt über­haupt in die Nähe von Bu­sen und Schmu­sen und Küs­sen und Lie­be zu kom­men. Ich be­stell­te ein La­dung Pfan­ne­ku­chen mit Ahorn­si­rup, da­zu ei­ne große Tas­se Ka­kao mit viel Schlagsah­ne, als Vor­spei­se ... da­nach ein T-‑Bo­ne Steak, Me­di­um, Brat­kar­tof­feln und Sa­lat. Als ich das ge­ges­sen hat­te be­stell­te ich noch ­mal das glei­che ... ein leichtes Lächeln husch­te über das Ge­sicht der Kell­ne­rin, ... Als das ge­ges­sen war rief ich sie noch­ mal herüber - und be­stell­te noch ­mal das glei­che, nun war sie doch er­staunt - so ein klei­ner mü­der Typ, wo steckt der das bloß al­les hin, mein­te ich in ih­rem Kopf zu se­hen wie sie das dach­te - sie grin­ste nun doch - ich aber auch. Als ich die drit­te Por­ti­on weg­ge­putzt hat­te rief ich die Kell­ne­rin noch ­mal zu mir herüber - aber nun kam sie mit ei­nem brei­ten Lächeln, ... möch­ten sie zah­len frag­te sie halb war­tend halb ge­wiss - ja das auch sag­te ich - aber erst später. Ich möch­te noch zwei Stück Tor­te mit ex­tra viel Sah­ne und ei­nen großen Be­cher Ka­kao da­zu. Als das al­les ver­speist war, war ich nicht ge­füllt, nein, ich war ein­fach leicht ge­sät­tigt, oh­ne Fülle­ge­fühl. Es war so als ob in mir ein rie­sen Loch war das oh­ne wei­teres noch ein­mal das glei­che es­sen könn­te - aber dann sag­te ich nun ist es wirk­lich gut. 

Nach­dem ich die Be­die­nung zu mir ge­ru­fen hat­te, schau­ten auf einmal 5 von denen in mei­ne Rich­tung - aha, da war Kom­mu­ni­ka­ti­on ab­gelau­fen. Ich gab der jun­gen Frau 5 Dollar Trink­geld - dann trank ich den Sahne­ka­kao zu en­de und ging raus.

In der Nähe war ein Ca­na­di­an Ti­re Ge­schäft, da woll­te ich hin um ei­ni­ges zu kau­fen. Um 19.28 Uhr hat­te ich die Sa­chen be­zahlt, so steht es auf der Rechnung. Ich kauf­te Fiberglas­ma­te­ria­li­en, Spach­tel, Pin­sel, Far­be, Fiberglas­mat­ten, große Men­gen da­von, vie­le Do­sen Här­ter dafür, ins­ge­samt et­wa ein Ge­wicht von 15 Pfund an Fiberglas­pa­ste und Här­ter, da­zu kamen noch ei­ni­ge glit­zern­de Blin­ker, ob­wohl ich von denen nun wirk­lich den Ka­sten voll hat­te. Ich kauf­te ein neues Duct-‑Kle­be­band und das Brau­ne Kle­beband - in al­lem war es ein Wert von 120,88 Dol­lar. Dann ka­men noch­ mal zwei­mal Steu­ern hin­zu, ein­mal Gst und Pst, das sind Staats­steu­ern und Län­der­steu­ern, es ist überall das glei­che Abzoc­ken, dach­te ich. Wie lan­ge wer­den die Men­schen bloß so blö­de blei­ben und sol­che Steu­er­ban­di­ten wählen die dann durch ih­re ei­ge­nen Steu­ern das Le­ben schwer Steu­ern lassen.. Wie blö­de sind Men­schen ge­macht wor­den durch sol­che Ban­di­ten - so­was ru­mor­te in mei­nem Kopf herum. Ins­ge­samt wa­ren es dann 137,80 Dollar. Natür­lich ist die Sicht­wei­se in be­zug zu Steu­ern ein­sei­tig, aber auch die zwei­sei­ti­ge ist nicht bes­ser. Aber so­lan­ge die Men­schen noch dem Tier­reich frönen und sich da­mit ver­bun­den fühlen und auch sind wird Wahrheit ein Be­wusst­seins­zu­stand sein der dem Be­reich der Il­lu­si­on zu­gehört - Ich sel­ber gehör­te noch dem Reich der Tie­re an, auch wenn es im­mer we­ni­ger wur­de, da ich sel­ber noch durch das Töten von Le­be­we­sen da­zu gehör­te, denn das ist die Bindung an das Reich der Tie­re - und erst wenn das vorbei ist wird aus dem Raub­men­schen ein Menschenähn­li­cheres We­sen. 

  Aus die­ser Lo­gik her­aus kann zur Zeit von al­len Mensch­li­chen Sy­ste­men die auf der Er­de da­her­taumeln auch nichts wirk­li­ches wahr­haf­ti­ges und Be­freien­des zum Vor­schein kom­men, es ist das Ge­gen­teil da­von, die Lü­ge die Täu­schung das Mor­den der Betrug, der Schein der Wahrheit auch als Geld­schein dar­ge­stellt, von Raub­säu­ge­tier Di­rek­to­ren oder Pro­fesso­ren und so wei­ter, es geht ein­fach noch nicht anders. Das Be­har­rungs­ver­mö­gen der Raub­men­schen ist ein­fach ih­re Schwe­re­e­ner­gie und die da­mit ver­bunde­ne Wirr­nis die Ihr Ver­stand su­gge­riert, und das soll dann Lo­gisch und Ver­nunft sein. Die­se Raub­säu­ge­tierlo­gik ist das Re­sul­tat der Wirt­schaft­li­chen Ent­schei­dungen Welt­weit, der Wis­sen­schaft­li­chen Ent­schei­dun­gen Welt­weit, und der Po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen Weltweit, und auch der Re­li­giö­sen Ent­schei­dun­gen Weltweit. Trotz­dem geht der Pro­zess der Be­frei­ung wei­ter, und das macht ja das Le­ben so in­ter­es­sant. Als ich anfing mich in die­se Ein­sich­ten hin­ein­zu­stei­gern, ka­men auch sol­che Sprün­ge wie-‑was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Theo­lo­ge nennt - was in­ter­essiert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Kanz­ler nennt, was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Arzt oder Pro­fes­sor nennt ... und so wei­ter.

Wie­der im Mo­tel wur­de al­les ver­packt, und danach ging ich noch ­mal in die Wan­ne und saß da noch­mals 2,5 Stun­den, trank Oran­gen­saft und Ap­felsaft da in der Wan­ne sit­zend und köst­lich Schwit­zend. Gut durch­ge­hitzt ging ich schla­fen. Kein Loon sang, kein Bi­ber klatsch­te, kein Veery flöte­te, kei­ne Müc­ke.

Am 29 Ju­ni war ich schon wie­der um 9 Uhr draußen. Ich hat­te im Coun­try Kit­chen ge­früh­stückt und mich dann mit ei­nem Ta­xi an die Aus­fahrt­straße Rich­tung Shell­brook-‑Green La­ke brin­gen las­sen.. Es reg­ne­te und war to­tal Grau. Ich hat­te bloß mei­nen Roten Ruck­sack mit in­dem ei­ne star­ke Pla­stik­tüte war in der mei­ne Ka­me­ra lag. Die Brau­nen Le­derschu­he wa­ren genau rich­tig für die­ses Wet­ter, auch mei­ne Ro­sa Stoff­müt­ze passte sehr gut zum reg­ne­rischen Grau­en Tag - Der Grü­ne lan­ge Re­gen­man­tel flat­ter­te im Wind. 

  Ich stand 15 Mi­nu­ten bis ein Grüner Ford Pick Up an­hielt, und je­mand frag­te wo ich hin will ... ok - steig auf sag­te die Frau am Steu­er. Ich setz­te mich auf die La­de­fläche, hin­ten, of­fen, und schon ging`s los. Ich freu­te mich das es so schnell ging. Drei Men­schen waren im Au­to. Ei­ne kräf­ti­ge In­dia­ne­rin, ein In­dia­ner Mann, und ein Kind, de­ren Kind. Es Reg­net un­un­terbro­chen wei­ter, aber ich bin wind­ge­schützt da ich gegen die Fen­ster­wand leh­ne und der Fahrt­wind an mir vorbei­saust. Die Frau gibt sehr gut Stoff. Wir ja­gen an den Wäl­dern vor­bei. Ich neh­me mei­ne Ka­me­ra raus und ma­che ei­ni­ge Fotos. Zwei­mal wird das Glas­fenster zur Sei­te ge­scho­ben und ei­ne Fla­sche Sekt zu mir ge­reicht, aber ich vernei­ne freund­lich, ich woll­te nüch­tern sein und brauch­te auch kei­ne Sekt­sprit­ze. Aber die bei­den vor­ne, sie zo­gen sich meh­re­re Flaschen rein. Ich schau­te amü­siert zu.   Nach et­wa 2 Stun­den Fahrt hiel­ten wir an, ich weiß nicht mehr in wel­chem Ort, es war je­den­falls Ty­pisch Coun­try Saskat­che­wan, denn mit­ten im Ort wa­ren große Ge­treide­spei­cher un­mit­tel­bar an der Ei­sen­bahn­schi­ene. Die bei­den gin­gen raus um neu­en Nach­schub zu ho­len. Der Schnaps­la­den den kann­ten sie. Die Frau die et­was kräf­ti­ger und ge­sun­der aus­sah als der Mann, der aber auch kein Sup­pen­kas­per oder Luft­kott­lett war, sah schön  aus. Sie trug ei­ne weiße Blu­se mit großen schwar­zen In­dia­ner­sym­bo­len. Sie hat­te ein vol­les Gesicht, flei­schig mit ei­ner ge­sun­den leich­ten Bräun­lichen Haut­far­be. Hin­ter der ho­hen Stirn war ihr Schwarzes Haar nach hin­ten ge­kämmt. Sie trug ei­ne große Bril­le mit ei­nem durch­sich­ti­gen Ge­stell. Ih­re Na­se war kräf­tig und von den Sei­ten der Na­se gin­gen zwei glat­te Li­ni­en her­un­ter, die ih­re Wan­gen an­zeigten. Die Freund­lich­keit die ich ih­nen ge­gen­über ausstrahl­te mach­te die Frau für kur­ze Zeit stut­zig, sie hat­te wohl zu viel Mist er­lebt, aber dann sieg­te doch das wah­re We­sen, und nicht die Ver­gan­gen­heit und Er­fahrung, und so strahl­te sie auch und ihr Mann ei­ne gutmü­ti­ge Freund­lich­keit wei­ter aus.

                Der Mann trug ei­ne Schwar­ze Stoff­müt­ze. Ein Hirsch war auf die Müt­ze genäht. Vic­to­ria Sak. stand drauf. Nach­dem sie ei­ni­ge Fla­schen Sekt gek­auft hat­ten ging`s dann wei­ter. Nun war die Straße Schot­ter und viel En­ger. Die Wald­zo­ne an bei­den Sei­ten ra­ste an mir vor­bei oder ist es um­gekehrt. Dann hiel­ten sie an, es war Zeit für mich Ade zu sa­gen, denn sie fuh­ren nun ir­gend­wo da in den Busch hin­ein und ich musste auf der 55 blei­ben. 

  Ei­ne Mi­nu­te später stand ich da an der Straße mitten von wer weiß wo. Hin­ter mir Wald, vor mir Wald, da­zwi­schen die Straße. Aber überall blüh­ten Blu­men auf Hochtou­ren. Große Oran­ge­ne 6 Blätt­ri­ge Li­li­en, und sehr vie­le Na­tio­nal­blu­men Sas­kat­che­wans. Ich wur­de noch 3 mal mit­ge­nom­men bis ich über die 155 und dann 908 nach Ile A La Cros­se kam. Die­se et­wa 400 km hat­te ich trotz des Wet­ters in sehr kur­zer Zeit er­reicht. Je­der mit dem ich fuhr ra­ste aber auch was das Zeug her­gab.   Als ich zum Haus des Man­nes kam bei dem ich mein Au­to ge­las­sen hat­te, auf an­raten der RCMP-‑Po­li­zei. sta­un­te ich, es war rund aus Holz ge­baut. Aber kei­ner war da. Mein Wa­gen stand schräg in ei­nem Gra­ben und sah ver­staubt aus. Ich ging zur Po­li­zei und dort sag­te man mir das er außerhalb sei, bei ei­nem großen In­dia­ner­tref­fen ei­nem riesen Fest.   Ich fand je­mand der mich dorthin fuhr. Der jun­ge Mann hat­te nichts an­deres zu tun sag­te er mir als er mich fuhr. 

Als wir in den Wald ka­men, schau­te ich - was war das, es wimmel­te von Zel­ten und In­dia­nern. Sie wa­ren al­le schwer am Fei­ern, lach­ten viel und der jun­ge Mann er­zähl­te mir das es ein Christ­li­ches Fest sei. Zwischen den Bäu­men stan­den die Au­tos, sehr vie­le Autos, da­zwi­schen stan­den die Zel­te, überall wa­ren Feuer, es wur­de ge­bra­ten, ge­trun­ken, und ge­fei­ert. Ich frag­te nach dem Mann der Mein Au­to hat­te und auch der jun­ge Mann such­te mit. Die In­dia­ner sag­ten wir müs­sen tie­fer in den Wald ge­hen. Dann ka­men wir zu ei­ner Lich­tung, ei­ner großen, da war ei­ne Büh­ne aufge­baut und ei­ne Band spiel­te Coun­try We­stern Mu­sik - es war ge­ra­de Pau­se. 

  Wir fan­den den, den ich such­te, ich ha­be sei­nen Na­men ver­ges­sen. Er trug viel Schmuck, Ket­ten, Federn, und ei­nen Hut. Er sah ir­gend­wie Raus­ge­putzt aus. Er gab mir den Schlüs­sel für das Haus und sag­te auch wo der Au­to­schlüs­sel hängt und wem ich den Schlüs­sel dann ge­ben sol­le. Dann fuh­ren wir wie­der zurück.

Der Mann der mich zurück­fuhr er­klär­te mir das die­ser Mann die In­dia­ner tauf­te und das des­we­gen ein so großes Fest ge­macht wur­de, so­zu­sa­gen ei­ne Mas­sentau­fe. Ich frag­te nicht wel­che Kon­fes­si­on Kirche und so wei­ter.

           Im Haus an­ge­kom­men schau­te ich mich mal um, es war vol­ler In­dia­ner Sa­chen und sah sehr gemüt­lich aus. Ein run­des großes Holz­haus. Der Wa­gen Star­te­te nach drei­ma­li­gen Durch­dre­hen und Gas­ge­ben - dann war ich un­ter­wegs. - zurück nach Prin­ce Al­bert. Spät Abends tank­te ich bei Len` s Gas Bar in Big Ri­ver für 23 Dollar Nor­mal­ben­zin. Dann ging`s wei­ter. Ich fühl­te mich gut, vom Knie merk­te ich nichts mehr, denn das war ja für ei­ne Wei­le kalt­gestellt, so­lan­ge bis ich ihm die Er­laub­nis gab, zu Hei­len. Um 23.07 Uhr hat­te ich die Rech­nung im Ken­tucky Fried Chic­ken be­zahlt in Prin­ce Al­bert - kurz da­nach schlief ich schon wie­der im Mo­tel.

Am fol­gen­den Mor­gen früh­stück­te ich um 9 Uhr im Coun­try Kit­chen, ging dann zur Post und sen­de­te mei­ne vie­len Filme zurück nach Deutsch­land zum entwic­keln. Da­nach pack­te ich al­les ins Au­to, zahl­te mei­ne Re­chung im Co­ro­net und fuhr los Rich­tung The Pas Ma­ni­to­ba. Um 12.10 Uhr Tank­te ich noch­mal bei Jif­fys Es­so Sta­ti­on in Prin­ce Al­bert für 10,50 Dollar plus 1,15 Dollar Steu­ern. Nun ging`s wie­der Richtung Osten auf der 55 dann über ge­teer­te Straße, alles war Flach­land hier oben. Am En­de der ge­ra­den Strec­ke fängt die Straße wie­der an kur­vig zu wer­den, dort ist viel Wald und Hü­gel und ei­ne Nicht-‑Farmland­schaft. Ich fuhr über vie­le Bäche, stei­le Schot­terstraßen hoch und run­ter, bis mir ein Ford ent­ge­gen kam. In ihm war ein RCMP Po­li­zist. Er woll­te wis­sen was ich ma­che. Na und dach­te ich, mich in­ter­es­siert es nicht was er macht, und was ich ma­che ist al­lei­ne mei­ne Sa­che. Aber so er­zähl­te ich ihm was ich so ma­che, er woll­te mein Pass se­hen, ich zeig­te ihm den Pass, er glotz­te rein, dann gab er ihn mir zurück und brau­ste wei­ter. Ich auch, ich gab mäch­tig Gas, schleu­der­te manchmal auf der Straße herum da es feucht und Sand­straße war und we­gen an­de­rer Begrün­dun­gen. An­son­sten war nie­mand auf die­ser langen Strec­ke un­ter­wegs ge­sehen. Erst als ich auf die 9 kam wa­ren zwei Au­tos auf der Straße.

Ich über­qu­er­te ir­gend­wo die größte Gren­ze die es Welt­weit gibt, näm­lich die Gren­ze in den Köp­fen der Blin­den Men­schen mit ih­rer Hab und Macht­gier und Angst, die Gren­ze zu Ma­ni­to­ba da­ge­gen war von all dem frei, und sau­ste rein nach The Pas.

13 Grad im Zelt. Bin um 7.30 Uhr auf­ge­stan­den. Blö­de Mo­tor­boot fah­re­rei. Die Leu­te fuh­ren Nachts wild auf dem See herum, sie wa­ren be­trun­ken, der Voll­mond be­leuch­te­te den See, das war um 1.30 Uhr. Aß kal­tes Müs­li zum Früh­stück, dann ver­arz­te ich mich so gut es ging. Ich hat­te star­ke Schmerz­tablet­ten da­bei, Co­dein. Nahm aber kei­ne. Ver­kleb­te mei­ne Fin­ger, die Ris­se, mit Han­sa­plast. Das Knie wur­de schlim­mer. Dann traf ich ei­ne Ent­schei­dung und sag­te mir, ok, nun das Wis­sen nut­zen und an­wen­den - da ich wusste das ich nicht der Kör­per bin, son­dern ei­nen Kör­per ha­be, zog ich mei­ne Le­bens­ener­gie aus dem Kör­per nach Oben, bis über dem Knie, und so­fort waren kei­ne Schmer­zen mehr vor­han­den. Ich wür­de wie­der in den Teil des Kör­pers ge­hen wenn ich be­reit war das Knie aus­zu­ku­rie­ren. Das wars dann. Jetzt ging`s wie­der viel leich­ter. 

  Nun musste ich durch ein Wirr­warr von In­sel­landschaf­ten im­mer Rich­tung Sü­do­sten. Das Wet­ter war pri­ma. Wie­der 25-27 Grad, Wol­ken­los. Ich wusste nicht das ich heu­te vie­le lan­ge Por­ta­gen ma­chen würde. Das ich ei­ne Schlamm­schlacht le­ben müsste und das ich wie­der to­tal am En­de mei­ner Kräf­te an­kommen wür­de. Das ich die Schnau­ze voll­ ha­ben wür­de, um es mal Poe­tisch zu For­mu­lie­ren. Mensch­lich, nicht Hei­lig. Die Pad­de­lei ging vor­bei an Paul und Sankt Ben­net In­sel, durch den Mc Do­nald Ka­nal, zu den Robert­son Fäl­len - und dann war`s in­zwi­schen auch wieder Dun­kel­grau ge­wor­den und mäch­ti­ge Ge­wit­ter legten da los. Ich stand an den Fäl­len und musste sie um­tra­gen. Al­les war sehr glit­schig, et­wa 400 Me­ter hoch, dann steil run­ter, aber die Fäl­le sa­hen wun­derschön aus, be­stimmt gut zum Fi­schen. Ich mach­te kei­ne Fotos mehr. Es goss aus al­len Roh­ren. Das war mal wie­der mei­ne Lieb­lings­be­schäf­ti­gung im Re­gen schuf­ten. Ich ging so­gar ei­ne Zeit­lang Bar­fuss denn die Schu­he wa­ren durch­nässt vom Re­gen und dem Wasser im Ka­nu, das schwer am Lec­ken war. 

  Wäh­rend ich diesen Berg­hang hoch­ schlepp­te durch den Wald und über mir die Blit­ze grell­ten und Don­ner tob­te, war ein Ground­hog, ein Erd­hund, am Wald­pfad der Por­ta­ge und schau­te mir zu wie ich da flu­chend schimp­fend schuf­tent durch das nas­se Grün schlepp­te. Er Lächel­te zu­frie­den. 

  Dann das Ka­nu, Mensch, sah das Lä­diert aus. Ich be­kleb­te es erst ­mal wie­der als ich auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te an­kam. Et­was später, ich pad­del­te Barfuss, kam auch die Son­ne wie­der her­vor. Dann die näch­sten Fäl­le Twinn­falls, auch da musste ge­schleppt wer­den, als ich dort an­kam, leg­ten auch ei­ni­ge an­de­re Ka­nus an, kräf­ti­ge Män­ner, sie sa­hen in was für ei­ner Ver­fas­sung ich war, das war nicht die Ver­fas­sung die sich De­mo­kra­ten ger­ne ge­ben auch wenn sie noch Raub­men­schen geblie­ben sind - und aus der daraus fol­gen­den Lo­gik müsste ein je­dem klar sein was die Mensch­li­che Ge­sell­schaft vorerst noch zu er­war­ten hat in Be­zug zu wirk­li­chem Recht und wirk­li­cher Demo­kra­tie und wirk­li­cher Ver­fas­sung. Ei­ner der großen Fleischmän­ner trug mein Ka­nu. Ich war die­sem kräf­tigen Ka­na­dier sehr Dank­bar.

Das sag­te ich ihm auch. Es war ei­ner die­ser gutaus­se­hen­den ka­na­di­schen Män­ner, halt ein En­gel­kana­dier. Wir mussten durch Ur­wald mit dic­ken um­gefal­le­nen Baum­stäm­men die über­stie­gen wer­den mussten, ei­ne Mords Schuf­te­rei. Ei­ner hat­te ei­nen wun­der­schö­nen Fuch­sähn­li­chen Hund der brav am an­de­ren En­de der Por­ta­ge blieb und ei­nen be­grüßte wenn man wie­der an­kam. 

  Ich war Phy­sisch mehr als aus­ge­brannt. Ich schaff­te al­les nur noch mit Wil­lens­kraft. Mein Kör­per war nur noch ein Ar­beits­or­ga­nis­mus. Oft rut­sche man auf den Bäu­men aus, und der Bo­den war auch glatt. Die Ka­nadier wa­ren schon weg als ich mei­ne rest­li­chen Sa­chen auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te hat­te. 

  Der See war sehr flach und vol­ler Ufer­pflan­zen ein schö­ner An­blick in das kla­re Was­ser hin­ein. Die­ser Park ist wirk­lich ei­ne Au­gen­wei­de, was be­son­deres. Ein wun­der­schö­nes Stück Er­de. 

  Dann ging`s zer­schun­den, Lä­diert weiter. Ich sang wie­der den Blah Blah Blues. Es sind vie­le Men­schen hier in dem Na­tio­nal­park ... Bloß ei­nes war ganz klar ein NEIN, in die­ser Schön­heit dür­fen kei­ne Mo­tor­boo­te rein, hier dürf­te al­les nur mit Ka­nu ge­macht wer­den. Die Vögel, weg, die Pe­li­ka­ne, weg, die wür­de ich erst wieder am En­de des Sees tref­fen am En­de des Parks wo kei­ne Men­schen wa­ren. Mo­tor­boo­te pas­sen ein­fach nicht in das Lo­nely Land. Kei­ne Loons rie­fen hier, kei­ne En­ten kei­nen Ad­ler, al­les war Weg­mo­to­riert. Ein­mal war ich in ei­ner wun­der­schö­nen Bucht, da kam ein Mann mit sei­ner Frau in ei­nem rie­sen Motor­boot an­ge­saust, 150-PS-Mo­tor, sie hiel­ten an, Angel­ten 5 Mi­nu­ten und sag­ten ahh Shit, hier ist nix, und sau­sten dann wei­ter. Ty­pi­sche Re­tor­ten Menschen durch die Wer­bung hoch­ge­zo­gen so wie Marl­bo­ro Coun­try die Men­schen mehr und mehr ver­blö­det, und die freu­en sich dar­über wei­te­re verblö­det zu ha­ben.   Es gab auch Stel­len, wo ich sehr gut Kom­bi­nie­ren musste, da stimm­te die Kar­te nicht mehr, Le­ben ist ja ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ver­än­derung, aus In­seln wer­den Halbin­seln und um­ge­kehrt, Land ver­san­det, Bäu­me fal­len um durch Stür­me und al­tern, Kon­tu­ren wer­den verän­dert, und es gab jetzt ei­ni­ge Si­tua­tio­nen wo die In­seln die ich da vor mir hat­te kei­ne mehr wa­ren, das war über­wach­sen, mit Schilf und es wa­ren Halbin­seln ge­wor­den.

Wäh­rend der Fahrt kam ich an ei­ner win­zigen Insel vor­bei. Am Ufer lie­fen zwei wun­der­schö­ne jun­ge Hun­de, ganz wu­sche­li­ge Schä­fer­hun­de ganz al­lei­ne herum. Neu­gie­rig folg­ten sie mir am Ufer und schauten mir lan­ge Zeit nach. Et­was wei­ter war ein An­gelcamp. Doch die Hun­de wa­ren al­lei­ne auf der In­sel. 

  Ich Pad­del­te mit Kom­pass auf Sicht, vor­bei an vie­len klei­nen In­seln. Es ging nun Rich­tung Sü­den, St­an­ly Mis­si­on dem Cree In­dia­ner Re­ser­vat. Die Son­ne knall­te wie­der her­un­ter, so konn­te ich zum er­sten­mal mein Hemd aus­zie­hen, ich war völ­lig abge­ma­gert, völ­lig. 

  Auf ei­ni­gen der In­seln standen Zel­te. Ur­lau­ber im Na­tio­nal­park. Dann kam ich an den Ka­na­diern vor­bei die mein Ka­nu ge­tra­gen hat­ten. Sie hat­ten ei­ne große Lei­ne auf­ge­spannt und ih­re Klei­dung hing im Wind. Sie tran­ken Bier aus Do­sen. Zu­erst woll­te ich zu ih­nen ge­hen mit ih­nen Cam­pen, doch was hielt mich da­von ab, nein, ich fah­re wei­ter, Zel­te al­lein. Et­wa 1000 Meter wei­ter fand ich ei­nen wun­der­schö­nen Platz. Ich zeich­ne­te die Stel­len gar nicht mehr auf der Kar­te ein wie am An­fang. Ich wusste aber wo ich war, aber so mü­de war ich. Ei­ne wun­der­schö­ne Stel­le war das. Ich weiß nicht mehr ob es ei­ne In­sel oder Halbin­sel war. Je­den­falls musste ich mei­ne Sa­chen hoch­ tra­gen auf ei­ne glat­te Stel­le die to­tal mit dic­kem Moos be­wachsen war. Zwi­schen Fich­ten stell­te ich das Zelt auf, sagen­haft schö­ner Platz. Es wür­de ein fe­dern­des Schlafen wer­den vol­ler Aro­ma­ti­scher Düf­te. Ich koch­te nun schon seit 2 Ta­gen nicht mehr, aß al­so wie­der trockenes Müs­li, ge­trock­ne­te Früch­te. Die­se ­Tour hats in sich. Bo­dy Buil­ding, Diät­mäßig, Kör­per­schlacht, Ma­teri­al­schlacht, na­ja. Der Abend wur­de ein­fach Fan­tastisch. Ich saß er­höht, oben auf der In­sel, über­schau­te an­de­re na­he In­seln. Kein Wind, das Was­ser wur­de in Rosa­ro­tes Licht ge­flu­tet. Ei­ne ganz dic­ke Weiße Wol­ke kam an ei­ner Sei­te hoch. Türm­te sich sehr hoch auf, strahl­te Schnee­weiß. Dar­über der Him­mel, Blass bis Tief­blau. Am Ho­ri­zont der Son­nen­un­ter­gang Zar­trosanes Leuch­ten. Die Kon­tu­ren der Bäu­me ge­gen das Licht. Un­ten am Ufer jag­te ein großer Hecht, die kleinen Fi­sche spran­gen aus dem Was­ser als er hin­ter ihnen her war, um sich zu Ret­ten. Der Ho­ri­zont wur­de rich­tig Ro­sa­gol­den. Das spie­gel­te sich im Was­ser. Über mir fin­gen die Ster­ne an zu leuch­ten. Ein Vo­gel fing an zu Sin­gen. Er wür­de die gan­ze Nacht durch­singen. Da­mals wusste ich nicht das es der Veery war.. Das wusste ich erst als ich wie­der in der BRD war und die Vo­gel­stim­men­ka­sset­te hör­te die ich in Win­ni­peg im Zoo gek­auft hat­te, und nun die Stim­men ver­glei­chen konn­te. Die­ser Veery singt und singt und singt und singt. Er hat ei­ne sehr schö­ne Ge­sangs­stim­me. Ich freu­te mich schon bald wie­der ei­ne neue An­gel zu kau­fen, zu Fi­schen, das fehl­te. Fri­sche Zan­der­fi­les, Hech­te, auf so ei­ner Tour, das war wich­tig. Der Ofen hat­te mir sehr ge­fal­len. Die Wär­me die schmack­haf­ten heißen Pfan­ne­ku­chen. Oh­ne dem war ich noch leichter Aus­ge­po­wert, fer­tig. Mein Hin­tern hör­te gar nicht mehr auf zu schmer­zen. Da nun kein Wind war, und es dunk­ler wur­de wa­ren nun die win­zig­sten No-‑Seums da, das sind sol­che klei­nen Beißin­sek­ten das sie fast nicht zu se­hen sind. Sie er­schei­nen bloß als winzig­stes Fleck­chen auf der Haut. Aber die kön­nen zubeißen, vom fein­sten. Aber dafür war das North Fa­ce V 23 sehr gut aus­gerü­stet, denn sein In­nen­zelt war aus An­ti-‑No-‑Se­um Ma­te­ri­al, so fein, das auch die­se fei­nen Blut­sau­ger nicht durch­ka­men. und ein schö­nes schlafen Ga­ran­tie­ren.. Ich hat­te schon an­de­re Zelt­zei­ten erlebt wo ich mor­gens auf­wach­te und mei­ne Au­gen nicht mehr öff­nen konn­te weil sie zer­bis­sen wa­ren.

Ich sprüh­te mei­ne Haut ein und blieb draußen sitzen, es war ein­fach zu schön. Wenn die­se Tei­le der Er­de, und es gibt ja ei­ni­ge sehr schö­ne Plät­ze auf der Er­de schon so schön sind, wo wer­den dann wohl die höhe­ren Wel­ten sein, je­ne Wel­ten und Uni­versen die to­tal aus Licht ge­macht sind, wo es kei­ne Kom­pri­mier­te Ma­te­rie gab, ver­dich­te­tes Licht und Ton, wie hier auf die­ser Er­de und die­sem Uni­ver­sum. Ich freu­te mich schon darauf.. Ich über­leg­te mir auch, nachdem ich das Ka­nu wie­der re­pa­riert ha­be, mit ei­ner doppel­ten Schicht Fiberglas ver­stärkt ha­be, näm­lich das, was die Fir­ma Mo­hawk ver­ges­sen hat­te - ob ich nicht dann von Pu­katawa­gan  erst ­mal 1-2 Wo­chen auf ei­ne In­sel fah­re und dort mein Knie aus­ku­riere und viel Me­di­tie­re - ein Me­di­ta­ti­ves Le­ben ma­che - in­zwi­schen war es 22.45 Uhr - der „Veery“ sang und sang. Ein Pe­li­kan glitt in­ dem Licht oh­ne Flü­gel­schlag an mir vor­bei, ganz na­he über mei­nem Kopf. Der Hecht jag­te immer noch da unten, ab und an war wie­der der Schwall Was­ser zu se­hen und das Sprin­gen der klei­nen Fi­sche aus dem Was­ser. Dann war ganz plötz­lich ein star­ker Wind da. Ob das was mit der großen weißen Wol­ke zu tun hat­te. Ich stand auf und ging zum Zelt. Der Wind war in sehr kur­zer Zeit enorm auf­ge­braust - aber da oben zwi­schen den Bäumen war kaum Wind, das Zelt lag gut ge­schützt. Hof­fentlich fällt kein Baum um, denn es la­gen sehr vie­le um­ge­falle­ne Bäu­me herum. Dann ging ich in das Zelt, es war schon Dun­kel. Als ich mich auf die Ma­trat­ze leg­te - ah­hhh, ei­ne wei­che Be­we­gung ein Duft - fa­bel­haft ... ich schlief wie ein Stein, wie zwei Stei­ne - drei - ... Ge­gen 3 weck­te mich ein Eich­hörn­chen - es war am Zelt - woll­te rein­kom­men - der Veery sang immer noch - ich schlief wei­ter - draußen war es noch win­dig. Wach­te um 5 Uhr wie­der auf - am Frei­tag, den 29. Ju­ni. 

  Mei­ne Fin­ger wa­ren ganz Steif, das Knie auch. Un­ten gluck­ste das Was­ser am Ufer. Zwei Vö­gel san­gen die ich nicht kann­te. 27 Ta­ge bin ich unter­wegs. 15 wa­ren ge­plant, und das soll­te schon viel sein. 12 Ta­ge al­lei­ne bloß vom Wind auf­gehal­ten. Es war 13 Grad im Zelt. Ich ging zum Ufer um mich zu wa­schen. Dann pack­te ich die Sa­chen wie­der zu­sam­men. Die Ar­beit wur­de zu ei­ner Last. Da­nach als al­les fer­tig war es­se ich noch ein Müs­li und fah­re los.   Der Wind kommt stark aus dem Nor­den, fällt mir in den Rüc­ken, schiebt mich, wird ja auch mal Zeit, denn ich fah­re Rich­tung Sü­den. St­an­ly Mis­si­on ist noch et­wa 20 km ent­fernt. Ich bin fix und fer­tig mit dem Ka­nufah­ren. 

  Nach kur­zer Zeit wird das Paddeln ei­ne schwer­fäl­li­ge Pla­ge. Ich kann nicht mehr Sit­zen und stehe und Padd­le im Ste­hen. Sehn­suchts­voll er­war­te ich das En­de der er­sten Etap­pe. Es dau­ert, und dauert und dau­ert - mei­ne Phy­si­sche Kraft ist nicht mehr exi­stent. Ich le­be aus der Quel­le leich­ter Qualen. - aber kei­ner kanns für mich tun - al­so weiter wei­ter wei­ter.. Ich weiß von der Kar­te her zu beur­tei­len das es nicht mehr weit sein kann. Ich muss St­an­ly Mis­si­on schon von weitem se­hen kön­nen, da es ei­ne ge­ra­de Li­nie ist die ich hin­un­ter­fah­re. Im stehen pad­delnd lang­sam schwer­fäl­li­ges Pad­deln, mit Blick auf die Häu­ser die da sein müs­sen.. Ich war mir nicht si­cher wie ich da weg­kom­men wür­de ob da ei­ne Straße war. Dann sehe ich die er­sten hel­len Häu­ser, ich bin noch weit ent­fernt. Im ste­hen padd­le ich wei­ter - wei­ter - wei­ter - ich ha­be schon längst kei­ne Kraft mehr um zu­zu­le­gen.. Ich sehe die­se schö­ne Holz­kir­che auf der lin­ken Sei­te der Landspit­ze - dann le­ge ich end­lich am Ufer an der Ortschaft an. Ei­ni­ge an­de­re Ka­nus sind da ei­ne Grup­pe et­wa 6-7 Stück wer­den ge­ra­de ver­la­den. Ich fra­ge In­tui­tiv wo sie hin­fah­ren was sie ge­macht ha­ben - sie fah­ren zurück nach Prin­ce Al­bert... Könnt ihr mich mit­neh­men fra­ge ich - ja - ant­wor­tet die Frau, wenn du es schaffst - wir wol­len bald los. 

  Da sind vie­le Schü­ler die ganz auf­ge­regt sind. Die ha­ben ei­ne Ka­nu­tour mit ih­rer Klas­se ge­macht. Zwei große Vans ha­ben sie und da ist auch ein Bus in­dem die Klas­se fährt. 

  Ich kann bei ih­nen im Van mit­fah­ren. So­fort la­de ich mei­ne Sa­chen in ih­ren Van und das Ka­nu wird auf ei­nem Ka­nu Rack be­fe­stigt - dann gehe ich zum Northern Sto­re und hol­te mein Pro­vi­ant Pac­ket ab. Da war es. Es wür­de auch noch in ei­nem Jahr da sein. Pri­ma so ­was. Die Frau war freund­lich, ei­ne Cree­frau, rund und mol­lig, ge­sund sah sie aus. 20 Mi­nu­ten später war ich auf dem Weg nach Süden zur Haupt­stadt von Sas­kat­che­wan Prin­ce Albert. Ich glau­be das ist sie, oder ist es Re­gi­na. Und dann ein rie­siges ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh­h­hh, Er­leb­nis. Ich saß auf ei­nem kom­fort­ab­len Auto­sitz in ei­nem neu­en Blau­en Pon­tiac Bus, oder Van. Re­creati­on Car. 

  Die Men­schen mit denen ich fuhr wa­ren er­holt und be­gei­stert von ih­rer 5 Ta­ge Tour. Sie wa­ren Rich­tung San­dy Bay geur­laubt und dann wie­der zurück. Al­le wa­ren Glück­lich mit die­ser Ka­nu­tour, das ist die Rich­tung die von St­an­ly Mis­si­on wei­tergeht, Rich­tung Osten. Die hät­te ich auch pad­deln müs­sen, wenn nicht das Wet­ter und so wei­ter mich um­dis­po­nie­ren ließ.. 

  Wir fuh­ren auf der 915 Schot­ter­straße durch den La Ron­ge Pro­vin­ci­al Park. Wirk­lich ein Ju­wel. Da haben sie sich was schö­nes still­ge­legt, aber hof­fent­lich wer­den sie so wach sein das sie kei­ne Mo­tor­boo­te mehr er­lau­ben, das ist ein­fach Dumm, in die­ser Natur, ins­be­son­dere als Na­tio­nal­park, da passt kein Motor rein. Es gibt genü­gend Land für die Mo­tor­bootfah­re­rei in Ka­na­da. Ich hof­fe das die Wei­sen mal wacher wer­den.. 

  Dann bo­gen wir auf die 102 Richtung La Ron­ge. Die Frau woll­te wis­sen was ich so ge­macht hät­te auf der Kanu­tour, al­so er­zähl­te ich ei­ni­ges - sie sta­un­te. 

  In La Ron­ge an­ge­kom­men fuhren sie zu ei­ner Camp und An­gel Lod­ge von denen sie die Ka­nus ge­mie­tet hatten. Als wir auf das Land der Lod­ge fuh­ren und ich den schö­nen ge­pfleg­ten Ra­sen sah der bis zum See führ­te, die schö­nen Fich­ten und an­de­ren Bäu­me die verein­zelt da­stan­den, die wun­der­schö­nen Holz­häu­ser die ge­mie­tet wer­den konn­ten, und die­se schö­ne stil­le ge­pfleg­te At­mosphä­re auf­nahm, da fühl­te ich mich sehr wohl da. Die Men­schen wa­ren sehr Har­mo­nisch dort und hat­ten einen aus­ge­g­li­che­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ven Kon­takt. Da war Zu­frie­den­heit die ich da er­leb­te. Al­les sah sehr ge­pflegt aus. Ich freu­te mich mal wie­der mit Men­schen zu­sammen zu sein, egal ob mit Freun­den oder auch mit den mög­li­chen und re­alen Fein­den, es ist al­le­mal in­ter­es­sant. Dann fuh­ren wir wei­ter. 

  Un­ter­wegs er­zähl­te ich ih­nen das ich über die­se Rei­se ein Buch schrei­ben wer­de. Sie frag­te ob ich schon Bü­cher veröf­fent­licht hät­te und ich fan­ta­sier­te ihr vor ... Ja Ja mei­ne Bü­cher er­rei­chen in der BRD ei­ne Ver­kaufs­auf­la­ge von 50 000 Stück - als ich ihnen das sag­te be­merk­te ich die Zu­frie­den­heit in ih­ren Ge­sich­tern. Das ge­fiel ih­nen je­man­den mit­ge­nommen zu ha­ben der er­folg­reich war, der gutes Geld ver­dien­te, sein Le­ben mach­te und kei­ne Last war für an­de­re. Ich hat­te schon öf­ter in mei­nem Le­ben, Situa­tio­nen zum schö­ne­ren ge­bracht, in­dem ich mei­ne Fan­ta­sie an­wen­de­te, egal ob das nun stimm­te oder nicht, ich wür­de sie so­wie­so mit größter Wahr­scheinlich­keit nicht wie­der­se­hen, und wenn schon, aber es ging um Jetzt, nicht um ir­gend­wel­che Wahrheiten, trotz­dem, so­gar die Fan­ta­sie ist ja ei­ne Wahrheit. 

  Dann fuh­ren wir am un­ge­fäh­ren Geo­gra­phi­schen Zen­trum Sas­kat­che­wans vor­bei. Un­se­re Un­ter­haltung war Flott, die bei­den, er und sie wa­ren Leh­rer, leb­ten in Sas­ka­toon. Sie hat­ten ei­nen Über­nachtungs­stop in Prin­ce Al­bert ein­ge­plant und schon Zimmer re­ser­viert. Ich er­zähl­te ih­nen das ich von Prin­ce Al­bert Tram­pen woll­te oder mit dem Bus hoch nach der Ort­schaft Ile A La Cros­se um dort mei­nen Wa­gen abzuho­len.. Aber erst­ mal woll­te ich mich pfle­gen. 

  Dann fuh­ren wir am Prin­ce Al­bert Na­tio­nal­park vor­bei und kur­ze Zeit später wa­ren wir in Prin­ce Albert. Sie fuh­ren mich zu zwei Mo­tels, das er­ste war voll in­dem sie wa­ren, aber im zwei­ten, dem Co­ro­net Mo­tor Inn an der 3551 Se­cond Ave­nue West, Tel. 764-6441, da war ein Zim­mer frei, mit Bad und Dusche, das Bad war jetzt am wich­tig­sten. Ich lud al­les aus, die Leh­rer hal­fen mir, dann sag­ten wir Good Bye. Nach­dem ich ein­ge­scheckt war, für 49 Dollar am Tag, trug ich das Ka­nu in den Flur, di­rekt ne­ben mei­ner Zim­mer­tür - klas­se was hier al­les mög­lich ist dach­te ich, man kann so­gar sein Ka­nu mit­neh­men, to­leran­te Men­schen hier, sehr viel Ver­stand, er ist noch weit, hat Raum, wie die Größe des Lan­des. Und dann wur­de erst­ mal die Ba­de­wan­ne voll heißem Was­ser ge­füllt. Ich sah Übel aus, sehr Übel, als ich mich im Spie­gel sah, tie­fe dic­ke dun­k­le Augen­rän­der, die Wan­gen ein­ge­fal­len, die hel­le Ho­se war mehr als drec­kig von der letz­ten Sumf­por­ta­ge da im Ge­wit­ter mit dem Aus­rut­schen. Wäh­rend das Was­ser in die Wan­ne lief mach­te ich dann noch ein Foto im Flur mit dem Ka­nu. und Mir. Ich stell­te das Sta­tiv auf und stütz­te mich mit der rech­ten Hand gegen die Wand ab. - und dann aber ab, weg, run­ter, die Klei­dung auf den Bo­den ge­schmis­sen und ab in die Wan­ne - ... ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh ... uh­h­h­h­h­h­hh­hh, ... schöööööööööööööööön. Ich saß zwei Stun­den in der Wan­ne, ließ fri­sches Was­ser nach­laufen, und ruh­te mich ein­fach aus, aus, aus - das tat gu­u­u­u­ut. Heiß­was­ser­quel­len sind ja alt­be­kann­te Gene­sungs­quel­len ins­be­son­de­re wenn sie natür­lich Mine­ra­lisch sind. Schon die Ne­an­der­ta­ler nutz­ten sie und auch die Cro Magnum Frau­en wa­ren da­mit sehr zu­frie­den, so­gar die Ele­fan­ten die Nil­p­fer­de und auch die Af­fen auf den Ja­pa­ni­schen In­seln su­chen heiße Quel­len auf um sich wohl zu füh­len - die­se Bil­der lie­fen in mir ab - aber auch die Mor­de der Seni­len Rö­mi­schen Po­li­ti­ker die nicht rich­tig Ticken, oder die Schwu­lensze­ne der Dampf­bä­der in den Grie­chisch By­zan­ti­ni­schen Dumpf­puff­sto­che­rei­en in die Arsch- löcher hin­ein - mein Gott muss das Stin­ken - und welch ei­ne falsche Ziel­rich­tung, daraus ist gut er­sichtlich das sie ih­re Sinn­li­che Wirr­nis le­ben, denn die kön­nen ein­fach nicht rich­tig se­hen. 

Aber die­se Wirr­nis in Be­zug zum falschen Se­hen ist auch ein Evo­lu­ti­onä­rer Schritt, der Schritt näm­­lich zur Pol­ver­schie­bung. Ja, nicht nur Pol­ver­schie­bung in Be­zug zu den Erd­po­len, nein, wie im Großen so im Klei­nen wie Un­ten so Oben - auch in der Mensch­lichen Po­la­rität ver­schiebt sich der Pol - denn wenn der Pol völ­lig ge­gen­sätz­lich ist dann ist er wie im Tierreich genau Männ­lich genau Weib­lich, und der Bezug ist dann ein­deu­tig - aber im lau­fe der Evo­lu­ti­on vom Tier zum Men­schen zum Wahr­haf­ti­gen Menschen als Ab­bild Got­tes pas­siert ei­ne Pol­ver­schiebung im Men­schen die ihn dann zu­erst nicht mehr ein­deu­tig die­se ge­schlecht­li­che Fi­xie­rung er­le­ben lässt, und die da­mit ver­bun­de­ne Or­gas­mi­sche Freude, denn auf dem Weg, ech­te Lie­be zu le­ben, und nicht bloß die­se Fick­fi­xie­rung die mit viel Lü­ge und Be­trug ver­bun­den ist und ei­ne bloße Or­ga­ni­sche Zweck­haf­tig­keit ist, da­mit sich Raub­tie­re über­haupt näher kom­men kön­nen, ist die Pol­ver­schie­bung da­zu da von der Se­xu­el­len Bin­dung zur wah­ren Lie­be zu kom­men, denn heu­te kann ja wun­der­bar ge­se­hen wer­den wie die Fick Fack Lie­be be­deu­tungs­los ist und zu kei­ner ech­ten Lie­be un­ter den Men­schen ge­führt hat, im Ge­gen­teil, sie führt näm­lich zur Ver­blö­dung und Ver­lo­gen­heit, und geht nicht weit ge­nug in die Erkennt­nis der Wahrheit hin­ein, und mit die­ser In­ne­ren Pol­ver­schie­bung die auf den Men­schen zu­kommt, schon da­bei ist zu wir­ken, wer­den dann natür­lich die­se al­ten Bin­dun­gen der Fick­phi­lo­so­phie zer­stört wer­den, und das führt zu al­ler­lei Wirr­nis­sen und Zerstörun­gen und da­zu gehört auch die Zer­störung der Ehen die ja am Fließband ab­ge­wrackt wer­den, die­se Pol­ver­schie­bung wird so weit ge­hen, das du we­der Mann noch Frau sein wirst und kei­ne auf das Geschlecht be­zo­ge­ne An­zie­hung mehr er­le­ben wirst sondern ei­ne auf die Lie­be be­zo­ge­ne - nicht wie jetzt das Gela­ber von Lie­be wenn in Wahrheit Fic­ken ge­meint ist, und so wei­ter, denn zbs, Raub­tie­re kön­nen kei­ne wah­re Lie­be le­ben, sie le­ben ei­nen ge­wis­sen Schutz ih­rer Fa­mi­li­en­mit­glie­der den auch noch vie­le Menschen le­ben, und was als Lie­be aus­sieht es aber nicht ist, es ist bloß ein Fünk­chen da­von - da Raub­tie­re und die noch da­mit ver­bun­de­nen Men­schen we­der Selbster­kennt­nis oder Got­te­ser­kennt­nis ha­ben kön­nen, außer der Mensch be­sinnt sich darauf und geht den Weg be­wusst. Das Pas­siert al­les von al­lei­ne und ist Gött­li­che Vor­se­hung, da wer­den die al­ten Re­li­gio­nen nicht mehr hel­fen und auch nicht die al­ten an­de­ren We­ge, all die­se Al­ten Re­li­gio­nen wa­ren ja bloß dem Ver­ständ­nis der je­wei­li­gen Zeit an­ge­paßt und dem damit ver­bun­de­nen Ver­stan­des­mäßi­gen Fähig­kei­ten der da­ma­li­gen Men­schen, aber heu­te sind die Raub­menschen und Men­schen we­sent­lich In­tel­li­gen­ter ge­worden, die die In­tel­li­genz der Kir­chen­für­sten und an­deren Re­li­gi­ons­für­sten oder Re­li­gi­onsteu­fel weit hin­ter sich ge­las­sen ha­ben, selbst die In­tel­li­genz der Wis­senschaft­ler ist schon von vie­len weit weit über­schrit­ten wor­den - ja und des­we­gen ist auf der Er­de un­ter anderem die­se gi­gan­ti­sche Wirr­nis - die­se Un­zu­frie­denheit mit dem nicht mehr Funk­tio­nie­ren des Alther­gebrach­ten, auch nicht mehr mit dem Alther­ge­brach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen, mit ih­ren Wir­ren Ir­ren Aus­wüch­sen, das sind al­les Re­sul­ta­te die­ser Polver­schie­bung die den Men­schen nun durch das Reich der Ir­re und Dun­kel­heit trei­ben und ihm die Mög­lichkeit bie­ten ganz klar Feh­ler ma­chen zu las­sen um endgül­ti­ger Gut von Schlecht un­ter­schei­den zu kön­nen, das Üble vom Schö­nen, die Wahrheit von der UnWahrheit - die Re­sul­ta­te ih­res Han­delns zu er­ken­nen und die da­mit ver­bun­de­nen Wir­kungs­wei­sen, die oft nicht so­fort wir­ken son­dern manchmal erst in späte­ren Le­ben zum Vor­schein kom­men, was al­les noch schwie­ri­ger macht - denn das was zur Zeit auf der Er­de abläuft, egal ob in der Irr­nis­po­li­tik der Raub­säuge­tier­po­li­ti­ker die ja al­le­samt noch im Prin­zip des Tötens ver­bun­den sind, das muss ganz klar er­kannt wer­den, denn sie las­sen für sich Töten und fres­sen das getötet die Lei­che dann im 5 Ster­ne Re­stau­rant von einem Raub­tier­koch - das muss ganz klar er­kannt werden die­se zu­sam­men­hän­ge, denn so­lan­ge das nicht er­kannt wird, wird die Mensch­heit noch an dem Prinzip des Tötens ge­bun­den sein, und wird wei­ter­hin in Krie­ge und Mor­de ver­wic­kelt blei­ben - all das ist in Wahrheit nix neues, das wur­de schon seit Tau­sen­den von Jah­ren er­wähnt, du sollst nicht Töten du sollst deinen näch­sten Lie­ben wie dich selbst, und Gott über alles - bloß dem Men­schen kann aber auch nicht der ge­ring­ste Vor­wurf ge­macht wer­den, das ist am al­lerwich­tig­sten zu wis­sen - kei­nem Mör­der kei­nem Dieb nie­man­dem - es kann bloß er­kannt wer­den wie weit sich je­mand schon ent-‑wic­kelt hat und nicht mehr ver-‑wic­kelt ist. 

  Wenn die Pol­ver­schie­bung dort an­ge­kom­men ist wo sie sein soll ist sehr viel Uhr­zeit ver­gan­gen - das dau­ert noch - aber es kom­men im­mer mehr En­er­gieschü­be der Be­frei­ung von der Ein­po­lig­keit im Menschen - ok, das war ein kur­zer Schwall an Ein­sich­ten - wer mehr da­von wis­sen will der kann ja www. Marti­nus. de an­k­lic­ken - Mar­ti­nus ist der­je­ni­ge der das alles in Jahr­zehn­ten aus­ge­ar­bei­tet hat in Schrift­form - ich war sel­ber in mei­nem Le­ben schon da­mit be­schäftigt aber bin froh das er das ma­chen konn­te, und sowas kann man nicht mit ei­nem Nor­mal­men­schli­chen Be­wusst­sein ma­chen, nein, ihm wur­de natür­lich Hil­fe zu­teil - wun­der­ba­re Hil­fe, die be­ste natür­lich.

Mei­ne Hän­de wa­ren end­lich wie­der et­was beweg­li­cher ge­wor­den, ab und zu tauch­te ich ganz un­ter das Was­ser, der Kopf wur­de ge­wa­schen und mit den Fin­gern be­schruppt, ich hat­te auf der Strec­ke nicht ei­ne ein­zi­ge Zec­ke be­merkt, er­fah­ren, Flöhe ein­mal, ei­nen Blut­sau­ger hat­te ich am Bein gehabt als ich kurz im See stand, ei­nen klei­nen dünnen. Als ich dann in mein Ge­sicht schau­te nach dem Bad da war schon wie­der ein Hauch Ro­si­ger Far­be auf mei­nem Ge­sicht, aber die Stra­pa­zen sie wa­ren weit weit Do­mi­nie­rend sicht­bar.

Dann erst ­mal fri­sche Klei­dung an­ge­zo­gen, was da so als frisch be­zeich­net wer­den konn­te. Die schmut­zigen Sa­chen leg­te ich ins Bad und ließ sie im heißen Was­ser ein­wei­chen. Als ich dann auf die Kar­te von dem Co­ro­net Mo­tel schau­te, sah ich, das heu­te erst der 28. Ju­ni war, mir fiel ein das ich heu­te mor­gen auf dem letz­ten Zelt­platz schon bei Frei­tag, den 29. war - al­so hat­te ich mich da um ei­nen Tag ver­tan - da auf dem schö­nen Zelt­platz mit dem Veery der un­un­terbro­chen sang - na und sag­te ich mir, ei­ne Wahrheitsverän­de­rung macht das nicht. Die­se Zah­len und Ta­ge und Num­mer, das war für mich kei­ne Wahrheit das wa­ren bloß Buch­sta­ben Zah­len, ein Fünck­chen das war al­les

Aber dann ging was los, was ich von mir noch nicht er­lebt hat­te. Ich woll­te ja nun erst ­mal Es­sen gehen, ... ok, ge­macht - di­rekt ge­gen­über vom Mo­tel war ein Ge­bäu­de, das mit der Auf­schrift-‑Coun­try Kitchen warb - al­so Länd­li­che Kü­che - da ging ich hin. Ich setz­te mich nach oben ans Fen­ster. 

  Stan­dard Ein­rich­tung, Ru­sti­ka­le Täu­schung und so­was in Braun - egal.   Ei­ne schö­ne Schwarz­haaari­ge Be­die­nung kam zu mir - der La­den war voll. Sie gab mir die Kar­te und frag­te ob ich ei­nen Drink wol­le ... nein Dan­ke - dann stell­te sie ein Glas Wasser hin - sie sah Flott aus, aber ich war mehr als weit­ent­fernt über­haupt in die Nähe von Bu­sen und Schmu­sen und Küs­sen und Lie­be zu kom­men. Ich be­stell­te ein La­dung Pfan­ne­ku­chen mit Ahorn­si­rup, da­zu ei­ne große Tas­se Ka­kao mit viel Schlagsah­ne, als Vor­spei­se ... da­nach ein T-‑Bo­ne Steak, Me­di­um, Brat­kar­tof­feln und Sa­lat. Als ich das ge­ges­sen hat­te be­stell­te ich noch ­mal das glei­che ... ein leichtes Lächeln husch­te über das Ge­sicht der Kell­ne­rin, ... Als das ge­ges­sen war rief ich sie noch­ mal herüber - und be­stell­te noch ­mal das glei­che, nun war sie doch er­staunt - so ein klei­ner mü­der Typ, wo steckt der das bloß al­les hin, mein­te ich in ih­rem Kopf zu se­hen wie sie das dach­te - sie grin­ste nun doch - ich aber auch. Als ich die drit­te Por­ti­on weg­ge­putzt hat­te rief ich die Kell­ne­rin noch ­mal zu mir herüber - aber nun kam sie mit ei­nem brei­ten Lächeln, ... möch­ten sie zah­len frag­te sie halb war­tend halb ge­wiss - ja das auch sag­te ich - aber erst später. Ich möch­te noch zwei Stück Tor­te mit ex­tra viel Sah­ne und ei­nen großen Be­cher Ka­kao da­zu. Als das al­les ver­speist war, war ich nicht ge­füllt, nein, ich war ein­fach leicht ge­sät­tigt, oh­ne Fülle­ge­fühl. Es war so als ob in mir ein rie­sen Loch war das oh­ne wei­teres noch ein­mal das glei­che es­sen könn­te - aber dann sag­te ich nun ist es wirk­lich gut. 

Nach­dem ich die Be­die­nung zu mir ge­ru­fen hat­te, schau­ten auf einmal 5 von denen in mei­ne Rich­tung - aha, da war Kom­mu­ni­ka­ti­on ab­gelau­fen. Ich gab der jun­gen Frau 5 Dollar Trink­geld - dann trank ich den Sahne­ka­kao zu en­de und ging raus.

In der Nähe war ein Ca­na­di­an Ti­re Ge­schäft, da woll­te ich hin um ei­ni­ges zu kau­fen. Um 19.28 Uhr hat­te ich die Sa­chen be­zahlt, so steht es auf der Rechnung. Ich kauf­te Fiberglas­ma­te­ria­li­en, Spach­tel, Pin­sel, Far­be, Fiberglas­mat­ten, große Men­gen da­von, vie­le Do­sen Här­ter dafür, ins­ge­samt et­wa ein Ge­wicht von 15 Pfund an Fiberglas­pa­ste und Här­ter, da­zu kamen noch ei­ni­ge glit­zern­de Blin­ker, ob­wohl ich von denen nun wirk­lich den Ka­sten voll hat­te. Ich kauf­te ein neues Duct-‑Kle­be­band und das Brau­ne Kle­beband - in al­lem war es ein Wert von 120,88 Dol­lar. Dann ka­men noch­ mal zwei­mal Steu­ern hin­zu, ein­mal Gst und Pst, das sind Staats­steu­ern und Län­der­steu­ern, es ist überall das glei­che Abzoc­ken, dach­te ich. Wie lan­ge wer­den die Men­schen bloß so blö­de blei­ben und sol­che Steu­er­ban­di­ten wählen die dann durch ih­re ei­ge­nen Steu­ern das Le­ben schwer Steu­ern lassen.. Wie blö­de sind Men­schen ge­macht wor­den durch sol­che Ban­di­ten - so­was ru­mor­te in mei­nem Kopf herum. Ins­ge­samt wa­ren es dann 137,80 Dollar. Natür­lich ist die Sicht­wei­se in be­zug zu Steu­ern ein­sei­tig, aber auch die zwei­sei­ti­ge ist nicht bes­ser. Aber so­lan­ge die Men­schen noch dem Tier­reich frönen und sich da­mit ver­bun­den fühlen und auch sind wird Wahrheit ein Be­wusst­seins­zu­stand sein der dem Be­reich der Il­lu­si­on zu­gehört - Ich sel­ber gehör­te noch dem Reich der Tie­re an, auch wenn es im­mer we­ni­ger wur­de, da ich sel­ber noch durch das Töten von Le­be­we­sen da­zu gehör­te, denn das ist die Bindung an das Reich der Tie­re - und erst wenn das vorbei ist wird aus dem Raub­men­schen ein Menschenähn­li­cheres We­sen. 

  Aus die­ser Lo­gik her­aus kann zur Zeit von al­len Mensch­li­chen Sy­ste­men die auf der Er­de da­her­taumeln auch nichts wirk­li­ches wahr­haf­ti­ges und Be­freien­des zum Vor­schein kom­men, es ist das Ge­gen­teil da­von, die Lü­ge die Täu­schung das Mor­den der Betrug, der Schein der Wahrheit auch als Geld­schein dar­ge­stellt, von Raub­säu­ge­tier Di­rek­to­ren oder Pro­fesso­ren und so wei­ter, es geht ein­fach noch nicht anders. Das Be­har­rungs­ver­mö­gen der Raub­men­schen ist ein­fach ih­re Schwe­re­e­ner­gie und die da­mit ver­bunde­ne Wirr­nis die Ihr Ver­stand su­gge­riert, und das soll dann Lo­gisch und Ver­nunft sein. Die­se Raub­säu­ge­tierlo­gik ist das Re­sul­tat der Wirt­schaft­li­chen Ent­schei­dungen Welt­weit, der Wis­sen­schaft­li­chen Ent­schei­dun­gen Welt­weit, und der Po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen Weltweit, und auch der Re­li­giö­sen Ent­schei­dun­gen Weltweit. Trotz­dem geht der Pro­zess der Be­frei­ung wei­ter, und das macht ja das Le­ben so in­ter­es­sant. Als ich anfing mich in die­se Ein­sich­ten hin­ein­zu­stei­gern, ka­men auch sol­che Sprün­ge wie-‑was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Theo­lo­ge nennt - was in­ter­essiert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Kanz­ler nennt, was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Arzt oder Pro­fes­sor nennt ... und so wei­ter.

Wie­der im Mo­tel wur­de al­les ver­packt, und danach ging ich noch ­mal in die Wan­ne und saß da noch­mals 2,5 Stun­den, trank Oran­gen­saft und Ap­felsaft da in der Wan­ne sit­zend und köst­lich Schwit­zend. Gut durch­ge­hitzt ging ich schla­fen. Kein Loon sang, kein Bi­ber klatsch­te, kein Veery flöte­te, kei­ne Müc­ke.

Am 29 Ju­ni war ich schon wie­der um 9 Uhr draußen. Ich hat­te im Coun­try Kit­chen ge­früh­stückt und mich dann mit ei­nem Ta­xi an die Aus­fahrt­straße Rich­tung Shell­brook-‑Green La­ke brin­gen las­sen.. Es reg­ne­te und war to­tal Grau. Ich hat­te bloß mei­nen Roten Ruck­sack mit in­dem ei­ne star­ke Pla­stik­tüte war in der mei­ne Ka­me­ra lag. Die Brau­nen Le­derschu­he wa­ren genau rich­tig für die­ses Wet­ter, auch mei­ne Ro­sa Stoff­müt­ze passte sehr gut zum reg­ne­rischen Grau­en Tag - Der Grü­ne lan­ge Re­gen­man­tel flat­ter­te im Wind. 

  Ich stand 15 Mi­nu­ten bis ein Grüner Ford Pick Up an­hielt, und je­mand frag­te wo ich hin will ... ok - steig auf sag­te die Frau am Steu­er. Ich setz­te mich auf die La­de­fläche, hin­ten, of­fen, und schon ging`s los. Ich freu­te mich das es so schnell ging. Drei Men­schen waren im Au­to. Ei­ne kräf­ti­ge In­dia­ne­rin, ein In­dia­ner Mann, und ein Kind, de­ren Kind. Es Reg­net un­un­terbro­chen wei­ter, aber ich bin wind­ge­schützt da ich gegen die Fen­ster­wand leh­ne und der Fahrt­wind an mir vorbei­saust. Die Frau gibt sehr gut Stoff. Wir ja­gen an den Wäl­dern vor­bei. Ich neh­me mei­ne Ka­me­ra raus und ma­che ei­ni­ge Fotos. Zwei­mal wird das Glas­fenster zur Sei­te ge­scho­ben und ei­ne Fla­sche Sekt zu mir ge­reicht, aber ich vernei­ne freund­lich, ich woll­te nüch­tern sein und brauch­te auch kei­ne Sekt­sprit­ze. Aber die bei­den vor­ne, sie zo­gen sich meh­re­re Flaschen rein. Ich schau­te amü­siert zu.   Nach et­wa 2 Stun­den Fahrt hiel­ten wir an, ich weiß nicht mehr in wel­chem Ort, es war je­den­falls Ty­pisch Coun­try Saskat­che­wan, denn mit­ten im Ort wa­ren große Ge­treide­spei­cher un­mit­tel­bar an der Ei­sen­bahn­schi­ene. Die bei­den gin­gen raus um neu­en Nach­schub zu ho­len. Der Schnaps­la­den den kann­ten sie. Die Frau die et­was kräf­ti­ger und ge­sun­der aus­sah als der Mann, der aber auch kein Sup­pen­kas­per oder Luft­kott­lett war, sah schön  aus. Sie trug ei­ne weiße Blu­se mit großen schwar­zen In­dia­ner­sym­bo­len. Sie hat­te ein vol­les Gesicht, flei­schig mit ei­ner ge­sun­den leich­ten Bräun­lichen Haut­far­be. Hin­ter der ho­hen Stirn war ihr Schwarzes Haar nach hin­ten ge­kämmt. Sie trug ei­ne große Bril­le mit ei­nem durch­sich­ti­gen Ge­stell. Ih­re Na­se war kräf­tig und von den Sei­ten der Na­se gin­gen zwei glat­te Li­ni­en her­un­ter, die ih­re Wan­gen an­zeigten. Die Freund­lich­keit die ich ih­nen ge­gen­über ausstrahl­te mach­te die Frau für kur­ze Zeit stut­zig, sie hat­te wohl zu viel Mist er­lebt, aber dann sieg­te doch das wah­re We­sen, und nicht die Ver­gan­gen­heit und Er­fahrung, und so strahl­te sie auch und ihr Mann ei­ne gutmü­ti­ge Freund­lich­keit wei­ter aus.

                Der Mann trug ei­ne Schwar­ze Stoff­müt­ze. Ein Hirsch war auf die Müt­ze genäht. Vic­to­ria Sak. stand drauf. Nach­dem sie ei­ni­ge Fla­schen Sekt gek­auft hat­ten ging`s dann wei­ter. Nun war die Straße Schot­ter und viel En­ger. Die Wald­zo­ne an bei­den Sei­ten ra­ste an mir vor­bei oder ist es um­gekehrt. Dann hiel­ten sie an, es war Zeit für mich Ade zu sa­gen, denn sie fuh­ren nun ir­gend­wo da in den Busch hin­ein und ich musste auf der 55 blei­ben. 

  Ei­ne Mi­nu­te später stand ich da an der Straße mitten von wer weiß wo. Hin­ter mir Wald, vor mir Wald, da­zwi­schen die Straße. Aber überall blüh­ten Blu­men auf Hochtou­ren. Große Oran­ge­ne 6 Blätt­ri­ge Li­li­en, und sehr vie­le Na­tio­nal­blu­men Sas­kat­che­wans. Ich wur­de noch 3 mal mit­ge­nom­men bis ich über die 155 und dann 908 nach Ile A La Cros­se kam. Die­se et­wa 400 km hat­te ich trotz des Wet­ters in sehr kur­zer Zeit er­reicht. Je­der mit dem ich fuhr ra­ste aber auch was das Zeug her­gab.   Als ich zum Haus des Man­nes kam bei dem ich mein Au­to ge­las­sen hat­te, auf an­raten der RCMP-‑Po­li­zei. sta­un­te ich, es war rund aus Holz ge­baut. Aber kei­ner war da. Mein Wa­gen stand schräg in ei­nem Gra­ben und sah ver­staubt aus. Ich ging zur Po­li­zei und dort sag­te man mir das er außerhalb sei, bei ei­nem großen In­dia­ner­tref­fen ei­nem riesen Fest.   Ich fand je­mand der mich dorthin fuhr. Der jun­ge Mann hat­te nichts an­deres zu tun sag­te er mir als er mich fuhr. 

Als wir in den Wald ka­men, schau­te ich - was war das, es wimmel­te von Zel­ten und In­dia­nern. Sie wa­ren al­le schwer am Fei­ern, lach­ten viel und der jun­ge Mann er­zähl­te mir das es ein Christ­li­ches Fest sei. Zwischen den Bäu­men stan­den die Au­tos, sehr vie­le Autos, da­zwi­schen stan­den die Zel­te, überall wa­ren Feuer, es wur­de ge­bra­ten, ge­trun­ken, und ge­fei­ert. Ich frag­te nach dem Mann der Mein Au­to hat­te und auch der jun­ge Mann such­te mit. Die In­dia­ner sag­ten wir müs­sen tie­fer in den Wald ge­hen. Dann ka­men wir zu ei­ner Lich­tung, ei­ner großen, da war ei­ne Büh­ne aufge­baut und ei­ne Band spiel­te Coun­try We­stern Mu­sik - es war ge­ra­de Pau­se. 

  Wir fan­den den, den ich such­te, ich ha­be sei­nen Na­men ver­ges­sen. Er trug viel Schmuck, Ket­ten, Federn, und ei­nen Hut. Er sah ir­gend­wie Raus­ge­putzt aus. Er gab mir den Schlüs­sel für das Haus und sag­te auch wo der Au­to­schlüs­sel hängt und wem ich den Schlüs­sel dann ge­ben sol­le. Dann fuh­ren wir wie­der zurück.

Der Mann der mich zurück­fuhr er­klär­te mir das die­ser Mann die In­dia­ner tauf­te und das des­we­gen ein so großes Fest ge­macht wur­de, so­zu­sa­gen ei­ne Mas­sentau­fe. Ich frag­te nicht wel­che Kon­fes­si­on Kirche und so wei­ter.

           Im Haus an­ge­kom­men schau­te ich mich mal um, es war vol­ler In­dia­ner Sa­chen und sah sehr gemüt­lich aus. Ein run­des großes Holz­haus. Der Wa­gen Star­te­te nach drei­ma­li­gen Durch­dre­hen und Gas­ge­ben - dann war ich un­ter­wegs. - zurück nach Prin­ce Al­bert. Spät Abends tank­te ich bei Len` s Gas Bar in Big Ri­ver für 23 Dollar Nor­mal­ben­zin. Dann ging`s wei­ter. Ich fühl­te mich gut, vom Knie merk­te ich nichts mehr, denn das war ja für ei­ne Wei­le kalt­gestellt, so­lan­ge bis ich ihm die Er­laub­nis gab, zu Hei­len. Um 23.07 Uhr hat­te ich die Rech­nung im Ken­tucky Fried Chic­ken be­zahlt in Prin­ce Al­bert - kurz da­nach schlief ich schon wie­der im Mo­tel.

Am fol­gen­den Mor­gen früh­stück­te ich um 9 Uhr im Coun­try Kit­chen, ging dann zur Post und sen­de­te mei­ne vie­len Filme zurück nach Deutsch­land zum entwic­keln. Da­nach pack­te ich al­les ins Au­to, zahl­te mei­ne Re­chung im Co­ro­net und fuhr los Rich­tung The Pas Ma­ni­to­ba. Um 12.10 Uhr Tank­te ich noch­mal bei Jif­fys Es­so Sta­ti­on in Prin­ce Al­bert für 10,50 Dollar plus 1,15 Dollar Steu­ern. Nun ging`s wie­der Richtung Osten auf der 55 dann über ge­teer­te Straße, alles war Flach­land hier oben. Am En­de der ge­ra­den Strec­ke fängt die Straße wie­der an kur­vig zu wer­den, dort ist viel Wald und Hü­gel und ei­ne Nicht-‑Farmland­schaft. Ich fuhr über vie­le Bäche, stei­le Schot­terstraßen hoch und run­ter, bis mir ein Ford ent­ge­gen kam. In ihm war ein RCMP Po­li­zist. Er woll­te wis­sen was ich ma­che. Na und dach­te ich, mich in­ter­es­siert es nicht was er macht, und was ich ma­che ist al­lei­ne mei­ne Sa­che. Aber so er­zähl­te ich ihm was ich so ma­che, er woll­te mein Pass se­hen, ich zeig­te ihm den Pass, er glotz­te rein, dann gab er ihn mir zurück und brau­ste wei­ter. Ich auch, ich gab mäch­tig Gas, schleu­der­te manchmal auf der Straße herum da es feucht und Sand­straße war und we­gen an­de­rer Begrün­dun­gen. An­son­sten war nie­mand auf die­ser langen Strec­ke un­ter­wegs ge­sehen. Erst als ich auf die 9 kam wa­ren zwei Au­tos auf der Straße.

Ich über­qu­er­te ir­gend­wo die größte Gren­ze die es Welt­weit gibt, näm­lich die Gren­ze in den Köp­fen der Blin­den Men­schen mit ih­rer Hab und Macht­gier und Angst, die Gren­ze zu Ma­ni­to­ba da­ge­gen war von all dem frei, und sau­ste rein nach The Pas.

13 Grad im Zelt. Bin um 7.30 Uhr auf­ge­stan­den. Blö­de Mo­tor­boot fah­re­rei. Die Leu­te fuh­ren Nachts wild auf dem See herum, sie wa­ren be­trun­ken, der Voll­mond be­leuch­te­te den See, das war um 1.30 Uhr. Aß kal­tes Müs­li zum Früh­stück, dann ver­arz­te ich mich so gut es ging. Ich hat­te star­ke Schmerz­tablet­ten da­bei, Co­dein. Nahm aber kei­ne. Ver­kleb­te mei­ne Fin­ger, die Ris­se, mit Han­sa­plast. Das Knie wur­de schlim­mer. Dann traf ich ei­ne Ent­schei­dung und sag­te mir, ok, nun das Wis­sen nut­zen und an­wen­den - da ich wusste das ich nicht der Kör­per bin, son­dern ei­nen Kör­per ha­be, zog ich mei­ne Le­bens­ener­gie aus dem Kör­per nach Oben, bis über dem Knie, und so­fort waren kei­ne Schmer­zen mehr vor­han­den. Ich wür­de wie­der in den Teil des Kör­pers ge­hen wenn ich be­reit war das Knie aus­zu­ku­rie­ren. Das wars dann. Jetzt ging`s wie­der viel leich­ter. 

  Nun musste ich durch ein Wirr­warr von In­sel­landschaf­ten im­mer Rich­tung Sü­do­sten. Das Wet­ter war pri­ma. Wie­der 25-27 Grad, Wol­ken­los. Ich wusste nicht das ich heu­te vie­le lan­ge Por­ta­gen ma­chen würde. Das ich ei­ne Schlamm­schlacht le­ben müsste und das ich wie­der to­tal am En­de mei­ner Kräf­te an­kommen wür­de. Das ich die Schnau­ze voll­ ha­ben wür­de, um es mal Poe­tisch zu For­mu­lie­ren. Mensch­lich, nicht Hei­lig. Die Pad­de­lei ging vor­bei an Paul und Sankt Ben­net In­sel, durch den Mc Do­nald Ka­nal, zu den Robert­son Fäl­len - und dann war`s in­zwi­schen auch wieder Dun­kel­grau ge­wor­den und mäch­ti­ge Ge­wit­ter legten da los. Ich stand an den Fäl­len und musste sie um­tra­gen. Al­les war sehr glit­schig, et­wa 400 Me­ter hoch, dann steil run­ter, aber die Fäl­le sa­hen wun­derschön aus, be­stimmt gut zum Fi­schen. Ich mach­te kei­ne Fotos mehr. Es goss aus al­len Roh­ren. Das war mal wie­der mei­ne Lieb­lings­be­schäf­ti­gung im Re­gen schuf­ten. Ich ging so­gar ei­ne Zeit­lang Bar­fuss denn die Schu­he wa­ren durch­nässt vom Re­gen und dem Wasser im Ka­nu, das schwer am Lec­ken war. 

  Wäh­rend ich diesen Berg­hang hoch­ schlepp­te durch den Wald und über mir die Blit­ze grell­ten und Don­ner tob­te, war ein Ground­hog, ein Erd­hund, am Wald­pfad der Por­ta­ge und schau­te mir zu wie ich da flu­chend schimp­fend schuf­tent durch das nas­se Grün schlepp­te. Er Lächel­te zu­frie­den. 

  Dann das Ka­nu, Mensch, sah das Lä­diert aus. Ich be­kleb­te es erst ­mal wie­der als ich auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te an­kam. Et­was später, ich pad­del­te Barfuss, kam auch die Son­ne wie­der her­vor. Dann die näch­sten Fäl­le Twinn­falls, auch da musste ge­schleppt wer­den, als ich dort an­kam, leg­ten auch ei­ni­ge an­de­re Ka­nus an, kräf­ti­ge Män­ner, sie sa­hen in was für ei­ner Ver­fas­sung ich war, das war nicht die Ver­fas­sung die sich De­mo­kra­ten ger­ne ge­ben auch wenn sie noch Raub­men­schen geblie­ben sind - und aus der daraus fol­gen­den Lo­gik müsste ein je­dem klar sein was die Mensch­li­che Ge­sell­schaft vorerst noch zu er­war­ten hat in Be­zug zu wirk­li­chem Recht und wirk­li­cher Demo­kra­tie und wirk­li­cher Ver­fas­sung. Ei­ner der großen Fleischmän­ner trug mein Ka­nu. Ich war die­sem kräf­tigen Ka­na­dier sehr Dank­bar.

Das sag­te ich ihm auch. Es war ei­ner die­ser gutaus­se­hen­den ka­na­di­schen Män­ner, halt ein En­gel­kana­dier. Wir mussten durch Ur­wald mit dic­ken um­gefal­le­nen Baum­stäm­men die über­stie­gen wer­den mussten, ei­ne Mords Schuf­te­rei. Ei­ner hat­te ei­nen wun­der­schö­nen Fuch­sähn­li­chen Hund der brav am an­de­ren En­de der Por­ta­ge blieb und ei­nen be­grüßte wenn man wie­der an­kam. 

  Ich war Phy­sisch mehr als aus­ge­brannt. Ich schaff­te al­les nur noch mit Wil­lens­kraft. Mein Kör­per war nur noch ein Ar­beits­or­ga­nis­mus. Oft rut­sche man auf den Bäu­men aus, und der Bo­den war auch glatt. Die Ka­nadier wa­ren schon weg als ich mei­ne rest­li­chen Sa­chen auf der an­de­ren Por­ta­gen­sei­te hat­te. 

  Der See war sehr flach und vol­ler Ufer­pflan­zen ein schö­ner An­blick in das kla­re Was­ser hin­ein. Die­ser Park ist wirk­lich ei­ne Au­gen­wei­de, was be­son­deres. Ein wun­der­schö­nes Stück Er­de. 

  Dann ging`s zer­schun­den, Lä­diert weiter. Ich sang wie­der den Blah Blah Blues. Es sind vie­le Men­schen hier in dem Na­tio­nal­park ... Bloß ei­nes war ganz klar ein NEIN, in die­ser Schön­heit dür­fen kei­ne Mo­tor­boo­te rein, hier dürf­te al­les nur mit Ka­nu ge­macht wer­den. Die Vögel, weg, die Pe­li­ka­ne, weg, die wür­de ich erst wieder am En­de des Sees tref­fen am En­de des Parks wo kei­ne Men­schen wa­ren. Mo­tor­boo­te pas­sen ein­fach nicht in das Lo­nely Land. Kei­ne Loons rie­fen hier, kei­ne En­ten kei­nen Ad­ler, al­les war Weg­mo­to­riert. Ein­mal war ich in ei­ner wun­der­schö­nen Bucht, da kam ein Mann mit sei­ner Frau in ei­nem rie­sen Motor­boot an­ge­saust, 150-PS-Mo­tor, sie hiel­ten an, Angel­ten 5 Mi­nu­ten und sag­ten ahh Shit, hier ist nix, und sau­sten dann wei­ter. Ty­pi­sche Re­tor­ten Menschen durch die Wer­bung hoch­ge­zo­gen so wie Marl­bo­ro Coun­try die Men­schen mehr und mehr ver­blö­det, und die freu­en sich dar­über wei­te­re verblö­det zu ha­ben.   Es gab auch Stel­len, wo ich sehr gut Kom­bi­nie­ren musste, da stimm­te die Kar­te nicht mehr, Le­ben ist ja ei­ne un­un­ter­bro­che­ne Ver­än­derung, aus In­seln wer­den Halbin­seln und um­ge­kehrt, Land ver­san­det, Bäu­me fal­len um durch Stür­me und al­tern, Kon­tu­ren wer­den verän­dert, und es gab jetzt ei­ni­ge Si­tua­tio­nen wo die In­seln die ich da vor mir hat­te kei­ne mehr wa­ren, das war über­wach­sen, mit Schilf und es wa­ren Halbin­seln ge­wor­den.

Wäh­rend der Fahrt kam ich an ei­ner win­zigen Insel vor­bei. Am Ufer lie­fen zwei wun­der­schö­ne jun­ge Hun­de, ganz wu­sche­li­ge Schä­fer­hun­de ganz al­lei­ne herum. Neu­gie­rig folg­ten sie mir am Ufer und schauten mir lan­ge Zeit nach. Et­was wei­ter war ein An­gelcamp. Doch die Hun­de wa­ren al­lei­ne auf der In­sel. 

  Ich Pad­del­te mit Kom­pass auf Sicht, vor­bei an vie­len klei­nen In­seln. Es ging nun Rich­tung Sü­den, St­an­ly Mis­si­on dem Cree In­dia­ner Re­ser­vat. Die Son­ne knall­te wie­der her­un­ter, so konn­te ich zum er­sten­mal mein Hemd aus­zie­hen, ich war völ­lig abge­ma­gert, völ­lig. 

  Auf ei­ni­gen der In­seln standen Zel­te. Ur­lau­ber im Na­tio­nal­park. Dann kam ich an den Ka­na­diern vor­bei die mein Ka­nu ge­tra­gen hat­ten. Sie hat­ten ei­ne große Lei­ne auf­ge­spannt und ih­re Klei­dung hing im Wind. Sie tran­ken Bier aus Do­sen. Zu­erst woll­te ich zu ih­nen ge­hen mit ih­nen Cam­pen, doch was hielt mich da­von ab, nein, ich fah­re wei­ter, Zel­te al­lein. Et­wa 1000 Meter wei­ter fand ich ei­nen wun­der­schö­nen Platz. Ich zeich­ne­te die Stel­len gar nicht mehr auf der Kar­te ein wie am An­fang. Ich wusste aber wo ich war, aber so mü­de war ich. Ei­ne wun­der­schö­ne Stel­le war das. Ich weiß nicht mehr ob es ei­ne In­sel oder Halbin­sel war. Je­den­falls musste ich mei­ne Sa­chen hoch­ tra­gen auf ei­ne glat­te Stel­le die to­tal mit dic­kem Moos be­wachsen war. Zwi­schen Fich­ten stell­te ich das Zelt auf, sagen­haft schö­ner Platz. Es wür­de ein fe­dern­des Schlafen wer­den vol­ler Aro­ma­ti­scher Düf­te. Ich koch­te nun schon seit 2 Ta­gen nicht mehr, aß al­so wie­der trockenes Müs­li, ge­trock­ne­te Früch­te. Die­se ­Tour hats in sich. Bo­dy Buil­ding, Diät­mäßig, Kör­per­schlacht, Ma­teri­al­schlacht, na­ja. Der Abend wur­de ein­fach Fan­tastisch. Ich saß er­höht, oben auf der In­sel, über­schau­te an­de­re na­he In­seln. Kein Wind, das Was­ser wur­de in Rosa­ro­tes Licht ge­flu­tet. Ei­ne ganz dic­ke Weiße Wol­ke kam an ei­ner Sei­te hoch. Türm­te sich sehr hoch auf, strahl­te Schnee­weiß. Dar­über der Him­mel, Blass bis Tief­blau. Am Ho­ri­zont der Son­nen­un­ter­gang Zar­trosanes Leuch­ten. Die Kon­tu­ren der Bäu­me ge­gen das Licht. Un­ten am Ufer jag­te ein großer Hecht, die kleinen Fi­sche spran­gen aus dem Was­ser als er hin­ter ihnen her war, um sich zu Ret­ten. Der Ho­ri­zont wur­de rich­tig Ro­sa­gol­den. Das spie­gel­te sich im Was­ser. Über mir fin­gen die Ster­ne an zu leuch­ten. Ein Vo­gel fing an zu Sin­gen. Er wür­de die gan­ze Nacht durch­singen. Da­mals wusste ich nicht das es der Veery war.. Das wusste ich erst als ich wie­der in der BRD war und die Vo­gel­stim­men­ka­sset­te hör­te die ich in Win­ni­peg im Zoo gek­auft hat­te, und nun die Stim­men ver­glei­chen konn­te. Die­ser Veery singt und singt und singt und singt. Er hat ei­ne sehr schö­ne Ge­sangs­stim­me. Ich freu­te mich schon bald wie­der ei­ne neue An­gel zu kau­fen, zu Fi­schen, das fehl­te. Fri­sche Zan­der­fi­les, Hech­te, auf so ei­ner Tour, das war wich­tig. Der Ofen hat­te mir sehr ge­fal­len. Die Wär­me die schmack­haf­ten heißen Pfan­ne­ku­chen. Oh­ne dem war ich noch leichter Aus­ge­po­wert, fer­tig. Mein Hin­tern hör­te gar nicht mehr auf zu schmer­zen. Da nun kein Wind war, und es dunk­ler wur­de wa­ren nun die win­zig­sten No-‑Seums da, das sind sol­che klei­nen Beißin­sek­ten das sie fast nicht zu se­hen sind. Sie er­schei­nen bloß als winzig­stes Fleck­chen auf der Haut. Aber die kön­nen zubeißen, vom fein­sten. Aber dafür war das North Fa­ce V 23 sehr gut aus­gerü­stet, denn sein In­nen­zelt war aus An­ti-‑No-‑Se­um Ma­te­ri­al, so fein, das auch die­se fei­nen Blut­sau­ger nicht durch­ka­men. und ein schö­nes schlafen Ga­ran­tie­ren.. Ich hat­te schon an­de­re Zelt­zei­ten erlebt wo ich mor­gens auf­wach­te und mei­ne Au­gen nicht mehr öff­nen konn­te weil sie zer­bis­sen wa­ren.

Ich sprüh­te mei­ne Haut ein und blieb draußen sitzen, es war ein­fach zu schön. Wenn die­se Tei­le der Er­de, und es gibt ja ei­ni­ge sehr schö­ne Plät­ze auf der Er­de schon so schön sind, wo wer­den dann wohl die höhe­ren Wel­ten sein, je­ne Wel­ten und Uni­versen die to­tal aus Licht ge­macht sind, wo es kei­ne Kom­pri­mier­te Ma­te­rie gab, ver­dich­te­tes Licht und Ton, wie hier auf die­ser Er­de und die­sem Uni­ver­sum. Ich freu­te mich schon darauf.. Ich über­leg­te mir auch, nachdem ich das Ka­nu wie­der re­pa­riert ha­be, mit ei­ner doppel­ten Schicht Fiberglas ver­stärkt ha­be, näm­lich das, was die Fir­ma Mo­hawk ver­ges­sen hat­te - ob ich nicht dann von Pu­katawa­gan  erst ­mal 1-2 Wo­chen auf ei­ne In­sel fah­re und dort mein Knie aus­ku­riere und viel Me­di­tie­re - ein Me­di­ta­ti­ves Le­ben ma­che - in­zwi­schen war es 22.45 Uhr - der „Veery“ sang und sang. Ein Pe­li­kan glitt in­ dem Licht oh­ne Flü­gel­schlag an mir vor­bei, ganz na­he über mei­nem Kopf. Der Hecht jag­te immer noch da unten, ab und an war wie­der der Schwall Was­ser zu se­hen und das Sprin­gen der klei­nen Fi­sche aus dem Was­ser. Dann war ganz plötz­lich ein star­ker Wind da. Ob das was mit der großen weißen Wol­ke zu tun hat­te. Ich stand auf und ging zum Zelt. Der Wind war in sehr kur­zer Zeit enorm auf­ge­braust - aber da oben zwi­schen den Bäumen war kaum Wind, das Zelt lag gut ge­schützt. Hof­fentlich fällt kein Baum um, denn es la­gen sehr vie­le um­ge­falle­ne Bäu­me herum. Dann ging ich in das Zelt, es war schon Dun­kel. Als ich mich auf die Ma­trat­ze leg­te - ah­hhh, ei­ne wei­che Be­we­gung ein Duft - fa­bel­haft ... ich schlief wie ein Stein, wie zwei Stei­ne - drei - ... Ge­gen 3 weck­te mich ein Eich­hörn­chen - es war am Zelt - woll­te rein­kom­men - der Veery sang immer noch - ich schlief wei­ter - draußen war es noch win­dig. Wach­te um 5 Uhr wie­der auf - am Frei­tag, den 29. Ju­ni. 

  Mei­ne Fin­ger wa­ren ganz Steif, das Knie auch. Un­ten gluck­ste das Was­ser am Ufer. Zwei Vö­gel san­gen die ich nicht kann­te. 27 Ta­ge bin ich unter­wegs. 15 wa­ren ge­plant, und das soll­te schon viel sein. 12 Ta­ge al­lei­ne bloß vom Wind auf­gehal­ten. Es war 13 Grad im Zelt. Ich ging zum Ufer um mich zu wa­schen. Dann pack­te ich die Sa­chen wie­der zu­sam­men. Die Ar­beit wur­de zu ei­ner Last. Da­nach als al­les fer­tig war es­se ich noch ein Müs­li und fah­re los.   Der Wind kommt stark aus dem Nor­den, fällt mir in den Rüc­ken, schiebt mich, wird ja auch mal Zeit, denn ich fah­re Rich­tung Sü­den. St­an­ly Mis­si­on ist noch et­wa 20 km ent­fernt. Ich bin fix und fer­tig mit dem Ka­nufah­ren. 

  Nach kur­zer Zeit wird das Paddeln ei­ne schwer­fäl­li­ge Pla­ge. Ich kann nicht mehr Sit­zen und stehe und Padd­le im Ste­hen. Sehn­suchts­voll er­war­te ich das En­de der er­sten Etap­pe. Es dau­ert, und dauert und dau­ert - mei­ne Phy­si­sche Kraft ist nicht mehr exi­stent. Ich le­be aus der Quel­le leich­ter Qualen. - aber kei­ner kanns für mich tun - al­so weiter wei­ter wei­ter.. Ich weiß von der Kar­te her zu beur­tei­len das es nicht mehr weit sein kann. Ich muss St­an­ly Mis­si­on schon von weitem se­hen kön­nen, da es ei­ne ge­ra­de Li­nie ist die ich hin­un­ter­fah­re. Im stehen pad­delnd lang­sam schwer­fäl­li­ges Pad­deln, mit Blick auf die Häu­ser die da sein müs­sen.. Ich war mir nicht si­cher wie ich da weg­kom­men wür­de ob da ei­ne Straße war. Dann sehe ich die er­sten hel­len Häu­ser, ich bin noch weit ent­fernt. Im ste­hen padd­le ich wei­ter - wei­ter - wei­ter - ich ha­be schon längst kei­ne Kraft mehr um zu­zu­le­gen.. Ich sehe die­se schö­ne Holz­kir­che auf der lin­ken Sei­te der Landspit­ze - dann le­ge ich end­lich am Ufer an der Ortschaft an. Ei­ni­ge an­de­re Ka­nus sind da ei­ne Grup­pe et­wa 6-7 Stück wer­den ge­ra­de ver­la­den. Ich fra­ge In­tui­tiv wo sie hin­fah­ren was sie ge­macht ha­ben - sie fah­ren zurück nach Prin­ce Al­bert... Könnt ihr mich mit­neh­men fra­ge ich - ja - ant­wor­tet die Frau, wenn du es schaffst - wir wol­len bald los. 

  Da sind vie­le Schü­ler die ganz auf­ge­regt sind. Die ha­ben ei­ne Ka­nu­tour mit ih­rer Klas­se ge­macht. Zwei große Vans ha­ben sie und da ist auch ein Bus in­dem die Klas­se fährt. 

  Ich kann bei ih­nen im Van mit­fah­ren. So­fort la­de ich mei­ne Sa­chen in ih­ren Van und das Ka­nu wird auf ei­nem Ka­nu Rack be­fe­stigt - dann gehe ich zum Northern Sto­re und hol­te mein Pro­vi­ant Pac­ket ab. Da war es. Es wür­de auch noch in ei­nem Jahr da sein. Pri­ma so ­was. Die Frau war freund­lich, ei­ne Cree­frau, rund und mol­lig, ge­sund sah sie aus. 20 Mi­nu­ten später war ich auf dem Weg nach Süden zur Haupt­stadt von Sas­kat­che­wan Prin­ce Albert. Ich glau­be das ist sie, oder ist es Re­gi­na. Und dann ein rie­siges ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh­h­hh, Er­leb­nis. Ich saß auf ei­nem kom­fort­ab­len Auto­sitz in ei­nem neu­en Blau­en Pon­tiac Bus, oder Van. Re­creati­on Car. 

  Die Men­schen mit denen ich fuhr wa­ren er­holt und be­gei­stert von ih­rer 5 Ta­ge Tour. Sie wa­ren Rich­tung San­dy Bay geur­laubt und dann wie­der zurück. Al­le wa­ren Glück­lich mit die­ser Ka­nu­tour, das ist die Rich­tung die von St­an­ly Mis­si­on wei­tergeht, Rich­tung Osten. Die hät­te ich auch pad­deln müs­sen, wenn nicht das Wet­ter und so wei­ter mich um­dis­po­nie­ren ließ.. 

  Wir fuh­ren auf der 915 Schot­ter­straße durch den La Ron­ge Pro­vin­ci­al Park. Wirk­lich ein Ju­wel. Da haben sie sich was schö­nes still­ge­legt, aber hof­fent­lich wer­den sie so wach sein das sie kei­ne Mo­tor­boo­te mehr er­lau­ben, das ist ein­fach Dumm, in die­ser Natur, ins­be­son­dere als Na­tio­nal­park, da passt kein Motor rein. Es gibt genü­gend Land für die Mo­tor­bootfah­re­rei in Ka­na­da. Ich hof­fe das die Wei­sen mal wacher wer­den.. 

  Dann bo­gen wir auf die 102 Richtung La Ron­ge. Die Frau woll­te wis­sen was ich so ge­macht hät­te auf der Kanu­tour, al­so er­zähl­te ich ei­ni­ges - sie sta­un­te. 

  In La Ron­ge an­ge­kom­men fuhren sie zu ei­ner Camp und An­gel Lod­ge von denen sie die Ka­nus ge­mie­tet hatten. Als wir auf das Land der Lod­ge fuh­ren und ich den schö­nen ge­pfleg­ten Ra­sen sah der bis zum See führ­te, die schö­nen Fich­ten und an­de­ren Bäu­me die verein­zelt da­stan­den, die wun­der­schö­nen Holz­häu­ser die ge­mie­tet wer­den konn­ten, und die­se schö­ne stil­le ge­pfleg­te At­mosphä­re auf­nahm, da fühl­te ich mich sehr wohl da. Die Men­schen wa­ren sehr Har­mo­nisch dort und hat­ten einen aus­ge­g­li­che­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ven Kon­takt. Da war Zu­frie­den­heit die ich da er­leb­te. Al­les sah sehr ge­pflegt aus. Ich freu­te mich mal wie­der mit Men­schen zu­sammen zu sein, egal ob mit Freun­den oder auch mit den mög­li­chen und re­alen Fein­den, es ist al­le­mal in­ter­es­sant. Dann fuh­ren wir wei­ter. 

  Un­ter­wegs er­zähl­te ich ih­nen das ich über die­se Rei­se ein Buch schrei­ben wer­de. Sie frag­te ob ich schon Bü­cher veröf­fent­licht hät­te und ich fan­ta­sier­te ihr vor ... Ja Ja mei­ne Bü­cher er­rei­chen in der BRD ei­ne Ver­kaufs­auf­la­ge von 50 000 Stück - als ich ihnen das sag­te be­merk­te ich die Zu­frie­den­heit in ih­ren Ge­sich­tern. Das ge­fiel ih­nen je­man­den mit­ge­nommen zu ha­ben der er­folg­reich war, der gutes Geld ver­dien­te, sein Le­ben mach­te und kei­ne Last war für an­de­re. Ich hat­te schon öf­ter in mei­nem Le­ben, Situa­tio­nen zum schö­ne­ren ge­bracht, in­dem ich mei­ne Fan­ta­sie an­wen­de­te, egal ob das nun stimm­te oder nicht, ich wür­de sie so­wie­so mit größter Wahr­scheinlich­keit nicht wie­der­se­hen, und wenn schon, aber es ging um Jetzt, nicht um ir­gend­wel­che Wahrheiten, trotz­dem, so­gar die Fan­ta­sie ist ja ei­ne Wahrheit. 

  Dann fuh­ren wir am un­ge­fäh­ren Geo­gra­phi­schen Zen­trum Sas­kat­che­wans vor­bei. Un­se­re Un­ter­haltung war Flott, die bei­den, er und sie wa­ren Leh­rer, leb­ten in Sas­ka­toon. Sie hat­ten ei­nen Über­nachtungs­stop in Prin­ce Al­bert ein­ge­plant und schon Zimmer re­ser­viert. Ich er­zähl­te ih­nen das ich von Prin­ce Al­bert Tram­pen woll­te oder mit dem Bus hoch nach der Ort­schaft Ile A La Cros­se um dort mei­nen Wa­gen abzuho­len.. Aber erst­ mal woll­te ich mich pfle­gen. 

  Dann fuh­ren wir am Prin­ce Al­bert Na­tio­nal­park vor­bei und kur­ze Zeit später wa­ren wir in Prin­ce Albert. Sie fuh­ren mich zu zwei Mo­tels, das er­ste war voll in­dem sie wa­ren, aber im zwei­ten, dem Co­ro­net Mo­tor Inn an der 3551 Se­cond Ave­nue West, Tel. 764-6441, da war ein Zim­mer frei, mit Bad und Dusche, das Bad war jetzt am wich­tig­sten. Ich lud al­les aus, die Leh­rer hal­fen mir, dann sag­ten wir Good Bye. Nach­dem ich ein­ge­scheckt war, für 49 Dollar am Tag, trug ich das Ka­nu in den Flur, di­rekt ne­ben mei­ner Zim­mer­tür - klas­se was hier al­les mög­lich ist dach­te ich, man kann so­gar sein Ka­nu mit­neh­men, to­leran­te Men­schen hier, sehr viel Ver­stand, er ist noch weit, hat Raum, wie die Größe des Lan­des. Und dann wur­de erst­ mal die Ba­de­wan­ne voll heißem Was­ser ge­füllt. Ich sah Übel aus, sehr Übel, als ich mich im Spie­gel sah, tie­fe dic­ke dun­k­le Augen­rän­der, die Wan­gen ein­ge­fal­len, die hel­le Ho­se war mehr als drec­kig von der letz­ten Sumf­por­ta­ge da im Ge­wit­ter mit dem Aus­rut­schen. Wäh­rend das Was­ser in die Wan­ne lief mach­te ich dann noch ein Foto im Flur mit dem Ka­nu. und Mir. Ich stell­te das Sta­tiv auf und stütz­te mich mit der rech­ten Hand gegen die Wand ab. - und dann aber ab, weg, run­ter, die Klei­dung auf den Bo­den ge­schmis­sen und ab in die Wan­ne - ... ah­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­h­hh ... uh­h­h­h­h­h­hh­hh, ... schöööööööööööööööön. Ich saß zwei Stun­den in der Wan­ne, ließ fri­sches Was­ser nach­laufen, und ruh­te mich ein­fach aus, aus, aus - das tat gu­u­u­u­ut. Heiß­was­ser­quel­len sind ja alt­be­kann­te Gene­sungs­quel­len ins­be­son­de­re wenn sie natür­lich Mine­ra­lisch sind. Schon die Ne­an­der­ta­ler nutz­ten sie und auch die Cro Magnum Frau­en wa­ren da­mit sehr zu­frie­den, so­gar die Ele­fan­ten die Nil­p­fer­de und auch die Af­fen auf den Ja­pa­ni­schen In­seln su­chen heiße Quel­len auf um sich wohl zu füh­len - die­se Bil­der lie­fen in mir ab - aber auch die Mor­de der Seni­len Rö­mi­schen Po­li­ti­ker die nicht rich­tig Ticken, oder die Schwu­lensze­ne der Dampf­bä­der in den Grie­chisch By­zan­ti­ni­schen Dumpf­puff­sto­che­rei­en in die Arsch- löcher hin­ein - mein Gott muss das Stin­ken - und welch ei­ne falsche Ziel­rich­tung, daraus ist gut er­sichtlich das sie ih­re Sinn­li­che Wirr­nis le­ben, denn die kön­nen ein­fach nicht rich­tig se­hen. 

Aber die­se Wirr­nis in Be­zug zum falschen Se­hen ist auch ein Evo­lu­ti­onä­rer Schritt, der Schritt näm­­lich zur Pol­ver­schie­bung. Ja, nicht nur Pol­ver­schie­bung in Be­zug zu den Erd­po­len, nein, wie im Großen so im Klei­nen wie Un­ten so Oben - auch in der Mensch­lichen Po­la­rität ver­schiebt sich der Pol - denn wenn der Pol völ­lig ge­gen­sätz­lich ist dann ist er wie im Tierreich genau Männ­lich genau Weib­lich, und der Bezug ist dann ein­deu­tig - aber im lau­fe der Evo­lu­ti­on vom Tier zum Men­schen zum Wahr­haf­ti­gen Menschen als Ab­bild Got­tes pas­siert ei­ne Pol­ver­schiebung im Men­schen die ihn dann zu­erst nicht mehr ein­deu­tig die­se ge­schlecht­li­che Fi­xie­rung er­le­ben lässt, und die da­mit ver­bun­de­ne Or­gas­mi­sche Freude, denn auf dem Weg, ech­te Lie­be zu le­ben, und nicht bloß die­se Fick­fi­xie­rung die mit viel Lü­ge und Be­trug ver­bun­den ist und ei­ne bloße Or­ga­ni­sche Zweck­haf­tig­keit ist, da­mit sich Raub­tie­re über­haupt näher kom­men kön­nen, ist die Pol­ver­schie­bung da­zu da von der Se­xu­el­len Bin­dung zur wah­ren Lie­be zu kom­men, denn heu­te kann ja wun­der­bar ge­se­hen wer­den wie die Fick Fack Lie­be be­deu­tungs­los ist und zu kei­ner ech­ten Lie­be un­ter den Men­schen ge­führt hat, im Ge­gen­teil, sie führt näm­lich zur Ver­blö­dung und Ver­lo­gen­heit, und geht nicht weit ge­nug in die Erkennt­nis der Wahrheit hin­ein, und mit die­ser In­ne­ren Pol­ver­schie­bung die auf den Men­schen zu­kommt, schon da­bei ist zu wir­ken, wer­den dann natür­lich die­se al­ten Bin­dun­gen der Fick­phi­lo­so­phie zer­stört wer­den, und das führt zu al­ler­lei Wirr­nis­sen und Zerstörun­gen und da­zu gehört auch die Zer­störung der Ehen die ja am Fließband ab­ge­wrackt wer­den, die­se Pol­ver­schie­bung wird so weit ge­hen, das du we­der Mann noch Frau sein wirst und kei­ne auf das Geschlecht be­zo­ge­ne An­zie­hung mehr er­le­ben wirst sondern ei­ne auf die Lie­be be­zo­ge­ne - nicht wie jetzt das Gela­ber von Lie­be wenn in Wahrheit Fic­ken ge­meint ist, und so wei­ter, denn zbs, Raub­tie­re kön­nen kei­ne wah­re Lie­be le­ben, sie le­ben ei­nen ge­wis­sen Schutz ih­rer Fa­mi­li­en­mit­glie­der den auch noch vie­le Menschen le­ben, und was als Lie­be aus­sieht es aber nicht ist, es ist bloß ein Fünk­chen da­von - da Raub­tie­re und die noch da­mit ver­bun­de­nen Men­schen we­der Selbster­kennt­nis oder Got­te­ser­kennt­nis ha­ben kön­nen, außer der Mensch be­sinnt sich darauf und geht den Weg be­wusst. Das Pas­siert al­les von al­lei­ne und ist Gött­li­che Vor­se­hung, da wer­den die al­ten Re­li­gio­nen nicht mehr hel­fen und auch nicht die al­ten an­de­ren We­ge, all die­se Al­ten Re­li­gio­nen wa­ren ja bloß dem Ver­ständ­nis der je­wei­li­gen Zeit an­ge­paßt und dem damit ver­bun­de­nen Ver­stan­des­mäßi­gen Fähig­kei­ten der da­ma­li­gen Men­schen, aber heu­te sind die Raub­menschen und Men­schen we­sent­lich In­tel­li­gen­ter ge­worden, die die In­tel­li­genz der Kir­chen­für­sten und an­deren Re­li­gi­ons­für­sten oder Re­li­gi­onsteu­fel weit hin­ter sich ge­las­sen ha­ben, selbst die In­tel­li­genz der Wis­senschaft­ler ist schon von vie­len weit weit über­schrit­ten wor­den - ja und des­we­gen ist auf der Er­de un­ter anderem die­se gi­gan­ti­sche Wirr­nis - die­se Un­zu­frie­denheit mit dem nicht mehr Funk­tio­nie­ren des Alther­gebrach­ten, auch nicht mehr mit dem Alther­ge­brach­ten der Wis­sen­schaft­li­chen Dis­zi­pli­nen, mit ih­ren Wir­ren Ir­ren Aus­wüch­sen, das sind al­les Re­sul­ta­te die­ser Polver­schie­bung die den Men­schen nun durch das Reich der Ir­re und Dun­kel­heit trei­ben und ihm die Mög­lichkeit bie­ten ganz klar Feh­ler ma­chen zu las­sen um endgül­ti­ger Gut von Schlecht un­ter­schei­den zu kön­nen, das Üble vom Schö­nen, die Wahrheit von der UnWahrheit - die Re­sul­ta­te ih­res Han­delns zu er­ken­nen und die da­mit ver­bun­de­nen Wir­kungs­wei­sen, die oft nicht so­fort wir­ken son­dern manchmal erst in späte­ren Le­ben zum Vor­schein kom­men, was al­les noch schwie­ri­ger macht - denn das was zur Zeit auf der Er­de abläuft, egal ob in der Irr­nis­po­li­tik der Raub­säuge­tier­po­li­ti­ker die ja al­le­samt noch im Prin­zip des Tötens ver­bun­den sind, das muss ganz klar er­kannt wer­den, denn sie las­sen für sich Töten und fres­sen das getötet die Lei­che dann im 5 Ster­ne Re­stau­rant von einem Raub­tier­koch - das muss ganz klar er­kannt werden die­se zu­sam­men­hän­ge, denn so­lan­ge das nicht er­kannt wird, wird die Mensch­heit noch an dem Prinzip des Tötens ge­bun­den sein, und wird wei­ter­hin in Krie­ge und Mor­de ver­wic­kelt blei­ben - all das ist in Wahrheit nix neues, das wur­de schon seit Tau­sen­den von Jah­ren er­wähnt, du sollst nicht Töten du sollst deinen näch­sten Lie­ben wie dich selbst, und Gott über alles - bloß dem Men­schen kann aber auch nicht der ge­ring­ste Vor­wurf ge­macht wer­den, das ist am al­lerwich­tig­sten zu wis­sen - kei­nem Mör­der kei­nem Dieb nie­man­dem - es kann bloß er­kannt wer­den wie weit sich je­mand schon ent-‑wic­kelt hat und nicht mehr ver-‑wic­kelt ist. 

  Wenn die Pol­ver­schie­bung dort an­ge­kom­men ist wo sie sein soll ist sehr viel Uhr­zeit ver­gan­gen - das dau­ert noch - aber es kom­men im­mer mehr En­er­gieschü­be der Be­frei­ung von der Ein­po­lig­keit im Menschen - ok, das war ein kur­zer Schwall an Ein­sich­ten - wer mehr da­von wis­sen will der kann ja www. Marti­nus. de an­k­lic­ken - Mar­ti­nus ist der­je­ni­ge der das alles in Jahr­zehn­ten aus­ge­ar­bei­tet hat in Schrift­form - ich war sel­ber in mei­nem Le­ben schon da­mit be­schäftigt aber bin froh das er das ma­chen konn­te, und sowas kann man nicht mit ei­nem Nor­mal­men­schli­chen Be­wusst­sein ma­chen, nein, ihm wur­de natür­lich Hil­fe zu­teil - wun­der­ba­re Hil­fe, die be­ste natür­lich.

Mei­ne Hän­de wa­ren end­lich wie­der et­was beweg­li­cher ge­wor­den, ab und zu tauch­te ich ganz un­ter das Was­ser, der Kopf wur­de ge­wa­schen und mit den Fin­gern be­schruppt, ich hat­te auf der Strec­ke nicht ei­ne ein­zi­ge Zec­ke be­merkt, er­fah­ren, Flöhe ein­mal, ei­nen Blut­sau­ger hat­te ich am Bein gehabt als ich kurz im See stand, ei­nen klei­nen dünnen. Als ich dann in mein Ge­sicht schau­te nach dem Bad da war schon wie­der ein Hauch Ro­si­ger Far­be auf mei­nem Ge­sicht, aber die Stra­pa­zen sie wa­ren weit weit Do­mi­nie­rend sicht­bar.

Dann erst ­mal fri­sche Klei­dung an­ge­zo­gen, was da so als frisch be­zeich­net wer­den konn­te. Die schmut­zigen Sa­chen leg­te ich ins Bad und ließ sie im heißen Was­ser ein­wei­chen. Als ich dann auf die Kar­te von dem Co­ro­net Mo­tel schau­te, sah ich, das heu­te erst der 28. Ju­ni war, mir fiel ein das ich heu­te mor­gen auf dem letz­ten Zelt­platz schon bei Frei­tag, den 29. war - al­so hat­te ich mich da um ei­nen Tag ver­tan - da auf dem schö­nen Zelt­platz mit dem Veery der un­un­terbro­chen sang - na und sag­te ich mir, ei­ne Wahrheitsverän­de­rung macht das nicht. Die­se Zah­len und Ta­ge und Num­mer, das war für mich kei­ne Wahrheit das wa­ren bloß Buch­sta­ben Zah­len, ein Fünck­chen das war al­les

Aber dann ging was los, was ich von mir noch nicht er­lebt hat­te. Ich woll­te ja nun erst ­mal Es­sen gehen, ... ok, ge­macht - di­rekt ge­gen­über vom Mo­tel war ein Ge­bäu­de, das mit der Auf­schrift-‑Coun­try Kitchen warb - al­so Länd­li­che Kü­che - da ging ich hin. Ich setz­te mich nach oben ans Fen­ster. 

  Stan­dard Ein­rich­tung, Ru­sti­ka­le Täu­schung und so­was in Braun - egal.   Ei­ne schö­ne Schwarz­haaari­ge Be­die­nung kam zu mir - der La­den war voll. Sie gab mir die Kar­te und frag­te ob ich ei­nen Drink wol­le ... nein Dan­ke - dann stell­te sie ein Glas Wasser hin - sie sah Flott aus, aber ich war mehr als weit­ent­fernt über­haupt in die Nähe von Bu­sen und Schmu­sen und Küs­sen und Lie­be zu kom­men. Ich be­stell­te ein La­dung Pfan­ne­ku­chen mit Ahorn­si­rup, da­zu ei­ne große Tas­se Ka­kao mit viel Schlagsah­ne, als Vor­spei­se ... da­nach ein T-‑Bo­ne Steak, Me­di­um, Brat­kar­tof­feln und Sa­lat. Als ich das ge­ges­sen hat­te be­stell­te ich noch ­mal das glei­che ... ein leichtes Lächeln husch­te über das Ge­sicht der Kell­ne­rin, ... Als das ge­ges­sen war rief ich sie noch­ mal herüber - und be­stell­te noch ­mal das glei­che, nun war sie doch er­staunt - so ein klei­ner mü­der Typ, wo steckt der das bloß al­les hin, mein­te ich in ih­rem Kopf zu se­hen wie sie das dach­te - sie grin­ste nun doch - ich aber auch. Als ich die drit­te Por­ti­on weg­ge­putzt hat­te rief ich die Kell­ne­rin noch ­mal zu mir herüber - aber nun kam sie mit ei­nem brei­ten Lächeln, ... möch­ten sie zah­len frag­te sie halb war­tend halb ge­wiss - ja das auch sag­te ich - aber erst später. Ich möch­te noch zwei Stück Tor­te mit ex­tra viel Sah­ne und ei­nen großen Be­cher Ka­kao da­zu. Als das al­les ver­speist war, war ich nicht ge­füllt, nein, ich war ein­fach leicht ge­sät­tigt, oh­ne Fülle­ge­fühl. Es war so als ob in mir ein rie­sen Loch war das oh­ne wei­teres noch ein­mal das glei­che es­sen könn­te - aber dann sag­te ich nun ist es wirk­lich gut. 

Nach­dem ich die Be­die­nung zu mir ge­ru­fen hat­te, schau­ten auf einmal 5 von denen in mei­ne Rich­tung - aha, da war Kom­mu­ni­ka­ti­on ab­gelau­fen. Ich gab der jun­gen Frau 5 Dollar Trink­geld - dann trank ich den Sahne­ka­kao zu en­de und ging raus.

In der Nähe war ein Ca­na­di­an Ti­re Ge­schäft, da woll­te ich hin um ei­ni­ges zu kau­fen. Um 19.28 Uhr hat­te ich die Sa­chen be­zahlt, so steht es auf der Rechnung. Ich kauf­te Fiberglas­ma­te­ria­li­en, Spach­tel, Pin­sel, Far­be, Fiberglas­mat­ten, große Men­gen da­von, vie­le Do­sen Här­ter dafür, ins­ge­samt et­wa ein Ge­wicht von 15 Pfund an Fiberglas­pa­ste und Här­ter, da­zu kamen noch ei­ni­ge glit­zern­de Blin­ker, ob­wohl ich von denen nun wirk­lich den Ka­sten voll hat­te. Ich kauf­te ein neues Duct-‑Kle­be­band und das Brau­ne Kle­beband - in al­lem war es ein Wert von 120,88 Dol­lar. Dann ka­men noch­ mal zwei­mal Steu­ern hin­zu, ein­mal Gst und Pst, das sind Staats­steu­ern und Län­der­steu­ern, es ist überall das glei­che Abzoc­ken, dach­te ich. Wie lan­ge wer­den die Men­schen bloß so blö­de blei­ben und sol­che Steu­er­ban­di­ten wählen die dann durch ih­re ei­ge­nen Steu­ern das Le­ben schwer Steu­ern lassen.. Wie blö­de sind Men­schen ge­macht wor­den durch sol­che Ban­di­ten - so­was ru­mor­te in mei­nem Kopf herum. Ins­ge­samt wa­ren es dann 137,80 Dollar. Natür­lich ist die Sicht­wei­se in be­zug zu Steu­ern ein­sei­tig, aber auch die zwei­sei­ti­ge ist nicht bes­ser. Aber so­lan­ge die Men­schen noch dem Tier­reich frönen und sich da­mit ver­bun­den fühlen und auch sind wird Wahrheit ein Be­wusst­seins­zu­stand sein der dem Be­reich der Il­lu­si­on zu­gehört - Ich sel­ber gehör­te noch dem Reich der Tie­re an, auch wenn es im­mer we­ni­ger wur­de, da ich sel­ber noch durch das Töten von Le­be­we­sen da­zu gehör­te, denn das ist die Bindung an das Reich der Tie­re - und erst wenn das vorbei ist wird aus dem Raub­men­schen ein Menschenähn­li­cheres We­sen. 

  Aus die­ser Lo­gik her­aus kann zur Zeit von al­len Mensch­li­chen Sy­ste­men die auf der Er­de da­her­taumeln auch nichts wirk­li­ches wahr­haf­ti­ges und Be­freien­des zum Vor­schein kom­men, es ist das Ge­gen­teil da­von, die Lü­ge die Täu­schung das Mor­den der Betrug, der Schein der Wahrheit auch als Geld­schein dar­ge­stellt, von Raub­säu­ge­tier Di­rek­to­ren oder Pro­fesso­ren und so wei­ter, es geht ein­fach noch nicht anders. Das Be­har­rungs­ver­mö­gen der Raub­men­schen ist ein­fach ih­re Schwe­re­e­ner­gie und die da­mit ver­bunde­ne Wirr­nis die Ihr Ver­stand su­gge­riert, und das soll dann Lo­gisch und Ver­nunft sein. Die­se Raub­säu­ge­tierlo­gik ist das Re­sul­tat der Wirt­schaft­li­chen Ent­schei­dungen Welt­weit, der Wis­sen­schaft­li­chen Ent­schei­dun­gen Welt­weit, und der Po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen Weltweit, und auch der Re­li­giö­sen Ent­schei­dun­gen Weltweit. Trotz­dem geht der Pro­zess der Be­frei­ung wei­ter, und das macht ja das Le­ben so in­ter­es­sant. Als ich anfing mich in die­se Ein­sich­ten hin­ein­zu­stei­gern, ka­men auch sol­che Sprün­ge wie-‑was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Theo­lo­ge nennt - was in­ter­essiert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Kanz­ler nennt, was in­ter­es­siert mich das Raub­säu­ge­tier das sich Arzt oder Pro­fes­sor nennt ... und so wei­ter.

Wie­der im Mo­tel wur­de al­les ver­packt, und danach ging ich noch ­mal in die Wan­ne und saß da noch­mals 2,5 Stun­den, trank Oran­gen­saft und Ap­felsaft da in der Wan­ne sit­zend und köst­lich Schwit­zend. Gut durch­ge­hitzt ging ich schla­fen. Kein Loon sang, kein Bi­ber klatsch­te, kein Veery flöte­te, kei­ne Müc­ke.

Am 29 Ju­ni war ich schon wie­der um 9 Uhr draußen. Ich hat­te im Coun­try Kit­chen ge­früh­stückt und mich dann mit ei­nem Ta­xi an die Aus­fahrt­straße Rich­tung Shell­brook-‑Green La­ke brin­gen las­sen.. Es reg­ne­te und war to­tal Grau. Ich hat­te bloß mei­nen Roten Ruck­sack mit in­dem ei­ne star­ke Pla­stik­tüte war in der mei­ne Ka­me­ra lag. Die Brau­nen Le­derschu­he wa­ren genau rich­tig für die­ses Wet­ter, auch mei­ne Ro­sa Stoff­müt­ze passte sehr gut zum reg­ne­rischen Grau­en Tag - Der Grü­ne lan­ge Re­gen­man­tel flat­ter­te im Wind. 

  Ich stand 15 Mi­nu­ten bis ein Grüner Ford Pick Up an­hielt, und je­mand frag­te wo ich hin will ... ok - steig auf sag­te die Frau am Steu­er. Ich setz­te mich auf die La­de­fläche, hin­ten, of­fen, und schon ging`s los. Ich freu­te mich das es so schnell ging. Drei Men­schen waren im Au­to. Ei­ne kräf­ti­ge In­dia­ne­rin, ein In­dia­ner Mann, und ein Kind, de­ren Kind. Es Reg­net un­un­terbro­chen wei­ter, aber ich bin wind­ge­schützt da ich gegen die Fen­ster­wand leh­ne und der Fahrt­wind an mir vorbei­saust. Die Frau gibt sehr gut Stoff. Wir ja­gen an den Wäl­dern vor­bei. Ich neh­me mei­ne Ka­me­ra raus und ma­che ei­ni­ge Fotos. Zwei­mal wird das Glas­fenster zur Sei­te ge­scho­ben und ei­ne Fla­sche Sekt zu mir ge­reicht, aber ich vernei­ne freund­lich, ich woll­te nüch­tern sein und brauch­te auch kei­ne Sekt­sprit­ze. Aber die bei­den vor­ne, sie zo­gen sich meh­re­re Flaschen rein. Ich schau­te amü­siert zu.   Nach et­wa 2 Stun­den Fahrt hiel­ten wir an, ich weiß nicht mehr in wel­chem Ort, es war je­den­falls Ty­pisch Coun­try Saskat­che­wan, denn mit­ten im Ort wa­ren große Ge­treide­spei­cher un­mit­tel­bar an der Ei­sen­bahn­schi­ene. Die bei­den gin­gen raus um neu­en Nach­schub zu ho­len. Der Schnaps­la­den den kann­ten sie. Die Frau die et­was kräf­ti­ger und ge­sun­der aus­sah als der Mann, der aber auch kein Sup­pen­kas­per oder Luft­kott­lett war, sah schön  aus. Sie trug ei­ne weiße Blu­se mit großen schwar­zen In­dia­ner­sym­bo­len. Sie hat­te ein vol­les Gesicht, flei­schig mit ei­ner ge­sun­den leich­ten Bräun­lichen Haut­far­be. Hin­ter der ho­hen Stirn war ihr Schwarzes Haar nach hin­ten ge­kämmt. Sie trug ei­ne große Bril­le mit ei­nem durch­sich­ti­gen Ge­stell. Ih­re Na­se war kräf­tig und von den Sei­ten der Na­se gin­gen zwei glat­te Li­ni­en her­un­ter, die ih­re Wan­gen an­zeigten. Die Freund­lich­keit die ich ih­nen ge­gen­über ausstrahl­te mach­te die Frau für kur­ze Zeit stut­zig, sie hat­te wohl zu viel Mist er­lebt, aber dann sieg­te doch das wah­re We­sen, und nicht die Ver­gan­gen­heit und Er­fahrung, und so strahl­te sie auch und ihr Mann ei­ne gutmü­ti­ge Freund­lich­keit wei­ter aus.

                Der Mann trug ei­ne Schwar­ze Stoff­müt­ze. Ein Hirsch war auf die Müt­ze genäht. Vic­to­ria Sak. stand drauf. Nach­dem sie ei­ni­ge Fla­schen Sekt gek­auft hat­ten ging`s dann wei­ter. Nun war die Straße Schot­ter und viel En­ger. Die Wald­zo­ne an bei­den Sei­ten ra­ste an mir vor­bei oder ist es um­gekehrt. Dann hiel­ten sie an, es war Zeit für mich Ade zu sa­gen, denn sie fuh­ren nun ir­gend­wo da in den Busch hin­ein und ich musste auf der 55 blei­ben. 

  Ei­ne Mi­nu­te später stand ich da an der Straße mitten von wer weiß wo. Hin­ter mir Wald, vor mir Wald, da­zwi­schen die Straße. Aber überall blüh­ten Blu­men auf Hochtou­ren. Große Oran­ge­ne 6 Blätt­ri­ge Li­li­en, und sehr vie­le Na­tio­nal­blu­men Sas­kat­che­wans. Ich wur­de noch 3 mal mit­ge­nom­men bis ich über die 155 und dann 908 nach Ile A La Cros­se kam. Die­se et­wa 400 km hat­te ich trotz des Wet­ters in sehr kur­zer Zeit er­reicht. Je­der mit dem ich fuhr ra­ste aber auch was das Zeug her­gab.   Als ich zum Haus des Man­nes kam bei dem ich mein Au­to ge­las­sen hat­te, auf an­raten der RCMP-‑Po­li­zei. sta­un­te ich, es war rund aus Holz ge­baut. Aber kei­ner war da. Mein Wa­gen stand schräg in ei­nem Gra­ben und sah ver­staubt aus. Ich ging zur Po­li­zei und dort sag­te man mir das er außerhalb sei, bei ei­nem großen In­dia­ner­tref­fen ei­nem riesen Fest.   Ich fand je­mand der mich dorthin fuhr. Der jun­ge Mann hat­te nichts an­deres zu tun sag­te er mir als er mich fuhr. 

Als wir in den Wald ka­men, schau­te ich - was war das, es wimmel­te von Zel­ten und In­dia­nern. Sie wa­ren al­le schwer am Fei­ern, lach­ten viel und der jun­ge Mann er­zähl­te mir das es ein Christ­li­ches Fest sei. Zwischen den Bäu­men stan­den die Au­tos, sehr vie­le Autos, da­zwi­schen stan­den die Zel­te, überall wa­ren Feuer, es wur­de ge­bra­ten, ge­trun­ken, und ge­fei­ert. Ich frag­te nach dem Mann der Mein Au­to hat­te und auch der jun­ge Mann such­te mit. Die In­dia­ner sag­ten wir müs­sen tie­fer in den Wald ge­hen. Dann ka­men wir zu ei­ner Lich­tung, ei­ner großen, da war ei­ne Büh­ne aufge­baut und ei­ne Band spiel­te Coun­try We­stern Mu­sik - es war ge­ra­de Pau­se. 

  Wir fan­den den, den ich such­te, ich ha­be sei­nen Na­men ver­ges­sen. Er trug viel Schmuck, Ket­ten, Federn, und ei­nen Hut. Er sah ir­gend­wie Raus­ge­putzt aus. Er gab mir den Schlüs­sel für das Haus und sag­te auch wo der Au­to­schlüs­sel hängt und wem ich den Schlüs­sel dann ge­ben sol­le. Dann fuh­ren wir wie­der zurück.

Der Mann der mich zurück­fuhr er­klär­te mir das die­ser Mann die In­dia­ner tauf­te und das des­we­gen ein so großes Fest ge­macht wur­de, so­zu­sa­gen ei­ne Mas­sentau­fe. Ich frag­te nicht wel­che Kon­fes­si­on Kirche und so wei­ter.

           Im Haus an­ge­kom­men schau­te ich mich mal um, es war vol­ler In­dia­ner Sa­chen und sah sehr gemüt­lich aus. Ein run­des großes Holz­haus. Der Wa­gen Star­te­te nach drei­ma­li­gen Durch­dre­hen und Gas­ge­ben - dann war ich un­ter­wegs. - zurück nach Prin­ce Al­bert. Spät Abends tank­te ich bei Len` s Gas Bar in Big Ri­ver für 23 Dollar Nor­mal­ben­zin. Dann ging`s wei­ter. Ich fühl­te mich gut, vom Knie merk­te ich nichts mehr, denn das war ja für ei­ne Wei­le kalt­gestellt, so­lan­ge bis ich ihm die Er­laub­nis gab, zu Hei­len. Um 23.07 Uhr hat­te ich die Rech­nung im Ken­tucky Fried Chic­ken be­zahlt in Prin­ce Al­bert - kurz da­nach schlief ich schon wie­der im Mo­tel.

Am fol­gen­den Mor­gen früh­stück­te ich um 9 Uhr im Coun­try Kit­chen, ging dann zur Post und sen­de­te mei­ne vie­len Filme zurück nach Deutsch­land zum entwic­keln. Da­nach pack­te ich al­les ins Au­to, zahl­te mei­ne Re­chung im Co­ro­net und fuhr los Rich­tung The Pas Ma­ni­to­ba. Um 12.10 Uhr Tank­te ich noch­mal bei Jif­fys Es­so Sta­ti­on in Prin­ce Al­bert für 10,50 Dollar plus 1,15 Dollar Steu­ern. Nun ging`s wie­der Richtung Osten auf der 55 dann über ge­teer­te Straße, alles war Flach­land hier oben. Am En­de der ge­ra­den Strec­ke fängt die Straße wie­der an kur­vig zu wer­den, dort ist viel Wald und Hü­gel und ei­ne Nicht-‑Farmland­schaft. Ich fuhr über vie­le Bäche, stei­le Schot­terstraßen hoch und run­ter, bis mir ein Ford ent­ge­gen kam. In ihm war ein RCMP Po­li­zist. Er woll­te wis­sen was ich ma­che. Na und dach­te ich, mich in­ter­es­siert es nicht was er macht, und was ich ma­che ist al­lei­ne mei­ne Sa­che. Aber so er­zähl­te ich ihm was ich so ma­che, er woll­te mein Pass se­hen, ich zeig­te ihm den Pass, er glotz­te rein, dann gab er ihn mir zurück und brau­ste wei­ter. Ich auch, ich gab mäch­tig Gas, schleu­der­te manchmal auf der Straße herum da es feucht und Sand­straße war und we­gen an­de­rer Begrün­dun­gen. An­son­sten war nie­mand auf die­ser langen Strec­ke un­ter­wegs ge­sehen. Erst als ich auf die 9 kam wa­ren zwei Au­tos auf der Straße.

Ich über­qu­er­te ir­gend­wo die größte Gren­ze die es Welt­weit gibt, näm­lich die Gren­ze in den Köp­fen der Blin­den Men­schen mit ih­rer Hab und Macht­gier und Angst, die Gren­ze zu Ma­ni­to­ba da­ge­gen war von all dem frei, und sau­ste rein nach The Pas.

Yellow Headed Blackbird        

Erstes Camp mit FrischOfen     

Die Schienenportage mit Kanu-Bruch an den Dipper Stromschnellen 

Die ersten kanadischen Schield Inseln im Dipper Lake

     Abfahrt Dipper Lake

 Crocket Rapids

Sturm über dem Knee See

InselLeben mit SolarEnergie

Sturmbefestigung

Abfahrt Knee See.Auch bei Bewölkung lädt die Solaranlage

Pelikane waren die schönen Zierden dieser fabelhaften Reise

Ankunft des Französischen Lehrers Jerome Orange

Abfahrt von Jerome Orange

Black Bear Lake Camp

Der Jesus Pelikan

Birch Rapids

Hecht und Zander,danke,aber diese Reise würde das Ende von Angeln und Töten 

für mich werden

Blinker die Fische reizten und täuschten.

Auf dem Trout Lake

Das RocK Trout Dramagefälle wo ich die Solaranlage und Paddel verlor


Die Rock Trout Fälle und nach dem Verlust der Solaranlage und Paddel, aber mit dem neuen „Wunderpaddel“.Denn es war eine sehr spirituelle Reise eine Lernreise.Denn genau 5-600 Meter vor diesen kleinen Gefällen standen doch mitten in der Natur weit weg von allem,diese beiden Monsterpaddel und die waren genau für mich gedacht.

Nun gings weiter ohne Solaranlage

Die menschliche Evolution, aber nicht nach Darwin

Die Brücke mit sehr starkem langem rasendem Gefälle in Aussicht

Die Brücke mit Wasserfäns und starkem Gefälle und somit Treidel Ich mal wieder

Das Kanu war fast am Ende seiner Leistungsfähigkeit,auch kein Duct Tape mehr,das ist Gefährlich

Needle Falls Portage

Der Blick nach vorne

Das fabelhaft duftende Mooscamp im Otter-Lake-Nationalpark

Aus Inseln werden Halbinseln

Sie waren soooo liebend und nahmen mich mit

Coronet Motor Inn-Prince Albert-Ausgepowert

weiter mit SOLARKANUREISE 2.........